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Mythologie der Indoeuropäer

Indogermanische Mythologie:

Die Frage was indogermanischen Mythologie ist muss man erstmal auf eine Art beantworten. Indogermanische Mythologie entstand in Etappen, sie war nicht von einem Tag auf dem anderen da sondern es gab wohl mind. 4 größere Stufen.

Die erste Stufe ist die Mythologie der eingewanderten Farmer und der Fischer und Jäger-Kulturen im eiszeitlichem Europa.

Die Mythologie vor dem Neolithikum

In der Mythologie stand wohl am Anfang der Ahnenkult und der Tierkult.
Hier mal der Versuch wie eine paleolithische Mythologie ausgesehen haben könnte.

Wie wir von den Wissenschaftlern wissen, breiteten sich Menschen zuerst über die Flüsse aus. Es ist also ganz natürlich das die erste Mythologie etwas mit Wasser zu tun hat.

Der Fisch und der Vogel

Ursprünglich dachte man wohl der Mensch würde ohne Lebenskraft und Verstand geboren. Indem er Nahrung zu sich nimmt, nimmt er auch die Lebenskraft und den Verstand dieser Nahrung zu sich. Die leichteste Nahrung die sich am Wasser finden lässt sind Schnecken, Muscheln und Fische. Da Schnecken und Muscheln nicht gerade weglaufen, können sie auch nicht viel Verstand haben.
Je aktiver diese Nahrung sich gegen den Menschen wehrt, desto kraftvoller und damit wertvoller muss sie wohl sein. Er muss sich also wehrhafte Nahrung besorgen und deren Lebenskraft und Verstand anfuttern.
Und da kommt der Fisch ins Spiel, der den Menschen eine Art von „Kampf“ liefert, der heute noch von tausenden Sportfischern durchaus geschätzt wird.
Je mehr Fische er also fängt und verzehrt, desto stärker und klüger wird er. Diese Klugheit ist wohl eher als Lebenserfahrung und Überlebensfähigkeit zu betrachten.
So „erkämpft“ sich also der paleolithische Mensch im Laufe des Lebens immer mehr Lebenskraft und Lebenserfahrung. Wir nennen das Seele, die Essenz des Sein. Stirbt nun der Mensch, wird diese Seele aus ihrer physischen „Hülle“ befreit und muss natürlich wieder in den Kreislauf des Lebens zurück.

Vermutlich musste sie dazu zum Himmel empor steigen und wurde dort vom großen Umhüller erneut mit einem Körper umhüllt und in den Urozean zurück geworfen. Dort ist die Seele sozusagen wieder Teil des Urozeans der die ganze Welt umschliesst. Deswegen ist das Meer voller Fische. Der Kreislauf des Lebens beginnt von Neuem.
Damit war der erste „Gott“ erfunden. Ein Wesen dessen Aufgabe es war den Kreislauf des Lebens in Gang zu halten – ein Protogenos.
Die Menschen glaubten wohl auch, das dieser Protogenos sich aus Einsamkeit eine Frau erschuf – die Urmutter.
In Sumer nannte man den Protogenos Anu und seine Frau Ki.

Das Aufsteigen der Seelen erledigte ein Vogel, wobei natürlich ein fischender Vogel in Frage käme, ein Tauchervogel. Damit ist dieser Vogel der Vermittler zwischen der irdischen Welt und der anderen Welt des großen „Umhüller´s“. Allerdings ist der Vogel als „Seelentransporter“ sehr unzuverlässig. Irgendwie schaffte es dieser Tauchervogel mit Erde vom Grunde des Ozeans aufzutauchen und seitdem gibt es auch Land über Wasser. Dies war nun wüst und leer und so erschuf der Urgott sich zur Erbauung Pflanzen und Tiere. Alternativ legte auch der Vogel ein Ei, oder der Urgott erschuf ein Ei aus dem dann die Erde bevölkert wurde.
Das Konzept mit der Umhüllung von Haut wurde dann wohl auch auf andere wilde Tiere übertragen.
Und weil die Tiere und Pflanzen Wasser brauchten musste er auch Flüsse und Seen erschaffen. Aber es wurde ihm wohl zuviel also schuf er sich einen Helfergott (Sohn) der für den Wasserkreislauf verantwortlich war – Enki genannt.
Und einen zweiten brauchte es wohl für das Gleichgewicht auf der Erde – Enlil genannt.
En ist die sumerische Bezeichnung für einen Verwalter, einen Stellvertreter. Ki steht für Himmel und lil für Erde.

Seitdem schüttet dieser Wassermann von oben auf den Bergen seine Wasserkrüge aus, die in Flüssen zu Tal fließen oder als Regen vom Himmel fallen und alle ernähren.

Aber wie Frauen so sind, wünschen sie sich Nachwuchs, also erschuf der Urgott für seine Frau Menschen. Für deren Werden und Wachsen war sie nun zuständig. So wurde sie zur Urmutter der Menschheit. Wenn die Menschen also Nachwuchs wollten, mussten sie sich an ihre Urmutter wenden. Dafür formten sie Figuren, die die Fruchtbarkeit symbolisieren und versuchten wohl mit Geschenken die Aufmerksamkeit auf ihren Kinderwunsch zu lenken.

Natürlich musste der Mensch auch essen und da er dabei immer die Schöpfung des Urgottes tötete, musste er sich wohl dafür beim Urgott entschuldigen.
Und manchmal verliert der Tauchervogel Seelen, die dann irgendwo auf die Erde purzeln. Oder sie entwischen ihm und treiben dann Tiere und Menschen in den Wahnsinn. Oder die Götter streiten sich und es kommt zuviel, oder garkein Wasser den Berg herunter. Es gibt also jede Menge neuer Gründe die Aufmerksamkeit der Götter auf die Probleme der Menschen zu lenken und das geht am besten mit Geschenken.

Für eine Jäger und Sammler-Gesellschaft war das durchaus ausreichend.

Die komplexere Stufe war wohl das die erste Schöpfung aus dem Urei etwas anderes war. Das gilt insbesondere für die Begegnung zwischen Neandertalern und Menschen. Zweifellos haben die Menschen die Andersartigkeit der Neandertaler erkannt und daher musste diese Andersartigkeit auch einen Grund haben. Als die Neandertaler verschwanden, wurde das Konzept einfach auf andere Menschen übertragen. Für die relativ großen hellen Nordeuropäer dürften die kleineren dunklen Nordafrikaner sicherlich eine ganz andere Schöpfungsphase dargestellt haben. Andersrum düften die eingewanderten neolithischen Farmer die hellhäutigen großen Nordeuropäer auch als andere Schöpfung wahrgenommen haben. Da sie rund 1000 Jahre neben ihnen wohnten, miteinander handelten, aber sich offensichtlich nicht mischten, deutet darauf hin, das hier eine Vorstellung von Tabu bestand. Erst eine Zwangslage hob diese Vorstellung auf. In der Not ändern Schicksalsgemeinschaften auch uralte Traditionen.

Eine stolze Nigerianische Familie

Eine stolze Nigerianische Familie

So erhellte sich Nordeurasien, Mitteleurasien und später folgte Südeurasien, Nordafrika, Nordamerika und mittlerweile wird auch Südamerika, Südafrika und Australien immer blasser. Die blasse Hautfarbe scheint allgemein auf dem Vormarsch zu sein, denn es gibt immer mehr latente Träger die vielleicht selbst nicht blass sind, aber eine erblasste Nachkommenschaft haben. Vermutlich ein Resultat der Kolonialgeschichte. Vergleichbares läuft auch bei der Laktosetoleranz ab. Doch das geht auch umgedreht wie Beispiele in Südafrika zeigen.
Wen das interessiert, es gibt einen schönen Film dazu names „Skin – in schwarzer Haut“. 1955 wurde Sandra Laing in Südafrika als Tochter weißer Buren mit dunkler Haut geboren. Der Film erzählt ihre Lebensgeschichte.

In Nordeurasien nahm nun wohl die Göttergeschichte einen anderen Verlauf als im Orient. Hier entwickelte sich die Gesellschaft zu einem Clan und daraus entstand wohl die Vorstellung das jeder Mensch wieder zu den Göttern zurück kehrt. Das er selbst immer Teil der Schöpfung und damit der großen Götter ist, das es nie anders war und das ihm seine ganz persönlichen Ahnengötter dabei behilflich sind zu überleben. Eine Art Schutzengel oder Begleiter der sich in irgendwas manifestierten kann, in Feuer, Wasser, Wald, Tiere, Schilde, Schwerte, Helme, Schiffe, Blitze, Schmuck usw. Es ist die Vorstellung von einem Gestaltwandler für den die irdischen Gesetze nicht mehr gelten.
Alles was er tun muss, ist diese Begleiter positiv zu stimmen, damit er ihm Schutz gewährt. Daraus resultiert das er keine Angst haben muss zu sterben, denn das ist nur ein Übergang in ein anderes Leben in dem er diese Stellung einnimmt und seinerseits den Nachkommen hilft, bis dieser stirbt und er wiedergeboren wird. Dieser Zyklus wiederholt sich einfach so wie Tag und Nacht. Götter in dem Sinne wie sie im Süden Eurasiens entstanden brauchte er garnicht. Auch der Begriff Gott war überflüssig denn diese Begleiter waren ja ursprünglich Ahnen, sie hatten also bereits Namen.

Das ist natürlich nur eine Annahme.

In Südeurasien (also auch Orient) wurde das etwas anders gehandhabt. Als die ersten Dörfer entstanden wurde auch die Gesellschaft komplexer, es musste mehr organisiert werden und daher brauchte jede kleine Gemeinde einen eigenen Gott der über ihr Wohl und insbesondere über ihre Ernte wachte. Ein Verantwortlicher übernahm die Aufgabe die Ernte zu schützen und die Götter zu preisen. Daraus resultierte eine Vormachtstellung. Er wurde zum Vermittler zwischen Gott und die Gemeinde und verdrängte den Vogel indem er sich mit der Urmutter vermählte.
Damit wurde er selbst ein bisschen göttlich und die einzige Konkurrenz war der „Göttliche“ im Dorf nebenan. Also verschleppte man die Götterstatuen im „Krieg der Dörfer“ in die eigene Gemeinde um so mehr Aufmerksamkeit für das Gedeihen der eigenen Gemeinde zu bekommen. Und so ganz nebenbei wurde man auch die lästige Konkurrenz los.
Ursprünglich nur für ein Jahr gewählt, fand der Verantwortliche seine Vormachtstellung natürlich attraktiv und so entstanden wohl „Königs“, also eine Familie die angeblich den göttlichen Auftrag hatte zu herrschen, zumindestens hat sie dies wohl so dargestellt. Besitz wurde so immer wichtiger. Und um das Übergreifen eines Nachbarkultures auf die eigene Fangemeinde zu verhindern, wurde diese entweder besiegt oder (falls sie nicht zu besiegen waren) zur Fehlschöpfung deklariert. Konnte man die allerdings einnehmen, musste natürlich auch deren Gott zur Befriedung der Untertanen in das Pantheon integriert werden. Bei Dörfer bekamen die Götter einen neuen Beinamen, bei Städten gabs wohl einen neuen Gott der adoptiert (und integriert) wurde. Bis wirklich Flächenländer entstanden ging das erstmal eine Weile gut. Das es damit jedoch schon um 1300 BC vorbei war, zeigt sich einerseits in Ägypten und andererseits in den Tausend Göttern von Hatti.

Und so addierten sich im Laufe der Zeit immer mehr Pantheons bis keiner mehr so recht durchsah. Zudem gab es für jeden Gott Priester und die wollten auch alle versorgt werden. Im Grunde genommen kassierten sie genauso Steuern wie moderne Regierungen. Für das Volk das dies alles erwirtschaften muss war das nicht mehr tragbar.

Um ca. 1350 BC kam Echnaton (und wohl auch schon sein Vater) auf die Idee die Priester dadurch zu entmachten, indem man ihre Götter abschafft und durch einen Gott zu ersetzen. So wurde man dieses schmarotzende Pack langfristig los. Aber sein Plan hatte einige Konstruktionsfehler. Für die Hethiter war das eine Lehre, aber das half ihnen nicht, auch ihr Reich ging trotzdem unter.
Am Ende korrigierten die Juden, ehemals ägyptische Untertanen die alten Ideen von Eschnaton und projezierten das ganze auf den relativ unbekannten ägyptischen Gott Iah.
Und als die Römer tausend Jahre später vor dem gleichen Problem standen, ist Konstantin die „Erleuchtung“ gekommen und prompt wurde er zum Jünger der Christenheit. Die Germanen haben das Konzept übernommen und weiterentwickelt um das Frankenreich zu einen und sich zum römischen Kaiser zu machen. Später übernahmen Bolgaren und Rus die Oströmische Kirche von Byzanz mit der gleichen Idee und gleich noch mit dem Zaren-Titel (Czar=Caesar).
Und so fand und findet jedes größere Staatsgebilde seine eigene Methode um seinen Götterhimmel zu bereinigen. Man könnte das auch als „Marktbereinigung“ des Glaubens“ bezeichnen.

Der Tierkult:

Alteuropäische Schamanin

Alteuropäische Schamanin um 5500 BC als Urform der Freya

Der älteste Freund des Menschen ist wohl der Hund der vom europäischen Grauwolf abstammt. Als Kulturfolger wurde er zum Helfer bei der Jagd und dürfte wohl schon mit den voreiszeitlichen Europäern weite Verbreitung gehabt haben.
Der Wolf als Kultobjekt findet sich besonders in den nördlichen Eurasischen Völkern wieder was darauf hinweist, das die Domestikation im Norden Eurasiens statt fand, vermutlich bei mesolitischen Jägern und Sammlern. Damit gehört der Wolf oder Hund eindeutig zu einer ureuropäischen Mythologie. Ob der Hund nun wirklich vom europäischen Grauwolf oder eher vom sibirischem Bruder abstammt, dürft wohl egal sein.

Gleiches dürfte auch für den Hirsch bzw. das Reh gegolten haben. Ein Hinweis darauf fand man im Schamanengrab von Dürrenberg in Sachsen-Anhalt. Und auch hier handelt es sich um einen ureuropäischen Kult. D.h. Hirschgeweihe sind garantiert schon lange vor den Kelten ein göttlicher Schmuck. Ihr afrikanisches Gegenstück dürfte die Antilope sein.

Auch der wilde Eber ist unter den Schmuckstücken der Schamanin vertreten und wird in der germanischen Religion mit Frey verbunden.

Der Eber

eber
Der Eber gehört zu den Symboltieren vieler indogermanischen Völker und wurde vor allem der Kriegerschaft zugeordnet. Schon in den Gräbern von Mykene fand man Helme und Schutzhemden die aus Lamellen von Eberzähnen, gefertigt wurden. Solche Lamellenhelme wurden später auch mit Langobarden in Verbindung gebracht. Als Urheber dieser Mode könnte das von den nördlichen Griechen, Dakern oder Thrakern stammen.
Diese Keilerzähne sollten offenbar Pfeile und Speere abhalten. Auch Odysseus und später Beowulf soll etwas in dieser Art besessen haben.
Der Eber diente den Griechen als Schildzeichen, vermutlich traf das auch auf Germanen zu. Zu Zeiten Alexanders des Großen gab es in Makedonien die Sitte, das junge Männer erst dann erwachsen waren, wenn es ihnen gelang ein Wildschwein mit Netz und Speer zu töten. Damit wurde vermutlich die Jagd des Herkules auf den Kalydonischen Eber nachgestellt. Die Eberjagd als Privileg hat sich in so mancher Jagdhütte bis in die Neuzeit gehalten und dürfte wohl in ähnlicher Form in vielen frühen Völkern praktiziert worden sein. Im Orient und Kaukasus galt es jedoch einen Stier zu erlegen, während im Süden und Osten des Orients und in Ägypten der Löwe oder Leopard die bevorzugte Beute war. Wie gefährlich so ein Eber sein kann zeigt sich daran, das einer der dt. Tierfilmer der riesige Grislybären und andere vermeintlich gefährliche Tiere aus nächster Nähe filmte, ausgerechnet beim Spaziergang im dt. Wald von einem wilden Eber angegriffen und im Krankenhaus landete.

Ob man das nun als Nordeuropäische Eberliebe definieren will oder nicht sei dahingestellt. Aber Germanen und Kelten hatten durchaus einen Hang zum Wildschwein. Dafür sprechen sowohl Stammes- (bei den Germanen die sunuci, bei den Kelten die baetasii) als auch Individualnamen (Ebbo, Eberhard, Ebroin, Eburgrim, Eburhelm, Eburroc, Eofor, Everhelm, Everman), oder Bezeichnungen, die das Wort Eber mit irgendeiner Art kriegerischer Bekleidung kombinierten (Eburgrim für Eberfell, außerdem Eburhelm, Everhelm, Eburroc); der legendäre irische Kämpfer Conan wurde mit einem Eber verglichen und der merkwürdige Beiname des dänischen Königs Harald „Kampfzahn“ verweist womöglich auf die Hauer eines Wildschweines.
Die Stämme der „eburones“ und „eburovici“ tragen den Ebur bereits im Namen. Ebur ist Althochdeutsch und bedeutet der Eber. Trotz allem deklariert man sie keltisch, zumindestens behaupten das alle.

