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Von den Skythen bis zu den Wikingern

Noch mehr Skythen, Sarmaten, Germanen und Slawen
Von Prokop werden die Träger der Kiewer Kultur als Sclavenen genannt und im gesamten Bereich der lateinisch schreibenden Chronisten dann Sclavi. Jordanes dagegen bezeichnet die Sclavinen als Teil der Venethi genauso wie die Anten, die zu seinen Lebzeiten um ca. 518 von der nördlichen Pontusküste zum Unterlauf der Donau zogen und denen Rom 545 die (wahrscheinlich von Beilenpest entvölkerte) Stadt Turres überlies und sie zu Förderati machte. Die Anten folgten demnach unmittelbar den Ostgoten ins Römische Reich.
Während dieser Zeit bricht 535 der Vulkan Ilopango aus, der einen Kälteeinbruch und damit Ernteverluste verursacht.
Dem folgen 542, 557 und 570 massive Ausbrüche der Beulenpest die sich von Byzanz aus verbreitet. Byzanz gibt daraufhin die Donaugrenze mehr oder weniger auf, die nur noch formal durch Förderaten d.h. Ostgoten und Anten aufrecht erhalten wird. Nördlich der Donau beherrschen Gepiden bis 567 den Raum, danach Langobarden und Avaren.
Um 430 schwindet die Macht der Byzantiner an der Donau. Um 480 ist nur noch Getien (Skythia Minor), Thrakien und Macedonien sowie Griechenland römisch. Um 545 dürfte sich Byzanz nur noch auf die Provinz Europe südlich des Haimos-Gebirge und die macedonische Hand beschränkt haben. Schon 430 gibt Westrom den Limes in Österreich und damit die Provinz Norikum auf.

Die Anten

Bei den Griechen bedeutet Antes eine vorgezogene Mauerzunge (belegt im Anten-Tempel), demnach sah Ostrom in dem Stamm der Anten sowas wie eine Vorhut, also ein vorausgehender Ausläufer einer größeren Völkergruppe darstellen. Der Name des Königs der Anten “Boz“ hängt mit dem lateinischem “Bos“ (lat. bōs, bovis) zusammen, was gewöhnlich das Rind (Bos primigenius taurus) bezeichnet. Da der Hörnerträger in der Antike mit den Herrscher gleichgesetzt wurde, wäre die beste Entsprechung “Chef“ im Sinne von “Boss“ und wäre Titel des Anführers der Anten. Die Herkunft des Begriffs ist in den von Rom (später Oströmisch) eroberten und lateinisierten Griechenstädten des “‘Bos“‘-poranischen Reiches zu suchen, was der Herkunft aus Anten aus dem Gebiet zwischen Dnepr und Don entsprechen würde.
Das schliesst aus das es sich um einen slawischen, sarmatischen oder skytischen Begriff handelt, wobei eine Entlehnung aus dem Lateinischem in diese Sprachen durchaus wahrscheinlich ist.
Das Auftreten der Anten fällt in eine extrem komplexe Zeit.

Oströmisches Reich ab 480 – Glaubenskriege und die Rebellion des Vitalianus 

Ende 488 wurde der Arianer Theoderich der Große (ein oströmischer Heermeister) und mit einem Feldzug gegen Odoaker in Italien beauftragt. In diesem Zusammenhang forderte er die Krimgoten und die Goten des Theoderich-Strabo in Skythia Minor auf, sich ihm anzuschliessen, was sie jedoch ablehnten. Zu dieser Zeit lebten im nördlichen Pontus 480 die gotisch sprechenden Eudosen (Euten) die mit Heruler ankamen und von Jordanes als Venethi bezeichnet werden. Dazu kommen zurückgebliebene Goten, vermutlich auch Reste von Sarmaten und Hunnen die größtenteils germanisiert waren und ihrerseits die gotische Sprache der Euten und Krimgoten veränderten.
Protoslawisch ist also in jedem Falle ein Produkt der Ostgermanischen Sprache und entfernte sich durch die vielen Völker die sich nun am Pontus tummelten.

Nach dem Sieg über Odoaker begannen 497/98 in Italien “die guten Jahre“ unter gotischer Herrschaft, die sicher auch auf die Menschen am Pontus anziehend wirkte.
484 kündigte der Bischof von Rom (gestärkt durch die Goten) die Kirchengemeinschaft mit Ostrom auf. Es kam zur Kirchenspaltung zwischen Arianer und Orthodoxen (Akakianisches Schisma, auch großes Schisma bezeichnet) die erst durch das Einlenken des neuen Kaiser Justin I. um 519 beendet wurde.
Während die Arianer unter Kaiser Anastasius und Theoderich dem Großem gefördert wurden, setzte Justin I. immer gewaltsamer die Glaubensformel der östlich-orthodoxen Kirche durch und verkündete die Restauratio imperii (Rückeroberung des Imperiums). Ab dem Jahr 523 verfolgt Ostrom die Arianer, während in Westrom die Orthodoxen schlechte Karten hatten.
Die Situation hatte sich bis 518 für die östlich-orthodoxe Bevölkerung am nördl. Pontus verschlechtert, während sich unter Julius I. ab 518 (und massiv ab 523) die Lage für die arianische Bevölkerung am nördlichen Pontus verschlechterte.
Das griechisch-orthodox Ostrom entfremdete sich zunehmend unter Julian I. von dem gotisch beherrschten Westrom.

Die Vitalianus Rebellion 513-518
Als Anastasius 511 den Patriarchen von Konstantinopel Makedonios absetzte und den monophysitischen Patriarchen von Antiochia zum Nachfolger ernannte, kam es im Oströmischen Reich zu inneren Aufständen. 512 rief die orthodoxe Partei in Konstantinopel zunächst den hochrangigen Politiker Areobindus − gegen dessen Willen – zum Gegenkaiser aus. Ein Jahr später setzte sich der comes foederatorum an die Spitze des Widerstands der von dem orthodoxen Comes Flavius Vitalianus angeführt wurde der zu ihrem Heermeister wurde.

Vitalian (lat. Flavius Vitalianus, † Juli 520) rebellierte 513 in Thrakien gegen Kaiser Anastasius, der der monophysitischen (weströmischen) Kirche zugeneigt war und Vitalianus 515 besiegte. Fortan führte er als Rebell einen Glaubenskrieg gegen den oströmischen Kaiser Anastasius.

Mit einer Streitmacht (angeblich Hunnen und Bolgaren, wahrscheinlicher aber orthodoxe Goten und Beutesuchende Gepiden) erschien Vitalianus mehrmals vor der der oströmischen Hauptstadt, wo ihm Anastasios zwischenzeitlich zur Befriedung den Posten eines magister militum per Thracias zuerkannte. Nachdem er seine Armee aufgerüstet hatte wurde machte er sich daran die Rebellion zu beenden.
Vitalianus wurde 515 durch Anastasios fast vollständig besiegt, woraufhin Vitalianus mit dem verbliebenen treu ergebenen Resten seiner einstigen Armee untertauchte und plündernd durch Thrakien zog.

Wie die Quelle des Wikipedia-Artikels (Curti 2002, S.76) zu den Anten-Angriff von 518 schreibt „Es ist daher möglich, dass sich dieser Angriff auf die 517 rebellierenden Getae equites der Vitalianus Revolte bezog.“

Diese Getae Reiter stammten von einem Reiterkastell in Skythia Minor (dem Land der Geten). Jordanes erklärt jedoch Goten mit Getae identisch, also handelt es sich hierbei also nicht mehr um Geten die längst verschwunden waren, sondern um Goten die dem Vitalianus seit 515 folgten.
Dies dürfen die Goten des Theoderich Strabo sein, die in “Skythia minor“ (dem Lande der Geten) lebten und (durch Rivalitäten zwischen ihren gotischen Führern) nicht Theoderich dem Großen nach Italien folgten.
Da von diesen Goten seit dem Tode des Theoderich Strabo 481 jegliche Nachricht fehlt, unterstanden sie wohl einem unbekannter Nachfolger (vermutlich dem sehr jungem Baduarius der als Comes militae diente) womöglich sogar der Mutter des Baduarius.
Dieses Kastell unterstand damit dem Befehl des oströmischen Heermeister Vitalianus. Als der 513 durch den Oströmischen comes foederatorum legalisiert rebellierte, und 515 zum Heermeister Thrakiens ernannt wurde, folgten ihm die Theoderich-Strabo-Gotischen Foederaten, deren König schlichtweg zu jung war.
Die Gerüchte das Goten einen Römer als König hatten, könnten genau darauf zurückzuführen sein.
Sie wurden unter Führung von Vitalianus von Kaiser Anastasius 515 geschlagen und zogen dann 3 Jahre plündernd unter Vitalianus durch Thrakien.

Just in dieser Zeit griffen 518 Anten erstmals selbstständig oströmisches Gebiet – genauer gesagt griffen die Anten die ‚Sclavenes‚ an und plünderten.

Sclavenes hat eine völlig andere linguistische Herkunft als Slawen. Und während man sonst absolut exakt jede Ähnlichkeit von Worten verneint, erfindet man hier einen linguistischen Zusammenhang zwischen Sclavenes und Slawen für den es keinerlei vergleichbares Beispiel gibt. Die sind sich zwar ähnlich und wohl auch austauschbar, aber sie entstammen unterschiedlichen Quellen und Zeiten.

Mit Slavenes meinte Prokop die von Verwaltern geführte Güter von Oströmern.  Dabei beschränkten sich die Angreifer auf die Göter von Anhängern des Anastasius im oströmischen Moesien, Skythia Minor und Thrakien. Deren versklavte Dienstboten und Feldarbeiter  wurden dadurch frei und liefen natürlich weg. Wer täte das nicht? Sie nahmen ihr Bündel Habseeligkeiten, entzogen sich dem Zugriff der Römer und verschwanden in den Weiten von Germania Magna um sich dort aus leeren Händen mit primitiven Möglichkeiten eine neue Existenz aufzubauen.
Sclavenes werden also dort lokalisiert, wo Vitalianus Gruppe plündernd umher zog. Und der führte einen Glaubenskrieg gegen Kaiser Anastasius.
Es ist durchaus logisch diese Entlaufenen als Sclavenes (Sclavenoi) zu bezeichnen, so wie Römer und Griechen praktisch alle Völkernamen der Slawen erfanden.
In der gleichen Zeit kommt es zur Verfolgung von Arianern im Oströmischen Reich die ebenfalls auswandern. Dazu kommt das Menschen vor Seuchen flohen und ebenfalls fort wanderten. Für all diese Menschen hatte man keinen Begriff ausser den von Prokop den auch Jordanes benutzte. Sklavenes ist also ein Kunstbegriff, weil es bei Prokop und Jordanes stand. Es gab weder ein Stamm noch ein Volk mit diesem Namen.
Der Begriff Slawen taucht erst viel später bei den Franken auf und hat eine völlig andere Etymologie. Das sie austauschbar wurden ist ein Beleg für Assoziation. Und das tut man immer dann, wenn einem buchstäblich das  Wort fehlt.

Das Wort „Sklave“ wird etymologischen Erklärung vom griechischen Verb skyleúo, Nebenform skyláo ‚Kriegsbeute machen‘ hergeleitet und wurde mit der oströmischen Vorstellung eines Dieners gleichgesetzt. Westrom benutzt den lat. Begriff servus der ebenfalls mit der Vorstellung eines Dieners verbunden ist.
Jordanes († nach 552) hat diesen Begriff von Griechen übernommen und veröffentlichte ihn etwa 526 wobei er ihn als Stammesname darstellte. Zuvor diente er als notarius einem magister militum per Thraciam, vermutlich Flavius Vitalianus.
Prokop (* um 500; † um 562) übernahm den Begriff.
Prokop war von 527-542 war er consiliarius bzw. assessor also Rechtsbeistand des ostgotischen magister militum Belisar. Dieser Flavius Belisarius oder auch Belisarios ( * um 505; † 565) war Feldherr des Kaisers Justinian I. und stammte aus dem Balkan, aus der Stadt Germania (heute Saparewa Banja in Bulgarien südlich von Sofia), die zwischen Thrakien und dem Illyricum lag und seit Thiudimir bereits Siedlungsgebiet der Goten war. Durch Prokops Hände ging wohl die gesamte Feldpost, daher war er über die militärischen und diplomatischen Vorgänge hervorragend informiert. Diese schrieb er 542 in Byzanz nieder. Ob er dabei auch die von den Byzantinern entlehnte ostgotischen Begriffe übernahm ist denkbar. In jedem Fall stützten sich die Erfolge Justinian´s wesentlich auf dessen Heermeister Belisar.

Unter dem orthodoxem Justin I. wurde (der seit 513 rebellierende orthodoxe Heermeister) Flavius Vitalianus 518 wieder legal Heermeister von Thrakien (magister militum per Thracias) und Baduarius sein untergebener Heermeister (magister militum). Baduarius wird in diesem Zusammenhang als Dux Scythiae bezeichnet, der 520 zum Nachfolger Vitalianus und damit zum Heermeister von Thrakien unter Justin I. wurde.
Auch der Krimgote Godilas wird 518 erstmalig in Diensten des Justin I. erwähnt, wo er zunächst als Drillmeister bezeichnet wurde.
Damit war die Rebellion des Vitalianus 518 beendet und der Kaiser  Justin I.  konnte sich anderen Problemen widmen. 520 lies Justin I. Vitalianus beseitigen.
Gleichzeitig erhob Justin I.  den Hunnen Ascum und Constantiolus sowie den Krimgoten Godilas zu Heermeister.

In einer Korrespondenz mit dem römischen Bischof Hormisdas gelang es Justin I. 519, das Akakianische Schisma (seit 484) zu überwinden, indem der Kaiser dem römischen Kirchenfürsten in praktisch allen Punkten nachgab und die Patriarchen der Ostkirche zwang, dies ebenfalls zu tun.

Justinian’s Krieg gegen die Barbaren

Justin I. Nachfolger Justinian seit 527 Kaiser, betrieb eine aggressive Westpolitik, wobei es ihm gelang, Teile des alten Imperium Romanum zurück zu erobern.

Zu bedenken ist auch das der Autor Prokop stark zugunsten Justinian schrieb, während er Justin I. als willige Marionette Justinian darstellt.
Vermutlich erneuerte Justinian I. (ab 1. August 527 Kaiser) die Befestigungen von Oescus im Rahmen seines Programmes, die Donauflanke durch einen Festungsgürtel zu sichern. Weiterhin soll Justinian einer bis heute nicht lokalisierten Festung „Ounnon“ am Donauufer (offensichtlich griechisch für Hunnen = Ounnoi) Aufmerksamkeit geschenkt und an gegenüberliegen Uferstellen die Festungen „Palatiolon“ (Baikal, bei Gigen) und „Sucidava/ Sykibida“ (Celei, Rumänien in Skythia minor fast an der Donaumündung im Lande der Geten) wiederhergestellt haben.
Das suggeriert das es sich hierbei um Ausbauten handelt, die im Zusammenhang mit der Präsenz von Kutiguren  stehen.

Godilas und Justin (ein Namensvetter des Kaisers) vereinigten ihre Truppen 528 im Kampf gegen feindliche Invasoren und sicherten den Donaulimes zunächst erfolgreich. Eine weitere Schlacht gegen diese Eindringlinge ging für die Oströmer verloren, der Heermeister Justin wurde getötet doch Godilas entkam.
Danach führt Baduarius (mit den Strabo-Goten) und Godilas (mit den Krimgoten) eine Strafexpedition von Odessus (heutiges Warna in Skythia minor) gegen die “Hunnen‘‚ die die Krim bedrohten, wobei sie die Donau überschritten. Am Ende des Jahres vereinigte Godilas seine Truppen mit den (vermutlich hunnischem) Ascum und Constantiolus (der nach Justins Tod sein Amt übernahm), um sich der Invasion der Hunnen (Gepiden?) erneut entgegen zustellen. Ascum und Constantiolus geraten in einem Hinterhalt einer zweiten Hunnenarmee (die von den Gepiden gerufenen Kutiguren) und Ascum verliert sein Leben.

Damals plünderten Utiguren unterstützt von 2000 krimgotischen Kriegern (Tetraxiten genannt) im Auftrag Ostroms das Land der Kutriguren, nachdem diese von den Gepiden gerufen oströmisches Gebiet verheert hatten. Kutiguren könnten demnach Gebiete nördlich der Donau (oberhalb von Skythia Minor) und östlich der Gepiden erobert haben.

Die Aufgabe einiger germanischer Gräberfelder (Aj-Todor, Ĉatyr-Dag) bestätigen den Gebietsverlust am nördlichen Pontus um 550. Die Hunnen hatten nun einen Fuss in der Tür, von wo sie aus Skythia Minor und damit römisches Hoheitsgebiet bedrohten.

Baduarius und Belisar ein weiterer ostgotischer  Heerführer fielen danach wohl in Ungnade aber machen sich 535 durch ihr Vorgehen im Nica-Aufstand (gegen Justinian gerichtet) beim Kaiser wieder beliebt.

Um 530 ersetzte Justinian den Heerführer Germanicus mit “Chilbudius“ (magister militum per Thracias), der einige Kampagnen gegen die Gepiden und die mit ihnen verbündeten Kutiguren nördlich der Donau führte, aber nur 3 Jahre später fiel.
Sein Sieg über die Anten krönte Justinian indem er sich 533 mit dem Titel ‚Anticus‚ schmückt und hier wird zum ersten Mal der Begriff Sclavenes von Prokop erwähnt, die demnach nördlich nahe der unteren Donau (im Gebiet der Gepiden und der von ihnen gerufenen Kutiguren) lebten. Die Anten müssen also 532 durch Chilbudius geschlagen worden sein.

Die Invasoren (Kutriguren) drangen 533 in Skythia Minor (Thrakien) ein, was die selbstständige Präsenz der Strabo-Goten beendete. Damit standen ‚Hunnen‘ nun in Skythia Minor und aus den Strabo-Goten wurden unterworfene Tiwerzen denen nunmehr von der Wikipedia jegliche germanische Herkunft einschliesslich ihrer Sprache abgesprochen wird. Die Unterwerfung dürfte natürlich weitere sprachliche Veränderungen mit sich gebracht haben. Archäologisch stimmt das mit der Einwanderung einer slawischen Kultur ins Skythia minor überein. Diese war jedoch recht primitiv und taucht erst ab 602 auf.

Nur wenige Jahre später kam es 542 zu einer großen Seuche die weite Teile Europas entvölkerte.

Das alles dürfte eine unkoordinierte Flucht der Bevölkerung ausgelöst haben, die die verseuchten Orte verlassen und nach Norden und Westen (also auch Richtung Weichsel) wandern. Die Anten waren also nur die Vorhut (Zunge) und wurden als Stamm wahrgenommen, während man die nachfolgende Menge nicht als Stammeseinheit wahr nahm, sondern nur pauschalisierend als Sklavenes (Jordanes = Sclavenoi) bezeichnet. Jordanes sah darin einen „Stamm“ den er den Venethi zuordnete, also Ostgermanen die einst von den Goten unterworfen wurden.

Ab 602 dringen Awaren ein und Bolgaren folgen um 679. In den antiken Quellen begnügt man sich sie pauschal als Hunnen zu bezeichnen.

Laut Jordanes siedelten die Sclavenes zwischen Weichsel und Donau und die Anten zwischen Dnister und Don wo 480 noch Eudosen, Heruler und Krimgoten belegt sind. Um 528 führen verbündete Goten, Utiguren und Römern gegen Kutiguren Krieg. Jordanes Getica lokalisiert die Anten zwischen 480 und 528 im Gebiet zwischen Dniester und Don. Prokop kennt zwar Anten und Hunnen, aber bis zu seinem Tode keine Kutiguren oder Utiguren.

Weil seit 542 in Konstantinopel eine Seuche wütete, hatte Ostrom keinerlei Kapazitäten mehr die Donaugrenze zu verteidigen. Die Anten wurden daher 545 zu Verbündeten Ostroms und erhielten die verlassene Stadt Turris an der Donau geschenkt um die Römische Grenze gegen die noch immer expandierenden Gepiden (die 549 noch die Goten schlugen) zu verteidigen.
Es folgten Auseinandersetzungen zwischen Anten und Sklavenes in den 540er (und wieder in den 580er) Jahren, die aber nicht mehr von Jordanes und auch nicht von Prokop überliefert sind.

Weitere Wellen der Seuche wüteten 60 Jahre und raffte die Menschen Osteuropas dahin.
Osteuropa könnte problemlos 1/3 seiner Bevölkerung verloren haben. Zahlreiche römische und inzwischen wohl auch germanische Güter einschliesslich ihrer Sklaven dürften sich selbst überlassen oder sich befreit haben, weil deren Besitzer der Seuche zum Opfer fielen. Diese Sklavinen sind größtenteils Feldarbeiter und Diener die mit dem arbeiteten was geliefert wurde. Doch nun bleiben die Lieferungen aus.
Um 602 wurden die geschwächten Gepiden durch die Awaren besiegt. Die „Siege“ der Awaren 602 beruhten darauf das sie kaum noch Gegenwehr hatten.
Der Begriff Anthrax beruht auf eine Seuche die durch schwärzlichen Farbe der Eiterbeulen auszeichnete, wurde aber erst in einer späteren Seuche zur Bezeichnung für Milzbrand.

Belegt sind Auseinandersetzungen zwischen Anten und Sklavinen bei anderen oströmischen Autoren zwischen 540 und 580, die schliesslich durch die neu auftauchenden Avaren beendet werden, die 602 alle überwältigen.
Was die Avaren ab 602 so stark machte war aber weniger ihre Kampfesstärke als vielmehr eine Naturkatastrophe.
535 brach auf der anderen Seite der Welt der Vulkan Ilopango aus und verursachte einen Kälteeinbruch der nicht nur den Untergang der Maya, sondern auch Ernteausfälle in Europa verursachte. 542, 557 und 570 folgten größere Ausbrüche der Beulenpest, die sich von aus verbreitete und offenbar eine starke Dezemierung der Bevölkerung Europas aber auch am Bosporus zur Folge hatte. 567 wurden die geschwächten Gepiden geschlagen.

Der Gepide Ardarich und sein ostgotischer Gegenpart Valamir waren enge Anhänger Attilas gewesen.
Zwischen 540 und 580 etablierte sich das Gepidenreich (539–551) auf den Trümmern des Attila-Reiches das ja 454 in der Schlacht am Nedao durch die Gepiden-Allianz unter ging. Die Gepiden übernahmen dabei das Hunnenreich in Siebenbürgen und dehnten es bis Sirmium (wo die Salve in die Donau fliesst) aus, während einige Ostgoten um ca. 473 ein Förderatenreich auf dem Balkan gründeten. Um 500 teilten sich die Gepiden, wobei der Gepide Thrasarich 504 vom Ostgoten Theoderich aus Sirmium verjagt wurde, während Gunderith die Gepiden an der Theiss beherrschte. Im Jahr 549 brach zwischen Gepiden und Langobarden ein offener Krieg aus. 567 gelang es den Langobarden in Kooperation mit den Avaren die Gepiden zu schlagen. Mittendrin die Jatzygen die sich wohl auch mit den Langobarden verbündeten. Die Langobarden überließen den Avaren das Gepidenreich. Die Reste flüchteten sich vermutlich nach Norden und wurden Teil der Slawen.

Gotensturm und Hunnensturm in stürmischen Zeiten

Die Pontische Bevölkerung verschmelzen seit ca. 300 mit der Ankunft der Goten in die Chernyakhov Kultur (auch Tschernjachow-Sîntana de Mureș-Kultur unter den Amalern).
Noch bis 1422 stand auf der Grabplatte im Dom zu Posen die Inschrift zu lesen: „Regnum Sclavorum, Gothorum sive Polonorum“ = Königstum der Sclaven, Gothen oder Polonen (Polja, Landvolk eines Königs). Sie werden daher mit den bei Ptolemy erwähnten Sidoni in Pommern in Verbindung gebracht. Von den Römern werden sie in der Tabula Peutingeriana (römische Straßenkarte) in Galizien (Galizia Alpes, östliche Karpathen) zwischen Daker und Sueben eingezeichnet. Von Strabo werden sie zwischen Borysthenes (Dniepr) und Ister (Donau) mit den Unterstämmen Atmoni, Sidoni, Peucini und Roxolani lokalisiert. Ptolemy erwähnt das sich die Carpiani oder Carpi im Norden der Karpaten von den Peucini abgespalten hätten. Das legt nahe das die Ethymologie von Bastarne als Bund korrekt ist und sie gemeinsam als Sarmaten gesehen wurden, wobei sie die griechische Sprache von den griechischen Kolonien offensichtlich standartmässig beherrschten, zumal sie die selbe Sprache wie die Scordisci gesprochen haben sollen und die vermutlich ein macedonisches Griechisch gesprochen haben. Ihre Ankunft im Moldavien wird im 3. Jhd. v. Chr. registriert. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet, dass die Sauromaten (womit wohl das Königreich am Bosporus gemeint war) den benachbarten Skythen (also vermutlich den in Aujum, also von Moldavien bis zum Dnieper-Knie lebenden Stämme) um 513 v. Chr. gegen die angreifenden Perser unter Dareios I. beistanden. Dies gilt als die erste Erwähnung von Sarmaten. Allerdings ist der Endpunkt von Dareios Skythenfeldzug in Tapae und das entspricht dem Land der Geten. Herodot vermerkte in seinen „Historien“ (4.21-117) auch, die Sauromaten seien aus der Vermischung einer Gruppe von Skythen mit den Amazonen entstanden. Bedenkt man das Dareios I. neben 3 Prinzessinen aus der persischen Linie auch eine getische Frau heiratete, so könnte es hier zur Einführung europäischer Genetik nach Persien gekommen sein. Das die Perser viele Nachkommen hatten, dürfte sich wohl eine hochgestellte Nachkommenschaft eingestellt haben, die im Laufe der Zeit in Persien anwuchs. Die persische Westexpansion brachte sie 339 BC in Konflikt mit Philipp II. von Macedonien (359-336 BC), dem Vater Alexander des Großen. Philipp II. war verheiratet mit Audata, der Großenenkelin des Königs Bardyllis der Illyrischen Dardania.

