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Von Bato, Arminius, Widukind und Siegfried

Der Gundestrup-Kessel

Im Jahre 120 v. Chr. wanderten die Kimbern und Teutonen bekanntlich aus Jütland aus. Im Jahr 113 v. Chr. trafen Kimbern, Teutonen und Ambronen in der heutigen Steiermark zum ersten Mal auf Römer. Der römische Konsul Gnaeus Papirius Carbo (Konsul 113 v. Chr.) ließ die Alpenpässe sperren, um die Germanen am Marsch in Richtung Rom zu hindern. Obwohl die Germanen versprachen, friedlich weiterzuziehen und nach Siedlungsland zu suchen, lockten die Römer sie in eine Falle: Carbo gab ihnen Führer mit, die ihnen angeblich behilflich sein sollten, geeignetes Siedlungsland zu finden. Von Carbo hatten die Führer jedoch die Anweisung, einen längeren Umweg zu machen, damit er sie aus dem Hinterhalt angreifen konnte. Während die Kimbern in der Nähe von Noreia rasteten, griffen zwei römische Legionen mit einer Stärke von 12.000 Mann an. Sie wurden in der Schlacht bei Noreia von den Germanen vernichtend geschlagen. Nur ein einsetzendes Gewitter konnte das römische Heer vor der totalen Vernichtung retten: Aus Angst, der Gott Donar könnte den Himmel einstürzen lassen, flohen die Germanen. Historische Quellen hierfür sind insbesondere Appian und Strabo.

Teile der Kimber, Teutonen und Ambronen flohen in eine Region wo sich Save und Donau trafen. Der Rest zog weiter und wurde mehr oder weniger in mehreren Schlachten aufgerieben. Wichtig ist festzuhalten, das in der Region zwischen Save und Donau nunmehr auch Germanen lebten, wenn auch nur eine kleine Gruppe.

Das Siedlungsgebiet der Chatten

Kerngebiet des chattischen Siedlungsraumes waren nach 15 n. Chr. die Ebene von Fritzlar-Wabern und das Kasseler Becken sowie die westhessische Senkenlandschaft bis ins Gießener Becken. Der Ursprung des Stammes liegt bis heute weitestgehend im Dunkeln, nach bisherigen Forschungs- und Kenntnisstand wanderten die Chatten als unbedeutender Kleinstamm um 10 v. Chr. in das Gebiet an der oberen und mittleren Lahn ein, wo sie zu Nachbarn der Sueben wurden, die die niederhessische Senke dominierten.

Allerdings ist das eher unwarscheinlich, denn die vielen kleinen Stämme der Chatten sind ja nicht innerhalb von 10 Jahren entstanden. Vermutlich interpretiert man eine Verschiebung aus Süddeutschland als Einwanderung. Diese Verschiebung entlang des Rheins stimmt mit der Genetik vollständig überein.

Mit der Errichtung des Markomannen-Reiches unter Marbod 3 v. Chr. in Böhmen geht der Abzug von elbgermanischen (suebischen) Bevölkerungsgruppen aus Nordhessen einher, sodaß die Chatten das Machtvakuum nutzen können und sich nach Nordhessen ausbreiten. Funde lassen darauf schließen, dass im späten 2. Jahrhundert n. Chr., zur Zeit der Markomannenkriege, ein erneuter Zuzug elbgermanischer Bevölkerungsgruppen einsetzt, der in seiner Größenordnung jedoch noch schwer abzuschätzen ist. Die kontinuierliche Besiedlung des Ortes Geismar zeigt das die Chatten auch weiterhin in diesem Gebiet lebten.

Im Jahr 11 v. Chr. gerieten die Chatten in Konflikt mit den Sugambrern, weil sie sich weigerten ein gemeinsames Bündnis gegen Rom zu schließen. Ursache für die ablehnende Haltung der Chatten war vermutlich ein Vertrag mit den Römern, der sie zum Schutz der Rheingrenze gegen suebische Gruppen verpflichtete und ihnen im Gegenzug die Inbesitznahme des rechtsrheinischen Ubierlandes gestattete. Nach der Erkenntnis, dass die Römer Pläne zur Eroberung von Magna Germania (Großgermanien, das freie Germanien) hegten, zogen sie sich schon 10 v. Chr. aus dem Gebiet der umgesiedelten Ubier zurück und wanderten zu den Sugambrern aus.

Arminius frühe Lebensjahre

Visualisierung des Arminius und seines Sieges über die Römer

Damit wird klar das die Chatten bereits im Jahre 11 v. Chr. die ersten rechtsrheinischen Foederati Roms waren, womit wohl auch Arminius und sein Bruder Flavius nach Rom gelangte. Sie wurden praktisch der Unterpfand der Treue von Cherusker und Chatten zu Rom.

Arminius wird von Tacitus als ductor popularium, d.h. ein Aufgebots-Führer bezeichnet. Eine eher unbestimmte Funktion die jedoch beinhaltet, das sowohl Flavius als auch Arminius ein Aufgebot mehrerer Krieger der Chatten und Cherusker bei sich hatten. Es ist wohl eher der Ehrentitel eines Adligen und als genau das sahen die Römer die Anführer der Stämme auch an.
Das Aufgebot der Cherusker und Chatten dürfte mind. 500 Mann betragen haben.

Der germanische Adel ist anders zu sehen als der Adel der Römer. Er beruhte nicht auf Erbschaft, sondern eher auf die Stellung der Familie innerhalb des Stammes. Vergleichbar vielleicht mit einem Großbauern. An sie wurden gewisse Erwartungen gestellt und wenn sie denen nicht mehr gerecht wurden, wandte man sich jemanden zu, der besser geeignet war den Stamm zu repräsentieren. Es war also kein Privileg, sondern eher eine künftige Aufgabe. Arminius sah sich als jemanden der sich dieser Aufgabe für würdig erweisen musste.

In der Funktion als ductor popularium diente Arminius während des dem Pannonienkrieg vorangehenden Feldzugs vom Spätherbst 4 n. Chr. bis mindestens 6 n. Chr. im römischen Lager.
Dabei handelt es sich vermutlich um den jeweiligen Anführer einer Auxiliartruppe eine Art Auxiliar-Tribun, was gewöhnlich mind. eine 5 jährige Erfahrung im Militär vorraussetzte.
Arminius diente dagegen wohl nur 10 Jahre, also von 8 v. Chr bis 8 n. Chr. (ein Jahr 0 gab es nicht) und dürfte Anfang des Jahres 8 n.Ch. heimgekehrt sein. Wenn er also im Jahre 20 v. Chr. geboren ist, wurde er mit 11 Jahren Geisel der Römer und ging als römische Geisel für mind. 5 Jahre in die Prinzenschule auf dem Palatin, dabei erlernte er perfekt die lateinische Sprache. Um ca. 4 v. Chr. trat er mit 16 Jahren in die Armee ein. Im Jahre 1 v. Chr. könnte er unter Gaius Caesar in Armenien gewesen sein und war im Jahr 2 n. Chr. vermutlich auch Zeuge des Treffens zwischen Caesar und dem parthischen König Phraates V am Euphrat.

Aufbau römischer Legionen
Römische Legionen wurden damals in drei Linien zu je 1200 Mann aufgeteilt, die in je 10 Manipel zu je 120 Hastati (die jüngsten als Lanzenstecher), 120 Principes (die Vorderen Kriegserprobten) und 60 Triarii (die Erfahrensten) unterteilt waren, jeder Manipel war nochmal in 2 Centurien (also 20 Mann) aufgeteilt.
Ihnen waren jeweils 1200 Mann leichte Hilfstruppen zugeordnet die den Schlachtaufbau stören sollten.
Dazu kamen 10 Schwadronen zu je 30 Reiter die vor allen Dingen Aufklärungsarbeit leisteten und den Feinden nachsetzten. Dieser Aufbau war bis zum 1. Jhd. v. Chr. üblich. Um 100 v. Chr. reorganisierte Consul Marius das Heer und wandelte es in eine Söldnerarmee um. Damit konnte es jeder durch Sold, anteilige Kriegsbeute und Landzuweisung zu einem ansehnlichen Lebensstandart kommen, was insbesondere für die untersten Schichten attraktiv wurde. Die reguläre Dienstzeit lag bei 20-25 Jahre.
Die Zahl ihrer Legionäre unterlag einer durch die Ist- und Sollstärke bedingten Schwankung von 4200 bis 6200 Mann. Die Neugliederung hatte folgendes Aussehen:

  • l Legion = 10 Kohorten = 4200-6200 Mann
  • l Kohorte = 3 Manipel = 420-620 Mann
  • l Manipel = 2 Centurien = 140-210 Mann
  • l Centurie = 70-105 Mann

Die normale Formation für den Kampf blieb die Linie mit drei Gliedern (Acies triplex).
In der 1. Linie standen vier Kohorten, in der 2. drei und in der 3. drei Kohorten.

Im Jahr 1. v. Chr vertrieben die Parther und die Armenier einen römischen Kandidaten für den Thron von Armenien. Kaiser Augustus entsandte daraufhin seinen Enkel Gaius Caesar mit einer Armee nach Armenien, um die Sache in Ordnung zu bringen. Phraates und Gaius schlossen aber Frieden bei einem Bankett am Euphrat.

Nach der Rückkehr aus dem Osten war er prior militia, womit er vermutlich ins Legionslager nach Galatia versetzt wurde. Damit würde er unter Marcus Valerius Messalla Messallinus gedient haben.
Er erwarb sich durch den Militärdienst das römische Bürgerrecht und durch besondere Leistungen den Rang eines Ritters, den nicht jeder bekam.
Natürlich lässt sich kaum etwas davon beweisen, es ist also eine rein theoretische Möglichkeit seiner frühen Jahre.

Er war also zur Varusschlacht knappe 30 Jahre alt und weit und breit der einzige Germane der nicht nur über römische Militärausbildung verfügte, sondern auch bei bedeutenden Schlachten anwesend war und die Auswirkung der Römischen Politik erlebte.  Zudem verfügte er über das Vertrauen der Römer, hatte aber auch ihre Schwächen erkannt.

Ethymologie von Arminius und seinen Cheruskern

Viel wurde über den Namen des Arminus spekuliert. Ich halte Sigimerus für warscheinlich, zumal aus dem Stamm der Franken mehrere Mero- und -mir/-mer belegt sind, u.a. Chaeromir, Merobaudes und nicht zuletzt die Merowinger. Natürlich ist das sehr wage, aber warum nicht?
Sicher war der Name recht beliebt um seine Kinder nach dem berühmten Führer zu nennen. Das Arminus von Armenien abgeleitet ist, halte ich für unwarscheinlich. Seine Rolle da dürfte eher bescheiden gewesen sein. Solche Titel sind ja eher eine Ehrung.
Warscheinlicher ist wohl die Erklärung von Hans Kuhn. Dieser begründet es so:
Da es zur Zeit des Augustus üblich war, dass ein Nichtrömer bei der Bürgerrechtsübertragung den Namen des Römers annahm, der ihm dieses Recht verschafft hatte. Dafür käme ein etruskisches Rittergeschlecht der Arminii als Namenspatron in Frage, sodas es sich bei Arminius um ein nomen gentile, einem römischen Nachnamen handelt. Auf diese Weise kamen so einige Barbaren aber auch freigelassene Sklaven zu ihrem römischen Nachnamen.

Der Name der Cherusker (lateinisch cherusci, griechisch Χηρούσκοι, Cheirouskoi) deutet auf einen Zusammenhang mit den Cherubin (auch Keruben), geflügeltes Mischwesen, zumeist mit Tierleib und Menschengesicht und übernatürlicher Kraft. Die Bundeslade in der Stiftshütte wurde z.B. mit zwei Cherubim-Statuen verziert. Ähnliches gilt für die künstlerische Darstellung der Cherubim für den salomonischen Tempel, wie sie in 1 Kön 6–8 EU und 2 Chr 3–5 EU beschrieben wird. Interessant ist auch eine Verbindung von Rad und Cherubin und eine Erwähnung das die Cherubin als Wächter der Götter (und damit der Heiligtümer) dienten. Denkbar wäre da der Einfluss von Frühchristen, Juden oder Mandäern.
Da die Cherusker ähnlich wie die Chatten eher spät einwanderten, deutet vieles darauf das sie auf die eine oder andere Weise im Zuge der eisenzeitlichen Einwanderung nach Europa und speziell nach Germanien gelangten, wobei sie die eigentlichen Germanen östlich der Elbe und nach Norden verdrängten.

Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer.  Und mitten darin war etwas wie vier Gestalten; die waren anzusehen wie Menschen. (Buch Ezechiel 1,4-19 EU)

Auch ein Zusammenhang mit den Hekatoncheiren, den Hunderthändigen (cheir=Hand), drei riesenhafte Söhne des Uranos und der Gaia namens Briareos, Gyges und Kottos wäre denkbar.
Dies erinnert stark an die Gyges als Vertreter der Lydier die mit Kroisos 541 BC durch den Einfall der Kimmerer unter gingen, Briareos könnte ein bedeutender Anführer in der Magna Graecia in Sizilien sein und Kottos könnte für Kotys und das Odrysenreich stehen. Dies würde die Hekatoncheiren in die Eisenzeit um ca. 380 BC datieren, als ein florierender Seehandel zwischen Anatolien und Sizilien herrschte der jäh durch den Aufstieges des Macedonen Alexander dem Großem um 325 BC und dem Pyrrhischen Krieg von 272 BC

Ihr Vater Uranos hasste die Hekatoncheiren von Anfang an und verbarg sie sofort nach ihrer Geburt an einem finsteren Ort in der Erde, wohin niemals das Sonnenlicht drang. Ihre Mutter litt unter dem ungerechten Schicksal der Söhne und stiftete ihre anderen Kinder aus dem Titanengeschlecht an, sich gegen den Vater zu erheben. Unter der Erde am Rande der Welt wurden die Hekatoncheiren aber erst von Zeus befreit. Gaia aber hatte geweissagt, dass er mit Hilfe der Hekatoncheiren Zeus den Sieg erringen könnte. Briareos, Gyges und Kottos türmten 300 Felsen aufeinander und begruben die Titanen darunter. Die Besiegten wurden gefesselt und in den Tartaros verbannt, die Hekatoncheiren aber wurden zu ihren Wächtern bestellt. Briareos wird mit Aigaion identifiziert, der in der griechischen Mythologie der Gott der Meeresstürme ist. Bei Kallimachus ist Aigaion ein unter dem Ätna gefangener Gigant, somit einer der Gegner des Zeus in der Gigantomachie.
(Hinweis für Wikipedianer, der Name Briareos ist nicht keltisch! Soviel Keltisches wie ihr findet, gabs nirgends.)
 

Sinn und Zweck des Gundestrup-Kessels

Der Kessel ist ein Schwurkessel. Mit ihm wird ausschliesslich ein Bruderschafts-Blutschwur zelebriert. Das ist eine Art ritueller Adoption, die wohl um 2200 v. Chr. entstand und bei Indogermanen sehr verbreitet war. Solche Kessel sind unter Germanen bereits während der frühen Eisenzeit belegt. Interessanterweise übernahmen auch die Hunnen den „Kesselkult“, ebenso wie Kelten und es gab ihn auch bei den Etruskern und Römern. Belegt ist das durch den Mitraskult, der mehr oder weniger eine religiöse Weiterentwicklung des Gilgamesh darstellt und in dem nun auch die Fackelträger integriert sind. Das ganze entspricht er einer nordsyrischen amoritischen Version die in solcher Form auch Thrakien verbreitet war. Darauf deuten besonders die mythischen Variationen mit dem Reiter auf dem Delfin. Das entspricht üblicherweise der Amoritischen Ausschmückung des Gilgamesh-Mythos in der Region Amurru die u.a. auch durch Ägypter (Ugarit) beeinflusst wurde, aber sich stark auf Halab (Aleppo) konzentriert.

Aphrodite „die Schaumgeborene“ (→ ὁ ἀφρός; aphrós ‚Schaum‘) alias Astarte (Aschera, griech. Aschtaroth) wird von Homer als „Herrin der wilden Tiere“ (potnia theron) dargestellt und löst als Göttin mit dem Urteil des Paris den Trojanischen Krieg aus. Als „Beschützerin der Seefahrt“ gilt der Delfin im Phönizischem als Symboltier der Aphrodite, was auch auf dem Gundestrup-Kessel dargestellt ist. Delfindarstellungen sind inbesondere in Karien, in Quatna und bei den Minoern feststellbar.

In Al Mina im Lande Amurru taucht Aphrodite zum ersten Mal auf. Laut Mythos ist sie die Tochter des Uranos und damit eine Titanin und Schwester des Kronos. Dessen Sohn Kronos schnitt Uranus, auf Rat seiner Mutter Gaia, die Geschlechtsteile mit einem Sichelhieb ab und „warf diese hinter sich“ ins Meer. Das Blut und der Samen vermischten sich mit dem Meer, welches ringsum aufschäumte und daraus Aphrodite gebar, die dann zunächst nach Kythera, dann an der Küste von Zypern (oder Kreta) an Land ging.
Artemis (Dorisch Artamis, mykenisch unter linear B als a-te-mi-to) übernimmt von Rhea, der Frau von Kronos den neugeborenen Zeus und trägt ihn als Delfin nach Kreta, wo sie ihn in einer Höhle versteckt den Kureten übergibt. In der griechischen Mythologie stellen die Kureten einen schlagkräftigen neunköpfigen Trupp waffenstarrender Dämonen(Tänzer) dar, die den neugeborenen Gott Zeus in der Höhle auf Kreta beschützen, indem sie um ihn herum tanzen. So schützen sie den Gott Zeus vor seinem Vater Kronos, der den eigenen Sohn töten will. Ihre wilden Kriegsgesänge und das Waffenklirren sind so laut, dass sie das Geschrei des Säuglings übertönen.

Dagan der Hauptgott von Aleppo taucht später auch wieder in Germanischen, speziell beim sächsischen Namen wie Ricdagan, Ricdag oder Reddagus  im 8. Jhd. was direkt mit der Widukind-Familie zusammen hängt. Diese hat wiederum seine Wurzeln in einem suebischen Fürstenhaus das in Galizien während des 5. Jhd. zurückzuführen ist, das stark mit dem Artus-Mythos und den Nibelungen verknüpft ist.

Der Kessel von Gundestrup zeigt also nicht den ganzen Gilgamesh-Mythos sondern nur einen kleinen Teil, dessen Symbolik aber den meisten Barbaren sicher bekannt war.

Im Grunde genommen ist es die gemeinsame Zubereitung von Speis und Trank, womit man symbolisch gesprochen gemeinsam das Brot bricht.
Auch der Mythos vom heiligen Gral entspringt diesem Mythos denn der Gral heisst griechisch Krater und den gibt es auch im der Germanen. Die jüdische Form hat ihn nur etwas handlicher gemacht. Die ältere Form ist der Kessel.
Der genaue Ablauf des Ritus variierte von Kultur zu Kultur. Es gab wohl ein Reinigungsritual, dann wurde ein Opfertier geschlachtet und gemeinsam von den Männern zubereitet und verspeist, womit die Familienbande durch das Blut des Opfers geheiligt wurde. Der Kessel diente zum Brauen, was je nach Kultur Bier, Met, Wein oder auch vergährte Milch sein konnte.
Dabei entsteht eine gegenseitige Verpflichtung sich beizustehen. Diese beiden Menschen werden zu Brüdern aber auch zu Zwillingen, ganz so wie Gilgamesh und Enkidu oder Varuna und Mitra oder die Germanischen Alcis-Zwillinge.

Der Kessel stellt genau diese Szenen aus dem Gilgamesh-Epos dar, unzwar so wie ihn sich die Illyrer, Daker und Thraker vorstellten, die von den Römern Pannonier genannt wurden. Selbst die 6 Locken des Enkidu sind noch dargestellt, daneben aber auch Inanna (Ianna) in ihrer Form als Bendis (alias Kybele alias Aphrodite oder Ashera) und ihre Schwester die Totenrichterin Ereškigal (wohl als Eurydike verehrt), sowie Gilgamesh mit dem Halsring mit dem er symbolisch an sein Volk gebunden ist und die Tötung des Stieres Humbawa. Die anderen zwei dürften den Herrscher der Winde Lugalbanda und einem Kriegergott (vergleichbar mit Herakles oder Thor) entsprechen. Symbolisch steht der Drache für den Krieger und das fliegende Pferd für den Gebieter der Winde stehen.
Zur Erklärung, Enkidu wird von der Mutter Gilgamesh´s adoptiert. Somit werden Gilgamesh und Enkidu Brüder die sich so nahe stehen, das Gilgamesh völlig verzweifelt, als die Götter den Tod des Himmelsstieres mit dem Tod des Enkidu bestrafen. Gilgamesh macht sich daher auf, um das Kraut des Lebens zu suchen, weil er die Unsterblichkeit will.
Das deutet auf die zweite Funktion des Kessels die, die stark an den Zaubertrankes von Miraculix (dem Druiden bei Asterix und Obelix) erinnert.
Der Krieger wurde praktisch vom „Clan der Götter“ adoptiert, was natürlich auch den Beistand der Götter  beinhaltete und die ihm sein Platz in Wallhall (im Paradies) garantierte, wenn er als Krieger starb. Er ging also einen Bund mit den Göttern ein.

Zu erkennen ist die Herkunft des Kessels an dem Ritt auf den Delphin, dies stellt die dakische und wohl auch phrygische Göttin Bendis dar, deren Attribut der Delphin als Reittier und der Bogen ist. Sie entspricht der Artemis also der Schwester des Apollon. Ihr zu Ehren gab es im antiken Griechenland (z.B. in Athen) einen nächtlichen Fakellauf, der den Lauf des Sirius nachstellte und damit der Ianna/Ishtar entspricht. Beide sind germanisch als Frey und Freya bekannt, wobei die Vanin Freya in der Þrymskviða den Thrymr aus Þrymheimr heiraten soll, was das Verschwinden des Sirus vom Nachthimmel ausdrückt (was der Fackellauf nachstellt, den es als Lampionumzug noch immer zu Sankt Martin gibt. Natürlich wurde auch dieses Fest christianisiert). Auch in Skaði aus Þrymheimr und den Vanen Njörd wird dieser Wechsel von Tag und Nacht mythisch überliefert. Nur diesmal umgedreht, wobei auch hier Njörd und Nerthus Geschwister sind. Er herrschte über die Winde auf dem Meer, über die See und das Feuer. Interessant ist das Njörd 9 Nächte in Þrymheimr und Skaði 3 Nächte in Noatum leben soll. Sicher hat das mit den Mondmonaten zu tun. (Das angeblich westnordischen Milieu ist mal wieder eine typische Wikipedia-Erfindung, weil sie wissen doch, westlich sind natürlich nur Kelten und die erfinden laut Wikipedia so ziemlich alles).
Sehr warscheinlich bezieht sich Noatum auf die norddeutsche Küste und Þrymheimr auf eine Bergregion.
Die Germanen dachten da wohl eher weltlich und vieles deutet darauf hin das es auch einen sternenbezogenen Epos gab.

Dieser Mythos existierte in lokalen Variationen wohl in allen Völkern Europas und womöglich auch in allen Völkern Asiens. Selbst in Afrika findet man gelegentlich Hinweise das dieser Mythos dort nicht unbekannt war. Ob die nun Enkidu und Gilgamesh hießen, spielt dabei keinerlei Rolle. Jedes Volk hatte andere Namen für diese Götter und selbst jeder Stamm könnte andere Namen haben.

Der besondere Wert des Kessels liegt in dem Blutschwur der damit geleistet wird. Damit verbindet man zwei Völker und verhindert das sie sich gegenseitig angreifen. Er dient also der Gründung einer Union zwischen zwei Anführern und ist daher auch das Symbol der Verbundenheit, also ein identitätsstiftendes Nationalheiligtum von Stammesunionen, wenn man so will. Diese werden zu Dioskuren wie z.b. Castor und Pollux, Apollon und Dionysos.

Vermutlich wurde der Kessel von den dakischen Breuker genau zu diesem Zweck hergestellt, um die pannonischen Stämme gegen die Römer zu vereinen. Nichts war dazu besser geeignet als ein heiliger Schwur in Verbindung mit heiligen Riten.

Die Breuker waren einer der bedeutensten Stämme der Daker/Illyrer, der auf eine lange Tradition zurück blickte. Er war deshalb geeignet um die Stämme gegen die Römer zu vereinen. Es existieren auch Hinweise das die Breuci mit den Phrygi, also den Phrygiern verwandt seien, also gewissermaßen ehemalige Ionier sind.

Die Idee hinter dem Aufstand war wohl , das die Römer im Krieg mit den Markomannen derart reduziert werden, dass sie von den Pannonischen Stämmen leicht erledigt werden können.
Leider konnten es die Pannonier im Süden nicht abwarten und rebellierten bevor die Römer die Markomannen angriffen. Sie verursachten so die Unterwerfung Pannoniens.

Daher ließen die Römer davon ab, einen Krieg mit den Markomannen zu beginnen und griffen stattdessen die rebellierenden Pannonier ab.