Griechische und Phönizische Kolonisation

Griechische und Phönizische Kolonisation

Zurück geht das hauptsächlich auf Vennemann. Dieser findet in ganz Europa Orts- und Gewässernamen die sich gleichen: Ein Beispiel ist z.b. die in Deutschland fliessende „Isar“, in Tschechien eine „Iser“, in Belgien eine „Yser“, in Italien ein „Isarco“ (die Eisack) und in Frankreich eine „Isère“. Warum das allerdings Vasconisch, also Baskisch sein soll, begründet er nicht, zumal sich diese Gegenden locker mit Germanen in Verbindung bringen lassen. Die Vennemann´schen Parallelen sind durchaus real, nur sind die eben nicht vasconisch. Aber sie nähren die Fantasie der Kelten, die Vasconisch für eine Ursprache Europas und damit als urkeltische Sprache ansehen. Dazu kommt noch die frühe Megalithik in Iberien (nicht auf dem Gebiet der Basken) die mit der frühen Megalithik in der Bretagne und England harmoniert.
Zweifellos ist da jemand entlang gezogen, nur waren es wohl keine Kelten oder Basken, sondern ein Volk das als Cardio-Kultur bezeichnet wird, da es Herzmuscheln zur Verzierung ihrer Tonwaren nutzte. Deren erste Vertreter gehören nicht zur R1b-Gruppe und waren demnach auch nicht die Vorfahren von Kelten oder Basken, die nahezu vollständig zur Gruppe R1b gehören. Setzt man mehrere Haplogruppen übereinander stellt man fest das die Haplogruppe G mit der ältesten Megalithik überein stimmt, wärend R1b eher im Mittleren Iberien konzentriert ist.
Gefunden wurden in Iberien aber Vertreter der yDNA Haplogruppe E die wohl Nordafrikanischen Ursprungs sind und sich mit der yDNA G gemischt hatten, wobei sie die einheimischen alteuropäischen Frauen ehelichten und so zu den Begründern der Megalithik wurden. Ihre yDNA ist in Europa heute nahezu ausgestorben. Das ist also eine ganz andere Kiste als die spätere baskische oder keltische Bevölkerung. In Vennemanns Sprachtheorie existiert neben der Megalithik nichts mehr, für die es aber tausende archäologische Spuren gibt. In seiner Welt hat alles einen Baskischen oder Keltischen Ursprung. Das gefällt den modernen Kelten und so wird er zum Kronzeugen der Keltomanie.

Tatsächlich aber finden sich dutzende Eber in den Ortsnamen von ganz Europa, in Deutschland sind es Orte wie „Eberswalde“, „Ebersberg“ und im Französischen, meist als Bildungen mit „Évry-„ oder „Ivry-„ (zum Beispiel „Évry-les-Châteaux“, „Ivry-sur-Seine“), wobei die Elfenbein-Farbe ebenfalls als Ivory bezeichnet wird und die Farbe der Hauer definiert. So wird z.b die Elfenbeinküste als Côte d’Ivoire von eburo (“ivory”) +‎ bordo (“Rand, Küste Ufer”) bezeichnet.
Auch die vaskonische Wurzel „ibara“, übersetzt für „Tal, Flußmündung“ weist eine Nähe zum altdeutschen „Ebur“ auf, was die Frage stellt, ob sich die Bezeichnung  „Iberia“ nicht von der älteren Eber-Symbolik ableitet, die in dieser Gegend ebenso wie die Schweinezucht verbreitet war.
Im Altnordischen konnte Eber als Synonym für Krieger benutzt werden und bezeichnenderweise hieß die keilförmige Schlachtordnung der Germanen, die sie Wodan gelehrt hatte, „Eberschnauze“ oder „Keilerkopf“. Solche Formation gab es auch in Indien und wird z.b. im Mahabharata beschrieben.

Ägyptisch 3bw ('e.bor gesprochen) ist kein  Eber sondern ein Elefant

Ägyptisch 3bw (‚e.bor gesprochen) ist kein Eber sondern ein Elefant und Smboltier der Karthagischen Hannibal-Dynastie (Barkas)

Den Eber gibt es in allen indogermanisch/indoiranischen Sprachen.

In Altsächsisch heisst er eƀur. In Altenglisch finden wir „eofor“ und im altnordschen heisst es „jǫfurr“, woraus wohl engl. „boar“ wurde. Im Niederländischen heisst der Eber „ever„. Die mittelhochdeutsche Form ëpar wirkt eher wie ein romanisiertes Altsächsisch.
Im Latein heisst er „aper„, woraus übrigens der April als Monatsname entstand, während  der Fluss Ebro als Iber bezeichnet wird, was aber für Elefant steht.

„ebur“ scheint auch ins Punische als „Ebro“ gekommen zu sein. Dort bezeichnet es einen Elefanten, genauso wie im Latein das Iberu. Auch in Ägypten gibt es den Eber als „3bw“ (‚e.bor gesprochen) und auch hier ist es ein Elefant. Im baskischem ist ibar das „Flusstal“.
(In hebräisch heisst der Elefant pelaʾ oder pylʼ und ist mit dem ägyptischem ʿpr(w)  verwandt. Das  Schwein hebräisch hzyrʼ, ist fremd)
Das ʿApiru (akkadisch ḫpr) bezeichnet wohl Vasallen und wurde im Altägyptisch zu Aper(u) ˁpr  was die Römer offensichtlich als Eber übernahmen.
Im Rahmen des Punisch-Phönizischen Alphabets wurde aus dem E ein He, aus dem alteuropäischen  eƀur, ein Heber, was im Allgemeinem mit den Hebräern gleichgesetzt wird. Die gleiche Wandlung machte auch das Akkadische zum Babylonischen durch, akkadisch Apiru babylonisch Hapiru.
Damit ist der biblische Stamm Eber (Heber), Enkel des Stamm Asher (einer der 12 Stämme Israels), Sohn des Jakobs. Eber wurde Vater von Peleg (Pelaʾ) und Joktan (Südaraber). Und die Phönizier wurden zum Stamm Asher.

Der Elefant kam mit Phöniziern nach Iberien, genauer gesagt ist er das Symboltier der Karthagischen Hannibal-Dynastie und wurde von Caesar übernommen. Sie benannten den Ebro, lat. Iberis als Grenze zwischen Rom und Karthago vor dem 2. Punischen Krieg im sogenannten Ebro-Vertrag, wobei der Elefant als Symboltier von Caesar übernommen wurde. Dies ist wohl auf Münzen aus Karthago als auch auf Münzen von Caesar nachweisbar.
Offensichtlich assoziierten die Alteuropäer den Elefant mit einem gigantischen Eber. Sie machten ihn zum Symboltier der Krieger, was inbesondere bei den Wikingern auf den Vendelhelmen nachweisbar ist.

Andersrum wurden in Qatna, Syrien (warscheinlich mit Ga-da-nu identisch) Elefantenknochen gefunden.
Um 1800 BC gehörte es zum Königreich Jamchad (Hauptstadt Aleppo). Um 1340 v. Chr. wurde die amurritische Stadt von den Hethitern zerstört. Um Qatna, Palmyra und Byblos entstand im Süden des heutigen Syrien ein weiterer wichtiger Staat der wohl die Keimzelle der Phönizier wurde. In dieser Gegend (Syrien und Hochland des Libanon=Aram) kämpfte schon Sargon und Naramsin gegen die Amurriter und zerstörte dabei Ebla und errichtete in Nagar (Tell Brak) ein Verwaltungszentrum. Womöglich sind die Amurriter Träger der Eblaitischen Sprache, das unter Enmerkar und dessen Heerführer Lugalbanda auch Aratta genannt wurde. Dagegen scheinen auch die Akkader (und nicht die Sumer) noch die Gegend um Aratta als Herkunftsgebiet betrachtet zu haben. Qatna und Ebla könnten daher Gründungen von Einwanderer aus dem Westen (Zypern, Kreta, Karien, Troja) sein, die als Amurriter tatsächlich „Söhne des Westens“ sind, deren Sprache eine Kreolisierung mit Semitischem Wortschatz durchlief.

Die epische Dichtung, Enmerkar und der Herr von Aratta, Lugalbanda und Enmerkar und Lugalbanda und die Berghöhle
Der Text berichtet, wie Lugalbanda, ein Offizier im Heer des Königs Enmerkar von Uruk, auf einem Kriegszug gegen das sagenhafte, weit im östlichen Bergland (dem heutigen Iran) gelegene Aratta von Krankheit befallen und ohnmächtig in einer Höhle zurückgelassen wird. Lugalbanda erwacht nach einigen Tagen und ist über seine trostlose Umgebung erschrocken. Er betet zunächst zum Sonnengott Utu um Rettung. Dieser erhört sein Gebet. Die Venus-Göttin Inanna und der Mondgott Nanna erscheinen ihm und sagen ebenfalls ihre Hilfe zu. Als Lugalbanda erwacht, wird er durch Lebenswasser und heilkräftige Pflanzen gestärkt, es gelingt ihm, aus zwei Steinen Feuer zu schlagen und sich ein Mahl zu bereiten, er fängt einen Wildstier und eine Wildziege. Durch den Traumgott erfährt er, wie er diese schlachten soll, und so bereitet er den Göttern ein Opfer – vielleicht das mythische Vorbild für alle späteren. In einer weiteren Lugalbanda-Dichtung, die möglicherweise an diese anschloß, wird erzählt, wie Lugalbanda im Gebirge dem Jungen des Riesenvogels Anzu Wohltaten erweist und von jenem mit wunderbarer Laufkraft begabt wird, die ihn befähigt, das Heer einzuholen und zum Sieg über Aratta beizutragen.
In Sanskrit heisst er „íbha“. Dort hat der Elefant Airavana als Reittier des Indra (als Heerführer) eine besondere Bedeutung und soll beim Quirlen des Milchozeans entstanden sein. Ganesha führte die Scharen an und ist er Aufseher über Shivas Gefolge. Er setzt sowohl Hindernisse, beseitigt sie aber auch und scheint das sonnige Gemüt eines kleinen Schelms zu besitzen was ihn äußerst beliebt macht. Er tanzt, nascht, neckt und spielt anderen Streiche und schaffte es so in seiner liebenswerten Art auch in nachfolgende Religionen wie Jain und dem Buddhismus.
In Indien gelten Elefanten auch als die 8 Dikpalas, Himmelsstützen die die Welt tragen und die Heimat derLokapalas, der Weltenwächter sind. Diese Weltenwächter werden im Griechischem Anemoi genannt. Die Elefanten werden daher in Indien auch paarweise als Wächter vor einem Grab plaziert, was vielleicht auch wieder zur ürsprünglichen Funktion zurück führt. In der indischen Mythologie werden die 8 Weltengegenden mit:

  • Indra (Osten, पूर्व pūrva), dem Krieger
  • Agni (Südosten, आग्नेय āgneya) dem Feuer
  • Yama (Süden, दक्षिण dakṣiṇa) dem Tod
  • Surya (Südwesten, नैरृत nairṛta) die Sonne
  • Varuna (Westen, पश्चिम paścima) das Wasser
  • Vayu (Nordwesten, वायन vāyana) dem Weisen
  • Kubera (auch Vaishravana) (Norden, उत्तर uttara) dem Reichen
  • Ishana (Nordosten, ऐशान aiśāna) der Schönen

verbunden. Hinzu kommen Brahma für den Zenit und Vishnu für den Nadir (der dem Zenit gegenüberliegende Fußpunkt). Shiva ist wohl der Anfang aller Dinge und auch er hat einen eigenen Elefant namens Vahana, der ihm als Reittier dient.Ursprünglich trug ihn wohl das weisse Buckerind Nandi. Shiva,Vishnu und Brahma stellen den Weltenzyklus dar der mit der Zerstörung des Altem und etwas Neuem durch Shiva beginnt, durch Vishnu erstarkt und erhalten wird und durch Brahma vollendet wird. Nach der indischen Lehre erscheint Vishnu in 10 Formen, die 10 Abschnitte der Geschichte darstellen, wobei 9 bereits Vergangenheit sind.

  1. Matsya – Fisch, zieht in der großen Flut einen Kasten an Land
  2. Kurma – Schildkröte, trägt den Berg Mandara (Meru) beim Quirlen des Milchozeans auf seinem Panzer
  3. Varaha – Rieseneber, rettet die Erde in Gestalt der Göttin Bhudevi aus dem Urozean in dem er sie auf seinen Hauern aus dem Ozean wieder empor hob
  4. Narasimha – Mann mit Löwenkopf, tötet den Asura-Dämon Hiranyakashipu. Damit endet das Krita-Yuga.
  5. Vamana – ein Zwerg der zum Riesen heran wächst und die Welt mit drei Schritten zu seinem Reich macht. Vamana ist die erste menschliche Gestalt des Vishnu und markiert den Beginn des Treta-Yuga.
  6. Parashurama – der „Rama mit der Axt“, Vishnu in Menschengestalt als Rächer eines Brahmanenmordes weil die Kshatriya, Krieger, Fürsten und Könige übermütig geworden und die Kuh des Überflusses (Surabhi) in ihre Gewalt brachten, was gleichbedeutend mit einer hungernden Bevölkerung ist. Vishnu machte der Tyrannei der Kshatriya ein Ende indem er sie alle mit der Axt erschlug. Das ganze erinnert stark an die massiven Veränderungen im Orient infolge der Hethiter und Assyrer.
  7. Rama – ist der Held des Epos Ramayana aus der Sonnendynastie
  8. Krishna – „der Schwarze“, Verkünder der Bhagavad Gita, wohl mit Christus identisch
  9. Buddha – manchmal auch „Balarama“, der Bruder Krishnas (Anknüpfung Balamir/Valamir wird von Jordanes ein hunnischer König bezeichnet der 375 die Wolga überschritt und die Hunnen nach Europa führte)
  10. Kalki – eine zukünftige Inkarnation Vishnus als Reiter auf dem Pferd, der die Ordnung (Dharma) am Ende des Kali Yuga wieder herstellt. Damit beginnt ein neuer Erdenzyklus.

Vamana die vierte Inkarnation ist der Beginn des Treta Yuga und markiert die Ablöse der Alten Götter.
Diese werden durch den tugendhafte König Bali verkörpert, der die Herrschaft über die Welt inne hatte. Die Götter sahen in der Machtfülle Bali´s zu große Macht und sandten Vishnu in Gestalt eines Zwerges. Bescheiden bat Vamana um drei Schritte Land für seine Feuerstätte, was ihm gewährt wurde. Daraufhin wuchs der Zwerg Vamana zum Riesen heran. Doch nach zwei Schritten wusste er nicht mehr wohin er seinen Fuss setzen sollte und so bot ihm Bali seinen Kopf und ging in die Unterwelt. Seitdem regiert Bali die Unterwelt und kehrt einmal im Jahr zum Karnevall zurück um nach seinem Volk zu schauen, das sich dann ungestraft über seine Herrscher beschweren darf. Balis Untergang markiert die Ablösung der alten Ordnung die mit der Einwanderung von Assyrern (19 Jhd. v. Chr.), Hethitern (18 Jhd. v. Chr.), der Mykener (16 Jhd. v. Chr.) , da neue Reich von Ägypten (ca. 15. Jhd. v. Chr.) und Ariern  (ca. 14. Jhd. v. Chr.) in Indien begann. Grob gesagt kann man das auch mit dem Erscheinen des Streitwagens in Einklang bringen.
Bali dürfte eine indische Form von Vali sein, was ihn mit den Mythen um Odin verbindet. Und das ist nicht die einzige Verbindung.
Besonders erwähnenswert ist die Geschichte von Hiranyaksha und sein älterer Bruder Hiranyakashipu, diese waren ursprünglich Türwächter in Vishnus himmlischem Palast. Weil sie jedoch viele Bittsteller nicht vorließen, wurden sie verflucht. Hiranyaksha erhielt nach umfangreicher Buße von Brahma die Gabe der Unverwundbarkeit durch alle Wesen, deren Namen er nennen könne. Schon bald missbrauchte er die Gabe und terrorisierte Götter und Menschen. Schliesslich entführte er die Erde (Erdgöttin Bhudevi) samt Veden in die Tiefen des Ozeans. Allerdings hatte er bei der Aufzählung den Eber vergessen, sodaß Vishnu als riesiger Eber namens Varaha erschien, der Hiranyaksha tötete und die Erde (samt Veden) auf seinen Hauern wieder aus den Ozean hob.
Sein Bruder Hiranyakashipu wollte sich nun rächen und fragte seinen Sohn, ob Vishnu in einer bestimmten Säule versteckt wäre und Hiranyakashipu Sohn Prahlada, ein treuer Anhänger Vishnus antwortete, dass dem so sei. Hiranyakashipu zerschmetterte die Säule und Narasimha (halb Mensch und halb Löwe ist) kam daraus hervor. Narasimha tötete Hiranyakashipu, denn er war weder Mensch noch Tier noch ein Gott (sondern ein Avatar Vishnus). Und er tat dies während des Dämmerung (weder bei Tag noch bei Nacht), wobei er ihn auf sein Knie platzierte (weder auf Erden, noch im Himmel) und auf der Schwelle des Eingangs zum Hof (weder drinnen, noch draußen) und seine Krallennägel als Waffen benutzte (weder belebt noch leblos). Vermutlich ist das die Vorgeschichte zum hurritisch-hethitischem Ullikummi der diese Säule verkörpert. Schließlich besiegte Ullikummi der gegen alle Verführung und Angriffe gefeit war, den Kumarbi und wurde selbst zum König der Götter. Mit Hilfe einer Sichel gelang es Teššup (Sohn des Kumarbi) Ullikummi zu stürzen. Danach machte er sich zum König der Götter. Zusammen mit seinem Sohn Šarruma besiegte Teššup die Schlange Illujanka und wird quasi zum Vorbild aller künftigen Drachentöter. Teššups Gemahlin ist die Sonnengöttin Hepat. Hepat, ihr Sohn Šarruma und dessen Schwester Šauška wurden besonders in  Komana verehert, die Hauptstadt von Kizzuwatna. Vermutlich ging von hier aus auch die Rebellion und der Zusammenbruch des Hethiterreiches aus, was Parashurama etwa ins 12. Jhd. v. Chr. datieren würde.

