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Frühslawische Geschichte

In der lebhaften und längst nicht abgeschlossenen Diskussion über den Ursprung der Slawen stehen sich zwei völlig unterschiedliche Forschungsansätze gegenüber.

Urslawen-These

Ausgehend von der Grundannahme, dass die Slawen „irgendwo herkommen müssen“, geht die klassische Auffassung von der Einwanderung einer homogenen „urslawischer“ Gruppen aus, deren Identität und Herkunft sie zu ermitteln sucht („Urheimat“). Dabei sollen nach einem älteren Modell homogene Verbände slawischer Sprecher sich von den Indoeuropäern abgespalten haben und eine eigene Sprache entwickelt haben, mit der sie dann eingewandert seien.
Darauf aufbauend haben Linguisten aufgrund von Gemeinsamkeiten die These einer Balto-Slawischen Spracheinheit entwickelt, die weitere Unterstützung durch mathematisch-linguistische Berechnungen erhielt, die von Quentin Atkinson 2008 und 2012 publiziert wurden. Darin datiert er den Balto-Slawischen Sprachbaum auf ca. 1500 v. Chr. und forcierte damit weitere Diskussionen.

  • Eine modifizierte These sieht die slawischen Völkerschaften jedoch erst auf der Wanderung oder am Ankunftsort im Rahmen einer Ethnogenese aus den einwandernden Protoslawen gebildet haben. Dieser Prozess wird als „Slawische Landnahme“ bezeichnet, wobei sich die Archäologen an den Landnahme-Sagas der Wikinger anlehnten.

Problematisch ist jedoch, das die ’slawische Landnahme‘ archäologisch keine Wanderung größerer Verbände bestätigen kann. Dahingehend wurde diese These erneut modifiziert und erklärt es nun mit dem Einsickern von Kleinstgruppen und Familien aus dem ursprünglichem Quellgebiet ins slawische Siedlungsgebiet.

  • Als Ursprung dieser Thesen wird inbesondere die Kugelamphoren-Kultur, die Aunjetitzer Kultur oder die Lausitzer Kultur ausgemacht, die insbesondere unter polnischen Wissenschaftlern großen Zuspruch fand und die Ostgermanen zu Protoslawen umdefiniert. Dies wird jedoch von deutschen und englischen Wissenschaftlern mit Hinblick auf die Nazi-Idiologie vehement abgelehnt.
  • In der modifizierten Version wird nun insbesondere Srubna-Kultur (1600-1200 v. Chr), die Dnepr-Dwina-Kultur (800 v. Chr. bis 4. Jhd. n. Chr.) bzw. die daraus entstehende Sarubinzy-Kultur (3. Jhd. -1. Jhd. n. Chr.) als Beleg heran gezogen, was grob gesehen einer Abstammung von Sarmaten darstellen würde.Trotz aller Bemühungen ist es bisher nicht gelungen einen eindeutig slawischen Beweis zu präsentieren. Die auf der Dnepr-Dwina-Kultur folgende Tuschemlja-Kultur wird als ostbaltische Kultur angesehen. Auf die östlich der Przeworsk-Kultur entstandene Sarubinzy-Kultur folgt die Moschtschiny-Kultur, welche jedoch überwiegend als ostbaltisch möglicherweise auch als wolga-finnische (balto-finnische) Kultur angesehen wird.
    Da sich die Sarubinzy-Kultur im Süden mit der Chernigov Kultur überschneidet, wird hier eine Entwicklung zur Kiever Kultur gesehen, die im 5. Jhd. in der Ukraine entstand.

Dieses Scenario das erstmal durchaus plausibel wirkt, würde jedoch eine  Initialpopulation in der Dniepr-Dwina-Kultur bzw. in der Sarubinzy-Kultur voraussetzen, die sich genetisch irgendwie manifestieren müsste. Ausserdem müsste sich eine Fortsetzung der Keramikformen zeigen.

Aber irgendwie passt das alles nicht. Zwar sind lokale Elemente in der Slawischen Keramikform eingeflossen, aber eine Fortsetzung ist das nicht. Vielmehr werden damit nationale Ansichten bedient.

Als weitere Möglichkeit hat man verschiedentlich auch die Cucuteni-Tripolje Kultur (4800 bis 3200 v. Chr.) und die Gumelniţa-Kultur (4700 bis 3700 v. Chr.) als Variante einer slawischen Kontinuität-Theorie auserkoren und führt dahingehend den Beweis, dass die Balkankulturen – inbesondere natürlich die Vinca-Kultur gewissermaßen die Quelle einer Ausbreitung in die Steppe sei und in Wechselwirkung mit der Yamnaya-Kultur gestanden habe. Tatsächlich gab es eine Wechselwirkung zwischen der Steppe und dem Balkan.
Allerdings hatte sich die Haplogruppe I2 schon vor der Linearbandkultur verbreitet und kommt daher als slawische Initial-Quelle nicht in Frage.
Auch die Abspaltung der Indoiraner die die Yamnaya-Kultur dominiert, ist zum Zeitpunkt der Schnurkeramik zu beobachten, denn diese Indoiraner ziehen über den Kaukasus.

Auch diese Kultur taugt beim besten Willen nicht zu einem slawischem Urvolk.

Davon mal abgesehen ist die Kultur für sagenhaft große systematische Megasiedlungen in Ringform bekannt, die sie gewissermaßen einzigartig macht. Im Grunde genommen ist das Phänomen dieser Megasiedlungen ein Rätsel für sich, aber mit den Slawen hat das nichts zu tun.

Genetiker auf der Suche nach der Urheimat

Der Fragen nach einem Urquell der Slawen hat sich daher der russische Genetiker Oleg Balanovsky angenommen und die o.g. Kulturen genetisch untersucht.
2014 verkündet er:
„We studied all extant Balto-Slavic speaking populations by both, genome-wide and haploid genetic systems. The signals of substratum populations assimilated by expanding Slavs were strong, but there were virtually no signal of initial Slavic gene pool.“
Mit anderen Worten, er konnte trotz ausgiebiger Suche in keiner der Baltischen oder Slawischen Populationen sowie den o.g. archäologischen Kulturen ein Signal einer Initialen Population (slawischer Genpool) finden. Dabei ging er sehr wohl davon aus, das dieses Signal durch Vermischung geschrumpft und verdeckt sein könnte.

Doch auch seine Studie stieß bei Linguisten auf taube Ohren, die entgegen aller genetischen Beweise weiterhin die Yamnaya- oder Anatolienthese als IE-Quelle  favorisieren und ebenso verbissen an einer Balto-Slawischen Sprachfamilie festhalten.

Quelle: Oleg Balanovsky, Vavilow Institue of General Genetics, Russian Academy of Sciences, Moscow: In search for initial Indo-European gene pool from genome-wide data on IE populations as compared with their non-IE neighbors

Natürlich ist  zu erwarten, das auch Sarmaten an der Ethnogenese der Balten und Slawen teil nahmen, genauso wie Ostgermanen, Griechen, Römer,  Hunnen, Awaren, Bulgaren und sicher auch Alanen, Sabiren und Tataren.
Alles in allem eine recht bunte Mischung die sich in der Vielfalt der Slawischen Völker wiederspiegelt. Doch eine gemeinsame Urheimat, nein die gab es nie. Der Begriff Slawe ist ein Pauschalisierung, genau wie die Pauschalisierung der Germanen und Kelten.

Dieses Herumstochern auf der Suche nach der Urheimat der Slawen belegt gewissermaßen das man einfach nicht akzeptieren will, das der Slawische Sprachstammbaum halt einfach etwas jünger ist. Angesichts der 1500 Jahre Geschichte gibt es jedoch keine Diskussion das Slawen nach Europa gehören. Sie sind keine Invasoren aus Asien.

Alternative Möglichkeiten

Es gibt jedoch einen Umstand der sehr viel mehr Beachtung verdient hätte, nämlich die Wechselwirkung zwischen der mittleren Wolga-Don Kultur und Mitteleuropa.

Die keramischen Sammler und Jäger der Wolga-Don Region

Lange bevor sich die Linearbandkultur in Europa ausbreitet, gibt es im Gebiet der mittleren Wolga-Kama und Oka sowie dem mittleren Don eine Keramische Jäger und Sammlerkultur, die ihr Keramikwissen nicht von den Einwanderern aus Anatolien hat.
Deren erste Keramik geht sogar bis etwa 7000-6500 BC zurück. Einiges an ihrem Formenspektrum und Verzierungen zeigt Ähnlichkeiten mit den Trichterbechern, der Stichornamentik und der Kammstrichornamentik.
Obwohl bisher noch kein neolithischer Einwanderer aus dieser Region gefunden wurden, ist es dennoch wahrscheinlich, das es bereits vereinzelt neolithische Kontakte zwischen der Mittleren Wolga-Don-Region und Mitteleuropa gab.
So hat die Ost-West-Graborientierung der Schnurkeramiker sicherlich eine tiefere Bedeutung.
Während man nun meinen müsste, diese Graborientierung käme mit den Einwanderern von Osten, entwickelt sich diese Tradition jedoch zuerst im Westen.
Daher sind die Schnurkeramiker auch keine Invasion, sondern beide Seiten entwickeln großes Interesse aneinander. Sie entwickeln sich aufeinander zu und vernetzen sich, was dann die Schnurkeramiker sind.
Deshalb sind die Schnurkeramiker kulturell relativ plötzlich in einem riesigem Gebiet präsent. Die genetische Vermischung zieht sich allerdings noch einige Jahrhunderte hin, bis sich schliesslich der R1a-Z283er Zweig dominant wird. Nahezu 60% aller Osteuropäer stammen von diesem Zweig ab. Der Rest verteilt sich überwiegend auf einen Wolga-uralischen Zweig sowie auf die Y-Haplogruppen I1, I2 und die finno-ugrische N (spätere Saamen) sowie J die aus dem Kaukasus stammt und unter Osteuropäischen Juden zu finden ist.
Dazu kommen einige exotische Reste der goldenen Horde von Dschingis Khan und verschiedene Tataren.

Die ursprüngliche Genetik der Yamnaya-Region hat nur eine geringe Präsenz in Europa und ist in Indoiranischen Völkern sehr viel präsenter. Bis heute fehlt jegliche Präsenz von R1a-Z283 in der Yamnaya-Kultur, was kein Wunder ist, denn sie ist zuerst in der Schnurkeramik Mitteleuropas zu finden.