Arminius unter den Römern
Ebenso wie sein Bruder Flavus diente Arminius als Führer germanischer Verbände (ductor popularium) längere Zeit im römischen Heer und wurde so mit dem römischen Militärwesen vertraut. In dieser Funktion diente er während des Pannonienkrieg vorangehenden Feldzugs (prior militia) vom Spätherbst 4 n. Chr. bis mindestens 6 n. Chr. im römischen Lager. Dabei erwarb er sich das römische Bürgerrecht sowie den Rang eines Ritters. Wahrscheinlich war Arminius in den Jahren 6–7 n. Chr. mit seinem Verband an der Niederschlagung des pannonischen Aufstandes beteiligt.

Pannonische Revolte im Jahr 6 n.Chr.

Pannonische Revolte im Jahr 6 n.Chr.

Arminius erlebte also ab spätestens dem Jahr 4 n. Chr. wie die Pannonier ausgeplündert wurden und sich zunehmend der Hass auf die Römer aufbaute. Er war vermutlich in Moesia oder Galatia stationiert, somit unmittelbar im Lande und muss die Aufrüstung der Römer gegen die germanischen Markomannen bemerkt haben.

Der Pannonische Aufstand (auch die batonischen Kriege, illyrischer Aufstand, bellum dalmaticum oder Revolte von Bato und Pinnes genannt) war eine Revolte gegen das römische Reich im kurz zuvor eroberten Pannonien in den Jahren 6 bis 9 n. Chr. Darin waren die Stämme der Breuker unter ihren Anführer Bato und Pinnes, sowie die der Illyrer beteiligt. Auslöser waren die hohen Steuern, die durch die römischen Behörden mit ungewohnter Härte eingetrieben wurden. Rasch griff der Aufstand auf ganz Pannonien über.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Marbod geschätzte 60.000 Krieger unter Waffen und die Römer unter Tiberius rückten mit mind. 10 Legionen gegen ihn vor.

Die Revolte begann während des Aufmarsches der römischen Legionen des Tiberius und des Gaius Sentius Saturninus gegen Marbod, den König der Markomannen im Gebiet der Boier.
Doch im Spätfrühling des Jahres 6 brach zuerst im südlichen Pannonien eine Revolte gegen die römischen Besatzer aus, die von Bato und Pinnes angeführt wurde, ihnen gelang es 3 Legionen einzukreisen. Unter Aulus Caecina Severus verloren die Römer die Schlacht von Sirmium in der Nähe der Sümpfe von Volcée. Nur mit Mühe konnten sich die Römer im Sumpf verteidigen, da sie aufgrund ihrer schweren Klamotten viel tiefer einsanken. Erst als ihnen die zwei verspätet eingetroffene Legionen des Marcus Valerius Messalla Messallinus zu Hilfe eilten, gelang es der verbliebenen letzten Legion des Aulus Caecina Severus aus der tödliche Falle zu entkommen. Zusammen schlugen sie die Breuker zurück.

Vermutlich war Arminius an dieser Schlacht unter den nachrückenden Marcus Valerius Messalla Messallinus mit seinen 2 Legionen beteiligt und sah demzufolge das Desaster der Römer. Damit war er auch dabei, als Pinnes geschlagen wurde oder hat ihn gar selbst gestellt. Buto flüchtete mit den Breukern die Save aufwärts.

Nachdem er nun durch schnelles Handeln den Anführer Pinnes im Norden ausgeschaltet hatte, wurde er natürlich zum „Kriegshelden“ und erwarb sich das bedingungslose Vertrauen der Römer.
Tiberius erhielt nach diesem Desaster von Tiberius den Befehl den Feldzug gegen Marbod abzubrechen und ihn mit Gold zu kaufen. Tiberius handelte kurzfristig ein für Rom ungünstigen Frieden aus, ernannte Marbod sogar zum Freund Roms und erkaufte sich damit die Befriedung der Markomannen. Dann wendete er sich mit 10 Legionen gegen die rebellierenden Pannonischen Stämme und stellte die Breuker.

Die eher zufällige Verfügbarkeit der Legionen vor Ort machte eine Niederschlagung der Revolte möglich. Die nördlichen Aufständischen unter Führung des Breuker Bato konnten rasch erledigt werden, nachdem Tiberius und Marcus Plautius Silvanus mit den 10 Legionen (die gegen Marbod aufmarschiert waren) gegen sie vorrückte.

Tiberius befah den Bau des  Kastell „Mursa Teutiburgium“, das direkt neben Sirmium gegründet wurde.
Üblicherweise nannten sie solche Gründungen nach den Stämmen die dort ansässig waren. Es wäre also möglich das dort jene Gruppe des Kimbern-und Teutonenzuges saß, der 100 Jahre zuvor entkommen war und sicher längst wieder ein Stämmchen bildete. In dem Fall hätte Arminius einen Insider mitten unter den Pannonischen Stämmen gehabt, der zuvor selbst gegen die Römer sowohl gewonnen als auch verloren hatte.

Laut allen Karten sollen da die Scordisci gesessen haben, also ein sehr starker Stamm. Leider wird der aber 279 v. Chr. nur als östlich der Save bei Belgrad siedelnd bezeichnet, also nicht zwischen Save und Drau. Es wäre von den Römern und Breukern sehr dumm eine Schlacht mitten auf fremden Stammesgebiet der Scordisci zu veranstalten, wenn die aus Breuker Sicht selbst nicht kämpfen, oder aus Römischer Sicht eher unsichere Freunde sind. Die Teutonen dagegen waren sicher keine Freunde der Römer.
113 v. Chr. ist bekannt das die Teutonen, Ambronen und Kimbern das Gebiet durchstreiften. Bei den Skordiskern handelte es sich nicht um einen keltischen Stamm. Dies wird u.a. durch Ausgrabungen, die für keltische Gebiete untypische Siedlungs- und Hausformen zu Tage förderte (wobei ja laut Wikipedia überhaupt alles keltisch ist, weswegen sie den Stamm als „nicht rein keltisch“ bezeichnet, also doch irgendwie „Möchtegern-keltisch„, trotz unkeltischer Siedlungsform.:-)

Im Süden dauerte der Aufstand gegen den Bato vom Stamme der Daesitiates noch fast vier Jahre lang. Wütend darüber entsandte Tiberius seinen Adoptivsohn Germanicus nach Pannonien.
Somit kämpften insgesamt 15 Legionen in Pannonien und löschten die Daker regelrecht aus der Weltgeschichte wie es 50 Jahre zuvor Caesar in Gallien getan hatte.
Weder Aulus Caecina Severus, Legat von Muria noch Marcus Valerius Messalla Messallinus, Legat von Galatia machten später Karriere. Sie hatten versagt und das hing ihnen zeit ihres Lebens nach.

Als Augustus im Jahre 4 n. Chr. zum wiederholten Mal seine Nachfolge zu ordnen versuchte, adoptierte er seinen Stiefsohn Tiberius, mit der Maßgabe, dass dieser gleichzeitig seinen Neffen Germanicus an Sohnes statt annahm. Germanicus war damit als der übernächste Princeps bestimmt. Von dieser Zeit an war sein Name Gaius Iulius Caesar Germanicus. Germanicus wurde damit zum römischen Gegenspieler des Arminius.
Germanicus unterstützte Tiberius bei der Niederschlagung des pannonischen Aufstandes und bei der Sicherung der Rheingrenze nach der Varusschlacht.
 

Mit der Niederschlagung des Aufstandes wurde Arminius direkt vor Augen geführt wie grausam Rom gegen die Eroberten vorging und wie man die Römer besiegen kann. Aber ihm wurde auch vorgeführt das Angst eine Waffe war, die die Römer hervorragend schwingen konnten. Und er erfuhr viel über die Kämpfe die Rom gegen Germanen schon verloren hatte, gegen Teutonen, gegen Ariovist und auch gegen die Bastarnen und Goten. Nicht umsonst hatten sie ja 10 Legionen aufgeboten um Marbod bekämpfen zu wollen und es war nur der Zufall der das verhinderte.

Andererseits hatte er durch diesen Krieg hautnah erfahren, wie organisiert und gezielt Römer den Widerstand von „Barbaren“ gebrochen haben. Er wusste also genau was seinem Volk blüht, wenn es weiterhin mit Römern kooperiert. Die Römer brachten nicht nur Annehmlichkeiten, sondern sie waren vor allen Dingen gierig. Zudem dürfte er von den Schlachten gegen Kimbern, Teutonen, Sueben und Galliern gehört haben und hatte die Eroberung Armeniens und Pannoniens erlebt, sowie den dekadenten Senat und den Überfluss reicher Römer kennengelernt. All das zeigte ihm das wahre Gesicht Roms, das er mehr und mehr ablehnte.

Ihm wurde klar das man die Römer schnell, vollständig und auf einem Schlag vernichten muss und das eine offene Feldschlacht gegen diese hochgerüsteten Römer kaum zu gewinnen war. Aber er sah auch wo sie schwächelten. Wo sie ihre Schlachten verloren und wo ihre Kriegsmaschinerie scheiterte.
Ausserdem lernte er auch die Psychologische Kriegsführung der Römer. Er begriff das Angst und Schrecken eine Waffe war. Wenn also Germanien psychologisch für jeden Römer zum blanken Alptraum wird, könnte ihnen das die Lust an der Eroberung Germaniens nehmen.

Pinnes wurde nicht der Schande ausgesetzt sich von Römer vorgeführen zu lassen. Stattdessen konnten die Römer das Gold der Pannonier vorführen und Arminius wurde als Held gefeiert.
So kam er wohl in den Besitz des Schwurkessel der Breuker für den die Römer keine Verwendung hatten. Er war weder aus Gold noch aus Silber und seinen mythologischen Wert erkannten sie nicht.

Um das Jahr 7/8 n. Chr. kehrte Arminius in das cheruskische Stammesgebiet zurück um das Erbe seines Vaters anzutreten. Im Gepäck vermutlich den Kessel der Breuker.
Arminius besaß zu dieser Zeit keineswegs die alleinige Macht bei den Cheruskern. Er war damals innerhalb der cheruskischen Führungsschicht mit Auseinandersetzungen konfrontiert. Segestes, der Vater der Thusnelda, war gegen eine Verbindung seiner Tochter mit Arminius, die wohl zu dieser Zeit seine Ehefrau wurde. Er hatte seinen eigenen Schwiegervater gegen sich.

Als Arminius aus Pannonien kam, hatte er also einen heiligen Kessel und das millitärische Knowhow wie man Römer besiegt, was ihm jedoch fehlte war eine Armee. Seine paar Cherusker waren viel zu wenige.

Wie kommt man zu einer Armee?

Nunja, offensichtlich hatte Arminius ein paar sehr kluge Ideen und er wusste um die Macht des Glaubens. Anlässlich seiner Machtübernahme war er als Germanischer Fürst gezwungen bestimmte Rituale im Beisein der andereren Großen zu vollziehen um sich als Fürst für würdig zu erweisen und in diesem Kreis aufgenommen zu werden. Das war uralter Brauch.
Vermutlich sicherte er sich die Hilfe der Veleda, die es durch den Tod des Drusus zu einiger Berühmtheit gebracht hatte.

Ein idealer Zeitpunkt um sich nicht nur für würdig zu erweisen, sondern sie auch noch durch ein uraltes Blutschwurritual zu verpflichten. Damit hatten die Edlen nicht gerechnet. Er bot ihnen seine Bruderschaft an. Diese große Ehre konnten sie unmöglich ablehnen, es wäre eine Beleidigung.
Damit machte er jeden anwesenden Fürsten zu seinem Blutsbruder und seine adoptierten Brüder waren nun auch verpflichtet ihm in den Krieg zu folgen.
Auf diese Weise bekam er die 100%ige Unterstützung der anwesenden Fürsten und eine Armee die es mit den Römern aufnehmen konnte. Keiner dieser Fürsten war in der Lage sich dem Krieg zu verweigern. Jetzt musste er nur noch einen Plan schmieden wie er die Römer in eine Falle lockt und vernichtet.

Wie wir wissen war die Varusschlacht im Jahre 9 ein vollständiges Desaster für die Römer. Nicht nur das sie die Legionsadler verloren, sie hörten auch noch von dem schrecklichem Massaker und Opferritualen, dass die Germanen veranstalteten, als sie jeden einzelnen römischen Soldaten ihren Göttern opferten und diese Leichen auch noch überall auf den Schlachtfeld zurück ließen. Arminius wollte offenbar das das Schlachtfeld nicht nur gefunden wird, sondern auch das die Römer darüber berichten. Und wie gut das klappte zeigt der Bericht des Tacitus:

„Mitten auf dem Felde lagen bleichende Knochen, zerstreut oder in Haufen, je nachdem ob sie von Flüchtigen oder von einer noch Widerstand leistenden Truppe stammten. Daneben lagen zerbrochene Waffen und Pferdegerippe, an Baumstämmen waren Schädel befestigt. In Hainen in der Nähe standen die Altäre der Barbaren, an denen sie die Tribunen und Zenturionen ersten Ranges geschlachtet hatten.“

Noch 9 oder 10 n. Chr. konnte Lucius Nonius Asprenas, ein Neffe des Varus zur Befreiung der eingeschlossenen Truppen des nicht sicher zu lokalisierenden Lagers Aliso beitragen. Offenbar liess man diese Truppen bewusst überleben, indem man ihre „Befreiung“ gestatteten, damit sie die Kunde von der Niederlage und der Brutalität der Germanen nach Rom bringen.
Jeder Römer sollte erfahren was ihm in Germanien blüht. Damit verbreitete sich die Kunde nicht nur unter den Römischen Soldaten, sondern im ganzem Römischen Reich und hat 2000 Jahre überdauert.
So gelangten die Berichte nach Rom und lähmten es geradezu.