Interessant ist auch das der Römer Caesar einen Elefanten im Wappen trug und dieses Legionsabzeichen zierte auch seine Legion.
Im Hebräischem heisst er ƕeʙ“, sinngemäß „Tier mit Spitzen“, im Aramäischem heisst er „eƀer“ und wird in der Bibel als Sohn Japhet beschrieben. Im Frühgriechischem heisst der Elefant dagegen ἐλέφας elephas. Ganz offensichtlich kam es hier zu einer Übertragung des Wortes.

Von den Griechen wird in Homers Odyssee  erzählt das Odysseus während seiner Irrfahrt an die Küste einer Insel kam auf der Kirke lebte, die Homer als theá, also als Göttin, bezeichnet. Sie lebt mit einigen Dienerinnen auf der mit Eichen und anderen Bäumen bewachsenen Insel Aiaia (übers.: „Klagen“). In einer Waldlichtung bewohnt Kirke eine Villa, wo sie an einem von Göttern geschaffenen Webstuhl sitzt. Besucher der Insel verwandelt sie in Tiere, so dass dort in einem Gehege um Kirkes Häuser unter anderem zahme Löwen und Wölfe leben. Odysseus Gefährten werden eingeladen und von Kirke zu Schweine verwandelt, nur einer entkommt dem Schicksal und warnt Odysseus, der daraufhin von Hermes ein Kraut bekommt, das ihn vor den Zauber der Kirke schützt.
Auch Herakles oder Herkules (übrigens römisch auch Claviger) hat einen Job mit Ebern zu erledigen. Seine vierte Aufgabe ist es den  erymanthische Eber (griech. ἐρυμάνθιος κάπρος erymanthios kapros) zu fangen. Der Kalydonische ist wie der Erymanthische Eber ein Abkömmling der gewaltigen Sau Phaia. Dieser wurde von Artemis erzürnt geschickt, um die umliegenden Felder der Stadt Kalydon zu verwüsten, da Oineus, der dortige König vergessen hatte, Artemis in seine Opfergaben einzuschließen. Er war von weißer Farbe, hatte Borsten wie Spieße, Zähne wie ein Elefant und war so groß wie ein Ochse. Der erymanthische Eber ist nach dem Berg Erymanthos in Arkadien benannt. Er verwüstete die Gegend um den Berg Erymanthos. Um seinem Wüten Einhalt zu gebieten, wurde Herakles mit der Aufgabe betraut ihn lebendig zu fangen und nach Mykene zu bringen. Dazu trieb ihn der Held aus dem Dickicht des Waldes, in dem der Eber hauste, heraus und tief in ein Schneefeld hinein. Der Eber ermüdete rasch und Herakles hatte somit eine weitere Aufgabe erfüllt.
Ein beliebtes Bildmotiv in der griechischen Kunst ist der Moment, in dem Herakles den lebendigen Eber zu seinem Dienstherrn Eurystheus bringt, der sich ängstlich in einem großen Fass versteckt.
Die Wildsau Phaia oder auch die Krommyonische Sau soll nach der Bibliotheke des Apollodor von Typhon und Echidna ab. Wie schon die Eber tyrannisiert sie das Dorf Krommyon in der Nähe von Korinth. Diese Sau zu töten, war eine der Aufgaben des Theseus.
Theseus war der ionische (speziell athenische) Hauptheld, entspricht im wesendlichen dem dorischem Held Herakles. Er war insbesondere Repräsentant des volkstümlichen Königtums. Ihm wurde in Athen ein prachtvoller Tempel errichtet.
In einigen Elementen der Sage glaubt eine Reihe von Historikern zudem eine vage Erinnerung an historische Vorgänge erkennen zu können: Dass Athen von Kreta abhängig gewesen sei, dem Minotaurus Menschenopfer habe darbringen müssen und sich dann dank Theseus von der kretischen Vorherrschaft habe befreien können, könnte eventuell auf die Ablösung der minoischen Dominanz im Agäisraum (um 1500 v. Chr.) durch die mykenischen Griechen hinweisen. Theseus wird mit drei Kuppelgräbern aus dem 1300-1500 v. Chr. in der Region Troizen auf der Ostseite der Peloponnes in Verbindung gebracht. Bei Methana liegt ein mykenisches Heiligtum aus der gleichen Zeit. Allerdings soll Theseus in Troizen nur geboren sein. Gestorben ist er laut Sage in Skyros wo ihn Lykomedes angeblich vom Felsen stieß. Die antike Stadt Troizen (neugr. Trizína) stand im Verbund mit Galatas, Poros und Methana. Hauptort war Poros. Die Region nennt sich Argolis, was man auch den Daumen der peloponnesischen Hand bezeichnet. Zu Homers Zeiten war die Argolis für Pferdezucht berühmt. In der Argolis liegen die mitunter ältesten Siedlungen auf dem Festland des antiken Griechenlands. In der späten Bronzezeit entstanden in Mykene, Midea und Tiryns große Residenzen und Festungsanlagen.
In der Nekropole von Dendra (nahe bei Midea) wurde ein wichtiges Kuppelgrab aus dem 14. Jhd. v. Chr. gefunden, das höchst wahrscheinlich den mykenischen Herren von Midea gehörte. Zwei Menhire wurden als Wächter des Grabes aufgestellt. Das Grab selbst entpuppte sich als Kenotaph, als Scheingrab, war jedoch reich mit mykenischen Gaben ausgestattet, u.a. auch Pferdeopfer und eine Rüstung. Die Dendra-Rüstung ist aus Bronze und besteht aus einem Brustpanzer, einem Rückenpanzer, sechs Panzerringen, mehrteiligen Schulterpanzern, einem Halsschutz und einem Helm. Der Helm ist ein aus Leder gefertigter mit polierten Eberzähnen belegter früher Lamellenhelm. Auf der Oberseite ist eine Befestigung angebracht, die wahrscheinlich für einen Federbusch gedacht war. An den Seiten sind Wangenklappen aus Bronze. Die Rüstung selbst war schwer und machte den Träger recht unbeweglich. Man nimmt an das er ein Speerwerfer auf einem Streitwagen war. Der Grabhügel entspricht der Tradition von Megalithgräbern wen das interessiert, der kann sich hier umschauen. Theseus und Herakles haben zahlreiche Kopien ua.bei den Phöniziern wo der Held Melkart aus Tyros die Sternzeichen bekämpft und so zum Tyrischer Herakles mutiert. Er wird als Ba‘l Ṣūr (Herr von Tyros) aber auch als Herakles Astrochiton (Herakles mit dem Sternenkleid) bezeichnet. Ein berühmtes Heiligtum des Melkart bestand in Cádiz, einer Gründung der Phönizier, (auf der Isla de Sancti Petri) und auch in Kition auf Zypern befand sich ein Melkart-Heiligtum. Später galt er als Gott der Sonne, in welchem die wohltätige und die verderbliche Macht des Himmels (Ba’al und Moloch) vereinigt erscheinen, der die feindseligen Zeichen des Tierkreises überwindet und das Gestirn von der Sommerglut und der Winterkälte immer wieder zur wohltuenden Wirkung zurückführt. Auf seinem Altar brannte ein ewiges Feuer. Herodot berichtet von semitischen Heiligtümern die aus säulenartigen Kultsteinen (Bätylen) bestehen die mit Butter, Öl oder Honig gesalbt wurden. Ein Steinkult existierte auch bei den Nabatäer. Dushara ihr Hauptgott („Herr von Schara“ der mit Dionysus gleichgesetzt wird) soll aus einem Stein namens Chaabu (Χααβοῦ) geboren worden sein, ein schwarzer Block der auf einen Sockel stand. Der Name wird später zum arabischen kaʿba „Würfel“. Die Geschichte entspricht dem hurritsch-hetitischem Mythos, wo Ullikummi ein riesenhafter Steindämon und ein Feind der Götter ist, der auf der Schulter des Weltenriesen Ubelluri wächst und die Macht übernimmt.
Auf diese Weise erfahren wir auch wie der erste Tempel von Jerusalem wirklich ausgesehen hat.  Danach war der Tempel nach dem Modell syrischer Tempelanlagen der Spätbronzezeit ein gegliederter Langhaustempel; auch die Verbindung mit dem König Hiram von Tyrus (Bibel, 1.Kön 5,15ff.) bestätigt den „Import“ der Architektur. Im Vorraum standen zwei eherne Säulen, Jachin und Boas genannt. Im inneren Hof standen der Altar, das eiserne Meer (ein großes Wasserbecken) und die für Reinigungen notwendigen Kesselwagen. Der Tempel von Tell Ain Dara dürfte dem Jerusalemer Tempel nahe kommen und belegt damit einen Import von Wissen direkt aus dem zusammengebrochenem Hethitischen Reich.

Bei den Germanen können Helme mit Eberfiguren literarisch wie archäologisch nachgewiesen werden. Berühmt sind der Helm von Benty Grange (südlich Monyash) und die Darstellungen auf den Preßblechen, die man im schwedischen Torslunda und auf dem Helm von Sutton Hoe fand. Daneben zeigen sie auch Krieger mit gehörnten Helmen. Wahrscheinlich gehörten solche Helme Anführern der Angelsachsen und dienten überwiegend rituellen Zwecken.

Ebenso ist ein Eber aber auch ein Eberhelmträger auf dem Kessel von Gundestrup zu sehen, neben drei weiteren Reitern, die ebenfalls besondere Helme trugen. Die seltenen Eberhelme sind angelsächsische Spangenhelme. Die auf Pressblechplatten aufgebrachten Eberhelme entstammen der Vendelzeit, die vor allen Dingen von den Sagen der Ynglingas beherrscht wird. Demzufolge könnte es sich um angelische Mitglieder dieser Dynastie handeln die unter den Eroberern von England waren.

Kelten wie auch Römer kannten darüber hinaus den Eber als Standartenaufsatz. Dem entsprechend ist schon die Darstellung auf dem Triumphbogen von Orange zu werten, vor allem aber der Fund eines ausgezeichnet erhaltenen Stücks in der Nähe von Soulac-sur-Mer.
Auch die Kriegstrompete der Gallier, der sogenannte carnyx, die u.a. auch auf dem Kessel von Gundestrup dargestellt ist, diente gleichzeitig als Feldzeichen und lief in einem stilisierten Eberkopf aus. Es gab aber auch andere Tierköpfe die diese Kriegstrompeten zierten.

Der interessanteste Part des Ebers wurde im uralten Tempel C des Nabelberg gefunden. Offenbar durchschritt man ein rund 5 Meter hohes Tor das von zwei Ebern flankiert wurde, bevor man in den Kultbau gelangte. Die Eber markieren den Beginn von „einen Weg des Kriegers“ der ins Heiligtum führte.

Eber, Schlangen bzw. Drachen, Stiere, Löwen aber auch Wölfe, Bären und Hirsche sind in fast allen Ecken Europas überaus präsent, während im Orient auch Ziegen und Widder einen wichtigen Part einnehmen.

Der Akzent des Ebers war wohl überwiegend mit Krieg und Verteidigung, aber auch Angriff und Mut sowie Überfluss assoziiert.  So wurde Freyr vom Eber Gulliborsti begleitet.Und in Wallhall wurden die Krieger mit dem Fleisch des Ebers Sæhrimnir verwöhnt, während sie sich auf die große Schlacht vorbereiteten.

Das Fleisch des Ebers wurde im Kessel Eldhrimnir von dem Koch Andhrimnir zubereitet, doch der Eber Sæhrimnir starb nicht, denn prompt wuchsen ihm neue Schinken. Dazu gab es für die Einherier reichlich Met und Milch aus dem Eutern der Ziege Heiðrun.
Vermutlich gehörte das Schwein zu einem der Festgelage die in der Halle des Fürst von Leubingen aber auch bei Wikingern und Angelsachsen gereicht wurden. Und danach zogen sie in den Krieg.

Ebenso gab es die Vorstellung das der Eber dem Gott Lug (der von Lugal, übersetzt Herr) und den Druiden besonders heilig war, weil seine Weisheit sich darin äußerte, daß er die verborgenen Eicheln des heiligen Baumes, der Eiche fand. Die Eichelmast von Schweinen war im Mittelalter durchaus üblich. Wie alle heidnischen Symboltiere fiel auch der Eber nach der Christianisierung einer Umwertung zum Opfer. Das hatte ohne Zweifel damit zu tun, daß das Schwein schon aus jüdischer Sicht als unrein galt und die Hauptfeinde Israels – die Philister – nicht nur unbeschnitten waren, sondern auch noch bevorzugt Schweinefleisch verzehrten.

Ganz verdrängen ließ sich das Symboltier aber nicht und behielt in der adligen Heraldik des Mittelalters einen bevorzugten Rang. Bis ins Mittelalter galt der Eber als Symbol der Kampfwut. Der Eber oder der Eberkopf (auch direkt über den Helm gezogen) traten verhältnismäßig häufig als Wappenfiguren auf. Interessant ist, daß Arthur III., Herzog der Bretagne, einen Eber als persönliches Emblem führte ebenso wie Richard III. von England. Dieser benutzte den Eber später als Schildhalter des königlichen Wappens.

Der ursprüngliche Bedeutungszusammenhang der Wappen ging mit der Zeit immer weiter verloren. Das änderte sich erst mit der „Keltomanie“ des 19. Jahrhunderts, die in Frankreich zur Wiederentdeckung des Ebers als Symboltier führte. Historisierende Darstellungen der gallischen Antike zeigten seitdem regelmäßig Schmuckstücke oder Standarten mit dem Eber.

Quellen: Beck, Heinrich: Das Ebersignum im Germanischen. Ein Beitrag zur germanischen Tiersymbolik, Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker, Bd 16, Berlin 1965; Höfler, Otto: Zur Herkunft der Heraldik [1962], in ders.: Kleine Schriften, Hamburg 1992, S. 83-154; Kervella, Divi: Emblèmes & symboles des Bretons et des Celtes, Spézet 1998; Marillier, Bernard: Le sanglier héraldique, Bonchamp-lès-Laval 2003; Pastoureau, Michel: Le cochon. Histoire d’ un cousin mal aimé, Paris 2009; Scheibelreiter, Georg: Tiernamen und Wappenwesen, Veröffentlichungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, Bd XXIV, Wien ²1992.

