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Herkunft verschiedener Völker

Skythen, Sarmaten, Sauromaten, Germanen, Balten und Slawen

Was ist Volk?

Eigentlich müsste man vom Volk der Völker sprechen, denn im Laufe der Jahrtausende wurde aus einem vermutlich recht kleinem Kernvolk die aus Afrika auswanderte soviel Volk, aus dem sich Stämme bildeten und die eigene Namen bekamen.
Trotzdem sind sie doch alle miteinander verwandt und daher ist der Satz „wir sind alle Afrikaner“ auch irgendwie richtig. Aber genauso gut lässt sich sagen das ein großer Teil von uns auch irgendwie Juden oder irgendwie Perser, irgendwie Griechen oder irgendwie Russen sind.
Insofern ist der Begriff Volk relativ zu sehen. Es gibt kein „reines“ Volk, da praktisch niemand mehr derart isoliert ist, das man ihm bedenkenlos eine Ürsprünglichkeit bescheinigen könnte. Würde man so vorgehen, wären wohl die südamerikanischen Indios die „Reinsten“ aller Völker, denn sie schützte der undurchdringliche Amazonas vor Einwanderung.

Doch man muss bedenken, das Auswanderer zu allen Zeiten teilweise ohne Frau und Kind los zogen, ganz so wie es heute noch viele junge Menschen tun.
Sie heiraten in der Fremde und wurden dort im günstigstem Falle zu Gründerväter neuer Stämme und Völker.
So ist es auch nicht verwunderlich das ein Teil der amerikanischen Indianer durchaus Europäische Vorfahren hat und auch bei Schwarzamerikanern sind europäische Vorfahren nicht selten. Auf irgendeiner Insel gibt es sogar eine Population Polynesier die zu 80% von einem einzigen Seefahrer abstammen.
Die Rolle der europäischen Väter ist dabei durchaus kritisch zu sehen.

Eine Variante die geradezu zur Tradition wurde, ist der berühmt-berüchtigte Brautraub, bei dem Frauen aus unterschiedlichen Regionen in die Heimat der Räuber entführt wurden, was in der jetzigen genetischen Untersuchung von mtDNA durchaus wie eine Volksbewegung aussehen kann, falls dies zu einem Gründereffekt führte. Allein die mtDNA ist daher nicht aussagekräftig genug.
Ein berühmtes Beispiel ist der Raub der Sabinerinnen durch die Latiner.

Es ist wichtig sowohl mtDNA als auch yDNA zu untersuchen und dazu Parallelen in anderen DNA-Stämmen zu finden, die im selben Zeitraum und der selben Region eine neue Mutation hervor brachte. Denn Einwanderung hat sowohl auf die lokale Bevölkerung, als auch auf die einwandernde Bevölkerung Auswirkungen. Betrachtet man nur eine Seite, übersieht man leicht diese Wechselwirkung.

 

Kimmerer

Die Kimmerer sind das älteste dokumentierte Volk in der Ukraine. Es gab sie  schon seit dem 6. Jhd. v. Chr. vermutlich sogar seit der Spätbronze. Deren Sprache könnte durchaus noch zu den volga-ugrischen Sprachen gehören, sozusagen ihr südlichster Zweig.
Tatsächlich scheinen einige der Kimmerer zu den volga-ugrischen Völkern zu gehören, zumindestens der Eine den man in Nordost-Ungarn in  Ludas-Varju-Dulo in der Mezocsat Kultur fand, datiert auf 830–980 v. Chr. Er trug die y-Haplogruppe N und die mtDNA G2a1 (möglicherweise eine Mutter aus Kolchis?).
Für das eisenzeitliche Ungarn ist er jedenfalls sehr exotisch. Ob er da eingeheiratet hat oder als Händler dort verstarb, oder tatsächlich die gesamte Kultur von Volga-ugrischen Menschen durchsetzt ist, man weiss es nicht.

Andererseits könnten die Kimmerer auch aus dem Thrakisch-Dakischem Siedlungsgebiet stammen. Dafür spricht zumindestens der Thrakisch-Kimmrische Horizont.

Eine dritte Variante wäre eine Verknüpfung über die Namen. Wenn man die Cimbri, Cymbri und Cimmri eine Verwandtschaft unterstellt, könnten sie auch aus dem nördlichen Europa stammen. Andererseits stammen viele dieser sehr alten Namen wohl aus dem griechischem Einflussgebiet. Es könnte also auch ein ähnlich klingender Stammesname im südlichen Balkangebiet gegeben haben.
Da es keine weiteren bekannten Daten gibt, bleibt ihre Herkunft vorläufig Spekulation.