Die katastrophale Niederlage des Jahres 9 n. Chr. hatte kurzfristig den fast völligen Rückzug Roms auf die Ausgangspositionen vor der Offensive von 12 v. Chr. zur Folge. Tiberius als Befehlshaber in Germanien nach der Varusschlacht wagte sich nicht über den Rhein. Augustus ließ nach dieser Niederlage eilig Aushebungen vornehmen und neue Legionen aufstellen. Wer sich drückte, das waren wohl nicht wenige, dem drohte der Vermögenseinzug oder sogar die Hinrichtung.
Der Verlust der drei Legionen ging mit der Zerstörung römischer Kastelle zwischen Rhein und Weser einher und bedeutete die zeitweilige Preisgabe aller darüber hinausgehenden Ambitionen. Kastelle, Bergwerke und Niederlassungen, wie zum Beispiel Waldgirmes, wurden aufgegeben und sogar planmäßig zerstört. Befürchtungen in Rom bestätigten sich allerdings nicht, die Germanen könnten den Rhein überqueren und die gallischen Stämme die Situation für einen Aufstand nutzen.
Dies belegt das die Germanen keineswegs auf Eroberung aus waren, sondern lediglich ihr Land zurück eroberten.
Tiberius wurde nach der Niederlage des Varus von Augustus wieder mit dem Kommando in Germanien betraut. Allerdings konnte er sich im Jahre 10 n. Chr. noch nicht entschließen, den Rhein zu überqueren. Erst vier Jahre später traute er sich wieder über den Rhein.

Germanicus übernahm Jahre 13 den Oberbefehl am Rhein und musste im folgenden Jahr, nach dem Tod des Augustus, eine Meuterei der Legionen niederschlagen, die ihn gern zum Kaiser ausgerufen hätten.
Unmittelbar nach Tiberius’ Herrschaftsantritt kam es zu einer Meuterei der in Pannonien und Germanien stationierten Legionen. Die Legio XIV Gemina verweigerte den Treueeid, und in einem Sommerlager schlossen sich die zusammengezogenen vier Legionen des niedergermanischen Heeres dem Beispiel an. Germanicus blieb Tiberius gegenüber loyal und weigerte sich, den auf einen Staatsstreich gerichteten Forderungen nachzukommen. Schließlich beendete er die Meuterei mit zahlreichen Zugeständnissen im Namen des Princeps, ohne das Einverständnis des Tiberius einzuholen. Um ein mögliches Wiederaufleben der Meuterei zu verhindern und zugleich eine Strafexpedition für die Varusniederlage durchzuführen, initiierte er im Herbst des Jahres 14 einen Feldzug gegen die germanischen Marser. So war Germanicus gelungen, das Heer wieder zu disziplinieren.
Obwohl Germanicus zwei Jahre lang mit acht Legionen, d. h. einem Drittel der römischen Gesamtstreitkräfte, das Land durchzog, konnte er die Arminius-Koalition nicht schwächen. Tiberius selbst sprach jedoch von schwerwiegenden und furchtbaren Verlusten unter den Germanen.
Von einer gelungenen „Rache für Varus“ kann jedoch nicht die Rede sein. Denn erstens befand sich einer der drei Legionsadler bis 41 n. Chr. noch in germanischer Hand, zweitens fand eine deditio (Unterwerfung) des Kerns der aufständischen Stämme nicht statt, drittens befand sich Arminius noch an der Spitze einer starken Koalitionsarmee und viertens konnte dieser im Jahre 17 n. Chr. unwidersprochen behaupten, dass er die Römer „hinausgeworfen“ habe, das heißt, er konnte den Erfolg für sich reklamieren, ohne dass dies unglaubhaft erschien.

Als die Römer nach Jahren das Schlachtfeld fanden, muss es ihnen immer noch eiskalt über den Rücken gelaufen sein. Ihre Anführer Germanicus war gezwungen diese gefallenen Römer beerdigen, um auch die Angst vor der vermeintlichen Grausamkeit der Germanen zu beerdigen.
Nach Dio kam es danach zu keinen militärischen Auseinandersetzungen, da die Römer aus Furcht nicht weit in germanisches Gebiet vorrückten.
Die psychologische Wirkung hatte sich voll entfaltet.

In den Jahren 15 und 16 gab es zwischen den Römern und Germanen mit Beteiligung von Arminius mehrere große Schlachten, darunter im Jahr 15 die Schlacht an den Pontes longi (zwischen Arminius und 4 Legionen des Aulus Caecina Severus, den er aus Pannonien kannte), die vermutlich eher eine Niederlage der Römer war.

Dann die Schlacht 16 auf dem Idistavisischen Feld zwischen Arminius und 8 Legionen unter Nero Claudius und  Germanicus, die mit einem Rückzug der Germanen endete, die sich am Agrivarierwall neu formierten und die anschliessende Schlacht am Angrivarierwall, die die Germanen ebenfalls verloren.

Germanicus gelang es dabei, zwei Legionsadler zurückzugewinnen, und er nahm Thusnelda, die schwangere Ehefrau von Arminius, gefangen, was auf einen Hinterhalt deutet.

Augustus, Tiberius und Germanicus waren intensiv bemüht, ihre Erfolge in Germanien auszuschmücken und weitaus größer aussehen zu lassen, als sie es tatsächlich waren. Eine wirkliche Schwächung am Cheruskerbund gab es wohl nicht.

Letztlich gaben die Römer nach einigen Jahren den Versuch auf, die Folgen der Varusschlacht zu revidieren. Die Feldzüge wurden durch den neuen Kaiser Tiberius im Jahre 16 beendet, weil der Aufwand an Menschen und Material für die Römer angeblich zu hoch wurde und eine indirekte Kontrolle Germaniens zu genügen schien. Tiberius kritisierte insbesondere die Art der Kriegsführung und die hohen Verluste. Er verwies dabei auf die von ihm selbst geführten Kämpfe in Germanien, in denen er plura consilio quam vi (mehr durch kluges Vorgehen als Gewalt) erreicht hätte. Man verlegte sich darauf Streit unter den Germanen zu schüren und erklärte ansonsten Germanien für weitestgehend erobert zu erklären.

Der Versuch von Arminius gegen Rom eine breite Allianz mit den in Böhmen siedelnden Markomannen zu schmieden, schlug fehl, da Marbod das Vertragsangebot ablehnte. Nun wandten sich auch die Semnonen und Langobarden von Marbod ab und schlossen sich dem Arminiusbund an, wodurch Marbod erheblich geschwächt wurde. Im Jahr 19 wurde er von Arminius geschlagen und war damit für die Römer wertlos geworden.

Hinzu kam, dass er noch immer mit dem romfreundlichen Segestes im Streit lag, der selbst die Führerschaft der germanischen Stämme anstrebte und fleissig von den Römern gefördert wurde.
Mit Hilfe von Germanicus konnte Segestes angeblich seine von Arminius entführte und geschwängerte Tochter Thusnelda befreien, die umgehend in Rom landete. Ein Angebot des Chattenfürsten Adgandestrius, Arminius mit Gift umzubringen, wurde angeblich von Rom abgelehnt.
Der Vorgang verdeutlicht wie Rom die innergermanischen Rivalitäten erzeugte und förderte.
Arminius scheiterte daher langfristig beim Versuch, alle Germanen zu vereinen.

Im Jahr 21 wurde Arminius von seinen eigenen Verwandten ermordet, denn die war nicht an den Blutschwur gebunden. Sie war ja schon mit ihm verwandt.
Nach Tacitus spielte hierbei sein Streben nach der Königsherrschaft die entscheidende Rolle, wobei das aufgrund des germanischen Reiksystems eher ziemlich unwarscheinlich ist. Er hätte bestenfalls Richterkönig sein können also eine Art Wahlkönig und das war Arminius als Führer des Cheruskerbundes bereits automatisch.
Segester der vermutliche Drahtzieher wurde später der Nachfolger von Arminus.

Die Chatten und der Gundestrup-Kessel
Was geschah mit dem mythischen Kessel der Breuker. Nunja, er wurde zum Eigentum des neuen Anführers des Cheruskerbundes, den Segester übernahm, ohne das es zu weiteren Konfrontationen kam. Segester nahm den Kessel als identitätsstiftendes Symbol an sich und versuchte Arminius zu beerben. Zugleich verfolgte er eine friedliche Lösung mit den Römern,  sodaß das Germanenproblem durch Anerkennung der Germanengrenze gelöst wurde, bei der vermutlich der letzte Legionsadler 30 Jahre später unter Kaiser Claudius zurückgegeben.
Rom zeigte sich als 39 n. Chr. ausgesprochen großzügig gegenüber den Chatten. Die Gründung zweier „germanischen“ Provinzen Germania inferior und Germania superior unter Kaiser Domitian stellt das offizielles Ende des „Germanenproblems“ dar. Zumindestens für die Römer.

Unter Trajan wurden Truppen vom Rhein an die Donau verlegt und das Römische Reich erhielt durch die Eroberung des Dakerreiches im heutigen Rumänien sowie die weiträumige Offensive im Osten seine größte Ausdehnung. Selbst der erfolgreiche Kaiser Trajan unternahm nichts zur Wiedereroberung Germaniens. Erst dieser Verzicht Roms, eines expansiv wachsenden Reiches, ließ den Verdienst des Arminius und der Varusschlacht im Nachhinein historisch wachsen.

Weitere Erwähnungen der Chatten

Rekonstruktion des Reiterhelm der germanischen Bataver zu der auch ein Visir ähnlich dem in der Varusschlacht gefundenem gehörte69 n. Chr. beteiligten sich die Chatten am Bataveraufstand unter der Führung des Julius Civilis. Gemeinhin werden die Bataver, die im Gebiet der späteren Niederlande ansässig waren, als ein nach inneren Konflikten abgespaltener und in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. ausgewanderter, früherer Teil der Chatten angesprochen die sich um 55 v. Chr. mit den Chatten in die Wolle kriegten. Daraufhin trennten sie sich von den Chatten und zogen zur Rheinmündung. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen Großteil des chattischen Reiteradels, denn römische Autoren heben die besondere Rolle der Kavallerie bei den Batavern hervor, während den Chatten von Tacitus insbesondere die Kriegsführung zu Fuß zugeschrieben wird. Berühmt sind auch die Bataver-Helme (siehe Bild) die aus getriebenem Eisen bestanden und mit kunstvoll geflochtenem Pferdehaar belegt wurden. Auch eine Maske als Visir gehörte dazu. Dabei entdeckte man auch den ersten Metallkleber der Welt.

83 und 85 n. Chr. kämpften römische Truppen des Domitian in den sogenannten Chattenkriegen gegen Chatten, die im Vorland von Mogontiacum im Taunus und im Gießener Becken lebten. Dabei gelang den Römern die Unterwerfung des Gebietes der Wetterau, was ein Bestandteil der Germanienpolitik Domitians (Neuordnung der Grenze) war.

Die Auseinandersetzungen stehen im Zusammenhang mit dem Putsch des Saturninus 89 n. Chr.
Domitian bezeichnete dies gelegentlich als seinen zweiten Chattenkrieg.. Einige Jahre später scheinen sich die Chatten in die inneren Angelegenheiten der benachbarten Cherusker eingemischt zu haben und vertrieben um das Jahr 88 n. Chr. deren Fürsten Chariomerus.Tacitus berichtet zudem darüber, dass die Cherusker von den Chatten unterworfen worden seien, allerdings werden die Cherusker von einigen anderen Geschichtsschreibern in späterer Zeit mehrmals erwähnt. Über einen Zeitraum von fast einem Jahrhundert wird dann auch von den Chatten nichts mehr berichtet, denn erst 162 n. Chr. werden sie im Zusammenhang mit Einfällen in Obergermanien und Rätien erwähnt, 170 n. Chr. plünderten sie die römische Provinz Belgica. Um 213 n. Chr. begingen zahlreiche chattische Frauen Suizid, um nicht in die römische Sklaverei verschleppt zu werden. Dies ist gleichzeitig die letzte Nachricht, welche von den Chatten und ihrem Verbleib berichtet.