Nach Herodot herrschten seit dem 3. Jhd. v. Chr. in „Scythia Minor“, also nördlich der Geten und 20 Tagesritte von der unteren Donau entfernt in „Scythia major“ heute die Ost-Ukraine bis zum unteren Don Becken die Skythen. Die Skythen kontrollierten den Sklavenhandel, nördlich zu den Griechen zu den Schwarzmeerkolonien Olbia, Chersonesos (Krim), am Kimmrischen Bosporus (Sinda auf der Anapa Halbinsel, meist auch als Sindi bezeichnet) und Gorgippia im Land Sindica (bei den Maioten). Die nächste Erwähnung ist stammt vom makedonischen Schriftsteller Polyainos um 165 n. Chr., dieser berichtet wie die griechische Stadt Cheronesos die sarmatische Königin Amage im 3. Jahrhundert v. Chr. um eine Alliance baten, da sie von Skythen bedroht wurden. Mit 120 Reitern überfiel diese Sarmaten das Lager der Skythen, besiegte den Herrscher und setzte ihren eigenen Sohn als Herrscher über die Skythen ein. Seit diesem Zeitpunkt waren wohl Skythen und Bastarnen, (wie auch die Sarmatischen Roxolanen) mehr oder weniger das gleiche Volk, das neben Weichsel-Ostgermanisch wohl auch die Griechische Lingua France beherrschte und vermutlich auch das altpersisch der Mithridaten-Dynastie vom Pontus-Reich.
Strabo (c. 63 BC – 24 AD) erwähnt das ein skytischer König Ateas unter sich die Skythischen Stämme vereint, die zwischen der Maeotischen Marsch und der Donau leben und um 360 v. Chr. die Geten angreift. Eigentlich kann es sich dabei nur um einen Skythenkönig aus dem Lande Aujum (das Land Oium des Jordanes) handeln, also ein König der Bastarnen oder Roxolanen, vielleicht auch in der Steppe lebende Griechen aus Olbi, Tyras oder so. Vermutlich gab es dort einen Wahlkönig, sodaß jeder der Stämme Könige stellte.

Man muss gewissermaßen bei derart alten Worten um die Ecke denken um zu verstehen, welche Idee dahinter steht. So wird z.b. in Ägypten das Bier mit dem Zeichen für einen Brotlaib dargestellt. Dieser Brotlaib steht also für Nahrung. Bier war „flüssige“ Nahrung.
Naram-Sin Victory Szene

Naram-Sin Victory Szene

Einhard (770 bis 840) berichtete über die Bewohner von West- und Ostelbien, sie seien „an Sprache zwar wenig verschieden, an Sitten und Trachten aber unähnlich“. Und in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts beschreibt Adam von Bremen den ostelbischen Raum als „reichste Provinz Germaniens“ , reich an Männern, Feldfrüchten und Waffen, die von den Vinulern beherrscht wird, die man früher Wandalen nannte.“ Im 13. Jahrhundert schrieb Bischof Bogufal II. von Posen, „daß kein Volk so viel Gemeinsames habe und so vertraut wäre, als die Sclavi mit den Deutschen“. Einwandfrei berichteten diese Historiker über Ostelbien von deutschen Volksstämmen. Ginge es nach den Slawen, so müßten in Ostelbien bereits seit dem 6. Jahrhundert nach der Zeitenwende Slawen gelebt haben. Doch noch Karten, die im 15. Jahrhundert entstanden sind, benannten das Land zwischen Elbe und Weichsel „Vandalia“. Bis ins 14. Jahrhundert hinein hieß die Weichsel „Wandalischer Fluß“, an dessen Ufern die Wislanen siedelten. Tatsächlich erweisen sich alle Slawischen Mythen bei genauer Betrachtung als Produkte die im späten Mittelalter oder noch später entstanden. Auch wenn heute Teile der Bevölkerung zwischen Elbe und Weichsel slawisch sprechen, besiedelten ostgermanische Stämme dieses Gebiet. Es waren Polaben, Pomeranen, Wislanen, Circipani, Heveller, Lusizen (Lugier), Kaschuben als Teil der wandalischen Pomoranen, Polanen, Gepiden, Goten, Warnen, Rugier, Heruler, Skiren, Bastarnen und Burgunder. Und die Altbevölkerung davor stammt von Schnurkeramikern, Kugelamphorenkulturen, Baden-Boleraz-Kultur, Aunjetitzer Kulturen und viele andere die ebenfalls in Germanien entstanden und bei ihrer Wanderung auch Waldkulturen und Finno-Ugrische Teile assimilieren und so bereits die gesamte Region bis zur Wolga indogermanisierten. Die Slawische Sprache hat sich aus Ostgermanischer Satemsprache mit Aufnahme von Lehnworten aus dem Griechischen, Lateinischem, Bolgarischem ja sogar persischem, jüdischem und vielen anderen Elementen gebildet und ist zur eigenen Familie herangewachsen.

Aber all dies geschah erst in historischer Zeit. Osteuropa wurde in den letzten 5000 Jahren mehr als 10 mal von ausgewanderten Gruppen aus Germanien überschwemmt. Und das gilt auch für das Baltikum. Das bedeutendste Geschichtswerk über die Vor- und Frühgeschichte von der Ethnogenese der Urslawen, das die Slawenlüge völlig entlarvt und eindeutig beweist, daß die sogenannten „Ur-Slawen“ germanischer Abstammung sind, ist das Buch Indogermanen – Germanen – Slawen (Prof. Dr. Helmut Schröcke 2003, ISBN 3-89093-024-7, Orion-Heimreiter-Verlag). Er zeigt eine Fülle von Argumenten linguistischer, archäologischer und anthropologischer Art die eindeutig belegen das die Ethnie Slawen eine Erfindung ist, die wohl auf Herders Buch Slawische Völker aus dem Jahre 1791 beruht, der Sclavi mit Slawen gleichsetzte, dafür aber keinerlei Quellen zitiert. Von Herder (1744-1803) übernahmen es Bandtke, August Ludwig Schlözer (1735-1809) und nach ihm alle anderen. Nunja dem widerspriecht der Dom von Posen, auf dem im 13. Jhd. diese Bezeichnung belegt ist. Ein bisschen älter scheint sie also doch zu sein. Dieses Buch wurde zum der Ausgangspunkt Legende, die im Zarenreich und in Russland eine Entwicklung, da diese nun unbedingt beweisen wollten das sie keine Gründung der Germanen sind.

In die selbe Richtung geht auch die Arbeit von Leo Klejn mit seinem Buch „The New Archaeology“ (2009), das 30 Jahre nachdem das Manuskript fertig war, veröffentlicht wurde. Leider sind seine Bücher im Westen praktisch garnicht bekannt.

„Für die Geschichte der im Osten und Südosten angrenzenden Slawen liegen heute noch weithin unbewältigte Fehlanschauungen auf den verschiedensten Gebieten vor. Ihre Vor- und Frühgeschichte von der Ethnogenese der Urslawen an bis um 1000 AD ist ein Schwerpunkt dieses Buches. Schröcke und viele andere stellen mehr und mehr fest, das es ein slawisches Urvolk in der Form wie es propagiert wird, nie gab. Es entspringt lediglich dem Wunsch von Slawen, sich autonom entwickelt zu haben. Diese Autonomität lässt sich jedoch nicht belegen.

Ethnisch sind die ,Slawen‘ im Nordwesten überwiegend Germanen unter Einbeziehung der Vorbevölkerung (also der Hügelgräberkulturen einschliesslich der Lausitzer Kulturen). Im Osten haben ugrische Völker größeren Einfluss genommen. Im Süden lässt sich einiges noch auf daktische Ursprünge zurück führen, wobei diese ebenfalls in engem Kontakt mit Germanen standen. Daneben findet man noch reichlich Alanen die aber permanent mit Germanen (insbesondere mit Vandalen und wohl auch Goten) herumzogen und natürlich Hunnen.
Man kann daher davon ausgehen das auf dem Balkan und in den Karpaten ein Mix aus germanisch und griechisch geprochen wurde, wobei auch Lehnworte aus dem Latein übernommen wurde. Alanen, Jazygen und Roxolanen brachten weitere indoiranische Lehnworte in die Sprache ein.
Die drei-Völker-Konförderation ab 375 zwischen Goten, Alanen und Hunnen dürfte ebenfalls mit frühen Slawen korrelieren und die Anten, Awaren und Goten des 5. Jahrhunderts sind exakt wiederum nur Alanen, Goten und Hunnen.

Die Awaren stammen nach ihrer Darstellung von War & Chunni, also Hunnen ab. Die Anten weisen Alanische Merkmale auf.

Auch die ungarische Abstammungslegende bezieht sich auf einen Wolf der mit Enech ( weisse ‚Hirschkuh‘) zwei Kinder hatte, Hunor und Mogor (Hugin und Munin, die beiden Raben Odins, der Heros eponymos der Hunnen/Onoguren und Ungarn).

Den letzten Pfiff gaben dann die ab dem 7 Jhd. eingewanderten Turkvölker, wobei die hunnischen Awaren die hunnischen Bolgaren unterwarfen, die sich aus dem hunnischen Chasarenreich abgetrennt hatten und sich als Nachkommen von Attilas Sohn Ernak (über Orchan und Kubrat Dulo 623-636, erstes Bolgarenreich am Asowschem Meer) bezeichnen.

Das ganze Kirchenslawisch hat dann ein byzantinischer Grieche verschriftlicht, wobei er sich der Griechischen Buchstaben bediente und diese mit Lateinischen Buchstaben ergänzte.

Eine gemeinsame Urslawische Sprache ist daher unwahrscheinlich, da Nordwest- , Ost (Rus)- und Südslawen auf dem Balkan keine gemeinsame Urslawische Quelle gibt. Die einzige Urquelle der Slawen scheint es um Kiew zu geben, das um 482 (dentrochronologisch) herum vermutlich vom Goten Vinidir gegründet wurde, der ein Onkel Theoderichs und der jüngste Bruder von Thiudmir war und wohl das Reich des Attila-Sohnes Dengizich und dessen Bruder Ernac (besiegt 469) in Thrakien übernommen hat. Zu dessen Volk dürften alanische Anten, awarische Hunnen und Reste von Terwinger sowie die Krimgoten gehört haben. Ernac soll zum Gründer der Bolgaren geworden sein.

Die allgemeine Lehrmeinung ist: „daß die ab Karl dem Großen betriebene Christianisierung der Bevölkerung östlich und südöstlich der Reichsgrenzen vor allem die ,Slawen‘ betroffen hätte und daß es sich bei diesen ,Slawen‘ um ein den Deutschen fremdes Volk (je nach Bedarf als Skythen oder Sarmaten bezeichnet) handelt, das in jene Gebiete von Osten her eingewandert sei, nachdem diese von den Germanen während der Völkerwanderung geräumt wurde.“

Dem steht entgegen das quasi alle Slawen und Balten Europas dominierend die yDNA R1a-Z280 sowie I1 und I2 haben, mit mehr oder weniger Anteil späterer Einwanderer.

„Überdies wären die Ostgermanen, die den ,Slawen‘ ihre Gebiete überließen, nie Teil der Germanen/Deutschen gewesen. Die nachfolgende Ostkolonisation (insbesonderen unter dem dt. Orden) hätte nun diese ,Slawen‘ entweder unterjocht und dann integriert, weshalb die deutsche Bevölkerung Mittel- und Ostdeutschlands das Ergebnis der Vermischung mit ,Slawen‘ sei.“

Dem stehen die bronzezeitliche aDNA entgegen, die eindeutig in Deutschland gefunden wurde und klar den größten Teil der Balten und Slawen auf einen Ursprung in Germanien zurück führt. Natürlich haben diese Auswanderer lokale Frauen geheiratet, aber es war eine patriachale Welt in der Frauen dem Mann folgten, der den Wanderweg der Familie bestimmte, falls er überhaupt mit Familie wanderte.

„Die Christianisierung wurde größtenteils durch Eroberung mit Feuer und Schwert (,Tod oder Taufe‘) durchgeführt.“

Slawen Archaeologische Kulturen um 700AD

Slawen Archaeologische Kulturen um 700AD

Setzt man das das Slawische Urgebiet der Penkova/Kolochin-Kultur mal mit der Geschichte zusammen kommt etwa diese Reihenfolge heraus:

  • 150 Beginn der Wanderung der Goten mit Verdrängung der Markomannen nach Süden daraufhin
  • 166-182 drei Markomanenkriege Ballomar gegen Rom
  • 165 bis 180 Antoninische Pest bei den röm. Truppen
  • 238 Goten und Karpen überfallen das ionische Histros (miletische Kolonie Histria im Donaudelta)
  • 251 Schlacht von Abrittus/Forum Terebronii (Gote Kniva vs. Rom)
  • 254 Goten stehen vor Thessaloniki
  • Ashina-Clan (chin. Asen vom sakischen asseina „blau“) übernimmt die Führung der Hunnen (chin. Tujue), Eigenbezeichnung in Bugut und Orchon „Türk“ in Sogdischer Sprache verfasst. Ein Clan ev. sakischer Herkunft (Sogdien/Tocharier)
  • Hunnen unterwerfen das Alanenreich am Kaukasus
  • Ermanarich unterwirft Teile der Venethi -> Kolochin-Kultur
  • 375 Hunnen unterwerfen das Gotenreich des Ermanarich -> Region der Korchak-Kultur um Kiew
  • 375 Ostgote Vinithar erschlägt König Boz der (Alanen) Anten
  • 378 Schlacht von Adrianopel (Rom gegen Terwinger/3Völker-Konf.) -> Region der Pen’kova-Kultur

375 Bildung der 3 Völker-Konförderation zwischen Goten (Greuthunger), Alanen, Hunnen
Jordanes VENETHI (Venethi, Sklaveni, Antes) ziehen ab und wandern nach Westen wo sie 406 den Rhein bei Mainz (Burgunder, Vandalen und Alanen) überschreiten.
Zwischen 400 und 409 werden die Hunnen von Uldin angeführt.
Kurz darauf werden die Burgunder von Aëtius 436 aus Worms vertrieben und an der Rhöne (Burgund) angesiedelt. 451 verbündete sch der Vandale Geiserich mit dem Hunnen Attila gegen Aëtius und die in Tolouse ansässigen Westgoten und verloren die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Doch bereits ein Jahr später griffen die Hunnen erneut Westrom an und plünderten Aquileia. Erst die Beulenpest zwang sie zum Rückzug, wo im folgendem Jahr Attila starb.
Währenddessen erobern Vandalen unter Geiserich, Sueben und Alanen die iberische Halbinsel.

Nach der türkischen Asena-Legende wird das einzige überlebende Kind eines Massakers von einer Wölfin (kök büri „Himmelswolf“) in eine Höhle gerettet und genährt, hsüeh (chin. Tujue, t’u-chüeh gesprochen) ist der Name für die Höhle in der Legenden. Der Junge vereinigte sich mit der Wölfin (Asena) und sie gebar 10 Junge die sich Ashihna nannten. Aus diesen gingen die Türk (Kök Türk) hervor. Das ist die Legitimation des Ashina-Clans.

Die Inschriften und Erwähnungen entstanden zwischen 550 und 600 n. Chr. Diese Tujue sind vermutlich ein aus den Xiongnu losgelöster Zweig. Die Xiongnu werden erstmals 230 v. Chr. in chinesischen Quellen erwähnt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Xiongnu unter T’ou-man (ca. 250-210 v. Chr.) und seinem Sohn Mao Tun (209–174 BC) ein großes Reich, das mehrfach Han-China bedrohte und zeitweise in ein fast tributäres Abhängigkeitsverhältnis brachte.
Diese Xiōngnú regieren zwischen dem 3. und 4. Jhd. die Steppe und werden vermutlich als Hunnen betrachtet wird, sind aber eher ein bunt gewürfeltes Volk mit Mongolischen, Skythischen, Iranischen und Indischen Wurzeln. 177 BC unterwarf Mao Tun die 5 Stämme der sakischen Yuezhi, dann die sakischen Wusun die zwischen Balchaschsee und den Flussgebieten von Ili und Tschüi lebten. Vermutlich sind Sogdier, Yuezhi und Wusun einfach Händler die z.T. Europäische oder auch Alanische Wurzeln haben und die Iranische Religion angenommen hatten.
Einer der Yuezhi-Stämme – der Kushana-Clan – erobertet um 50 BC Indien und stellten bis 320 AD die Kushana-Dynastie, die in Indien regiert. Als dieses Reich 225 teilte, wandert offenbar der Nordwestteil unter Herrschaft der Tujue mit den Yuezhi-Stämmen und den Wusun nach Europa, wo sie 374/375 die Alanen und Goten unterwerfen und die Wolga überschreiten.
Von den Indern werden diese Hunnen Svetas oder Hunas genannt, die Chinesen nennen sie Yeta.

Diese 369 geschlagenen heimgekehrten Europa-Hunnen siedeln am Orchon-Fluss, hier werden die Kök-Türken geboren, die sich über die Europäischen Legenden des Tujue-Clans legitimieren, ebenso wie Bolgaren, Awaren und Magyaren die sich ebenfalls als Kinder des Wolfes sehen. Attila wurde offenbar gleich zum Vater aller Turkvölker.

Völkerbewegungen im Slawischen Urgebiet um Kiew

Völkerbewegungen im Slawischen Urgebiet um Kiew

  • 395 Hunnen unter Basich und Kursisch greifen Perser, Antiochia und Ktesiphon über den Kaukaus an
  • 408 Uldin wird Anführer der Hunnen
  • 414 Donatus & Charaton führen die Hunnen an
  • bis 434 regiert Mundschuk,
  • ab 434 regieren Oktar & Rua,
  • 434 wird Bleda (ungarisch Buda) & Attila Hunnen-Herrscher
  • 444 Umzug der Hunnen nach Siebenbürgen (Hunedora),
  • 445 Attila wird Alleinherrscher
  • 454 Schlacht am Nedao, Attilas Sohn Ellac gegen Gepiden, Ellac fällt, Gepiden übernehmen Attilas Reich in Osteuropa
  • seit 447 Ostgote König Valamir erzwingt Foedus von Rom 459
  • 463 Awaren tauchen am Pontus in der Geschichte auf (Hunnische Legende von War & Chunni, Hunnisches Teilvolk)
  • 469 Schlacht an der Bolia, Hunne Dengizich vs. Ostrom, Dengizich wird geköpft (Mimir-Legende)
    Allianz aus Sueben, Skiren, Rugier, Heruler, Gepiden, Jazygen, Roxolanen, Bastarnen vs. Ostgote Thiudimir
  • 463-469 aus den Hunnen werden Awaren,
  • 473 Vidimir regiert in “Slavonia” (Gotenreich 1 -> später an Bolgaren)
  • 470-474 Ostgote Thiudimir verlegt Hauptstadt nach “Macedonia” (Gotenreich 2 ->später an Bolgaren)
  • Heruler, Skiren & Odoaker (Thüringer & Alamannen) gegen Rom 476
  • 473-481 Ostgote Theoderich Strabo regiert in Thrakien und Moesien (Aspar´s Gotenreich 3 -> später an Bolgaren)
  • ca. 480 Ansiedlung von anatolische Isaurer in Thrakien
  • 482 Gründung von Kiew unter Vinidir (Gotenreich 4, Gothia – danach keine Information mehr)
  • 488 Ostgote Theoderich zieht gegen Odoaker (Terwingi -> Turingi -> Terwizen)
  • 491-493 Rabenschlacht von Ravenna (Odoaker vs Theoderich)
  • 493 Ermordung des rugischen Königs, Untergang von Rugiland
  • 535 Vulkan Ilopango/Kälteeinbruch in Europa – Untergang der Maya
  • 542, 557 und 570 Ausbruch der Beulenpest z.b. Byzanz, ->Abwanderung der Wenden (-> Vinidir´s Volk)
  • möglicher Meteoriteneinschlag 572 +/- 86 (strittig, wahrscheinlich nicht in Kanadischem Eisschild)
  • 558/59 Awarische Gesandte aus dem Kaukasus
    • Attilas Sohn Ernak wird zum Stammvater der Bolgaren (Turuk-Bulkha/Turuk Bolgar, “vermischte Turuk”,
  • 560 Awaren unterwerfen Hunno-Bolgaren (Kutriguren und Utiguren, Chasarenreich schwächelt)
  • 623/624 Slawenreich Regnum Samoni (Samos Reich, wahrscheinlich in Schlesien)
  • 626 Awarische Belagerung Konstantinopels (Awaren verlieren)
  • 626 Kubrat Dulo löst die Bolgaren ganz aus dem Verband der Chasaren
    • Bolgar-Sohn Kotrag (Wolgabolgaren, Kama/Wolga), gründet Bolgar
    • Batbajan (Asowschem Meer, Donbolgaren unterwirft sich Chasaren)
    • Bolgar-Sohn Asparuch (Ex-Gotenreich, Donaubolgaren), Ursprung des Bulgarenreiches
    • Bolgar-Sohn Kuwer (erst 635-678 in Smirnyen/Slavonien unterwirft sich Awaren, dann 678 im Ex-Gotenreich in Macedonien unter Römer), dient sich Rom an
    • Bolgar-Sohn Alcek (678 im Herzogtum Benevent unterwirft sich den Franken/Langobarden)
  • um 750 Gründung v. Alt-Ladoga (Aldagen alias Aldjinburg, Hanseatisch, modern Oldenburg) (schw. Alode-jogi ’niederer Fluß‘)
  • 862 Rjurik führt die Rus (Rhos = goth. Name für die Wolga) und besiegt Askol’d (Skoldinga?) & Dir
  • Zu den unterworfenen Völkern der Rus (Rjurik) sollen Slovenen, Krivičen , Čuden (Kuren?), Merier und Vesen sowie Voten, Ižorer und Ladoga-Čuden gehört haben.
  • 893 Vertreibung der Ungarn durch Petschenegen, 895 ungarische Landnahme (Sieg über Bulgaren)
  • ungarische Abstammung von Erech (Ernac) über Hunor und Mogor (alias Hugin und Munin, Odins Raben)
Hunnen-Kessel auf der Wanderung zu den Kök-Türken

Hunnen-Kessel auf der Wanderung von Europa zu den Kök-Türken

Abstammungslegende der Hunnen

  • Hunnen unter Mao-tun 209-174 BC (chin. Xiongnu) in China erwähnt
  • 374 AD Ashina (Tujue)-Hunnen unterwerfen das Alanenreich
  • 375 Hunnen erobern das Gotenreich des Ermanarich
  • 395 Hunnen unter Basich und Kursisch greifen Perser, Antiochia und Ktesiphon über den Kaukaus an.
  • Älteste namentlich bekannter Hunne Uldin um 408, stirbt vermutlich südlich des Kaukasus beim Angriff auf das Perserreich
  • 414 Donatus & Charaton,
  • bis 434 Mundschuk, Oktar & Rua,
  • dann Bleda & Attila
  • wird von einer Wölfin gesäugt (Rom)
  • Attilas Sohn Ellac wird von Gepiden Aldarich besiegt 454
  • Letzter bekannter Hunne um 469 Attilas Söhne Dengizich und Ernak, Dengizich getötet von Römer,
  • verbleibt Ernak unbekannt
  • Uiguren, oder Toquz oġuz, Stamm der „neun Klane“, zerfallen in On uyġur (10 Klane, chin. Jiǔzú),

Reich der Köktürken 552-744

  • Reichsgründer als Tujue (ausgesprochen: t’u-chüeh) geführt durch Ashina-Clan (Chinesisch Asen, Asena, Açina) ,vermutlich Türk-Oghusen
  • Kök-Türken sprachen eindeutig alt-türkisch (Eigenbezeichnung Kök-Türk)
  • identifiziert mit Orchon-Runen (offenbar eine hunnische Erfindung inspiriert durch gotische Runen)
  • Dynastiegründer Ashina Tuwu auch als Tumen bezeichnet revoltierte gegen die Rouran
  • erste Erwähnung Bumin Qaghan oder Illig Qaghan (gestorben 552 AD) gründete das Turk Khanat
  • Totemtier: Turul (Fabelwesen, halb Falke, halb Adler, soll auf König Nimrod zurück gehen)
  • wird von einer Wölfin gesäugt (Rom)
  • Benutzen Orchon-Runen (alttürkische Schrift), Fundort Orchon Fluss am Baikalsee, Nordchina
  • womöglich aus einem Hotansakischem Dialekt (Tarim-Becken), besagt das kök (alttürkisch für blau) und türk (hotansakisch Helm), demnach hiesse Kök-Türk soviel wie Blau-Helme und bezeichnet vermutlich Eisenhelme
  • 560-648 erobern Kök-Türken das Königreich von Hotan (Uiguren)

Bolgaren (Turuk-Bolgar, übersetzt „vermischte Bolgaren“)
Abstammung von Attilas Sohn Ernac (Hirschkuh Enech = Bezeichn. der Wolga, führte sie als Hirsch nach Europa)
Ältester bekannter Name der Onogure Orchan, Dynastiegründer Kubrat Dulo, Kurgan am östlichen unteren Dnieper.

Magyaren
(Gründung der Árpáden-Dynastie 886–907),
Hungari = Söhne von Enech und Turul sind Hunor und Mogor, steht für Onoghur & Hunni
(alias Hugin und Munin, die Raben des Odin)
benutzen Ungarische Runen (rovás), sogenannte rovásírás (Runenschrift)

Wie man sieht ist das ein großes Kuddelmuddel. Wichtig ist eigentlich nur, das es um Kiew wohl eine Fortsetzung der Allianz zwischen Goten, Alanen und Hunnen gab die aufgrund der Pest die über Konstanz 542 auch nach Olbia Polis kam und wohl gleich dreimal ausbrach, diese Menschen aufbrachen.

Man muss auch bedenken das das Östliche Römische Reich mehr als 1000 Jahre Bestand hatte. In dieser Zeit bildete sich eine einheitliche Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Kirche und durch Legionveteranen ein allgemeines Sprachengemisch mit räumlich begrenzten mundartlichen Abweichungen.

Eine deutliche Wortwurzel-Verwandschaft besteht zwischen slawischen, germanischen, baltischen und gotischen Sprachen. Aber auch Sprachanteile aus dem Lateinischen, Griechischen und aus Turksprachen sind vertreten. Als der christliche Glaube im Byzantinischen Reich als Staatsreligion im Jahre 380 durch die konstantinische Wende eingeführt wurde, war zur heiligen Messe nur die lateinische Sprache zugelassen.

Später mit dem Oströmischen Reich auch die griechische Sprache. Andere Sprachen wie germanisch, bolgarisch oder keltisch, hatte der Papst in der heiligen Messe verboten. Die Differenzen der Bolgaren mit den Frankenreich und damit die Abgrenzung von den Franken führten zur Hinwendung zum Byzantinischem Reich.

Bolgarenherrscher jagten die fränkischen Missionare aus dem Land und baten den Papst um einheimische (oströmische) Missionare. Daher führten die byzantinisch-orthodoxen Missionare Kyrill (Konstantinos) und Methodios im 9. Jahrhundert eine allgemeine Kirchensprache ein, genannt Glagoliza. Im Grund war sie nichts anderes als eine Fortsetzung des auf dem Balkan herausgebildeten Sprachgemisches, das im oströmischen Reich wieder stark byzantisiert (greco-romanisch) wurde. Der Glagoliza liegt die griechische Minuskel (Alphabet) zugrunde, erweitert durch armenische, hebräische und koptische Buchstaben. Die byzantinische Sprache eines Vielvölkerstaates und die von ihr abgeleitete altslawische Kirchensprache, die Glagoliza, ist der Ursprung der südlichen Slawen-Sprachen.

Fast alle osteuropäischen Länder im ehemaligen Einflußgebiet der Byzantinischen Kirche sprechen, wenn auch regional in abgeänderten Dialekten, die slawische Sprache. Davon wurden auch die ostgermanischen Volksstämme betroffen.

