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Indogermanisch

Auf der Suche nach der Ursprache

Sprache, Schrift und Kultur haben in unterschiedlichen Erdteilen eine parallele unterschiedliche und zeitversetzte Entwicklung genommen.
Zum einen sind da die Jäger und Sammlerkulturen zwischen den Bantu- und Buschvölkern im Zentralen und Südlichen Afrika, Madagaskars bis nach Australien, kurzerhand Afro-Australische Makrofamilie genannt.
Eine andere Gruppe bildet der fernen Osten, Süd und Ostindien und die Polynesischen Völker im  pazifischen Feuerring, kurzerhand Indopolynesische Makrofamilie getauft.
Die dritte Gruppe ist die nördlicher lebende Eurasische Makrofamilie mit den Tungusen, Mongolen, Uralischen und Indoeuropäischen Völkern.
Die letzte Gruppe nenn ich mal die Afroasiatische Makrofamilie mit den Turkvölkern, den Hochgebirgsvölkern im Altai, Pamir, Himalaya den Oasenkulturen in Turan, Nordwestindien, Arabien und Nord- bis Zentralafrika.
Dabei sitzt die Afroasiatische Makrofamilie strategisch günstig zwischen drei Schwestern die sie alle drei beeinflusst. Sie ist also die jüngste Sprachfamilie mit dem größten Potential.
Nord- und Südamerika wurde von Wikingern, Polynesiern und Chinesen besucht und ist damit weitestgehend an diese Makrogruppen angeschlossen.
Dabei ordne ich die Kentumsprache der Afroasiatischen Makrogruppe zu und die Satemsprache der Eurasischen Makrofamilie.
Das heutige Europa ist also ein Mix zwischen diesen beiden Makrofamilien, weil sie einfach das nächstgelegene Einwanderungsgebiet darstellen. Oder anders gesagt die Satem-Sprachen sitzen im Nordosten, die Kentum-Sprachen im Südwesten. Dabei missioniert die Kentumsprache zunehmend die Satemsprecher, das gilt sowohl für Indoiranische als auch für Indoeuropäische Satemsprachen. Sie verwandeln sich zu Kentum.

Die ursprüngliche Kentum-Satem-These orientierte sich an dem Unterschied des Wortes für Hundert.
Zeitweise wurde die These von Kentum- und Satemsprachen abgelehnt, weil das Tocharische scheinbar das Gegenteil bewies. Aber nachdem nun klar wurde, das Tocharisch wohl durch Einfluss von Griechen aus Alexanders Armee (etwa 320 BC) entstanden ist, denn alle Tocharischen Sprachrelikte sind nicht älter als 600 AD, kann man die alte These von Satem und Kentum nicht ad acta legen.
Bewiesen wurde das auch durch genetische Untersuchungen die einen Einfluss von Macedonen und Griechen auf die lokale Bevölkerung von Afghanistan und Pakistan nachwies. Zudem weisen die Kushana (Gandahar) einige sehr griechische Götter auf.

Der Ausnahmefall: Tocharier –  Kentumsprecher im Osten
Dieses Kentum-Tocharisch ist von den Tarim-Mumien um Loulan (datiert auf 3980 ± 40 BP), auch als Xiaohe-Funde bezeichnet, deutlich zu trennen. Es liegen mehr als 2500 Jahre zwischen den Mumien und den schriftlichen Texten (in Tocharisch) die aus der Zeit des frühen Buddhismus (ab 600 AD bis 800 AD) stammen. Auf den Schriftrollen im Tarimbecken die man bei Aksu und Umgebung im Westen über Kusha, Karashahr bis Turfan im Nordosten fanden, entdeckte man in indischer Schrift eine unbekannte Sprache, die später als indogermanisch erkannt wurde. Aufgrund einer Übersetzerbemerkung in einem altuigurischen Text fand man heraus, dass die Uiguren diese Sprache als twgry (als Tugry) bezeichneten, und stellte eine Beziehung zu den Tocharern her. Heute geht man von einem Hethitischen Sprachzweig aus und vermutet das die Sprecher Wusun waren. Ihr Lebensraum lag südöstlich von Balchaschsee entlang dem Flussgebiet vom Ili-Fluss. Russische Forscher hielten die Wusun für Nachkommen der Saken.

Es besteht Unklarheit darüber ob die Tarim-Mumien Verbindung nach Europa haben oder nur eine frühe R1a-Abzweigung sind. Der Bericht dazu ist hier abrufbar. Die Mumien und der Kult dazu wirken äußerst europäisch, inkl. der typisch europäischen Langnasen. Auch die Textilien gleichen denen im Salzkammergut von Österreich.

Während der letzten 4000 Jahre gab es im Tarimbecken deutliche Machtverschiebungen. Zudem verlaufen zwei Wege der Seidenstraße von China aus durch das Tarimbecken nach Samarkand. Die Seidenstraße ist seit ca. 1600 BC in Gebrauch. Loulan, Hotan, Yarkand, Kashgar, Aksu, Kusha, Karashahr und die Turfan-Oase dürften frühe Gründungen der Seidenstraße sein.
Der Geograph Strabon und der Historiker Pompeius Trogus schreiben den Tocharer (oder auch Arschi) eine Rolle bei der Eroberung des Greco-baktrischen Reichs und kriegerische Auseinandersetzungen mit den Parthern in der 2. Hälfte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts zu. Plinius der Ältere schreibt über Seres (Serica) jenseits des Emodian (Himalaya) zwischen Imaum (Tian Shan oder Pamir) und Baktria das die Menschen sehr groß waren, blondes Haar und blaue Augen hatten, gute Seide, Pelze und bemerkenswert gutes Eisen. Sie wurden Namensgeber für das nördliche Afghanistan als Tocharistan von der Spätantike bis ins 13. Jahrhundert. Nach einer häufig vertretenen Hypothese sind sie mit den Yuezhi der chinesischen Quellen identisch die seit dem 5. Jhd. BC im Tarimbecken lebten. Die Xiongnu besiegten sie 176 v. Chr., wonach sich die Yuezhi zum Teil am oberen Oxus (Amu-Darja) niederließen, was nach ihnen Tocharistan genannt wurde in Baktrien gründeten sie dann ein Reich. Spekulationen über die Sprache der Tocharer haben dazu geführt, dass sie zu Namensgebern für die tocharischen Sprache wurden.

Um 320 BC war Alexander der Große mit seinem Heer in Baktrien, Sogdien, Afghanistan, Indien, Pakistan und Nordostiran unterwegs und siedelte Teile des Heeres in diesen Regionen an. Zwischen 200 BC und 500 AD wurde die Gegend feuchter und es kam zu zahlreichen Stadtgründungen wie Miran, Haitou, Yingpan, Merdek und Qakilik. Es wird von goldenen Laubwäldern (vermutlich Pappeln) berichtet.

Vermutlich sind die Yuezhi ein Teilstamm der Massageten nun mit Griechischem Einfluss, aus denen um 90 BC die Kushana hervor gingen und in Gandahar ein indogriechisches Reich gründeten bis sie von Sassaniden erobert wurden. Zwischen 425-560 AD kontrollierten Hephtaliten die Gegend und um 800 AD die Sogdier. Heute gehört es zu China.
Um 500 Ad trocknete das Tarimbecken wieder aus und im Süden ist nun eine der heissesten Wüsten der Welt entstanden, die Taklamakan. Dort entdeckte man kürzlich große Erdöl- und Gasvorkommen. Das Tarim-Rätsel wird wohl noch eine Weile ungelöst bleiben.

Allerdings definiere ich Kentum und Satem etwas anders:
Satemsprachen sind deutlich a-i-u lastig und Kentumsprachen deutlich mehr e-o lastig. Im Grunde genommen kann man sagen das R1a insbesondere bei Satemsprachen und R1b insbesodnere bei Kentumsprachen aktuell ist. Dabei „sächseln“ die Satemsprachen stärker mit ihren ganzen Zischlauten, während die Kentumsprachen eher „härter“ sind.

Geht man diese These weiter, muss eine ältere Makrofamilie mehr Vokale aufweisen als eine junge Makrofamilie. Die meisten Vokale haben daher die Buschleute der Afroaustralischen Makrogruppe, die auch Klick- und Zischlaute als Vokale nutzen, während die Indopolynesische  Makrogruppe wie Drawiden, Inselvölker und der ferne Osten die Betonung und Tonhöhe zum variieren der Vokale nutzt.

Da die Kentumsprache weltweit expandiert, ist das Tocharische nur eine von vielen Kentuminseln, wie es sie z.B. auch im Kaukasus gibt. Und es kamen in den letzten 5 Jahrhunderten jede Menge neuer Kentuminseln dazu. Südafrika, Australien, Amerika, Nordindien…
Kurz gesagt die Erde verwandelt sich zunehmend in eine Kentum-Welt, während andere Sprachen untergehen. Warum das so ist? Nun vielleicht sind Kentumsprachen durchorganisierter, oder weil ihre Träger die „jungen Wilden“ sind?
Diese Entwicklung lässt sich ebenso wenig aufhalten wie sich die Plattentektonik beeinflussen lässt.

Schauen wir uns die Entwicklung der Schrift an, stellen wir auch hier eine massive Trennung der Europäischen Bilderschriften gegenüber den Bilderschriften des Orients und Ägyptens fest.
Kein Wunder, Bildzeichen orientieren sich an ihre Umgebung, sie sind den verschiedenen Siedlungsräume im Süden (Sumer, Ägypten) und im Norden (Griechenland/Agais, Nordeuropa) angepasst und da laufen nunmal nicht überall Elefanten, Affen und Krokodile herum.

Setzen wir also Sprachcharakteristik und Bildsymbolik im Verhältnis, so bemerkt man vielleicht das Dilemma in dem die Hethiter damals steckten. Nicht nur das sie extrem viele Götter hatten, sie waren auch das Bindeglied zwischen zwei Makrosprachen, die sich massiv voneinander unterscheiden.