Des Weiteren nennt Tacitus einen Initiationsritus der Chatten: Diese würden, sobald sie erwachsen seien, ihr Haupt- und Barthaar wachsen lassen und einer Gottheit weihen. Über dem getöteten Feind und dessen Beutewaffen schneiden sie sich die Haartracht ab und verkünden, dass sie nun ihres Stammes und ihrer Eltern würdig seien und für ihre Geburt bezahlt hätten.

Der spätantike Geschichtsschreiber Sulpicius Alexander (nur erhalten als Auszug in den Historien des Gregor von Tours) berichtet von einen Feldzug des römischen magister militum Arbogast gegen die Franken am Rhein gegen Ende des 4. Jahrhunderts. Dabei erwähnt er auch die Chatten. Offensichtlich waren die Chatten nun mit den Franken verbündet.
Gegen Ende des 5. Jahrhunderts gerieten die Chatten/Hessen unter die Oberhoheit der expandierenden  Franken und wurden unter der Herrschaft Chlodwigs I. (* 466; † 511) endgültig in das fränkische Königreich eingegliedert. Der Merowinger Chlodwig wurde schliesslich missioniert und trat nicht wie damals üblich zur Arianischen Form des Christentums über, sondern konvertierte zu den Katholiken.

Bonifatius und das Ende der Chatten

Unter Oberherrschaft der bereits ab 498 zum Christentum übergetretenen Franken kamen von Westen her in das Stammesgebiet der Chatten schon früh irische Missionare, die mit der Christianisierung begannen und erste Stützpunkte aufbauten. Die von starkem Sendungsbewusstsein geprägten Missionare aus Irland und Schottland missionierten mit mehr oder weniger großem Erfolg die Bewohner des chattischen Stammesgebietes und versuchten sie zum Übertritt zum christlichen Glauben zu bewegen.
Es wirkte also bereits eine, in Konkurrenz zur Römischen Kirche stehende, iro-schottische Kirchenorganisation im hessischen und thüringischen Raum.

Um 680 wurde auf dem Buraberg eine fränkische Reichsburg mit etwa 8 Hektar Innenraum, einer wenigstens 1,50 m dicken Mörtelmauer, mehreren Türmen und drei Toren errichtet. An den besonders gefährdeten Stellen wurden mehrere Spitzgräben gezogen.
Auf dem östlichen Teil des Bergsporn befand sich eine Vorburg, in der bäuerliche Gehöfte und Handwerker angesiedelt waren.
Um 700 wurde die Befestigung durch neue, dickere (ca. 1,80 m) Mauern verstärkt.
Die Tore wurden ausgebaut, die Innenbesiedlung wurde dichter und planvoll angelegt (Pfostenbauten, Ständerhäuser auf steinernem Unterzügen oder Kellern, Grubenhäuser).

Nachgewiesene Spuren und Zentren der vorbonifatischen Missionierung Hessens sind ab der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts in Büraburg, Hersfeld, Kesterburg, Amöneburg, Wetter, Schotten, dem Gießener Becken, der Wetterau und Würzburg zu finden.

Mit Unterstützung der fränkischen Herrscher und deren eingesetzte Gaugrafen konnte der vom Papst mit Missionierung beauftragte Bonifazius die Bevölkerung Hessens scheinbar endgültig für das Christentum gewinnen. Die fränkischen Königsburgen und -höfe dienten ihm dabei als Stützpunkte.

Die Bischöfe von Mainz und Würzburg führten jedoch wiederholt Klage, dass ihre Schäflein „… immer noch und immer wieder heimlich an ‚heiligen‘ Bäumen, Felsen und Quellen opferten.“ Die „Bekehrten“ fürchteten offenbar die Rache der Ahnen, so ganz wollte man es sich mit ihnen nicht verderben. Den bereits vor seiner Mission zum Christentum bekehrten Chatten, Thüringer und Franken bescheinigte Bonifatius wiederholt, dass „…sie auf Irrwege geraten und nicht rechten Christentums seien“.
Das kommt auch darin zum Ausdruck, dass er den bis dahin üblichen irisch-fränkischen Grundrisstyp der Kirchen durch einen Stil der römischen Kirchen ersetzte.

Bonifazius ließ im Jahre 723, unter dem Schutz fränkischer Soldaten und in Gegenwart zahlreicher Chatten, die Donareiche fällen, die eines der wichtigsten germanischen Heiligtümer war.

Am 5. Juni 754 wurde der aus dem südwestenglischem Exeter stammende Bonifazius alias Wynfred
von “räuberischen” Friesen in der Nähe von Dokkum für seinen Frevel ermordet.

Die Donareiche stand auf dem Buraberg (heute Büraberg) nahe Gaesmere (Geismar) in Sichtweite am Südufer der Eder gegenüber der heutigen Stadt Fritzlar in Nordhessen. Die Bezeichnung leitet sich aus der Germanischen Mythologie ab. Hier pflanzten die Chatten ihre Donareiche.
Solang diese Eiche existiert wird es auch den Stamm der Chatten geben. Indem diese Eiche gefällt wurde, hörte auch der Stamm der Chatten auf zu existieren. Was Bonifazius getan hatte, war die psychologische Vernichtung des Stammes der Chatten.
Die Chatten waren nunmehr nach ihrer Vorstellung „stammeslos“, was gleichbedeutend mit „schutzlos“ war, denn der Stammesführer selbst, hatte ihren Stamm verraten. Viele Chatten akzeptierten das nicht und schlossen sich den heidnischen Sachsen, Friesen und Thüringern an.

Im Jahre 738 n. Chr. tritt der neue Name Hessen zum ersten Mal in der Geschichte auf: In einem Sendschreiben Papst Gregors III. an Bonifatius wurde von mehreren Kleinstämmen auf dem Gebiet der Chatten berichtet. Erwähnt wurde neben den Lognai im mittleren und oberen Lahntal, den Wedrecii (möglicherweise im Wetschafttal) und den Nistresi (auf der Korbacher Hochfläche) auch das Volk der Hessen (populus hessiorum), welches an der unteren Fulda siedelte. Der Name Hessen wurde fortan als Sammelname auf alle chattischen Gruppierungen in Nieder- und Oberhessen übertragen.

Die damalige chattische Siedlung des alten „Geismar“ lag einige hundert Meter südlich des heutigen Ortskerns vom heutigem Geismar und wurde in den 1970er Jahren ausgegraben.
An welchem Ort das erste Bethaus aus dem Holz der Eiche erbaut wurde, wird nicht erwähnt. Bonifazius liess aus dem Holz der Donareiche ein Bethaus vermutlich auf dem heutigem Domhügel in Fritzlar bauen.
Auf dem zentralen Gipfelplateau wurde die Kirche St. Brigida erbaut. Um diese Kirche herum entstand der Ort Fritzlar. Die ursprüngliche Bezeichnung des Ortes war Friedeslar, „Ort des Friedens“. Somit ist Bonifazius der Stadtgründer.

Diese Holzkirche war die Keimzelle des 724 von Bonifatius begründeten Benediktinerklosters Fritzlar, zu dessen erstem Abt er St. Wigbert aus Wessex ernannte. Wigbert war Mönch aus dem angelsächsischen Kloster Glastonbury und Schüler des Bonifatius. Im ausgehenden 7. Jahrhundert missionierte er unter Willibrord mit Bonifatius in Friesland. Um 720 kam er in das hessisch-thüringische Missionsgebiet und wurde der erste Abt des Benediktinerklosters Fritzlar.  Dieses Kloster wurde 1005 in ein Säkularkanoniker-Stift umgewandelt.
Die erste Erwähnung von Fritzlar erfolgte 742 durch Bonifazius der Fritzlar zum Bischofssitz machte.
Die Dom- und Kaiserstadt gilt als der Ort, an dem sowohl die Christianisierung Mittel- und Norddeutschlands begann.
Und hier wurde Heinrich I., der Fürst der Sachsen zum ersten König der Deutschen auf dem Reichstag von 919 gewählt. Der Ort wurde sehr bewusst ausgewählt, um den ersten König der Deutschen sowohl auf heidnischer als auch auf christlicher Basis zu proklamieren.

BuraburgDie Büraburg war eine fränkische Höhenburg auf dem Büraberg oberhalb des Fritzlarer Ortsteils Ungedanken im Schwalm-Eder-Kreis, Hessen (Deutschland). Von der Anlage sind heute nur noch Reste erhalten. Auf dem früheren Burggelände findet sich jedoch noch heute eine im 6.–7. Jahrhundert entstandene Kirche inmitten eines baumbestandenen Friedhofs. Die Kirche, von der der Blick weit über das Edertal hinüber nach Fritzlar fällt, ist bis heute Ziel jährlicher Prozessionen und Wallfahrten.
Um 680 wurde eine fränkische Reichsburg mit etwa 8 Hektar Innenraum, einer wenigstens 1,50 m dicken Mörtelmauer, mehreren Türmen und drei Toren errichtet. An den besonders gefährdeten Stellen wurden mehrere Spitzgräben gezogen. Auf dem östlichen Teil des Bergsporn befand sich eine Vorburg, in der bäuerliche Gehöfte und Handwerker angesiedelt waren. Um 700 wurde die Befestigung durch neue, dickere (ca. 1,80 m) Mauern verstärkt. Die Tore wurden ausgebaut, die Innenbesiedlung wurde dichter und planvoll angelegt (Pfostenbauten, Ständerhäuser auf steinernem Unterzügen oder Kellern, Grubenhäuser). Auf dem zentralen Gipfelplateau wurde die Kirche St. Brigida erbaut.

723 diente die Büraburg dem heiligen Bonifatius als Operationsbasis und militärischer Schutzschirm, als er bei dem nur wenige Kilometer entfernten Ort Geismar, vermutlich auf dem heutigen Domplatz in Fritzlar, die Donareiche fällte.

Am 5. Juni 754 wurde Bonifazius von Friesen in der Nähe von Dokkum ermordet.

Die Vernichtung der Sachsen und Friesen

Sachsen- und Frankengrenze

Sachsen- und Frankengrenze um 750

Im Jahre 772 wurde von den Franken unter Karl dem Großen die Irminsul der Sachsen zerstört.

Die Irminsul gehört typologisch zum Weltenbaum der germanischen Mythologie wie etwa die prominenteste Form der literarischen Weltesche Yggdrasil aus der Edda. Eine weitere Form wird im immergrünen Kultbaum des wikingerzeitlichen Tempels von Uppsala gesehen. Eine Gabelsäule wurde auch von Saamen verehrt.
Das ist durchaus kein Zufall, wie wir noch sehen werden.

Der Mönch Rudolf von Fulda (gest. 865), dem wir die einzige ausführlichere Nachricht zur Irminsul verdanken, schreibt dazu in De miraculis sancti Alexandri (Kap. 3):

„Sie verehrten auch unter freiem Himmel einen senkrecht aufgerichteten Baumstamm von nicht geringer Größe, den sie in ihrer Muttersprache ,Irminsul‘ nannten, was auf lateinisch ,columna universalis‘ (dtsch. All-Säule) bedeutet, welche gewissermaßen das All trägt.“

Geht man von der Funktion der Irminsul, das ganze All zu tragen, aus, so erweist sie sich als eine spezielle Form der sogenannten Weltsäule. Sie erhob sich vom Boden aus bis zum Himmel, den sie an der Stelle des Polarsterns erreichte.

Der Standort einer Irminsul ist schwer zu ermitteln, da keine der ursprünglichen Säulen erhalten geblieben ist. Wahrscheinlich befand sich aber eine nördlich der Eresburg (nahe dem heutigen Marsberg), wie die Formulierungen in den Annales regni Francorum („Fränkische Reichsannalen“) zum Jahr 772 nahelegen.

Ein Rest einer Irminsäule soll sich laut einer seit dem 16. Jahrhundert dokumentierten Überlieferungheute im Hildesheimer Dom unter einer Mariensäule im Boden befinden. Walther Matthes schreibt dazu: „Es heißt dort, daß bei der Anlage des Klosters Corvey (ab 822), die in der Zeit Ludwigs des Frommen erfolgte, im Erdboden eine alte Steinsäule gefunden worden und daß es die von Karl dem Großen eroberte Irminsul gewesen sei, die man nach der Zerstörung an diese Stelle gebracht und dort vergraben habe. Weiterhin wird geschildert wie man die freigelegte Heidensäule von diesem Fundort unter dramatischen Umständen nach Hildesheim schaffte, um sie dort im Dom als Kerzenträger aufzustellen“.Matthes merkt an, dass die Erzählung die wachsende Bedeutung des Hildesheimer Bistums gegenüber dem Corveyer Kloster, das im 9. und 10. Jahrhundert dominant war, widerspiegelt.