Praktisch gesehen mutieren nahezu alle Genstämme Mitteleuropas durch die Einwanderung einer Gruppe von früh-Schnurkeramiker (vielleicht aus dem Fundgebiet Serteya an der Wolga) und ca. 200 Jahre später durch die Anwesenheit einiger früh-Glockenbecher aus der Samara-Region.

Das Auenland Oium

Eine weitere (seltsamerweise nicht in Betracht gezogene) Möglichkeit wäre das von Jordanes erwähnte Reich Oium (germ. Aujum, sinngemäss Auenland), das in der westlichen Ukraine entstand und 280 n. Chr. von den Goten übernommen wurde.
Dieses Reich das von Griechen als multikulturelles Skythenreich beschrieben wird, deckt sich archäologisch mit der Poienești-Lukaševka-Kultur die vom 3. Jahrhundert v. Chr. (ziemlich mutig) bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. datiert wurde und auch die frühe Sântana de Mureș-Kultur in Moldavien einbezieht. Das auch die Daker in Siebenbürgen sowie die Gepiden in den Karpaten in die Poienești-Lukaševka-Kultur einbezogen wird  (na wenn das nicht multikulturell ist) ergibt sich aus der Wechselwirkung der Daker mit den Bastarnen und Roxolanen sowie den Gepiden mit den Goten, das mit dem Hunneneinzug endet.

So gesehen hat die Poienești-Lukaševka-Kultur 2 unterschiedliche Phasen:

Den historischen Quellen nach entspricht es anfangs den Bastarnen, Skythen und Sarmaten (griechisch Βαστάρναι, Σκύθαι & Σαρμα oder in latein Bastarnae, Scythae et Sarmatarum) die zusammen arbeiten und dabei auch die Griechischen Küstenstädte in ihr Skythenreich eingliedern konnten.
Daneben gibt es eine stattliche Reihe weiterer Stammesnamen die gelegentlich erwähnt werden, wobei deren Zuordnung aufgrund der spärlichen Quellen fast immer fraglich ist. Es ist nicht ausgeschlossen, das einige der Quellen zwar die gleiche Gruppe meinen, aber sie unterschiedlich betiteln. Es war damals gang und gäbe Namen für diese Gruppen zu erfinden und dies führt zu ganz unterschiedlichen Auslegungen.

In der zweiten Phase übernehmen die Goten und Gepiden die Macht im Auenland bzw. im Kaukaland und bauen natürlich auf die bestehende Kultur auf.

Das Auenland von Oium und die Griechen von Olbia
Im Zuge einer Rebellion in Neapolis 108 v. Chr. die von einem Saumakos angeführt wurde, entstand oberhalb von Olbia ein Skythenreich das um 55. v. Chr.  in Koalition mit dem Daker Burebista Olbia erobert und in ihr Reich integrierte. 63 v. Chr. geriet das Bosboranische Reich in Abhängigkeit der Römer und endete mit dem Tode des Sauromates II. (210/11). Das Skythenreich expandierte jedoch fleissig bis zur Ankunft der Goten und muss sich regelrecht auf dem Höhepunkt der Blüte befunden haben. Möglicherweise waren es nicht nur die sich verschlechternden allgemeinen Lebensbedingungen im Norden, sondern auch die Kunde vom Auenland, die die Germanen erst richtig motiviert hat nach Süden zu wandern.
Menschen glauben immer das es sich anderswo besser lebt. Dann hält sie nichts auf um dahin zu gelangen. Ein solcher Glaube ist ein starker Antrieb.

Die Griechen berichten über dieses Skythenreich von einem Wahlkönig und einer gewissen Demokratie, die sicher auf den Einfluss der Griechen zurück geht. Weiterhin berichten sie, das sie vom Skythenreich Zobelfelle importierten, die sie als „skythischen Marder“ bezeichneten.
Nach griechischen Quellen gab es 107 v. Chr. eine Rebellion in Neapolis gegen die Machtübernahme von Mithridates VI. von Pontos. Dabei sollen die Skythen eine Wagenburg am Dnieprknie zum Sitz ihres Königs bestimmt haben.
Tatsächlich ist mit Kamenka ein Zentrum der Skythen am Dnieprknie gefunden worden, das wohl schon im 3. Jhd.v. Chr. entstand.
(Daneben gibt es eine auffallend hohe Zahl an Kamenka´s, neuerdings Kamjanka geschrieben in der Ukraine und Krim, so auch im näheren Bereich von Olbia. Möglicherweisen waren das beliebte Handels- oder Lagerplätze der Skythen.)

Wie wichtig Olbia Polis überhaupt für die Entwicklung dieses Skythenreiches war, haben russische Wissenschaftler schon 1995 dokumentiert, als sie in der unmittelbaren Umgebung hunderte kleiner Siedlungen, aber auch Lagerplätze von Hirtennomaden gefunden haben. Über Olbia kam die große weite Welt  zu den Nomaden und diese saugten die Kulte, Techniken, Modetrends und Innovationen regelrecht auf.

Der Einfluss der Griechischen Kolonien

Olbia wurde im 6. Jhd. v. Chr. von Ioniern, möglicherweise unter Führung eines Targitaos gegründet. Es entwickelte sich prächtig und zog Nomaden von nah und fern an. In diesem Umfeld entstand durch Zuwanderung von Norden auch die Sântana de Mureș-Kultur in Moldavien die intensive Handelsbeziehungen zu Olbia und der Skythenstadt unterhielt. Schon um 2. Jhd. v. Chr. verdingten sich Bastarnen, Skythen und Sarmaten bei den verschiedensten Herrschern als Söldner. Ihre Rüstungen waren von Sassaniden, Griechen und Thrakern inspiriert und machten sie zu den besten Reiterkriegern des 1. Jhd. v. Chr. in Europa.
Erwähnt wird ein bastarnischer Anführer namens Clondicus, der mit 30.000 Mann für Philipp V. und im Jahre 168 v. Chr. mit 20.000 Mann für Perseus kämpfte. Eine solche Streitmacht spricht für ein sehr großes Volk, denn immerhin konnten sie zeitgleich auch ihr Reich beschützen und verschiedene Raubzüge verüben.

Durch die griechischen Städte kam es zu einer regelrechten Hellenisierung der Nomaden, die offenbar großen Gefallen an Apollon, Zeus und Herakles fanden und diese neuen Götter in ihr Nomadenleben integrierten.
Aber auch Keltische Mode und der Einfluss aus dem Anatolischem Raum der über das Pontischen Reich und die Krim kam, fand großen Anklang. So spiegelt denn auch ihre Kultur unterschiedlichste Einflüsse wieder.

Um 331 v. Chr. wurde Olbia von einem macedonischen General Alexanders angegriffen, was große Zerstörungen zur Folge hatte. Hierbei könnte es zur Landname der Roxolanen und Jazygen gekommen sein. Doch Olbia erholte sich wieder und erblühte erneut.
Die Stadt wurde prächtiger den je, es entstanden regelrechte Farmen im Umland und die Kontakte mit Thrakien und der Krim zeugt von einem großem Handelsnetz. In einigen Kurganen fanden sich neben Zobel und Bernstein auch verschiedene Schmuckstücke die noch klar in den Werkstätten griechischer Handwerker gefertigt wurden.
Als die Römer schliesslich das Bosboranische Reich übernahmen, bestand das Skythenreich fort.

Wieviel Respekt die Römer tatsächlich vor den Skythen hatte zeigt die Trajanssäule.
Im Jahr 29 v. Chr. führte Marcus Licinius Crassus, römischer Prokonsul von Makedonien, einen Feldzug gegen die Bastarnen. Er konnte dabei den König der Bastarnen eigenhändig töten und ihm die Rüstung abnehmen. Seinen Anspruch, beim Triumphzug die Rüstung des Bastarnenkönigs als Spolia opima zu weihen, wies Augustus allerdings zurück. Später rühmte sich Augustus, dass die Bastarnen und Skythen um ein freundschaftliches Verhältnis zu Rom gebeten hätten: nostram amicitiam petierunt per legatos Bastarnae Scythaeque.
Doch die Realität sah wohl anders aus.
Stattdessen häufen sich nun Funde die zeigen, das die Römer sich den Frieden mit den Skythen erkauften, was sie nur bei römerfeindlichen Völkern taten. Im Jahr 62, 67 und 69 n. Chr. fielen die Roxolanen mehrfach in Moesien ein und vernichteten sogar eine ganze Legion. Auch im Dakerkrieg 81–96 kämpften sie auf Seiten der Daker gegen die Römer in der Schlacht von Tapae beim Heiligtum von Samagetusa. Ihre Neutralität im zweiten Dakerkrieg 98–117 hat sich Rom teuer erkauft. Das Skythenreich muss zu diesem Zeitpunkt bereits bis an das noch dakische Siebenbürgen gegrenzt haben, als die Daker von den Römern unterworfen wurden.
Daraufhin ließ Trajan den Limes Alutanus bzw. Limes Transatalutanus errichten, der von Turris bis zur Theißquelle führte und die neu eroberte Provinz Dakien vor den Skythen schützen sollte.

117 AD schloss Trajan mit den kriegerischen Skythen Frieden, infolge dessen übersiedelten Roxolanen als Foederaten schliesslich in Oltenia, ein ansonsten unbekannter Stamm namens Argaraganten im Banat, während Jazygen zwischen Theiss und Donau bei Transaquintum  als Foederaten für Auxilarae Truppen angeworben wurden. Trajan hatte die Provinz Dakien quasi als Foedus unter den Sarmaten aufgeteilt, die im Gegenzug als Foederaten die Provinz Dakien schützten. Aus diesem Grunde gab es zwar eine beträchtliche Anzahl römischer Kastelle, aber keine tiefgreifende Romanisierung der Karpaten.
Sarmaten dienten hier in der Römischen Armee vorwiegend als schwere Panzerreiter (Kataphrakte) und kamen dabei bis nach Afrika, Gallien und am Hadrianswall in Britannien zum Einsatz. Auf diese Weise konnte Trajan die hochgerüsteten Skythen zähmen und Dakien halten.
Dakien wurde jedoch nur zwischen 106 und 271 gehalten, also rund 160 Jahre. Kaum waren die Goten da, fiel die römische Provinz Dakien und es strömten Heruler, Skiren, Gepiden, Veneter und viele andere Stämme in die Karpaten, die den Römern mehrere empfindliche Niederlagen bereiteten. Dakien ging verloren…

Diese Sântana de Mureș-Kultur,  die bis in die Waldkarpaten reichte vereint sich im 3. Jhd. (genauer gesagt um 280 AD) zur Tschernjachow-Sântana de Mureș Kultur, was dem Gotenreich Gutþiuda entspricht das 375 von Hunnen überrannt wurde.
Dabei sollen die Goten auf ihrem Weg die Venether unterworfen und in Oium die Spalen (möglicherweise Heruler, zu diesem Zeitpunkt noch Teil der Bastarnae?) geschlagen haben, anschliessend besiegten sie den Antenkönig Boz.
Dies indiziert das die Anten (Alanen) östlich des Dnieper zum Asowschem Meer lebten.