Mit der Übernahme der akkadischen Keilschrift konnten sie die entlehnten alteuropäischen Worte nicht darstellen und mit der mykenischen Linearschrift ließen sich die entlehnten semitischen Worte nicht darstellen.
Das selbe Dilemma hatten 500 Jahre früher auch die Elamiter. Sie lösten diesen Zwiespalt indem sie die Keilschrift aus Akkad übernahmen.
Da die elamitische Stichschrift gleichzeitig zu den aus Arabien einwandernden Semiten entstand, lag es für viele nahe, das Semiten diese mitbrachen.
Das muss allerdings bezweifelt werden, denn in Arabien finden sich keinerlei Anhaltspunkte für eine wie auch immer geartete Symbolik, die der von Elam gleicht. Auch die Elamitische Sprache ist nicht semitisch. Zudem zeigt die Elamitische Stichschrift keine Gemeinsamkeiten mit Hieroglyphen aus Ägypten.

Dies lässt nur den Schluss zu, das diese Akkader, Eblaiter und Guti keine Semiten waren. Als einzige sinnvolle Alternative Herkunft kommt nur das damals innovative Europa in Frage. Dort wo im Süden  Vinca-Zeichen und im Norden sicher auch schon Punkte und Striche sowie eine gewisse Symbolik auf bronzezeitlichen Felsbildern oder Holzstäben (Orakelstäbe) bekannt waren, hatte man eine vergleichbare Symbolik. Es gibt auch Hinweise das im Kaukasus und somit die Kura-Araxas-Kultur eine gewisse Symbolik hatte, wobei das natürlich keine Schrift war. Vielleicht eher sowas wie Clanzeichen.
Doch die Sprecher integrierten sich im Orient und sind daher auch nicht mehr auffindbar. Das die Elamitische Stichschrift wieder abbrach, lag wohl daran, das es zu viele Darstellungsprobleme gab. Sie scheiterte an der Darstellung sumerischer, semitischer und elamitischer Worte. Letztendlich setzen sich die Akkader/Sumerer mit dem Keilschriftsystem durch und machen es zur Handelssprache des Orient.

1500 Jahre später kehrt sich der Prozess mit den Seevölkern um und diesmal sind es die Alteuropäer, die den fortschrittlicheren Orientalen unterlegen sind.
Das von den Neueuropäern mitgebrachte Kentum setzt sich samt der Orientalischen Schrift durch, nicht zuletzt Dank der waffenstrotzenden Römer. Und da sich mit jedem Einwanderer auch sprunghaft der Wortschatz erweitert, ist es kein Wunder das die indogermanischen Sprachen mittlerweile genauso bunt sind, wie die Genetik der Europäer.

  1. Euroasiatisch Satemsprache
    • Europäische Vinca-Symbole (4000-2000 BC)
      • Kodifizierte Symbolik Mitteleuropa (vereinzelt z.b. auf Steinkisten, wohl überwiegend in Holzstäben geritzt)
      • Kodifizierte Clan-Symbolik in Osteuropa (z.B. Tiere, Pferdekopfzepter, Hirschstandarten, Hirschstelen) ab ca. 1500 BC
      • Kodifizierte Symbolik (Ideographisch, Diskus von Phaistos, Kreta, ca. 2000-1500 BC)
      • Luwische Hieroglyphen (Logographisch, 1400-800 BC)
        • Luwische Keilschrift (Silbenschrift)
      • Minoisch Silbenschrift (Linear A)
        • Kypro-Minoische Silbenschrift (Linear B) (Mykenisch 1500-1100 BC)
          • Kyprische Silbenschrift (Linear C) (Kyprisch 1100-300 BC)
  2. Afroasiatische Kentumsprache
    • Sumerische Symbolik
      • Kodifizierte mesopotamische Symbolik (Ideographisch z.B. Ishtar-Stern, gefl. Sonne)
        • Elamitische Stichschrift (Silbenschrift, Fehlversuch)
        • Elamische Protokeilschrift (Logographisch)
          • sumerisch-akkad. Keilschrift (Silbenschrift)
    • Ägyptische Symbol-Hieroglyphen (Oberägyptisch, auf Stein)
      • Kodifizierte Symbolik (763 Zeichen der Gardiner Symbol-Liste)
        • Proto-Sinai-Schrift (Wadi-El-Hol), 2000-1500 BC)
          • Ugaritische Keilschrift 1900-1200 BC)
          • Byblos-Silbenschrift (1800-1500 BC)
          • Phönizische Lautschrift (1200-500 BC)
          • Aramäische Lautschrift (800-0 BC)
          • Avestische Lautschrift (900-500 BC)
        • Kodifizierte Vedische Symbolik (2000-1000 BC)
          • Vedische Silbenschrift (1000-500 BC)
          • Sanskrit (ab 500 BC)
    • Hieratische Schrift (Unterägyptisch, auf Papyrus)
      • Demotische Schrift
        • Koptische Schrift

Die heutige indogermanische Forschung hat ihre Ursprünge im 19. Jahrhundert. Damals hielt man Latein und Griechisch für die ältesten europäische Sprachen. Man gewichtete also diese vermeintlich ältesten Sprachen viel höher. Heute tut man das mit Baskisch und Keltisch.

Und man erfand auch angeblich germanische Runenbezeichnungen, die man aus kaum nachvollziehbaren Quellen (Legenden) und esotherischer Raterei entstanden. Ob die wirklich so hießen, wissen wir gar nicht. Aber wir haben haufenweise „Experten“ die das immer wieder zitieren. Und wenn man es nur oft genug publiziert, hält es jeder für wahr und jeder Zweifel daran wird zur Ketzerei.

Im Grunde genommen wissen wir über die Ursprache sehr wenig. Wir sind uns weder einig wo sie erfunden wurde, noch wann. Und deswegen wissen wir auch nicht wie sie wirklich klang.
Logisch erschließbar ist jedoch das es eine Kentum- und eine Satem-Urheimat gibt.

Nach einer gängigen Theorie stammen die westeuropäischen Kentumsprecher (R1b) aus Asien ab und sind ursprünglich Träger einer Turksprache, weil dort R1b in turksprachigen Völkern stark verbreitet ist. Ich würde das nicht so sehen, den Turksprachen zeigen so einige eher jüngere Eigenschaften. Demnach sind die Osteuropäer (und Indoarier, also alle R1a und I) die Träger der Indogermanischen Sprache.
Leider haben wir von diesen alteuropäischen Sprachen kaum Kenntnis, geschweige denn einen brauchbaren Wortschatz. Die Kenntnisse über ostgermanische Sprachvariationen sind z.b. geradezu an der Hand abzuzählen, zudem meist auf Namen beschränkt. Von der Grammatik lässt sich bestenfalls träumen.

Die einzige brauchbare ostgermanische Sprache ist gotisch, überliefert in der Wulfabibel und deren Charakter ist bereits stark graeco-lateinisiert. Mit anderen Worten, ein Puzzle zusammezusetzen, bei dem 90% aller Teile fehlt, ist verdammt spekulativ.
Gotisch ist nach Berechnungen von Atkinson und anderen die älteste germanische Sprache. Davor wird die litauische Sprache und damit der gesamte Slawisch-baltische Komplex früher datiert, was den archäologischen Ergebnissen vollkommen widerspricht. Baltische Sprachen sind erst ab 800 n.Chr. nachweisbar.

Erst nachdem sich in der Norddeutschen Tiefebene eine neue Sprache ausbildete, fand die Expansion dieser Sprache in die Gebiete des heutigen Osteuropas statt. Mit anderen Worten, diese Ergebnisse entsprechen in keiner Weise der archäologischen Fundsituation. Andersrum weisen slawische Sprachen noch rudimentäre Silben auf, wie sie für Sanskrit z.b. typisch sind. Diese Silben stammen von den Vorfahren der Slawen. Das sind im weitesten Sinne Schnurkeramiker oder Kugelamphorenkultur und Badener Kultur, ansonsten Uralische und Samojedische Völker. Dazu sind natürlich auch einige indoiranische Stämme in Europa herum gelaufen und können somit Einfluss auf die Slawische Sprachentwicklung gehabt haben. Das entspricht der archäologischen Fundsituation.

Wenn wir also diese Ursprache rekonstruieren wollen, müssen wir als erstes die Kentum-Eigenschaften und Satem-Eigenschaften herausfinden und den Kentum-Anteil der späteren Einwanderer nach Europa eleminieren um die reine Satem-Ursprache zu finden. Das gleiche muss man dann für die Kentum-Sprachen machen, um die reine Kentum-Ursprache zu finden. Das ist ein völlig anderer Ansatz der sich eher nach der genetischen Zugehörigkeit richtet, die in der heutigen Linguistik ja völlig ignoriert wird.

Romanische Sprachen sind z.b. sehr kreativ in Bezug auf das „e“, wobei Französisch mit gleich 4 verschiedenen E-Varianten glänzt, gefolgt von Wallonisch und weiteren Kentumsprachen. Im Althochdeutschem (insbesondere Altsächsisch) kann man jedoch neben der e-Schreibweise auch mit zunehmendem Alter eine a-Schreibweise finden. Die findet man auch noch häufig in Skandinavischen und Baltischen Sprachen. Und das gleiche findet sich im Griechischem sowie im Hethitischem und Luwischem. Je weiter man zurück geht, desto A-lastiger werden diese Sprachen.

Runengermanisch und Rekonstruktion von Protogermanisch
Ein besonders krasses Mißverhältnis besteht zwischen der Gewichtung von Buchstaben auf Runensteinen in Germanien, die allesamt  das „a“ favorisieren, im Verhältnis zu dem was man als Urgermanisch bezeichnet und das eindeutig „e“  favorisiert. Mit anderen Worten, die Runen zeigen die  typische Lautcharakteritik einer Satemsprache, während die Rekonstruktion eine voll ausgeprägte Kentumsprache erschafft.

Dazu kommt das es praktisch keinerlei Sprachdokumentation vor dem 2. Jhd. n.Chr. gibt.
Ich setze das Pre-Indogermanische bei ca. 3000 BC an, also beim Zerfall der Trichterbecherkulturen. Dann dürfte es nochmal 1000 Jahre gedauert haben, bis der größte Teil Europas indogermanisiert war, was ca. 2000 BC der Fall gewesen sein könnte.