Im Landkreis Hildesheim liegt der heute zur Gemeinde Harbarnsen gehörende Ort Irmenseul, der 1298 als Ermensulle erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Interessant dazu ist, das man noch heute an den Giebeln von Fachwerkhäusern in Niedersachsen häufig gekreuzten Pferdeköpfe antrifft. Neben ihrer rein ornamentalen Bedeutung sollten all diese Giebelabschlüsse Schaden vom Haus abhalten. Im Wendenland werden sie auch Wendenknüppel genannt.
Die Queste stellt wahrscheinlich eine Variante der germanischen Irminsul (Irmensäule) dar. An einem etwa zehn Meter hohen Baumstamm wird ein riesiger Kranz aus Reisig befestigt. An den Enden des Kreuzes werden ebenfalls Reisigbündel befestigt, die sogenannten Quasten.
Der Brauch der Errichtung hat sich bis heute in Questenberg, einem Dorf im Südharz (Sachsen-Anhalt), erhalten. Dort werden an jedem Pfingstmontag um 3 Uhr alle Dorfbewohner geweckt, um gemeinsam beim Sonnenaufgang den alten Kranz auf der Queste, die schützend und segnend auf einer das Dorf überragenden Felssteilwand steht, abzunehmen. Das alte Reisig wird verbrannt und am Nachmittag der Kranz und die Quasten aus frischem Birken- und Buchengrün erneuert. Die Queste ist als Nr. 212 in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen.

Nicht erst Karl der Große (748-814) führte Kriege gegen die Sachsen. In der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts zogen der fränkische Hausmeier Karl Martell und seine Söhne mehr als zehnmal gegen die Sachsen. Im Laufe des 7. Jahrhunderts hatten die Sachsen Westfalen in Besitz genommen, ohne wie die Franken einen Staatsverband zu bilden.

Die Sachsenkriege Karls des Großen begannen im Sommer 772 mit der Zerstörung der Irminsul und einem Feldzug des fränkischen Königs Karls des Großen gegen das Volk der Sachsen und endeten 804 mit der Unterwerfung der sächsischen Nordalbingier und der Ernennung des Missionars Liudger zum ersten Bischof von Münster im Jahr 805.

Die Sachsen, die in dem Gebiet zwischen Nordsee und Harz bzw. Rhein und Elbe siedelten, waren schon den Merowingern teilweise tributpflichtig gewesen, aber nie deren Untertanen. Auch hielten sie an germanischen Traditionen fest, wozu nicht nur die Religion und ein eher loser Stammesverband gehörten, sondern auch regelmäßige Raubzüge auf fränkisches Gebiet.

Die Zerstörung der Irminsul auf dem wichtigsten Versammlungsplatz der Sachsen führte 772 zum offenen Aufstand gegen die christlichen Franken.

„Sachsen- und Wendenfeldzüge der frühen Karolinger“, in: Geschichtlicher Atlas von Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ga/id/14>

Sachsen- und Wendenfeldzüge der frühen Karolinger : Geschichtlicher Atlas von Hessen mit weiteren Erläuterungen unter Lagis

Der fränkische Sommerfeldzug des Jahres 772 war zunächst erfolgreich: Karls Heere stießen von linksrheinischen Basen aus in sächsisches Gebiet vor und eroberten unter anderem die Syburg (bei Dortmund) und die Eresburg (heute: Marsberg), wo die Irminsul gestanden haben soll, und stießen bis zur Weser vor, hinter der die sächsischen Siedlungszentren lagen (Weserfestung). Gestützt auf die ersten Erfolge führte Karl Verhandlungen mit kooperationsbereiten sächsischen Adligen und erhielt von ihnen Geiseln als Pfand.

Ein Jahr später 773 überfielen die Westfalen als Vergeltung Deventer, während Karl der Große in Italien weilte. Im folgenden Jahr 774 belagerten die Engern (Angrivarier) Fritzlar, wurden aber von den dort weilenden Franken zum Rückzug gezwungen. Die Westfalen überlisteten eine Heeresabteilung und richteten ein großes Blutbad an.
Schliesslich bezwang Karl der Große die Ostfalen und die Engern.

Der Feldzug Karls im Jahre 775 gegen die Sachsen führte das fränkische Heer über Syburg, Eresburg und Brunsberg bei Höxter in den ostfälischen Raum an die Oker, wo sich Hessi und andere Sachsen dem fränkischen König unterwarfen. Der Heeresrückmarsch unter Karl erfolgte über Hildesheim und Nordstemmen in den Bukkigau um Bückeburg, wo der sächsische Teilstamm der Engern dem Frankenkönig Geiseln gestellt hatte. Von dort zog Karl nach Hlitbeki (Lübbecke), um eigenen Leuten militärisch beizustehen.
Er zwang dabei einen großen Teil der frankenfreundlichen Edelinge der Sachsen, mit ihm einen Vertrag zu schließen, 776 wurde Sachsen schliesslich zur Mark.

Während Karls Feldzug in Italien gegen die Langobarden setzte ein Teil der Sachsen, vor allem bäuerliche Aufgebote unter Führung Widukinds, eines westfälischen Adligen, den Widerstand fort und eroberte fränkische Siedlungen und Kirchen, vornehmlich im heutigen Rheinland. Vermutlich war er schon seit 772 am Aufstand beteiligt.

Widukind (auch Wittekind) (743-807), führte den Titel eines dux Saxonum, eines Herzogs der Sachsen und wird anlässlich des Reichstags von Paderborn erstmals erwähnt. Widukind soll aus dem Stamm der Engern (auch Enger, Angrivarier) kommen, diese siedelte damals in der Ravensberger Mulde im Kreis  Herford. Seine Gebeine werden in der Stiftskirche zu Enger vermutet. Das Stift Enger in Enger im Kreis Herford in Nordrhein-Westfalen, wurde 947 von Königin Mathilde, der Mutter Heinrich I. und einer Nachfahrin Widukinds gegründet.

Im Jahr 777, das unblutig verlaufen sein soll, fand erstmals eine fränkische Reichsversammlung auf sächsischem Boden statt, im neu gegründeten Karlsburg, vermutlich das heutige Paderborn. Sie sollte die Bekehrung der Sachsen vorantreiben, für die unter anderem angelsächsische Missionare aus England eingesetzt wurden. Karl der Große strebte an, wie in anderen eroberten Gebieten die Kirche mit ihren Niederlassungen (Klöstern) und ihrer administrativen Tradition (Buchführung) als Verwaltungsinstrument in Sachsen zu nutzen.

Der westfälische Edeling Widukind blieb 777 dem Reichstag von Paderborn fern und begab sich für ein Jahr zum Dänenkönig Siegfried dem Skioldinger(794–803).
Nach Überlieferungen war Angantyr, auch Ogendus oder Ongendus der erste König der Dänen, aber wohl mehr ein Häuptling als ein König. Der angelsächsischen Missionar und Heiligen Willibrord versuchte wohl die Dänen zu missionieren, was misslang, daher ist der Name überliefert worden. König Angantyr blieb den Göttern treu. Der „Angantyr Høj“ ist ein – nach dem mythischen König benanntes Großsteingrab, das Alkuin (735–804) erwähnt. Er soll zur Zeit des Baus des Kanhave-Kanals 726 n. Chr. in Dänemark regiert haben. Angantyrs rojr ist eine Röse (ein Steinhügelgrab) am Gansviken im Kirchspiel Grötlingbo nahe der Südspitze der schwedischen Insel Gotland. Der Steinhügel hat einen Durchmesser von 29 und eine Höhe von 2,70 Metern. Damit gehört er zu den so genannten Storrösen; von diesen finden sich zehn besonders große Exemplare auf Gotland. Der Steinhügel wurde 1826 untersucht und ein Dolch gefunden der auf 1500–1000 v. Chr. datiert wurde.

Sigurd I. Ring (735–756), ein schwedischer Sagenkönig aus dem Geschlecht der Skioldinger war laut den nordischen Sagas der Sohn von Harald Hildetands Bruder und wurde von Harald als Unterkönig in Dänemark eingesetzt.
Nach der Schlacht von Bråvalla wurde er Herrscher (um 750) über das gesamte Reich seines Onkels.

Der historische Hintergrund dürfte sein, dass das alte schwedische Gebiet Svealand, Västergötland und Gotland aus der dänisch-schwedischen Union auszubrechen trachtete und die südlichen Reichsteile angriff. Nach der Schlacht von Bråvalla unterwarfen die Svear Östergötland, dann Småland, Öland und Blekinge. Damit war zu Beginn des 9. Jahrhunderts das Schwedische Reich errichtet.

Sigurd soll laut Skjöldunga-Saga Alfhild, die Tochter des Königs von „Lichtelfenheim“ geheiratet und mit ihr den Sohn Ragnar Lodbrok (756–794) gezeugt haben. Nach Alfhilds Tod kam er als alter Mann zu einem Opferfest in Norwegen. Dort traf er ein schönes Mädchen, welches die Tochter eines Königs von Vendel (Vendsyssel-Thy) war. Die Brüder des Mädchens stellten sich gegen eine Heirat von Sigurd mit ihrer Schwester und forderten ihn zum Kampf heraus. Sigurd konnte beide töten, doch die Brüder hatten ihre Schwester schon vergiftet. Sigurd lud die drei Leichen auf ein Schiff und fuhr aufs Meer hinaus, wo das Boot verbrannte. Über die Zeit zwischen der Schlacht von Bråvalla und 800 gibt es keinerlei Informationen aus den Quellen.
Laut Saxo wie auch laut der Saga stirbt Ragnar/Regnerus in der Schlangengrube des northumbrischen Königs Ælle.
Ragnar´s Thron von Dänemark übernimmt Siegfried (794–803), ab 804 wird dessen Sohn Gudfred (Godofridus, Göttrik, 804–810) König in Dänemark und gründet Haithabu als erste dänische Handelsstadt. Sein Neffe Hemming (810–811) schließt Frieden mit Karl dem Großen und macht die Eider zur Südgrenze. Dessen Neffe Siegfried II. (Sigifrid)
wird um 811 König der Dänen.

Dieser Ragnar Lodbrok ist nicht identisch mit dem Ragnar Lodbrok (altnordisch: Ragnarr Loðbrók; †845) , der als Wikinger aus Dänemark nach Westen zog.
Über den historischen Ragnar Lodbrok – den Wikingerführer Ragneri – sind nur wenige gesicherte Fakten bekannt.
In den Quellen wird er auch als dänischer und schwedischer König aus dem Geschlecht der Ynglinger erwähnt. Außerdem ist er der Held einer Isländersaga. Er war unter anderem Vater von Halfdan, Ivar und Ubba Ragnarsson.
Wahrscheinlich handelte es sich um ein Mitglied des dänischen Königshauses, das aus Friesland stammte.
Er war jedoch – anders als es in der isländischen Ragnars saga lodbrókar und bei Saxo Grammaticus geschildert wird – kein Sohn des Sigurd Ring. 845 leitete Ragnar einen Wikingerüberfall auf Paris und starb im gleichen Jahr.

Versionen der Geschichte von Ragnar Lodbrok sind die isländische Ragnars saga lodbrokar, die Krákumál, Saxo Grammaticus’ Buch IX der Gesta Danorum, die Völsunga-Saga, der Ragnarssona þáttr, die Geschichte von Regnfred und Kragelil, Karl und Kragelil und die Ragnars kvaedi.

Widukind kehrte 778 wieder vom Dänenkönig nach Sachsen zurück, und setzt sich an die Spitze der Rebellion gegen die Franken.
Die Sachsen vernichteten daraufhin ein fränkisches Heer und töteten zwei der höchsten Beamten des Frankenkönigs.
Die nach Karls Ansicht treubrüchigen Sachsen formierten sich unter Widukind neu und überfielen wiederholt chattische Orte und Festungen im heutigen Hessen. Angeführt von Widukind, stellten sich die Sachsen im Gegensatz zu früheren, eher schlecht organisierten Eroberungszügen nun in offenen Feldschlachten

Im Jahr 778 fielen die Westfalen ins fränkische Rheinland ein, zerstörten mehrere Siedlungen und richteten großen Schaden an. In der Zeit von 779 bis 781 begann im damaligen Sachsen, dem heutigen Westfalen, ein zermürbender Kleinkrieg, der sich auch gegen die frankenfreundlichen Edelinge richtete.
Karl soll auf den hartnäckigen Widerstand mit brutaler Repression geantwortet haben.
Er rächte sich 782 bei Verden an der Aller mit der Enthauptung von 4.500 Sachsen dem Blutgericht von Verden.
Widukind war zuvor nach Dänemark entkommen.