Desweiteren berichtet Jordanes das unter den Goten jene lebten, die damals ein einziges Volk waren, das nun (zu seinen Lebzeiten um 550 herum) die Namen Venether, Sclaveni und Anten trage. Damit bezieht er sich offenbar auf die Bevölkerung des Skythenreiches Oium.
Damit ist Jordanes einer der Ersten der den Begriff Sclavini verwendet und ihn historisch in die Zeit der Ankunft der Goten 280 AD setzt. Es gibt keinen anderen Autoren der die Sclavini in einem früheren Kontext setzt.
Da jedoch Jordanes um 552 starb und den Begriff fast 250 Jahre vor der allgemeinen byzantinischen Pauschalisierung der „Sklavini“ benutzte, stellt uns das vor einem nahezu unlösbarem Rätsel.
Eine Antwort wäre, das er dies von Ablabius, Cassiodor oder Prokopios von Caesarea übernahm. Eine andere Möglichkeit wäre, das er unter Sklavini ein  Vasallenvolk verstand.

Das Gotenreich Gutþiuda erstreckte sich nach Aussage Jordanes vom Rhein entlang der „germanischen Küste“ bis einschliesslich der Aesten bis zum Maeotischem See (Asowsches Meer) und umfasste alle Lande nördlich der Donau und östlich des germanischen Limes.

Skythen und Goten in der Ukraine
Um 254/55  greifen laute den Quellen Boraner griechische Stadt Pityus und im folgendem Jahr 255/256 Phasis in Kolchis an. Die archäologischen Hinterlassenschaften dieses Angriffs stimmen mit Funden in Nordjütland überein, sodaß Heruler und Jüten (als Eruli und Eudosen bezeichnet) unter den „Boraner“ waren, die zuvor von den Goten verjagt wurden und direkt von der Krim über die Straße von Kertsch zum Fluss Kuban gingen, wo sie offenbar freundlich aufgenommen wurden. Da die Angreifer explizit als „vom Bosborus kommend“ bezeichnet wurden, müssen sie bei dem Angriff führend gewesen sein. Eine sogenannte „Heruler Invasion“ (die Goten Invasion fand 250-252 unter Kniva statt) ist für 267 bei Dexippos belegt, von dem jetzt ein neues Fragment gefunden wurde.

Mit angeblich 2.000 Schiffen und 320.000 Mann fuhren Heruler und Goten in Richtung des Ägäischen Meeres auf. Dort angekommen, suchten sie die zahlreichen Ziele des Ägäisraumes heim, unter anderem Kreta, Rhodos und Zypern. Während der Belagerung Athens, soll sich der Historiker Dexippos ausgezeichnet haben, dem es gelungen sein soll, eine Bürgermiliz zusammenzustellen und die Invasoren zu vertreiben. Kaiser Gallienus gelang es, im Frühjahr des Jahres 268 den Kriegerscharen der Goten und Heruler auf ihrem Weg nach Makedonien am Flusse Nestos entgegenzutreten und ihnen eine empfindliche Niederlage beizubringen. Kurz darauf starb er. Der neue Kaiser, Marcus Aurelius Claudius brach unverzüglich zu einem Feldzug gegen die noch immer die Balkanhalbinsel verwüstenden Kriegerscharen auf und stellte sich einem Teil, angeblich 50.000 Mann in der Nähe von Naissus, dem heutigen Niš in Serbien, zur Schlacht. Noch bevor es zum Kampfe kam, liefen die Heruler zu Claudius über.
Ob er sie bestochen hatte, was womöglich die Teilung der Ost- und Westheruler zur Folge hatte, lässt sich nur vermuten. Es gelang ihm jedenfalls, einen vollständigen Sieg zu erringen. Den Beinamen Gothicus erhielt er postum. Zwischen 30.000 und 50.000 Goten sollen auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben sein. Dieser Sieg ermöglichte es den Römern, die übrigen auf der Balkanhalbinsel umherstreifenden Goten anzugreifen und zu vernichten.
Dies ging als Schlacht von Naissus und als bedeutenster Sieg der Römer gegen die Heruler in die Geschichte ein.

Archäologisch lebten vor den Goten im 2. Jhd. v. Chr. in jedem Falle Bastarnen, Skythen und Sarmaten in der westlichen Ukraine bis zum Dnieper, sowie am Asowschem Meer die Alanen. Weitere Stämme wie die Argaraganten werden grob als Sarmaten klassifiziert, wobei die genaue Zuordnung der Namen und ihre Definition unklar ist.
Sie sollen zeitgleich mit den Roxolanen und Jazygen im Banat angesiedelt worden sein und dort gibt es keine Sarmatenfunde, also sind sie wohl keine Sarmaten.
Ebenso ist unklar,  ob die Taurer auf der Krim die Bevölkerung des Bosboranischem Reiches meint oder eine ältere Bevölkerung der Krim, die auf die skythischen Kimmerer zurück geht.
Da auch Taurisker in den östlichen Waldkarpaten lokalisiert werden, handelt es sich bei den Krim-Taurer jedenfalls um griechisch stark beeinflusste Krim-Skythen.
Ähnliches wird den Aorsen nach gesagt, die einst 200.000 Reiter auf die Beine stellen konnten. Archäologisch sind sie möglicherweise am Kuban südlich unter der Wolgamündung am kaspischem Meer und nördlich von Dagestan greifbar.
Über die Größe der Maioten ist nichts bekannt, aber da sie lange genug dort lebten, dürften auch sie ein großer Stamm gewesen sein.
Die Siraken konnten dagegen nur mit 20.000 Reitern aufwarten und dürften die Bewohner der Stadt Sakel gewesen sein, sodaß sich ihr Name von der Stadt ableitet.
Siraken, Maioten und Aorsen standen offenbar nicht feindlich zum Bosboranischem Reich, sondern handelten intensiv mit Kolchis und dem Bosborus wobei Phasis ein Drehkreuz des Handels mit der Seidenstraße war, die über die Straße von Kertsch auf die Krim führte.

Allgemein gab es also mind. noch drei weitere Stämme im Nordkaukasus. Der Reichtum der Stämme im Nordkaukasus zeigt sich auch in den dort gefundenen Gräbern die zahlreiche große Schmucksteine verarbeiteten. Goten haben daher offenbar ihre Vorliebe für üppige Steine.

Skythenstile

Der Stil der von den Gräbern des Kuban bekannt ist, erinnert an die dick gefassten Schmucksteine der Goten. Das zeigt, das sie als Händler stark von der Kolchis und der Seidenstraße profitierten. Sie zeigen ihren Reichtum durch die Größe der Steine, die Dicke des Goldes und so sind auch ihre Kronen richtige Schwergewichte. Elemente wie die weichen Rundungen der Löwen zeigen persisch bzw. anatolischen Einfluss.

Der alanische grafische Stil macht aus wenig viel indem er viele kleine Schmucksteine zu Kunstwerken zusammen setzt und so einzelne Teile wie Augen,  Federn oder Krallen besonders hervor hebt. Er findet sich später auch in den verschlungenen Darstellungen des Vendelstil der Wikinger wieder. Dennoch ist der Alanische Stil sehr viel klarer. Er zeigt den Einfluss griechischer Handwerkskunst.

Der Schmuck der Sarmaten erinnert dagegen eher an die filigranen Goldapplikationen die im alten Baktrien oder Nordindien zu finden sind. Er verlangt höchste Goldschmiedekunst und erinnert in einem Punkt an das Grab Alexanders des Großen, auf dessen Larnax (eine vergoldete reich verzierte Knochenkiste aus Holz) ein filigranes Goldkranz aus Baktrien lag. Auch die Kleidung der Sarmaten erinnert an die Farbenpracht die man besonders auf den Märkten von Usbekistan und Sarmakand, also dem antiken Baktrien und Sogdien findet. Es verwundert nicht das diese Farbenpracht auch an einen Kasperle im Puppentheater erinnert.

Von den Bastarnen nimmt man an, das sie gotisch sprachen und sie werden als Kleingoten von Jordanes angesprochen. Diese baten 280 n. Chr. infolge der Gotischen Invasion um Aufnahme ins Römische Reich und wurden in Getien und Moesien in der Gegend von Nicopolis ad Istria angesiedelt. Von den Goten wurden sie dafür verachtet, da sie sich der Fremdherrschaft der Römer unterwarfen.
Aus ihrer Sicht war es vermutlich ganz natürlich, schliesslich hatten sie sich Jahrhundertelang als Söldner unterschiedlichster Königreiche verdient und dürften mit der Zeit zunehmend hellenisiert und romanisiert gewesen sein.

Jordanes beschrieb sie daher auch als brave aber arme Bauern denen der Wein fremd geblieben war. Der Name Bastarnae geht zurück auf das lateinische Basternae was eine Hilfsbeschreibung für mehrere Planwagen-Typen darstellt. Die exakte Übersetzung ist „Maultier-Sänften“, die die Römer offenbar mit den fahrenden Hausstand der Bastarnen assoziierten.
Spätere Autoren sehen die Bastarnae nach dem großen Sturm der Sklavini 575 letztmalig gemeinsam mit Sarmaten (Roxolanen aus Moesien) in der Gegend von Vize im Nordwestlichstem Zipfel des heutigen Bulgariens siedeln. Einigen Hunnen sollen sich ihnen auch angeschlossen haben. Dies spricht für eine enge Verbundenheit der Bastarnen und Roxolanen.