Indogermanisch wird bei etwa 2500 BC angesetzt, was hier ziemlich gut passt, schliesslich muss diese neue Sprache sich ja erstmal verbreiten.
Atkinson setzt Germanisch bei ca. 1500 BC an.
Ab diesen Zeitpunkt dürfte sich das Westgermanische mit den Glockenbechern über den Alpenraum und im Rheingraben durchgesetzt haben.
Dann folgen weitere mind. 1500 Jahre völlige Unwissenheit und Leere. Und dann kommen wir endlich zu Funden. Das sieht dann so aus:

  • Frühe Ruhen 200-600 AD (vereinzelt sogar bis 150 v. Chr.)
  • Gothisch 350-600 AD (ostgermanisch),
    Bischof Wulfila (311–383) erfindet die gotische Schrift, verfasst Wulfilabibel nach griechischer Vorlage
    römischen Senator Cassiodor schreibt um 520 AD 12 Bücher der Gotengeschichte in Latein, das Werk ging vollständig verloren,
    Jordanes verfasst die Getica in Latein um 552 AD,
  • Angelsächsisch (Alt Englisch) 700-1050 AD (westgermanisch)
  • Alt Hochdeutsch 750-1050 AD (westgermanisch)
  • Alt Sächsisch (AltNiederDeutsch) 850-1050 AD (westgermanisch)
  • Alt Norwegisch 1150-1450 AD (nordgermanisch)
  • Alt Isländisch 1150-1500* AD (nordgermanisch)
  • MittelNiederländisch 1170-1500* AD (westgermanisch)
  • Altdänisch 1250-1500* AD (nordgermanisch)
  • Altschwedisch 1250-1500* AD (nordgermanisch)
  • Altfriesisch 1300-1500* AD (westgermanisch)

Da die Alteuropäer Europas hauptsächlich die yDNA R1a (im westl. Ural) und I (Balkan, Nordeuropa), sowie G (eher im Westen) hatten, müssen auch die Sprachen der R1a + I Sprecher unabhängig von ihrer heutigen Form als ursprüngliche Satemsprache betrachten, was Griechisch und Germanisch einschliesst.

Eine Auswertung der verschiedensten Satem-Sprachen zeigt, das sie alle ein massives Übergewicht von „a“ haben und das „e“ unterrepräsentiert ist. Nur in modernen slawischen und baltischen Sprachen ist das „e“ überrepräsentiert, da sie einfach sehr jung sind.
Das Verhältnis von „a“ zu „e“ ist in Avestan, Sankrit, Hattisch, reines Runengermanisch und baltischen Sprachen etwa zwischen 90:10 bis 60:40.

Das „e“ nimmt also zu, je jünger eine Sprache ist. Das führt zu der Erkenntnis das dieses „e“ eingewandert ist und demnach wohl von den Kentum-Einwanderern stammte.

Berechnet man das gegenwärtige Deutsch so hat „e“ und „a“ etwa ein Verhältnis von 40:60. Im Englischem sinkt der Anteil von „a“ weiter zugunsten von „e“. Hier ist es fast 60:40. Das gleiche trifft für die a-Variationen zu. Das A wird aus der Sprache verdrängt und durch „o“ oder „e“ ersetzt. Um das zu kompensieren, wird auch der Anteil von e-Varianten zunehmen.
Es ist wohl so, das das der Anteil von „a“ in allen Indogermanischen Sprachen stetig zugunsten von „e“ sinkt und es entspricht exakt der Genetik, wo R1a durch R1b zunehmend verdrängt wird.
Man kann also den jeweiligen Verdrängungszustand am Verhältnis von „a“ und „e“ ausmachen. Und das entspricht auch der Genetik. Der Anteil der yDNA R1a und I sinkt zum Vorteil eines wachsenden Anteils von R1b.

genetische Verdrängung von R1a durch R1b

genetische Verdrängung von R1a durch R1b entspricht der Verdrängung von a zu e

Dies widerspricht der herkömmlichen Theorie, das die meisten urindogermanischen Wurzeln  das „e“ als Wurzelvokal enthalten.

Diese These hat nur ein Problem –  die ältesten Aufzeichnungen alter Sprachen widersprechen dem völlig. Der Wurzelvokal der urindogermanischen Sprache ist „a“ zusammen mit „u“ und „i“. Und davon haben Germanische und Skandinavische Sprachen auch verschiedene Variationen (und sie sind nicht die Einzigen).

Was man hier also gefunden hat, ist der Wurzelvokal der Kentum-Ursprache „e“. Kein Wunder, analysiert man doch ein Übergewicht von Kentumsprache so muss man zweifellos zum Schluss kommen das die Ursprache die Lautcharakteristik von Kentumsprachen aufweist.
Nur leider ist das nicht die Sprache des alten Europa, sondern die der Einwanderer.
Es ist nicht urindogermanisch, sondern eher die Sprache der Seevölker die um 1400-1200 BC zu wandern begannen und deren Weg sie schliesslich nach Europa führte. Wenn unsere Linguisten dem nur endlich mal folgen würden, dürfte ihnen das richtig Erleuchtung schenken.

Schon die ältesten Runensteine können problemlos auf das „e“ verzichten, nicht aber auf das „a“. Es gibt fast kein uraltes indogermanisches Sprachzeugnis, egal in welcher Sprache das ohne „a“ auskommt, aber es gibt durchaus uralte Sprachzeugnisse die ohne „e“ auskommen. Wie man diese Tatsache zur Rekonstruktion einer angeblichen Ursprache derart ignorieren kann, ist mir ein Rätsel.

Auch Schleicher der Urautor der Fabel vom Schaf und Pferd, reduzierte 1868 die Vokale auf a,i und u,  wobei er sich am Sanskrit orientierte. Hirt (1939) nahm an, das auch das e, o, h und w existierte und schuf eine e-dominierte Version die sich an Griechisch und Latein orientierte.
Allerdings konnte man damals Linear A und B noch gar nicht lesen. Lühr (2008) und seine Mitstreiter schafften das „a“ nun komplett ab, dafür verwendet er „h“ und „o“. Das „h“ ein semitischer Laut ist, zeigt sich bei Adad und Hadad. Der Unterschied besteht nämlich darin das Adad die Keilschriftform und Hadad die Phönizische Form des gleichen Lautes sind. Adad ist ein uralter eblaitischer Gott der später im syrischen Raum überaus beliebt wurde. Das gleiche Spielchen gibt es bei Haleb und Alep (modern Aleppo).
Das selbe zeigt sich beim deutschen Laib und dem slawischem Hleb aus dem dann Chleb wurde.
Das H wurde als Dehnungszeichen mit der Schrift eingeführt. Es gibt sicherlich einige Beispiele dafür, die sich in Ortsnamen oder Stammesnamen finden lassen. Man muss sich halt mal genau umschauen. (Chatti-Hatti-Atti, Hvati-Chorvati-Croati)

Dabei hat keine germanische Sprache Wortwurzeln die mit „O“ beginnen, dafür genügt ein kurzer Blick in den Duden. Kortlandt´s Version sprüht über von „eu“ bzw. „o“ und schafft das „w“ wieder ab. Wie immer man es nimmt, keine dieser Versionen ist wirklich glaubhaft.

Schleicher Version 1868 (a-lastig):  Avis akvāsas ka
Avis, jasmin varnā na ā ast, dadarka akvams, tam, vāgham garum vaghantam, tam, bhāram magham, tam, manum āku bharantam. Avis akvabhjams ā vavakat: kard aghnutai mai vidanti manum akvams agantam. Akvāsas ā vavakant: krudhi avai, kard aghnutai vividvant-svas: manus patis varnām avisāms karnauti svabhjam gharmam vastram avibhjams ka varnā na asti. Tat kukruvants avis agram ā bhugat.
 
Kortlandt (2007) (e-lastig): ʕʷeuis ʔkeuskʷe
ʕʷeuis iosmi ʕuelʔn neʔst ʔekuns ʔe ‚dērkt, tom ‚gʷrʕeum uogom ugentm, tom m’geʕm borom, tom dgmenm ʔoʔku brentm. ʔe uēukʷt ʕʷeuis ʔkumus: kʷntske ʔmoi kērt ʕnerm ui’denti ʔekuns ʕ’gentm. ʔe ueukʷnt ʔkeus: kludi ʕʷuei, kʷntske nsmi kērt ui’dntsu: ʕnēr potis ʕʷuiom ʕulʔenm subi gʷormom uestrom kʷrneuti, ʕʷuimus kʷe ʕuelʔn neʔsti. To’d kekluus ʕʷeuis ʕe’grom ʔe bēu’gd.
 
Lühr Version 2008 (e-lastig): h2ówis h1ék’wōskwe
h2ówis, (H)jésmin h2wlh2néh2 ne éh1est, dedork’e (h1)ék’wons, tóm, wóg’hom gwérh2um wég’hontm, tóm, bhórom még’oh2m, tóm, dhg’hémonm h2oHk’ú bhérontm. h2ówis (h1)ék’wobhos ewewkwe(t): k’ḗrd h2ghnutoj moj widntéj dhg’hmónm (h1)ék’wons h2ég’ontm. (h1)ék’wōs ewewkw: k’ludhí, h2ówi! k’ḗrd h2ghnutoj widntbhós: dhg’hémō(n), pótis, h2wlnéh2m h2ówjom kwnewti sébhoj gwhérmom wéstrom; h2éwibhoskwe h2wlh2néh2 né h1esti. Tód k’ek’luwṓs h2ówis h2ég’rom ebhuge(t).