Kimmerer und Skythen werden oft vermischt. Allerdings zeigen die attischen Krater deutliche Unterschiede zwischen Skythen und Kimmerer. So trugen die Skythen Hosen und eine Kappe, während die Kimmerer mit spitzen Hüten und ähnliche Bekleidung wie die antike griechische Landbevölkerung. Ich hab versucht diesen Unterschied anhand der Darstellungen bei Perser, Macedonen und ihren Diadochen sowie den attischen Kratern mal darzustellen.

Skythen

Eine Parallele wie eine Waffenart zum Namen einer Volksgruppe werden kann bietet sich auch bei den Skythen an, deren Name ebenfalls aus dem Altpersischem „Skudat“ (oder Scudat) kommt, was übersetzt „Bogen“ heisst und demnach auch eher eine Waffengattung ist.

Allerdings sollen die Sagartier mit Lassos gekämpft haben. Eine merkwürdige Vorstellung antiker Cowboys.
Alanen scheinen im Kaukasus erst um ca. 200 v. Chr. anzukommen. Vielleicht sind die Sagartier aber auch mit Kimmerer verwandt.

Für Hirten klingt es durchaus plausibel das sie mit Lassos ihre Tiere einfingen und dies auch in ihr Waffenarsenal aufnahmen um vielleicht Flüchtige einzufangen. Noch heute fangen Rentiervölker ihre Rentiere mit kleinen Lassos ein, die sie über das Geweih der Tiere werfen.

Sinnigerweise heisst auch die Abwehrmaßnahme gegen den Bogen – das Schild – im Griechischem skytos ‚Leder‘. Von dem leitet sich wiederum das lateinische Scutum (lural Scuta) ab.

Die frühen Griechen nutzten dazu ein Weidengeflecht das sie mit dickem Rindsleder bespannten. Dies war z.B. zur Zeit des Trojanischen Krieges wohl in allen Hochkulturen in Gebrauch und wurden erst später durch Holzschilde ersetzt. Auch das althochdeutsche „Scilt“ klingt eher nach Entlehnung, wonach sich auch die Dynastie der Scyldinger benennt.
Der Ursprung des griechischen „Skythai“ könnte also im Altpersischem liegen.

In Europa sind einige Metall-Schilde ab etwa 1400 v. Chr. gefunden worden. 8 Schilde werden hier dem Typ Nipperwiese zugeordnet und wogen ca. 2,2 kg. Ansonsten sind rund zwei Dutzend Schilde vom Typ Herzsprung und ein paar englische Varianten gefunden worden, die sich wohl aufgrund ihres geringeren Gewichtes durchsetzten. In Griechenland benutzten die Hopliten ähnliche Rundschilde wie sie später die Germanen benutzten. Sie wurden als Hoplos oder Hopla (in Anlehnung des Hopliten) betitelt bzw. korrekterweise als „Aspis“ bezeichnet und sind sicherlich das Vorbild der späteren germanischen Rundschilde.
Ob das avestische „Aspa-„ der Ursprung des griechischen „Aspis“ (übersetzt Schild) ist und damit auch des lithauischen „ašvà“ (Pferd) ist, sei hier ebenfalls mal angemerkt. Eine enge Beziehung besteht zumindestens zu dem göttlichem Zwillingspaar das den Streitwagen steuert, wofür auch die Bezeichnung litauisch„Ašvieniai“, vedisch„Ashvins“ oder „Ashwa“ und dem gotischem „aíƕa-„ (gesprochen aihwa) steht, dessen Ursprung im luwischem asuwa und dem hetitischem *āzzu-  zu finden sein dürfte.

Dieser Gleichklang dürfte schwerlich mit der angeblich indogermanischen Herleitung „h₁ék̑-wo-s“ (in eindeutiger Gewichtung zu Equus und Hippos/Ikkos) in Einklang zu bringen sein.  Selbst das tocharisch-B yakwe (y+akwe) lässt sich mit dem Latein und Griechisch kaum in Einklang bringen, legt aber eine Verwandtschaft zum tibetischem Yak „g.yag“ nahe, zumal das Yak als Tragtier im im Hochland von Tibet das Pferd als Höhen-Lastenträger ablöst.
Die Waren der Seidenstraßen werden teilweise bis heute direkt von einer Pferdekarawane auf eine Yak-Karawane umgeladen. Das Yak ist also so gesehen ein tibetisches „HöhenLastpferd“. Man darf daher dem Konstrukt „yag“->“yawke“->“akwe“->“ashwa“ ein deutlich höheres Alter zuschreiben, als dem griechischem „Hippos“, was bereits die Domestikationen von Pferd und Yak nahe legen die mindestens 1000 Jahre vor der Erwähnung irgendeines Pferdes im Orient anzusetzen sind.
Das Hippos könnte vielmehr eine Entlehnung vom phönizischem Seepferd (Schiff) „ipu“ sein und wäre demnach das Equivalent im Sinne eines  „Landpferdes“. Das entspricht auch dem keltischem „epo“ das vermutlich aus dem Punischem stammt. Die hatten ihre Reiterei als „Eponi“ bezeichnet, was just zu einer keltischen Göttin wurde.
Das die Germanen das Equus wiederum von Römern entliehen und mit „ekwu“ die römische Kavallerie meinten, klingt auch sehr plausibel, zumal ja zig tausende Germanen in römischen Diensten standen und sich dabei eine ganze Menge Latein ins Germanische einbürgerte.