Reste der Goten verblieben auch auf der Krim. Ihr Krimgotisch weisst einige Indoiranische, vermutlich alanische Einflüsse auf. Überliefert ist das sie im Besitz der Wulfila-Bibel waren und diese bis ins 17. Jhd. auch noch gelesen haben. Von ihrer Sprache gibt es jedoch nur eine kleine Liste von Wörtern.

Sprachforscher haben als slawische „Urheimat“ jedenfalls einen Raum nördlich der Karpaten Dniester, der oberer Weichsel, dem mittlerem Dnepr und je nach Auslegung bis zur Desna auserkoren. Nunja, sie haben schon jede Menge Orte zur slawischen Urheimat erklärt.

Spätslawen-These

sklavini quellenDemgegenüber hat der rumänisch-amerikanische Forscher Florin Curta in seinem Buch „The making of Slavs“ die These aufgestellt, die Slawen als ethnisch-politische Kategorie seien eine byzantinische Erfindung also eine Kategorisierung von außen, wie sie einst auch für Kelten, Germanen und Skythen galt. Das klingt durchaus typisch römisch.

Ebenso erklärt er die slawische Landnahme zu einem Mythos und belegt deutlich, dass eine solche Menge ans Sklavini nicht durch eingewanderte Gruppierungen erreicht werden kann. Vielmehr sieht er in der lokal ansässigen Bevölkerung die Ursache für das enorme Anwachsen der Sklavini in dem die vorher benutzten Völkernamen schlichtweg abgeschafft wurden.

Meiner Meinung nach liegt der Grund für diese „Abschaffung“ schlichtweg darin, das Byzanz diese Völker als  „besiegt“ definierte, im Sinne einer Vernichtung. Aus politischem Kalkül wurde fortan die Existenz Überlebender schlichtweg negiert. Aber die waren schliesslich noch da. Daher wurden all diese Menschen nun unter dem Begriff „Sklavini“ zusammengefasst, den man möglicherweise bei früheren Autoren fand. Da Prokopius Werke eine weite Verbreitung erlangten etablierte sich der neue Begriff unter den Autoren und schon war ein neues Volk erfunden. So ähnlich machen es später auch die Franken.

Der Begriff „Slawen“ ist von Slawen selbst erst seit dem 10. Jahrhundert als Eigenbezeichnung überliefert, insofern ist die Bezeichnung Sklavini oder Sclaveni für die frühen Slawen richtiger.
Selbstverständlich lehnen Slawen daher auch jeden Zusammenhang mit dem Begriff Sklaven ab, obwohl einige Wissenschafler durchaus vermuten das Slawen häufig versklavt wurden, sodaß eine Assoziation z.B. auch von Sebastian Brather hergestellt wurde. Meiner Meinung nach steht es eher für Tributpflicht, also für eine Vasallenschaft.
Dabei wird angenommen das der Begriff Sklave von Sclavene abgeleitet wurde, wobei die veränderte Schreibweise vermutlich auf fränkische Mönche zurück geht, wo u.a. auch die Bezeichnung Sklavos im 8. Jhd. für die Obodriten später auch für andere fränkische Vasallen verwendet wurde, während Wilzen als Venedorum bezeichnet wird.
So wird z.B. über den Kontrakt zwischen Karl und dem Obodriten Witzan der Terminus „Sklavos“ in der Annal. Laurissenses von 788 benutzt. Die Annales Einhardi benutzt im selben Zusammenhang den Terminus „Sclavorum“. Als Karl den Obodriten Witzan schliesslich zum Fürst aller Slawen an der Ostseeküste einsetzt, wird der „Sklavos“ Witzan zum dux (Fürst) von  „danorum“ und „winidorum“, was impliziert, das er nicht zum Fürsten von „Sclavorum“ ernannt werden kann, weil er es schon ist.

Die Annales Mosellani und Laureshamenses nutzte den Terminus „winedorum“ um über den Raum Kärnten zu berichten.

Auf diesen kleinen Unterschied der ausschliesslich im Frankenreich auftritt, muss gesondert eingegangen werden, denn so wahllos gegeneinander austauschbar war er vor allen Dingen bei den Mönchen, die den Großteil der verfügbaren Literatur verfassten und die natürlich das Christentum fördern sollte.

Curtas Thesen haben zu einer angeregten Debatte geführt, in der auch lange als sicher geltende Deutungen von archäologischen Kulturen als „slawisch“ neu überdacht werden.
Seine gut durchdachte Argumentation stellt dabei drei grundlegende Zeitabschnitte fest, in der die Bezeichnung Sklavinoi bzw. Scaveni benutzt wurde.

  1. Zeitraum A vor 550,  (alternativ vor der Pest 542, was besser passt)
  2. Zeitraum B 550 bis 575 (während der Regierungszeit Justinian I.)
  3. Zeitraum C ab 575 (alternativ nach dem Fall des Gepidenreiches 568

575 (manchmal auch auf 574 datiert) überrannten Sklavini Südosteuropa und so brach auch der Donau-Limes unter ihnen zusammen den Justinian anfangs so erfolgreich gefestigt hatte.

Für das Frankenreich wurden folgende Angriffe dokumentiert:

  • 540 berichtet Theudebert das er das Fränkische Reich vom Meer bis nach Pannonien beherrscht. Nach heutigen Maßstäben wäre das im Westen Ungarns. Das suggeriert das er bis an den Donau-Limes herrschte.
  • 591 berichtet Paulus Diaconus (um 720/730-799) das Tassilo I. vom Frankenkönig Childebert als rex über die Bajuwaren eingesetzt wurde. Bald darauf kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Bajuwaren und Sklavos, da der Bayern-Herzog sein Fürstenreich offenbar auf Kosten der Sklavos erweitern wollte. Das fanden die nicht so gut.
    Zunächst drang der Herzog Tassilo I. (um 591-610) in die Provinz Sclaborum  („Sclaborum provinciam“) ein. Dabei handelt es sich vermutlich um den zu Kartanien gehörenden Teil von Slowenien, wo um 590 herum Slawen archäologisch nachweisbar sind. Vermutlich sind es verstreute Reste von Sueben von denen um 480 Raubzüge gegen die darüber klagenden Ostgoten belegt sind. Im Umfeld der Gotenkriege 540 sind ebenfalls Sueben involviert und besetzen vermutlich einige Regionen in Slowenien und dem nördl. Kroatien.
    Möglicherweise meinte er jedoch auch das Awarenland östlich der Donau, denn die Awaren die 568 das Gepidenreich eroberten, sahen sich gewissermaßen als Partner der Langobarden und wurden von Römern gut bezahlt, sodaß als Beute nur das Frankenreich lohnenswert erschien.
  • 595 erfolgt ein zweiter bajuwarischer Vorstoß angeführt von dem Merowinger Childebert II. und dem Bayernfürst mit dem Bajowarenheer gegen die Sclavos (Awaren) im Drautal. Da sich die Awaren noch mit den Römern und dessen Heruler-Foederaten im Kampf um Singidunum befanden, wollte er dies nutzen um das Drautal zu vereinnahmen. Doch die Bajuwaren scheitern, awarische Reiter vernichten das bajuwarische Stammesheer bestehend aus 2000 Kriegern. Daß ausgerechnet Kavallerie für den Sieg verantwortlich war, spricht gegen Lokalisierung in den von engen Tälern geprägten Ostalpen.
  • Kurz nach 610 unternahm der bairische Herzog Garibald II. (um 610-650), Sohn Tassilos I. einen dritten Vorstoß nach Kärnten.
    Bei Aguntum im Drautal erlitt er eine Niederlage, doch konnten die Bajuwaren den Sclavos (Awaren) die Beute wieder abnehmen.
  • 623/624 berichtet Fredegar berichtet, daß der fränkische Kaufmann Samo zu den Sclavos zog um mit ihnen Handel zu treiben. Wortwörtlich schreibt er von Slavos die man Winden nennt,  „in Sclavos coinomento Winedos“.
    Nach Fredegar stammte Samo „de pago Senonago“ aus dem Gau Senonago der mit Sens gleichgesetzt werden könnte, was mitten im Frankenreich eine der Pfalzen des  Frankenherrscher Chlothar II. war. Dem gelang es das Frankenreich wieder ganz unter seiner Kontrolle zu bringen, was er an Dagobert I. vererbte. So gesehen könnte das Reich des Samo auch ein Vasallenreich der Merowinger gewesen sein. Jedenfalls sollen die Winden einen Franken zum 623/624 zum König erhoben haben. Dieser hätte erfolgreich gegen die Awaren gekämpft, unter deren Herrschaft sie bislang gestanden haben. Dabei wird auch berichtet das die Awaren sich im Winter bei den Winden einquartierten und deren Frauen vergewaltigten.
  • 631 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Dagobert und dem Reich des Samos. Der fränkische König Dagobert I. (seit 623 austrasischer König, 629-633 Gesamtkönig, †638/639) stellte drei Heere aus Alamannen, Franken und Langobarden auf und fiel mit diesen in das Wendengebiet Österreichs ein.Während Alemannen und Langobarden siegreich blieben, gelang es den
    Winden, das ostfränkische Heer beim castrum Wogastisburc zu schlagen.
    Dagoberts Feldzug scheiterte, doch er soll Abkommen mit Sachsen (vermutlich auch mit den Bayern) geschlossen haben und richtete zur Grenzsicherung das Thüringer Herzogtum wieder ein, das 531 von den Merowingern vernichtet worden war. Thüringen wurde jedoch 704 erneut ins Frankenreich eingegliedert.
  • Nach 632 schweigen jedenfalls die Schriftquellen über das Verhältnis von Sclavos und Franken für längere Zeit.

Erst die Vita Willibald geschrieben von der Nonne Hugeburc von Heidenheim im Suebengau in Franken berichtet um 778 von der Reise des heiligen Willibald von Eichstätt der um 740 durch Karnburg in Kärnten nach Vindobona (Wien) und von dort nach Eichstätt reiste und in Marz (nahe Sopron) angeblich eine Kirche errichtete. Dabei wird von der Nonne ein „Vinedorum et Sclavorum“ erwähnt.
Erwähnt sein auch das es noch die Vita Sancti Willehadi gibt, die ebenfalls aus dieser Zeit stammt im Gau Wigmodi die Sachsen missionierte und der 782 während der Sachsenkriege nach Rom pilgerte. 787 soll er von einem Kloster in Luxemburg zurück in den Gau Wigmodi gerufen worden sein, nachdem Widukind getauft worden sei. Aus diesem Grunde ist auch die Taufe Widukinds mehr als fraglich, da es keinen Bischof in Sachsen gab. Willehad wurde damit der erste Bischof  (Missionsbischof) von Bremen der aber nur 2 Jahre dort amtierte und gerade noch den Dom zu Bremen weihte, bevor er an Fieber verstarb. Dann blieb das Bischofsamt vakant bis 805.