Und so kommen angebliche indogermanische Rekonstruktionen wie z. B. *deuk- für „führen“, *peh₃- für „essen“ heraus. Nunja, die Urform für essen ist wohl eher *azza, was zum Hattischen „ezza“ und zum Westgermanischem „ezzan“ führte, das Ostgermanische war vermutlich „*aissa“.
Lehmann dagegen geht vom ProtoGermanic etanan > Gotisch itan, OldNorse eta, OldEngl. etan, OldHighGerman ezzan. Offenbar wusste er nichts vom Hattischen „ezza“.
Wie man das auf ein indogermanisches *peh₃ zurückführen will, bleibt mir ein Rätsel.
Und genauso falsch ist das zweite Wort, was übrigens auf „lenken“ (Deichsel) zurück zu führen ist und eng mit der Mythologie des Wagenlenkers als Lenker des Schicksals verbunden ist und die zunehmende Bedeutung des Wwagen verdeutlicht. Lenken gehört also mythologisch zum urindogermanischem Inventar jener die das Rad benutzten, was die Grundvorraussetzung für das Lenken bildet, was man nun mal für jede Kurve braucht sonst fährt ja die Karre nur geradeaus.

Noch kurioser ist die Erfindung von Bahn, Zug im Indogermanischem. Mal davon abgesehen das jegliche technische Vorraussetzung dafür fehlte, dürfte es sich dabei grundsätzlich um einen recht jungen Begriff handeln, für dem im indogermanischem gar keine Notwendigkeit bestand. In keinem der alten Texte ist dieser Begriff je belegt. Es lässt sich lediglich ziehen belegen. Zug könnte man vielleicht noch in Form einer Karawane definieren.

Doch unbeirrt erfand man vor einigen Jahren die Buchstaben h₁(ʕ), h₂(x oder ʔ) und h₃(ʖ oder x mit Unterstrich).

Die Erfindung von h₁ als „Kehlkopflaut“, der das */e/ bewahrte, *h₂ als „Kahlkopflaut“ für die Umfärbung zum */a/ und *h₃ als „Kohlkopflaut“ für die Umfärbung zum */o/ ist geradezu idiotisch zu nennen. Das mag vielleicht auf einen Neandertaler zutreffen, aber der moderne Mensch hat seit mind. 10.000 Jahren richtige Vokale, die man auch in allen Urvölkern außerhalb Afrikas auch findet.
Ausnahmen bilden nur Sprachen die auf Klickworte beruhen, wie z.b. die der Khoisan. Sie gelten als Afrikas erste Bewohner und stehen möglicherweise sogar an der Wurzel des menschlichen Stammbaums insgesamt, wie genetische Untersuchungen zeigen. Sie kommen jedoch nur innerhalb Afrikas vor. Sowohl die Waldkulturen als auch die Farmer kamen jedoch aus Asien. Es ist daher absurd ihnen irgendwelche ominösen Laute zu unterstellen, die in keiner indogermanischen Sprache existieren.

Das gleiche Phänomen des Lautwandels tritt beim „y“ und „j“ in Indoarischen Sprachen auf, was man sehr deutlich an der Rigveda feststellen kann. Auch hier ersetzt das semitische „j“ das indogermanische/indoarische „y“.

So kann man das mit allen Buchstaben machen und stellt fest, das verschiedene Buchstaben in Satemsprachen ursprünglich nicht existierten. So existieren z.b. im Deutschen Sprachschatz kaum Worte die mit O anfangen, noch seltener ist die Verwendung von Q. All das sind Lehnworte.
Odin steht daher mit Sicherheit im Zusammenhang mit *Uthir/*Uthra, woraus sich neben Odin auch Odra (und Odr)  entwickelte. Und das schaffte sogar den weiten Weg bis nach Japan wo es einen mythischen Tenno Ojin gibt. Offensichtlich gelangte dies mit den Skythen über den Buddhismus in das ferne Asien.
Man braucht also nur mal ein Zählprogramm und einige längere Texte in verschiedenen alten Sprachen.

Alles in allem erscheint mit die von Lehmann verfasste Vorstellung um einiges realer zu sein als die derzeit überall verbreitete Version.
Wer sich dafür interessiert, hier sind Lehmann´s Protogermanic-Studien online.

Mischt man nun Kentum und Satem-Sprachen ändert sich das Verhältnis von a zu e automatisch. Es entsteht der Eindruck das e schon immer existierte. Das hat es auch, jedoch nicht in Europa, sondern in der Kentum-Urheimat.

Indogermanisch und Urgermanisch ist ein mathematisch-linguistisches Konstrukt, das die Quadratur des Kreises probiert. Andersrum kann man durchaus annehmen das die Hälfte einer jeden Sprache ursprünglich von anderen Sprachen entlehnt wurde. Urgermanisch hatte vielleicht nicht mehr als 50.000 Worte. Das würde heissen das vom heutigem Deutsch (500.000 Worte) bestenfalls noch 10% Wurzeln in der urgermanischen Sprache haben und diese Rechnung ist bereits ausgesprochen optimistisch.

Andersherum muss es sich dabei aber um Wortstämme handeln, die extrem weit aufgefächert sind, denn die Auffächerung ist ja ein Prozess der nicht von heut auf morgen passiert. Je länger ein Begriff bekannt ist desto weiter ist er aufgefächert. Als Beispiel sollte fahren und Auto dienen. Verben wie autosieren gibt es nicht, auch nicht die Autosierung. Es handelt sich also um ein recht jungen Begriff und richtig, Autos gibt es erst seit rund 90 Jahren. Das Wort entstand aus Automatisierung, was ebenfalls nicht älter als die industrielle Revolution des 19. Jhd. ist.

Anders dagegen das Wort fahren, was in Zusammenhang mit dem Rad entstanden ist. Da reicht die Kreativität von Fahrzeug, Fahrendsleute, Fahrendes Volk, Fahrschüler, Fahrer, Fahrspur, Fahrbahn, Fahrrad, Fahrwasser, Fahrrinne, Beifahrer, Vorfahrt, Gefährt, Gefährte, Fahrtroute, Fahrten, Fähre, Fährverkehr, fahrig, verfahren, gefahren bis hin zu Fuhre, Fuhrgeschäft, Fuhrwagen, Führer usw.
Wir kommen problemlos auf 100 Begriffe die die Stammwurzel fahr beinhalten. Dazu finden wir diesen Wortstamm vermutlich in allen Indogermanischen Sprachen wo er je nach Sprache umgeformt, verfremdet und variiert wurde.
Durchaus möglich das aus Gefährt irgendwie Pferd wurde, was eine asynchrone Sprachentwicklung wäre die einzig auf Assoziation und Fantasie beruht, aber von Linguisten ausgeschlossen wird.

Dabei erleben wir andauernd asynchrone Sprachentwicklungen.
Beispiele sind: LMAA (Leck mich am Arsch) oder OK, 4u (for you) oder die sogenannte Smilie-Sprache 😦 im Netz. Asynchrone Sprachentwicklungen folgen keiner Logik und sind Mathematisch nur durch die Chaostheorie erschliessbar. Aber welcher Linguist hat je die Chaostheorie auf Sprache angewandt?

apiru/HapiruEine weitere Asynchrone Sprachentwicklung sind Missverständnisse. So wurde z.b. in Griechenland das Wort Ring mit Drache verwechselt. Als Beispiel sei der lydische König Gyges, Sohn des Daskylos (Drachen) genannt. Doch in der Version des Platon (Politeia II) steigt er mit Hilfe eines unsichtbar machenden Ringes (Daktylios) vom einfachen Hirten zum lydischen König auf. Der selbe Ring wurde zur Tarnkappe des Drachentöter Siegfried in den Nibelungen.

Eine ähnlich asynchrone Sprachentwicklung rangt sich um das Wort Eber, das in semitischen Sprachen Elefant bedeutet, in indogermanischen Sprachen aber ein männliches Schwein. Das ganze ist eng mit Iberia/Hiberia und Hapiru/Abiru als Begriff für eine Unterschicht. Offensichtlich kam es da zu Verwechslungen zwischen den Völkern, insbesondere zwischen Karthagern, Römern, Basken und Iberien.

Sprache Eber Elefant niedere Klasse
Germanisch*eburaz/*ebura-*elpandus
Altsächsisch eƀur, *evur Elephant
Althochdeutsch ebur, epur *elpandus
Gotisch warscheinlich Ebru/Ebro (z.b. als Name Ebrovaccus, Ebrulfus, Eburinus) (rekonstruiert *ibr-s?, *ebrus)
Niederländisch everolifant
Altenglischeofor, eoferolfend
Altnordisch jǫfurrelefant
Französisch Évry/Ivry (gesprochen Ivory, modern sanglier) éléphant
Altgriechisch ἀσχέδωρος (asxedwros), κάπριος (kaprios) ἐλέφας (lšfantoj, eléphantos, eléfās) Ιβηρία (Iberia)
Latein aper elephantus iberu/iberi (Hiberu) in Ableitung vom Fluss Iberus (modern Ebro)
Altägyptisch 3bw (gesprochen ‘e.bor)ʿpr(w), ˁpr (Aper, Aperu)
Hebräisch hʻlpʼand (gesprochen ‘alphand) pelaʾ oder pylʼ (gesprochen pīl,pīlā,pīlṯā) Habiru/Heber
Babylonisch ḫeber ḫabiru/ḫapiru/ḫa‘iru in ḫabbâtum
Akkadisch ḫpr (gesprochen Apiru)
Sanskrit varāhaíbha (Airavana Reitelefant des Indra) íbhya (Gesinde)
indogermanische Rekonstruktion *epero-
Sumerisch SA.GAZ (SA.KAS, LU.SA.GAZ) in šaggāšum
Baskisch basurdea elefante ibara (Flusstal)

Noch interessanter ist das Idrimi (1475-1450 BC), König von Alalakh, der Sohn des Königs von Aleppo (Halab, Land von Adda, ḫabbâtum), Vasall der Maitani und später den Ägyptern tributpflichtig in seiner Chronik erzählt, das er bei den Sutäern Exil fand und zu den „Hapiru Menschen“ in „Ammija in das Land Kanaan“ flüchtete, wo ihn die Leute als Sohn ihres Herrn (Hadad) anerkannten.
Mit ihrer Hilfe konnte er nach einigen Jahren mit ihrer Hilfe seinen Thron in Alalakh zurück erobern. Diese Fluchtgeschichte ist zugleich die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Kanaan. Die Sutäer (Suti, Subi) werden zusammen mit den Ahlamu (Alalakh) und den Iauri genannt und sollen nördlich und östlich von Babylon leben. Sie stören auch den sicheren Verkehr zwischen Assyrien und Syrien und sind Verbündete der Elamiter.
Dies entspricht genau den Maitani. Im Übrigem wird Kanaan auch das Land des Dagan genannt, auf dessen Ebene von Scharon sich die Philister ansiedelten. Hadad/Adad, Dagan und Anat (Asherah) sind allesamt Götter die von Ebla, Alalakh, Halab (Aleppo) und Ugarit sowie im Lande der Maitani und bei den Phöniziern  verehrt wurden, wobei Melkart wohl mit Baal und El identisch ist. Offenbar sind das wie in der Bibel auch nur Begriffe für „Herr“ oder „Gott“.