Hier einige Auszüge aus der Zusammenfassung von Prof. Schröckes Geschichtswerk:
„Der große Raum Osteuropas östlich und südöstlich des Siedlungsgebietes des deutschen Volkes wird heute größtenteils von den slawischen Völkern bewohnt. Die Untersuchung der Vor- und Frühgeschichte dieses Raumes und der Ethnogenese der slawischen Völker mit allen Methoden: der Chronistik, Linguistik, den archäologischen Zweigwissenschaften und der Anthropologie ergab, daß die heutigen slawischen Völker bis zur Jahrtausendwende und noch danach Germanen waren und sich als solche verstanden.
Die dann folgenden Vorgänge, die zur Ausbildung von ethnischen und größeren sprachlichen Unterschieden wie zwischen dalmatinischen Kroaten und Weißrussen führten, werden hier nicht untersucht. Nach dem Diktat des Panslawismus über die Vor- und Frühgeschichte der heutigen Slawen hat in den letzten beiden Jahrzehnten eine Objektivierung der betroffenen Wissenschaften in den slawischen Staaten bedeutende Ergebnisse gezeitigt, die im wesentlichen zur Anerkennung vor bereits mehr als 70 Jahren in Deutschland gemachten Erkenntnissen führten und darüber hinaus außerordentlich interessante neue Ergebnisse erbrachte.
Die Entwicklung ist heute in vollem Fluß. Im einzelnen führte die Anerkennung der Przeworsk-Kultur als den Vandalen und der Cernjachov-Kultur als den Goten zugehörig und die Ermittlung der Ausbreitung und Wanderung beider Germanenstämme zu einem völlig neuen Ausgang der slawischen Ethnogenese.
Der Schlüssel dazu ist die Zarubintsy-Kultur, die bereits vor dem 2. Jh. v. Chr. beginnt und deren Träger wohl die Bastarnen (fragwürdig, vermutlich war es eher ein anderer Stamm östliche Heruler z.b.) waren. Sie war nach ihren archäologischen Hinterlassenschaften wohl eine kleine, aber sehr weit durch die Goten nach Osten abgedrängte Gruppe der Vandalen.
Sie wird als dem Kreis der Nachfolgekulturen der germanischen Jastorfkultur zugehörig bezeichnet und verschmilzt um 200 v. Chr. mit dem östlichen Teil des von Schlesien bis zum Bug reichenden Gebietes der Przeworsk-Kultur nach der Abdrängung ihrer Träger nach Osten durch die nach Süden drängenden Goten. In der von der Linguistik geforderten Urheimat der Slawen, in welcher das Gebiet der Zarubintsy-Kultur liegt, entsteht durch Sprachumwandlung eine ,slawische Ursprache‘.
Diese kann nicht der indogermanischen Satemgruppe zugerechnet werden. (ps: hier irrte er sich jedoch, da alle frühen IE-Sprachen in Europa Satemsprachen waren)
Noch von Einhard (* um 770; †840) wird die Lingua sclavinia als seiner Sprache (fränkisch) sehr ähnlich bezeichnet. Die vielen angeblich germanischen Fremdworte, besonders für Begriffe von Grundsozialisationen sind keine Fremdworte, sondern wurden bei der Ethnogenese der ,Urslawen‘ und der Sprachumwandlung zur gleichen Zeit bereits aus dem Germanischen mitgebracht.
(Was sehr deutlich an den Polen, Slowaken und Tschechen und dem prussischen/Pommerschem nachweisbar ist.)
Ähnlich wie die vor der Ausbreitung und Individualisierung der ,slawischen‘ Stämme vollendete Sprachumwandlung ergaben anthropologische Untersuchungen slawischer und deutscher Wissenschaftler, sowie hier zum ersten Mal veröffentlichter Ergebnisse, daß es keine anthropologischen Unterschiede zwischen West-, Ost- und Südslawen bis zum Beginn der Ausbreitung gab, daß keine Unterschiede zu West- und Nordgermanen bestanden und daß Unterschiede erst durch Assimlation von Vorbevölkerungen entstanden. (Auch hier irrt er sich, die entstanden wohl eher durch Assimilation von Turkvölkern).
Die dann später entstandenen anthropologischen Unterschiede bleiben hier außer Betracht.

Slawen Archaeologische Kulturen um 700AD

Slawen Archaeologische Kulturen um 700AD

Kurz vor der Ausbreitung der ,slawischen‘ Stämme aus der ,Urheimat‘ nach Ende des Hunnenreiches beginnt ihre Eigenständigkeit im 5-6 Jhd. mit der Kiewer Kultur im Bereich der zuvor gotischen Cernjachov-Kultur in Erscheinung zu treten. Hier setzt die Chronistik ein.“

Ganz so einfach war es natürlich nicht. Es entsprach nur dem damaligem Kenntnisstand von Schröcke der 1987 in Rente ging.
Natürlich wurde er, wie auch andere Wissenschaftler prompt als Rechts eingestuft. Inwieweit sie es waren kann ich nicht sagen.

Fakt ist das die 3 Völker Hunnen, Alanen und Goten wohl alle etwas zur Kiewer Kultur beitrugen, wobei sich die Hunnen 369 zurück nach Asien orientierten und die Goten, Vandalen und indoiranischen Alanen eine neue Schicksalsgemeinschaft gründeten, wobei ein Teil der Alanen mit den Vandalen zog, der andere mit den Krimgoten im Siedlungsgebiet am Pontus blieb und ab 518 als Anten erneut in Erscheinung tritt. Diese Alanen dürften bereits stark europäisch durchsetzt gewesen sein und unterschieden sich wohl nur noch sprachlich. Indoiranischer Einfluss ist auch bei den Krimgoten nachweisbar.

Ein anderer Teil der Alanen blieb unter der Herrschaft der Chasaren, wo sich durch die Sabiren das Judentum ausbreitete. Ob sie später mit den Bolgaren, Magyaren oder Ungarn nach Europa zogen, oder mit Chasaren nach Asien zogen ist ungewiss.

Von Jordanes und Prokop werden die Träger der Kiewer Kultur Veneder (also wohl die zurückgebliebenen Goten die 482 Kiew gründen), Sklavenen (Hunnische Awaren) und Anten (Alanen) genannt und im gesamten Bereich der lateinisch schreibenden Chronisten dann Sclavi, die aber eher mit dem Awarenreich und den Bolgarensöhnen des Kubrat harmonieren.

Völkerbewegungen im Slawischen Urgebiet um Kiew

Völkerbewegungen im Slawischen Urgebiet um Kiew

Das heisst die Byzantinischen Chronisten identifizieren ein ganz anderes Volk als Jordanes († nach 552) der auf Cassiodor (507-527), Prokopios von Caesarea (500; † um 562) der ca. 526 oder 550 (Bello, Buch über Gotenkriege Justinians I.) und Ablabius (vermutlich vor 500 erste Gotengeschichte) zurück greift. Ihre Slawen im Süden bewegen sich exakt auf der selben Route der Goten, weil die Römer die Gotenreiche in Macedonien und Thrakien/Mösien den Bolgaren überließen, mit denen sie den Germanischen Einfluss bei Hofe zurückdrängen wollten. Zugleich sandten sie Theoderich gegen Odoaker und überließen ihm praktisch Italien (das ehemals weströmische Reich). Odoakers Verbündete, die Gepiden wurden von den Awaren besiegt, die wiederum den Bolgaren unterlagen. So gelang es ihnen wieder ihr Byzantinisches Reich erneut bis zur Donau auszudehnen, was später an das Bulgarische Reich fiel.

Vom sagenhaften Stammvater Antezirto der Sclavi, Vandali, Winidi (Vinidir), der am Don wohnte, berichten so gewichtige Chronisten wie N. Marschalk (gest. 1525) und S. Münster (gest. 1588). Was davon stimmt weiss der Himmel.

Davon, daß die Wohngebiete der Germanen bis zum Don reichten, berichten Paulus Diaconus (gest. 799), Alfred der Große (gest. 870), Cosmas von Prag (gest. 1125), Sebastian Münster (gest. 1588) und Albertus Krantzius (gest. 1517). Letzterer schrieb: […] dieses alles wird groß Teutschland geheißen‘.

Polnische Genetik

Polnische Genetik

Die Identität der Sclavi der lateinischen Chronisten seit Jordanes mit Vandalen wurde am kürzesten und treffendsten von A. Krantzius definiert zu: ,Sclavi sunt Vandali‘ [Die Sclaven sind Wandalen].“ (Schröcke, 407f) „… Aus den vielfältigen ethnischen Veränderungen bei und nach ihren Wanderungen entstand die große Familie der slawischen Völker. Diese Veränderungen sind erst in großen Zügen überschaubar und wurden hier nur gestreift. [..] Trostreich ist, daß sich nun die Möglichkeit bildet zur segensreichen Auswirkung der Erkenntnis historischer Wahrheit: der Erkenntnis von einer gemeinsamen Vorgeschichte und der engen Verwandtschaft vieler slawischer Völker mit dem deutschen Volk, einer Verwandtschaft, die z.T. größer ist als die des deutschen Volkes mit südeuropäischen und romanischen Völkern.“ (Schröcke, S. 409f)

Auch das wird genetisch durchaus bestätigt. Angesichts dieser Tatsachen ist es geradezu lächerlich zu behaupten die Slawen wären ein eingewandertes und kein europäisches Volk oder sind überhaupt nicht mit Germanen verwandt. Praktisch alle Tatsachen sprechen dagegen. Vielmehr haben sich Germanen im Westen weitaus mehr mit Kelten und Römern vermischt, während die Germanen im Osten sich je nach Zeit und Region eher mit Dakern, Thrakern, Pontus-Griechen, Alanen/Anten und Hunnen/Awaren mischten.
Slawen entstanden aus Ostgermanen unter Einfluss indoiranischer Alanen(Anten) und alttürkisch sprachiger Hunnen (Attilas Hunnen und Awaren) und demzufolge müssten die Krimgoten genetisch am ähnlichsten sein. Vermutlich aufgrund der Pest von 542 bis 570 setzten sich Teile dieses um Kiew ansässige Volk nach Nordwesten ab und die Awaren (die vorher die Anten nach Südwesten drängten) setzten sich nun ebenfalls nach Südwesten in Bewegung. Die restlichen Kiewer blieben oder wanderten nordwärts und sind im Kiewer Rus und dem Baltikum aufgegangen, wo sie auch finno-ugrische Bevölkerung assimilierten. Die plötzlich auftretende Menge der Slawenstämme ist mehr oder weniger ein Produkt der Slawen-Definition. Tatsächlich sind die meisten dieser Slawenstämme erst sehr viel später dokumentiert. Die Entstehung einer slawischen Sprache ist also zwischen 542 und ca. 750 anzusetzen, exakt zur Pest von 542-750.

Polen Neolithik

Polen im ausgehendem Neolithikum. Von oben drängt die TRB von unten noch die Bodrogkeresztúr-Kultur (Alfölder Kultur) ein Vorläufer der Baden-Boleraz-Kultur

Die politische Idee des Slawentums

Die Vorstellung eines sämtliche Slawen oder Slawischsprachige in Raum und Zeit verbindenden Elements tritt immerwieder als politisch wirksames Mobilisierungsinstrument auf.
Tschechen und Slowaken, geographisch benachbart und in der Tschechoslowakei vereinigt, stützten sich im 19. Jh. auf die Slawische Idee.

Die Fixierung auf Russland als Stütze, später auf die Sowjetunion als „Befreier“ überlagerte sich mit dem „Slawischen Raum“.

Die Entwicklung der slawischen Idee in der Slowakei lässt sich exemplarisch an der Figur des in den Karpaten lebenden Räubers Juraj Jánošík ablesen. Der historische Jánošík hatte im 18. Jahrhundert an den Aufständen des ungarischen Adels teilgenommen und wurde später als Räuber hingerichtet. Ähnlich wie Störtebecker oder Robin Hood wurde er zu einer romantischen Figur.
Die Väter des Panslawismus machten aus ihm einen slawischen Recken. Die Dichter erklärten daraufhin Jánošík zum slowakischen Nationalhelden.

Aber erst im Neoslawismus wurden der Figur ethnische Züge verliehen. Diese verlor sie auch dann nicht, als sie im 20. Jahrhundert zum Sozialrebellen und im Sozialismus zum Partisanen stilisiert wurde. Heute ist die Figur in der Slowakei eine popkulturelle Ikone, die kommerziell – und politisch – verwertet wird. Polen sollte im Denken der Romantik eine führende Rolle in einem panslawischen Bund spielen. Die Identifikation mit der slawischen Gemeinschaft stand jedoch stets im Widerspruch zum polnisch-russischen Antagonismus.
Die Idee der „slawischen Wiedergeburt“ inspirierte im 19. Jahrhundert auch die sorbische Nationalbewegung. Die engsten Kontakte pflegten die Sorben mit den Tschechen. Nach 1918 hofften manche in der Lausitz, die neu entstandene Tschechoslowakei würde zum Mentor der Sorben werden.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion hob Moskau ein All*slawisches Komitee auf der Taufe. Ziel war es, den Widerstand der Slawen in den besetzen Ländern zu mobilisieren und für Unterstützung im Ausland zu werben.
Während des Zweiten Weltkriegs rückte der „ewige“ germanisch-slawische Konflikt in den Vordergrund. Polen knüpfte neue Verbindungen zu den slawischen Nachbarn.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente den Russen die slawischen Komitees als Propagandamittel, um ihren Einfluss in Ostmittel- und Südosteuropa zu sichern. Das Komitee wirkte zunehmend als „Komitees der slawischen Einheit“ in ganz Ostmitteleuropa die kommunistischer Herrschaft konsolidierte. Aus einer Institution slawischer Kooperation wurde mehr und mehr ein Instrument stalinistischer Subordination.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es sogar Stimmen, die eine Angliederung der Lausitz an die ČSR forderten. Das war dann doch zuviel des Gutem.
Hinter dem sowjetischen Panslawismus stand das Ziel, das dieNationen im Schmelztiegel des Ostblock aufgehen.

Der Panslawismus ist somit zu einem taktischem Instrument geworden. Das Zerwürfnis zwischen der UdSSR und Jugoslawien (Tito) beendete die Ära slawischer Zusammenarbeit und die Russen warfen die Panslawische Idee über Board. Das bulgarische Komitee wandte sich nun an die Auslandsbulgaren, die zur Rückkehr in die sozialistische Heimat bewogen werden sollten. Die Slawische Idee spielte jedch kaum noch eine Rolle. Ab 1969 betrieb das Komitee reine staatssozialistische Auslandspropaganda.

Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks ist man insbesondere in Polen wieder bemüht die Panslawische Idee erneut aus der Taufe zu heben.

Die Wikinger und die Ingväonen

Die Sachsen um Widukind (743-807, Herzog der Sachsen) flohen vor der Zwangs-Christianisierung Karl des Großen, insbesondere nach dem Blutgericht von Verden im Jahr 782. Während sich ein Teil davon zu Wikingern entwickelte und dabei ganze Regionen von der Wikingerfreiheit infiziert wurden, wurden andere des Kämpfens müde und im Osten sesshaft, wo sie nicht unter die Herrschaft der Karolinger standen – sie waren frei.

Die korrekte altdeutsche Schreibung ist wicingar. Wic ist altsächsisch und bekam die Bedeutung für Kampf oder auch Lager, wahrscheinlich beides.
Man findet es auch im Altenglischem als Suffix in -wic, -wich, -wick, -witch in der Bezeichnung von Orten z.b. Ipswich, Harwich, Warwickshire.
Diese sind im beginnendem Mittelalter immer mit Wikingern verbunden. In anderen Teilen Europas ist es dagegen mit -wick, -vic, -witz, -wied oder -wice oder auch -vice z.b. Kattowitz (poln.: Katowice, Katovice ) oder auch Ostrowiek, Starachowice, Auschwitz, Lowitsch, Myslowice, Gliwice (Gleiwitz), Sosnowice usw.
Offenbar sind die meisten dieser Orte einst von Angelsachsen/Wikingern/Warägern gegründet worden die erst jetzt durch die Archäologie als Slawen bezeichnet werden.
Auch die Römer nutzten diese Bezeichnung und nannten dörfliche Siedlungen Vici und Städische Siedlungen Cívitas (Plural: Civitates), wörtlich „Bürgerschaft“. Vermutlich haben es die Sachsen von dort übernommen.

Eine ähnliche Ethymologie lässt sich aus den sogenannten Hude-Orten bilden, das ist eine Gruppe von Ortsnamen wie Hude (Nordfriesland), Hude (Oldenburg), aber einigen Hundert Präfixen und Suffixen zu Ortsnamen. Sie sind in Holstein (Kayhude), Schleswig, Hamburg (Winterhude, Harvestehude), Mecklenburg, Niedersachsen (Buxtehude), in den Niederlanden mit dem Suffix (-hijde) und in England (-hithe) verbreitet. Diese Hude-Orte lagen an kleineren Flüssen, soweit diese schiffbar waren, mitunter sogar an Bächen kurz vor deren Einmündung in größere Gewässer. Offenbar spielte die Sicherheit eine Rolle bei der Wahl des Platzes, weshalb sie auf der Geest (einem Sandrücken im Gegensatz zur fruchtbareren March) lagen, ein Beispiel dafür ist Huyebrücke (= Hudebrücke), der Anlegeplatz von Wester- und Osterwanna. Häufig findet man daher sandigen, unfruchtbaren Boden. Diese Anlandeorte dienten offenbar landwirtschaftlichen Zwecken wie Mühlen, Höfe oder Rittergüter und spielten daher als Sammelplatz für die Versorgung eine wichtige Rolle. In Niederdeutsch heißt dieser Landschaftstyp auch Gast, womit sich einige Ortsnamen wie Tergast oder Radegast erklären. Gelegentlich wird auch der Begriff Geist (fem.)verwendet, wie in Geistviertel, Hohe Geist oder Hölzengeist. Die weniger häufigen Stade-Orte (stade = Ufer), u. a. Stade, Medemstade südlich Ihlienworth in der Samtgemeinde Land Hadeln, Warstade bei Hemmoor a. d. Oste konkurrieren im norddeutschen Verbreitungsgebiet mit den Hude-Orten. Sie lassen nach Lage, Struktur und Art des Landeplatzes jedoch keinen Unterschied zu den Hude-Orten erkennen. Buxtehude wurde bei seiner ersten Erwähnung im Jahre 959 noch „Buochstadon“ genannt. Erst 1135 kommt der Name „Buchstadihude“ auf, der im Laufe der Zeit verschliffen und zu Buxtehude wurde. Und es gibt noch eine weitere Gruppe die Kaufleute aus Reric wurden in Haithabu um 808 von Göttric (Gudfred, 804-810 der Herrscher von Haithabu, Westerfold, Hedeland, Värmland, Hedemarken und Westmare und Sohn von Halfdan den Milden von Westerfold) alias Guðröðr veiðikonungr angesiedelt. Im Skáldskaparmál werden Skjöldungar (Seeländer), Buðlungar (Billunger), Bragningar (Bragi), Öðlingar (Odinga, Odonen, Aldinger), Völsungar dem Geschlecht der Niflungar (Burgunder auch Franconia nebulones) genannt. Mit Rognvald hederhög Olafsson, Cousin von Harald Hårfagre endet das Geschlecht der Ynglinger.
Vermutlich ist dieser idendisch mit Røgnvald Eysteinsson (Ragnvald „The Wise“ Øysteinsson), Sohn des Eystein Glumra „the Noisy“ Ivarsson, Earl of Hedemarken *810 gest. 872, Sohn von Ivar Halfdansson, King of Sweden, dem Schwiegersohn von Ragnvald hederhög Olafsson „King“ of Vestfold)

(*846 oder 870 in Maer, Norway; †892 in Orkney) war Jarl von Møre, Ockney-Inseln. 860-870 unternahm Harald Schönhaar mit ihm Eroberungszüge auf den Außeninseln, Orkneys, Shetlands, Hebriden und der Ile of Man. Aus dieser Zeit stammen auch die „Piktensteine“ die sich entlang der Route ziehen.

Die Dichtung stammt von Þjóðólfr enn Hvínverski (885–920 n.Chr.) der in Auftrag eines Kleinkönigs Ragnvald von Rogaland (Ragnvald hederhög) diese Geschichte aufschrieb. Der ist vermutlich der Schwager von Harald Schönhaar. Später wurde die Geschichte von Snorri in die Edda übernommen. Womöglich ist der identisch mit Ravnur Hólmgarðsfari (10. Jahrhundert in Tunsberg, Norwegen; auch Ravn Holmgårdsfarer) wobei Hólmgarð auch Bornholm oder sogar Novgorod sein kann.

Über Guðrød “Veiðikonugur” Ragnarsson (Gudfred) dem Sagenkönig im Hversu Noregr byggðist, der Ynglinga saga, der Historia Norwegiæ , dem Íslendingabók, dem Ynglingatal , der Edda und Beowulf sind all diese Mythen ins frühe 8. Jahrhundert datierbar. Drei Jahre heftiger Kämpfe und dann ein ebenso langer Fimbulwinter kündigen das Ragnarök an. Widukind (Sachsenfürst aus dem Geschlecht der Wigaldinger in Wildeshausen an der Hunte südlich von Oldenburg) (743 bis um 807), Herzog der Sachsen zur Zeit Karls des Großen und später Fürst der Odonen (Aldinborg in Wagria = Odriten?). Dies stimmt auch mit den „Hungerjahren“ von 784 überein und datiert den „Weltuntergang“ Ragnarök als Beginn der Wikinger und mit den Sachsenkriegen überein. In der Zeit von 779 bis 781 begann im damaligen Sachsen, dem heutigen Westfalen, ein zermürbender Kleinkrieg, der sich auch gegen die frankenfreundlichen Edelinge richtete. Im Jahr 782 ist das damalige Sachsen Teil des Frankenreichs geworden. Widukind kehrte vom Dänenkönig Halfdan den Milden (dessen Krönung 781 war) nach Sachsen zurück, wo er zum Aufruhr gegen die Franken aufreizte. Die Sachsen vernichteten daraufhin ein fränkisches Heer in der Schlacht am Süntel und töteten zwei der höchsten Beamten des Frankenkönigs. Karl der Große rächte sich 782 bei Verden (Aller) mit der Enthauptung von 4.500 Sachsen (Blutgericht von Verden). Ein Jahr später wird Karls Heer zum Rückzug aus der Schlacht an der Grotenburg gezwungen. Die Verstärkung seines Heeres bewirkte eine Niederlage seiner Gegner in der großen Schlacht an der Hase. Im Jahr 784 unterstützten die Friesen Widukind, der den Widerstand gegen die Franken auch im Winter fortsetzte. Danach gibt es keine gesicherten Nachrichten mehr über Widukind. Er verschwindet aus den Quellen. Allerdings wird Widukind in der Vita Liudgeri erwähnt, der sich auf dem Weg zum Feldzug gegen die Wilzen befand.
Der Friese Liudger wurde um 742 bei Utrecht geboren. Er war der Sohn christlicher Eltern (Thiadgrim und Liafburg) und Mitglied eines angesehenen und weit verzweigten friesischen Adelsgeschlechts. 776 begann er mit der Friesenmission. Im friesischen Ostergau missionierte Liudger bis kurz vor der Sachsenerhebung unter Widukind (784). Liudger begab sich damals auf Pilgerreise (784/785–787). Nach seiner Rückkehr nach Friesland ernannte der Frankenkönig Karl der Große (768–814) Liudger zum Missionsleiter für das mittlere Friesland (787). In die Zeit der Friesenmission fällt die Reise Liudgers nach Helgoland (um 791) wo er das Forseti-Heiligtum der Friesen zerstörte. Der Sachsen- und Friesenaufstand von 792 war das Ergebnis. Liudger war also Zeitgenosse und Feind der Aufständigen.
 
Drazko alias Thrasko geht als Thiazi (zeitweilig auch als Thjazi, Thjalzi oder Thjaffi und Thiassi) in die Legenden ein und ist der erste historisch erwähnte Gesamtherrscher des Abodritenverbandes. Um 795 betrat er die Bühne der Geschichte und fand etwa 810 ein gewaltsames Ende. Thrasko/Thiazi hatte für Karl dem Großen einige Jahre die Regentschaft über Nordalbingien ausgeübte, er sollte die Sachsen in Schach und die Dänen auf Distanz halten. Dabei war er nicht zimperlich. Der Vater von Thrazko/Thiazi hies Olvaldi (in altnorwegisch) Die slawischen Obitriten (von Obodrat =Grenzräuber) sind identisch mit den Rereger, was die Herrscher über Reric im 8. Jhr. sind. Überall lauter slawische Ostgermanen.

Hier finden wir auch den historischen Ort der Fenrir Sage: Angrboda (Angrboða:„Angstbotin, -bringerin; Kummerbereitende“) ist in der germanischen Mythologie eine Riesin die östlich des Járnviði, des Eisenwaldes sitzt. Dieser Isarnviði oder Isarnho ist historisch belegt und bezeichnet einen Eibenwald am Sächsischem Limes. Östlich davon befindet sich der Wald Isarnho, (dänisch: Jernved) das Land Wagria (auch Dänischer Wohld genannt) und der Fürstensitz Aldinburg. Sie gebiert in der Verbindung mit Loki drei Kinder: den Riesenwolf Fenrir, die Midgardschlange Jörmungand sowie die Totengöttin Hel. Wegen der Gefahr, die die Kinder für die Götter bedeuteten, wurde der erstgeborene Fenrir (der Fenriswolf auch Fenrisúlfr, Beiname Hróð(rs)vitnir) mit der Fessel Gleipnir gebunden, Jörmungand (Vermutlich Jomswikinger in Vineta alias Wollyn) von den Asen ins Meer geworfen und Hel in die Unterwelt gebannt, wo sie als Herrin der Toten waltet. Der Name mit dem altgermanischen Wort Fen (Sumpf) zusammen. Das könnte sich auf die Halbinsel Fehmarn (dänisch Femern) oder Fyn beziehen, vermutlich aber auf die Aldinburg bei Fehmarn in Wagria (Wagria, Wagerland, dem Waringa-Land und die Halbinsel Fehmarn).

Die Asen-Götter erkannten die Gefahr, die von dem Fenriswolf (alias Widukind der Odone auf der Aldinborg auf Femern) ausging, und brachten ihn nach Asgard (Aachen), um ihn besser im Auge zu haben. Waräger (altnord. Væringjar von altnord. várar: „Schwur“) und bezieht sich auf eine Schwurbruderschaft zwischen Widukind zum dänischem Geschlecht der Scoldinger. Da der Fenriswolf von Tag zu Tag größer und kräftiger wurde, fühlten sich die Götter bedroht: Sie fürchteten, er werde sie alle verschlingen. So entschlossen sie sich, ihn für alle Zeiten zu fesseln. Man ließ erst zwei schwere Ketten (Leding und Dromi) fertigen, die der Wolf aber mühelos zerriss. (Sachsenkriege) Nun sollte er seine Kraft an der magischen Fessel Gleipnir (dem sächsische Limes) erproben, die so harmlos wie ein simpler Faden aussah. Der Faden war aber von den Zwergen (Nord-Albingen) gemacht und zwar aus den Sehnen der Bären (Sachsen?), dem Atem der Fische (Reric), den Bärten der Frauen (Langobarden), dem Speichel der Vögel (Sueben oder Allemannen), dem Geräusch eines Katzentritts und den Wurzeln der Berge. Der Fenriswolf schöpfte Verdacht und verlangte zur Sicherheit gegen Betrug, dass einer der Götter ihm die rechte Hand ins Maul legte. Keiner wollte sich dafür hergeben außer Tyr. Man fesselte Fenris, und je stärker er an der Fessel riss, desto enger zog sie sich zu. Er blieb gefesselt, biss aber Tyr die rechte Hand ab.