Der Begriff „Vinedorum“ ist eine Lateinisierung die sich von Vienna ableitet, also von Vindobona ableitet. „-bona“ leitet sich vom römischen „burgi“ ab und ist bis heute ein slawischer Begriff für Burg. Demnach wäre „Vindo“ ein Hinweis auf eine von den Römern als „Vindii“ oder „Vindili“ oder „Vindelici“ (Vindeliker) bezeichnete Bevölkerung. Dabei kann es sich eigentlich nur entweder um die Vindeliker oder um die Vandalen (griechisch Οὐανδαλοί Vandaloi, lat. Venethi, oder später Venedi) gehandelt haben, die in Mähren (Asdinger) und Schlesien (Silingi) ansässig waren. Da auch eine Wort Verwandtschaft zu Venetae, also den Venetern und den Vindelikern besteht, ist wohl ein uraltes Erbe der Handelsbeziehungen (Bernsteinstraße) zwischen den dt. Mittelgebirgen zur Adria, also der Region Venetia, die sich mit der Villanova-Kultur und der bald darauf entstehenden Este-Kultur dort etablierten. Sie bildet die Quellkultur der Noriker als auch der Raether, Vindeliker und Etrusker (natürlich im Mix mit der einheimischen Population) sind.
Somit kann grob die ganze Region der Ostalpen als Post-Villanova Kulturgruppe (Thyrrenische Sprachgruppe) angesehen werden, die in der Erinnerung der Germanen als Thursen bezeichnet wurden. Über die vielfältigen Heiratsbeziehungen zwischen Thursen und germanischen Götterhelden gibt es zahlreiche Legenden. Aber auch die Römer berichten noch von zahlreichen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Norikern und Germanen, wobei die Nemeter entstehen, die wohl aus den Tälern der Ennz kommend Ariovist nach Gallien folgen und schliesslich als Nemed (gemeinsam mit Belger-Stämmen) die dritte der sechs Siedlungswellen laut der irischen Landnahme-Überlieferung bilden.

Diese neu angekommenen Siedler der Villanova-Kultur (laut Legende der Trojaner Antenor)  gründeten um 1184 Padova an einem Fluss (griech. Padus, später der lat. Name für den Po) namens Bacchiglione und gaben der Region den Namen Venetia, ein verkürztes Venetana also übersetzt „Land der Venen“. Das findet seine Entsprechung in Iberien, wo lauter Stämme nach dem selben Muster Bastetani, Turdetani, Edetani, Lusitani benannt wurden, die besonders im Umfeld phokäischer Kolonien zu finden sind. Die Paleo-Veneter sind also identisch mit einem einheimischen indigenen Stamm der „Venen“, der im Umfeld der neuen Kolonie lebte.
Eine andere Ethymologie ist völliger Unsinn. Geht man von dem „-tana“ aus, so handelt es sich um eine dem ägyptisch nahestehende Sprache wie es phönizisch sein könnte. Dafür spricht auch Tanit, die phönizische Stadtgöttin von Tyros.
Tanaja war für die Ägypter eine Bezeichnung für die mykenische City-Zivilisation.
Es ist also aus ägyptischer Sicht ein Sammelbegriff vergleichbar wie Kelte, Germane oder Slawe.
Ob sich die Bevölkerung bzw. Oberschicht aus Tyros als Mykenisch ansah, ist unbekannt. Zumindestens war sie stark ägyptisch geprägt und sprach eine semitische Sprache, könnte aber eine kleine mykenische Oberschicht gehabt haben. Die früheste Erwähnung von Tyros stammt aus den Armana-Briefen aus der Zeit um 1350 v. Chr. als Kanaan größtenteils zu Ägypten gehörte und dort noch als Retenu und Fenchu bezeichnet wurde.
Ebenso sind Phönizier vor den Griechen in Iberien gewesen, was möglicherweise auch in Venetien der Fall gewesen sein könnte. Dafür spricht auch Etruskische DNA die u.a. die yHaplogruppe E1b aufweist und zu dieser Zeit in der Levante und Ägypten verbreitet war.

Die Stadt Padua liegt strategisch günstig zwischen der Brenta und der Bacchiglione. Das Ursprüngliche Padua dürfte im Delta an der Küste zwischen diesen Flüssen gegründet worden sein, da die Flüsse überraschende Angriffe natürlich verhinderten, andererseits aber als Wasserwege dienen konnten.
Rund 200 Jahre später hat sich Ateste (griechisch wohl eher *Athis) als weitere bedeutende Stadt entwickelt, die damals an der Etsch (ursprünglich griechisch Athesis) an der Bucht von Venedig gegründet wurde.

Fast überall sind die ersten Siedlerspuren jedoch Phönizier aus Tyros. Allerdings erlebt Tyros im 8. Jhd. eine Krise und die Phokäer dominieren die nächste Welle der Mittelmeerkolonie-Gründung, bevor mit den Puniern die dritte Gründerwelle durch das Mittelmeer rauscht.
Wer also wirklich als erster in Venetien siedelte und woher er kam, ist also unbekannt, hätte aber entscheidenen Einfluss darauf die Herkunft der Norisch-Raethisch-Etruskischen Sprache zu enträtseln.

302 v. Chr. muss Padua einen Seeangriff der Spartaner abwehren, wobei möglicherweise das Ur-Padova durch den Spartaner-König Kleonymos zerstört wird, denn die ältesten Siedlungsspuren des heutigen Padua stammen aus dem 4. Jhd. v. Chr. Vermutlich bauten die Einwohner die Stadt etwas weiter westlicher wieder auf um besser gegen Seeangriffe geschützt zu sein.
Von Antenor ist nur wenig bekannt. Er fungiert kurz vor dem Trojanischen Krieg als Vermittler zwischen Troja und den Mykenern und kämpfte auf Seiten Trojas.

Padua geriet schon 215 v. Chr. unter römischer Herrschaft. Da die Post-Villanova Kulturgruppe ab dem 1. Jhd. v. Chr. vollkommen romanisiert wurde, lateinisierten die Römer einfach nur die alten Bezeichnung.

Das Windisch mit Slowenisch gleichgesetzt wird, ist eine sehr, sehr viel spätere Assoziation die natürlich besonders unter Slowenen großen Anklang findet.

Mit anderen Worten keine dieser Quellen berichtet von slawischen Angriffen vor 591.

Der langobardische Gelehrte Paulus Diaconus (um 720/730-799) Paulus Diaconus benutzt hier sowohl für Awaren als auch für die Sklavini die lateinisierte verkürzte Form Sclavos und wiederholt die Anmerkung die sich auch bei Fredegar findet, das Sklavos auch Wenden genannt werden.
Dies hat er vom fränkische Chronist Fredegar (vor 658) übernommen, der als Erster den Begriff Sclavos verwendet. Auch er setzt Sclavos mit Wenden gleich.

Erinnern wir uns nochmal der Aussage Jordanes, das die Sclaveni mit den Venethern und Anten einst ein Volk aus dem Vorgotischem Reich  in der Ukraine hervor gegangen seien von den Goten besiegt seinen und nun drei Namen trügen. Damit müsste man diesen Sclavini eine gotische Sprache unterstellen, wobei die Anten ja iranischer Herkunft sein sollen. Da Jordanes sie aber als gotisch ansieht, und zu seiner Zeit Alanen im Heeresdienst waren, scheint er auch die Anten als gotisch sprechend einzuordnen. Womöglich wechselten sie die Sprache und könnten ein Dialekt ähnlich dem der Krimgoten entwickelt haben, wären also sprachlich germanisiert oder vielmehr gotisiert worden.

Für eine Sprachannährung spricht auch, das einige Alanen (möglicherweise auch Jazygen) mit nach Westen wanderten, 406 mit Germanischen Stämmen den Rhein überschritten und in Gallien sowie Iberien bei den Quaden siedelten.

Die Vorstellung das Sklavini bereits slawisch sprachen, wäre nach dem Scenario das Curta aufstellt, ein Mythos der nur in der Vorstellung jener existiert, die der These von bronzezeitlichen Urslawen anhängen. Die Herausbildung einer slawischen Sprache müsste nach Curtas Szenario mit der 200 jährigen Herrschaft der Awaren, der darauffolgenden 300 Jahre Bulgarenherrschaft und der Herrschaft der Rus bzw. deren Integration der Volga-Bolgaren als Bojaren zusammen hängen, was durchaus überzeugt.

Dies entspräche auch den frühesten Zeugnissen der slawischen Sprache die von dem begnadetem Sprachtalent Kyrill ab etwa 863 am Hofe des mährischen Fürsten Rastislav verfasst wurde. Dabei bediente er sich ausgiebig des griechischen Alphabetes, ergänzte es jedoch mit weitere Buchstaben.

Ob Rastislav wirklich so hies, sei auch mal zur Frage gestellt, denn üblicherweise wird jedem Slawenfürsten das obligatorische -slav verpasst, während in lateinischen Quellen das „-laus“ dominiert. Da der Begriff Slawe gar nicht vor dem 10. Jhd. vorkommt, kann er auch noch nicht in slawischen Namen vorgekommen sein. Zum Vergleich wäre Svatopluk I. , Mojmir I., Kocel, Jaxa, Prosigoj oder Bousebouze zu nennen, wobei der letztgenannte prompt zu Wlatislav gemacht wird.
Der Urheber dieser -slav Namen ist wohl eher in der späteren Slawenzeit zu suchen, die dann allen frühslawischen Fürsten angehängt wurde, was schlichtweg eine rückwirkende Slawisierung darstellt. Ob dies Slawisierung nun von Slawen oder von Mönchen vorgenommen wurde, muss offen bleiben.

Dieser Bousebouze soll ein Fürst der Lendizen gewesen sein, wobei Lendizen ev. mit den früheren Lentienses also den Linzgauern vom Bodensee in Verbindung gebracht werden könnte.Die Lentienses werden nur 355 und 378 als Alemannischer Stamm erwähnt, der um das Kastell Lentia lebte. Damit endeten römische Expeditionen in die Germania Magna.