Freud sagte mal: Manchmal ist ein Baum einfach nur ein Baum.

Um das zu ermitteln habe ich mir für Runen-Germanisch reine Runenbruchstücke aus Deutschland herausgesucht, unzwar gleich alle die als sicher lesbar gelten. Da anzunehmen ist, das diese Schreiber überwiegend keinerlei Latein- oder Griechisch-Kenntnisse hatten, konnten sie ihre Sprache nicht verbiegen. Zwar sind die Runenstücke nicht vollständig, aber sie offenbaren welche Buchstaben die Germanen selbst benutzten.
Dabei kommt nun eine völlig andere Charakteristik des Germanischen heraus. Diese entspricht überhaupt nicht dem linguistischem Germanisch, das vollkommen Westgermanisch geprägt ist.
Die Charakteristik der Runen entspricht einer typischen Satemsprache und wie heisst es doch so schön: „Volkes Mund tut Wahrheit kund„.

Und nun möchte ich mal zeigen wie das in Hethitisch aussieht. Wie man ja weiss ist Hethitisch eine sehr sehr alte Sprache. Man darf also annehmen das sie einen Charakter zeigt, der sehr alt ist:

Hier ein Fragment in hethitisch:
CTH 337.1 – Ein Mythenfragment des Gottes Pirwa

MUNUS.LUGAL-aš-wa-ra-at a-uš-[ta]
a-aš ŠA dpí-ir-wa kar-ta ša-a-[iš]2
⌈d⌉ MUNUS.LUGAL-aš-za dpí-ir-wa-aš ma-a-ya-[aš]
me-mi-iš-ki-u-wa-an [ _ (_) ]
ku-iš-wa-ra-an ḫa-ra-an dpí-ir-wa[-aš]
[U]RU ḫa-aš-šu-wa-za ú-wa-te-ez-[zi]
⌈a⌉-aš-ši me-ek-ki a-aš-šu pí-ya-u-e-ni 7 LUGAL-[uš]
⌈d⌉pí-ir-wa-aš ḫa-ap-pí-na-aḫ-[ḫi]
[KA]SKAL-an-za-an d⌈pí⌉-ir-wa-aš ma-a-⌈a3-eš⌉ da-a[-er]
⌈tu⌉-li-ya-a[n]
da-a-er-wa tu-⌈li-ya⌉-an 11 a-az-z[a]
wa-lu-uš-ki-u-wa-an ti-i-e-er
⌈d⌉i-la-li-iš-wa-za wa-lu-ut-ta-a[t]
⌈ú⌉-uk-wa-ra-an ú-wa-⌈te⌉-[mi]
[ _ _ ]x-x5-up-pí-ya-aš-za w[a]-a[l-lu]-u[t-ta-at]
[ … -w]a-ra-an ú-wa-t[e-mi]
[ … ]-⌈ni-iš⌉-za [ … ]

Source: Hethitisches Portal der Uni Würzburg
Citatio: E. Rieken et al. (ed.), hethiter.net/: CTH 337.1 (INTR 2009-08-12)

Zählt man auch hier die Buchstaben kommt das heraus:

54 x „a“
22 x „i“ und „í“ und 5 x „y“
21 x „w“
15 x „u“
9 x „e“
0 x „f“, „v“ und
Spezielle Sonderformen „x5“ und „x“ deuten auf ein fremdsprachiges Lehnwort.

(Hinweis: Aufeinander folgende Buchstaben werden wie einer gezählt,  große geschriebene Buchstaben werden nicht gezählt)

Das Verhältnis im Hethitischem von „a“ zu „e“ entspricht einem Verhältnis von 90:10 und verändert sich zugunsten des „e“ je jünger das Hethitisch wird. Ich hab das mit mehreren Texten versucht und das Ergebnis sieht ähnlich aus.

Vermutlich kannte also die Alteuropäer kein „e“, kein „h“ und kein „f“, sondern benutzte sämtliche Kombinationen von a,i,u, einschliesslich der Dehnung (Verdoppelung), Verkürzung (Schwund), Verfärbung (Klangfarbe) und Betonung, was in den dt. ä (æ),ö (œ),ü (ue), y/j, ei (ai), ou/yu (ȣ), au, äu (eu) erhalten blieb. Diese Ablaut-Veränderungen sind ein uraltes indogermanisches Relikt.
Dazu kam eine reichliche Auswahl von Zisch- und Hauchlauten (š, z).

Ein solches Verfärbungszeichen benutzen z.b. slawische Sprachen mit dem ь, das eine weichere Aussprache bewirkt. Das Sanskrit ā ist ebenfalls eine Veränderung der Aussprache. Auch das  ́  (Akut) was wir z.b. in á verwenden, ist ein Betonungszeichen. Und das schwedische å ist ebenfalls nur eine Form der Dehnung.

Die Verdoppelung wurde zeitweise durch ein h vor/nach dem zu verdoppelndem Buchstaben gesetzt. Das H war also kein eigenständiger Buchstabe, sondern nur ein Verlängerungssymbol das immer eine Verbindung brauchte wie z.b. das berühmte th (mit eigenen Buchstaben ð,þ). Für Hv gibt es auch einen eigenen Buchstaben ƕ. Vermutlich ist Hv sogar von Anfang an aus der Not heraus entstanden, da dem Latein ein W-Buchstabe fehlte. Das sieht man an den Fragewörtern.

Schliesslich ging man dazu über die Buchstaben einfach doppelt zu schreiben. Aus Hv wurde v und schliesslich vv und daraus entstand das w, das heute noch im englischen „double u“ heisst, weil Römer für v und u den selben Buchstaben nutzten. Ein Beispiel für die Einführung des alleinstehenden h im Germanischen ist die vandalische Fürstenfamilie der Asdinga im 2. Jhd. nach Chr.  aus denen schliesslich im 5. Jhd. nach Chr. die Hasdinger werden, die im Nordwesten Galiziens siedelten. Unter Führung des Asdinga Geiserich (*389-477) setzten sie 429 über nach Nordafrika.

Auf diese Weise entstanden zahlreiche Sonderzeichen wie å, æ, ā, ǣ, ə, ø, ȣ (ou), œ, ę, ǫ, ѹ, ɵ, Þ, ð ƕ, Ɖ, ɛ, ɸ, ɤ, č, ç, Ł ł, Ą, ą, ɒ, ʒ, щ(shch), џ(dzh), ж(zh) um nur einige zu nennen, die praktisch alle Satemsprachen betreffen und die per Lehnworte wieder in Kentumsprachen einflossen.
Viele davon entsprechen den Zwischenvokalen ä,ö,ü oder Zisch- und Hauchlauten wie ß, sch, ch, tsch,tz, st, sp, ck, cz, dz, ds, hv, w, wh, v, pf, ph, ff, dj, usw., sodaß Satemsprachen gewissermaßen naturgemäß  „sächseln“ und auch die sehr alten Sprachen „sächseln“.

Indem sich nun eine Schrift durchsetzte, die auf Latein basierte, war praktisch jeder Satemsprecher gezwungen neue Buchstaben zu „erfinden“ die dem Lateinischem Alphabet schlichtweg fehlten. Man kann also sagen, das die ursprünglichen Alteuropäer eine ausgesprochene Vorliebe für a,i,u und y hatten und das mit der Ausbildung des Indoarischem die Sächselei in den Sprachen Einzug hielt.

Dies kann man sehr schön im Nordischen beobachten.
a wird zu e, á zu æ, o zu ø, ó zu œ, u zu y, ú zu ý, au zu ey und iú zu ý.
Dies wirkt sich vielfach aus, so etwa bei Komparativ und Superlativ:
lang – lengr – lengstr („lang – länger – am längsten“),
ung/ing – yngri – yngstr („jung – jünger – am jüngsten“).

Auch bei der Runeninschrift von Harald Blauzahn sehen wir fast kein „e„. Das findet sich nur in der „modernisierten“ Fassung. Der gute Harald kam noch im 9. Jhd. völlig ohne „e“ aus.
haraltr:kunukṛ:baþ:kaurua
(modernisiert: „Haraldr konungr bauð gjöra“, König Harald gebot)

kubl:þausi:aft:kurm faþur sin
(modernisiert: „kuml þessi eftir Gorm föður sinn“, der [Stein] zu Elter [Vater] Gorm Frohsinn [Gedenken])

auk aft:þa;urui:muþur:sina:sa
(modernisiert: „ok eftir Þyri móður sína, sá“, und seiner Mutter Tyra Sinn sei )

haraltr ias:s<a;>ṛ·uan·tanmaurk
(modernisiert: „Haraldr sem vann Danmörku“, Harald, sich ganz Dänemark)

ala·auk·nuruiak
(modernisiert: „alla ok Noreg“, und auch Norwegen [unterwarf])

auk·tani·<karþi·>kristna;
(modernisiert: „ok Dani gjörði kristna.“, und Dänen wurden Christen)

Starke Verben haben im Präsens Singular i-Umlaut:

Singular hald (hält) Urgermanisch Plural halda (halten) Urgermanisch
ich halte ek held *ik hald wir halten vér hǫldum *vir hœldum
du hältst þú heldr *þú hældr ihr haltet ér haldið *ir haldið
er hält hann heldr *ann hældar sie halten þeir halda *þiar halda

Bei vér hǫldum wird bereits ein ähnliches Phänomen sichtbar: Der u-Umlaut.
Bei diesem Umlaut werden ungerundete Vokale zu gerundeten, also mit Lippenrundung.
Dies betrifft vor allem den Vokal a, der zu einem o-Laut ǫ wird, der sich wiederum bald zum tiefen ö wandelt.
Daher ist beispielsweise der Plural von saga sǫgur.
Bei unbetonten Silben kann a zu u werden: kalla „rufen“ wird zu þeir kǫlluðu („sie riefen“).
Sie verhalten sich unregelmässig und das ist in allen germanischen Sprachen so.