In Analogie zum Blutgericht zu Cannstatt durch seinen Vater Pippin und Onkel Karlmann, bei dem die gesamte alemannische Führungsschicht ausgelöscht wurde, scheint diese Vorgehensweise durchaus wahrscheinlich. Die in den Quellen genannte Zahl von 4.500 Opfern wird in der Forschung teils als Übertreibung dargestellt. Es gibt zahlreiche Bestrebungen die entsprechenden Passagen umzudeuten.
Angeblich sei dieses Ereignis lediglich durch einen Schreibfehler entstanden, bei dem aus delocabat („siedelte um“) ein decollabat („enthauptete“) geworden sein soll. Dem widerspricht die Interpretation, dass sich decollabat auf 4.500 sächsische Edle beziehe, die sich ihm als Geiseln überantwortet hatten. Es kann sich daher nicht nur um eine „Umsiedlung“ gehandelt haben.
Damit wurde im Jahr 782 das damalige Sachsen Teil des Frankenreichs und zur Mark.
Karl liess das Land der Sachsen auf dem Reichstag zu Lippspringe in fränkische Grafschaften aufteilen.
Außerdem ließ Karl Abgaben eintreiben, heidnische Bräuche unterdrücken und Zwangsbekehrungen zum Christentum vornehmen, was zur neuerlichen Empörung eines Teils der Sachsen, vor allem aus bäuerlichen Schichten, führte – während der Adel teils auf Seiten der Franken stand.

Karl erließ zudem ein Sondergesetz (Capitulatio de partibus Saxoniae), welches die Missachtung der christlichen Reichsordnung – u. a. Verunglimpfung eines Priesters oder einer Kirche, die bei den Heiden übliche Feuerbestattung oder das Essen von Fleisch an Fastentagen – mit dem Tode bestrafte. Gezielt sollen von Karl auch Deportationen als Mittel der Unterwerfung eingesetzt worden sein. Selbst in der engsten Umgebung Karls stieß dieses Vorgehen auf Vorbehalte: Alkuin – angelsächsischer Gelehrter, ab 796 Abt des Klosters Saint-Martin de Tours und Vertrauter des Frankenkönigs – mahnte in einem Brief Zurückhaltung an: Gemäß den Lehren der Heiligen Schrift und der Kirchenväter solle man das Wort Gottes mit Predigten und nicht mit dem Schwert verbreiten.
Karls Brutalität und Kompromisslosigkeit trugen ihm den Beinamen Sachsenschlächter ein.

In der Süntelschlacht 782 vernichtete Widukind am Süntelgebirge ein fränkisches Heer, während Karl sich auf einem Feldzug gegen die Sorben (Wenden) befand.

Ein Jahr darauf 783 wird Karls Heer zum Rückzug aus der Schlacht an der Grotenburg gezwungen.
In Detmold und in der Schlacht an der Hase kam es im Sommer 783 zu Gefechten, bei denen sich sächsische Frauen barbrüstig auf die überrumpelten Franken gestürzt haben sollen.
Die Verstärkung seines Heeres brachte den Sachsen jedoch eine Niederlage ein.

Im Jahr 784 unterstützten nun auch die Friesen die Rebellion des Widukind, der den Widerstand gegen die Franken auch im Winter fortsetzte.

Trotz ihrer kämpferischen Einstellung gerieten die Sachsen in der Folge immer mehr in Bedrängnis. Die Sachsen unterlagen letztlich den militärisch überlegenen Franken.

Karl zwang Widukind sich 785 in der Königspfalz Attigny taufen zu lassen und ihm den Treueeid zu leisten. Als Taufpate war Karl der Große persönlich anwesend. Damit sollten die Sachsen befriedet werden. Widukind wird daher als Seliger der Katholischen Kirche verehrt.
Neben Attigny werden allerdings noch elf weitere Tauforte Widukinds in späteren Quellen genannt.

Laut einer Sage  soll er zu seiner Taufe auf einem schwarzen Ross geritten sein. Der Legende nach schenkte ihm Karl der Große nach seiner Taufe ein weißes Pferd, das zum Wappentier der Westfalen wurde. Mit der Zeit wurde es auch zum Wappentier von ganz NRW.

Nach diesem Zeitpunkt fehlen gesicherte Informationen über sein weiteres Schicksal, während seine Gestalt ins Mythische wuchs und teilweise kultisch verehrt wurde.
Der heutige Nordwesten Deutschlands wurde so dem Karolingerreich einverleibt und schließlich christianisiert.

Widukind verschwindet aus den Quellen. Allerdings wird er in der Vita Liudgeri, (des ersten Bischofs von Münster) erwähnt, der sich auf dem Weg zum Feldzug gegen die Wilzen befand. In der Kaiserchronik wird erwähnt, das Widukind von Gerold von Schwaben, dem Schwager Karls des Großen, erschlagen worden sei. Gerold starb jedoch im Jahr 799 auf einem Feldzug gegen die Awaren.
Der Sage nach fiel Widukind 807 im Kampf gegen die Schwaben. Seine Gebeine ruhen angeblich in der Pfarrkirche zu Enger. Diese weisst jedoch im 10. Jhd. kein Grabmal aus.

Darstellung des Widukind

Darstellung des Widukind

Wieso sich Widukind so plötzlich hat taufen und befrieden lassen, wirkt nicht sehr logisch. Es wäre durchaus möglich das Karl den Mythos des Widukind dadurch vernichtet hat, indem er Widukind eine Taufe andichtete, ihn aber selbst nie zu fassen bekam.
Es klingt auch nicht besonders logisch, wieso er seinen ärgsten Gegner hätte Leben lassen sollen, zumal er ja den Beinamen Sachsenschlächter sicher nicht umsonst bekam. Auch die zahlreichen christlich gefärbten Widukind-Legenden klingen relativ unglaubwürdig.
Glaubwürdig wäre hingegen das er vielleicht einen Sohn oder Enkel Widukinds in die Hände bekam und zum Christen umerziehen liess, um so seiner Propaganda eines christianisierten Widukinds Glaubwürdigkeit zu verleihen indem er dessen Nachkommen als frankentreue Christen präsentieren konnte.

Trotz umfangreicher Forschung zur Person Widukinds ist unklar, ob er überhaupt in Enger begraben wurde oder seine letzten Jahre auf der Insel Reichenau verbrachte und dort auch begraben wurde wie andererseits vermutet wurde. Keine der Theorien überzeugt wirklich. Das erstauliche Widekind-Inventar der Stiftskirche stammt wohl nicht aus dem 8. Jhd. so z. B. der sogenannte Codex Wittekindeus. Nach der Überlieferung gehörte er zu den Taufgeschenken Karls des Großen an Widukind. Tatsächlich stammt er aus der Zeit Otto des Großen. Auch ein Engerer Bursenreliquiar, ein Behältnis zum aufbewahren von Reliquien weisst zumindestens im Namen durchaus auf heidnische Wurzel hin und hängt vielleicht mit dem Buraberg zusammen.

Meginhard benennt in seiner Schrift über die Übertragung der Gebeine des Heiligen Alexander von Rom einem Sohn Widukinds namens Wikbert. Dieser hatte einen Sohn Waltbert, der wiederum einen Sohn Wikbert hatte, der Bischof von Verden wurde.
Widukind von Corvey berichtet, dass Mathilde, die zweite Gemahlin König Heinrichs I., väterlicherseits von Widukind abstammte.

Die Sachsenkriege haben Karl dem Großen schon in der frühmittelalterlichen volkstümlichen Legendenbildung (im Unterschied zur offiziellen, kirchlichen und obrigkeitlichen Geschichtsschreibung) eine düstere Rolle in den Widukind-Legenden eingetragen. Der fränkische Gelehrte Einhard nennt diesen Krieg „den langwierigsten, grausamsten und für das Frankenvolk anstrengendsten“.

Während durch historische Quellen, insbesondere durch die Annales regni Francorum und durch die Vita Karoli Magni Einhards, recht gut über den Verlauf der Sachsenkriege informiert wird, ist von ihnen im archäologischen Befund wenig nachzuweisen; die Spuren sind marginal, es gibt keine Anzeichen für eine Entvölkerung der Gegend, und auch die in den Quellen genannten Deportationen lassen sich archäologisch nicht nachweisen. Allerdings lässt sich eine leichtere Entvölkerung oder Deportation generell kaum nachweisen. Ereignisse dieser Art sind praktisch immer auf schriftliche Überlieferungen von Zeitzeugen angewiesen und im Falle der Franken gibt es keinen Grund warum sie da übertreiben sollten.

Wenn sich also Heinrich I. ( 876; † 2. Juli 936) Adelsgeschlecht der Liudolfinger (ab 912 Herzog von Sachsen) 919 in Fritzlar zum König des Ostfrankenreiches wählen liess, das er bis 936 regierte, dann hatte dies auch eine symbolische Bedeutung.

Der letzte König aus dem Geschlecht der Skioldinger/Olaf-Dynastie Sigerich/Sigtryg verlor übrigens um 936 seine Krone, die an die Jelling-Dynastie (Gorm der Alte, 936; †958) geht.

Die Liudolfinger, die nach der Kaiserkrönung auch Ottonen genannt werden, waren ein sächsisches Adelsgeschlecht und eine der bedeutensten deutschen Herrscherdynastien. Die Liudolfinger regierten im ostfränkisch-deutschen Reich von 919 bis 1024. Das älteste mit Sicherheit identifizierbare Familienmitglied war Graf Liudolf († 866). Die Bezeichnung Ottonen geht auf die drei liudolfingischen Kaiser zurück: Otto I., Otto II. und Otto III.
Durch die Entscheidung des mächtigen Stammesherzogs und Königs Konrad I., den Liudolfinger Heinrich von Sachsen zu seinem Nachfolger zu ernennen, erhielt die zuvor lediglich im Herzogtum Sachsen bedeutende Familie die Königswürde.

Widukind verschwand 785 aus der historischen Geschichtsschreibung, das Zeitalter der Wikinger begann (800–1050 n. Chr.), exakt 793 mit dem Überfall auf das Kloster Lindisfarne in Northumberland.

Was hat das mit dem Gundestrup-Kessel des Bato zu tun?

Der Gundestrup-Kessel war bis etwa 777 BC auf der Eresburg in Marsberg, Deutschland. Dies ist eine alte Cherusker-Grenzburg, vermutlich der Stammsitz von Segester´s Familie. Auf jeden Fall reichen die Besiedlungsspuren bis ins 5. Jhd. zurück.
Hier wurden zwei Dinge aufbewahrt, die Chronik der Sachsen und der Kessel des Bato/Arminius.

Der Kessel wurde dänisch weil Widukind den dänischen Thronfolger Siegfried, Sohn des Ragnar Lodbrok aus dem Geschlecht der Skioldinger adoptierte, und somit einen Blutsbruder-Pakt mit Ragnar Lodbrok gegen die christlichen Franken schloss, warscheinlich 777.
Für die Dänen war der Blutspakt wichtig zur Legitimation und für die Sachsen bedeutet er Schutz.

Ragnar Lodbrok brauchte „edles Blut“ zur Legitimation seines Erbkönigtums. Er veredelte sein Geschlecht durch Widukind, der u.a. Fürst der Sachsen und vermutlich inzwischen auch der Chatten geworden war mit dessen Fürstenhaus er sicher bereits verwandt war.
Er war quasi uralter Hochadel. Für den Emporkömling Ragnar Lodbrok ein lohnender Pakt um sein eigenes Königtum zu festigen. Ausserdem ehelichte er Thora die Tochter des Schweden Herraudr beziehungsweise Herothus. Sie tritt sowohl bei Saxo als auch in der Saga auf. Ragnar kann sie erst nach einem siegreichen Monsterkampf heiraten, jedoch verstirbt sie an einer undefinierten Krankheit.

Wikinger-Gebiete im 1. Jahrtausend

Wikinger-Gebiete im 1. Jahrtausend

Indem Widukind Ragnar Lodbrok´s Sohn Siegfried adoptierte, wird Ragnar´s Geschlecht adlig. Gleichzeitig wird er aber durch einen Beschützer des Volkes der Sachsen und Chatten, das heisst die Dänen mussten jedem dieses Volkes Unterschlupf vor den Franken bieten. Auf diese Weise wurde Slaswig, das alte Haithabu zum Hamburg der Wikinger und es war für die Wikinger lebenswichtig diesen Ort zu halten.

Lindisfarne war ein Kloster auf der Insel Lindisfarne vor der Nordost-Küste Englands in der Grafschaft Northumberland.

Northumbria war eines der angelsächsischen Kleinkönigreiche von England. Es entstand 604 durch die Vereinigung von Deira und Bernicia und bestand bis zu seiner Eroberung 867 durch dänische Wikinger. Neben Mercia und East Anglia war es die dritte Reichsgründung der Angeln. In Northumbria regierte König Æthelred I, Sohn des Königs Æthelwald Moll von 774-778.
Æthelred herrschte nicht unangefochten. Im Jahr 778 lief er drei gerēfas („Grafen“) Ealdwulf, Cynewulf und Ecga ermorden und wurde abgesetzt und verbannt.
Ihm folgte Ælfwald I. (778-788), er war wahrscheinlich ein Sohn Oswulfs.
Dann Osred II. (* um 770; † 14. September 792 in Aynburg), er war von 788-790 König.
Nachdem Osred im Jahr 790 ebenfalls seines Amtes enthoben und ins Exil geschickt worden war, wurde Æthelred wieder inthronisiert.