Dadurch wurde die Götterwelt gerettet, und das ausgerechnet durch den Gott Tyr, den Gott des Krieges wie auch der Thingversammlung. Er wurde daraufhin der einhändige Ase (altnordisch einhendr asa, im keltischen Tuatha) genannt. Befreien wird sich der riesige Wolf erst in der Zeit der Ragnarök (Schicksal der Götter). Er wird dann Odin verschlingen, seinerseits aber von Odins Sohn Vidar (aus Nowgorod) getötet werden. Dazu passt auch das Svafrlami (oder auch Sigrlami) König von Gardarike und Enkel von Odin sein soll. Der Fenriswolf ist der Vater der Wölfe Skalli (Skjoldi) und Hati (Haithi), welche Sonne und Mond über den Himmel jagen und diese zu den Ragnarök (Ragnars Verdunkelung) verschlingen werden. In der Völuspá wird die Insel Lyngvi (Lindisfarn, Ort des ersten Wikingerüberfalls), auf der Loki und Fenrir in der Höhle Gnipahelli angekettet sind, von Garm bewacht, einem riesigen Hund, der laut bellt, wenn die Ketten von Loki und Fenrir vor dem drohenden Weltuntergang zu brechen drohen Dieses Ragnarök fand 784 statt und hat sich seinen Weg bis nach Japan gebahnt, wo aus Odin Ōjin Tennō wurde, es gibt übrigens auch eine indische Version davon, die sich verdächtig nach Kiewer Rus anhört. Der Mondwolf hat übrigens eine erstaunliche internationale Karriere gemacht:

  • ca. 2500 BC
    • Ishkur = Sumerisch
    • Teššub/Teššob = hurritisch/maitanisch als Šawuška/Teššub und Chēbat/Chaldi (zuerst in Tiš-adal von Urkeš , Ur III-zeit, geschrieben logographisch als Ishkur, verbreitet in Kumme, wahrscheinlich identisch mit Kuššara)
    • Zababa = akkadisch
    • Taru = hattisch, ein altanatolisch-hattische Wetter- und Stiergott
  • ca. 1700 BC
    • Tarchunt= luwisch (von tarch = mächtig)
    • Tarḫunna = Hethitischer Wettergott des Himmels oder Herr des Landes Ḫatti genannt
    • Teišeba = uratäisch
    • Zaparwa/Ziparwa = palaisch von Zabata abstammend
    • Phoberos/Kerberos/Orthos = Griechisch (latinisiert Cerberus/Zerberus – „Dämon der Grube“, bei Plutarch Phoberos – „Der Furchtbare“)
    • Maira = griechisch (griechisch Μαῖρα) ist in der der Hund des Ikarios der als Sirius in den Himmel versetzt wird.
  • ca. 800 AD
    • Cu Sith = keltisch, ein gewaltiger Hund in den Highlands
    • Cŵn Annwn = walisisch, Unterweltshunde im Cŵn Annwn (Königreich der Unterwelt). Einer von ihnen Drudwyn war nur durch Mabon ap Modron zu kontrollieren und fing für ihn den wilden Eber Twrch Trwyth (Torc tríath=Eberheld,Cefn Twrch=Eberwelle).
  • ca. 500 AD
    • ar-Raqim oder Qitmir = arabisch (vermutlich im Kalifat von Cordoba übernommen)
    • täŋri = türkisch Göktürken, Kül-Tegin-Stelen in Orchon-Runen
    • tengri = Bilge Khan (reg. 716–734), alttürk.: früher Himmel/später Gott
    • Tangra = protobulgarisch
    • Tenger Etseg/Tenger Burhan = der Name des Himmelsgottes bei den Mongolen, Tenger/Tengeri Himmel
    • Tengu = japanisch
    • Tian gou = chinesisch für (tian gou) . Der Tiangou markiert den Drachenpunkt. Die Mondknoten oder Drachenpunkte sind die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptikebene Der japanische Genji-Monoga-Tari entspricht dem germanischen Mondhund „Managarm Taru“ ab. Übrigens treten die Japanische Tengu treten in zwei Hauptvarian­ten auf: Lang­nasen-Tengu (wird mit Europäern verbunden) und Krähen-Tengu (Kraka/Karura/Garuda).

Guðröðr veiðikonungr wird als Loki, Halbbruder des Thor von Hversu Noregr byggðist genannt. Damit wäre Widukind aus Aldinborg ein Nachfahre des Odin Saxland aus Aldinborg, der von Halfan den Milden aus dem Geschlecht der Scyldinger adoptiert und damit zum Halbbruder von Guðröðr wurde, was ihm zum Scyldinger machen würde, weshalb Guðröðr zum Ragnarsson wird. Der Begriff Varinger bedeutet ja auch Schwur. Nach altgermanische Sitte wurde dafür ein Stier- und Kesselritual abgehalten. In der Edda im Hyndlalied 37 und in der Gylfaginning 34 heisst es dazu:

Den Wolf zeugte Loki mit Angurboda, Den Sleipnir empfing er von Swadilfari. Ein Scheusal schien das allerabscheulichste: Das war von Bileistis Bruder erzeugt.
Östlich saß der Alte (Odr) im Eisenwald Und fütterte dort Fenrirs Geschlecht. Von ihnen allen wird eins das schlimmste: Des Mondes Mörder übermenschlicher Gestalt.
Im Haustlǫng von Þjóðólfr enn Hvínverski finden wir außerdem die Sage von dem Schild der Scyldinger. Von einem gewissen Þorleifr (Thorleif) erhält Þjóðólfr (Thodalf) einen Schild geschenkt, auf dem Szenen in simpler Ausführung aus den beiden Mythenkreisen um Thor und Loki dargestellt sind. Die Ragnarsdrápa ist das älteste erhaltene Werk skaldischer Dichtung. Sie wurde im 9. Jahrhundert vom norwegischen Skalden Bragi „inn gamli“ Boddason über einen ihm vom Fürsten Ragnvald von Rogaland (Ragnvald hederhög) geschenkten Prunkschild verfasst. Laut Snorri Sturluson handelte es sich dabei um Ragnarr Loðbrók. Hierin wird der Kampf Hamðirs und Sörlis in Jörmunreks Halle (der sich auch in der Hamðismál und Guðrúnarhvöt findet), den Kampf Thors mit der Midgardschlange („Thors Fischzug“ nach Reric), Hild und den Hjadningenkampf sowie den Mythos von Gefjon, die mit ihrem Pflug Seeland von Schweden abtrennt. Jörmunreks Halle könnte die Halle von Lethe auf Seeland sein.
 
 

Der Mythos um Ragnar Lodbrok

Über den historischen Ragnar Lodbrok sind nur wenige Fakten bekannt; bereits seine Existenz ist keineswegs gesichert. Wahrscheinlich handelte es sich bei Ragnar Lodbrok um verschiedene Personen die miteinander verschmolzen. Es gibt auch Vermutungen das Ragnar und Lodbrok zwei Personen seien. (Vgl. Rory McTurk: “Ragnarr Lodbrok in the Irish Annals?“ In: “Proceedings of the Seventh Viking Congress.“ Dublin 1976, S. 94.) die nur in der späteren Überlieferung vermischt wurden.
Der erste Ragnar Lodbrok war wohl zwischen 781 und 804 König von Dänemark und vermutlich Onkel und Vormund von Gudfred von Haithabu.
Ragnars Frau war Geva Eysteinsdottir, die Schwester von Halfdan dem Milden, König von Lejre im Dänischen Seeland. Dieser herrschte über verschiedene Gebiete in der Ostsee die man Svitjod nannte. Sie beinhalteten Gebiete in Schweden, wie Schonen, Hedemark und Vestmare, Värmland, Vesterfold aber auch Dödel in Estland, vermutlich Teile in Finnland und wohl auch Gotland und Jylland.

Historisch gesichert für die in Frage kommende Zeit (1. Hälfte des 9. Jahrhunderts) ist ein Wikingerührer, der 845 Paris überfiel. Dieser wird als Ragnar Lodbrok (von Dorestad in Friesland) bezeichnet.
In fränkischen Quellen wird er namentlich als “Reginheri“ erwähnt. (Annales Xantenses 845; auch Annalen von St. Bertin 845 hier ohne namentliche Erwähnung).
(Vgl. auch Rory McTurk: “Studies in „Ragnars saga loðbrókar“ and Its Major Scandinavian Analogues.“ Oxford 1991, S. 47ff.)

Dieser Wikingerführer war mit dem Dänenkönig Horik I. verbunden, einem Sohn des Gudfred von Haithabu und wird oft mit Ragnar Lodbrok gleichgesetzt, doch diese Identifizierung ist in der Forschung umstritten. (Vgl. Rory McTurk: “Ragnarr Lodbrok in the Irish Annals?“ In: “Proceedings of the Seventh Viking Congress.“ Dublin 1976, S. 93ff.)

“Reginheri“ dürfte jedoch wahrscheinlich den historischen Kern für die Figur des “Ragnar Lodbrok“ in der späteren nordischen Sagaliteratur darstellen.
Bei “Raginarius“ dürfte es sich um Hrorik II. von Dorestadt in Friesland handeln. Er versuchte Unterstützung bei Karl dem Kahlem zu erlangen, der durch den Sieg über seinen Bruder Lothar I. von Lothringen den Westteil von Lothringen durch den Vertrag von Verdun von 843 gewonnen hatte. Zuvor versuchte schon sein Vater “Reginheri“ alias Ragnar Lodbrok ein Friesisches Reich zu gründen, wobei die karolingischen Bruderkriege (840-842) ihm gerade recht kamen, wo er gemeinsam mit dem Sohn von Harald Klak Godfried von Friesland dem Frankenkönig Lothar I Unterstützung versprach und dafür Dorestad (Sitz von Ragnar) und Utrecht (Sitz von Godfried) bekam. Das wurde ihm durch Lothar II. und den Vertrag von Meersen 870 wieder abgenommen. Da ebenso Hemming als Vater von Rörik von Dorestad bezeichnet wird, ist Hemming wahrscheinlich der Sohn von Rörik von Dorestad, denn er verhandelte mit Karl III. (Ostfrankenreich) alias Karl dem Dicken, der aber erst 882 Herrscher über das Ostfränkische Reich wurde. Teile von Friesland (Dorestadt aber auch Utrecht) wurden zwischen 841 bis 873 von Ragnar Lodbrok und Godfried von Friesland erobert und von Hrörik von Dorestad beherrscht.

Hrorik II. von Dorestad (Rörik von Dorestad) alias “Raginarius“, (gelegentlich auch als Eirik überliefert) übernahm von Hrorik I., dem Sohn von Dänenkönig Gudfred von Haithabu und Bruder von Harald Svarti das Dänische Reich und trat dabei die Grenze bis zur Eider an die Franken als Wiedergutmachung für die Taten seines Vaters Ragnar Lodbrok von Dorestad alias “Reginheri“ ab.
In diesem Zusammenhang wird Hrörik von Dorestad in Rimbert´s “Vita Anskarii“ als “Raginarius“ erwähnt. (Vgl. Rory McTurk: “Studies in „Ragnars saga loðbrókar“ and Its Major Scandinavian Analogues.“ Oxford 1991, S. 4.)

Dieser Vater von Hrörik von Dorestad (alias Ragnar Lodbrok von Dorestad) war vermutlich ein Enkel des ursprünglichen Ragnar Lodbrok aus Jütland, der seinerseits der Onkel und zeitweise als Vormund vom Dänenkönig Gudfred von Haithabu war. Deswegen war Hrörik von Dorestad auch mit dem Dänenkönig Horik I., dem Sohn von Gudfred von Haithabu verwandt und erbte den dänischen Thron, da alle anderen gefallen waren.
So bekam er den Beinamen Eirik Barn (Erik the Child).
Ivar, Ubbe und Halfdan, die Anführer des großen heidnischen Heeres die 865 England eroberten und in den irischen Analen erwähnt werden, werden als Söhne von Ragnar Lodbrok aus Jütland alias “Reginheri“ bezeichnet und waren damit Onkel von Ragnar Lodbrok von Dorestad alias “Raginarius“.
Weitere Quellen beziehen sich wahrscheinlich Ivar Ragnarsson der auch als “Imhar“ bezeichet wird. Die Sage berichtet, dass Ivar dem northumbrischen König Ælle als Vergeltung für die Tötung seines Vaters Ragnar Lodbrok von Jütland alis “Reginheri“ einen Blutaar schnitzen ließ. Zudem wird Ivar in England beerdigt und soll dort laut Mythos die Küste Englands bewachen.(Marios Costambeys: “ Ívarr inn Beinlausi.“ In: “Oxford Dictionary of National Biography“. Bd. 29 (2004), S. 443–445.)
Allerdings ist es keineswegs sicher, dass Ivar und seine Brüder tatsächlich die Söhne eines historischen Ragnar waren. (Vgl. allgemein Rory McTurk: “Ragnarr Lodbrok in the Irish Annals?“ In: “Proceedings of the Seventh Viking Congress.“ Dublin 1976, S. 121f.)

Polnische Genetik

Polnische Genetik

“Reginheri“ bezeichnet also einen Angriff der vor 845 stattfand und bei dem Ragnar Lodbrok fiel. Dabei muss es sich um den Angriff auf Paris handeln. Hemmings Tod wird nach 842 datiert. Er wird als Vater Röriks geführt, allerdings kann das so nicht stimmen, denn er verhandelte ja mit Karl dem Dicken erst 882. Hemming war also wohl ein Sohn von Hrörik II von Dorestad.
“Reginheri“ verstarb nach den Annales Xantenses kurz nach dem Überfall von 845 und kann somit später nicht mehr in Irland aktiv gewesen sein.

In der Angelsächsischen Chronik sowie in irischen Annalen tritt Ivar Ragnarsson, ein Sohn Ragnars, als bedeutender Wikingerführer in Erscheinung. (Marios Costambeys: “Ívarr inn Beinlausi.“ In: “Oxford Dictionary of National Biography“. Bd. 29 (2004), S. 443–445.)
Einen Quellenüberblick bietet sich bei Elizabeth Ashman Rowe: “Vikings in the West. The Legend of Ragnarr Loðbrók and His Sons.“ Wien 2012, S. 13ff.
Versuche, Ragnar mit einem Wikingeranführer gleichzusetzen, der in irischen Annalen erwähnt wird, sind problematischer.

Ob die nun wirklich alle so miteinander verwandt waren, lässt sich wohl kaum beweisen. Aber die Ergebnisse der Genetik sprechen dafür. Die polnische (Ostgermanische) DNA liegt genau zwischen Deutschland und Litauen und wird (nach Hellenthal et al, Science (2014)) zwischen 206 BC – 858AD datiert, was exakt dem Auftauchen der ersten Germanen am unteren Dniepr (ca. 230 BC in Olbia) und dem Kiever Rus (Fürst Rurik herrschte ab 862 in Weliki Nowgorod) entspricht. Die Mitte ist um 438 AD was etwa der Gründung von Kiev entspricht. 39,5% werden als Deutsch-Österreichisch, weitere 15,5% als Norwegisch errechnet, was 54,9% darstellt. Dazu kommen England 9,3% und Schottland 6,7%.
Das könnte durchaus der englische Teil des Ragnarsson-Clans sein. So genau wird sich das kaum noch rauskriegen lassen.

Die Langobarden

Langobardengräber

Langobardengräber

Interessant dabei ist das Langobarden ursprünglich nicht von den Gausen, sondern von der Dynastie der Lethinger geführt wurden, wobei ein Lethuc (Letho), König der Langobaden, † um 470 datiert wird. Der Name weisst auf den Fluss Lethe in Oldenburg in Niedersachsen hin, was wohl einem ursprünglichem Wohnort und womöglich einem altem Fürstensitz entspricht.
Zudem war Leire (heute Gammel Lejre) das zur Wikingerzeit Lethe hiess, Sitz des Scoldingers Halfdan inn Mildi der zwischen 781-803 oder bis 781 regierte, was wahrscheinlicher ist.
Zu ihm würde z.B. der „Grydehøj“ (Topf- oder Kesselhügel), ein Brandgrab passen das ins 6-7. Jhd. datiert wurde. Somit könnte die Geschichte mit Scēaf (auch Scēafa, Scēf, Seskef, Stefius, Strephius, Stresaeus, latinisiert Scefius) der bei den Winilern (Langobarden) angespült wurde und dort erstarkte und ihr König wurde (laut Widsith-Saga: Sceafa beherrschte die Langobarden, ev. zum Burgunderkönig Gibica, ca. 390-410), durchaus stimmen.

Die Region nannte man Saxland (Ostsachsen), seitdem die Sachsen die Gegend mit Hilfe der Franken im 5. Jhd. eroberten. Vermutlich sind auch Greutunger Ostgoten unter dieser sächsischen Adelsschicht.
Nur müsste der Scyldinger Scēaf aus der Widsith-Saga auf Aldinborg in Fehmarn Schildjunge gewesen sein und mit den langobardischen Winilern Seeland erobert haben.

Scēaf könnte dann mit Ivar Vidfamne (655-695) gleichgesetzt worden sein, der aus Scania (Schonen) fliehen musste. Ivar Vidfamne war der Sohn (oder Neffe) von Gudröd von Schonen (Guðröðr von Skane) und Asa, Tochter des Ingjald Illråde (Heimskringla, Hervarar Saga,Ynglinga saga, Sögubrot, Upplendinga Konungum), der Gudröd anstiftete Ingjald Bruder Harald (von Vesterfold) zu ermorden, mit dem er vermutlich zusammen regierte. Nachdem Gudröd stattdessen von Harald erschlagen wurde und Harald den Bruder Ingjald erschlug, worauf Ingjald´s Sohn Olov den Onkel Harald erschlug, übernahm Ingjalds Sohn Olov die schwedischen Reiche und Ivar Vidfamne musste übers Meer fliehen. Er wurde dann in Aldinborg „angeschwemmt“ und kehrte Jahre später mit einer Armee zurück um Olof Trätälja „Baumfäller” der inzwischen von Värmland nach Vesterfold umgezogen war, zu schlagen. So gewann Ivar Vidfamne die Herrschaft über die schwedischen Länder von Olof (Värmland), Gudröd (Schonen), Harald (Vesterfold) und Ingjald (Uppsala). Nach der Widsith verlegte Scēaf (Ivar Vidfamne) als König über Saxland seinen Sitz nach Seeland, das damit zum Sitz der Scyldinger wurde. Die schwedische Sagenchroniken führen dagegen Olof Trätälja, den Sohn Ingjald und somit den Onkel von Ivar Vidfamne als König. Ivar Vidfamne soll über Svitjod (übersetzt „schwedische Lande“, englisch Swēoðēod, Swethiuthæ, Swidhido, lateinisch Suethia, Suetia und Suecia) gemeint ist Värmland, Schonen und Uppsala, sowie über Seeland und Saxland (Langobarden und Warnen dem östl. Saxland) geherrscht haben.

Demnach müsste er bei Odin Asakonungr Saxland auf Aldinborg in Fehmarn Schildjunge gewesen sein. Odin Asakonungr Saxland ging dabei als Odr in die Sagenwelt ein. Dazu gehört auch die Sage um Angeltheow, dem Sohn von Offa, der Ædgils von Myrging auf Fifeldor besiegt haben will. Dies entspricht Odin Saxland Asakungur der Helgakviða Hundingsbana alias Helgakviða Hjörvarðssonarim alias Helgi Hjörvarðsson im Fjöturlund (Fesselhain) besiegt und damit Herrscher über Adinborg wird. Helgi wird auch als Hati Hroduittnisson und damit als Höllenhund bezeichnet. Danach teilte er das Sachsenland in Franken (im Westen), Vestvalia (Westfalen), und Saxland (im Osten). Helgi war vermutlich ein Salfränkischer Merowinger der die Riesin Hati (Chatten alias Hundlingers) besiegte. Helgi (der Scharfe) Hundingsbana, Sohn des Hjörvarð (Chidbert?), Hrœrek Bruder bedeutet also das er an der Hunte in Oldenburg die Aldinburg der Chatten (Hundinger) einnahm, die dort auch ihren Stammsitz hatten. Zahlreiche Steinsetzungen und Megalithgräber südlich von Oldenburg entlang der Lethe belegen, das dieser Fluss eine Bedeutung hat.

Hroþwulf ond Hroðgar heoldon lengest Hrothwulf (Ruthwulf) und Hrothgar (Ruthgar) hielten am längsten
sibbe ætsomne suhtorfædran, Frieden miteinander, Neffe und Onkel,
siþþan hy forwræcon wicinga cynn seit sie die Wikinger vertrieben,
ond Ingeldes ord forbigdan, und Ingalds Spitze verbogen,
forheowan æt Heorote Heaðobeardna þrym. erhauen bei Heorot der Hadobarden Streitmacht.

„Helgi wurde nicht alt. Dag, Högnis Sohn, opferte Odin um Vaterrache. Odin lieh Dag seinen Speer. Dag traf Helgi, seinen Schwager an dem Ort der Fjöturlund (Fesselhain) heißt. Er durchbohrte Helgi mit dem Speer. Dort fiel er. Der Hintergrund der Geschichte: Dagobert und Chilperich waren Söhne von König Chlothar II (ev, auch von alias Högni) aus dem Geschlecht der Merowinger. Dagobert wurde 623 von seinem Vater Chlothar als Unterherrscher in Austrasien eingesetzt. 629 wurde Dagobert König des Gesamtreichs. 632 starb nach dem Tod seines Halbbruders Charibert II. der wohl nur 18 Jahre alt wurde und kurz darauf auch dessen Sohn Chilperich; angeblich war Dagobert am Tod Chilperichs beteiligt. Chilperich alias Helgi, Unterkönig von Aquitanien starb 632.

Dagobert regierte von 629 bis 639. Im Jahr 631 führte er einen Krieg gegen das Slawenreich des Samo und erlitt eine Niederlage in der Schlacht bei Wogastisburg. Bekannt ist nur das Radulf von Thüringen dann ein Sieg gegen die Slawen erreichte. Um 629 heiratete Dagobert die Sächsin Nantechild, die ihn überlebte und nach seinem Tod die Regentschaft für ihren 634 geborenen unmündigen Sohn Chlodwig II. übernahm. Sein vier Jahre älterer Bruder Sigibert III. stammte aus einer Nebenfrau Dagoberts. Der Königsschatz Dagoberts I. wurde in drei Teile geteilt: Sigibert III., Chlodwig II. und Nanthild erhielten jeweils einen Teil – Nanthilds Wichtigkeit als Regentin wurde damit betont. Ihm folgte Sigibert III. in Austrasien mit Residenz Metz in Lothringen, und Chlodwig II. in Neustrien und in Burgund mit der neuen Residenz Paris. Dagobert und Nantechild waren die ersten fränkischen Herrscher, die in der königlichen Grablege von St. Denis begraben wurde. Die Gräber wurde während der franz. Revolution geplündert. Chlodwig II. und Nanthild regierten also Burgund. Sigibert III. verlor nach einer Niederlage an der Unstrut 641 gegen Herzog Radulf von Thüringen. Damit wurde Thüringen faktisch unabhängig.

Sigibert verstarb 656. Die Grabstätte in St. Martin in Metz kennt seit dem 11. Jahrhundert eine Sigibert-Verehrung. Es ist anzunehmen das sich diese Geschichte mit der Burgunder-Saga vermischte und so der Schatz zu den Nibelungen kam. Die Widsith schreibt auch Mearc beherrschte die Hundingas, die Hundingas sind die Chatten und Mearc ist damit ein Merowinger. Merowech (lateinisch Merovechus oder Meroveus, französisch Mérovée) der erste bekannte Merowinger war nach der Mitte des 5. Jahrhunderts Herrscher über die salischen Franken mit der Residenz Tournai im heutigen Hennegau (Belgien). In Cambrai residierte der Cousin Chlodio. Die Abstammung von Ivar nach der Hversu Noregr byggðist und Njáls saga, als Sohn von Halfdan der Tapfere und Harald dem Alten gehört nicht zu Ivar Vidamne, sondern zu Ivar inn beinlausi Ragnarsson und damit einem Nachfahren der mit dem Dänenheer England eroberte und dort in Northumbria König war. Ein anderer Ivar eroberte Gebiete im Kiever Rus.

Óðr dürfte in diesem Zusammenhang mit Hrœrekr Ringslinger von Seeland identisch sein der Ivars Tochter Auðr die Tiefblickende Ivarsson alias Freya heiratete. Hrœrekr starb und Auðr ging nach Garðaríki und heiratete Raðbarð. Raðbarð’s Königreich lag in Karelia (Karjálabotnar) also Ingermans Land (Ingvi´sland). Ráðbarðr und Auðr´s Sohn hies Randver und dürfte über Ingermans Land geherrscht haben.

Die Gardarike-Eroberungen gehören wiederum einem anderen Ivar Vittfarne der im 10. Jhd. lebte und wohl an der Schlacht von Sasireti, 1041 teilnahm. Interessanterweise gibt es einen Anund Gårdske (aus Gardariki, Aldeigjuborg) 1070 Später wurde dieses Aldinburg von Fehmarn zum Saxland. Wagerland, womit die Warnen bzw. Waringer (Waräger) verbunden sind. Lethe (altgriechisch λήϑω, létheia) bedeutet „vergessen“ auch im Sinne von „verborgen“. Man glaubte im alten Griechenland, dass, wer vom Wasser der Lethe trinkt, seine Erinnerung verliert vor dem Eingang ins Totenreich.

Nach einer anderen Überlieferung mussten die Seelen aus dem Fluss trinken, damit sie sich nicht mehr an ihr vergangenes Leben erinnerten, um wiedergeboren zu werden. In der Aeneis heißt es: „Die Seelen nun, denen das Fatum (Schicksal) andere Leiber bestimmt, schöpfen aus Lethes Welle heiteres Nass, so trinken sie langes Vergessen.“ (Der Autor Vergil starb 10 Jahre vor der Varusschlacht.) Drusus liess im Jahr 11 v. Chr. bei Hannover in Niedersachsen am Nordufer der Werra das Römerlager Hedemünden anlegte, das spätestens nach den Feldzügen des Germanicus im Jahr 15 aufgegeben wurde. Die langobardischen Überlieferung kennt keinen Sceafa, weil dieser Teil der Langobarden unter Ybor und Agyo schon auf Völkerwanderung war. Sceafa herrschte also nur über die zurückgebliebenen Langobarden im 2. oder 3. Jhd. und stieg vom Schildjungen zum Herrscher auf. Sköldungen, Scyldinger oder dän. Skjöldungerne entspricht dem dt. Schildjungen. Somit sahen die frühen Dänen erst die schwedischen Ynglinge und die Scyldinger als ihre mythischen Vorfahren an.