Die Beziehung zwischen Yak und Pferd beschreibt die Tibetische Mythologie so:
Einst trafen drei Pferde auf dem Feld wilde Yaks an, die rannten auf sie zu und eines der Pferde wurde durch das Horn getötet. Da riefen die beiden anderen Pferde nach einem Bogenschützen. Der kam und tötete die wilden Yaks.“

Germanen

Herodot Map ca. 450BC

Herodot Map ca. 450BC

Der Begriff der Germanen stammt, wie an anderer Stelle dargestellt, wahrscheinlich aus dem Alpenzug des Hannibal von 218 v. Chr. und wäre demnach eine Punische Schöpfung. Dafür spricht das auch die Celtici möglicherweise auf die Punier zurück geht. Es würde problemlos erklären warum die Germanen an Rhein und Donau eigentlich eher keltisch wirken.

Womöglich stammt er aber bereits von den Persern, denn Herodot (490/480- † um 424 v. Chr.) erwähnt in seiner Weltbeschreibung u.a. Germanii in Verbindung mit den Stämmen die den Persern Untertan sind. Germanen werden hier in Zusammenhang mit Sagartier bei der Eroberung Babylons 539 BC erwähnt.
Natürlich waren das keine „deutschen“ Germanen, nicht mal Europäer.
Auf alle Fälle ist das sehr verwirrend, was Herodot da schreibt.

Ein Zusammenhang mit Speerträgern als militärische Bezeichnung wäre hier durchaus denkbar. In dem Falle ist die Auslegung eher eine Art militärische Abteilung (Waffengattung) und kein Stamm oder Volk. Zu dem haben sie wohl erst die Römer gemacht, die einfach jeden zum Germanen erklärte, der östlich des Rheins und nördlich der Donau lebte.

Ob man Herodot nun als glaubhaft ansehen soll oder nicht, muss jeder selbst entscheiden, zumindestens ist das die erste Erwähnung der Germanii.

Die Römer definierten den „Germanen“ so um das er zu einer Sammelbezeichnung der Mitteleuropäer wurde, das aus römischer Sicht durch den Rhein und die Donau von den Kelten getrennt ist.
Es ist die alteuropäische Bevölkerung der Region Germanien, also aus meiner Erzählseite die „Vanaland-Bevölkerung“. Dies unterscheidet sich fundamental von den historisch dokumentierten Germanen, deren Bezeichnung von etwa 200 v. Chr. bis ins 8. Jhd. n. Chr. gebräuchlich war. Doch schon seit dem 6. Jhd. ging es fast nur noch um Westgoten, Franken und Angelsachsen, die auf der Weltbühne agierten. Der Rest wurde – aus römischer Sicht – nun mehr als Anten, Sklaveni, Avaren und Bolgaren betitelt. Im 8. Jhd. setzte sich dann der Begriff Slawe durch, während die Franken von Wenden sprachen. Zeitgleich kamen noch die Wikinger, Rus und Waräger auf, die nur deswegen bekannt sind, weil sich der Byzantinische Kaiser eine Warägergarde hielt. Die Sachsen und Dänen waren den Byzantinern relativ egal, sie betrachteten das als fränkisches Problem.