Frey und Freya
Vermutlich ist *Vray , Vriy bzw. die Weibliche Form *Vraya, Vriya die ursprüngliche Form. Germanen hatten offenbar Probleme den Namen mit lateinischen Buchstaben zu schreiben. Die Form Vriya würde ein Unwissender ggf. als Uria interpretieren. So würde ein romanisierter Germane den Namen schreiben, denn U und V waren im Latein ein Buchstabe. Daher gingen sie wohl dazu über das F zu nutzen. So wurde daraus Frija oder Frigg oder Freija.
Freya wurde insbesondere von den Wikingern verehrt, denn sie war nicht nur die Göttin der Liebe, sondern auch der Freiheit. Sie entstand ursprünglich wie Ianna, der Göttin der Berge aus einer uralten Mythologie und war sowohl die Schutzheilige der Vanen als auch der Asen. Ihr orientalischer Name Ana wurde wohl mit V ergänzt zu *Vanada, Vanadís. Ihr Attribut ist im Orient ein Löwe aus dem infolge des zunehmenden Patriachat eine niedliche Katze wurde. Sie hat ins Erdengeschlecht des Odin einheiratete, ist Odins Schwiegertochter und wurde so zur Herrin der Erde. Sie lebt beim Erdenvolk, hat aber ihre Wildheit nie verloren. Freya war eine wilde Himmelsgöttin, die sich in die Luft erheben kann, daher hat sie ein Falkengewand. Frey und Freya sind so ausgesprochend anziehend, das Odin eifersüchtig über Freya wacht. Deswegen hat er ihr Falkengewand versteckt, daher muss Freya auf der Erde bleiben. Ihr Bruder Frey wacht über das Wasser der Berge, er ist sozusagen der Herr aller Flüsse und Bäche und er ist der Wächter aller heiliger Orte. Ihr Vater ist Tivat/Tiu/Tyr, der Big Boss des wilden Himmelsclans, Hüter der Rechtes und des Herdfeuers sowie des Mondes und des Verstandes. Zudem ist er der Herr über die gesamte Wildnis, der Berge und Wälder. Wer seine Welt betreten will, muss ihm Ehre erweisen oder kommt darin um. Sowohl Frey als auch Freya sind wehrhafte Götter die das Schwert und den Bogen zu nutzen wissen. Frey wurde von den Wikingern auch angerufen um ihre Schiffe anzutreiben. Zudem verfügen sie über das geheime Wissen der Wildnis. Ursprünglich gehörten auch dienende Eulen und ein mächtiger Eber und  zu ihrem Gefolge. Die Eulen verbreiten ihre Weisheit und dienen als Boten. Mit ihnen hält sie Verbindung zu ihrem Bruder. Während der Vendel-Wikinger-Zeit kommt es zur Verknüpfung von Ingvar-Frey, wobei Ingvar offensichtlich ein König der sagenhaften Ynglinga-Dynastie war, die in Schweden und Dänemark herrschte. Dieser dürfte mit Indra ziemlich identisch sein. Auch Indra ist ein Himmelsgott Shiva ablöst.

Der Löwe und der Adler

Der Löwenmensch

Die berühmteste Figur des frühzeitlichen Nordeuropas stellt der sogenannte Löwenmensch dar. Es ist nicht klar ob es sich hier um einen Mann oder eine Frau handelt. Fakt ist jedoch das es rund 12.000 Jahre alt ist und Löwen im Neolithischen Europa bestenfalls noch in den Karpathen existierten, wobei es sich dabei um eingewanderte Löwen aus Anatolien handelt. Der europäische Höhlenlöwe war längst ausgestorben.

Interessant ist die Nennung eines Löwenmannes im Eluma Elisch:

Sie rief die Schlange, den Drachen, und den geflügelten Bullen,
Den großen Löwen, den wütenden Hund und den Skorpion-Mann.
Mächtige tollwütigen Dämonen, gefiederte Schlangen, den Pferde-Mann…

Löwen sind uralte Herrschaftssymbole, die bereits in der Akkad-Zeit in Mesopotamien auftreten. Löwenkulte existieren in nahezu allen Hochkulturen, wobei dem Löwen der Leopard (auch als Panther oder mittelalterlich Parder bezeichnet) gegenüber gestellt ist.

Der Bär

Für die Völker des Nordens, insbesondere die Rentierhirten sind sie kluge, mächtige Nachbarn. Die kalte Jahreszeit mit Schneestürmen, Schneeverwehungen und rasiermesserscharfen Firnkrusten ist die Zeit, in der die Rentierhirten ihre Stiefel mit neuen Sohlen aus Bärenfell versehen und Geschichten über Bären erzählen. Eine Legende berichtet von Torgani, einem mächtigen Jäger, der vor langer Zeit lebte. Eines Tages tötete Torgani seinen Zwillingsbruder Nakat, einen Bären.

Natuk

Nakat der Bär und der Tanz um den Bären bei den Evenen

Als das Tier im Sterben lag, bat es:

„Erfülle meinen Wunsch, Torgani, und bette mich respektvoll zur Ruhe. Dann veranstalte ein Urkachak (Ursa-Sak), ein Fest für alle Menschen, damit sie teilhaben an meinem Fleisch. Dann wird es um dein Volk herum stets viele Bären geben.“

 

Bartgeier Gypaetus barbatus (Foto von Richard Bartz)

Bartgeier Gypaetus barbatus (Foto von Richard Bartz)

Der Geier

Es gab offenbar einen besondere Beziehung zu einem Geier, speziell einem Bartgeier. Er ist neben dem Kondor einer der hüpschesten Geier überhaupt und lebte einst auch in den Alpen ab ca. 1500m Höhe. Daneben lebt er grundsätzlich in allen Eurasischen Hochgebirgen, teilweise bis zu 7800 m hoch.

Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,90 Metern zählt er zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt.
Der Bartgeier treibt manchmal Tiere über die Klippen, ist jedoch auf Aas, insbesondere Knochenmark spezialisiert und war wohl auch für die Himmelsbestattung ein wichtiger Partner der die Seelen in den Himmel trug. Er trägt nebenbei den Namen Lämmergeier oder Knochenbrecher und ganz nebenbei auch die Bezeichnung Greifadler, was ihn doch ganz massiv in die Nähe des mythischen Vogel Greif bringt.
Daneben ist er ein geschickter Flieger der in der Luft und aus der Ferne recht leicht mit einem Falken zu verwechseln ist.  Wiederansiedlungsprojekte gibt es in den Alpen, er ist aber hier der seltenster Raubvogel.

Göttin auf dem Löwenthron, Figur aus Çatalhöyük (7400-6200 BC)

Göttin auf dem Löwenthron, Figur aus Çatalhöyük, 7400-6200 BC

Venus der Lengyel-Kultur

Venus der Lengyel-Kultur, ca. 5500 BC

Venus von Mehrgarh, Pakistan, ca. 3000 BC

Venus von Samarra, Iran, ca. 6000 BC

Die Mythologie der Farmer: Der Venuskult

Der Großteil der gefundenen Figuren stellten weibliche Körper dar. So nahm man lange an das dies auf eine ursprünglich matriachale Gesellschaft hinweist. Man bezeichnete diese Figuren als Venus-Figuren. Inzwischen findet man aber auch mehr und mehr männliche Figuren.

Hyjnesha in Fron

Die „Hyjnesha in Fron“ („Göttin auf dem Thron“) genannte Tonfigur, Vinca-Kultur, ca. 5000 BC

Einblicke in die Mythologie der südeuropäischen Farmer gibt uns die der Theiß (Tisza) nahegelegene Vinca-Kultur, die eine Frauenfigur genannt „Hyjnesha in Fron“ darstellt, die derzeit als Vogelgöttin interpretiert wird. Interessant ist, das diese Venusfiguren praktisch überall seit mehr als 20.000 Jahren gefunden wurden, unzwar von Mehrgarh in Pakistan bis nach Malta. Damit zeigt sich das wohl der gesamte Orient, Europa und Indien diesen Kult kannte und praktizierte. Womöglich war es der erste Kult überhaupt.

Diese wurde 1999 im Museum von Kosorov gestohlen und in Hessen bei Kosoro-Albanern sichergestellt. 2013 übergab Deutschland die aufgefundenen Artefakte wieder an das Museum in Kosorov zurück.(Anbei die Aufforderung Funde an die Museen zu übergeben bzw. die Fundorte zu sichern und an Fachleuten zu übergeben. Es ist ein Erbe der Menschheit, das uns allen gehört. Es gibt ausreichend schöne Repliken im Handel die man problemlos erwerben kann.)

Etwa 3.000 Jahre älter ist die Göttin auf den Löwenthron aus Çatalhöyük.

Eine kleine Auswahl von Venus-Figuren

Eine kleine Auswahl von Venus-Figuren

Die zwei Schwestern

Uralte Schöpfungsmythen Eingeborener Völker erzählen uns von zwei Schwestern, die einst die Menschheit gebaren.
Sie werden teilweise an Mondsymbolik und damit an den weiblichen Zyklos geknüpft. Vermutlich gab es jeweils eine Sonnen- und eine Mondgöttin. Die eine rund und üppig, die andere schmal.

Fundorte von Frauendarstellungen  im steinzeitlichen Europa (unvollständig)
Fundorte von steinzeitlichen Frauenstatuetten und -gravierungen in Europa: 1. Willendorf (Österreich), 2. Laussel (Dordogne), 3. Gönnersdorf (bei Neuwied), 4. Dolni-Vestonice (bei Brunn), 5. Kostienki (Ukraine), 6. Grimaldi (bei Ventimiglia), 7. Brassempouy (Landes), 8. Lespugue (Haute-Garonne).

Beispiele weiblicher Doppelfiguren fanden sich z.B. in Catal Höyük, Anatolien um 6.500 BC und auch in Europa. Es scheint als habe sich die uralte Venusgöttin mit der Zeit verdoppelt, während sich ihr Reich halbiert hat.

Die mesopotamischen EREŠ.KI.GAL wird als „Herrin der Erde“ beschrieben, dargestellt als Schlange. INANNA ursprünglich NIN-AN-AK ist dagegen „Herrin des Himmels“, dargestellt als Falke.

Sie bilden solch ein Zwillingspaar, dem die ägyptische NECHBET (Geier,Falke/Eule) und WADJET (Schlange) entspricht. Griechisch heissen sie u.a. EILEITHYIA (Schlange) und HEBE (Geier/Falke/Eule).

Ihre Schwester EREŠ.KI.GAL finden wir als Wadjet in Ägypten. Als Uraeus-Schlange ziert sie den Kopf der Pharaonen und wacht somit über den Herrn der Erde (den Pharao), der die Rolle als Beschützer der Welt einnahm. Als Midgard-Schlange umschliesst sie Midgard, die irdische Welt, ganz so wie Tiamat.

Ouroboros (mit den Augen Verzehrende), Nesret (Die Feurige)
griechisch Ouroboros (mit den Augen Verzehrende), oder auch ägyptisch Nesret (Die Feurige)

In der antiken Vorstellung konnte sie mit den Augen töten, sie war sinnbildlich das Feuer speiende rechte Auge des Re.
Schlangenkulte sind weltweit belegt und auch in den Verzierungen von Wikingern und des Baltikum sind Schlangen und ihre Weiterentwicklung, der Drache belegt. Ursprünglich wurde in Nordeuropa die Ringelnatter ebenso wie die Eule als Mäusevertilger verehrt. Die gleiche Ehrung wurde auch den Katzen zuteil.

Erst im Laufe der Jahrhunderte wurde aus dem einst positivem Schlangenbild ein negatives Bild und aus der Herrin der Erde wurde die Herrin der Unterwelt, die schließlich zur Schlange im Paradies wird.

Die Schlange gehört zu den Erdtieren und ist daher an die Sonne gebunden, der Falke gehört zu den Himmelstieren und wird daher mit den Mond verbunden. In der mesopotamischen und später auch in der ägyptischen Mythologie wird Ianna mit einem Stern (Sirius) dargestellt. Ihr zur Seite werden zwei Eulen gestellt.

Der Falke/Adler und die Schlange

Ein kleines Siegel gefunden in Göbekli Tepe zeigt eine Schlange, das Symbol eines Vogels und einen Weltenbaum
Ein kleines Siegel gefunden in Göbekli Tepe zeigt eine Schlange, das Symbol eines Vogels und einen Weltenbaum

Nach einem ägyptischen Mythos war Wadjet (übersetzt Grün) jene, die die Fruchtbarkeit in die Erde brachte. Der Falke dagegen bringt den Regen, den Morgentau und damit das Wasser. Der Falke/Geier symbolisiert somit den Morgen im Osten (Gelb) und wird zur Herrin des Himmels und des Lichts, während die Schlange den Abend im Westen (Grün) verkörpert und zur Herrin der Erde und der Dunkelheit wurde. Die Schlangengöttin Wadjet war dementsprechen die Herrin von Unterägypten und das rechte Sonnenauge (Duat, Unterwelt) des Re und Nechbet die Herrin Oberägyptens mit dem linken Mondauge (Udjat, Uduat, Oberwelt) des Horus, der damit ihr Vater war.

Vermutlich heilte Thot (altägyptisch wohl Dehuti) den Horus, indem er sein (Mond-)Auge wiederfand und es Horus zurück brachte. In der Udjat-Texgattung riss Seth Horus das linke Auge aus, als sich beide Rivalen im Kampf um den Thron von Osiris befanden. Thot, der weise Mondgott, Schutzpatron der Wissenschaften und der Schreibkunst, heilte das Auge des Horus. Somit diente das Horusauge auch als Amulet für Heilung, während Thot zum Beschützer des Mondauges wird.

In den ältesten Texten wird die Mondsichel mit einem Messer assoziiert und damit mit einer Waffe. Eine andere sehr alte Legende nimmt Bezug auf Thots Ursprung. Sie ließ ihn aus dem Haupt des Seth hervor kommen. Seth hatte ohne sein Wissen den Samen von Horus verschluckt, aus dem Thot dann entstand. Dies erinnert an die Hethitische Variante durch die Teššup entstand. Nach dem Mythos Königtum im Himmel ist Teššup der Sohn des Kumarbi und Enkel des An. Er wurde von Kumarbi geboren, nachdem dieser die Genitalien seines Vaters abgebissen und verschluckt hatte und setzt, nach dem Sieg über den Steindämon Ullikummi mit Hilfe einer Sichel, seinen Vater ab. Teššup heisst im Luwischen Tiwaz und stimmt damit mit dem german. Tyr überein. Teššup fährt in einem vierrädrigen Wagen über den Himmel, den die Stiere Šeri und Hurri (Tilla/Hurwi) ziehen.

Ähnlich ist auch der Komplex von Tefnut (Mondauge) und Sopdet (Sonnenauge) zu sehen, wobei Sopdet in Unterägypten der Nechbet entspricht und Tefnut in Oberägypten der Wadjet entspricht. Es ist also eine Verdoppelung der Götter durch die Vereinigung zweier Pantheons entstanden. Die durchaus vielfältige Funktion einer Himmels- oder Erdgöttin muss wesendlich komplexer betrachtet werden und nicht auf irgendwelche Regengötter oder Fruchtbarkeitsgötter reduziert werden.

In unserer heutigen Sicht versuchen wir ständig Triaden zu bilden. Tatsächlich ist die Triade aber nur eine spätere Transformation der Religion. Nachdem der Umbau der Religion began und damit auch der Mann seine göttliche Rolle bekam, waren wohl alle religiösen Formen in Paaren angeordnet. Zwei Muttergöttinnen zweier Welten gebaren die erste Generation, der wiederum die zweite und dritte Generation folgte.

Eosphoros (modern Hesperos, Planet Venus im Sonnenuntergang) und Phosphoros (Planet Venus im Sonnenaufgang, *Bos-borus) sind quasi die Kinder und damit die Erben dieser zwei Schwestern.

In Unkenntnis der Tatsache, dass der Morgenstern und der Abendstern zeitlich unterschiedliche Erscheinungen desselben Himmelskörpers (Planet Venus) sind, unterschied man mythologisch Morgen- und Abendstern. Selbst als man wusste, dass Abend- und Morgenstern derselbe Himmelskörper ist, hielt man an der mythologischen Trennung fest.

So wurde Hesperos (Heosphoros, Lichtnehmer) als Kind vor der Mondsichel plaziert, wärend Phosphoros oder auch Luzifer (Lichtbringer, gefallener Engel‚ hebr. Helel, Sohn des Morgengrauens) als Kind vor der Sonne plaziert wurde.

In den späteren Mythen wird die Herrin des Himmels Ianna als Tochter des Mondgottes Nanna/Sin und Schwester des Sonnengottes Utu dargestellt. In Ägypten wird dagegen Wadjet als Tochter des Re und damit der Sonne dargestellt.
Ähnliches dürfte für Freya und Frei gelten, was Njörd zum Mondgott machen würde. Dessen Gegenteil dürfte eine Erdgöttin wie Nerthus sein, die dementsprechend als Tochter der Sonne gelten muss.

Im Grunde genommen wurde damit der uralte eiszeitliche Kult der beiden Schwestern in die neue indogermanische Religion integriert. Die heilige Hochzeit zwischen einem Sterblichen und einer Göttin ist dementsprechend auch die Heirat zwischen einem Herrscher und der jeweiligen Stadtgöttin.

Indem also der König die Heirat mit einer solch mächtigen Göttin (Ianna) zelebrierte, wurde aus dem einfachen Menschen selbst ein Gott. Für ihn eine zweite Geburt.

Im Glauben der Ägypter wurde dieses göttliche Blut durch die Frauen vererbt, die über die Geburt eine sichtbare Verbindung zum Kind haben. Um dieses göttliche Blut zu bewahren, musste der König quasi seine eigene Schwester heiraten. Natürlich war das auf die Dauer nicht realisierbar und führte zu degenerativen Erbkrankheiten, sodaß diese Heirat innerhalb der Familie nur noch rituellen Charakter trug, während der König zahlreiche Nebenfrauen schwängerte.

Friedrich Nietsche prägte dazu den Satz: „Allem Zukünftigen beißt das Vergangene in den Schwanz“

Treffender kann man es kaum formulieren.

Der Haustier-Kult:
Für Farmer waren Haustiere nicht nur ein völlig neues Gut das ihr Überleben sicherte, sondern sie wurden auch entsprechend verehrt. Wohl in Erinnerung er alten Tierkulte entstand eine Art Haustierkult, der sich jeweils an das in Mode gekommene Haustier orientiert. Das variiert in Zeit und Ort.