Wikinger-Hochburgen

Bekannt sind folgende frühen Wikingerhäfen:

  • Sorte Muld auf Bornholm (Dänemark)
  • Slangerup, (Slangir, Dänemark), Sitz von Harald Blauzahn Gormsson
  • Lethe (heute Lejre), (Dänemark), Zeremonialhalle, Sitz von Harald dem Milden
  • Roskilde (Roschen) auf Seeland (Dänemark)
  • Gudme auf Fünen (Dänemark)
  • Tissø (Dänemark)
  • Dankirke/Ribe, westl. Jütland, (Dänemark), Sitz der Myrgings
  • Slaswic und Haithabu an der Schlei, östl. Jütland (Deutschland), Sitz von Ragnar und Guttrik
  • Oldenburg alias Aldinburg in Wagria bei Fehmarn, Familiensitz der Odonen
  • Ryba/Reric (Rerentin beim Dorf Mecklenburg/Mikilinborg mit Burg Wiligrad), (Ostdeutschland, Sitz der Waren)
  • Menzlin, an der Peene bei Anklam (Ostdeutschland)
  • Ralswiek auf Rügen (Ostdeutschland), Sitz von Drasco
  • Truso bei Danzig am frischen Haff, ehemals Sitz der Prussen, bei Tacitus als Aestii bezeichnet (Polen),
  • Elbląg alias Elbingen (am Flusse Ilfing), von hier zogen die Händler weiter bis Carnuntum (OberPannonien Limes zu den Markomannen/Gepiden, an der Donau über eine uralte Bernsteinstraße, später Langobarden, Awaren
  • Liubice an der Oder, gegenüber v. Frankfurt/O, (Polen)
  • Jomsburg in Jumne (Julin) auf der Insel Wollin, gingen bei Schlacht bei Hjørungavåg im Jahre 994 unter
  • Wiskiauten alias Wissecawten (bei Cranz nahe Kaliningrad/Königsberg, Ostpreussen)
  • Krakow (Polen), ursprünglicher Sitz von Fürst Krakus der Wislanen, Wisleland genannt
  • Seeburg im Baltikum (heute Grobin, Lettland), um 800 wurde die Siedlung von den Kuren erobert
  • Nowgorod (Russland) (Holmgarth, Holmgard)
  • Staraya Ladoga (Finnish: Vanha Laatokka) alias Aldeigjuborg (auch Aldeigja)
    Eine Chronik setzt 862 Staraya Ladoga mit Aldeigjuborg gleich, dem Ort der ersten Residenz von Rjurik (altnordisch Hrœrikr ‚berühmter Herrscher‘; * um 830; † um 879) um 980 wird Aldeigjuborg vom Wikinger Eiríkr angegriffen und brennt nieder.
  • Åhus bei Lund (Schweden)
  • Uppåkra in Schonen (Schweden), Zeremonialhalle
  • Helgö (Schweden)
  • Maletofta (Schweden)
  • Fröjel auf Öland
  • Västergarn (zuvor Paviken) auf Gotland
  • Vallhagar auf Gotland (Schweden)
  • Avaldsne (Norwegen) Nach der Schlacht am Hafrsfjord 872 legte Harald Schönhaar seinen Hof nach Avaldsnes und begründete damit den ersten Königssitz in Norwegen.
  • Birka, (Schweden), Zeremonialhalle
  • Löddeköpinge (Schweden)
  • Sigtuna (Schweden)
  • Kaupang, auf der Insel Karmøy (Rogaland Fylke) in Norwegen im südlichen Teil des heutigen Fylke Vestfold, (Norwegen)
  • Skiringssal (Norwegen)
  • Spangereid (Norwegen)
  • Domburg, (Niederlande)
  • Dorestad, (Niederlande)
  • Witla (Niederlande)
  • Quentovic (Frankreich)

Weitere Häfen könnten Ribnitz und Koserow (Insel Usedom) sowie Greifswald und Stralsund sowie Demmin (ehemalige Hansestadt) gewesen sein Wiccii (Hwicce, Wiccia) wie z.b. das Königreich Hwicce ist dagegen im altenglischen die Bezeichnung für Kasten, Kiste oder Truhe. Das offenbart vielleicht einen Zusammenhang mit den alten megalithischen Steinkisten, den sogenannten Cist oder Kistvaen (engl. cist; dän. sten-, grav- oder hellekisten; schwed. hällkista; kornisch cistvaen oder kistvaen), was unschwer erkennbar auf germanische Wurzeln zurück geht.

Solche Steinkisten waren überall in ganz Eurasien verbreitet. Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung, sind also durchaus mit einer Art Familiensitz assoziierbar. Ingar bezeichnet dagegen die Gesamtheit der alten Stämme der Ingväonen, was wiederum Nordgermanen sind, wobei das ausschliesslich über Tacitus bekannt ist. Praktisch führte aber der gesamte Altadel den Begriff „-Inga“, der wohl am besten mit dem Clan übersetzt werden kann. Es gibt dutzende Belege dafür, Wuffinga, der Clan der in England die angelsächsischen Königreiche errichtete oder die Scoldingas, die Dänemark gründeten, die Ynglingas die ersten Könige Schwedens und auch die Merowinger, die Begründer des Frankenreiches und ihre Nachfolger die Karolinger. Dazu kommen die gothischen Terwinger, Greuthinger, die Ostfriesischen Manninga oder Beninga, die jütländischen Jellinger, die englischen Iclingas, die bayrischen Arnulfinger, die Agiulfinger und die vandalischen Hasdinger (Asdinger) und Silinger (Silingas), die Billinger oder Billunger.

Die Bezeichnung Widukind oder Wittekind deutet auf Witte, eine Stadt die bereits 851 erwähnt wurde. Etwa zeitgleich taucht auch das Haus der Welfen als christianisierter Adel der Franken auf. Aus dem germanischem -Inga wurde das deutsche -Inger was wir heute z.B. noch in dem Nachnamen Möllinger finden. Zudem wurde statt dem -inga auch das -unga verwendet, z.b. im Billunger oder Amaler (Amelungs, richtiger wäre wohl Amalinga oder Amalunga) und wahrscheinlich auch auf die lombardischen Gausen (Gausunger, Gautunger). Ob sich das auch auf die Normalbevölkerung erstreckt ist unbekannt. Erstaunlicherweise findet sich das bei den dänischen Ragnarsson-Clan nicht.

Wikinger ist jedoch auch ein Wortspiel. Die Volksethymologie machte aus Wicingas schliesslich Wi-king-er, also sinngemäß Wilde Könige, (ungekrönte Herrscher, heute würde man Warlords dazu sagen), die das Ansehen der Wikinger als wilde Krieger erst begründet. Nach dem alten Glauben waren es die Taten die Legenden schrieben und die Söhne die nach dem Vorbild ihrer Väter den Ruhm mehren sollten. So entstanden Legenden um Familien und deren Legitimation zum Anführer. Und genau das Gefühl der Wikinger drückt wohl auch die selbstbewusste halb romanisierte Bezeichnung „Saka liba“ aus. Liba stammt aus dem Latein für frei, und Latein war seit der Völkerwanderung an den Höfen der Germanenreiche zu einer Art Hofsprache geworden aus der u.a. die romanischen Sprachen entstanden.

So entstand z.b. aus dem Vulgärlateinisch im Frankenreich das Französisch, aus dem Vulgärlateinisch im Lombarden-Reich das Italienisch und aus dem Vulgärlatein im Westgotenreich das Spanisch, Portugisisch ging aus dem Sueben/Alanenreich hervor – alles romanische Sprachen. Ein Pre-romanisch muss also zwangsläufig ein Vulgärlateinisch sein, was die indogermanische Ursprache von Pre-romanisch völlig ad absurdum führt. Worte aus dem Vulgärlatein wurden also ins Germanische entlehnt, sind dementsprechend reichlich im Englischem und so kam auch das lateinische „liba“ in die germanische Sprache (Liberty, Libertas, Liberal). Ursprünglich war die Libertas (Freiheit) neben Civitas (Bürgerrecht) und Familia (Familienstand) Voraussetzung für die persönliche Rechtsfähigkeit des römischen Bürgers.

In dem die Germanen mehr und mehr von den Römern übernahmen, da sie ihre Königreiche in dem ehemals Römischen Reich gründeten, übernahmen sie auch die Römische Verwaltung und nicht zuletzt auch römische Bürgerrechte.

Da diese Region auch noch abwechselnd als Sarmatia oder Skythia bezeichnet wurde, macht es nicht einfacher, das eine vom anderen zu trennen. Im Grunde genommen ist also Sarmate, Sake, Germane, Slawe usw. alles dasselbe.

Mit der Zeit setzte es sich durch das Saken hinter dem Ural lebenden Reitervölker und Sarmaten die Reitervölker vor dem Ural, also die europäischen Reitervölker bezeichneten. Dementsprechend bezeichnete man z.b. die Kypshaken als Saken und die Aorsi als Sarmaten. Nach und nach wanderte diese Saken-Bezeichnung auch zu den Turkvölkern und schliesslich wurde irgendwann jedes undefinierbare Reitervolk jenseits des Pontus und Ural egal welcher Herkunft als Saken, Sarmaten oder Skythen bezeichnet, je nachdem was der Autor als passend ansah. Sie mussten nur europäisch aussehen, andernfalls wurden sie (je nach Epoche) als Hunnen, Bolgaren, Kyptshaken, Tartaren oder Türken (also asiatischer Herkunft) betrachtet.

Belegt ist z.b. das Augustus die germanischen Bastarne als legatos Bastarnae Scythaeque bezeichneten. Teilweise fungieren sie auch unter Peucini (nach der die Donauinsel Peuke benannt ist). Deren Wohnsitze befanden sich seit dem 2. Jhd. v. Chr. im Siedlungsgebiet der Geten und in der späteren römischen Province Moesien unter dem Legat und Statthalter Tiberius Plautius Silvanus Aelianus. Die Definition was ein Germane oder ein Slawe ist, war also nie an das Land gebunden, sondern an eine persönliche Identifizierung mit einer Idee.

Seit dem Konzil von Nicäa 325 AD spätestens jedoch seit dem Konzil von Konstantinopel 381 wurden die Lehren der Arianer als Ketzerei betrachtet. Die Germanen die während der Gotenzeit zu Arianern geworden waren, waren nun nach der christlichen Kirche Ketzer und Ungläubige. Damit waren sie für Christen Heiden. Sich nun als Slawe zu bezeichnen, war also gleichbedeutend mit einer Ablehnung des Christentums und der Trinität von Heiligem Geist, Jesus und Gott. Es war quasi ein Glaubensbekenntnis, das sie sich nicht der fränkischen oder römisch-katholischen Herrschaft beugten. Damit war es aber auch gleichbedeutend mit Wikinger.

Kleidung der Wikinger aus Ribe, Dänemark, ca. 700 AD

Kleidung der Wikinger aus Ribe, Dänemark, ca. 700 AD

Slawen sahen sich also selbst durchaus als richtige Germanen, die sich nicht erobern lassen wollten ließen und ihre Freiheit behielten. Ihre ersten Fürstentum bezeichneten sie als Slawiya oder Russija und „Gharmāniyā, Sakā liba“ war das vereinte Land unter den Kiever Rus (880–12./13.), die letztendlich zur Bezeichnung Russija (russisch Россия) übergingen. Mittelalterliche Quellen bezeichnen den Kiever Rus als русская земля Russkaja Zemlja übersetzt „Russische Erde“. Der Begriff Semlja ist urverwandt mit Semelja und auch mit dem baltischen Žemesh oder žemai und wurde im germanischem als Sama überliefert. So geht z.b. das Samland auf Žemesh zurück. Das geht zurück auf die phrygische-thrakisch-dakische Form zemele/zemelos, was schlichtweg Erdenfrau/Erdenmann heisst und auf einen Kult um die Urmutter der Erde Zemele alias Semele (Terra, Gaia) hindeutet, der Shamash (Šamaš,Sama,Zemelos) als männlicher Part gegenüber steht. Auch der Schamane geht auf Šamaš zurück. Die griechischen Erdgöttin Semele ist die Mutter des Dionysus (Saba-zios) die im „Samhain“ verehrt wurde, weshalb dieser Monat auch im Keltischen samoni (Sam-moni) heisst und auf die Germanische Form Sama+Monat zurück geht, die wohl seinerseits sowohl über die Phrygier/Breuker zu den Markomannen gelangte, als auch in der Grenzregion des Griechenreiches am Schwarzen Meer zu den umgebenden Skythen gelangt sein dürfte. Die dürften das wiederum aus dem Orient haben, wo Shamash (Stadtgott von Sippar) in der akkadischen Mythologie mit Utu zum Sohn der Sonne verschmolz. Dessen Sohn Marduk dürfte ebenfalls Teil der Thrakisch/Dakischen/Phrygischen Mythologie sein und somit ebenfalls über die Daker/Geten/Bastarnen/Skiren/Markomannen (enthalten in Marobudum, Marbods Herrschaftssitz) zu den Slawen gewandert sein. Semele entspricht der Artemis, der Bendis und der Kybele, was wiederum Kiew dem überlieferten Begriff Kuyaba nahe steht. Kuyaba war demnach der Name des Fürstentums Kiew, während Slawija der Name des Fürstentums Poltovsk, Russija das Fürstentum von Roskow-Susdal und Navgard das Fürstentum (Weliki) Nowgorod. Arthania dürfte damit den südlichen Teil des Kiever Rus bzw. die griechische Kolonien darstellen und auf Artemis zurück gehen, welche in Dakisch als Bendis Vorbild für den Flussnamen Berasan (Beresan) gewesen sein könnte, wo heute die Stadt Perejaslawka (Pereyaslavl) liegt. Aus Berasan wurde also Pereya (Pereia).

Die „skythischen“ Opoliten und die Taurer

Der Urspung dürfte auf die griechischen Gründungen am nördlichen Schwarzen Meer zurück gehen, wo der Artemis-Glaube eine größere Rolle spielte. Das da so einiges übernommen wurde zeigt sich z.b. im Stammesnamen Opolini und Opoliten, deren Name schlichtweg auf Olbiopoliten (von Olbia Polis, einer griechischen Stadt) zurück geht. In deren Umfeld tauchen sie nämlich zum ersten Mal auf. Nun wohnten aber rund um Olbia Polis Skythen die sich aus Skiren und Bastarnen zusammensetzen und diese Stadt im 2. Jhd. v. Chr. angegriffen hatten, sich in der Umgebung niederließen. Sie wurde sogar mal von Skythen regiert die dort „Silures“, Münzen prägten. Die Namen der verschiedenen Skythenstämme sind offenbar Adaptionen der Städtenamen jener Kolonien, die von Milet oder den Dorern gegründet wurden u.a. wurden aus Artemis Tauropolis, (dem Artemis-Tempel von Chersonesos) die skythischen Tauriden und aus Olbia Polis die skythischen Opoliten. Der Begriff Hippomolgen bezieht sich auf die Dynastie der Atriden von Theben(Mykene), sodaß es unwahrscheinlich ist, das die Ilias sich auf Stämme des nördlichen Schwarzmeerraumes bezieht. Die Kolonien der Griechen entstanden ja erst im 7. Jhd. v. Chr. Von den Tauriden ist bekannt das sie laut Herodot in den oberen Bergen im Süden der Krim lebten. Und dort lebten Krimgoten. Das heisst das die Tauriden mit Krimgoten identisch sind. Es ist zu vermuten das man den Begriff Tauriden später auf alle Skythen anwandte. Die küstennahen Regionen der Krim wurden ab dem 7. Jh. v. Chr. von griechischen Kolonisten besiedelt. In der Nähe des heutigen Stadtzentrums von Sewastropol errichteten Griechen aus Milet zunächst ein Emporion, und ab dem späten 5. Jh. v. Chr. bauten Siedler aus Herakleia Pontike die Siedlung mit dem Namen Kalamita zur bedeutendsten Polis der Taurischen Chersonesos aus. Unter der Herrschaft von Rom und Byzanz bewahrte man sich den griechischen Charakter bis zur Zerstörung von Sewastropol im 14. Jh. und der nachfolgenden Besiedlung durch Tataren.

TheodoroAls die ostgermanischen Goten ab ca. 200 n. Chr. vom Gebiet der Mündung der Weichsel in die heutige südliche Ukraine wanderten, drangen Teile dieses Volkes bald auch auf die Krimhalbinsel vor. Dort trafen sie an der Küste auf die schon seit dem 7. Jh. v. Chr.bestehenden griechischen Städte, römische Vasallen, die aber nun die Oberhoheit der Eindringlinge aus dem Norden anerkennen mussten. Gestützt auf ihre Flotte unternahmen die Goten ab 250 weitreichende Seeraubzüge an die Küsten des Schwarzen Meeres, aber auch in die Ägäis, ja bis Zypern, tief ins römische Reichsgebiet. Während sich die Goten Ende des 3.Jh.s in die bekannten Zweige der West- und der Ostgoten spalteten, dürften auch die Goten auf der Krim – kulturell und bald religiös (Christentum) beeinflusst von den griechischen Nachbarn – eine eigene Identität entwickelt haben. Als sich die hunnische Gefahr Mitte des 5. Jh.s erneuerte, da hunnische Gruppen nach dem Tod Attilas 453 in die Steppen nördlich des Schwarzen Meeres zurück strömten. Ein Teil der Goten zog sich nun endgültig in die Gebirgsregion (mit Höhen bis 1545 m) im Süden der Krim zurück, trat in ein Klientelverhältnis mit Ostrom ein und verpflichtete sich zur Heerfolge – im Gegenzug halfen die Byzantiner bei der Befestigung des gebirgigen Siedlungsgebiets, wie der Historiker Prokop im 6. Jh. in seinem Werk über die Bautätigkeit des Kaisers Justinian schildert: „Es gibt dort auch eine bestimmte Gegend an der Küste, die Dory heißt, wo seit alter Zeit Goten leben, jene nämlich, die Theoderich nicht gefolgt waren, als er nach Italien zog,sondern auf eigenen Wunsch dort blieben, und bis auf meine Zeit sind sie Verbündete der Römer. Und sie ziehen mit den Römern gegen ihre Feinde in den Krieg, wenn es der Wunschdes Kaisers ist. Ihre Zahl beträgt bis zu 3000, und sie sind sowohl hervorragende Soldaten alsauch kundige Bearbeiter des Bodens, und die gastfreundlichsten von allen Menschen. DasGebiet von Dory selbst liegt sehr hoch, ist aber weder rauh hoch hart, sondern guter Bodenund ertragreich an den besten Früchten. Der Kaiser errichtete nun weder eine Stadt oder eineFestung in diesem Gebiet, denn die dortigen Menschen würden es nicht ertragen, in irgendwelchen Befestigungen eingeschlossen zu sein, sondern lebten immer glücklich in der offenen Ebene. Wo aber das Gebiet Angreifern leicht zugänglich schien, sperrte der Kaiser diese Zugänge mit langen Mauern und befreite die Goten von der Furcht vor einer Invasion.“ Die Zahl 3000 dürfte sich auf die gestellten Soldaten beziehen. Die von Prokop angeführte Abneigung gegen ummauerte Siedlungen hinderte die Krimgoten nicht daran, eine stark befestigte Hauptstadt zu besitzen, die archäologisch beim heutigen Mangup (30 km nordöstlich von Sevastopol) auf einem 584 m hohen Plateau nachgewiesen werden konnte und in späteren Quellen mit dem schon bei Prokop genannten Namen „Dory“ oder „Theodoro“ bezeichnet wurde. Dem Auftreten westeuropäischer Händler, Gesandter und Missionare sind auch die ersten lateinischen Berichte über den Fortbestand der Goten auf der Krim zu verdanken; der flämische Franziskaner Wilhelm von Rusbroeck, unterwegs zum Großen Khan, berichtete etwa 1253 von „multi Goti“, deren Sprache „Teutonicum“ sei. Auch der nach der Schlacht von Nikopolis 1396 in türkische Gefangenschaft geratene Hannes Schiltperger erwähnte in seinem „Reisebuch“ die „Kuthia Sprauch“ auf der Krim. Und der Venezianer Iosafat Barbaro, der sich 1436 bis 1452 in der Region aufhielt, erzählt, dass er auf „Gothi“ traf, die „intodesco“ sprachen, und sein deutscher Diener sich mit ihnen verständigen konnte. Im Verkehr mit anderen Völkern bedienten sich die Goten aber – nach 1000 Jahren intensiven Kontakts mit der griechischen Kultur – wohl vor allem des Griechischen, und – wie der byzantinische Historiker Pachymeres um 1290 erwähnt – mehr und mehr des Tatarischen. Abwechselnd herrschten nun verschiedene Fürsten über die Krim.

Die gotische Hauptstadt wurde 1395 durch die Horden Timur Lengs schrecklich verwüstet; in dieser Zeit besuchte der Priestermönch Matthaios im Auftrag des Patriarchen von Konstantinopel das Gebiet, und trotz der Zerstörungen beeindruckte ihn Theodoro so sehr, dass er ein griechisches Gedicht darauf verfasste.„In der Mitte steht also die ganz und gar bewundernswerte Stadt

,“ schreibt er, „wie ein sechseckiger Tisch mitten in einer Ebene, mit den Mauern, wie vom Himmel geschmiedet, nicht mit Händen gemeißelt “ (Übersetzung H. V.Beyer). Und Matthaios vergleicht die Pracht von Theodoro sogar mit der Großstadt Konstantinopel.
Am 6.Juni 1475 mussten die zeitweilig herrschenden Genuesen den Osmanen Kaffa übergeben, und diese begannen danach mit einem Feldzug gegen Theodoro. Die als uneinnehmbar geltende Stadt hielt fünf türkischen Anstürmen statt, letztlich aber gelang den überlegenen Osmanen mit ihrer Artillerie im Dezember 1475 die Einnahme der Stadt. Damit endete die staatliche Existenz der Goten auf der Krim.
Die letzten Goten v. J. Preiser-Kapeller, Draft 2006

Die Herkunft der Poljanen, Podlachen und ähnlicher Slawischer Stämme

Der Name Poljane Vanhan beschreibt ursprünglich eine finno-ugrische Sprache, vermutlich das der Mari. Es handelt sich hier bereits um eine Ethogenese zwischen germanischen Stämmen im Umfeld griechischer Schwarzmeerkolonien (Olbiopoliten, Opoliten) und Finno-Ugrischen Stämmen bei der das Wort Olbia Polis zu Opolis und schliesslich zu Opole (Stadt) führte, in dessen Gegensatz das offene Land (Feld) „Pole“ genannt wurde. Daraus leitet sich auch das slawische Wort “pole“ ‚Feld‘ ab und bezieht sich auf einen eher offenen Lebensraum (Ebene, Feld). Pol-land heisst also nicht weiter als offenes Land. Während das germanische Wort „Pohl“ nichts weiter als Stadtgott meint und -lach, -lane ist ebenfalls finno-ugrisch und steht für „Volk“. Dies führte zu einem neuem finno-ugrischem Dialekt das als Poljane Vanhan (übersetzt soviel wie Stadtsprache) bezeichnet wurde und von der Bevölkerung der Mari und anderer finno-ugrischer Völker an der Wolga siedelnder Stämme benutzt wurde. Ähnliches gilt für Podjane Vanhan. Die Jahrhunderte später im Kiever Rus siedelnden Waräger nannten die Einheimische Finno-ugrische und germanisch-skythische Bevölkerung daher nach ihrer Sprache „Polane“, aus der so nach und nach Poljane wurde. Später infolge der Ethogenese ging der Name auch auf die zugewanderte Bevölkerung aus Wikingern über. Diese germanische Bevölkerung begründete also mitten im Ugrischen Land um 480 v. Chr. eine Siedlung unbekannten Namens (vermutlich Opole), die von den Warägern dann in *Kilu umgenannt wurde. Das Wort stammt aus dem dänisch-deutschen Sprachraum und ist urverwandt mit Kiel. Es bedeutet soviel wie fliessendes Wasser. Der nach 1000 bekannte Name Pol(j)anen stammt also aus dem Griechischen und bezeichnet Bewohner offenes Landes. Im Gegensatz dazu stammte die Bezeichnung der nördlicher wohnenden Drewlanen, die die dichten Wälder von Polesien bewohnten, von “drewo“ ‚Baum‘ ab und ist ebenfalls nahe Kiel am unteren Ende des Sachsen Limes belegt, wo die Drewlanen ursprünglich lebten, bevor sie über Aldinburg, Haithabu und anderen Häfen in den Kiever Rus auswanderten. Die Drewlanen von Deutschland waren im Gebiet der Langobarden heimisch, wo der Eisenwald Sueben und Sachsen trennte. Das dort noch Langobarden waren, belegt u.a. der Runenstein von Rök der Witta als Regent der Sueben zu Zeiten Theoderichs nennt.

Die Pol(j)anen bildeten einen der Hauptbestandteile der Kiewer Rus und sind später in den modernen ostslawischen Völkern aufgegangen. Eine Zeit später, als die östlichen Poljanen nicht mehr erwähnt wurden, kam nach dem Jahre 1000 der Name der westlichen Polanen als Vorfahren der Polen auf. Später werden die Opolini am Oberlauf der Oder, in Mähren als Slawenstamm verzeichnet und gründen dort ihre Stadt Opole (Oppeln). Neben ihnen leben die Wislanen, einst der Vandalenstamm der Visiburgi an der Wisla (Weichsel) und gründen der Sage nach die Stadt Krakow, die nach Krak benannt wird. Kráka und Randalin, ist wiederum ein Wikingerbegriff, genauer gesagt der Beiname von Aslaug Sigurdsdóttir, die Ehefrau von Ragnar Lodbrok bezeichnet. Gewöhnlich reisten die Wikinger von Gotland über Truso am frischen Haff, Elbingen, weiter bis Carnuntum an der Donau wo die Markomannen, zeitweise Langobarden und zur Wikingerzeit die Awaren saßen. Von dort weiter nach Byzanz. Der Sage nach ist Aslaug ist die Tochter von Sigurd Fafnesbani (Siegfried dem Drachentöter, Held der Nibelungensaga) und der Walküre Brynhild. Nach dessen gewaltsamen Tod kümmert sich Brünhilds Ziehvater Heimir um Aslaug. Heimir befindet sich vermutlich in Krakau, wo die Wislanen saßen. Wenn also Aslaug aus Krakow stammt und die Pflegetochter eines Wislanen-Königs ist, die im 8-9. Jhd. ein kleines Königreich (vielleicht mit dem Namen Kráka) gründen konnten, so wäre der Beiname Kráka zumindestens logisch erklärbar. Leider gibt es zu den frühen Slawen kaum Information. Nebelhaft tauchen sie wie aus dem Nichts auf und das gleich Millionenfach in Scharen. Wo waren die nur solange? Die Stadt Kiew hatte eine strategische Lage am Handelsweg von den Warägern zu den Griechen.