Franken

Warum hier die Franken aufgezählt werden? Nun, die Franken sind neben dem schrumpfenden Byzantinischem Reich die einzige weitere Zentralmacht in Europa der es gelang aus der Menge der sich bildenden Germanischen Königreiche zu einer Großmacht aufzusteigen. Vermutlich hätten das auch die Westgoten geschafft, aber ihr Pech war das sie von den Mauren überrannt wurden. Als Justinian 565 auf den Oströmischen Thron kam, rief er die Restauratio Imperio aus, das bedeutet das er vor hatte das gesamte Römische Weltreich wieder herzustellen. Obwohl es ihm gelang die Vandalen zu schlagen, die Gepiden zu vernichten und die Donaugrenze durch ein mächtiges Bauprogramm von Kastellen neu zu sichern, wurde sein Erfolg durch den Ausbruch der Pest massiv erschwert und schon bald nach seinem Tode zunichte gemacht.  Nicht desto trotz okkupierten die Merowinger die Idee und propagierten fortan die Wiederherstellung des Weströmischen Reiches. Dies ging einher mit einer Romanisierung der Sprache, einer lateinischen Verwaltung, der Adaption römischer Titel in Adel und Militär und einer Christianisierung der Bevölkerung. Das wichtigste war jedoch die anderen Germanenreiche auszuschalten und die germanische Identität zu vernichten um sie durch eine fränkische Identität zu ersetzen. Daher gab es nach der Übernahme des Langobardenreiches und der Vernichtung der Goten durch die Mauren nur noch die Angelsachsen in England, sowie die widerspenstigen Sachsen und Dänen die diesem Plan im Wege standen. Die Franken sprachen sowohl den Slawen als auch den Dänen jegliche germanische Herkunft ab. Als dann auch noch die Awaren um Hilfe gegen die expandierenden Bulgaren nachsuchten, erhoben die Franken die inzwischen massiv slawisierten Awaren-Fürsten in den fränkischen Adelsstand und machten sie zu Vasallen die als Puffer zu den Bulgaren, Ungaren und den kriegerischen Dänen dienen sollten. Gleichzeitig setzten sie alles daran, die rebellischen Sachsen unter die Knute der Franken zu bringen, die Slawen zu tributpflichtigen Untertanen eines ihnen tributpflichtigen Fürsten zu machen und den Vorstoß der Mauren nach Europa zu stoppen. Das gelang ihnen schliesslich sehr erfolgreich und sicherte so das Fränkische Reich.
Mit der Herrschaft über Italien beanspruchte Karl der Große 774 die Erfüllung der „Restaurati imperii“ (die Wiederherstellung des Weströmischen Reiches)  und die römische Kaiserkrone für sich die er 795 schliesslich auch erhielt, wobei es hilfreich war, das er den entmachteten Papst kraft seines Militärs wieder auf den römischen Stuhl brachte. Aus dem Frankenreich wurde nun ein „heiliges römisches Reich“ (Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium) mit einem römischen Kaiser fränkischer Herkunft.
Die Kaiserwürde die seit 476 mit dem Untergang des Weströmischen Reiches niemand mehr getragen hatte, wurde also von Karl wieder eingeführt.

Ihr einziges Problem kam eher von unerwarteter Seite. Die Königsdynastie und deren Erben die sich gegenseitig ausschalteten, was schliesslich zur Teilung des Frankenreiches zu einen deutschen, einen französischen und einen Italischem Königreich führte, wobei die Kaiserwürde des römischen Reiches (seit der Restauratio imperii) an das deutsche Reich ging, was dadurch zum heiligem Römischen Reich deutscher Nation wurde. Deutsch wurden von Ludwig dem Deutschen zur offiziellen Landessprache, was der überwiegend deutsch sprechenden Bevölkerung geschuldet ist. Damit wurde die Romanisierung der Bevölkerung aufgegeben. Latein blieb in der Verwaltung, Kirche und des Adels vorherrschend bis Martin Luther die Bibel übersetzte.

Slawen

Die Herkunft der Slawen ist großes Rätsel da sie noch später als die Germanen auftauchen und das auch gleich in einer Zahl, die vermuten lässt das es sie vorher schon gegeben haben muss. Nur wo?

Geschichtlich gibt es folgende Theorien:
Die Slawenlegende ist die Theorie einer Einwanderung von Slawen aus dem Osten die Europa slawisiert hätten.
Entstanden ist diese Theorie Anfang des 19. Jhd. und wurde dann von den Nazis missbraucht, die damit den Anspruch von Slawen mehr oder weniger negierten.
Nur stellten sie es so dar, als hätten die Slawen Europa unrechtmässig in Besitz genommen und müssten wieder in den Osten getrieben werden.

Dies war allerdings nicht von Anfang an die Intension der Forschung, wurde aber massiv von den Nazis missbraucht und auch die Rechten fahren teilweise auf dieser Schiene.