Dabei wird ein i durch ein unbetontes a oder u in der darauf folgenden Silbe zum Diphthong (Doppelvokal) ia oder iu. Der auslösende Vokal muss, ebenso wie bei i- und u-Umlaut, nicht mehr vorhanden sein.

So wurde urnordisch halmaR zu altnordisch hialmr, deutsch „Helm“, (der erste germanische Helmträger waren wohl die westgermanischen/belgischen Bataver, daher gibt es das Wort im Urgermanischem nicht)
urnordisch *hartu zu *hartō zu hiarta „Herz“
urnordisch *malua zu miǫl „Mehl“ und
urnordisch *ærþ „Erde“ *arð, *yarð zu iǫrð und jorð oder
urnordisch *nia zu *niu, *niva, *neva und schliesslich zu „neu“. (die römische Lesart des u als v erschuf aus neu schliesslich new)

Interessant dazu ist auch die angebliche Göttin der Kelten Arduinna (mal anders geschrieben *ærþvina) die exakt der Göttin Freya entspricht und auf einem Eber herumreitet.  Eine römische Inschrift bezeichnet sie als „Deae Ardbinnae“. Arduinna gab den Ardennen ihren Namen und war in Belgien, Luxemburg verbreitet, also bei germanischsprachigen Stämmen. Einer dieser germanischsprachigen Stämme waren die Treverer der, na man ahnt es schon  laut Wikipedia natürlich keltisch sein soll, aber laut Caesar genau wie die ach so keltischen Eburonen, Paemanern, Caerosern und Condruser, als linksgermanisch bezeichnet wurde. Die Treverer riefen exakt diese Göttin anrief, wobei sie sie Ardbinna nannte.
Caesar benannte diese Stämme als Verbündete der Belger im Jahr 57 v. Chr. Auch der Stamm der Aduatuker, Menapier, Suessionen und Nerviern gehörten dazu. Alles in allem war Belgien/Niederlande schon seit den Urnenfeldern durch und durch belgisch (cisrhenanischen Germanen). Diese hätten sich ganz sicher nicht unter Führung eines Gallier vereint, es sei denn er bezahlt sie als Söldner.
Dem entspricht auch Anahita deren korrekter avestischer Name „Ardvi Sura Anahita“ ist. Dabei handelt es sich um eine Göttin der Avesta die im Großem und Ganzem der Inanna entspricht.
Laut der indogermanischen Typologie ist Freya eine Vanin die einen Asen heiratet, dadurch wird sie zur Erdgöttin und genau das sagt wohl der Name auch aus, Erde (Ard=ærþ). Das ist eben nur ein bisschen francolateinisiert. Mehr dazu steht unter indogermanischer Religion.

So verschwand der Laut j im Anlaut von Worten, beispielsweise bei ár („Jahr“) und ok („Joch“).
Ebenso erging es v im Anlaut, wenn diesem der Vokal u folgt, etwa bei vulfr zu ulfr („Wolf“), wurmr zu urmr später ormr („Wurm, Schlange“), wurd zu urð, später orð („Wort“) und wull zu ull („Wolle“).
Die Verlängerung des t (übersetzt mit ht) wandelt sich zu tt, daher átta („acht“), dóttir („Tochter“) und *räþer zu *rättr zu réttr („Recht“). Das Räter in der Voluspa entspricht also einem Richter.
Der Konsonant n verschwindet im Urnordischen am Wortende, zum Beispiel bei á („an“), í („in“), þá („dann“), geva zu gefa („geben“) und boga („bogen“).

Etwas ähnliches passiert gerade im Australischem Dialekt, wo aus der englischen Endung „-er“ ein „-ee“ wird. Einige dieser Worte werden inzwischen nicht mehr mit -ee sondern mit y/ie geschrieben. So wurde aus dem Australier ein Aussie. Aus Jumper wird Jumpie. Australier neigen inzwischen dazu alles mit -ie umzutiteln, sodaß englisch langfristig als Weltsprache auseinander bricht.

Bei den Kombinationen lþ und nþ erfolgt eine Anpassung, sie werden zu ll und nn; Beispiele sind gulþ zu gull („Gold“), *alþir zu ellri („älter“) und *anþarr zu annarr („anderer“), was auch für einige Dialekte typisch ist.

(mit * werden schriftlich nicht belegte, aber sprachwissenschaftlich erschließbare Worte gekennzeichnet).

Die Ansicht der Wikipedia:
„Im Urgermanischen gab es also weder ein kurzes /o/ noch ein langes /ā/“
stammt aus einer Veröffentlichung von Fausto Cercignani, 1976. Damals sah die Vorstellung über Germanisch und Indogermanisch völlig anders aus. Leider steht die Wikipedia auf derartige Uralt-Referenzen. Da sie alles was gedruckt ist, für bare Münze nimmt, ist typisch deutsch. Wir glauben an das gedruckte Wort, genauso wie an Titeln, selbst wenn das was der Titelträger als wissenschaftlich bezeichnet, noch so absurd ist (z.B. Erich von Däniken).

Unregelmässige Verben
Eine weitere Besonderheit germanischer Sprachen sind die unregelmässigen Verben, die jedem Sprachschüler in den Wahnsinn treiben wie  z.b.

triffttreffentraf – traf getroffen
wird  werden war – wurde geworden

Noch verwirrender ist, das es auch noch unregelmässige Verben gibt, die sich nicht an ihre Regeln halten, wie z.b.

denktdenken – dachte – gedacht
singtsingensangengesungen
ruftrufenriefengerufen

und das ist nicht nur ein deutsches Erbe

deutsch:
sprechen – sprach – gesprochen
geben – gab – gegeben
niederländisch:
spreken – sprak – gesproken
geven – gaf – gegeven
englisch:
speak – spoke (spake) – spoken
give – gave – given
 
isländisch:
segja – sagði – sögð
gefa – gaf – gefið
 
sankrit ist unregelmässig
āpī – āpyō – āpēla
 
griechisch ist unregelmässig
miloún – míli̱sa – milí̱sei
dó̱sei – édo̱sa – dedoménou
 
belorussisch ist unregelmässig
kažuć – kazala – kazaŭ
dać – daŭ – daŭ
 
asabaidschanisch ist unregelmässig
danışmaq – danışdı – danışıq
vermək – verdi – verilir
 
französisch zum Vergleich ist regelmässig.
parler –  parlé – parlé
donner – donné – donné

Lustig ist das die Römer dafür ein besonderes Wort hatten, barbarismus (fehlerhaftes Sprechen).

Diese starken Verben sind ein Überbleibsel der indogermanischen Verbbildung. Noch im Altdeutschem gab es davon einige mehr und sie beschränken sich auf massiv genutzte Worte wie müssen, machen, werden, rufen, sprechen, singen, gehen, laufen, geben, tragen, halten usw. Also Worte die so viel gebraucht werden, das sie vermutlich von Anfang an existierten. Dies wäre ein guter Ansatz nach genau diesen Worten in anderen Sprachen zu suchen.

Dem gegenüber stehen die regelmässigen Verben die eher selten genutzt werden, wie z.b.

fragenfragtegefragt
backen – backtegebacken

im Althochdeutschem kennt man hier noch das Verb „frug“ und „buk“. Es zieht also eine gewisse Ordnung in die Sprache ein und die alte unregelmässige Form verschwindet.

Die älteste Tonaufzeichnung stammt gerade einmal aus dem Jahr 1860, für ältere Sprachstudien muss man sich mit schriftlichen Aufzeichnungen begnügen. Reichen die Untersuchungen weiter zurück, beginnt das, was man gemeinhin als „Abenteuer Forschung“ bezeichnet.
Die Rekonstruktion des Germanischen hat eine lange Geschichte, die mit Jacob Grimms Deutscher Grammatik (1822 – 1837) einsetzt. Nach Grimm besteht der Ausgangspunkt bei der Rekonstruktion des Gemeingermanischen in der vergleichenden Analyse des Materials aus den germanischen Einzelsprachen. Bei der sozusagen ,aufsteigenden‘ Rekonstruktion des Germanischen wird logischerweise stets vom am frühesten überlieferten Sprachmaterial ausgegangen. Dass die Materialgrundlage für frühe Sprachstufen spärlich ist und zudem fast nur aus westgermanisch und nordgermanisch besteht, bereitet bei diesem Verfahren beträchtliche Schwierigkeiten. Ein Spielfeld für allerlei abenteuerliche Phantasieprodukte.
So wurde z.b. die Wulfila Bibel wohl um 350 n. Chr. von Wulfila geschrieben, der u.a. Latein und Griechisch beherrschte. Und daran hat er sich natürlich gehalten um gotisch zu verschriftlichen. Wenn er also ein ä hörte, schrieb er e. Das v kannte er nicht und bei k hörte er q. Seitdem qimai (komme) sein Reich.

Zudem hatte das Westgotenreich derart viel Kontakt mit Römern, das zahlreiche Lehnworte den Weg ins Gotische fanden.
Die Armee der Goten umfaßte als kleinste Einheit 10 Mann und hieß Decania (röm: zehn), dann folgten Centena mit 100 und Quincentena mit 500 Mann (die Quincentena kann nicht eindeutig belegt werden.). Die größte Einheit war die Tausendschaft, genannt ‚Thiufa-Thifuada‘. Ihr stand der Tausendschaftsführer ‚Thiufadus‘ vor. All das sind römische Lehnworte.  Hier sollte man vielleicht auch noch mal über das Danelag nachdenken.