Mitte des 9. Jahrhunderts herrschten in ihr die warägischen Fürsten Askold und Dir (ca. 850-882), bevor sie von den Rus übernommen wurde. Ansässig war hier der Stamm der Poljanen. Da der Stamm der Poljanen (heute Polen) zu mehr als 50% aus R1a-Z280 besteht, ihre Götter aber eher zu Geten, Dakern und Thrakern weisen, müssen diese Poljanen vorher Germanen in Dakien/Moldavien und den Karpaten gewesen sein, wo sie in hohem Maße durch den Umgang mit dem Macedonischem Königreich (Philipp V und Perseus), und Römern (Augustus und andere) auch griechische und römische Kultur aufnahmen. Pol-janen weisst eher auf Polis hin und könnte der Name jener Siedlung sein in dessen Umfeld der Stamm entstand. Während der Römerzeit brachten die Römer die Daker nach Sarmatien (Ersterwähnung 513 v. Chr). Etwa zeitgleich (ca. 6 v. Chr.) kommt es zur Erwähnung der Skythen als Eindringlinge in Uratu, Mannai und Lydien die demzufolge seit etwa 200 BC östlich der Bastarnen oder in Vermischung mit Germanenstämme und gelebt haben, wo sie unter dem Einfluss der Mandäischen Religion (die etwa bis in 3. Jhd. recht erfolgreich missionierte) iranisiert wurden. Genetisch sind sie von den Germanenstämmen garnicht unterscheidbar. Den Griechen galten sie als Galater (Polybios, aus dem Livius schöpft, und Plut. a. O.), als Geten (Appian.) oder gar als Skythen (Dio LI 23). Erst Strabon vermutete den deutschen Ursprung, ist seiner Sache aber nicht sicher (VII 306 σχεδόν τι καὶ αὐτοὶ τοῦ Γερμανικοῦ γένους ὄντες), Plinius rechnet sie unbedenklich zu den Germanen (n. h. IV 81). Mit anderen Worten die Historiker sind sich nicht einig was ein Sarmate, ein Skythe, ein Germane, ein Galater, ein Cimmerer, ein Bastarne oder ein Peuciner ist. Das Sarmaten iranisch sprachen ist durch Sprachzeugnisse nicht belegbar, denn es gibt ja kaum welche. Wirklich sicher weiss man es nur von Alanen, aber stehen die für alle Sarmaten? Laut den Alanen sind sie Kinder der Skythen. Damit wären sie nicht nicht der typische Sarmate. Die Sprache der Sarmaten oder Skythen ist ähnlich nebulös wie die der Daker, Thraker oder Illyrer. Der einzige Hinweis sind Überlieferungen skythischer Wörter die von Herodot aufgeschrieben und mit alt-nordost-iranisch insbesondere altpersisch in Verbindung gebracht werden. Dies kann aber auch der Einfluss der Mandäer sein, die offenbar Teile der Sarmaten missionierten. Der Rest ist Spekulation, die sich als Erkenntnis eingebürgert hat. Eine sehr sehr wage Erkenntnis die vor allen Dingen darauf abzielt, den frühen Einfluss der Germanen auf den Nordpontus wegzudiskutieren an dem sie spätestens seit 230 v. Chr. mit Sicherheit dauerhaft aber auch äußerst nebulös präsent waren.

Der Unterschied zwischen einem sesshaften Germanen und einem mobilen Sarmaten war wiederum nicht an eine Region, sondern eher an die Lebensweise gebunden. Die Wikinger benutzten die Flüsse und die Sarmaten die Pferde. Überliefert ist auch das Goten hervorragende Reiter waren. Auch das Wort Gote beinhaltet dies bereits denn es stammt vom germanischen gutan (gehen) ab, was das Äqivalent zum „Wanderer“ ist. Der Skythe dagegen gilt als ausgesprochener Reiter und Pferdezüchter. Die Unterschiede zwischen Germane, Gote, Skythe, Sarmate, Gete, Cimmerer sind eher von jenen abhängig die über sie schrieben. Sie befanden sich quasi zur selben Zeit im selben Raum, einem Gebiet zwischen Weichsel, untere Donau, dem schwarzen Meer und Wolgaknie. Im Grunde genommen löste sich auch der Begriff „Germane“ im Zuge der voranschreitenden Christianisierung im 400 Jhd. so nach und nach in seine Bestandteile wie Langobarde, Suebe, Franke, Sachse, Däne, Rus, Slawe und Wikinger auf. Genetisch hatte er sich bereits mit der Völkerwanderung aufgelöst, da sich auch Hunnen, Gallier, Alanen, Noriker, Illyrer, Daker und Thraker den starken Stämmen der Völkerwanderung anschlossen. Die Christen setzten dann den Begriff Rus, Slawe und Sarmate, Skiren und Goten mit Skythen gleich, während die Germanen in Deutschland zu (germanisch Þiudā, wgerm. Þeudā, ahd. diota) Deutschen wurden, was der uralte Name für das Gebiet westlich von Jütland, Siedlungsgebiet der Sachsen (zuvor der Teutonen und Tunger), also die Küste des heutigen östlichen Niedersachsen war. Dieses Gebiet gehörte nach dem Sieg über die Sachsen nunmehr zum Reich Karl des Großen (Frankenreich). Wulfila der als Erster diesen Begriff benutzte, benutzte Þiudā noch im Sinne von „Altem Glauben“ als Gegenstück zum „neuem Glauben“ der Juden/Christen und übersetzt ihn ins lateinisierte Gotisch, womit ein þiudisko heraus kam. Interessanterweise bezeichnete auch Karl der Große die Sachsen als þiudisk und auch die Gegend der Sachsen wird als Þiudā bezeichnete. Dies ist urverwandt mit dem rekonstruierten (recht zweifelhaftem) *deuat. Richtiger wäre wohl eher *Þiutā/*Þiutāna und dessen urgermanische Form *Þiutlana/*Þiulāna also Tiu´s Land, westgermanisch zu Þeudā/Þeudālan umgeformt, lateinisiert zu Teutonen, westfränkisch zu diutscland (diutisc=deutsch) umgeformt. Vermutlich übernahm Jordanes diesen Begriff aus der Chronik des römischen Reiches in den Byzantinischen Texten, wo über die Schlacht zwischen den barbartischen Kimbern, Teutonen und Ambronen mit den Römern berichtet wurde. Diesem Begriff *Þiutā steht der Begriff *wicinga entgegen gesetzt, der offenbar die Eigenbezeichnung der Nordgermanen war und den die Christen im Frankenreich mit Seeräubern assoziierten. Der einzige Unterschied ist, das die Þiutā unter fränkisch Herrschaft leben, während die wicinga die Angelsachsen und Franken (also quasi die Christen) bekämpfen und dabei auch die arianische Form des Christentums angenommen hatten (das um 325–361 auch Rom dominierte), wieder ablegten und stattdessen die Stammessaga der Germanenstämme zur Religion der Heiden machte, wobei Loki dem Logos, dem Mittler entspricht, der wie das Christentum zwei Gesichter hat. Letztendlich zeigt es nur das Oretani, Maitani, Mitani und Edetani sich alle im indogermanischem Wortschatz einfügen lassen der auf „ana“ Erde (sumerisch Inanna) und der IE Form *tāna, dem Land zurück geht und noch heute in Britannia steckt.

Wie die Germanen abgeschafft wurden

Die Vernichtung der einzelnen Stämme lässt sich historisch exakt an Ereignisse festmachen, als die alten Heiligtümer der Germanen und damit auch ihre Identität mit dem heimatlichen Stämmen zerstört wurden. Sie begann 380 mit der Konstantinischen Wende, die bereits das gallische Stammeswesen durch die Identität mit dem christlichem Rom abschaffte. 486 übernahmen die Franken im Zusammenhang mit ihrem Aufstieg im Römerreich das Christentum sowie das letzte in Gallien gelegene Weströmische Kleinstreich des Aegidius samt römischer Staatsreligion. Vermutlich richteten die Merowinger es so ein, das sie als Heerführer übrig blieben und förmlich „das letzte römische Reich retteten“,womit sie sich der Gefolgschaft des Weströmischen Heeres und der christianisierten Bevölkerung als dritte flavische Dynastie sicher sein konnten. (Flavius war seit Konstantin geradezu ein Bestandteil des Herrschertitels). Dazu kam noch der Stier der Römer als Herrschaftsinsignie und fertig war das Sakralheiligtum der Merowinger samt der Abstammungslegende (Origo gentis) vom Minotaurus (dem Zeichen der Flavier und der flavischen Legion). Dann zwangschristianisierten die Merowinger die Allemannen, Westgoten und 558 die Thüringer und 561 die Burgunder um Religionskriege zu unterbinden. Da sie sich als Erben der Römer sahen, übernahmen sie auch den in Frankreich benutzten Dialekt des Vulgärlatein, aus dem letztendlich das Französische hervor ging. 563 begann die Christianisierung Englands von Norden her. 664 war England praktisch komplett christiansiert. Ab 597 folgte die Christianisierung der Angelsachsen im Süden, die aber wohl nur oberflächlich erfolgte.

Der erste Slawenherrscher

Man unterscheidet Slawen heute in Westslawen (vor allem Tschechen/Slowaken, Polen und Sorben) also grob Mähren, Böhmen, Schlesien und Polen Ostslawische (hauptsächlich Weißrussen , Russen und Ukrainer) also grob die Länder des Kiever Rus und Südslawen (hauptsächlich Bosniaken/Kroaten/Serben/Mazedonier/Montenegriner/Slowenen) also grob Jugoslavien, Rumänen und Bulgarien. Der im frühen 6. Jahrhundert über Italien herrschende Ostgotenkönig Theoderich der Große beauftragte um 520 den römischen Senator Cassiodor mit einer Niederschrift der Geschichte der Goten. Dieses Werk in 12 Büchern wurde jedoch erst nach dem Tod Theoderichs (526) veröffentlicht und ist heute verschollen. In Kenntnis dieses Werks, das er aber nach eigener Aussage nur drei Tage lang einsehen konnte, schrieb dann um die Jahrhundertmitte Jordanes in Konstantinopel eine eigene, stark gekürzte Version und ergänzte sie teilweise durch andere Quellen (unter anderem Ablabius) und um aktuelle Ereignisse – inzwischen hatte der oströmische Kaiser Justinian I. zwei Kriege gegen die Goten geführt, und die Eroberung Italiens stand kurz vor dem Abschluss. Jordanes’ Version, De origine actibusque Getarum (Theodor Mommsen), kurz Getica, blieb der Nachwelt erhalten; Cassiodors Gotengeschichte hingegen ging verloren. Jordanes’ in lateinischer Sprache verfassten Getica (offenbar abgeschlossen bis zum 31. März 551 und veröffentlicht 551/52) sind eine der wichtigsten Quellen zur gotischen Geschichte. Prokop verfasste um 550 auf byzantinischem Griechisch eine Kriegsgeschichte (Bella) der Kriege Kaiser Justinians I. bis ins Jahr 550 (Osten) bzw. 553 (im Westen). Das Werk wird auch oft als Historien bezeichnet und umfasst acht Bücher. Die ersten sieben Bücher der Historien wurden 550/51 veröffentlicht. Die Datierung der restlichen Werke ist etwas strittig. Diese 7 Bücher gehören neben Jordanes zu den frühesten Quellen, die Slawen erwähnen. Prokop erzählt von slawischen Plünderungszüge, wobei er die Slawen als Sklabinoi (in griechisch Σκλαβηνοί) bezeichnet (z. B. Prok. Hist. 7,14,2) und angibt, sie würden nördlich der Donau siedeln. Was genau die Byzantiner unter einem σκλάβος sklábos verstanden ist unklar. Eine ethymologische Nähe gib es zum Wort frühgriechischem λαός laós was mit „Population, Leute, Bewohner“ übersetzt werden kann und wahrscheinlich vom „lagos“, also die Lage, ein Lager, abstammt. Klar ist aber das im Mittelenglischen daraus „sclavus“ oder „slavus“ also „Sklave“ wurde. Nun hatten die Wikinger in Dublin einen regen Sklavenmarkt errichtet und ähnliches wird auch über den Kiever Rus berichtet. Sein Zeitgenosse Jordanes schrieb jedoch in seiner Goten-Geschichte von Sclaveni die von den Goten geschlagen wurden.

Jordanes betitelte also eine Bevölkerung neben den Goten als Sclaveni, was als erste Erwähnung der Ostslawen gilt, während sein Zeitgenosse Prokop als erster die Westslawen erwähnt. Das einzige frühere Werk das vielleicht die Quelle beider war, ist das verschollene Werk des Cassiodor, das von Theoderich in Auftrag gegeben wurde und 526 erschien. Da Theoderich als Held der Maehringe auf dem Runenstein von Rök bezeichnet wird und in Pannonien geboren sein soll, müssten die Ostgoten damals Nachbarn der Gepiden gewesen sein. Ende 488 wurde Theoderich dann von Zenon als magister militum bestätigt, zum patricius ernannt und mit einem Feldzug gegen Odoaker in Italien beauftragt. Theoderich zog im Jahre 489 mit ca. 20.000 Kriegern und deren Familien nach Italien 493 kam es in der Rabenschlacht zum Patt. Anschliessend ließ Theoderich Odoaker durch List umbringen und rechtfertigte dies mit dem Mord an den Rugischen König Feletheus. Die geschlagenen Rugier hatten sich unter Friderich (Fredericus) dem Gotenheer von Theoderich angeschlossen. Zwischen 493 und 526 könnte also der Begriff sklábos entstanden sein. Das Ethnonym „Wenden“ ist in verschiedenen Varianten seit dem 6. Jahrhundert in der schriftlichen Überlieferung nachweisbar. Verwendet wurde es zuerst als unpräziser Sammelbegriff für verschiedene Gruppen von Menschen, heute als Slawen bezeichnet und geht auf eine germanische Fremdbezeichnung zurück. Der Begriff Slawen erscheint erst im 9/10. Jhd. sodaß die Gleichsetzung von Slawen und Wenden zwar durchaus richtig ist, aber die ersten Wenden könnten aus fränkischer Sicht auch noch als Ostgermanische Vandalen gesehen worden sein, weswegen sie die Slawengebiete auch mit dem alten Namen der Ostgermanischen Stämme verbanden. Das wurde dann mit allen ostgermanisch Sprechenden gleichgesetzt, die man wohl kaum noch verstand und schliesslich wurden sie im 9. Jhd. alle zu Slawen deklariert.

Es ist völlig unglaubwürdig, das alle Germanen sich einem Zug in ein neues Land anschliessen. Sicher gab es immer einige Familien die zurück blieben und so den alten Stammesnamen weiter behielten oder sich nach einem neuen Anführer benannten. Mit der Zeit änderte sich die Aussprache oder Zuwanderer, Nachbarvölker usw. beeinflussten die Sprache. Und schliesslich waren sie es oft nicht selbst die ihren Namen schrieben, sondern es waren die führenden Länder, Franken, Byzanz, Awaren, Bolgaren, Magyaren usw. Beispiele hierfür sind Silinger und Slezanen, Peukiner und Prussen, Visiburgi und Wislanen. Winiler und Wilzen, Abotrezi und Abotriten sind nur einige Beispiele von Völkern die exakt auf dem gleichem Gebiet lebten. Kaum waren die Germanen abgeschafft, tauchen wie aus dem Nichts Slawen auf. Im Lateinischen ist die Bezeichnung weiterhin Vandalia bzw. Vandalorum (Wendenland) geblieben. Zum Jahr 789 erwähnt das Fragmentum chesnii Fürsten der Wilzen als “reges Winidorum“. Zum Jahr 810 bezeichnen die Annales Sancti Amandi die Abodriten als “Wenedi“ (Annales Sancti Amandi 810: Carolus … placitum habuit in Fereda: et ibi Wenedi venerunt, et dedit illis regem.) Nach den Überlieferungen der Langobarden war ihr frührerer Stammesname „Winiler“. Der Begriff “Winidorum“ dürfte sich also auf das ehemalige Siedlungsgebiet der Frühen Langobarden in der Billunger Mark beziehen. Und “Wenedi“ ist auch nicht allzuweit von “Veneti“ weg. Ebenfalls ein Stamm der an der Ostsee östlich der Weichsel (Wisla, nach den Wislanen benannt) saß und zu den Vandalen gehörte. Im östlichen Germanien, wo einst Wandalen wohnten, kamen zum Ende der Völkerwanderung verschiedene fremdsprachige Menschen, die zusammengefasst Wenden genannt wurden. Der polnische Chronist Wincenty Kadłubek ging noch einen Schritt weiter und erfand die „Sage von Wanda“, um dem neu geschaffenen Herzogtum der Polanen eine weit zurückreichende Geschichte zu geben.

Kadlubeks vielfach wiederholte und als wahr ausgelegte Geschichte setzte Polen mit Wandalen gleich und nannte den Fluss, an dem seine „Wanda“ und ihr Volk lebte, „Wandalus“ (Weichsel), wobei er sich auf alte Chroniken stützt, die sich um „Krak“ (oder Krakus), einem mythischen Wislanen-Fürst und Gründer von Krakow sowie dessen Tochter „Wanda“ ranken. Schon vor Kadlubek hatte Cosmas von Prag die Legende von „Krok“ und dessen Tochter „Libussa“ nieder geschrieben, die deutliche Paralelen zu Krak aufweist. Krok (auch Croccus oder Krokus) ist eine Gestalt der böhmischen Mythologie. Die Erzählungen schildern ihn als einen weisen und reichen Mann, der als Richter im ganzen Land geachtet war. Er ist nach dem Urvater Čech der zweite Herrscher, den die Überlieferung kennt. Krok ist Vater von drei Töchtern Kazi,Teta und Libuše. Alle Töchter Kroks hatten ihre eigenen Sitze − die nach ihnen benannten Burgen Kazín, Tetín und Libušín, und auch mit der Figur Kroks sind mehrere Orte verbunden: Nach der älteren Überlieferung soll er eine Burg in der Gemeinde Zbečno im Okres Rakovník bewohnt haben, später wurde ihm die Gründung der Burgen Budeč im Okres Kladno und Vyšehrad in Prag zugeschrieben. Krok wird zuerst in der Chronica Boemorum des Cosmas von Prag erwähnt. Auch der Chronik des Dalimil ist die Gestalt bekannt. Die Chronik des Václav Hájek z Libočan schließlich schmückte den Sagenstoff mit zahlreichen Details aus. Der tschechische Historiker František Palacký vermutete, dass Samo, der erste bekannte Herrscher eines Slawenreichs, Vorbild für die Figur des Krok war. Wenn also Krak/Krok Samo war, dann bezieht sich das auf dem ersten nachweisbarem Slawenherrscher. Dieser Samo (* um 600; † um 658/659) soll ein fränkischer Kaufmann gewesen sein, der samt Begleitschutz nach Osteuropa reiste und dort Waffen lieferte. Während dieser Zeit rebellierten die Menschen gegen die Herrschaft der Awaren, die dieses Gebiet zusammen mit den Langobarden von den Gepiden erobert hatten. Samo geriet wohl mehr oder weniger zwischen die Fronten und schlug sich auf Seiten seiner „Kundschaft“. Nachdem sie die Awaren geschlagen hatten, wählten ihn die Stämme zu ihrem Fürst. Samo vergrößerte sein Reich indem er die Töchter verschiedener Stämme heiratete. Am Ende soll er durch diese Heiratspolitik 12 Stämme vereint haben. Der Text der Fredegar-Chronik setzt im Jahre 623/624 ein, im 40. Regierungsjahr des fränkischen Königs Chlothar II. In diesem Jahr unternahm dieser Quelle zufolge der negucians (vielleicht Unterhändler) Samo mit seinen Gefährten eine Handelsreise zu den „auch als Wenden bezeichneten Slawen“. In der Fredegarchronik (4, 48; 68) wird dabei erstmalig erwähnt, das Wenden (Wandalen, im Gebiet der Silinger, Schlesier) gegen Dagobert I. kämpfte. In der Fredegar-Chronik (IV, 48) wird ein homo nomen Samo, natione Francos, de pago Senonago genannt (Ein Mann namens Samo, fränkischer Herkunft, aus dem Gau von „Senonago“) erwähnt, der diese Wenden anführte. Bei Senonago könnte es sich um den lateinisierten Namen von Saalegau handeln, aber auch andere Orte sind möglich. Samo´s Herrschaftsgebiet ist unbekannt.

Vermutungen sehen sein Zentrum im südlichen Fluss-Einzugsgebiet der Morava (March, Nebenfluss der Donau), das heißt dem heutigen Mähren. Dort saßen aber eigentlich mal die Goten, was der Runenstein von Rök erwähnt (Theoderich, Held der Maehringe, könnte durchaus auf Mähren hinweisen). Demzufolge ist die logischste Position für Samo´s kleines Reich Schlesien (aus Sicht der Franken das Wendenland alias Wandali oder Wandalorium). Seine genaue Lage ist unbekannt, da es nur Fredegarchronik als einzige Quelle gibt und die liefert kaum brauchbare Ortsangaben. Nach unseren Schätzungen lag Samo´s Land an der oberen Oder in Niederschlesien. Dort waren im 1. Jhd. n. Chr. Lugier und Silinger ansässig. Ab etwa 550–600 n. Chr. wanderten Westslawen (Slensanen, Opolanen) ein die aber erstmal als Wenden bezeichnet wurden. Diese kamen vom unteren Bug am schwarzen Meer und wurden infolge der Goten und Awaren verdrängt. Diese „slawischen“ Opolanen waren jene „skythischen“ Stämme, die rund um die pontische Stadt Olbia Polis Ackerbau betrieben. Dort siedelten ab ca. 230 v. Chr. Skiren und Bastarnen die von den Griechen zu Skythischen Opolini gemacht wurden. Nachdem sie einige Jahrhunderte am Bug siedelten, verdrängten sie Goten und/oder Awaren nach Norden wo sie sich zwischen 550 und 600 n. Chr. neu ansiedeln und Opole gründen, aus dem später Oppeln wurde. Von den Franken werden sie gemäß ihrer Vorstellung vom Land der Vandalen (Vandalia) als Wenedi bezeichnet und die Geschichte macht sie schliesslich zu westslawischen Opolanen. Archäologische Ausgrabungen fanden in im Randbezirk des heutigen Oppeln eine alte slawische Burganlage der Opolanen. Die Nachbarstämme (Wislanen alias Visiburgi, Nemezer alias Nemeter, Silinger alias Vandalen, Peukiner alias Bastarnen) scheinen den gleichen Weg zurück gelegt zu haben, sodaß praktisch alle die als Wendeni bezeichneten Stämme Heimkehrer der Völkerwanderung sind, die in ihr altes Siedlungsgebiet zurück wanderten. Verschiedene Funde z.B. bei den Kuren deuten darauf hin, das sie erhebliche Einwanderung vom schwarzen Meer bekamen, allerding nicht als geschlossener Stamm, sondern vielmehr als einzelne Heimkehrer. Es ist wohl ähnlich wie bei Menschen, deren Vorfahren (Eltern) z.B. aus Afrika kamen und Jahrzehnte später ihre Wurzeln entdecken wollen, die sie entweder garnicht oder nur sehr verschwommen kennen. 567 kamen aus dem Osten die nomadischen Awaren in das heutige Ostungarn. Danach schlugen sie in einer Allianz mit den Langobarden die Gepiden vollständig, die als selbständiger Verband untergingen. 568 drängten sie auch die Langobarden zu einer Umsiedlung nach Norditalien, siedelten sich nun auch im heutigen Westungarn an und gründeten dort ihr Kaganat. Dieses mächtige Awarenreich unterwarf am Ende des 6. Jahrhunderts auch Grenzgebiete. Böhmen dürfte also um 600 bereits Teil des Awarenreiches gewesen sein. Und im Bereich des Awarenreiches tauchen auch die frühesten „Slawenzeugnisse“ auf. In der Fredegar-Chronik (IV 68) wird für das Jahr 631/32 von gescheiterten diplomatischen Verhandlungen mit Samo berichtet, daraufhin rüstet Dagobert I. zum Feldzug gegen Samo. Samo brauchte einen starken Verbündeten und die Awaren waren stark. Samo dürfte sich also zum Vasall der Awaren gemacht haben, sodaß er den Franken die Stirn bieten konnte, die diese „illegale“ Gründung wohl gern ihrem Reich hinzugefügt hätten.

Neuerdings wird manchmal das Wort Samo als altslawischer Rangtitel betrachtet:Samo soll soviel wie „Selbstherrscher“ bedeuten, vor allem da „samo-“ in slawischen Sprachen „selbst-“ bedeutet. Die mit den Franken verbündeten Alamannen unter Herzog Chrodobert griffen die Randgebiete von Samo´s des Reichs an. Die verbündeten friulanischen Langobarden (aus der Poebene) fielen sehr wahrscheinlich von Süden ein und besetzten die „regio Zellia“. Das vielleicht von Dagobert selbst angeführte austrasische Hauptheer sollte in das Herz des Reiches vordringen. Den einzelnen Heeren gelang es jedoch nicht, sich zu vereinigen. Während die ersten beiden Teilheere siegreich mit vielen Gefangenen zurückkehrten, wurde das austrasische Hauptheer nach einer dreitägigen vergeblichen Belagerung eines castrum vuogastisburc (übersetzt Wolgastis) genannten Ortes völlig geschlagen. Die übrig gebliebenen Kämpfer Dagoberts mussten flüchten und sämtliche Waffen und Zelte zurücklassen. Ergebnis der Schlacht war die Unabhängigkeit von Samo´s slawischen Reich. Nach dieser Schlacht schloss sich ihm der sorbische Fürst Dervan an, dessen Stamm bislang dem Frankenreich tributpflichtig unterworfen war. Damit ging der Begriff Wenden auch auf die Sorben über. Dieser Fürst wird als (Dervanus dux gente Surborium que … ad regnum Francorum iam olem aspecserant) bezeichnet, wobei Surborium auf das Sueben-Gebiet hinweist, also durchaus die Lusitzen gemeint sein können, andererseits könnte es sich auch um die sorbischen Milzener handeln, die in der Region Meißen/Bautzen saßen (Meißen auf sorbisch Misni). Dies ist der erste Hinweis das es Wenden nördlich des Erzgebirges gab. Samo regierte 35 Jahre, danach gibt es bis 990 keinerlei Information.

Heiliges römisches Reich des 10. Jhd. mit den Germanenstämmen und ihren Reichen des 5/6. Jhd.

Heiliges römisches Reich des 10. Jhd. mit den Germanenstämmen und ihren Reichen des 5/6. Jhd.

Offensichtlich regierten sich die Slawen weiterhin erfolgreich in Selbstverwaltung, bis sie schliesslich von den Polanen besiegt wurden. Bořivoj I. (* zwischen 852 und 855; † 888/889) war der erste historisch greifbare böhmische Fürst und der erste bekannte Herrscher aus dem Geschlecht der Přemysliden, die zufolge der Legenden auf Libussa, der Tochter des Wislanenfürsten Krak zurückgehen soll. Gründer des Geschlechtes soll Přemysl der Pflüger sein, der Libussa, die Herrscherin zur Frau nahm. Bořivoj I. war mit Ludmilla (slawisch Lidmilla) aus Tezin verheiratet, die als erste Heilige gilt und demzufolge ließ sich auch der böhmlische Herrscher um 880 von einem Bruder des Kyrill taufen. Sie folgten der römisch-byzantinischen Kirche, die ja unter dem Magyarenfürsten alle fränkischen Priester des Landes verwies. Sein Sitz war ursprünglich die Burg Levý Hradec nordwestlich des heutigen Prag. Von seinem Rivalen Strojmír ins Mährerreich vertrieben, ordnete er sich der Oberherrschaft des dortigen Königs Svatopluk I. unter und kehrte mit seiner Hilfe nach Böhmen zurück. Dort legte er den Grundstein für die Prager Burg auf dem Berg Hradschin, von der aus er sein Herrschaftsgebiet um Prag regierte. Daraus sollte sich das Herzogtum und spätere Königreich Böhmen entwickeln. In der Chronik von Cosmas von Prag werden von den Vorfahren der Přemysliden u.a. zwei Sagen erzählt die klar machen, das der Sagenstoff durchaus germanische Ursprünge hat.