Die Slawische Urheimat geht von einer Kontinuität der Balkankulturen mit den Slawen aus, womit der Balkan mehr oder weniger ihre Urheimat wäre. Sie hat ihre Wurzeln im Pan-Slawismus der vor allen Dingen nach dem 2. WK von Stalin voran getrieben wurde um den Ostblock zu einem großen slawischem Volk zu vereinen. Dies wurde selbstverständlich auch von der DDR und den baltischen Staaten unterstützt. Abgelöst wurde sie dann von der Kurgantheorie die in den 60igern aufkam. Das hinderte jedoch nationalistische rechte Slawen nicht daran die Theorie aufzugreifen und so ihrem Land eine tausende Jahre alte Geschichte anzudichten. Besonders die sogenannten arischen Veden, ein panslawistisches Blabla sticht hier heraus und wird massiv verbreitet.

Die bekanntesten Slawentheorien gehen von verschiedenen Theorien aus daß:
a) die Slawen aus den Ostgermanen enstanden. (die ursprüngliche und dann von Nazis missbrauchte Theorie)
b) die Slawen aus der Jamna-Kultur stammen, wahlweise wird hier auch die Kammkulturen im Osten Europas genannt, (die wird insbesondere von den arischen Veden der Rechten Slaven missbraucht)
c) die Slawen aus dem Chasarenreich hervor gingen und nach Europa wanderten (in ein ähnliches Horn stoßen auch die Thesen der Osteuropäischen Juden, nachdem bekannt wurde das Teile der Chasaren zum Judentum über traten).
d) die Slawen im Kiever Rus entstanden. Die These wird mehrheitlich von Russen und Slawen abgelehnt was an der Hegemonie der Russen liegt, von den sich die anderen slawischen Völker mehr oder weniger unterdrückt fühlten.
e) das die Slawen aus den Bulgaren oder Awaren hervor gingen.

Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Initialen Genpool für Slawen oder Westbalten, der eine Urheimat begründen würde. Die Genetik des überwiegenden Teils der Slawen, Balten und Ostgermanen begründen sich in der Schnurkeramik und den nachfolgenden Kulturen. Es gibt auch keinerlei Kultur die derart unabhängig ist, das sie als Gründer einer Sprachfamilie in Frage käme. Dazu kommt das mehrere Linguisten eine gemeinsame Herkunft der Baltischen und Slawischen Sprachfamilie negieren. Sie halten das für ausgeschlossen, da die baltische Sprache näher zur indoiranischen Sprache steht und eine ältere Charakteristik hat als die slawischen Sprachen.

Die Jamna-Kultur scheidet aus, weil sie für das theoretische Alter der Urslawischen Sprache zu früh ist und die genetischen Proben bisher eher zu einer indoiranischen Sprache neigen. Es sind zwar Teile der Jamna-Kultur nach Europa eingewandert, die verschmolzen aber mit Mitteleuropa und dem Balkan mit den Alteuropäern (LBK, Cardio-Impresso-Kultur, Balkankulturen). Ihre neu entstandene Genetik ersetzte dann die Alteuropäer z.b. durch die Schnurkeramik und Glockenbecher. Einen Sonderfall stellen die Albaner dar, deren Ethnogenese vollzog sich später. Auch die Basken bilden einen Sonderfall.
Diese sind zwar generell genetisch europäisch aber die Herkunft ihrer Sprache ist ein Rätsel das sie besonders macht.

Eine Herkunft aus der Osteuropäischen Landschaft (Srubna-Kultur, etwas später Sarubinzy-Kultur) scheidet ebenfalls aus, weil diese vorwiegend mit den Uralischen Stämmen zu verbinden ist, die ihrerseits eine Ethnogenese mit asiatischen Rentierzüchtern vollzogen (Ostbaltikum, Esten, Irmen, Perm, Veps, Komi, finno-uralische Stämme, Finnland).

Der Rest wurde durch Schnurkeramiker ersetzt, in der Teile der Srubna-Kultur aufgingen, wie auch ein paar Restpopulationen von mesolithischen Jägern und Sammlern.
Eine proto-slavo-baltische Einheitskultur ist erst recht nicht auszumachen. Man muss daher von einer relativ einheitlichen Kultur ausgehen die sich über das gesamte Gebiet der Schnurkeramik ausbreitete, das heisst die sprachen alle die selbe Sprache, möglicherweise regionale Dialekte.

Während der Spätbronze kommt es zur Trennung der Germanischen Sprachen in Nord-, West- und Ostgermanisch. Dies ist der einzige Hinweis auf eine Sprache die sich nach Osteuropa ausbreitete (angetrieben durch den Bernsteinhandel) und dort die ältere Sprache der Schnurkeramiker überlagerte.
Deswegen ist die sogenannte „polnische“ Genetik, die gleiche Genetik die auf die Lausitzer Kultur zurück geht und die sich ja nach Osteuropa ausbreitete.
Hierzu muss man aber auch den Background der uralisch-finnischen Sprachausbreitung kennen um zu begreifen, das diese für ein „proto-slawisch“ ausfallen.