Welchen Begriff die Goten früher für „hundert“ benutzten, ist ansonsten überhaupt nicht bekannt. Doch für die abgespaltenen Krimgoten ist das Wort Sade im 16. Jhd. belegt, was dem Lithauischem und Sarmatischem weitaus näher steht. Ähnlich sieht es mit anderen Überlieferungen aus, die fast allesamt von romanisierten Priestern in Latein niedergeschrieben wurden. Dementsprechend ist die Rekonstruktion eher ein höfisches lateinisiertes Germanisch, was der Sprache des Volkes eher nicht entspricht.

Die letzte wissenschaftl. Publikation über Germanisch stammt z.b. von Wolfram Euler & Konrad Badenheuer, 2009, „Sprache und Herkunft der Germanen, Abriss des Protogermanischen vor der ersten Lautverschiebung“

Euler geht den umgekehrten Weg, indem er das Material der verwandten indogermanischen Sprache als Ausgangspunkt verwendet und sozusagen, absteigend eine Sprachstufe herausfiltert, aus der letztlich die germanischen Einzelsprachen hervorgegangen sind. Das von dieses Indogermanisch überhaupt kein Sprachmaterial vorhanden ist, also jedes einzelne Wort eine spekulative Rekonstruktion ist, wird quasi „vergessen“ zu erwähnen. Das macht diesen Weg zur Sprachrekonstruktion von Germanisch geradezu abenteuerlich. Man hat also ein Protogermanisch anhand einer spekulativen Rekonstruktion ermittelt, die auf längst überholte Vorstellungen und Thesen zurück geht.

Linguisten mögen zwar das richtige wollen, aber sie sind wie ein Autofahrer der sich verfährt. Statt zu nach dem Weg zu fragen, fahren sie immer weiter geradeaus, um dann irgendwie heimlich doch noch eine Kurve zu fahren, was aber niemand merken soll. Und natürlich behaupten sie anschliessend immer gewusst zu haben, wo sie waren. Jeder Beifahrer weiss was ich meine.

Interessanterweise geht man beim Proto-Indogermanisch von einem gemeinsamen Vokabular der Folgesprachen aus, wozu zum Beispiel das Wort für „Rad“ gehört. Daher gehen die meissten Forscher von einer Sprachtrennung aus, die nicht älter als 3400 BC ist. In diese Zeit datiert die Archäologie die erste gesicherte Benutzung von Rädern. Der Grad der Verschiedenheit der in Sprachdenkmälern ab dem zweiten Jahrtausend v. Chr. nachgewiesenen Folgesprachen lässt den Trennungszeitpunkt nach etwa 3000 v. Chr. nicht mehr plausibel erscheinen. Nunja, interessant ist, das also Germanisch aufgrund des frühen Auftretens von Rädern in diesem Sprachgebiet nunmehr durchaus zum Kandidat einer Urheimat für diese Indogermanische Ursprache aufsteigen könnte. Aber das wird aufgrund moralischer Tabus (Nazivergangenheit) ausgeschlossen. Dabei waren sie garnicht dabei.

Checken wir doch mal nach wer diese Kulturen sind, von denen da eigentlich ausgegangen werden müsste:

  • Radspuren in Flintbek: 3600 BC nicht genau datierbar, TRB (4300-3000 BC), sind definitiv die ältesten Spuren, jedoch nur indirekt, da sich Holz in der Kieselsäurehaltigen Erde auflöst.
  • Steinkammergrab von Züschen, TRB-Wartberg-Kultur 3500-3300 BC
  • Bronocice Vase, Südpolen: 3635-3370 BC nicht genau datierbar, vermutlich TRB oder Kugelamphoren-Kultur
  • Brunnenrad in Ljubeljana, Slovenia: 3350-3100 BC (5,250 ± 100 BP), TRB-Kugelamphoren Kulture
  • Federnsee, Baden-Würtemberg Goldberg-III-Gruppe, Horgener-Cham-Wartenberg, 2900-2500 BC, ist eine südwestliche TRB-Gruppe.
  • Ungarn Wagenmodel: Budakalasz, 3300-3100 BCE, Baden-Boleraz-Pecel-Promieniska Kultur/Cernavoda III (Mähren/Böhmen) die Badener Kultur wird gemeinsam mit der Michelsberger Kultur vom Norden her indogermanisiert und steht in enger Wechselwirkung mit dem Norden
  • 4370± 120 BP or 3330–2880 BCE Bal´ki-Kurgan Jamnaja-Poltevka Kultur
  • 4400± 40 BP or 3320–2930 BCE Ostannii-Kurgan, Novotitorovka Kultur
  • 4400± 40 BP or 3500-3100 BCE Evdik, Kuban-Maykop Kultur, (Kontakt zur Kura-Araxes-Kultur)
  • Arslantepe clay object: 3400-3100 BCE, Invasion 2900 BC durch Kura-Araxes-Kultur, Pferde sind hier erst ab frühestens 1900 BC bekannt
  • Uruk, Eanna precinct tablets: 3500-3370 BCE, but maybe 3300-3100 BCE (Anthony 2007:66), Ur-III (2500-2000 BC)-Zeit
  • Palaikástro Tonwagen-Modell und Linear A
    (”Satino/Satináte”=Satirós/Satiráte=Streitwagen/Wagenlenker, modern Satyr oder Saturn)

Alle diese „Streitwagen“ sind eigentlich eher schwerfällige vierrädrige Rinder- später auch Esel-Karren mit Vollscheiben-Rädern. Interessanterweise wird das altgriechische Kyllos (zu deutsch „Kuller“) auch mit „lahm“ übersetzt. Das zeigt schon was man darüber dachte, von einem schnellen Streitwagen waren sie noch meilenweit entfernt.
Man nimmt heute an das man Rinder schon seit ca. 4000 BC in Nordeuropa vor dem Pflug spannte und schliesslich auf die Idee eines Rades kam. Eine drehbare Tonscheibe brauchte man offensichtlich nicht dazu. Womöglich ist die drehbare Tonscheibe erst durch das massive Rad entstanden. Die ersten richtigen „Streitwagen“ tauchen erst um 2050 BC auf.

Unter diesen Völkern sind neben der Region Germanien ausschliesslich Satemsprachige Regionen vertreten. Das Rad stammt also mit Sicherheit aus einer Satemsprache. Eine Heranziehung von Kentumsprachen ist also ziemlich unlogisch. Trotzdem werden Kentumsprachen herangezogen. Vor 20 Jahren sah das noch ganz anders aus.
Was sich da einmal durchsetzt, das wird nie wieder in Frage gestellt. Gute Wissenschaft heisst aber auch, das man die Dinge in Frage stellt, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. Es wäre durchaus logisch, das das Rad die Ausbreitung des Indogermanischem massiv förderte.

Entstehung und Ausbreitung von PIE

Entstehung und Ausbreitung von PIE

Das aus der Region Germanien aus Menschen in der betreffenden Zeit nachweislich auswanderten bzw. massiv ihre Nachbarkulturen beeinflussten (z.b. Schnurkeramiker, Kugelamphorenkultur, Badener Kultur, Aunjetitz Kultur, Lausitzer Kultur, Urnenfelder, also eigentlich wird permanent ausgewandert) wird vollkommen ignoriert und das schon altdeutsch einen beachtlichen Wortschatz hat, mit dem man ein Rad definieren kann und diese Worte wiederum Verwandtschaft in anderen Indogermanischen Sprachen haben, wird wiederum ignoriert. Kuller, Wheel, Rad, Wagen, Karren, für all das gibt es germanische und auch deutsche Worte. Aber die Linguistik hat sogar eine Regel erfunden mit der man Kyllos auf Wheel zurückführen kann. Das ist etwa so geistreich als würde man Birke auf Baum zurück führen (und das klingt zumindestens ähnlich).

Mit anderen Worten, die Linguistik produziert ein spekulatives Urgermanisch auf Basis von Indogermanisch das sie zwar auf 3000 BC datiert, aber erwartet, das es von Glockenbecher die nicht vor 2800 BC nachgewiesen werden können, gesprochen wurde. Und alles nur um einen riesen Bogen um Germanisch macht. Man findet in der gesamten Ethymologie keine einzige germanische Herleitung, dafür werden abenteuerliche Ethymologien von Einwanderer erfunden, die noch garnicht da waren.

Deutsch hat ja alleine schon 4 Sprachstufen und das in nur 1000 Jahren.
Es wäre also logisch für IE bereits von mind. 8 Lautverschiebungen oder mehr auszugehen. Für PIE, also einer angenommenen 5000 Jahre alten Sprache, könnten man 16 Lautverschiebungen (abzüglich der dt. Lautverschiebungen) sein. Die ältesten Texte liegen uns in hethitisch vor und sind um etwa 1600 BC datiert. Und wir wissen das die Hethiter Einwanderer aus einem Kentum-Sprachgebiet waren. Die Vorstellung was richtig oder falsch ist, beruht praktisch auf Reputation (oder das was man dafür hält) und Glauben.

Ausserdem erwarten wir eine gewisse Logik in der Sprachentwicklung. Aber allein die Erfindung des „Hamburgers„, den die Hamburger selbst ja garnicht kannten, zeigt schon, das Sprache nicht logisch entsteht. Sprache wurde nicht von klugen Menschen erfunden, sondern auch von dummen Menschen.
Und ob das immer besonders logisch war, oder sich an Regeln der Linguisten hielt, ist doch sehr zu bezweifeln, insbesondere wenn es um derart lange Zeiträume geht.

Eigentlich ist der Mensch eher ein assoziatives Wesen. Er nannte den Wasserhahn nach einem Tier, weil er fand, das es irgendwie einem Hahn ähnlich sah. Und das der moderne Rettungsschirm nicht mehr das Leben rettet, zeigt das dies kein neues Phänomen ist. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat lauter lustige Worterfindungen zu bieten, z.b. Rettungsroutine, Bildungsabwendungsprämie oder Schleckerfrauen, Vokuhila (Vorne Kurz, Hinten Lang).