Das Schaf wurde zwischen 11.000 und 9.000 BC im östlichem Iran domestiziert.

Der Widderkult hat seine Quelle jedoch im Südwesten der Levante und begleitete wohl insbesondere die Semiten. Folglich war er durch den Kontakt mit Nordafrika auch schnell im alten Ägypten und Arabien verbreitet. Seinen Aufstieg erlebte der Widderkult jedoch erst in der Eisenzeit. Grund hierfür ist der Wechsel des Frühlingsäquinoktium ins Sternzeichen Widder. Ein plastisches Bild ist das Lamm Abraham anstatt seines Sohnes dem Gott Jahwe opfert. Ab diesem Zeitpunkt findet man den Widderkult auch bei den Griechen wo er wohl insbesondere mit den Phöniziern auftauchte. Beleg dafür ist der Mythos vom goldenen Vlies und zahlreiche Helme die angedeutete Widderhörner hatten.

Das Rind folgte um etwa 10.000 bis 9000 BC und stammt vermutlich aus der in der Hindukush-Region (z.B. um Mehrgarh) und dürfte sich mit der Zarzian-Kultur über den Zagros und Taurus nach Westen ausgebreitet haben. Der Stierkult der erstmals in El Khiam am Toten Meer bekundet ist, war besonders in Indien, Pakistan, dem nördl. Zagros, Anatolien und Griechenland verbreitet. Wohl auch in Ägypten wo der Apisstier besondere Zuneigung erfuhr. Er wurde insbesondere ab der Akkad-Zeit mit dem Sternzeichen Stier verbunden. Grund hierfür war das Frühlingsäquinoktium das ab ca. 2300 BC im Sternbild Stier stand.
Somit stand es in der ausgehenden Bronze und frühen Eisenzeit in Konkurrenz zum Widderkult. Ein exaktes mythologisches Bild finden wir nicht nur im Gilgamesh-Epos wo der Himmelsstier Humbawa getötet wird, sondern auch im Mithraskult.

Das Schwein folgte um 9000 BC. Vermutlich stammt es aus den dichten Wäldern des fernen Ostens und wurde dann mit den größeren Wildschweinen im Norden auf mehr Gewicht gezüchtet.

Die Ziege folgte ebenfalls um 8000 BC und stammt vermutlich aus dem südlichen Zagros bzw. SüdIran. Besondere Wertschätzung wurde ihr in Elam entgegen gebracht. Die ältesten Spuren eines „Ziegenkultes“ stammen vom Hammunsee wo sie mit der Urform der Inanna verknüpft sind.

Kurz darauf wurde das Huhn im Süden Indiens oder Ostasiens domestiziert und wurde zur Grundlage der Ausbreitung über die Südseeinseln. Auch die Europäer des Mittelalters schätzten das Huhn. Der Hahnenkampf war wohl das Rittertournier des kleinen Mannes. Auf vielen Wappen sieht man den Kampfhahn mit einem riesigen Sporn, was wohl die Wehrhaftigkeit demonstrieren soll. Er dürfte vorwiegend die Wappen des Landadels geziert haben.

Die bronzezeitliche indogermanische Mythologie der Giganten

Auf der Suche nach der „Unterwelt“

Warscheinlich denken sie wie alle, das die Unterwelt kein realer Ort ist. Nunja warum eigentlich nicht? Den Garten Eden vermutet man ja auch als realen Ort? Ganz offensichtlich scheinen alle Erdgötter irgendwann zu Unterweltgöttern zu werden, insbesondere dann wenn man sie loswerden will. Das lässt vermuten das die Unterwelt ursprünglich garkeine Welt  unter der Erde war, sondern nur unten lag, also wenn man auf einem Berg steht, ist unten das Tal. Das Tal kann man als anderen Ort oder in der damaligen Terminologie als „andere Welt“ begreifen, als Anderswelt. Die Unterwelt muss also nicht zwangsläufig unter der Erdoberfläche sein.

Mit der Bronzezeit verstärkte sich der Handel der mesopotamischen, ägyptischen und indischen Hochkulturen. Ein neues Volk tauchte am Horizont auf, die Europäer. Bisher war die Welt des nahen Ostens recht klein und endete demzufolge mit dem Kaukasus. Man war allgemein der Meinung das dahinter das die welt umspannende Meer war.
Da war auch wirklich reichlich Wasser, denn die Manytsch-Ebene, das Tiefland im nördlichen Kaukasus war wohl bis etwa 4000 BC geflutet.

Der Manytsch ist ein geheimnisumwitterter Zufluss des Don im Norden des Kaukasus.
Der Westliche Manytsch durchfließt die nach ihm benannte sumpfige Manytschniederung, die oft als die Grenze Europas angesehen wird und mündet bei Manytschskaja in den Don.
Der kürzere Östliche Manytsch, der durch eine Bifurkation des Quellflusses Kalaus entsteht, führte nur nach starken Regenfällen im Kaukasus Wasser und floss dann Richtung Kaspisches Meer, ohne es im historisch belegten Zeitraum (oberirdisch) zu erreichen. Er war also ein unterirdischer Fluss und damit ein unsichtbarer Fluss.
Der Zufluss des Kalaus zum Östlichen Manytsch ist seit den 1970er-Jahren durch einen Damm unterbrochen.
Vor der Regulierung des Don wechselte der Westliche Manytsch während eines Jahres mehrmals seine Lauf-Richtung; bei Hochwasser im Don drückte er das Wasser bis zu 100 Kilometer in den Östlichen Manytsch hinein, sodaß es das Kaspische Meer erreichte. Einem Bewohner des nördlichen Kaukasus dürfte dies bekannt sein, denn vermutlich haben sie in dieser Sumpfgegend das eine oder andere Tier gejagt. Sie kannten sich also bestens damit aus. Aber für einen Fremden ist der Sumpf lebensgefährlich.
Der Manytsch ist daher der ideale Kandidat für den „mythischen Unterweltsfluss“ auf dem man den Fährmann bezahlen muss.

Aus dem Gilgamesh-Epos erfahren wir so einiges über die Unterwelt und wie man dahin gelangt.
Gilgamesch, König von Uruk ist zu zwei Dritteln Gott und zu einem Drittel Mensch. Er und sein wilder Adoptivbruder Enkidu töten den Himmelsstier und die Götter bestrafen den Frevel indem Enkidu stirbt.
Der Tod Enkidus bringt Gilgamesch zur Verzweiflung und er begibt sich auf eine lange Wanderschaft, um das Geheimnis des Lebens zu finden. Er hofft, dass ihm sein Urahn Uta-napišti dabei helfen kann. Auf seiner Suche irrt er zunächst durch die Steppe und kommt schließlich zum Berg Mašu, wo sich im Westen der Einstieg befindet, in dem die Sonne Šamaš am Abend in die Unterwelt abtaucht um nachts auf einem unterirdischem Fluss nach Osten zu reisen und am Morgen im Osten wieder aufzutauchen.
Gilgamesch befand sich also vor einem Gebirge hinter dem der Unterweltfluss lag.

Gilgamesch kann die Wächter des Tunnels, (zwei Wesen, halb Mensch halb Skorpion), überreden ihn passieren zu lassen. Nun fragt sich ob das wirklich ein Tunnel war. Vermutlich eher ein Tor. Dieser Begriff wird oft für Bergpässe, die natürlich ein idealer Ort sind um Handelsreisende abzukassieren weil es keine Ausweichmöglichkeit gibt. Die Wächter des Tores dürften also einen solchen Pass bewacht haben.
Als er aus dem Tunnel heraustritt, befindet er sich im Edelsteingarten und trifft dort an einer Schänke auf die freundliche Wirtin Siduri, die ihm den Weg zum Fährmann Ur-šanabi weist.
Gilgamesch findet den Fährmann Ur-šanabi, der ihn über das „Wasser des Todes“ zur Insel „Land der Seligen“ bringen soll, auf der Uta-napišti mit seiner Frau lebt. Aber im Streit zerschlägt Gilgamesch die Wesen, genannt „die Steinernen“, die die Stocherstangen (Staken) als Fährhilfe für die Überfahrt herstellten.

Da die „Steinernen“ nun tot sind muss nun Gilgamesch deren Funktion übernehmen und 300 Stocherstangen aus Holz schnitzen um Ur-šanabi zu begleiteten. Kaum lässt Gilgamesch eine Stange in das Wasser hineingleiten, nutzen sie sich durch die Berührung mit dem Wasser ab. Als die letzte Stange verbraucht ist, zieht Gilgamesh Ur-šanabi sein Kleid aus und hängt als wie ein Segel zwischen seinen Armen auf. So erreichen sie Utnapišti auf der Insel der Seeligen. Gilgamesch hat offenbar das erste Segelboot erfunden.

Die avestische Urform ist Manuščiθra, persisch Manūtschehr. Die avestische Form „čiθra“ heisst Waage und steht auch in Verbindung mit dem Totenritual der Ägypter. Tatsächlich wird im ägyptischem das Sternzeichen des Skorpion mit einer Waage zwischen seinen Scheren dargestellt.

Er ist der erste König des heroischen Zeitalters und wird im siebten Buch des Schāhnāme erwähnt.
Schah Manutschehr sagt am Ende seines Lebens im Angesicht seines Todes:
„Des Herrschers Thron ist Schaum und Wind, daran auf ewig dein Herz nicht bind!
Ich bracht‘ es zu hundert und zwanzig Jahren, die voll Arbeit und Mühe waren.

Die Welt macht ich rein von Ungemach, viel Städte baut‘ ich hundertfach.
Nun ist’s, als hätt‘ ich die Welt nie gesehn, und was ich getan ist wie ungeschehn;
Ein Baum von Früchten und Blättern herbe; es lohnt nicht zu leben, daß man sterbe.“
Am Ende der Sage bestimmt Manutschehr seinen Sohn Nowzar zu seinem Nachfolger auf dem Thron. Er gibt seinem Sohn den Rat, in Notlagen die Hilfe von Sam, Zal und Rostam zu suchen.
Nowzar erweist sich jedoch als korrupter Herrscher:
„Den Leuten bewies er sich nicht hold, sein Herz war der Sklave von Schatz und Gold“.

Tja, auch Könige sind nicht perfekt.

Die indische Form Yama (auch Yama-mahārāja, großer König, chinesisch Yanluowang) davon erzählt uns etwas neues:
Yama, Sohn von Vivasvat, gilt als der erste Sterbliche, der in die himmlische Welt gelangte. Er weist den Menschen den Weg zu den Göttern. Die Ikonographie stellt ihn als reichgeschmückten König dar, meist von grüner Farbe, seltener schwarz, in rotem Gewand. Er trägt eine mächtige Keule sowie ein Seil mit sich, mit dem er seine Opfer einfängt und bindet, manchmal ein Schwert und einen Schild und eine Art Hörnerhelm auf dem Kopf..
Diese Attribute sind auch geistig zu deuten: Die Schlinge etwa bindet an den Kreislauf der Wiedergeburten, das Schwert wird in der Hindu-Literatur oft als „Schwert der Erkenntnis“ bezeichnet. Yamas charakteristisches Begleittier ist der schwarze Büffel (Mahisha), oft begleiten ihn zwei Hunde mit vier furchterregenden Augen und großen Nasenlöchern. Sie durchstreifen die Welt immer auf der Suche nach den Seelen der Toten.

In den Veden ist er der Gott der Toten und der Zeit (kala), sowie Gott und Herrscher der Unterwelt, bei dem die Geister der Verstorbenen wohnen. Er selbst war der Sohn der Sonne (Surya), sowie der Bruder des Manu und der Ashvins.
Und er ist Zwillingsbruder der Yami bzw. der Yamuna. (Yama und Yami oder wahlweise Yama und Yamuna)
Sie werden im Rigveda als das erste Menschenpaar beschrieben.
Yama wollte in den Himmel zu den Göttern emporsteigen und wurde daher von den Göttern sterblich gemacht.
Daneben ist Yama einer der Lokapālas, der Wächter der Winde, Herrscher über das Yamadevaloka und Totenrichter, sowie Hüter des Rechts. Er wird mit Süden assoziiert, was interessanterweise dann der Fall ist, wenn man im Norden lebt. Besuchern der Unterwelt teilt Yama mit, welchen der fünf (sechs) Schicksalspfade er zu beschreiten hat, basierend auf seinem Karma d.h. der Summe seiner guten und schlechten Taten. Deswegen braucht er auch ein Schwert und eine Waage.

Die griechische Version ist Orpheus in der Unterwelt.
Orpheus war ein begnadeter Leierspieler und bezauberte damit sogar die wilden Tiere. Leider verlor er seine Frau. Orpheus stieg in die Unterwelt, um durch seinen Gesang und das Spiel seiner Lyra den Gott Hades zu bewegen, ihm seine Geliebte Eurydike zurückzugeben. Seine Kunst war so groß, dass ihm seine Bitte tatsächlich gewährt wurde – jedoch unter der von Hades und Persephone gestellten Bedingung, dass er beim Aufstieg in die Oberwelt vorangehen und sich nicht nach ihr umschauen dürfe. Da er die Schritte der Eurydike nicht hörte, sah er sich um und sie verschwand wieder in der Unterwelt.
Die Griechen schrieben ihm die Erfindung der Musik und des Tanzes zu. Er wird von Wissenschaftlern als Reformer des Dionysus-Kultes betrachtet. Die „keltische“ Version davon nennt sich „Sir Orfeo“

Von dieser Sichtweise der Völker lernen wir verschiedenes.
a) Die Unterwelt beginnt hinter einem Edelsteingarten in dem Steinriesen wohnen, dort kommt man zu einer Schankwirtin die an einem Fluss des Todes wohnt, der aber nur durch Staken zu überqueren ist. Vermutlich eine recht moorastige Gegend. Und dann ist man also in der Unterwelt, dem Land der Seeligen.
b) Von Manutscher lernen wir, das man sein Herz nicht an materielle Dinge hängen soll. Er erbaute hunderte Städte aber es war als sei es nie geschehen. Das ist die Sichtweise eines Nomaden der sein Zeltdorf auf und abbauen kann wie es ihm beliebt.
Interessant ist auch die Chinesische Auslegung weit ist der Weg; fern und dunkel das Land; wie wenn man im Nebel geht.
c) Yama ist der Herrscher der Unterwelt und Herr der Zeit, Zugleich ist er aber auch der Bruder des Manu und der Asvini. Und er ist das erste Menschenpaar.
Offenbar sind Yama und Yima sowas wie Adam und Eva, zumindestens für Indoarier.
und
d) Die Unterwelt scheint sich mit  Tanz und Musik zu vergnügen und verzaubert mit seinem Spiel selbst wilde Tiere und Götter.

In der Sichtweise anderer Völker wurde dieses mysteriöse Volk im fernen Norden, das scheinbar auf den Gebeinen der Riesen tanzte, legendär mystifiziert. In ihrer Vorstellung mussten sie vor Urzeiten lebende Riesen heldenhaft besiegt haben. Dieses unbekannte Volk nannten sie – Giganten.

Eine verblüffend einfache Logik.

Natürlich hört sich das für uns völlig bekloppt an. Aber Glauben entsteht oft aus sehr einfachen Dingen.

Die Vorstellung von einem Volk ist eine moderne Erwartungshaltung. Ursprünglich beschränkte sich das Zusammengehörigkeitsgefühl nur auf Sippen und Stämme, die sich oft nach ihrem Stammesgründer oder einfach nach lokalen Ortsnamen bezeichnete. Das konnten Flüsse, Berge oder Seen sein. Im Grunde genommen ist es auch heute noch so. Die Havelländer leben an der Havel, die Müritzer am Müritzsee. Obwohl wir ihnen unterschiedliche Namen geben, betrachten wir sie jedoch alle als ein Volk.

Weiten wir das auf die Germanischen Sprecher aus, müssen wir Schotten, Dänen und Schweden als Germanen betrachten. Die Grenze was ein Volk definiert, ist insgesamt recht fliessend oder anders ausgedrückt, nicht jeder Römer kommt aus Rom.

So ungefair muss man wohl auch das Wort „Giganten“ verstehen. Was sie gegenüber andern kennzeichnete, waren Megalithbauten. Giganten waren also an ihren überdimensionalen Bauten zu erkennen. Und je mehr Megalithbauten herum standen, um so mehr Giganten musste es da geben. Zumindestens dachten das andere Völker.
Vermutlich bezog sich das also auf alle Megalith-Baumeister, unabhängig welcher Kultur sie nun im Einzelnen genau angehörten.

Wie wir als Indogermanen wissen, assoziieren wir in unserer Sprache „Macht“ und „Größe“. Wir bezeichnen z.b. einen mächtigen Herrscher als „groß“ (z.b. Karl der Große, Alexander der Große).
Damit beziehen wir uns jedoch nicht auf seine Körpergröße, sondern auf seine Macht. Wie wirkt das wohl auf jemandern der diese Assoziation nicht hat?