Kleiner Exkurs zur Entstehung des Altkirchenslawisch

Der Mährische Fürst Rastislav der dem Bayrischem Herzogtum unterstellt war, sah wie auch andere slawische Fürsten in den fränkischen Priestern eine ernste Bedrohung die unter dem Mantel der Kirche zunehmend Einfluss gewann. Den Franken gelang es damals die slawischen Fürsten von Polen, Böhmen, Mähren, Nitra, der marchia Avaria, dem Fürstentum Sabatia, Carantania und Posavina als Vasallen zu verpflichten und so einen Ring von Pufferstaaten zwischen sich und den aggressiven Ungarn zu bringen. Den slawischen Fürsten die nach Unabhängigkeit strebten gefiel das selbstverständlich nicht.
Gemeinsam mit dem Neutraer Fürsten Svatopluk sandte Ratislav den Priester Kyrill, seinen Bruder Method und einige ihrer Schüler zum Papst und ließen sich 867 vom Römischen Patriarchen genehmigen, Altbulgarisch (auch als Altkirchenslawisch oder Altslawisch bezeichnet) fortan als Sprache der katholischen Ligurgie nutzen zu dürfen, womit ihnen ein einzigartiger Cup gelang. Schon auf dem Rückweg dürften die Priester wie Helden gefeiert worden sein. Im Plattensee-Fürstentum lehrten sie erstmalig legal in Altbulgarisch.
868 wurde Altbulgarisch auch offiziel als vierte Lehrsprache der katholischen Kirchel zugelassen, daraufhin wurden die fränkischen und bayrischen Priester mehr oder weniger aus den Fürstentümern Nitra, Mähren, den Fürsten der Praedenecenti Obodriten, in der marchia Avaria und dem Fürstentum Sabaria sowie dem Fürstentum Posavina im heutigem Kroatien vertrieben.

880 wurde altbulgarisch auf Betreiben der Franken vom damaligen Papst wieder verboten, doch unter dem Schutz der slawischen Fürsten verbreitete sich die neue Liturgiesprache rasend schnell, da es das „fränkische Priesterproblem“ nicht nur in Mähren löste.

Der Begriff Altbulgarisch taucht ab dem 10. Jhd. in der Vita des Papstes Clemens erstmalig auf.
Als Ursprung wird heute ein Dialekt in der Saloniki-Region vermutet, das Kyrill mit der mährischen Sprache vermischte. Die in altbulgarisch auftauchende Bezeichnung slověnьskъ wurde jedoch umgehend dazu benutzt zu behaupten, dass die slawische Liturgie in Pannonien auf dem Gebiet des heutigem Slovenien entstanden sei.
Die pannonische Ursprungstheorie des Altkirchenslawischen wurde infolge dessen auch mit der Gleichsetzung der Sklavini mit Sloveni postuliert, wofür es absolut keinerlei Beweise gibt.
So schreibt Sebastian Brather „das Sloveni soviel wie Leute von Slov bedeute“. Dabei vergisst er zu erwähnen wo dieses Slov eigentlich liegen soll und wie die Leute von Slov derart erfolgreich Osteuropa zur Annahme der Slawischen Sprache überzeugt haben sollen?
Auch ein Aufenthalt von Kyrill in Slov ist nirgends belegt. Trotzdem wird diese Theorie eifrig publiziert.
Dazu kommt das Sloveni auch noch im Irmenland bzw. am Ladogasee verortet wurden. Es ist kaum anzunehmen das Menschen vom Irmenland bis nach Slovenien wanderten, zumindestens gibt es bis jetzt dafür keinerlei Anhaltspunkte. Es klingt eher ein wenig nach Angelsächsischem Dialekt, da die Angelsachsen aus dem „a“ ein „o“ machten (kann man gut beim Furthark sehen).

Für ein Wachstum des slawischen Wortschatzes sorgten bis ins späte Mittelalter Übersetzer lateinischer und griechischer Texte, die sich bei Wortschöpfungen oft an griechische, lateinische Worte anlehnten oder aus der hebräischen, jüdischen und sogar jiddischen Sprache übernahmen. Entlehnungen aus dem Altdeutschem wurden aufgrund des „fränkischen Priesterproblems“ abgelehnt, schlichen sich jedoch via jiddisch durch die Hintertür wieder ein.
Zum Gedenken an Kyrill wurde das slawische Alphabet kyrillische Schrift genannt.

Curta zeichnet jedoch auch ein systematisch Bild der damaligen Situation aufgrund der Aussagen von Prokopios von Caesarea und Theophylaktos Simokates, das in:

  • Tropaeum Traiani, Iustiniana Prima, Diocletianopolis, Philippopolis,
    Serdica, Ratiaria, Diana und Sirmium römische Truppen stationiert waren, die Festungen Castra Martis unbesetzt war und Ulmetum verfallen war und aufgegeben wurde. Laut Jordanes sollen sich in Skythia Minor nach dem Fall der Hunnen die Skiren und im Donaudelta einige Hunnen des Ernak gesiedelt haben. Auch eine Tervinger Gruppe muss in diesem Gebiet noch existiert haben die nicht dem Ruf Theoderichs nach Italien gefolgt war.
  • Die Orte Troesmis, Noviodunum, Iatrus, Nicopolis ad Istrum, Abritus, Sucidava, Smorna, Campsa, Taliata wurden mit Foederaten besetzt und in Novae die Heruler angesiedelt. Nach Jordanes lebten eine große Zahl Bastarnen die man Kleingoten nannte, seit 280 in Nicopolis ad Istrum lebten und dort noch bis 550 präsent waren. Interessant daran ist das Nicopolis das Titularbistum Wulfilas war, der die Gotenbibel schrieb und dort die Kleingoten bekehrte.

In der weiteren Beweisführung führt er auch archäologische Beweise ins Feld:
Die Auswertung von byzantinischen Münzfunden in Horden auf dem Balkan zeigen das Geld um 535, 545 und 565 geflossen ist. Ab 576 nehmen diese Horde schlagartig zu und bleiben anhaltend bis 597, gehen dann bis 615 auf niedrigerem Niveau weiter, dann versiegt die Zahlung bis sie 610 auf niedrigem Niveau bis 640 weiter geht. Schlagartig stieg sie um 680 nochmal an.
Die Verteilung der Funde zeigt bis zur Regierung Justinians ein deutliches Verteilungsmuster das den Reichen der Ostgoten, Gepiden, Herulern und Skiren entspricht sowie den Foederaten am Donaulimes, speziell in Turris bei den Anten westlich des Limes Transalutum und Oltenia und östlich davon in Durostonum und Mutenia wo die frühen Awaren 559 angesiedelt wurden. Dazu kommt eine beachtliche Menge byzantinischer Kupfermünzen von Anastasius und Justin I. in Skythien und Moldavien nördlich der Donau.

In der Regierungszeit Justinians ändert sich das Muster stark und zeigt eine massive Zunahme der Funde im Bereich von Skythia Minor und Moesien sowie in Siebenbürgen, die mit großer Sicherheit vor allen Dingen auf die Landname der Awaren schließen lassen. Eine beträchtliche Menge im Westen zeigt auch reiche Zahlungen an Langobarden an. Vermutlich wurden die Kassen Byzanz nur selten um derart große Mengen Geld erleichtert wie sie zur Zeit Justinians an die Barbaren flossen. Auch die drei nachfolgenden Kaiser mussten sich den Frieden mit den Barbaren teuer erkaufen.

Erst im 6. Jhd. lassen die Zahlungen nach und lassen darauf schließen das an der Sereth und Prut sowie in Oltenia Bulgaren und Sklavini mit Kupfer- und Silbermünzen bedient wurden, während die Awaren Gold bekamen. So gesehen kann man den Frust der Kaiser verstehen die Awaren los zu werden und das Sklavini-Problem zu beseitigen, wozu ihnen die Bulgaren dienen sollten.

Eine Kurzfassung der frühen bulgarischen Geschichte
Die Ankunft Kuvers der 635 in Sirmium als Vasall der Awaren siedelte deckt sich mit einer geringen Zunahme der Zahlungen um 640.
Die starke Zunahme der FundHorte verläuft parallel zum Fall des Donaulimes der 578 zur Zeit des Justin II. regelrecht überrannt worden war, als das Byzantinische Reich sowohl von Sassaniden als auch von Barbaren angegriffen worden war.
Der Anstieg deckt sich mit der Einwanderung der Bulgaren und dessen Reichsgründung in Moesien unter Knjas Asparuch 679, das im Sommer 681 notgedrungen von Byzanz anerkannt werden musste. Der Titel Knjas bzw. Knes wurde vom Germanischem kuning abgeleitet.
Alzek konnte sich 667 im Zuge mehrfacher Awarenangriffe auf Friaul nach Verhandlungen mit den Langobardenkönig Grimoald schliesslich im Herzogtum Benevent unter Herzog  Romuald I. ansiedeln und bekam einen römischen Titel.
Sein Bruder Kuver rebellierten 678 gegen die Avaren, nutzte die Gelegenheit und belagerte Tessaloniki zwischen 682 und 684. Dann errichtete er 680 ein Reich in Westlichen Macedonien bzw. östlichem Albanien. In byzantinischen Quellen wurden diese Regionen nun als „Sklavinia (Σκλαυινία)“ bezeichnet. Dies entspricht den römischen Provinzen Epirus, Macedonia 1 und Macedonia 2, was als westbulgarisches Reich bezeichnet wird.
Der Bulgarenherrscher  Terwel (700–721), ein Nachkomme Asparuchs wurde 718 von Justinian II. mit dem Titel Czar geehrt, nachdem er die Islamische Belagerung und damit die Eroberung Konstantinopels und den Untergang des Byzantinischen Reiches noch einmal verhinderte. Da gerade das 711 das Westgotenreich unter dem Ansturm islamischer Mauren gefallen war, löste das natürlich eine große Besorgnis in Konstantinopel aus.
Zwischen 811-813 vereinigten sich die beiden Reiche von Asparuch und Kuver unter dem Khan Krum, der nun ein Bulgarenreich beherrschte das sich von der Adria bis zum Schwarzen Meer erstreckte. Im Verlaufe seiner Herrschaft wird nicht nur das fränkische Reich sondern auch das Byzantinische Reich angegriffen. Karl der Große der das kommen sah, begann um 791 einen Feldzug nach Süden wobei er 793 das besiegte Awarenreich wie auch das Langobardenreich neu organisierte. 804 errichtet er mehrere Grenzmarken in Pannonia Superior, Pannonia Inferior, in Österreich sowie Italien und Dalmatien, wobei er mehrere lokale Stammesführer in den Adelsstand versetzt um sie zur Heerfolge seiner Herzoge von Friaul und Baiern zu verpflichten und zur Verteidigung ihrer Länder zu motivieren.
Tatsächlich beherrschten die Bulgaren nun fast 300 Jahrhunderte den Balkan.
Erst Baseilos II konnte 1014 den Bulgarischen Zaren Samuil besiegen und gliederte Macedonien wieder ins Byzantinische Reich ein, das
1453 selbst durch die Osmanen unterging.