Das Chasarenreich scheidet aus, weil es keine Kontakte zwischen Chasaren und den europäischen Slawen gibt. Auch die Archäologie findet keine kulturelle Übereinstimmung. Der Legende nach entstanden aus den Hunnen und anderen Steppenvölkern die Göktürken. Die Göktürken des Westlichen Raumes teilten sich in den Dulo-Clan (Utigur) und den Ashina-Clan (Onogur), der Ashina-Clan bildete die Chasaren und der Dulo-Clan die Bolgaren. Die bestanden wohl aus Kutiguren und Utiguren. Die Bolgaren wurden in Europa zunehmend slawisiert.

Eine Herkunft aus dem Kiewer Rus lässt sich archäologisch stützen, hat aber das Problem das die Datierung slawischer Funde extreme Mängel aufweisen.

Mehrere dieser Kulturen sind wahlweise besonders früh angesetzt um sie mit der Kurgankultur oder einer slawischen Wanderbewegung in Einklang zu bringen. Datiert man sie korrekt, so sind einige slawische Keramikkreise im Westen früher als die Keramik der vermeintlichen Herkunftskregion im Osten.

Ausserdem fehlen archäologische Belege für die Landnahme der Slawen, unzwar sowohl auf dem Balkan als auch in Russland als auch in Westeuropa. Der Begriff „slawische Landnahme“ ist daher eine archäologische Erfindung angelehnt an die Landnahme-Legenden zahlreicher anderer Völker. Nur haben die Slawen traditionell keine Einwanderungslegende.

Eine Völkerwanderungsbewegung wie sie bei Germanen oder Bulgaren nachweisbar ist, lässt sich weder archäologisch noch in den historischen Schriften nachweisen.
Die Nachweise über Landschaftsbezeichnungen sind zweifelhaft, da 1000 Jahre Slawische Kultur nahezu alle Landmarken und Ortsnamen umbenannt und/oder slawisiert haben. Und das dritte Problem ist die Herkunft der Slawischen Sprache zu erklären.
Das Modell sieht daher eine Kreolisierung mit einwandernden Turkvölkern, den Ugrisch-finnischen Stämmen, Sarmaten, Bolgaren und den Warägern vor, was dann zur Bildung der neuen Sprachfamilie führte. In dem Fall muss man annehmen das die West- und Balkanslawen bereits mit einer Sprache in ihre heutigen Gebiete wanderten und dort die verbliebene Population slawisierten. Es gibt also einiges was dafür spricht, anderes dagegen.

Die Slawen als Ethnogenese der Bulgaren oder Awaren mit der einheimischen Bevölkerung zu erklären, ist ein durchaus nachvollziehbares Element, denn die slawischen Sprachen werden ja in Süd, West und Ostslawisch unterschieden. Demzufolge sind die Bulgaren sicherlich für die südslawische Sprachgruppe prägender als etwa die Rus oder Awaren. Andererseits lässt sich die Westslawische Sprachgruppe gut mit der fränkischen Awarenmark und der Slawenpolitik des römisch-fränkischen Reiches erklären, das gleichzeitig die Germanen (als mögliche Konkurrenz) besiegte und die germanische Identität auslöschte um sie mit Fränkischer Identität zu ersetzen.
Die Ostslawischen Sprachen müssen von der dortigen mächtigsten Herrschergruppierung geformt sein und das sind (je nach Sicht) die Kiever Rus oder die Wolgabulgaren. Laut der Russischen Geschichte integrierten die Russen den Adel der Wolgabulgaren als Boljaren, woraus dann der Adel der Bojaren entstand. Rein technisch gesehen könnte es eine Kreation des  Volksbegriffes Bolgar mit dem Wikinger-Begriffes Jarl (as. Earl also sinngemäss ein Grafentitel) sein – enthymologisch also von „Bol[gar] Jar[l]“. Das spräche für eine Kreation des Kiewer Rus.
So gesehen würde das Modell eigentlich funktionieren.

Nun gibt es aber ein Problem, nur 10 Jahre nachdem die Awaren das Gebiet der Gepiden (ca. 568-569) übernahmen, spricht ein byzantinischer Historiker 578 von 100.000 Sklaveni die Thrakien verwüsten. Wo kamen die alle her? Und das erklärt nicht warum Ostgermanen und Slawen genetisch gleich sind.