Und nun stellen sie sich mal vor was passiert, wenn wir einem echten Neandertaler die Geschichte von Arminius erzählen, der drei römische Legionen in der Varusschlacht vernichtete.

Wir belegen ihn und seine Armee zwangsläufig mit Attributen wie „Größe“ und „Stärke“. Wenn nun aber dieser Neandertaler aber „groß“ als Höhenangabe versteht, wird er zwangsläufig annehmen müssen, das wir von einem „Riesen“ sprechen. Die Sprachbarriere und die mit den Händen angedeutete Größe wird diesen Eindruck noch vertiefen.

Dieser Neandertaler geht nun zu seiner Famile zurück und erzählt ihnen die Legende von einem Riesen der eine ganze Armee von Römern erschlug. Schon haben wir eine echt „riesige“ Story in die Welt gesetzt.
Für uns würde Arminius nie ein Riese sein, aber für den Neandertaler sieht das schon ganz anders aus. Schliesslich kennt er ja einen, der einen kennt, der einen gesehen hat….. usw…
Für ihn klingt das glaubwürdig, insbesondere dann, wenn er vor einem riesigen Grab steht und auch nicht jedes Wort exakt versteht.
Was er seiner Familie über Arminius erzählt, wird sich zwangsläufig von der Wahrheit entfernen. Und immerhin belegt ja so ein Hünnenbett das dort ein Riese liegen muss. In seiner Vorstellung steigen wir schon zu echten Helden auf.

Und wie wir wissen, Helden sterben nicht einfach, sie leben in Legenden weiter. Mythen machten aus diesen Helden mächtige Götter, deren Macht bis zum Himmel reicht.
Begegnen wir den Nachkommen unseres Neandertalers 100 Jahre später, werden wir von Arminius kaum noch etwas wiedererkennen. Womöglich hat sich sogar ein Kult gebildet. Im Grunde genommen finden wir diesen Glauben an Riesen in der ganzen Welt.

So etwas ist tatsächlich schon passiert. Amerikaner die während des 2. WK auf Südseeinseln landeten, lösten dort einen Gotteskult aus. Ähnliches passierte auch Seefahrern des 17. Jhd. und auch Kolumbus und andere Seefahrer wurde ja anfangs für Götter gehalten. Ihm kam das sicher komisch vor.

Uns kommt das absurd vor, unsere Vorfahren für Riesen zu halten. Klingt ja auch absurd.
Aber man muss bedenken, das die Nordeuropäer die Ersten waren, die massenhaft Megalithbauten erstellt und damit in einer eher flachen Landschaft kleine Berge schufen. Wer das schafft, kann womöglich auch große Gebirge, ja sogar die ganze Welt erschaffen.

Giganten erkennt man also (aus Sicht eines Fremden) an ihren monumentalen Bauten. Je größer der ist, desto mächtiger muss er folglich sein.

Für die antiken Könige waren die Giganten „Weltenbeherrscher“, (Be-)„Herrscher die über die Winde“, die mit Blitz und Donner ihren Willen kund taten, die den Regen brachten indem sie die „Schleusen des Himmels“ öffneten. Ihre Macht war schier grenzenlos. Im Grunde genommen waren Giganten also eine eigene Art von Götter – Götter der Berge und somit himmlische Götter, denn Berge reichen ja zum Himmel.

Ihrem mythischen Vorbildern nacheifernd, errichteten nun Herrscher überall auf der Welt künstliche Götterberge, ganz nach dem Vorbild der megalithischen Hügelgräber. Natürlich viel schöner, viel eleganter, viel moderner. Aber im Grunde genommen bewiesen sie damit, das auch sie Nachkommen der Giganten sein müssen und daher berufen sind über die Welt zu herrschen. Der Götterberg, der eigentlich nur die Kopie eine Grabsitte war, wurde nun zur Legitimation der Macht.

Und sie begannen die alten Legenden der Giganten mit ihren eigenen gigantischen Legenden zu ergänzen. Pa-Bilga-meš „Vorfahre war Heros“ im Sinne von „Ich – Sohn des (himmlischen) Heros“ drückt genau das aus. Auch in China galt der Kaiser als „Sohn des Himmels“. Und solche Söhne des Himmels, der Sonne und der Götter überhaupt, finden wir überall.

Wer ein Volk beherrschen wollte, das die Giganten verehrte, musste selbst zum Gigant werden. Der einfachste Weg war ein Bauwerk zu errichten, das einem Giganten würdig war. Monumentalbauten waren also zur Legitimation der Herrschaft überlebenswichtig. So übertrug sich der Begriff Giganten auch auf die Nachahmer der Megalithbauwerke, die ersten Herrscher.

Das darin die Baumeister der Megalithzeit eine Rolle spielen könnte, auf die Idee muss man erstmal kommen. Wir bewundern einerseits Imhotep, aber wer weiss, vielleicht war er einfach nur ein ausgewanderter Megalithiker? Die große Galerie in der Cheopspyramide hat durchaus gigantische Ausmaße.

Der Sinn dieser Bauwerke lag also nicht darin, das Volk an eine Religion zu ketten, sondern sich selbst als Gigant zu legitimieren und seinen Platz unter den Giganten für alle Zeit zu sichern.

Und deswegen starb der so erhobene König auch nicht einfach weg, sondern wurde quasi befördert, vom Herrn dieser Welt zum Herrn einer anderen  „höheren“ Welt, zum „lugal kurra“, zum Herrn über die verehrten Ahnen.
So entstand als Nebeneffekt auch die Idee vom Leben nach dem Tod in einer Art „sorgenfreier Wunderwelt“ im Himmel. Für dieses Paradies gibt es viele Namen und natürlich braucht so ein König auch eine entsprechende Ausstattung für die „andere Welt“, u.a. Diener, Waffen, Nahrung…
All dies muss mit ihm „sterben“ um in die andere Welt überzutreten.

Noch von Dschingis Khan wird überliefert das ihm ein ganzer Hofstaat in den Tod folgte. Der chinesische Kaiser Yu lies sich mit einer ganzen Terrakotta-Armee bestatten. Auch Indern folgten die Frauen in den Tod und es ist anzunehmen das dies in Babylon und bei den Mayas, Inkas und anderen Zivilisationen auch irgendwann üblich war.

Es war also der Effekt der zunehmenden Entfernung der aus geheimnisvollen Grabhügeln der Megalithzeit eine ganze Mythologie voller Giganten erschuf. Aus der Größe von Grabhügeln wurde die Herkunft und damit die Größe an Macht abgeleitet. Aus der Höhe dieser Grabhügel die Nähe zum Himmel. Es ist die Sicht eines Fremden der darin etwas Magisches und Beeindruckendes sah. Das hatte nichts mehr mit dem eher praktischen Umgang der Nordeuropäer mit den Überbleibseln Verstorbener zu tun.

Diese assoziative Nutzung von Worten sind typisch für frühe Sprache und daher auch für frühe Epen, die dadurch besonders schwer zu interpretieren sind. Der geringere antike Wortschatz setzt eine flexible Nutzung von Begriffen vorraus. Begriffe bezeichneten nicht nur ein Ding, sondern werden assoziativ auch auf ähnliche Dinge übertragen. Sie setzen daher ein gewisses Grundwissen über Zusammenhänge vorraus, die wir mit der Zeit und der Erweiterung der Sprache jedoch längst verloren haben. Aus den Verstehen der Zusammenhänge wird ein Geheimwissen, wie etwas zu interpretieren ist.

Dies zu entschlüsseln ist ein Puzzle mit vielen Unbekannten.

So gab es für die Antike keinerlei Unterschied zwischen einem Giganten und einem Gott.

Der Patriarchen-Kult

Etwas jüngeren Datums scheint der Patriarchen-Kult zu sein. Als Patriarch definieren wir erstmal den männlichen Gründer der anfangs wohl durch ein Werkzeug als jemand gekennzeichnet wird, der einen deutlichen Aufgabenbereich hat. Seine Hauptaufgabe ist es Nahrung zu beschaffen, indem er die Ernte einbringt oder Nahrung in Form von Fisch, Vieh oder Jagdbeute heran bringt. So ist der Schäfer Dumuzi ebenso wie der Sichelgott der Tirza-Kultur ein typischer Vertreter dieses Kultes.

Sichelgott der Tirza-Kultur

Sichelgott der Tisza-Kultur zeigt Ähnlichkeiten mit dem Kronos/Saturnus bzw.  Tessup-Mythos mit dem das „goldene Zeitalter der Titanen“ begann, das damit endete das Zeus den betrunkenen Kronos fesselte und verbannte.

Neue Entdeckungen

Vor kurzem fand man in Koutroulou Magoula, ca. 260 km von Athen entfernt eine Siedlung mit mehr als 300 Tonfiguren aus dem Neolithikum die uns vielleicht Aufschluss über die Mythologie der ersten Farmer Südeuropas geben können. Die Siedlung befindet sich nahe Sesklo.

Koutroulou Magoula wurde während des mittleren Neolithikums (ca. 5800-5300 v. Chr.) von einer Gemeinschaft aus einigen hundert Menschen bewohnt, die architektonisch fortschrittliche rechteckige Häuser aus Stein- und Lehmziegeln bauten. Die Figuren wurden überall in der Stätte gefunden, manche befanden sich auf den Wandfundamenten. Man geht davon aus, dass der Zweck der Figuren nicht nur in ästhetischer Kunst lag, sondern auch darin, Theorien über die Kultur, Gesellschaft und Identität einer Gemeinschaft zu überliefern und zu reflektieren.

„Figuren stellen normalerweise die weibliche Form dar, aber unser Fund ist nicht nur außergewöhnlich, was die Anzahl betrifft, sondern auch recht vielfältig: Es wurden männliche, weibliche und geschlechtsunspezifische Figuren gefunden, auch im Stil der Venus-Figuren. Manche zeigen einen Mensch-Vogel-Hybriden“, sagt Professor Yannis Hamilakis, Co-Direktor des Koutroulou Magoula Archaeology and Archaeological Ethnography Projekts. Die Menschen, die in der Siedlung lebten, scheinen ihre Häuser Generation für Generation auf denselben Grundflächen neu aufgebaut zu haben und es gibt auch Hinweise darauf, dass einige der Häuser eine ungewöhnliche Bauweise hatten.

Professor Hamilakis dazu: „Dieser Typ Haus hätte normalerweise Steinfundamente mit Lehmziegeln zuoberst gehabt, aber unsere Untersuchungen in Koutroulou Magoula haben einige konservierte Häuser mit bis zu einen Meter hohen Steinwänden aufgedeckt, was dafür spricht, dass die Wände möglicherweise komplett aus Stein gebaut wurden – etwas, das für diese Periode nicht typisch war.“

„Die Menschen waren Bauern, die domestizierte Tiere hielten, Werkzeuge aus Feuerstein oder Obsidian verwendeten und Beziehungen zu Siedlungen in der näheren Umgebung hatten. Die Konstruktion von Teilen der Siedlung lässt darauf schließen, dass sie gemeinschaftlich arbeiteten – etwa, um die konzentrischen Gräben um ihre Häuser zu ziehen. Es gibt bisher keinen Beleg für eine zentrale Autorität, trotzdem war eine große Zahl Menschen imstande zusammenzukommen und umfassende kommunale und möglicherweise sozial nützliche Projekte durchzuführen.“

In späteren Jahrhunderten wurde der Siedlungshügel ein wichtiger Erinnerungsort. Am Ende der Bronzezeit wurde zum Beispiel ein „Tholos“- oder bienenstockförmiges Grab auf der Spitze errichtet und im Mittelalter (12. bis 13. Jahrhundert n. Chr.) wurde mindestens eine Person (eine junge Frau) in den neolithischen Häusern begraben. Diese Siedlung weicht also in mehreren Bereichen von den Siedlungen Europas ab.

Die göttlichen Geschlechter

Auffällig sind in allen indogermanischen Mythen die Trennung von zwei göttlichen Geschlechtern die sich mal bekämpfen, mal vereinen. im Iranisch/vedisch/germanischem unterscheiden sie sich als Met/Soma-trinkenden kraftstrotzende Ahuras/Asuras/Æsir/Asen/Athura/Varuna/Aruna/Abathur und unsterbliche weise Daevas/Devas/Vǽnir/Vanen/Mitra/Medhā.
Sie sind entweder Asha (wahr, sura) und haben das gastfreundliche Vohu Manah/Wahman/Vamanas (später wurde daraus Spenta Mainyu/Amesha Spenta) oder sie sind Druj (falsch, asura) und haben den destructive Geist des aka manah/Angra Mainyu/Ahriman.  Die Schlange wird gewöhnlich mit der Erde verbunden, der Adler dagegen mit dem Himmel. Ist ja auch naheliegend.
Sie leben also entweder auf oder unter der Erde (was die Unterwelt wäre) oder im Himmel (was durch einen großen Berg symbolisiert wird).

Forschung in historischer Zeit

Heiligtum in Südnorwegen mit Prozessionsweg

Heiligtum in Südnorwegen mit Prozessionsweg

Das beste Beispiel für einen rituellen Umgang / Umzug findet sich in Tacitus Germania im Zusammenhang mit der Göttin Nerthus. Wir hören von einem Wagen, der von Kühen gezogen wird, und die ganze Schilderung hinterläßt den Eindruck, daß ein Idol herumgefahren wird – obwohl das so nicht im Text gesagt wird. Gleiches gilt für eine Umfahrt des Götterbildes von Freyr in Schweden. Weiterhin wird im Indiculus superstitionum et paganiarum das Umhertragen von Bildern erwähnt (De simulacro quod per campos portant. – ‚Über Opfer, wobei sie etwas über die Felder tragen‘).
Der Begriff für einen kultischen Umgang war ahd. bigang bzw. bigangan (ags. begang, begangan), obgleich es zumeist in christlich-jüdischem Zusammenhang in der Literatur auftaucht, nur zweimal in heidnischem Kontext. Archäologisch ist diese Form der Kultpraxis nicht nachweisbar – oder doch? Bei dem Anfang 2012 in Südnorwegen gefundenen Kultplatz gehen die Archäologen davon aus, auch den Teil eines Prozessionsweges freigelegt zu haben.

Prozessionen, Umzüge sind heute noch Teil vielerlei Brauchtum – von den Prozessionen der katholischen Kirche bis zu Schützenumzügen und anderen Festumzügen. Ebenso mag man ein so berühmtes archäologisches Fundstück wie den „Sonnenwagen von Trundholm“ oder den „Vogelwagen aus der Lausitz“ als Beispiel anführen und sich fragen, ob solche Wagen Teil der kultischer Umzüge waren. Neben dem Nerthus-Umzug weist Golther noch auf die schwedische Freyr-Feier hin, bei der der Gott „auf dem Wagen fahrend und von einer Priesterin geleitet, zur Winterszeit die schwedischen Gaue“.

Die ursprüngliche Funktion des Umzuges war es wohl von Punkt A zu Punkt B zu gehen um dort ein Ritual abzuhalten.

Der Glaube der Nordeuropäer

Das die Nordeuropäer allgemein etwas größer waren, verstärkt diesen Eindruck von Giganten noch weiter. Letztendlich lag dies jedoch an der erfolgreichen Nahrungsbeschaffung.

Im Bereich der Ertebölle-Kultur wurde z.B. 15 Arten von Fischen, 4 Arten von Muscheln, 11 Arten von Vögeln, 6 Arten von Meeressäugern, 5 Arten von großen Landsäugetiere und 23 Arten von essbaren Pflanzen als Nahrungsgrundlage festgestellt. Eine beachtliche Liste und all das ohne den Einfluss der Landwirtschaft. Interessanterweise wurde gleichzeitig zum Ende der Linearbandkeramik Nahrungsmangel festgestellt.

Überlebt haben am Ende die Trichterbecher, die eine Mischung aus Linearbandkeramiker, Dolmenbauer und den Waldkulturen sind. Daher sind sie nicht nur eine Weiterentwicklung der südlichen Farmer, sondern praktisch eine revolutionär neue Kultur.
Sie hatten allen Grund sowohl die Farmer aus dem Süden als auch die Waldkultur des Nordens als ihre Ahnen zu ehren.
Hier prallten erstmals kulturelle Welten aufeinander, die sich vorher nie begegnet waren. Während die Unterschiede der östlichen und westlichen Farmer (rund 300 Jahre) verhältnismäßig gering waren, müssen die Unterschiede zwischen den Waldkulturen im Norden und den Farmern aus dem Süden (rund 10.000 Jahre) geradezu gigantisch gewesen sein und jeden einzelnen Bereich betroffen haben.