Graf Borna erobert Dalmatien

Im Zuge der Sklavini-Kriege gegen das byzantinische Reich siedeln Sklavini um ca. 610-650 weiträumig auch in den Provinzen Pannonien Inferior und Dalmatien und werden dort heimisch. Mit der Expansion der Bulgaren sieht sich Karl gezwungen Pufferstaaten zwischen sich und den Bulgaren einzurichten.

Im Zuge dessen taucht Višeslav um 799 als erster südslawischer Herrscher auf.
Der vermutlich aus dem Awarischem Adel des besiegten Awarenreiches angeworbene Višeslav wird im Sinne einer Auxiliargruppe als fränkischer Vasall zum Grenzgraf der römische Stadt Salviae ernannt und in den fränkisch-katholischen Adelsstand versetzt.

Auf ähnliche Weise werden weitere Stammesführer in Dalmatien und Pannonien installiert und zur Heerfolge des Friaulischen Herzogs Gernot, einem Schwager Karls verpflichtet.
Gernot der nur kurz regiert, werden bald darauf Mitglieder der Adelsfamilie der Ahalolfinger folgen. Gemeinsam mit dem Herzog von Friaul und dem Markgrafen Erich von Trient erobern die künftigen Grenzgrafen die Halbinsel Istrien, dann 799 die Stadt Tarsatica (das heutige Trsat) und von da aus nach und nach Dalmatien, wo die künftigen Grenzgrafen ihre Lehen in Besitz nehmen.

Auf Dalmatien erhebt jedoch Byzanz Anspruch, kann ihn aber defacto nicht durchsetzen, da weite Teile des Balkans inzwischen von Bulgaren beherrscht werden und somit gar nicht mehr von Byzanz kontrolliert werden. Im Gegenteil, das Byzantinische Reich leistet Tribute gegenüber den Bulgaren die es vor einer Arabischen Eroberung schützen.
804 erhebt Karl also den Stammesführer Višeslav zu Grenzgrafen von Salviae, was dem Vorgehen entspricht, wie er den Abodriten Witzan in Mecklenburg als Samtherrscher etablierte.

Im Römischen Recht das vom Frankenreich adaptiert wurde, entspricht dies einem Suzerän was im Slawischem zum Titel „Župan“ wird.
Einer Suzeränität (frz. suzerain „Oberhoheit, Oberherrschaft, Lehnsherr, Suzerän“) ist rechtlich eine Vasallenschaft und ist wie die Parallelbildung zu souverain (von frz. sus „erheben“) abgeleitet, das auf das gleichbedeutende lat. sursum, verkürzt aus subversum, zurück geht.

Der Suzerän wurde also von spätrömischen Reichstiteln übernommen und überwiegend im frühen 8. Jhd. an lokale Stammesführer im west- und südslawischen Raum vergeben, mit der Absicht abwehrbereite Pufferstaaten zwischen dem expandieremdem Bulgarenreich und den Franken zu etablieren. Es stellt also eine Erhebung in den Adelsstand (“comes“ als Graf einer Grenzmark) dar.

Man könnte dies auch als Samtherrschaft bezeichnen. Jedoch werden in Unkenntnis der Herkunft traditionell in Ostdeutschland der Titel Samtherrscher und in Dalmatien und Pannonien der Titel „Župan“ genutzt.

Übersetzt wurde dies in den fränkischen Annalen mit „dux“, entspricht aber eher einem Grenzgrafen „comes“ oder auch „dux limitis“ (einem Militärkommandeur der ursprünglich nur die limitierte Besatzung eines Kastell kommandierte), während der „comes palatii“ einem Herzogtitel entspricht, der dem Markgrafen gleich kommt.
Es ist nicht so ganz leicht diese spätrömische Militärhierachie zu verstehen und richtig ins Frankenreich zu übersetzen, was wohl nicht mal den mittelalterlichen Historikern gelang, geschweige denn den Mönchen, weshalb sich zahlreiche Behelfsbegriffe wie „Samtherrschaft“ in der Forschung etablierten.

Graf Borna von Salviae (in Dalmatien) wird in fränkischen Analen als „dux Dalmatiae“ (also Graf von Salviae) aufgeführt und erscheint auch zu den fränkischen Reichstagen.
Er erobert Liburnien (unter Führung des Herzogs von Friaul [[Chadaloh I.]] 817–819) und wird somit zum „dux Dalmatiae et Liburniae“, später erobert er Guduscania und wird auch noch zum „dux Guduscanorum“ (erobertes Gebiet auf dem heutigem Gebiet Kroatien) betitelt, womit er Pagania einzingelt und cirka 70% der spätrömischen Provinz Dalmatien kontrolliert. Das entspricht heute dem umkämpften Gebiet im Norden der Republika Srpska auf dem heutigem Staatsgebiet von Bosnien-Herzegovina.

Nachdem er mit Hilfe des Herzogs Balderich von Friaul auch noch den rebellierenden Grenzgrafen Ljudevit 819 schlägt, wird er zum Großzurpan über das Gebiet Pannonien inferior und Dalmatien und damit der wichtigste fränkische Vasall in Südosteuropa, der die Bulgaren von der Fränkischen Reichsgrenze fern hält.

Borna ist Schwager des Ljudemisl (von Pagania) und Onkel von Ljudevit (Posavina also Pannonia inferior in Siskia/Segestica), einem Sohn des Vojnomir (fränkisch Wonomir lat. Uuonomyr sclavus) der vermutlich ein Sohn des Višeslav von Dalmatien (Salviae) ist.
Der wurde wohl im Rahmen des 803 geschlossenen Pax Nicephori (Frieden des Nikephoros) zwischen [[Nikephoros I.]] und Karl dem Großen von den Franken zum Graf erhoben um Pufferstaaten zwischen den Bulgaren und Franken zu errichten. Dalmatien und Pannonia inferior sowie Histrien wird also nicht unabhängig, sondern untersteht einem byzantinischem Archon von Dalmatien der 842/843 in Zedar (lat. Diadora, Jadar in Pagania) dokumentiert ist, ist aber Vasall des fränkischen Reiches. Eine ähnliche Kombination besteht im Langobardenreich.
Was Khan Krum davon hält zeigt sich als er den byzantinischen Kaiser Nikophorus I. köpfen lässt um sich eine Trinkschale aus dessen Schädel zu machen. Dies wird zum Tiefpunkt der Beziehungen zwischen den Bulgaren und dem byzantinischem Reich.

Sowohl im Fränkischen Reich als auch im Byzantinischem Reich ist von dieser Barbarei entsetzt, fühlt man sich doch als Erbe des römischen Reiches. Und so wird besonders unter der Priesterschaft und in Klöstern die Bulgaren fortan mit Kannibalen gleichgesetzt, die bereits als Gog und Magog in der Bibel prophezeit seien. Es sei nun die Pflicht diese Völker des Satans, die die Christliche Welt bedrohen zu besiegen.
In zahlreichen Mappa Mundis wird Gog und Magog daher dort lokalisiert, wo die Bulgaren her kamen, also von jenseits des Don, wo sich neben dem Wolgabulgarischem Reich auch das Chasarenreich gebildet hat.

Die neue Strategie Byzanz ist daher der Schulterschluss mit dem Kiewer Rus, die 882 ihre Hauptstadt nach Kiew verlegten. Oleg von Kiew nutzt die Schwäche des Byzantinischen Reiches, kreuzt mit seinen Schiffen in Konstantinopel auf und erzwingt von Leo VI. 907 umfangreiche Handelsrechte für Kiew.
Leo der seit 896 nach einer verlustreichen Schlacht erneut Tribut an die Bulgaren zahlen muss, nutzt die „Invasion“ der Kiewer Rus um einen Pakt gegen die Bulgaren zu schliessen und erhebt Oleg in den Zarenstand. 911 unternahm Leo (vermutlich durch die Kiewer Flotte verstärkt) einen Rückeroberungsversuch um Kreta wieder ins byzantinische Reich einzugliedern. Zeitgleich vervollständigt er die griechischen Übersetzung und Aktualisierung der Gesetze des Kaisers Justinian I. die im Zuge der Restauratio imperii entstanden waren. Die Rückeroberung Kretas 911 scheiterte jedoch und schon 912 verstarb Leo. Auch dessen Nachfolger und Bruder Alexander war nur eine kurze Regierung vergönnt, wobei er den Bulgaren den Tribut verweigerte, was zu einem 15 Jährigen Krieg mit dem bulgarischem Zaren Simeon I. führte. Noch bevor die Bulgaren angriffen verstarb 913 Alexander und somit kam der 7 jährige Sohn Leos, Konstantin VII. auf den Thron. Um den Angriff der Bulgaren zu stoppen wurde nun auch Simeon von Bulgarien zum Zaren ernannt. Infolge der ständigen Auseinandersetzungen mit den Bulgaren wurde 920 der General Romanos I. Lakapenos zum Mitregent und dessen Tochter mit Konstantin VII. verheiratet.
Dieser befestigte die Verteidigung gegen die Araber im Osten und die Bulgaren bzw. nun auch gegen die Magyaren im Norden.

963 kommt es im Donauländischem Bulgarenreich zu Thronsteitigkeiten was schliesslich zur erneuten Teilung des Reiches führt.

Der Bulgare Peter I. zog 927 vor die Tore Konstantinopels, das den Frieden mit der Ehe Peters I. und der Enkelin des Romanos I. und der Anerkennung des Zarentitels für Peter I. erkauft wird. 965 zieht Peter I. erneut, diesmal mit dem Magyaren Geza vor die Tore Konstantinopels.