Und nun stellen sie sich mal einen verzweifelten Linguisten vor, der das nun von irgendwas herleiten will. Darüber sollte er eigentlich graue Haare bekommen, denn da versagen die Übersetzungsmechanismen schlichtweg.

Selbst eine einheitliche dt. Rechtschreibung existiert erst seit 1880 und der Mann der die erschuf, Konrad Duden, hatte in Deutsch nur ein „Mangelhaft„. Sein erster Duden enthielt gerademal 28.000 Stichwörter
und seine Anwendung wurde sogar vom berühmten Bismarck anfangs verhindert.
In nur 120 Jahren wurde dieser Wortschatz verfünffacht.
In der aktuellen Ausgabe des Duden, dem deutschen Universalwörterbuch, wird der Wortschatz der deutschen Alltagssprache auf 500 000 Wörter geschätzt und der zentrale Wortschatz auf rund 70 000 Wörter. Die Englische Alltagssprache wird auf 1 Mio. Wörter geschätzt.
Bei Goethe, dem wohl berühmtesten deutschen Dichter, konnte auf Grund einer Auszählung in seinem Gesamtwerk ein Wert von gut 90.000 aktiv gebrauchten Wörtern ermittelt werden. Ein durchschnittlicher Deutscher gebraucht geschätzte 70.000 Wörter. Harry Potter in Latein ist z.B. nur halb so dick wie in Deutsch.

Man muss wohl davon ausgehen, das diese Proto-Indogermanische Ursprache wohl nur ein Bruchteil ihres Wortschatzes aktiv gebrauchte, also vielleicht 5.000 bis 20.000 Wörter. Das bedeutet aber auch, das sie für das gleiche Wort sicher mehrere Bedeutungen hatten.
Typisch ist auch das man aus Substantive Verben oder Adjektive erzeugt z.b. aus Rad radeln. Und mit dem Radler sind wir schonwieder bei einer Assoziation. Daneben setzen wir auch Worte zusammen wie z.B. Radlager oder Radfahrer.
Aus diesem einem Wort entwickelten wir im Laufe der Zeit 200 weitere die vom Radschaden (im Sinne von bekloppt) bis Raddusch (Ortsbezeichnung) reichen.

Um den Indogermanischem auf die Spur zu kommen sollte man sich vielleicht mehr um die Lehnworte kümmern. So werden z.b. Ortsnamen regelmaessig mitgenommen. Es gibt z.b. einige Olbia die vermutlich vom selben Volk gegründet wurden. Von Bergama nach Bergamo ist ebenfalls ziemlich eindeutig. Auf diese Weise kann man ein Netz über die Welt spannen das durchaus zeigen kann, wer wohin wanderte. Es macht nur unglaublich viel Arbeit.

Die Verbreitung:
Weltweit gibt es heute etwa 6500 Sprachen die in 180 Sprachfamilien eingeteilt werden, dazu dutzende isolierte Sprachen. Indogermanisch ist mit mehr als 3 Mrd. Sprechern die mit Abstand erfolgreichste, weit vor sinotibetisch mit 1,3 Mrd und Niger-Kongo mit 354 Mio. Sprecher. Dabei unterteilt sie sich nur in 220 lebenden Sprachen und weiteren 60 ausgestorbenen Sprachen. Sinotibetisch bringt es auf 335 lebende Sprachen und Niger-Kongo auf sagenhafte 1.364 lebende Sprachen. Das kleine Papua-Neuguinea hat alleine 832 Sprachen in einem Land. Dagegen ist der Kaukasus mit 40 Sprachen eher bescheiden. Indien mit 398 ist da schon eine ganz andere Klasse.
Interessant ist, das unter den Top12 Sprachen der Welt, 7 Indogermanische Sprachen sind, davon 3 Romanische (12,9%), 2 Germanische (13,4%) und jeweils einmal Slawisch und Indoarisch. Man kann also mit gutem Recht davon sprechen, das Germanisch zwar tot ist, aber lebendiger den je. Die Nachkommen haben es zu einer einer der erfolgreichsten Sprachfamilie der Welt gebracht.
Etwa jeder 9. Weltbürger spricht entweder Englisch oder Deutsch.
Es ist also zu erwarten, das wenn die Welt in 5000 Jahren noch existiert und 6000 Sprachen aussterben, Deutsch noch immer existieren wird.

Glauben sie das sie dieses Deutsch noch verstehen würden?
Selbst bei Pensylvenia-Deutsch haben wir schon massive Schwierigkeiten dies zu deuten.

Das proto-Uralische Erbe

Interessant ist aber auch, das germanisch scheinbar einige Wörter aus einer ur-uralischen Sprache entlehnt hat. So stammt wălǝ z.b. aus dem Chanti (Ostjak) und bedeutet nahezu das gleiche, nämlich Platz, Stelle, Ort, Sitz, Heim und wurde im Germanischem zu Tal, Siedlungsplatz, Valley. Walhalla bezeichnet also eine Halle in einem Tal in dem man ein gutes Leben an der Seite der Götter hat, bis der letzte große Krieg beginnt. Und von „*warV“ stammt der Warrior und Begriffe wie Warten, Warft usw. ab. Die uralische Bedeutung bedeutet hüten. Warrior ist also eigentlich ein „Behüter“, die ursprüngliche Funktion eines Kriegers. Und die Warft ist ein Siedlunghügel, z.b. eine Hallig oder ein Dorf. Und *tüwV-tV, täwǝt, tiwǝt, tuz dürfte die Grundlage von Tiwat alias Tyr sein und bedeutet ursprünglich „Feuer“, speziell ist hier wohl das Herdfeuer gemeint. Aber es bedeutet auch Köcher, Pfeilköcher. Es ist wohl ein Gott, der den nächsten Braten sichert.
Umgedeutet wurde es in den folgenden Jahrtausenden vom Feuerschein über Erleuchtung bis hin zum Heiligenschein und hängt mit deva, div und dio zusammen.

Übrigens stammt auch das Wort „*šule“ aus dem Uralischem und ist im saamischem „sullâ“ noch vorhanden. Die ursprüngliche Bedeutung war Lippe und wird im Saamischen zu „in der Gegend von..“ übersetzt, Irmensul lässt sich also mit „der Gegend der Irmen“ übersetzen, was wohl dort ist wo Tacitus die Hermionen ansetzte. Die Saami benutzten meisst eine Lärche als Mittelsäule ihres Hauses. Aus dieser Mittelsäule ging wohl auch der Glaube an die Weltensäule hervor, die das „Himmelszelt“ trägt.
Die Eresburg war vermutlich eine Grenzburg der Cherusker und fiel an die Sachsen. Sie hat auch entsprechend alte Fundstellen.

Voluspa: „Neun Welten kenn ich, neun Äste weiß ich, am starken Stamm mit der Erde verwurzelt…“

All diese Dinge wurden vermutlich schon von der Ertebölle-Kultur in die Urgermanische Sprache beigesteuert. So gelangte Tyr/Tivat der uralte Herd- und Jagdgott der Waldkultur in die Germanische Mythologie. Dafür wanderte aus der Farmersprache z.b. die Kuh ins Uralische und wird dort mit „antreiben, reizen“ *kujuV übersetzt.

Animation zum Aufstieg und Niedergang des Römischen Reiches.

Animation zum Aufstieg und Niedergang des Römischen Reiches.

Während Zentraleuropa in der Bronzezeit praktisch von Glockenbechern und Urnenfeldern sowie Trichterbecher-Kulturen und Aunjetitz, Lausitzern und Minoer-Mykenern dominiert wurde, waren jenseits des Mittelmeeres die Vorfahren der Kelten, Römer, Räter und Etrusker nicht untätig.
So gehen die Ereignisse des Orientes größtenteils auf die Vorfahren der übrigen Westeuropäer zurück. Der Orient hatte Europa in der späten Bronzezeit längst überflügelt. So war es auch kein Wunder, das die Römer mit diesem Wissen Europa in ein neues Zeitalter führen konnte und rund 1000 Jahre dominierte. Wen das interessiert, der kann es auf der folgenden Etappe nachlesen.

Sprachbeispiele:
Da viele Slawisch für eine völlig fremde Sprache halten, hier mal ein paar linguistische Beispiele.

Die Slowenischen Worte des Herzogs Bernhard von Spanheim bei seiner Durchreise durch Kärnten. In Thörl-Maglern/Vrata Megvarje wurde am 1. Mai 1227 auf Slowenisch mit den folgenden etwas ironischen Worten begrüßt:

„Der fürste und die gesellen sin
mich hiezen willekommen sin.
ir gruoz was gegen mich alsus:
„buge waz primi, gralva Venus!“

Die wortgenaue Übersetzung in Deutsch:

Der Fürst und die Gesellen waren
mich (ge)heissen willkommen sein.
Ihr Gruß war gegen mich also:
„Bücke war prima, großartige Venus!“

(Ulrich war als Venus verkleidet gewesen.)

Quelle: Slowenische Literatur, Reimbericht aus dem Frauendienst.
Reginald Vospernik, Pavle Zablatnik, Erik Prunč, Florjan Lipuš: Das slowenische Wort in Kärnten = Slovenska beseda na Koroškem, Schrifttum und Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart = Pismenstvo in slovstvo od začetkov do danes. ÖBV, Wien 1985, S. 22–23. ISBN 3-215-04304-1Man muss also nicht der Erste am Start sein um am Ende zu gewinnen. Es geht auch nicht darum wer das beste Volk aller Völker ist, sondern wie wir wurden was wir sind. Dieses Szenario zeigt wie es gewesen sein könnte und das eine Ausbreitung der Indogermanen auch von Nordeuropa aus nicht unmöglich ist, auch oder gerade weil man es bisher nicht in Erwägung zieht. Es ist wohl eher die Tabuisierung die Nordeuropa als Quelle ausschliessen will.
Aber in der Wissenschaft haben persönliche Vorurteile oder Abneigungen nichts zu suchen.

fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.
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