Die Einzigen die also von dieser Vorstellung über Giganten nicht betroffen waren, waren die Urheber selbst, die Megalithvölker.
Für sie waren Hügelgräber und Gedenksteine Erinnerung an die Vorfahren. Sie eiferten keinem göttlichem Vorbild nach, weil es keine Vorstellung von Gott gab. Daher konnte ihre Elite die „gottgegebene“ Herrschaft auch nicht vererben, sondern musste sich durch Taten als würdig erweisen. Ihre Führer zeichneten sich um 3000 v. Chr. durch Geschick, Weitsicht, Klugheit und Strategie aus. Sie waren die fähigsten Köpfe ihrer Zeit die das Volk in bessere Zeiten führen sollten. Ihre Rolle war die eines Lenkers und Beschützers, nicht die eines Herrschers.
Ihre Gesellschaft hielt weiterhin an dem Ahnenkult der Jungsteinzeit fest, entwickelte jedoch einen Verhaltenskodex der ein völlig anderes Konzept darstellte.

Die Feste der Indogermanen

Die Feste der Nordeuropäer sind über die Ausrichtung der Kreisgrabenanlagen und ihrer nahezu überall auffindbaren Feierlichkeiten zu erschliessen.

Gewöhnlich richten sich die Tore nach dem Sonnenaufgang der Winter-Sonnenwende, später auch nach den Sonnenuntergang der Sommer-Sonnenwende

2. Februar: Mittwinternacht

der Sonnenaufgang der Winter-Sonnenwende markiert das Julfest.
Weitere Bezeichnungen sind Julmond, Julklapp, Joulu, Yule, Imbolc, Alfablót (Albenmahl), Julbock (Jule´s Bock als Opfertier), Oimelc (Bocksmelke), sächsisch als Nacht der Mütter überliefert, Rauhnächte oder slawisch auch Kracun oder Korotschun (wohl richtiger Korotchyn geschrieben). Modern auch Murmeltiertag oder Groundhog Day. Gewöhnlich war es auch mit einem Thing, einer Art Stammesgericht verbunden.

Vikinger Fest in Galizien

Vikinger Fest in Galizien

Oimelc bezieht sich auf das Anmelken der Schafe und Kühe nach der Geburt. Aus der ersten Milch, der besonders fetthaltigen Kolostralmilch machte man z.b. in Irland den laomachan, den man opferte, was vor den Sídhe (den Süven im Sinne von Dämonen) aus der anderen Welt (Anderswelt) schützen sollte. Vermutlich stammt dieser Brauch aus der Zeit als Angelsachsen, Dänen und Vikinger an Englands Küsten Raubzüge unternahmen. Einen ähnlichen Grund hat auch das Festa Viquinga (Romería Vikinga) in Galizien das an den Überfall der Wikinger erinnert.

Geopfert wurde dem „Jóln“ oder auch „Jólnir“ (Beiname Odins) ein Tier, meisst ein männl. Schaf oder Ziege, gelegentlich auch ein Stier. Jólnir bezeichnet Odin als Rückkehrer aus der anderen Welt (als Rückkehr aus dem Totenreich interpretiert).

Von den Römern wird hier der Brauch eines Umzuges und eines Opferkultes der di manes (Vorfahren) am sogenannten Manes-Stein (Lapis manalis) beschrieben. Der Mundus Cereris („Tor zur Unterwelt der Ceres“) (griechisch Demeter) war nach Plutarch eine Grube, welche Romulus bei Gründung der Stadt Rom aushob und in der die neuen Siedler Spenden von guten und notwendigen Dingen geopfert haben. Die Grube sah aus wie ein Abbild des Himmels, war also halbkugelförmig (Tholos-Form) in die Erde hinein gebaut. Sie war den Manen  geweiht und war fast das ganze Jahr mit dem großen runden Stein dem „Lapis manalis“ verschlossen. Drei mal im Jahre stand sie offen. Es war während dieser Zeit verboten in die Schlacht zu ziehen oder in See zu stechen. Das Fest dazu nannten sie Feralia.
Dieser Kult geht vermutlich auf den etruskischen Mantus (bzw. den Dämonen Charun/Kharun und Tuchulcha) zurück. Mantus ist der etruskische Herr der Unterwelt. Er wird als wilder Mann mit großer Nase, wilden Haarlocken, Satyrohren, manchmal Flügel aber oft mit einem Hammer oder Schwert dargestellt.  Es dürfte sich hier also um das Relikt eines uralten Ahnenkult handeln, wobei man sich mit den gefallenen Feinden versöhnte.
Christlich wurde es in Maria Lichtmess umgewandelt.

21. Juni:  Mittsommernacht

der Sonnenuntergang der Sommer-Sonnenwende bezeichnet man als Mitsommer, schwedisch auch als  Midsommardag, weiße Nächte, Sankt Hans, Jaanipäev, Jāņi, Joninės, Kypalle, Noc Kupały oder Iwan-Kupala. Vermutlich ist es das ursprüngliche Fest der Kybele d.h. für Germanen sicherlich mit Nerthus zu identifizieren, für Veden und im Kiever Rus ist auch Kubaba belegt. Laut Tacitus zog man damals mit einem Wagen herum.Für Kybele ist der Brauch der Galli (Galloi) überliefert, Priester die sich selbst öffentlich kastrierten. Dieser wird dem Priesterstaat Pessinus (modern Ballıhisar) im antikem Phrygien zugeschrieben, der im 5. Jhd. v. Chr. existierte.
Christlich zum Hochfest des Johannes des Täufers umgeklariert

Plejadenaufgang: Mitte September

Ein offenbar weiteres wichtiges Ereignis war der Aufgang der Plejaden. Von Mitte September bis Ende April ist eine besondere Sternengruppe sichtbar: die Plejaden. Ein Großteil der Tore von Kreisgrabenanlagen folgt einer Richtung in der die Plejaden aufgehen. Vermutlich steht es im Zusammenhang mit dem Erntedankfest und dem Aufsteigen der Seelen zur himmlischen Mutter, wozu das sogenannte Seelenloch in Urnen und Megalithischen Steinkisten diente. Der Ahne verlässt praktisch seine irdische Hülle die er bei der Mutter Erde zurück lässt um sich zur himmlischen Mutter zu begeben. Der Kreislauf der Natur wird damit vollendet und ein neuer Kreislauf kann beginnen.

Christlich umgewandelt zum Michaelistag, an dem der Erzengel Michael und die anderen Erzengel gedacht wird. Im Christlichen Kontext wurden aus Giganten Engel.

Auf der anderen Seite der Kreisgrabenanlagen nicht ganz genau gegenüber, befindet sich meisstens ein Tor das man mit den Stern Antaris, den sogenannten Herz des Skorpions in Verbindung bringen kann. Antaris (α Scorpii) ist der Hauptstern im Skorpion. Wenn der Antaris untergeht, also in dem einen Tor sichtbar ist, kommen wenige Minuten später aus dem anderen Tor die Pleyaden heraus. Antares wird mit Mars bzw. Ares in Verbindung gebracht. In der mesopotamischen Mythologie erhielt Antares im ersten Jahrtausend  v. Chr. den Namen der sumerischen Göttin Lisin (übersetzt Mutter). Antares war auch der Stern des Nabu. Nabu war Sohn des Marduk und der „Verkünder“. Sein Attribut war der Schreibgriffel mit dem auch Thot dargestellt wird. Im Lagaš-Kalender wird Lisin mit Mai/Juni verbunden. Skorpion wird wiederum mit Išḫara verbunden.

Der Begriff Antares stammt vermutlich aus Abchasien, wo die Anten zahlreiche Megalithische Steinkisten mit Seelenloch erbauten. Griechen legten dort im 6. Jhd. v. Chr. die Stadt Dioskurias (heute Suchomi) an. Nach der Legende legten die Dioskuren, (von Dios kouroi, Söhne des Zeus), d.h. die Zwillinge Castor und Pollux (griechisch Kastor und Polydeukes) den Grundstein. Castor und Pullux werden als schwarzer und weisser Schwan, Storch oder Adler verehrt. Ein solcher Brauch ist z.b. auch bei den Ostgermanen (laut Tacitus) und Sorben belegt. Castor und Pollux basieren ursprünglich auf Gilgamesh (Pollux alias ) und Enkidu (Castor) oder besser bekannt als der König und der wilde Mann, die sich am Brunnen gegenüber stehen.
Christlich wird daraus der Erzengel Michael (Mi kamocha elohim = Mika´el alias Pharao Kamose ca. 1554-1550 BC, altägyptisch Kamesiu „der Stier ist geboren“) der den gefallenen Engel Semyaza (Shemhazai, die Hyksos, Stamm des Shem) für 70 Generationen binden soll. Zu einem späteren Zeitpunkt besiegt Michael dann die Hyksos (alias Satan) was sich wohl auf Thutmosis III und der Schlacht bei Meggido 1457 BC bezieht.
Shemhazai ist mythologisch der Anführer eine Gruppe von Engeln die sich Frauen der Erde mischen und so die Nephilim erschaffen. Diese werden durch die Sintflut von der Erde getilgt.

An der Stelle der Shemhazai tritt nach der Zeitenwende Luzifer (Satan). In der Bibel wird das mit  König von Tyrus und den Cherubim verbunden. Gott verstieß Tyrus von seinem Berge, stürzte ihn zu Boden und „ließ ein Feuer aus ihm hervorbrechen“. In der Avesta und der Schāhnāme wird das Ereignis mit Fereydūn und seinem Sieg über den Fürst Azi Dahaka (später Zahāk) verbunden. Als Dankesfest für Fereydūn gilt das Djaschn-e Mehragān was Anfang Oktober gefeiert wird. Wenn dereinst Frashokereti (vergleichbar mit der Apokalypse) anbricht, wird er von Fereydūn an den Berg Damavand gebunden und schließlich von dem Drachentöter Garschasp in den Feuerstrom Ayohshust geworfen. Darin wird der Aufstand der Sassaniden gegen die Assyrer verarbeitet die 612 BC Niniveh eroberten. Zahâk (Assyrer) und der Schmied Kaveh Ahangar (Perser) gehen wiederum auf das altpersische Mitra und Varuna zurück, wo es als Mihrganfei’r (Mehrgān-Fest, Miθra´s Garten Feier) bezeichnet wird das am 16. Tag des 7. Monats gefeiert wird.

Laut der römischen Mysterienreligion war Mitras aus einem Stein geboren, genannt Petra Genetrix („Mutterfelsen“). Von zentraler Rolle in der mithräischen Ikonographie ist das Motiv einer Stiertötung, was wiederum den Kreis zu Gilgamesh schliesst. Außer Mithras und dem Stier sind eine Reihe anderer Gestalten abgebildet: eine Schlange und ein Hund die aus der Wunde Blut oder Getreidekorn trinken, ein Skorpion der die Hoden angreift (Kastration), ein Rabe, sowie manchmal ein Löwe und ein Kelch (symbolisch für einen Kessel, vermutlich als Symbol für Aquarius). Dazu gehören zwei Fackelträger namens Cautes und Cautopates die den Auf- und Untergang des Morgensternes (Venus) symbolisieren, sowie die Symbole für Mond und Sonne. Die 12 (oder auch 13) Feueraltäre sind manchmal durch Tierkreiszeichen ersetzt und symbolisieren wohl die 12 Mondmonate (a 30 Tage) sowie den 13. (a 5 Tage) als Zwischenzeit. Der Löwe steht dann gewöhnlich zentral in der Mitte. In einer einzigen Inschrift wird er als Arimanius entziffert und steht damit dem avestischem Ahriman (Ahiman) gegenüber der das Böse verkörpert. Er wird ausserdem mit Aion, Zurvan oder Kronos verbunden und deutet angeblich den Machtwechsel in der Zeit an.

Die Löwenfigur im Mithras-Kult steht zentral über die Szene

Die Löwenfigur im Mithras-Kult steht zentral über die Szene und wird römisch vermutlich als Arimanius (vom avest. Ahriman) bezeichnet. In der Hand einen Schlüssel und ein Szepter.

Esquiline Tauroctony, Stier-Szene des Mithraskultes in Rom

Esquiline Tauroctony, Stier-Szene des Mithraskultes in Rom

Der US-amerikanische Mithrasforscher David Ulansey deutet die Szene astronomisch. Die Tiergestalten stellen nach dieser Deutung Sternbilder dar. Dabei entspricht der Stier dem Sternbild Stier, die Schlange dem Sternbild Wasserschlange, der Hund dem Sternbild Kleiner Hund, der Rabe dem Sternbild Rabe und der Skorpion dem Sternbild Skorpion. Der Löwe entspricht dem Sternbild Löwe und der Kelch entweder dem Sternbild Becher oder Wassermann.

Am Nachthimmel zeigen die Plejaden (dort wo der Dolch den Stier trifft) im Sternbild Stier die Stelle an, an der der Dolch von Mithras in die Schulter des Tieres eindringt. Mithras selbst könnte mit dem Sternbild Perseus gleichgesetzt werden, da sich dieses direkt oberhalb des Sternbilds des Stiers befindet. Cautes und Cautopates symbolisieren die Tag-Und-Nacht-Gleichen.Die gesamte Stiertötungsszene entspricht nach Ulansey der mit dem Himmelsäquator verbundene astronomische Konstellation, als der Frühlingspunkt im Sternbild Stier stand.

Ebenso überall in indogermanischen Völkern belegt ist:

1. Mai: Maientanz

das Aufstellen einer Birke, Biikebrennen (Birkenverbrennung) und Maisprung, Majstång,  nos Calan Mei, Cétsamuin, Beltane, Cyntefin, tein eigin (Notfeuer), Beekenbrennen, teilweise werden auch Strohpuppen verbrannt, sogenannte Petermännchen, modern auch Burning Man genannt.
Die Walpurgisnacht (Hexentanz) wird in der Nacht vor dem 1. Mai abgehalten.
Christlich zum Osterfeuer umgewandelt und verlegt auf den ersten Frühjahrsvollmond.

1. November:

Räbelicht oder auch Hugins jól (Trinkgelage der Raben), Helloween oder Samhain geht auf das irogälische „samain“ zurück, was wiederum auf das deutsche (zu)“sammen“ im Sinne von versammeln zurück geht. Das allemannische Räbelicht geht auf die Herbstrübe zurück, die als Grundnahrungsmittel genutzt wurde, diese wurde ausgehöhlt und mit einem Licht versehen, sodaß eine Laterne entstand.
Christlich umgedeutet zu Allerheiligen bzw. Allerseelen.

Der Indogermanische Männerbund

Ein Bund ist eine Verbindung von Menschen die aus welchen Gründen auch immer miteinander kooperieren. Schon ein Ruderboot verlangt von allen Ruderern das sie gemeinsam in eine Richtung rudern. Einer gibt das Signal und alle halten sich daran. So entstand der Steuermann, ein Führer aus dem der Anführer werden sollte. In der vedischen Tradition wird der Führer auch Wagenlenker genannt, der die Geschicke des Volkes lenkt. Er ist kein Herrscher, sondern ein Schirmherr. Der indogermanische Männerbund entstand vermutlich aus genau diesem Grunde, der Seefahrt.

Auf einem brennendem Schiff reist der Tote in die andere Welt hinüber

Auf einem brennendem Schiff reist der Tote in die andere Welt hinüber , Vorstellungen die wir mit Wikinger verbinden.

Im 4. Jahrtausend entwickelte sich die Bootstechnik. Die Boote wurden größer und wurden nun nicht mehr nur von einem Mann, sondern von ganzen Gruppen gerudert.
Zu jedem Boot gehörte eine Mannschaft die sich in ihren Nußschalen mutig auf den Ozean hinaus wagten. Oft genug kamen sie nicht mehr heim und wenn doch, hatte sich zwischen ihnen ein starkes Vertrauen aufgebaut, das oft ein Leben lang hielt und vermutlich auch bis ins Grab reichte. Man begrub diese Mannschaften zusammen. Die megalithischen Schiffssetzungen, also Steine in Form von Booten symbolisierten vermutlich ganze Mannschaften die für immer auf See blieben.

Runenstein

Runenstein

Solche Schiffssetzungen gibt es jedoch erst seit der jüngeren Bronzezeit überwiegend im Skandinavischem Raum und während der Wikingerzeit. Bei den unbeschrifteten nordischen Bauta-, den irischen Ogham- und den Runensteinen der Wikinger handelt es sich um Gedenksteine, die an individuelle Taten oder Personen erinnern sollen.

Für die Hinterbliebenen waren dies Orte der Erinnerung, der Trauerbewältigung.

Ein kurzer Exkurs über die Geschichte der Seefahrt:

Man unterscheidet folgende Arten des Fischfanges.

  1. Land-basierendes Fischen –  also alle Fangmethoden, die vom Ufer aus durch Reusen, Angeln oder Netzen  möglich sind
  2. Küstenfischerei – Fischfang mit der Nutzung von Booten bis zu Entfernung von 5 km vor der Küste sowie auf Flüssen und in Seen.
  3. Meeresfischerei – Fischen in einem Abstand von mehr als 5 km vom Land
  4. Fischen auf offener See – Fischerei außerhalb der Sichtweite der Küste
  5. Hochseefischerei – Offshore, Tiefsee-oder Hochsee-Angeln.