Ihm folgte nochmal Æthelred I. (* um 762; † 18. April 796). Dieser Æthelred I war also zweimal, von 774-778/779 und von 790-796, König des angelsächsischen Königreiches Northumbria.

Northumberland wird auch als Wiege des Christentums bezeichnet, weil auf der Insel Lindisfarne, die auch Holy Island genannt wird, die Christianisierung des heutigen Englands begann. Mönche von der schottischen Insel Iona wurden nach England gesandt, um zu missionieren und auf Lindisfarne ihr Kloster zu errichten. Im Jahr 635 wurde dort eine Abtei von schottischen Mönchen unter Führung von St. Aidan gegründet. Fortgeführt wurde sie vom Heiligen Cuthbert, der auch der erste Bischof von Lindisfarne wurde. Nach dessen Tod wurden die Lindisfarne Gospels angefertigt (715–721), und das Kloster wurde zu einem Wallfahrtsort. Bald war Lindisfarne ein Zentrum der englischen Klosterkultur, eine Stätte des Glaubens, der Kunst und der Gelehrsamkeit, berühmt durch seine Schreibschule. Von der Insel aus trieben man die Christianisierung Englands voran. 793 war Bischof Higbald im Kloster Lindisfarne im Amt (781–803).

Am 8. Juni 793 wurde Lindisfarne von Wikingern überfallen. Dieser Überfall markiert den Beginn der Wikingerzeit. Im folgenden Jahr folgte ein Überfall auf das Kloster Jarrow.

Als 794 die Besiedlung in Lindisfarne scheiterte, zogen die Wikinger wieder nach Dänemark.
Deswegen war die Wikingerzeit mit der Zerstörung von Haithabu auch vorbei.

Wiking bedeutet „wilder König“, wir würden sagen Warlord. Wic ist altsächsisch und bekam die Bedeutung für Kampf. Warlord ist also durchaus eine recht zutreffende Bezeichnung.
Die Franken betrachteten Ragnar Lodbrok und auch Widukind als unrechtmässige Könige.
Widukind ist der erste Wikinger und überfiel Lindisfarne mit Sachsen und Friesen.

Das Wort Wikinger leitet sich vermutlich von dem altnordischen Substantiv víkingr (Maskulinum) ab, das „Seekrieger“ bedeutet. Víking (Femininum) bedeutet zunächst nur „Kriegsfahrt“ und wurde dann sekundör auch zur weiten Schiffsreise. Allerdings ist dies bereits das Endstadium der Wortentwicklung.

Das Wort vícing findet sich wohl zuerst in der Angelsächsischen Chronik. Dort tritt es zusammen mit den Wörtern scip-hlæst (= Schiffslast) und dene (= Dänen) auf. Die Körper der Männer werden als Schiffslast (Schiffsladung) bezeichnet. 798 wurden die Angreifer noch als Dänen bezeichnet. 833 waren die Angreifer „Schiffsladungen von Dänen“. Auffallend ist, dass von xxxv scip-hlæst (also 35 Schiffslasten) und nicht von 35 Schiffen die Rede ist. 885 wurden die Schiffsladungen dann endlich auch Wikinger genannt. Im 9. Jahrhundert wurden die Wikinger generell als Seeräuber betrachtet. Auch das Gedicht The Battle of Maldon aus dem späten 10. oder frühen 11. Jahrhundert schildert die Wikinger als Lösegeld fordernde Kriegerschar.

þa stod on stæðe, stiðlice clypode
wicinga ar, wordum mælde,
se on beot abead brimliþendra
ærænde to þam eorle þær he on ofre stod:

Da stand ein Bote der Wikinger am Ufer,
 rief tapfer aus, sprach mit Worten,
 brachte prahlerisch die Nachricht des Seefahrers
 zum Grafen des Landes,
 an dessen Kueste er stand

Das ältere Wort ist auch im angelsächsischen Wídsíð belegt.

Widsith (Wídsíð) ist eine bedeutende Dichtung von 144 Zeilen in Altenglischer Sprache. Sie stammt aus Überlieferungen des  7. Jahrhundert und ist in ältester Überlieferung im Exeter-Buch aus dem 10. Jahrhundert erhalten.
Das Exeter Book, auch bekannt als Codex Exoniensis, ist ein Buch mit Werken altenglischer Dichtung an, als Geschenk Leofrics (1050–1072), des ersten Bischofs von Exeter. Es ist also garnicht genau bekannt wie alt das Wídsíð überhaupt ist.

Dies Gedicht Widsith (Wídsíð) ist eines der ersten, das auch Wikinger beim Namen nennt
(in den Zeilen 47, 59 und 80).

Zeilen 45–59:
Hroþwulf ond Hroðgar heoldon lengest
sibbe ætsomne suhtorfædran,
siþþan hy forwræcon wicinga cynn
ond Ingeldes ord forbigdan,
forheowan aet Heorote Heaðobeardna þrym.

Hrothwulf und Hrothgar hielten den längsten 
Frieden miteinander, Onkel und Neffe,
seit sie die Wikinger zurückgeworfen hatten
und Ingeld sich vor der Speerspitze hatte beugen lassen,
geschlagen hatten bei Heorot (Haestings) die Macht der Heathobearner (Hedebyer).

Heorot ist die Festhalle des dänischen Königs Hrothgar im Beowulf-Epos. Dieser soll im 6. Jahrhundert gelebt haben. Wer die „Heathobearner“ waren, die hier den Wikingern gleichgestellt sind, darüber wurde viel spekuliert. Diese Geschichte ist sowohl im Beowulf als auch von Saxo Grammaticus und in der Saga über Rolf Krake überliefert und war ein Leitmotiv in der dänischen Heldendichtung. Dabei werden die „Heathobearner“ nur noch im Beowulf genannt, ansonsten sind sie unbekannt.

Ich plädiere einfach für „Hedebyer“, was die dänische Variante von Haithabu ist und denke das der dänischen König Hrothgar die angelsächsische Form für Ragnar ist. Vermutlich ist Heorot nur eine frühenglische Form von Hastings. Vielleicht hat es auch was mit Hereford zu tun. Damit wäre dieses Gedicht nach der Schlacht von Haestings zu datieren. Es könnte auch der Name seines Schwiegervaters seiner Frau Thora sein. Dieser wird Herraudr beziehungsweise lateinisiert Herothus genannt.

‘Hrothgar and Hrothwulf held their bond
– father’s brother and brother’s son –
long after their victory over the viking clan
when they made Ingeld’s edge bow,
hewed down at Heorot the Heathobard troop.
Rothgar und Rothwulf hielten ihr Bund 
- Vaters Bruder und Bruders Sohn
Lang nach ihrem Sieg über den Viking Clan
als sie spannten des Angels Bogen,
sank nieder bei Haestings (Herothus) der Hedeby Trupp
Ic wæs mid Hunum ond mid Hreðgotum,
mid Sweom ond mid Geatum ond mid Suþdenum.
Mid Wenlum ic wæs ond mid Wærnum ond mid wicingum.
Mid Gefþum ic wæs ond mid Winedum ond mid Gefflegum.
Mid Englum ic wæs ond mid Swæfum ond mid Ænenum.
(Widsith, lines 57-61)

"Ich war mit Hunnen und mit Raid-Goten 
mit Svear und mit Geten und mit Süd-Dänen,
mit Vendel (Finnler) war ich, und mit Warnen und mit Wikinger (zeitweise als "Merowinger" gelesen),
mit Gepiden war ich, mit Vinetern und mit Gefflegum (Gepläger),
mit Englern (Angel) war ich, mit Swaefen (Svepen), und mit Aenenes.

In Vers 2921 steht in der Handschrift nicht „mid wicingum“ sondern „mere wio ingas“, was früher als Merowingers gelesen wurde.

Etwa aus der gleichen Zeit stammt eine Dichtung über das Buch Exodus, in der besonderer Wert auf die Kämpfe der Israeliten gelegt wird und das im Junius manuscript überliefert ist.
Es geht um den Durchzug durch das Rote Meer in Heeresformation mit weißen Schilden und flatternden Fahnen.  Über den Stamm Ruben heißt es da:

æfter þære fyrde flota modgade,
Rubenes sunu. Randas bæron
sæwicingas ofer sealtne mersc,
manna menio; micel angetrum
eode unforht.

Nach dieser Schar kommt stolz ein Seekrieger,
Rubens Sohn. Seewikinger, zahlreiche Männer,
trugen ihre Schilde über das salzige Meer,
eine ausgesuchte Schar, die ging
ohne Furcht

Die Nachrichten über die Überfälle von Skandinaviern an den nordfränkischen Küsten zur Merowingerzeit nennen Seekönige, Seegauten und Seekrieger, aber niemals Wikinger.

Adam von Bremen schreibt: „Sie sind wirklich Piraten, die jene Wikinger nennen, wir Eschenmänner“.
Er nennt die Piraten mehrfach „Ascomanni“. Nochmal zur Erinnerung, die die Irminsul war ein Weltenbaum genau wie die Yggdrasil, also die Weltenesche (die eigentlich eine Eibe war) und die stand im Gebiet der Sachsen (Niedersachsen).
In den westfränkischen Quellen taucht das Wort Wikinger nicht auf. Stattdessen ist bei den Plünderungszügen durchweg von Normannen die Rede.

„Als letzter Krieg wurde der gegen die Normannen unternommen, die Dänen genannt werden, und zuerst Seeräuberei trieben, dann mit einer größeren Flotte die Küste Galliens und Germaniens verwüsteten. Ihr König Gudfred (804–810, Gründer von Haithabu) war von so eitler Hoffnung aufgeblasen, dass er sich die Herrschaft über ganz Germanien versprach.“

– Einhardi vita Karoli, Kap. 14, übersetzt von Reinhold Rau.

Am Ende des 8. Jahrhunderts begann eine Serie von Plünderungszügen nach England, aber es dauerte bis 879 bis das Wort Wikinger erstmalig  in der Angelsächsischen Chronik verwendet wurde.

Auch danach kommt es nur dreimal vor, nämlich in den Aufzeichnungen für die Jahre 885, 921 und 1098. Es handelte sich also nicht um einen gängigen Ausdruck, nicht einmal in der Zeit dänischer Herrschaft. Hinzu kommt, dass man mit Wikinger Skandinavier meint, das Wort jedoch in der Bibelübersetzung und in der klassischen Literatur für Seeräuber ganz allgemein verwendet wurde. Jedenfalls taucht der Begriff Wikinger auf schwedischen Runensteinen relativ spät auf, der feminine Ausdruck víking für den Wikingzug in der Zusammensetzung vestrvíking erst zu einer Zeit, als die Raubfahrten nach Osten offenbar eingestellt waren, denn das entsprechende Wort austrvíking gibt es nicht. Auf dänischen Runensteinen ist Viking für den Beginn des 11. Jahrhunderts belegt.

Die Schlacht von Stamford Bridge setzte einen Schlusspunkt unter die Ansprüche der Norweger in England. Sie fand am 25. September 1066 bei der Kleinstadt Stamford Bridge (nordöstlich von York) statt, 5 Tage zuvor hatte das Heer des norwegischen Königs Harald Hardråde südlich von York bei Fulford die Truppen aus dem Norden Englands bezwungen.

Der englische König Harald Godwinson trat ihm nach einem Gewaltmarsch gegenüber. Nach ergebnislosen Verhandlungen begann die Schlacht, die sich nach dem Bericht der Heimskringla-Saga den ganzen Tag über ausgeglichen gestaltete, bis der Norweger Harald Hardråde bei einem Angriff von einem Pfeil direkt in den Hals getroffen wurde und fiel.
Darauf bot der englische Harald Godwinson seinem Bruder Tostig (der auf Seiten der Norweger stand) Frieden an. Dieser wies das Angebot zurück, da er Verstärkung von den Schiffen der Norweger erwartete. Doch nach einem weiteren harten Kampf, in dessen Verlauf Tostig Godwinson fiel, setzten sich die Engländer durch. Nur wenige Norweger konnten in ihr Heimatland zurückkehren.

Knapp drei Wochen später wurde Harald Godwinson in der Schlacht bei Hastings durch die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer besiegt und er wurde getötet.

In gewisser Weise war es ein religiöser Krieg denn die Franken hatten den Stamm der Sachsen, Friesen und Chatten symbolisch vernichtet und nach deren Glauben damit das Ragnarök ausgelöst.

Diese „Freiheitsbewegung“ griff auf den gesamte Ostseeraum übergriff,
weil auch die Armen entdeckten die neue Einnahmequelle.

So bekommt das Niebelungenlied einen neuen Superhelden – Siegfried der Wikinger.

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