Tatsächlich hätten die Awaren eine derartige Streitmacht nicht aufbringen können. Genauer gesagt hätten sie die Gepiden nie alleine schlagen können. Und warum haben die derart vielköpfigen Sklaveni sich einfach der Herrschaft der Awaren unterworfen?
Die einfachste und logischste Erklärung ist, das Sklaveni und Anten die Gepiden sind. Die Gepiden waren ein Volk von wenigstens 1 Mio Menschen, vermutlich mehr. Dazu kommen noch kleinere besiegte Stämme und Reste der Goten, Langobarden und Sueben die im Osteuropäischem Raum verstreut waren.

Florin Curta hat für den Balkan klar festgestellt, das für die frühen Slawen-Überfälle Germanen, dann aber zunehmend Avaren in Frage kommen, was sich anhand der Gold-, Silber und Kupferfunde lokalisieren lässt.
Gleichzeitig etabliert sich die Bezeichnung Sklaveni und Anten zwischen dem 5-6. Jhd. in der Geschichtsschreibung.

Und während die Schlachtenprotokolle nur die Allgemeinbezeichnungen Sklaveni und Anten benutzen, erfinden die Historiker Namen, den sie den einzelnen Gruppen zuordnen, wobei sich die Franken offenbar an germanische Stammesnamen orientieren dem sie eine slawische Endung verpassen, während die Römer lokale Bezeichnungen, Flüsse, Städte oder ähnliches benutzen.

Mit der Zeit werden diese Namen immer weiter slawisiert, womit die ursprüngliche Erstbezeichnung überlagert wird.  Wikipedia gibt sich da besonders viel Mühe und korrigiert oder löscht die von den mittelalterlichen Historikern genutzte Schreibweise durch die modern slavisierte Form.

Dummerweise entspricht diese neue Sichtweise grob gesehen der Sichtweise die von den Nazis ja so occupiert wurde. Demzufolge wird jeder als Rechter betrachtet der die Slawen als – aus Germanen hervorgegangen – betrachtet. Und demzufolge halten es die kurzsichtigen Wikipedianer für ihre Pflicht den Slawen eine Bronze- oder Eisenzeit zu erschaffen, die es so nie gab.

Es gibt archäologisch keinen einzigen Fund der sich sicher vor 570 als „slawisch“ definieren lassen würde. 572 führen die Awaren erstmals Krieg gegen das fränkische Reich.
Die Slawenzeit beginnt mit dem Ende der Völkerwanderung, wobei die geschlagenen Gepiden das Ende der Völkerwanderung um 568/569 darstellen. Die nächsten 200 Jahre sind die frühen Slawen wobei hier eine Ethnogenese mit den Awaren stattfindet. Die angeblich slawische Kultur auf dem Balkan (Ipotesti-Kultur) stellt also die Einwanderung der Awaren dar, die von den Römern das Gebiet nördlich von Durostorum und östlich des Limes Alutanus als Foedus bekamen, während die Anten 543 in Turris westlich des Limes Alutanus einen Foedus bekamen. Sinn der Sache war es mit einer römischen Koalition der Langobarden, Anten und Awaren die Bedrohung „Gepiden“ zu vernichten, was ja auch gelang.

Sternbild des Schützen - Sagittarius

Sternbild des Schützen – Sagittarius

Historische Überlieferungen:

tabula rogiana 11jhd

Tabula Rogeriana des Idrisi (11. Jhd.) für den Normannenkönig Roger II. von Sizilien
vereint Wikingerwissen mit Araberwissen

Tatsächlich  ist es so, das die Überlieferungen Ostdeutschland im frühem Mittelalter insbesondere von den Karolingern geprägt ist, die infolge der Anwesenheit von Slawen im 800 bis 1000 AD das östliche Germanien samt Polen der Slowakei zu „Terra Slavonia“ erklärten, während zeitgleich der Kiever Rus bzw. Moldavien vom Araber Ibn Fadlan um 900 AD als „Gharmāniyā, Sakā liba“ bezeichnet wird, wobei auch der Titel des russischen Zaren die Herrschaft über Russen und Bulgaren enthielt.
Zeitgleich bezeichnen die Franken die Abotriden und Wilzen als „Wendeni“ und „Wenedi“ (Wenden, Wendenmark) die in der Wendenmark leben.

Bestätigt wird dies durch die Tabula Rogeriana des Araber Idrisi, der für den Normannen Roger II. von Sizilien diese Weltkarte anfertigte, auf der auch Gharmāniyā (im heutigem Moldavien) zu lesen ist, wobei auch die Burgar (die Bulgaren) an der Donau gerade vom Russischem Fürsten geschlagen wurden, wie er im Begleittext erwähnt, was die Karte relativ genau datiert. Grob gesehen gibt die Tabula Rogeriana also die politischen Verhältnisse des 9-11 Jhd. wieder.
Die Einwände das der Begriff „Gharmāniyā“ arabisch zu lesen sei, sind schlichtweg dumm, denn das arabisch ausgesprochene Dscharmaniya ist die arabische Form von Germania und der Aarabische Kartenzeichner hatte mit Roger einen Wikinger als Auftraggeber, der den für Araber kaum bekannten Norden Europas sehr genau kannte.