Hochseefischerei im Mesolithium, Fakt oder Illusion

  • um 12.000 v. Chr.: Oberägypten: Am Nil werden bei Abd el-Quadir und Dschebel Sahaba frühe Siedlungen von Jäger- und Fischerkulturen festgestellt. Die Bedeutung der Fischerei zeigt sich besonders bei den Funden in der Catfish Cave (Wels-Höhle).
  • um 10.000 v. Chr.: Sibirien: In der Nähe des Baikalsees werden die bisher ältesten Harpunen und Fischernetze dieser Gegend gefunden. Sie zeigen, dass damals Menschen im südlichen Sibirien weitgehend vom Fischfang gelebt haben. Zeitgleich entwickeln sich auch Jäger und Fischerkulturen in Nordeuropa die einen wesendlichen Teil ihrer Nahrung aus dem Meer beziehen. Sie bauen die ersten Boote in Nordeuropa mit Fellen die sie über ein Gerüst aus Holz oder Geweih ziehen. Der erste Fund eines Netzes wird im südfinnischem Torfmooren gemacht und auf 9500 v. Chr. datiert. Aus der gleichen Zeit stammt das Paddel von Star Carr, das 1948 in der Nähe von Scarborough an der Nordseeküste von Mittelengland gefunden wurde. Dies ist eines der ältesten Hinweise auf frühen Bootsbau. Etwas jünger ist das in Schleswig-Holstein gefundene Paddel von Duvensee, das um 6500 v. Chr. gefertigt wurde.
  • 9000 v. Chr: Mittelmeer: Etwa um diese Zeit dürften die Menschen im Mittelmeerraum kurze Strecken offenen Meeres mit Booten überwunden haben. Auf der Insel Skyros in der Ägäis und auf Zakynthos im Ionischen Meer sind aus dieser Zeit vom Festland stammende Mikrolithe der frühen Mittelsteinzeit gefunden worden. Um 8300 v. Chr. wird von der Südküste Anatoliens aus Handel mit Obsidian für  Syrien und Palästina nachgewiesen. Zeitgleich wird das zuvor menschenleere Zypern besiedelt.
  • 7000 v. Chr.: Um diese Zeit beginnen die Menschen erstmals, Boote zu bauen, mit denen die Hohe See befahren werden kann. Es sind wahrscheinlich schon Plankenboote oder größere Fellboote. Zypern, Kreta, Sardinien, Irland, und auch die Kanarischen Inseln zeigen erste Besiedlungsspuren. Von da an wird regelmäßig Obsidian von Milas (Insel in der Agais) nach Thessalien gebracht. Daneben wird Schmirgel zur Steinpolitur von der Insel Thera gehandelt. Die gezielte Meeresfischerei außer Sichtweite der Küste beginnt. Rund 1000 Jahre später sind auch Messer aus Obsidian in Zypern nachgewiesen. Da hier Obsidian nicht existiert muss es sich um Importe handeln.
  • ca. 5000 v. Chr.: Ägypten: Aus Hierakonpolis stammen die ältesten bisher bekannten Schiffsdarstellungen. Sie zeigen ein Papyrusschiff mit hochgezogenem Heck, einem Steuerruder und einigen hüttenartigen Aufbauten. Vornehmlich für die Fahrt auf dem Nil gedacht, war es wohl auch fähig Fahrten über das Mittelmeer bzw. das Rote Meer zu machen. Dafür wird ein Mast mit einem großem Rahsegel genutzt. Dieses Segel war bereits drehbar sodaß diese Schiffe auch Seitenwinde nutzen konnten. Fast ebenso alt dürfte die Schiffsdarstellung auf einer Bestattungsurne aus Luxor sein, auf der erstmals ein Segel abgebildet ist.
  • um 4500 v. Chr.: Dänemark: In der Tybrind-Bucht in Westen der Insel Fünen (Fyn) werden in einer versunkenen Siedlung mehrere Boote gefunden und der frühen bis mittleren Ertebølle-Kultur zugeordnet. Sie gehören zu den ältesten heute bekannten Wasserfahrzeugen in Europa. Zu den besonderen Funden an der Tybrind vig gehören Boote (keine Einbäume) aus leicht zu bearbeitendem Lindenholz und teilweise verzierte, herzförmige Paddel aus Eschenholz. Boot I ist mit einer Länge von 9,5 m (zu 95 %) erhalten, während die Boote II und III nur in Längen von 3,2 bzw. 5,2 m erhalten sind. Im Heck von Boot I und II war je eine Herdstelle erhalten. Die Herdstelle ist eine Tonlinse von 60 × 35 cm und bis zu 3 cm Dicke, die direkt auf dem Boden des Bootes lag. Ähnliche Herde sind auch bei anderen dänischen Funden aus prähistorischer Zeit beobachtet worden.Zeitgleich ist auch ein Seekontakt zwischen Inseln wie Sardinien, Korsika, Italien, Frankreich und Malta feststellbar.
  • um 3500 v. Chr.: Naher Osten: Verstärkter Handel zwischen Mesopotamien und dem Mittelmeergebiet führt zur Gründung der ersten Küstenstädte im heutigen Syrien, Libanon und Palästina. Seehandel nach Westen entlang der Küste reichen von der Agais bis nach Ägypten. Interessant ist die Erfindung von Speedbooten, schnittige Kanus die mittels einer Rudermannschaft hohe Geschwindigkeiten ermöglichen.
  • 3000 v. Chr.: Ägypten: Erstmals werden bei größeren Schiffe die Paddel durch die kräftesparenderen Riemen (Ruder) ersetzt, dies ist die erst große bekannte Revolution im Schiffsantrieb
  • um 2450 v. Chr.: Ägypten: Pharao Sahure transportiert mit Frachtschiffen eine Armee an die Küste des Libanon, um den beschwerlichen Weg durch die Wüste zu vermeiden.
  • um 1600 v. Chr.: Nordeuropa: Erstmals werden Einbäume mit aufgesetzten Planken zu Erhöhung des Freibords in Europa gefunden. Fundstelle: Amose, Dänemark. Damit ist die Größe der Schiffe nicht mehr auf das die Größe eines Stammes begrenzt.
  • Zum Bau von Stonehenge (um ca. 1600 v. Chr.) werden schwere Steinblöcke aus Wales über den Bristolkanal herantransportiert. Dazu sind Schiffe oder Flöße mit einer Tragfähigkeit nötig, wie sie erst später wieder erreicht werden.
  • um 1200 v. Chr.: Mittelmeer: Der Seevölkersturm macht den Handelsbeziehungen vom mittleren zum östlichen Mittelmeer vorerst ein Ende.

Ab dem 4.Jahrtausend v. Chr. finden sich zahlreiche Darstellungen von Schiffen, die aber bisher nicht auf Hochseetauglichkeit diskutiert wurden. Allgemein wird angenommen, es handele sich hierbei um Boote, die auf Flüssen oder Binnenseen zum Einsatz kamen oder um religiöse Darstellungen. Auch über das verwendete Material finden sich selten Anhaltpunkte. Teilweise werden Schiffsdarstellungen als unbeholfene Zeichnungen gedeutet. Bestimmte Details solcher Darstellungen werden dabei entweder ignoriert oder fehlinterpretiert. Frühe Felsbilder aus Nubien (3800-3600 v.u.Z.) zeigen z.B. bereits Boote mit Mast, Rah und Takelung. Wobei das Segel eine taillierte Form aufweist, die nur aus Segeltuch herstellbar ist. Solche Segel sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn das Boot auch manövrierfähig ist, also gegen den Wind oder quer zum Wind kreuzen kann. Andere Details werden in der Regel als Ruder interpretiert. Die Anordnung dieser „Ruder” am Bug und am Heck der Schiffe lässt eine Interpretation als Seitenschwerter sinnvoll erscheinen. Auch Seitenschwerter dienen der Manövrierfähigkeit auf hoher See. Eine genaue Untersuchung ergab: Auf den Felsbildern werden hochseetaugliche Schiffe dargestellt. Bei diesen Felsbildern handelt es sich also nicht um religiöse Darstellungen oder Jenseitsvorstellungen.

Felsbilder von Schiffen aus der Naquada-Kultur

Felsbilder von Schiffen aus der Naquada-Kultur

Im Verlauf einer Studienreise durch Ägypten stößt der Experimentalforscher Dominique Görlitz auf Schiffsdarstellungen aus der Naqada-Kultur (auch als Negade bezeichnet). Diese, aus vordynastischer Zeit stammenden Felsbilder zeigen die verschiedensten Schiffstypen. Naquada 1 wird auf 4500 bis 3500 v. Chr. datiert.

Diese Strukturen stellen in Wirklichkeit keine Ruderriemen dar, sondern Seitenschwerter, die vorwiegend am Bug oder Heck, seltener am Mittelschiff angebracht werden. Sie dienen dem Richtungswechsel. Mit ihrer Hilfe kann ein Schilfboot auch gegen den Wind kreuzen.

Dominique Görlitz: “Doch nun fiel mir auf, dass die steinzeitlichen Künstler die Anzahl der Schwerter ganz im Unterschied zu meinen Interpretationen dargestellt hatten. Sie gravierten vor allem am Bug die meisten oder die größten Schwertstrukturen ein. Und dies ist kein Zufall, denn durch die Wirkung des Segels wird dort die meisten Kraft und Abdrift erzeugt! Ohne ausreichende Kielschwerter am Bug ist es unmöglich, mit einem Schilfboot gegen und auch nur quer zum Wind zu segeln.  Es ist eben immer das Gleiche: Man sieht nur das was man weiß. Was man nicht weiß übersieht man nur allzu leicht. Den steinzeitlichen Schiffbauern stand zwar nicht das physikalische Wissen über das Verhältnis von Lateral- und Segelplan zur Verfügung, aber im Laufe der Generationen mussten sie durch Versuch – Irrtum gelernt haben luvgierige Schiffe zu bauen, die entsprechend den Windverhältnissen auch gegen den Wind zu navigieren waren.” 

Nach einem Umbau der Dilmun III des Dominique Görlitz bestätigte sich diese Erkenntnis. Das Schiff ließ sich auch noch bei Windstärke 5 bis 7 gut manövrieren. Die über die Reling herausragenden Seitenschwerter reduzieren die Seitendrift. Ohne diese Seitenschwerter ist ein Schilfboot nicht steuerbar. Messungen an der Seekarte bestätigen für die Dillum III bereits Segelkurse von 75° gegen den Wind über Grund.

Hjortspring-Boot, eisenzeitliches Plankenboot, 350 v. Chr. von der  dänischen Insel Als (dt.: Alsen)

Hjortspring-Boot, eisenzeitliches Plankenboot, 350 v. Chr. von der dänischen Insel Als (dt.: Alsen)

Von den Nordvölkern und ihren Schiffen weiss man relativ wenig, obwohl sie mehr als 1000 mal dargestellt werden. Viele dieser Felszeichnungen stammen jedoch aus der späten Bronze und Eisenzeit. So z.b. das Hjortspringboot, ein eisenzeitliches geklinkertes Plankenboot in Schalenbauweise, das auf 350 v. Chr. datiert wird und damit das Älteste aus Skandinavien bekannte ist. Der Bootstyp stammt aus der späten Bronzezeit, wenn das Boot auch in der frühen Eisenzeit gebaut wurde. Es wurde 1921 in der Nähe des Hjortspring auf der dänischen Insel Als (dt.: Alsen) entdeckt. Es entspricht erstaunlicherweise genau den Felsbildern.

Kleines Boot auf großer Fahrt, Nachbildung

Es wurde nahezu komplett aus Holz der Winterlinde gebaut, welches weniger widerstandsfähig als das hauptsächlich verwandte Eichenholz war, jedoch deutlich leichter, was der Flexibilität des Bootes sehr zugutekam. Da es weder Ruderlöcher oder Ruderdollen noch irgendeine Einrichtung zur Aufnahme eines Schiffsmastes gibt, handelt sich um ein offenes Kanu, das mit insgesamt 20 Stechpaddeln angetrieben wurde, was durch die Rekonstruktion bestätigt werden konnte. Da zwei Steuerruder gefunden wurden, ist davon auszugehen, dass sowohl am Bug als auch am Heck jeweils eines befestigt gewesen war. Es ist 19 m lang, 2,07 m breitund 0,7 m hoch. Die Länge des Bootsraumes beträgt 13,6 m, bzw. 15,3 m. Die Masse betrug vermutlich rund 600 kg. Das Boot besitzt an Bug und Heck je zwei übereinanderliegende und weit ausladende Steven. Die schnabelartigen Steven geben dem Hjortspringboot sein von bronzezeitlichen Felsritzungen aus Skandinavien bekanntes Profil. In früherer Forschung wurden diese als ein Indiz für ein hautüberzogenes Boot als Ursprung gewertet, jedoch ist allein diese ausladende Holzkonstruktion ohne offensichtlichen Nutzen kein Beweis. Alle Bauteile sind mit Bastseilen zusammengenäht, die Stöße und Nähte sind mit einer Baumharzmasse abgedichtet. Zur Verstärkung wurde das Boot im Inneren mit 10 Spanten aus Haselzweigen versteift. Dieses in Konstruktion wie Ausführung sehr ausgereifte Boot dokumentiert den Höhepunkt der längeren Bootsbautradition, die in die Bronzezeit zurückreicht. Nachteile dieses Bootes sind das geringe Freibord mit der damit verbundenen geringen Hochseetüchtigkeit und die für die Größe des Bootes relativ geringe Zuladung, die großen Vorteile jedoch sein geringes Gewicht, so wiegt der Nachbau bei 19 m Länge nur 530 kg, sein geringer Tiefgang, die gute Manövrierfähigkeit in beide Richtungen sowie seine hohe Reise- und Endgeschwindigkeit. In den Jahren 1991 bis 1999 wurde eine weitere Rekonstruktion durch den eigens gegründeten Verein Hjortspringbådes Laug angefertigt. Das fertige Boot hat ein Gewicht von etwa 530 kg und voll ausgelastet mit 24 Mann und Nutzlast eine Wasserverdrängung von 2.500 kg, wobei ein Tiefgang von etwa 35cm entsteht. In Experimenten wurden mit einer geübten Mannschaft eine Höchstgeschwindigkeit von 8,2 Knoten (etwa 15,2 km/h)in 30 Sekunden und eine Reisegeschwindigkeit über längere Strecken von etwa 6 Knoten (etwa 11 km/h) erreicht, was bedeutet, dass an einem Tag etwa 75 km zurückgelegt werden könnten. Außerdem zeigte sich das Boot auch unter erschwerten Wetterbedingungen mit 1 m Wellengang und Windgeschwindigkeit von 10 m/s unerwartet handhabbar, daher ist ein Hochseetüchtigkeit außerhalb des Ostseegebietes nicht auszuschließen.

Schiffs- und Bootsfunde aus der Wikingerzeit gibt es praktisch überall von Schottland bis Schweden. Die norwegischen Funde in Oseberg und Gokstad,  oder die dänischen Skuldelev und Roskilde oder das schwedische in Bulverkbåten (Bulverket-Boot). Erst kürzlich wurde das Bootsgrabes von Arnamurchan in Westschottland entdeckt.

Dillum IV

Dillum IV, Nachbau von Dr. Dominique Görlitz und der ABORA-Schilfbootexpedition

Auch die Flussreisen der Waräger waren weder leicht noch ungefährlich. Immer wieder mussten die Schiffe über Land gezogen werden, um von einem in ein anderes Flusssystem zu gelangen. Und es gab enge und flache Passagen oder Stromschnellen. Berüchtigt war vor allem das Mündungsgebiet des Dnjepr in das Schwarze Meer. Runensteine in Schweden bezeichnen diese Flussabschnitte als „der Verschlinger“, „Wogen- Fall“ oder „der Gellende“. „Immerlaut“ wurde die Stromschnelle im Dnjepr genannt, in der der Waräger Rafn ertrunken war, dessen vier Brüder ihm auf Gotland einen Runenstein errichtet hatten.
Die Drakkars
Die Drakkars sind die Kriegsschiffe der Wikinger die sie mit der Zeit entwickelt haben. Die größeren können eine Größe von bis zu 80 m erreichen, die meisten sind jedoch 24 m lang. Ihr Mast hebt sich bis zu 18 oder 20 m hoch und trägt ein Segel, das mehr als 100 m2 hat. Sie haben das Ruder erfunden, segelten mit Segeln und hatten wohl auch Stangen dabei um über schwierige Passagen zu staksen. Die Boote waren bereichts beachtlich perfektioniert und wurden über 1000 Jahre weiter entwickett. Damit konnten sie nicht nur aufs offene Meer fahren, sondern auch über Flüsse und sogar durch Sümpfe (z.b. in Cherson) staksen. Die Drakkars waren extrem flach und weit ausladend. Wenn man genau hinschaut erinnern sie fast an einen Trimaran und dürften durchaus ähnlich elegant durchs Wasser geglitten sein.
Wer sich für die Schiffahrt auf der Ost und Nordsee interessiert, hier wird sie recht gut dargestellt.

Diese patriachal orientierte Mythologie stellt daher einen Umbruch zur jungsteinzeitlichen Mythologie dar und findet sich seit frühestens 6.000 Jahren.


fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.
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