Unter Swjatoslaw gelingt es den Zaren von Kiew 965–969 die Chasaren in Atil und anschliessend im Verbund mit dem Magyarenfürsten Geza auch 967 die Donaubulgaren in Preslaw zu schlagen, wobei er sich nun den Titel Zar der Bulgaren zulegte. Danach  und schlägt 968 den Bulgarenfürst Boris II..
Dem ging eine Zahlung von 15 Zentner Gold voraus die Nikephoros II. durch Kalokyres dem Russischen Zaren zukommen ließ um ihn zum Angriff auf die Bulgaren zu bewegen.

Im Jahr darauf erobert  der Russische Zar Swjatoslaw  969 Philippopel (Plowdiw)  und marschiert nach Arkadiopolis. 970 kurz nach der der Schlacht bei Arkadiopolis erleidet Peter I. einen Schlaganfall und stirbt. Damit waren die Bulgaren stark geschwächt.

So geschwächt gelingt es Byzanz 971 das Ostbulgarische Reich zu schlagen indem der byzantinische Kaiser Johannes I. (der seit 969 regierte) vorgab, die Bulgaren vor den Russen zu retten. Als die Byzantiner unter 971 also ins Bulgarenland einmarschierte, konnte der Bulgare Boris II. ihnen nichts mehr entgegensetzen. Währenddessen nahmen die Byzantiner das bereits von den Russen heimgesuchte Preslaw ein und griffen nun ihrerseits die Russen an, die sich überrascht nach Dorostolon (bulgarisiert, das lat.Durostorum,  Silistra) zurück zogen.
Mehr als 65 Tage belagert werden die unvorbereiteten Russen durch Hunger dezimiert und Swjatoslaw wird gezwungen sein erobertes Bulgarenreich wieder aufgeben.

Boris II. unterwarf sich dem byzantinischen Reich und bekam den byzantinischen Titel eines Magistros. Für die bulgarische Bevölkerung blieb er formal Zar der Bulgaren. 977 flüchtete Boris II. zusammen mit seinem Bruder Roman aus Konstantinopel und Roman wurde Zar der Bulgaren. Sein Sohn Samuil wurde der letzte Zar der Bulgaren und führte einen 40jährigen Krieg gegen Byzanz den er schliesslich 1014 verlor.

In der Schlacht von Kleidion 1014 und 1018 gelingt es den Byzantinern die Macht der Bulgarenzaren endgültig zu brechen.
Basileios II. den man fortan den Bulgarentöter nannte, integrierte die Bulgaren als Vasallenadel im Byzantinischen Reich und teilt das bulgarische Reich in 5 Provinzen, Makedonien, Bulgarien, Paristrion, Thrakien und Strimon auf.

Nach mehreren Restaurationsversuchen bulgarischer Rebellen gelang es 1185–1187 es den Brüdern Assen und Peter erneut ein Bulgarisches Reich zu errichten wobei er den Byzantinischen Kaiser Theodoros Komnenos schlug. Unter dem Hause Assen wurde das zweite Bulgarische Donaureich gegründet, das schliesslich von dem Mongolensturm 1241 hinweg gefegt wurde. Nach einer byzantinischen Rückeroberung 1261 entstanden erneut mehrere Fürstentümer die sich gemeinsam mit serbischen Fürsten 1371 dem osmanischem Heer stellten und unterlagen. Der Krieg der verschiedenen Fürsten gegen die Osmanen dauerte bis 1396, dem nun eine 500 Jahre dauernde Herrschaft der Osmanen folgte.
Die Herrschaft der Bulgaren hat Südosteuropa wesentlich geprägt. Doch mind. genauso prägend waren die Fürstentümer der Serben, Kroaten, Bosnier und Montenegro die weitestgehend gemeinsame Wurzeln haben.

Slawische Formengruppen

Seit vielen Jahren bemühen sich Archäologen mittels Keramikformen Erkenntnisse über Ausbreitung und mögliche Wanderwege zu gewinnen. Die mühsame Arbeit wird dadurch erschwert das sich die frühslawische Keramik stark ähnelt, wobei sie als unverzierte handgemachte Keramik in Erscheinung tritt und insbesondere im 5. Jhd. mehr wie die Arbeit von Töpferlehrlingen wirkt. Offenbar mussten die frühen Slawen erst lernen wie sie qualitativ hochwertige Keramik herstellen müssen, was sicherlich auch mit dem Zusammenbruch der Wirtschaft aufgrund der Pest von 542 und einem damit zusammenhängenden Wissensverlust zu tun hat.
Mittlerweile fand man an zwei Orten in Bayern den selben Pesterreger der ganz klar mit slawischen Einwanderern verbunden ist. Die Pest grassierte also sowohl unter den Slawen wie auch unter den Rheingermanen.

Erst die Mittelslawische Keramik wurde auf Töpferscheiben hergestellt und zeigt nun auch Verzierungen die von Region zu Region unterschiedlich sein kann. Die spätslawische Keramik entwickelte prächtige Formen die den antiken Griechen an Kunstfertigkeit nicht nachstehen.
Trotz aller Versuche gelang es nicht die Keramikformen mit Stämmen klar zu verbinden. Klar ist nur, das die Menkendorfer Keramik starken fränkischen Einfluss zeigt und möglicherweise den Obodriten zuzuordnen ist, während die Sukower Keramik bauchiger daher kommt und mehr an alte bauchige Lausitzer Formen erinnert. Die Prager Keramik zeigt sich dagegen schlanker und sportlicher. Doch diese Unterschiede sind eher subjektiv.
Ein Zusammenhang mit der in Skythischen oder Sarmatischen Gräbern in der Ukraine gefundenen Keramik kann nicht entdeckt werden. Zwar gibt es einige Kriegergräber in Nordeuropa die beweisen das sie an der Völkerwanderung teil nahmen, aber Einfluss auf die Keramik hatte das nicht. Der beste Einfluss wäre in noch in Jütland zu finden, wo sich dank der Heruler aus dem Stil der völkerzeitlichen Sarmaten und Alanen der frühe Vendelstil entwickelt, der die  Wikinger fortan überall hin begleitet. Hilfreich dürfte auch die hoch entwickelte Handwerkskunst der Griechen gewesen sein, welche die Heruler erlernt hatten.

Schon in der mittelslawischen Keramik wird deutlich das diese über die Ostseehäfen gehandelt und getauscht wurde, sodaß sie nicht nur in Holstein sondern auch in Dänemark, Rügen und Wollin sowie Pommern auftaucht. Daran lässt sich ermessen wie groß das Problem einer sicheren Zuordnung wirklich ist.

Trotz aller Widrigkeiten haben die Archäologen einige Formengruppen herausgearbeitet die nachfolgend aufgeführt sind. Die Anordnung entspricht dabei der regionalen Verbreitung, darf jedoch nicht als endgültig angesehen werden.

Westliche Slawen

  • Szentendre-Typ, NW-Ungarn nahe Budapest (Avarische Landnahme)
    datiert auf 540-550
    -> 540-568 Vörs-Kajdacs Typ,
    -> 547-568 Ptui, NO-Slowenien
    -> 568-709 Maribor, NO-Slowenien
    ->709 Prekmurje Typ, NO-Slowenien
    = 547-670 früheste Phase des Prager Typ
  •  Prag-Kortschak-Kultur
    • Prager Gruppe, 6-8. Jhd., Prag, Tschechien
      • Feldberger Keramik, 9.-10. Jhd., östliches Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
        • Fresendorfer Keramik, 9.-11. Jhd., östliches Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
        • Woldegker Gruppe, 9. Jhd., Nordostdeutschland, Uckermark

      Menkendorfer Gruppe, 9. Jhd., östliches Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern

      • Vipperower Keramik, 10-13. Jhd., östliches Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
      • Rüssener Gruppe, 7-8. Jhd., Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
        • Röthaer Gruppe, 9. Jhd., Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
        • Daleminzier Gruppe, 8.-9. Jhd., Meißener Land und Mark Zeitz
    • Vinarice Gruppe], 6 Jhd., Böhmen
      • Klučov-Gruppe, 9. Jhd., Böhmen
    • Kortschak-Gruppe, 6-7. Jhd. Ukraine und Weißrusslands
      • Luka-Rajky-Kultur, 7.-10. Jhd., am oberen Bug bis Dniepr
    • Sukow-Dziedzice-Gruppe auch Sukow-Szeligi-Gruppe genannt, 7-8. Jhd.
    • Chodlik Gruppe, 9.-11 Jhd., südostl. Polen
    • Tornow-Gostyn Gruppe, östl. Brandenburg, Oderbruch, west. Polen um Posen
      • Teterower Gruppe, Mecklenburgische Schweiz und. Mecklenburgische Seenplatte
      • Glienke Keramik, 9. Jhd. (erst 2015 definiert), Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern
        • Oldenburger Prachtkeramik, 10. Jhd., Wagria, östl. Holstein
    • Kiewer Kultur, 5.-8. Jhd. Ukraine, Russlands, süd. Weißrussland
      • Kolotschin-Kultur, 6.-10. Jhd., Nordukraine Wolhynien, Galizien, Podolien, Ruthenien, SW-Russland, süd. Weißrussland
      • Penkowka-Kultur, 6-7. Jhd., westl. Ukraine, Moldavien
        • Saltowo-Majaki-Kultur], 7-8 Jhd., Ostukraine, assoziiert mit dem Großbulgarisches Reich des Kubrat´s
      • Mogilla Kultur, 6-8. Jhd., Transnistrien, Kleinpolen um Krakau, Lublin, Zamość und Sandomierz

    Südosteuropa

    • Ipotești-Cândești-Kultur, 6.-7. Jhd. Donaudelta, Rumänien, assoziiert mit den frühen Awaren (ab 558)

    Baltikum

    • Ostlitauische Hügelgräberkultur, 4-13. Jhd., Litauen, NW Weißrussland
      • Sudauer Kultur, 5-7. Jhd., Litauen
      • Tuschemlja-Kultur, 5.-7. Jhd., Weißrussland, NW-Russland, assoziiert mit Ostbaltikum
      • Moschtschiny-Kultur, 5.-7. Jhd. westliches Russland, Smolensk, oberer Dnepr und obere Oka, assoziiert mit östl. Baltikum oder Finno-Ugrier (Esten, Irmen usw.)

Wer Spass daran hat, zu einem späteren Zeitpunkt widme ich mich der ersten slawischen Reiche und Fürsten.

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