Karte des ersten Mährerreiches im Verhältnis zu Wislanen, Sorben, Schlesien und Böhmen

Karte des ersten Mährerreiches im Verhältnis zu Wislanen, Sorben, Schlesien und Böhmen

Es heisst nach dem Tod der Fürstin Libuše (Tochter des Krak) lebten die Frauen wie Amazonen (tschech. Dívčí válka) und suchten sich ihre Männer selbst aus. Als sie sogar eine eigene Burg namens Děvín (Mädchenburg) errichteten, bauten die Männer in der Nähe an der Stelle des späteren Vyšehrad eine zweite Burg mit dem Namen Chrasten und es kam zum Krieg zwischen beiden Geschlechtern. Zum Friedensschluss wurde ein dreitägiges Festmahl ausgerichtet, doch bereits in der ersten Nacht entführte jeder Mann eine Frau, und seitdem lebten die Frauen unter der Vorherrschaft der Männer. Später wird berichtet das Přemysl der Anführer der Männer gewesen sein soll. Eine weitere Sage erzählt von Neklan einem Vorfahren der Přemysliden, damals fand zu Zeiten Neklans ein Krieg der Prager Přemysliden mit einem Nachbarstamm „Žatčané“ (Zatec) aus „Lučané“ (Luczane) statt. Deren grausamer und angriffslustiger Anführer Vlastislav überfiel das Gebiet der Tschechen, um die Herrschaft über das ganze Land zu gewinnen. Der feige Neklan übergab dem tapferen Helden Tyr sein Pferd und seine Rüstung, damit er ihn vertrete. Unter der Führung des verkleideten Helden gewannen die Tschechen den Krieg und töteten alle Gegner bis auf einen Mann, der von seiner Stiefmutter durch einen Zauber geschützt worden war. Vlastislav, aber auch Tyr fielen im Kampf.
 
Zur Herkunft der Tschechen heisst es über den Urvater Čech in der Chronica Boemorum des Cosmas von Prag nach dieser ältesten und knappsten Fassung des Sagenstoffes: Ein im lateinischem Boemus genannte Anführer kam mit seinen Gefährten auf der Suche nach neuen Wohnsitzen in das unbewohnte Land rund um den Berg Říp. Er fand es überaus geeignet zur Ansiedlung; es sei ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Aus Dankbarkeit wurde das Land nach ihm Boemia benannt.Ein Wislanenstaat war dem englischen König Alfred dem Großen (871–901) als „Wisleland“, östlich von Mähren gelegen, bekannt. In den Aufzeichnungen des Apostel Method wird ein Wislanenfürst, der eine erfolglose Kraftprobe mit Sventopluk hatte, wodurch der Wislanenstaat unter mährischen Einfluss geriet, erwähnt. Strojmír könnte also theoretisch bis 855 der Herrscher dieses Wislanenstaates gewesen sein. Dabei könnte es sich um Svatopluk I., mährischer Knjaz von 870 bis 894 oder seinem Sohn Svatopluk II., mährischer Knjaz, 894 bis 899 Lehensherr von Nitra handeln. Dieser stammte aus der mährischen Herrscherdynastie der Mojmiriden war von spätestens 867 bis 870 bereits Mitregent. Begründer der Dynastie war Mojmir I. etwa 820er/830er–846. Um 880 wurde Nitra Bischofsitz. 890 vereinigten sich die Stämme der Magyaren unter dem ungarischen Herrscher Arpad, der Nitra einnahm. Der Titel Knjaz wird aus dem Knes abgeleitet, einem germanischen Titel der sich von kuningaz (König) ableitet. Im Lateinischen wird er mit Herzog (Comes) übersetzt. Die heute die geläufige männliche Anrede „Herr“ lautet in der sorbischen Sprache knjez bzw. kněz (weibliche Form: kněni) und entspricht dem tschechischen und polnischen pan.

Dieses Wolgastis dürfte mit Wroclaw (schlesisch: Brassel, deutsch Bresslau) identisch sein, auf den Karten des 10. Jhd. als Wratislav (Wrocławia) identisch sein, der in Niederschlesien liegt. Der Name des Krak könnte auf das Breslauer Stadtschloss (slawisch Pałac Królewski) zurück gehen, der vermutlich von der Burganlage der Dominsel entlehnt ist. Bresslau war das Zentrum der Silinger, später siedelten dort die Slezanen. Die Slezanen sollen dort im 6. Jhd. eine Burg auf der Insel errichtet haben. Der Name Wortizlawa oder auch Wratislawa wurde erstmals um 900 erwähnt und bezeichnete Wortizlawa als slawische Marktstadt. Diese befand sich auf einer Insel nahe den drei Nebenflüssen der Oder. Es wurde vom polnischen Piasten-Herzog Mieszko I. später besiegt und eingenommen. Der Herrscher Strojmír muss demnach ein Nachkomme von Samo gewesen sein, der von der Böhmischen Dynastie besiegt wurde und demnach in Abhängigkeit zu den Magyaren stand, bevor die Polen Krakau eroberten. Die Piasten (nach ihrem Stammvater Piast) waren die damalige Herrscherdynastie in Polen, die aus dem Stamm der Polanen stammen soll. Alles in allem wird so die „Legende“ weitestgehend durch reale Orte gestützt.

Die weitere Abschaffung der Germanen

Die zweite Phase des Christentums begann mit der Übernahme des Frankenreiches durch den Hausmeier Karl Martell, der zum Stammvater der Karolinger wurde und defacto von 714 bis 741 regierte. 723 christianisierte er massiv die Chatten, kurz darauf die Bajuwaren. Sein Enkel Karl der Große, (Sohn von Pippin dem Jüngeren) der von 768–814 regierte, setzte die Christianisierung in einer dritten Phase durch. 772 die Sachsen, 776 die Langobarden, danach die Abrotiden und Wenden, 792 die Friesen In die Zeit Ludwig des Frommen fällt die beginnende Christianisierung der Skandinavier. 823 die Dänen, 829 die Schweden. Ab 870 wurde Island offiziell vom Wikinger Gardar Svavarsson besiedelt und als Gardarsholm bezeichnet. Tatsächlich wurde es schon im 7. Jhd. von Wikingern erreicht. Bis 960 hielten die Norweger und bis 995 die Schweden an der Heidnischen Tradition fest. Belegt ist das der Amerika-Entdecker Erik der Rote im Jahr 982 n. Chr bereits Christ war. Aber auch danach waren noch nicht ganz Skandinavien christanisiert. Um 1015 war schliesslich Norwegen christianisiert und ca. 1087 fiel auch der heidnische Tempel von Uppsala unter Inge I. was die komplette Christianisierung Schwedens zur Folge hatte. Die Norweger christanisierten schliesslich auch 1262 Island. Damit war die Zeit der Wikinger auch im letzten Zipfel ihrer Welt vorbei. Die Germanen wurden praktisch systematisch erst von den Merowingern, aber im besonderem Maße von den Karolingern abgeschafft, ihr Land an Karolinger Günstlinge verschenkt und so die Identität mit den alten Stämmen zerstört, um sie als römisch katholische Untertanen gefügig zu machen. Schliesslich ließ sich Karl der Große von seinem Weströmischem Papst als direkt von Gott berufener Kaiser krönen, was den Anspruch erhebt über alle Menschen zu stehen. Der Rest der Könige Europas beugte sich dem Glauben um der Anerkennung als König willen und setzten schliesslich die Zwangsmissionierung ihrer Bevölkerung durch. 927 folgte Bulgarien, 972 Russland usw. Interessanterweise ließen sich auch die Bulgaren als Czar von ihrem Papst der öströmischen Kirche krönen. Und die Russen folgten dem Beispiel, nachdem Byzanz zunehmend in Not geriet. Alle Zaren und Kaiserkronen beruhen also auf Erpressung der jeweiligen Kirchenoberhäupter.

Krieg der Religionen

Mit dem Zusammenbruch der Hethiter brach auch die Religion der Hethiter zusammen, da die Priesterschaft in Wechselwirkung zum Königreich stand. Es entstand in Anatolien ein wildes Sektenwachstum, das sich an der hethitischen, ägyptischen, griechischen und babylonischen Mythologie bediente und daraus ihr eigenes Glaubenssystem entwickelte. Es war die Zeit der Nabatäer, der Phönizier der Orphiker, Platoniker und Herakliden, von Homer, Troja und Odysseus sowie dem ersten Auftauchen der Iškuzaia bzw. Kiššutu unter ihrem Führer Tugdamme (Griechisch Lygdamis) die von der modernen Forschung mit Skythen gleichgesetzt werden und von den Assyrern mit dem Schimpfwort Gutäer bezeichnet werden. Interessanterweise gilt die Schlangenfrau Echidna in Hylaia als Mutter von Agathyrsos, Gelonos und Skythes. Deutlich wird dieser Widerspruch schon z.b. zwischen Avesta und Rigveda. Für die Assyrer begann Indien jenseits des Zagros und die Assyrer konnten die Inder nicht ausstehen. Also deuteten sie die Religion um. Alles was gut war, wurde böse und was böse war, wurde gut. Die Umdeutung ist also politischer Natur. Aber das klappte nicht so ganz, denn überall finden wir Spuren davon, das ursprünglich beide Dämonen und Götter den gleichen Stellenwert hatten. Die ursprüngliche Religion war noch Jahrhunderte in der Erinnerung präsent. Auch der Teufel war ursprünglich im Gefolge des Gottes, er ist ja ein gefallener Engel. Die Religion war also von Anfang an ein Werkzeug der Mächtigen. Während in Indien die Asuras auf die Stufe von Dämonen herabsanken, sind die Ahuras im Iran/Irak vergöttlicht, eine Folge der Einwanderung der Assyrer.

Dementsprechend gelten im Iran die Daevas als Dämonen, während die indischen Devas (Sura) vergöttert sind. Somit verkörpern die Ahuras im Iran den aufbauenden Geist (Vohu Manah, Spenta Mainyu), während die Deavas den zerstörerischen Geist (akem manah, Angra Mainyu, aka mainyu) verkörpern, was in Indien genau umgedreht ist. So kommt es das der Ahriman im Assyrischem Gebiet für das Böse und der Airyaman/Aryaman zwischen Zagros und Indien für das Heilende/Freundliche und für Gastfreundschaft steht. Woran erkennt man nun die ältere echte Überlieferung? Die Ansicht der Inder ist um einiges älter. Warum? Weil die ältere Religion sich vielmehr in die Steppen verbreitete. Ihr Verbreitungsgebiet muss im 2 und 1. Jahrtausend vor Christus riesig gewesen sein und dürfte die gesamte Eurasische Steppe umfasst haben. Es reichte einst sogar bis nach Germanien und Spuren davon finden sich sogar in der Edda. Wir wissen z.B. von den Sarmaten das sie eine indoiranische Sprache benutzten, wobei sie sicher auch indoiranische Religion übernahmen. Unsere Annahme ist, (wenn auch unausgesprochen) das sie eine iranische Sprache sprachen und damit verbunden wäre die Religion der Assyrer. Aber das ist eher unwahrscheinlich, denn die Osteuropäer waren mit den Kaukasusvölkern über Jahrtausende im Handel und die Kaukasusvölker handelten wiederum mit Uratu, Hurritern, Maitani, die ja regelmässig von den Assyrern heimgesucht wurden, wenn sich dort mal wieder ein neuer Herrscher etablieren wollte. Der gesamte Norden von Assyrien dürfte in Opposition zu Assyrern gestanden haben. Und das gleiche gilt für die Hethiter. Auch hier dürfte der Osten in Opposition gestanden haben. Und all diese Völker verehrten z.B. Schlangen wie auch die Inder. Die Schlangenfrau Echidna ist identisch mit Tiamat die dem Assyrischen Göttern den Thron streitig macht. Und sie ist identisch mit Naga, deren Ursprung vermutlich im Ort Nagar liegt, der nördlich von Assur im Gebiet der Bergstämme, der Maitani und der Uratäer liegt und heute der Siedlungshügel von Tell Brak ist.

Dschazira-Ebene

Dschazira-Ebene

Diese Stadt war seit dem 3. Jahrtausend eine Drehscheibe des Handels zwischen dem Kaukasus, Mesopotamien und Anatolien. Sie liegt in der Dschazira-Ebene am Dschaghdschagh (antiker Mygdonios), einem östlichen Nebenfluss des Chabur, nahe der Einmündung des Wadi ar-Radd. Dschazira ist der arabische Name für Nordmesopotamien. Dort verschanzten sich einst die Subartu und viele andere Stamme wie z.b. auch Kurden in den Bergen. Diese Ebene gab auch dem TV Sender Al Jazeera seinen Namen. Sie wird im Arabischen als „Seele“ Arabiens gesehen und stand praktisch immer in Opposition zu den Großmächten, denn hier stritten sich Akkader, Hethiter, Ägypter, Assyer, Maitani, Römer, Byzanz und die arabischen Kalifate um die Vormacht im Orient. Und es gibt eine weitere unerwartete Verbindung von al-Ǧazīra zum Wort Gazette, was für eine Zeitung steht. Ursprünglich wurde 1536 die erste Gazetta als Flugblatt mit dem Namen Gazetta di Venezia von der Opposition veröffentlicht, die für einen Zecchino verkauft wurde. Venedig war damals eine Drehscheibe des Handels mit dem Orient und auch eine Drehscheibe für Juden die damals aus Italien verbannt wurden und die Heimatlosen eine Überfahrt nach Judäa ermöglichten. Wohl nicht so ganz legal. Dementsprechend interessant ist, das man in Indien asha mit „Wahrheit, Ordnung, Glück“ und druj „Lüge, Chaos, Zerstörung“ übersetzt. Nun sollte man aber wissen das druj mit dem engl. true bzw. Truth (wahr, Wahrheit) urverwandt ist.

Spinnt man diesen Faden weiter, muss die ursprüngliche Bedeutung von asha Lüge sein. Der Name Asa-tru würde also jedem antikem orientalischem Menschen suggerieren das die Lüge zur Wahrheit (oder alternativ die Wahrheit zur Lüge) wird, was garnicht soweit hergeholt ist, denn viele Rituale, Vorstellungen und Ansichten sind pure Neuzeit-Erfindungen und stehen teilweise sogar im krassen Gegensatz zu dem was die Menschen wirklich dachten. Rita ist die Ordnung (Ritus) die durch das Rath verkörpert wird. Und natürlich braucht die Ordnung einen Wächter. Dieser nennt sich im avestischem Vərəθraγna/Varath.ragna (wird über Vahagn-Vram zu Vahram und schliesslich zu Bahram, was die mittelpersische Bezeichnung für Mars ist) und damit z.B. Thor entspricht. Ragna entspricht wiederum dem Recken, also dem germanischem Reik (ric), der dem lateinischen Rex (König) entspricht. Der ursprüngliche Rex war also ein Wächter der das Reich beschützte, kein absoluter Herrscher zu dem ihn die Römer definierten. Das zeigt das die Römer das Wort entlehnten. Und es zeigt auch das Ragna-rök also nicht die Götterdämmerung, sondern vielmehr den Kampf der „Wächter von Rök“ bezeichnet.

Rök ist ein Ort in Schweden, heute Ödeshög, damals wohl zu den Östergötland gehörend. Der Sinn des Textes ist jedoch nicht wirklich entschlüsselt, zumal der Name Thorvaldʀ auf dem Stein in einer Art verschlüsselt wurde, die auch auf den Orkney-Inseln gefunden wurde. Auf den Runenstein von Rök (Rökstenen), der aus dem 9. Jhd. stammt, steht die Geschichte von ca. 450-500 Jahren:
„Ich sage dem Volk und den jungen Männern welche die zwei Kriegsbeuter waren, von den beiden Beutestücken die zwölfmal genommen. Beide Beutestücke auf einmal, von verschiedenen Männern.“ Vermutlich bezieht sich das auf die Erbeutung von England und Irland (Dublin), die durch Angelsachsen und Wikinger erobert wurden.
„Ich sage als zweites, wer vor neun Menschenaltern lebte und das Leben unter den Hreidgoten (reitenden Goten) verlor. Und er starb unter ihnen wegen seiner Missetaten. (Offenbar zählte ein Menschenleben rund 50 Jahre) Es herrschte Theoderich der Kühngemute, der Fürst der Seekrieger (Wikinger), über den Strand des Hreidmeers.“(das Mittelmeer?) (Der Ostgote Theoderich der Große von Ravenna, *451/56; †526 alias Þjóðríkr der Starke, Þiudareik, Thidric alias Dietrich von Bern)
„Jetzt sitzt er gerüstet auf seinem gotischen Ross, den Schild auf der Schulter, der Held der Märinge.“ (Mæringa = Mähren, ein Mährischer Held, offenbar der Name des Ostgoten-Geschlecht der Amaler) Von Theoderich gab es eine Statur auf einem Pferd in Ravenna. Die wurde 801 nach Aachen gebracht.
„Das sage ich als zwölftes, wo das Pferd Gunnar´s sieht Futter auf dem Schlachtfeld, wo zwanzig Könige liegen.“ Gunnr ist eine Wallkyre die u.a. in der Voluspa genannt wird, gemeinsam mit Róta and Skuld. Offenbar handelt es sich um eine größere Schlacht bei der 20 Könige den Wallküren (des Todes) zum Fraß vorgeworfen wurden.
„Das sage ich als dreizehntes, welche zwanzig Könige saßen auf Sjólund (Seeland, Dänemark) vier Winter mit vier Namen, die Söhne von vier Brüdern. Fünf Valkis (Valke), Söhne von Hráðulfr (Radulf), fünf Hreidulfe (Reidulf), Söhne von Rugulf, fünf Haisle, Söhne von Hôrðr (Harud), fünf Gunnmunders (Kynmundrs), Söhne von Bjôrn (Berns).“ Nun ist die Geschichte vollendet. Jetzt sagt den jungen Männern, alles forscht nach. Ich sage den jungen Männern, wer aus der Linie Ingolds (Ingevalds, dem Geschlecht der Ynglinga) wiedergut machte, dank des Opfers einer Hausfrau. Vermutlich handelt es sich dabei um Asa, (Ingvalds Tochter verheiratet nach Schonen), die Mutter von Ivar Vidfamne (um 655 König von Schonen) dem Gründer des Geschlechts der Skjöldunger (Scyldinger), die bei Machtübernahme von Ivar Selbstmord begangen haben soll. Dies erschliesst sich grob aus der Chronik der Langobarden, ist aber nicht belegbar und gilt als mythisch.
Ich sage den jungen Männern, welchem Helden ein Nachkomme geboren ist. Vélinn ist es. Er konnte einen Riesen fällen. Vélinn ist es. Ich sage den jungen Männern Þórr. Sibbi of Vé, der neunzigjährig zeugte (einen Sohn). Björn Eriksson, war nach der Hervarar-Saga von etwa 900 bis 950 König von Schweden und Vater von Olof II. Björnsson und Erik Segersäll.
Die Verschlüsselung deutet auf die Regentschaft des Røgnvald Eysteinsson (Ronald), Jarl (Earl) von Møre und den Orkney-Inseln um 900 AD. Mit Harald Hårfagre zog er und seine drei Söhne aus um Schottland und Irland zu erobern. Sein Sohn Ivar starb in der Battle of Hafrsfjord. Die Sagen erzählen er sei der Vater von Ganger-Hrólf, der mit Rollo (Hrólfr), Vorfahre des Dukes of Normandy identifiziert wird, der 930 die Normandie eroberte. Røgnvald ´s Sohn Sigurd Eysteinsson übernahm die Orkney und regierte von 875–892 AD). Røgnvald soll der Sohn von Halfdan, King of Lochlann alias Halfdan Svarti, König von Vestfold und/oder Agder (810 – 860 AD) und Sohn von Guðrøðr veiðikonungr (Gudfred: 804–810) aus dem Geschlecht der Yngerlina gewesen sein.
mit Hôrðr (Harud) könnte Hrœrekr Ringslinger auch Rorik Slængeborræ gemeint sein, Sohn von Hodr, König von Seeland. Eroberte Kurland, Wendland und Schweden. Besiegte Wihtlæg alias Viglek, lateinisiert Vigletus, Großvater von Offa von Wuffinga
Häsling bezieht sich auf Hälsingland in Norrland

Der Koran bezeichnet eine Kapitel im heiligen Buch als Sura bzw. Sure, das heisst, das er die Religion aus Sicht der indischen Götter erzählt, nicht aber aus assyrischer Sicht. Die selbe Sichtweise nimmt das Judentum ein, das zwar nicht die Assyrer, dafür aber die Babylonier dämonisiert und demzufolge auch mit den Persern paktiert, weswegen auch der Perser David verehrt wird. Mit anderen Worten, Veden/Juden/Araber/Perser/Meder und Assyrer/Babylonier konnten sich nicht ausstehen und haben sich gegenseitig dämonisiert. Was der einen Seite der Schutzengel war, wurde zum gefallenen Engel und was einst die Götter der Erde waren, wurde zu den Dämonen der Unterwelt.

2400-1900 BC Region/Religion Protogenos Ouranous
Goldnes Zeitalter Indien/Veden Shiva (Dyaus pitar)
Goldnes Zeitalter Ägypten/altes Reich Atum/Nun/Hor
Goldnes Zeitalter Akkad/Ur-III Anu/Inanna(Ishkur/Ianna)
Goldnes Zeitalter Hatti Taru (Šaru)/Eštan(Šara)/Adad(Iškur) (Eštan=Ištanu od. Ḫanna)
Goldnes Zeitalter Hurriter/Vansee Šaru/Šala/Ḫaldi (Ishkur)
Goldnes Zeitalter Zagros Anahita (Ardvi Sura Anahita)
Goldnes Zeitalter Levante/Kanaan Elohim/Ashara(Ishara/Shara)/Hadad
Goldnes Zeitalter Minoer/Griechen Aither(Ouranos/Uranus/Zemelos)/Gaia(Terra/Semele/Oran)
Goldnes Zeitalter Germanen Ymir oder Mimir/Nerthus (Earthus)
1900-1200 BC Region/Religion Erbe Saturn
Silbernes Zeitalter Indien/Hindu Indra
Silbernes Zeitalter Ägypten/mittleres Reich Ra/Seth
Silbernes Zeitalter Babylon/Assyrer Shamash/Marduk/Assur
Silbernes Zeitalter Hethiter/Luwier Tarḫunna (Sharu)/Tarhunt
Silbernes Zeitalter Maitani/Hurriter/Uratu Adad/Kumarbi
Silbernes Zeitalter Levante/Kanaan Baal/Dagān
Silbernes Zeitalter Minoer/Griechen Chronos/Kronos/Saturnus (Satyr)
Silbernes Zeitalter Germanen Tuistu/Tius
1200-600 BC Religion Enkel
ehernes Zeitalter Indien/Hindu Brahma
ehernes Zeitalter Ägypten/neues Reich Aton/Thot/Osiris
ehernes Zeitalter Babylon/Assyrer Nabu/Ishkur
ehernes Zeitalter Arzawa/Phrygien Artemis/Herakles/Kentaur
ehernes Zeitalter Hurriter/Uratu Teššup/Teišeba
ehernes Zeitalter Levante/Kanaan Baal
ehernes Zeitalter Mykener/Griechen Phanes/Aither/Theseus
ehernes Zeitalter Germanen Votan/Mannus
ehernes Zeitalter Daker/Thraker Apollon/Dionysus
600-0 BC Religion Erneuerer
schwarzes Zeitalter Indien Brahma/Vishnu
schwarzes Zeitalter Ägypten, neues Reich Anubis/Osiris
schwarzes Zeitalter Babylon/Assyrer Nabu
schwarzes Zeitalter Lydien/Phokäa Artemis/Kybele
schwarzes Zeitalter Hurriter/Uratu/Mannai Aramazd/Telipinu
schwarzes Zeitalter Levante/Kanaan Melkart/Jahwe
schwarzes Zeitalter Meder Manda d-Hajje (Haddad/Adad)
schwarzes Zeitalter Perser Ahura Mazda (weiser Herr,Aura)
schwarzes Zeitalter Kreta/Griechen Zeus (Dius)
schwarzes Zeitalter Römer/Etrusker Jupiter (Ius pitar)
schwarzes Zeitalter Germanen Odin/Wotan (Uthin/Uthra/Rudra)
0-600 AD Religion Erneuerer
klassische Antike Indien Krishna/Buddha
klassische Antike Ägypten, römisches Reich Pharao
klassische Antike Levante/Kanaan Jesus/Christus
klassische Antike Meder Manda d-Hajje (Haik/Haide) (Abathur/Hibil)
klassische Antike Perser Vərəθraγna(Vārāth.ragna)
klassische Antike Kreta/Griechen Herakles (Aeraclius)
klassische Antike Römer/Etrusker Aeneas/Mitras/Hercle
klassische Antike Germanen Thor/Thunar

Der Begriff Haida wiederum steht für die Religion der Mandäer, die im Konkurrenzkampf mit dem Judentum und später dem Christentum unterlag. Manda d-Hajje war parallel zu Jesus der Religionserneuerer und davon leitet sich auch Haida. Der Hauptträger dieses Glaubens waren anfangs die Meder, die seit dem Zusammenbruch des Hethiterreiches Teile der Bevölkerung und damit auch ihrer hethitischen Religion integrierten. Hajje leitet sich daher von Tud-halija ab, also von den hethitischen Großkönigen, wovon es gleich vier dieses Namens gab. Unter Tudhalija I. wurde das neue Reich der Hethiter gegründet. Vermutlich legitimierten sich die späthethitischen Kleinstaaten über eine königliche Herkunft des Hethiter Tudhalija. Tud-halija geht wiederum auf die alte hattische Religion des Adad (Ḫadad=halija) als Sohn des Sharu zurück. Der Gedanke an den legendären Sharru Kin war durchaus erwünscht. Hajje gilt als Religionserneuerer und gilt laut Armenischer Chronik als Mitglied des Hauses Rusa das seine göttliche Herkunft über den Dynastiegründer Arma (dem hethitischen Mondgott Arma) und damit praktisch über Hethitische Mythologie belegt. Über Uratu kam der Begriff dann in den Kaukasus. Mit den Sabiren, Alanen, Cimmerer, später auch den Awaren und Albanern kam die Religion in die Sarmatische Steppe und breitete sich in der russischen Steppe mit den verschiedensten Reitervölkern aus. Der Glaube wurde offensichtlich von den Steppenvölkern mit samt der Sprache angenommen, die daraufhin auch den berühmten Tierstil entwickelten. So mancher orientalischer Dämon erlebt so eine Wiedergeburt in der Steppe, wenn auch mit Totalsanierung. Auf diesen Begriff „halija“ geht sowohl das Wort heilig als auch heil und eben auch Heide zurück. Diese Religion der Mandäer war zeitweise stark verbreitet und die extreme Nähe zum frühem Judentum entspricht durchaus der Entfernung der Arianer vom Christentum. Andersrum hat sie deutlich persische Namen die an die Avesta und den Mazdaismus erinnern. So wurde aus zooastrischem Abthur der mandäische Abathur und aus der jüdischen Eva, die mandäische Hewa. Der Ursprung dürfte Medisch sein. Der Mandäismus weisst also massive Gemeinsamkeiten mit dem frühen Judentum, aber in den Ansichten auch mit den Arianern auf, die beide die Trinität mit Jesus als Sohn Gottes ablehnen. Auch die Araber lehnten diese Trinität ab, was zur Gründung des Islam führte, wo Mohammed die Rolle des Religionserneuerers einnimmt. Die gleiche Rolle als Religionserneuerer nimmt Zarathustra im Mazdaismus und Buddha im Vedischem Hinduismus ein. Nach dem Zusammenbruch des Hethiterreiches und der Assyrer entstand also ein religiöses Vakuum das von Religionserneuerer mit ihrer eigenen Auslegung gefüllt wurde.

Die gesamte Kirchengeschichte zwischen dem 4. bis 7. Jhd. wird von Streit zwischen Arianern und Christen dominiert. Davor bekämpften sich Mandäer und Juden von 500 v. Chr. bis zu Übernahme des Christentums durch Konstantin. Zeitgleich tobt im Osten der Konkurrenzkampf zwischen Zooastriker und den Buddhisten, die den vedischen Glauben ablösen wollten. So entstand gleichzeitig fast gleichzeitig das frühe Judentum, die Zen-Avesta (Zooastriker), der Buddhismus und der Mandäismus, Gründungen wie die Nabatäer und es gab auch Versuche zur Erneuerung der griechischen Mythologie, z.b. mit den Orphikern und der Platonischen Lehre. Diese Rivalitäten der Religionen beginnen mit der Zerstörung des Turm von Babylon durch Xerxes. Ab diesen Zeitpunkt kämpfen die Religionen um die Vorherrschaft im Orient und missionieren jeden den sie kriegen können. Da frühjüdischer und mandäischer Glaube auf den Mythen der Mesopotamier (und Hethiter) beruhen, die im Babylonischem Exil entstanden, schliesst sich hier wieder der Kreis. Glaube war wohl noch nie besonders logisch. Aber mit diesem Glauben wandert immer auch ein bestimmter Wortschatz, er wird entlehnt und in jeder Sprache anders ausgelegt.

Die Kleidung der Wikinger

Rekonstruierte Kleidung der Rus/Varinger

Rekonstruierte Kleidung der Rus/Varinger

Die Kleidung ohne Hosen war sicherlich nicht besonders angenehm für Reiter. Hosen war also eine Notwendigkeit und wurden daher auch von Reitern erfunden. Reitern wie z.b. den Hreidgoten. Doch wer das nun genau war, ist nicht zu beantworten. Die Thorsberg-Hose zeigt jedoch, das die Germanen schon im 4. Jhd. Hosen benutzten. Das Schnittmuster entspricht im wesendlichen der Rushose die auch Pluderhose genannt wird, wobei hier die Oberschenkel extreme Weiten (Pluder) aufweisen, der Unterschenkel wurde eng anliegend umwickelt, später auch geschnürt. Man kann wohl vermuten das beim Wikinger Ragnar Loðbrók sich der Beiname auf die Loden (Hosen) bezog. Womöglich trug auch er eine ähnliche Form dieser Pluderhosen. Später gab es davon auch eine Zweiteilung die aus einer Kniehose und hohen Strümpfen bestand, in der die Kniehose eingebunden wurde. Daneben weisen Rusmützen auch die spitze Form auf, die üblicherweise den Skythen zugeschrieben werden. Ähnliche Mützen wird es auch bei den Germanen und anderen Völkern gegeben haben. Die Russen der damaligen Zeit waren wohl die Trendsetter der Wikinger, weil man in der Ferne einfach praktische Dinge erfand, während die Kelten sich für die Toga der Römer begeisterten. Die Mode des Ostens setzte sich mit der Zeit auch im Westen durch und nahm schliesslich bei den Franzosen und Italienern mit ihren fluffigen Puffhöschen und Strumpfhosen extreme Formen an.

Die Rus-Kleidung wurde fast ausschließlich auf der Grundlage archäologischer Funde aus „Waräger“ Siedlungen in Russland gemacht. Alle Nähte wurden per Hand ausgeführt und entsprechen dem Orginal soweit es von Funden bekannt ist (Fentz 1987a; Hägg 1974 Hald 1980 Walton 1989). Stoffe und Fäden aus Naturfasern (Seide, Wolle oder Leinen) wurden ausgewählt, um die archäologischen Funde so gut wie möglich zu rekonstruieren. Metallgegenstände wurden von cire perdue Gießen aufgrund von Wachsabdrücken gemacht.

Das Wort Skythen entstand wiederum aus dem Wort Goten, genauer gesagt über das altgermanische Guta, was schlichtweg „Wanderer“ (von gutan, gehen) heisst, über die Stufen „Guta“ , „Kutha“ zu „Kuthia“ und schliesslich zu „Skythia“. Sichtbar wird es daran, das sich der Begriff erst im 7. Jhd. so richtig durchsetzte. Diese Skythia leben im Umfeld von „Artemis Tauropolos“, einem Heiligtum der Artemis in Chersonesos, einer dorisch griechischen Kolonie auf der Krim die von den Goten in Theodoraja und werden von Herodot als Taurer bezeichnet. Die von Ammianus Marcellinus im 4. Jhd. genannten „Arichi“, die “Sinchi“ und die “Napaei‘ gehen wohl auf Archaia, Neapolis und einen weiteren Ort zurück, die im südlichem Gebirge leben sollten. Dazu kommt auch noch das sich der Begriff „Slawig“ von „Slaswic“ ableitet, was schlichtweg Schleswig bedeutet und der Name des ursprünglichen Hafens direkt neben Haithabu war. Slaswic ist eher Westgermanisch. Sliesthorp ist dagegen Ostgermanisch und bedeutet Dorf an der Schlei, Schleidorf. Die merkwürdige Aussprache wird auch vom Thüringern Dialekt benutzt und dürfte ein Erbe der Varini oder Warnen (Varini, Warjan, Wirounoi, Væring-jar oder Varyags, griechisch Varangoi, Variagoi) aus Wagria (auch Wagerland oder Waierland) sein. Claudius Ptolemäus erwähnt 150 n. Chr. die Wirounoi als kleinen Stamm zwischen den Saxonen und Sueben, am Nacken der Kimbrischen Halbinsel, was exakt der Position von Wagria in Ostholstein entspricht. (nur unsere Wikipedia kann 1+1 nicht zusammenzählen). Eine ähnliche Wortumgestaltung wie Sliethorp findet man auch in Böhmen, Mähren, Schlesien und praktisch in allen Slawischen Ländern beim Slibowitz, einem Obstschnaps aus Pflaumen, slawisch Sliwa, der Schlehe, einer Pflaumenart (Prunus spinosa). Den Schlehenlikör haben Germanen auch mit nach England gebracht, wo er Sloe Gin heisst. Das Verbreitungsgebiet des Pflaumenschnapses entspricht interessanterweise dem Verbreitungsgebiet von Germanen. Die Warnen alias westslawische Wagrier (als Teilstamm der Abodriten) sind auch ein hervorragendes Beispiel wie aus Germanen Slawen werden. Die slawischen Wagrier werden erstmals für das Jahr 967 von Widukind von Corvey in seiner Sachsengeschichte als Waari erwähnt. 808 überfielen Dänen den Handelsort Reric der sich nördlich von Mecklenburg befand und siedelten die dortigen slawischen Kaufleute der Obotriden (Bodrizen oder Abodriten) an die Schlei um. Damals entstand die neue Stadt Haithabu unmittelbar neben dem alten Handelsort Slaswic. Ganz offensichtlich waren die slawischen Kaufleute der Obotriden (Wagrier) astreine ostgermanische Warnen die nun zu Schleswiger wurden. In den Tribes of Widsith wird in Zeile 26 gesagt das die Varni von Billung (belegt sind nur die Söhne Hermann Billung geboren 900/912 in Harms ouden Dorp, Hermannsdorf bis 973 in Quedlinburg und Wichmann I.) regiert werden. Später wird dieses Gebiet auch Billunger Mark genannt. Der Fürst Wichmann verhandelt 811 mit Karl dem Großem.

Damit war ein Großteil der Bevölkerung rund um die Schlei eher Germanisch als Dänisch. Ein bisschen Thüringer Warnen hier, ein bisschen Sachsen da, dort ein bisschen Anglisch und mittendrin natürlich auch Dänen, Skandinavier und sicher auch Wenden.

Es dürfte ein buntes Völkchen in Haithabu ansässig geworden sein. Deshalb war Haithabu auch eine Wikingerstadt, weil es für die Wikinger und Auswanderer das Tor zur neuen Welt wurde, wie 1000 Jahre später Hamburg. Diese Neuankömmlinge nannte man in Nowgorod wohl Slaswicer, woraus mit der Zeit Slawicer und schliesslich Slawen wurden. Ihr neues Land im Osten (um Nowgorod) nannten sie deshalb auch Slawija. Und aus dem Osten kamen die Slawen ja. Womöglich sind die Polabi und Abotriden einfach ein Rückimport aus Novgorod (alias Starigard Ladoga) und Kiev.

Die Slawen tauchen also genau da auf, wo die Germanen verschwinden, weil das schlichtweg die selben Menschen sind. Die Slawische Einwanderung ist nur der intensive Ostseehandel der von den Häfen Starigard (bei Aldinborg, Oldenburg in Wagrien Ostholstein), Slaswig (bei Haithabu), Reric, (bei Rostock) aus über Wolin nach Samland (Königsberg), Volyn (Wolhyien) in die slawischen Städte ging. Eysyssla (auch Eycilla heute Saaremaa/dänisch Øsel) und Wirland (Virumaa) in Estland, Domesnäs/Kolguragas in Lettland, Windau/Ventspils sowie Semgallen und Livland an der Düna, Tavastland in Finnland, Nowgorod (altdt. Navgard), Rurikowo Gorodischtsche („Ruriks Städtchen“ alias Hólmgarðr) Polazk (Belarus, Polotesk alias Paltejsborg, erwähnt 862), Rostov (in Jaroslawl, erwähnt 862), Staraja Ladoga, Murom (an der Oka, erwähnt 862), Belosersk (am Weißen See, (vergleiche dt. Weißensee), erwähnt 862, Residenz von Warägerfürsten Sineus), Susdal, Smolensk (am Dniepr, erwähnt 863 als Ort der Kriwitschen, kriviči alias Krievija, baltische Bezeichnung für Russen), Rostov (am Don, Tor zum Kaukasus), Kiew (gegr. um 862/864-868, Residenz von Waräger Askold und Dir). Sogar bis Jursalir (Jerusalem) kamen die Wikinger. Offenbar gibt es sehr intensive Forschungen, die sich auf die Besiedlungsvorgänge im Umfeld slawischer Herrschaftszentren Starigard, Wolin nahe der Odermündung, Sitz der Jomswikinger und Novgorod (altdt. Navgard) unweit des Ilmensees konzentrieren. Alle drei Orte waren Teil des Wikinger/Waräger-Netzwerkes. Zusammen mit Haithabu war Aldinburg Hafen im Ostseehandel und später ihre neuen Häfen auch Teil der Hanse. Die Schiffe gingen bis ins Samland (Königsberg) oder nach Kiew (spätere Namen sollen Krievija? oder Kiänugard gewesen sein, aber nach der Tabula Rogeriana got. Kīāū ausgesprochen Kiiäw).

dt. Orte Kiever Rus
Starigard (bei Aldinborg im Wagerland, Ostholstein) Staraja Ladoga (Aldeigjuborg, besiedelt 753)
Wolin an der Oder Volyn in der Ukraine (neudeutsch Wolhynien)
Plato oder Plotho (auch Platen, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen) Polotesk (Belarus heute Polazk, alt Paltejsborg)
Reric (oder auch Rostock) Rostov am Don (in Jaroslawl, erwähnt 862)
Hólmgarðr (Region im schwed. Uppsala) Rurikowo Gorodischtsche (Hólmgarðr)
Kiel Kiew (um 482 AD gegründet, denthrochronologisch datiert)
Die Pictensteine auf der Wikingerroute

Die Pictensteine auf der Wikingerroute

Auch in England dürften die Kelten auch so langsam knapp geworden sein, nachdem im Jahre 880 Harald Hårfager laut der Heimskringla und den Annalen von Irland, die Orkneys erobert und Rognvald Eysteinsson (Rognvald von More) zum ersten Jarl eingesetzt haben. Die Expeditionsroute nach Schottland ist hervorragend durch die sogenannten Piktensteine belegt, die in Wahrheit von den Wikingern gesetzt wurden. Der Begriff der Skoloten stammt wiederum vom Skythen-König Kanita (3. Jahrhundert), dieser prägte in Olbia (heute Odessa) Münzen die Skiluros genannt wurden. Ob Kanita ein Skire war und daher die Münzen nach den Skiren benannt wurden, lässt sich bisher nicht feststellen. Der Begriff Skoloten lässt sich daher auf die griechische Siedlung Olbia beziehen und ist vermutlich ein Übertragungsfehler. Später wurden sie von Griechen als „Olbiopoliten“ (Olbia Polis, Stadtstaat) bezeichnet, was wohl eine Erfindung der Griechen ist.

Nach den christlichen Mappa Mundi heissen sie Scitotauri. Nach Herodot gab es vier Hauptabteilungen der Skythen, die Aucheten, Nachkommen von Leipoxais, dem ältesten Sohn des Gründerheros Targitaus, die Katairen und Traspier, Nachkommen des mittleren Sohnes Arpoxais, und die Paralaten oder königlichen Skythen, Nachkommen des jüngsten Sohnes Kolaxais (Herodot 4,6). Dieser Name taucht auch bei Alkman von Lesbos und Valerius Balba (70–96 v. Chr.) auf. Alle diese Abkömmlinge zusammen würden sich Skoloten nennen, die Griechen nannten sie Skythen.

Wenige Seiten weiter schreibt Herodot von Ackerbau treibende Skythen die im Lande Hyläa (von griech. “hýlē“ ‚Wald‘) zwischen Borysthenes (Dniepr) und Hypanis (Südlicher Bug), bis zum Fluss Inhul (Pantikapes, iranischer Name des Bosporos) und elf Tagesreisen nach Norden.

Er schreibt: „Sie nannten sich selbst Olbiopoliten (von Olbia Polis). Östlich der Olbiopoliten (Olbia) beginnt die Steppe, hier lebten nomadische Skythen bis zum Gerrhus (vielleicht einem Nebenfluss des Dnepr). Wiederum östlich davon lebten die königlichen Skythen, die alle anderen Skythen für ihre Sklaven halten und am zahlreichsten waren. (Herodot 4, 20) Ihr Siedlungsgebiet reichte bis auf die Krim und den Tanais (Don). Östlich von ihnen siedeln die Sauromaten (vermutlich Saumakos, ein ehemaliger Sklave des Pairisades, skythischer Sklave, der 108/107 v. Chr. erfolgreich einen Sklavenaufstand im Bosporanischen Reich anführte und damit zum Herrscher des Bosporanischen Reiches wurde), nördlich davon die Melanchlänen, so benannt nach ihren schwarzen Mänteln, beides (nach Herodot) keine skythischen Stämme, obwohl die Melanchlänen skythische Sitten angenommen hatten.“ (4,107).

Arrian unterschied asiatische (Abier) und europäische Skythen, letztere nannte er das zahlreichste aller europäischen Völker (Anabasis, 4,1). Die Abier kommen bereits in der Ilias vor (13,6), wo sie als Gerechteste aller Erdenbewohner gerühmt wurden. Quintus Curtius Rufus (Historiker) (7,7,1) nannte den Tanais als Grenzfluss zwischen den europäischen Skythen und Baktrien wie auch zwischen Europa und Asien. Er bezeichnete die Skythen als Teil der Sarmaten. Mit anderen Worten, alle diese Leute entsprechen den mittelalterlichen Mappa Mundi und führen damit die gegenwärtige Vorstellung wer die Skythen waren, ad absurdum. Hinter dem Don werden die Angaben völlig ungenau. Arrian könnte mit Abier auch „Arier“ gemeint haben und vermutlich benutzten Skythen in Asien auch den Begriff ähnlich wie in Pakistan oder Iran im Sinne von „edle Menschen“. Slawen, Skythen, Goten, Sarmaten, Germanen, Wikinger sind also eigentlich dasselbe. Dazu kommen auch noch die Balten die vom gotischem Stamm der Balthen abstammen.

Gotenburgen auf der Krim. Seit 255 wurden Goten auf der Krim heimisch. In den Hochplateaus der Krim hatten vor allem im sechsten Jahrhundert nochmal viele Goten eine neue Heimat gefunden.

Gotenburgen (gotisches Wohnhaus) auf der Krim. Seit 255 wurden Goten auf der Krim heimisch. In den Hochplateaus der Krim hatten vor allem im sechsten Jahrhundert nochmal viele Goten eine neue Heimat gefunden.

Deswegen waren die eingewanderten Stämme in Ostdeutschland gewissermaßen Auswanderer, die im Zuge der Expansion des Kiever Rus nach Westen und damit wieder nach Polen, Tschechien, Slovakien und Ostdeutschland verdrängt wurden, wo seit dem Abzug der Stämme im Rahmen der Völkerwanderung viel Platz freigeworden war, sodaß früher ausgewanderte Stämme östlich von Schlesien, Mähren und Böhmen das uralte Land wieder besiedelten. So erzählen es auch ihre Sagen. Das sie dies mit Vehemenz gegen die Westgermanen verteidigten, zeigt die Unmenge der Burgen die sie innerhalb von 300 Jahren errichteten. Andererseits finden sich 10.000 Gotenburgen, Runensteine, Hügelgräber usw. in der Ukraine und an vielen anderen Standorten im Osten Europas bis hin zur Krim. Allerdings ist diese Gotenburg ein Wohnhaus das in den Stein gehauen wurde und keine Burg.

Ein möglicher Hintergrund der Artus-Sage: Lucius Artorius Castus war ein römischer Offizier vermutlich aus Kampanien, einer Region in Süditalien der im 2. Jahrhundert n. Chr., den eine Theorie als historischen Ausgangspunkt der Sage von König Artus ansieht. Anschliessend diente er in der Legio V Macedonica, die vor allem im heutigen Bulgarien, Serbien und Albanien tätig war und in der er auch zum Primus Pilus befördert wurde. Wahrscheinlich bekämpfte er 172 AD unter Mark Aurel mit der Legio V Macedonica die sarmatischen Iazygen nördlich der Donau-Mündung. Der Tribun Lucius Artorius Castus konnte im 3. Jahrhundert angeblich den Widerstand der Sarmaten brechen, indem er nach einer siegreichen Schlacht ihr Schwert aus dem Boden zog. Das Problem ist nur das er eigentlich nicht auf der Seite der Kelten stand.

Vermutlich zog er 167/168 gegen Pannonien, als dort Langobarden und Obier einfielen. Der Statthalter von Oberpannonien trat danach in Verhandlungen mit den Germanen, erreichte aber nur eine vorübergehende Beruhigung der Lage mit Hilfe des Markomannenkönigs Ballomar. Denn bereits 169 drangen Ballomars Markomannen gemeinsam mit den Quaden bis über die Alpen nach Norditalien vor und zerstörten die Stadt Opitergium. Noch auf Ammianus Marcellinus, den großen Historiker der Spätantike, verfehlte der Einbruch der Germanen nicht seine Wirkung. Aus späterer Perspektive konnten diese Ereignisse wie Vorboten der großen Völkerwanderung wirken. 170 überrannten Quaden, Markomannen und Jazygen (die bereits seit 80 n. Chr. einen Bund bildeten) das strategisch exponierte Dacia (Dakien, was im Jahre 6 von den Römern bereits vernichtet worden war) und stießen anschließend bis nach Moesia superior (Obermösien) vor. Wohl ebenfalls in dieser Zeit scheiterte eine Offensive unter Mark Aurel äußerst verlustreich: 20.000 Legionäre kamen dabei ums Leben. Auch zwei neu ausgehobene Legionen konnten zunächst nicht verhindern, dass die gesamte Donaufront bedenklich bröckelte; in anderen Teilen des Reiches kam es zu Aufständen und Räubereinfällen.

Die Jazygen hatten bereits 92 in Brigetio die Legio XXI Rapax der Römer zu vernichten. Auch 107 kam es unter Hadrian zum Krieg zwischen Römern und Jazygen. Während der Markomannenkriege (166–180) waren die Jazygen neben den germanischen Markomannen, Quaden und Vandalen die römischen Hauptgegner. 171 setzten Markomannen, Quaden und Jazygen über die Donau, verwüsteten die Grenzregionen und marschierten nach Italien. Die Quaden unterstützten nicht nur die Markomannen, sondern leisteten auch den Jazygen militärische Hilfe. Diese nutzten die Unruhe unter den Germanen um Raubzüge auf Römische Gebiete zu führen. Im Frühjahr 175 gelang es ihnen die Jazygen kurz vor dem Untergang stehend zu einem Friedensvertrag zu zwingen. Dabei mussten die Jazygen Geiseln stellen. Ein weiterer Punkt war die Verpflichtung, Rom jedwede militärische Hilfe im Kriegsfall zukommen zu lassen und einmalig ein genau festgelegtes Kontingent an Rekruten zur Verfügung zu stellen. Aber der Friede war nicht von Dauer.
Dieser Vorfall soll das Fundament der Artus-Legende bilden, die die von ihm besiegten jazygischen Sarmaten nach Britannien brachten, als sie nach ihrer Unterwerfung als Hilftruppen am Hadrianswall stationiert wurden.

Tatsächlich ist dies garnicht so unwahrscheinlich, denn die Sarmaten waren Haida und verehrten Abathur. Die Germanen dagegen Thorr. Ob die Jazygen erst aus Thorr den Abathur erschufen oder seit je her einen Aba-(Vater)-Thur verehrten, ist eigentlich egal. Der erstgenannte Name der Artus-Sage ist jedenfalls Arthor, was sich vermutlich aus Aar und Thorr.

Der römische Offizier Artorius wurde zwar später als praefectus an den Hadrianswall stationiert, stand jedoch gar nicht auf keltischer Seite. Zwischen 180 und 185 erlitten die Römer große Verluste am Hadrianswall, und einige Zeit später revoltierte und zerfiel die Legio VI Victrix in der er diente. Artorius, der sich offenbar bewährte, wurde 185 zum dux ernannt und nach Aremorica (etwa Normandie und Bretagne) geschickt, um dort einen Aufstand niederzuschlagen. Einige Zeit später beendete er seinen Kriegsdienst und wurde ziviler Prokurator von Liburnia, einem Teil von Dalmatien, mit einem Gehalt von 100.000 Sesterzen. Danach verliert sich seine Spur. Dieses Ende disqualifiziert ihn als „König Artus“.
 

Phantomzeit-These: Es gibt noch die Phantomzeit-These von ILLIG, die der Meinung ist, das das Jahr 614 dem Jahr 911 entspricht. Dieser wies in seinem Buch Phantomzeit in Bayern nach das es kaum etwas aus dieser Zeit gibt. Der Bauingenieur Michael Meisegeier wollte das prüfen und hat sich auf die Suche nach Bauwerken dieser Zeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen gemacht und keine gefunden. Zwei wesentliche Quellen für unser Wissen über das 10 . Jh. sind die Chroniken von Widukind und von Thietmar von Merseburg. Beide sind nach FRANZ Fälschungen des 12. Jh. Als Autor beider Werke wird Wibald von Stablo, Abt von Stablo und Corvey, benannt. Schon FAUSSNER bezichtigt Wibald, eine florierende Fälscherwerkstatt unterhalten zu haben. Wenn diese beiden Quellen hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts anzuzweifeln sind, was wissen wir dann eigentlich über das 10. Jh.? Die noch verbleibenden Urkunden der Ottonen dürften auch Fälschungen Wibalds sein. Der angelsächsische Missionar Bonifatius (672-754), der so genannte „Apostels der Deutschen“ gehört in die Phantomzeit und hätte demnach nie real existiert. Doch möglicherweise ist die Person des Bonifatius nicht so einfach zu negieren. In LASZLO’s Aufsatz über Beda erwähnt die Verfasserin mehr nebenher, dass in der Continuatio Bedae, der Fortsetzung der Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum von Beda Venerabilis (um 673-735), der Tod des Missionars Bonifatius für das Jahr 754 verzeichnet wird [LASZLO, 147]. (Die Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum von Beda Venerabilis berichtet über Ereignisse in England, insbesondere Nordhumbrien, bis zum Jahr 731, d. h. bis weit in die Phantomzeit hinein. Die Continuatio Bedae als Fortsetzung umfasst die Jahre 735 bis 766.) Weiter wird dort berichtet, dass Bonifatius im Jahr 746 um Abschriften von Bedas Werken bittet [ebd, 160]. Darüber hinaus wird ein Briefwechsel zwischen den Missionaren Bonifatius und Lullus angeführt [ebd, 161]. Nach LASZLO sind die phantomzeitlichen Datierungen Bedas als auch die der Continuatio Bedae eine Fortführung der alten Jahreszählung (alte Inkarnationszeit). Sie berichten somit über die Zeit nach dem Zeitsprung von 911 bis 1066. Damit lassen sich für Bonifatius die möglicherweise wirklichen Lebensdaten ableiten:

nach alter Inkarnationszeit nach neuer Inkarnationszeit
Geburt in Wessex (England) 672/673 969/970
Tod in Dokkum (Friesland) 754 1051
Ein bisschen interessante Literatur dazu: Der Eisenwald (Isarnho) von Wangria, von Johann Eike Benesch, herrausgegeben vom Geschichtsverein Bordesholm und als Buchempfehlung: Kudrun – eine Wikingerprinzessin von der Eidermündung? von Peter Höhne Eine Weiterentwicklung der These von Roswitha Wisniewski mit sehr vielen Karten und Unterlagen über die Wikinger. Leider ist der Autor verstorben.
Kudrun – eine Wikingerprinzessin von der Eidermündung? Zugleich ein Beitrag zur Geschichte Schleswig-Holsteins. Mit Auszügen aus historischen Quellen des 9. Jahrhunderts ISBN 3-89693-444-9 (10/2005) 250 Seiten, 21 x 15 cm, 18 Abb., Ebr., EUR 34,00 / SFr 58,90
Das Hügelgrab zu Flintbeck von Zilch, herrausgegeben vom Geschichtsverein Bordesholm
Heiliger Berg, Riesensteine und Schwerkeiche, von Johann Eike Benesch, herrausgegeben vom Geschichtsverein Bordesholm

fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.
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