Die Finnen und Esten bezeichnen Germanien als „Saksa“ oder „Saksmaa“ also „Sachsen“. Dazu kommen noch Begriffe wie „Slawiya“, „Kuyaba“ und „Navgard“, „Gardarike“, „Holmgard“, „Ruderike“, „Wisleland“, „Livlandi“, „Aldeigjuborg“, „Staraya“, „Pomore“ usw. und auch unter Theoderich Strabo wurde ein „Germania“ mitten in Thrakien (modern Bulgarien) gegründet.
Erst die Chronik von Monemvasia erklärt nun auch im 10/11 Jhd. die südeuropäischen Bewohner unter der Herrschaft der Bolgaren zu Slawen. Ich werde also mal versuchen zu erklären wie es dazu kam.

Gilgamesh als Beherrscher der Wildnis (Welt)

Gilgamesh als Beherrscher der Wildnis (Welt)

Von Sag über Saka zum Sachsen
Sak, Sag, Saĝ, Saq, Shak ist ein uralter Terminus der mit den Mythen mitwanderte und in etwa so verbreitet wie die Sindflut ist. Er kommt z.B. im Sternbild Sagittarius (Schütze) und im antiken akkadischem Sternbild Pabilsag (das aus Teilen von Schütze und Schlangenträger besteht, übersetzt soviel wie Vorfahre „pAbil“, hebräisch „Abel“, arabisch „Habil“ mandäisch „Hibil“) vor und wird normalerweise als Bogenschütze, wahlweise mit oder ohne Pferdeleib (einem Satyr oder Kentaur) dargestellt. Wahrscheinlich leitet sich davon auch der Name der Sagartier, Saka und S[a]kudat ab.

Das mythische Bild des Bogenschützen gibt es in fast jedem antikem Volk. Kein Wunder, der Bogen war Jahrtausendelang eine der wichtigsten Waffen.  Es muss also schon was besonderes sein, was den Bogenschützen so bedeutsam macht und das scheint die Bildung eines Flächenstaates zu sein.
In Mesopotamien wird dieser Bogenschütze seit Urzeiten als geflügelter Löwe oder auch als geflügelter Mensch dargestellt und ist das Zeichen der Akkad-Könige das von späteren Königen Assyriens und auch der Perser übernommen wurde. Die Akkadischen Herrscher liessen sich bevorzugt mit der neusten Waffentechnik, dem Kompositbogen (bzw. eine frühe Vorversion davon) darstellen. Und sie setzten damit einen Standart, dem auch die Babylonier, Assyrer, Hethiter und sogar Ägypter und Köktürken folgten. Der Bogen wurde zum Markenzeichen. Er stand für Stärke und Wehrhaftigkeit. Später folgte ihm der Speer und seit den Römern ist das Schwert modern.

Das Wort Sag stammt aus dem Sumerischem und wurde ins akkadische Sak entlehnt (vielleicht auch umgedreht, so genau ist das nicht mehr zu ermitteln), das als Verkehrssprache des Handels cirka 2000 Jahre genutzt wurde. Es ist verständlich, das es sich dabei ähnlich wie die Mythen verbreitete und unendlich viele Entlehungen erfuhr.
Mit dem Wort Sak wird so ziemlich alles in Verbindung gebracht was irgendwie mit Menschen zu tun hat, die nicht in mesopotamischen Städten lebten. Ihnen haftete der Mythos von Barbaren an, die man teilweise bewunderte und nachahmte, aber auch als unzivilisiert und roh ansah. Das galt auch für ihre Sitten, ihren Mut, ihre Kampfesart und ihre Religion.

Menschen die sich Saka (sanskrit Shaka) nannten, verstanden sich stets als starke freie wehrhafte Menschen, Krieger die Land und Familie verteidigen konnten, was wohl auch der Grund dafür war, das sich die Sachsen so nannten. Und natürlich waren auch ihre Waffen teil ihrer Identität. Die Waffe in ihrer Symbolik ist als Warnung zu sehen. Dafür spricht auch die frühe Darstellung in der Literatur.
Es ist also relativ egal, ob die Sachsen ihren Namen von den Sachs und die Franken ihren Namen von der Franca ableiteten. Die Waffe selbst war ja nicht neu. Irgendwann im Laufe der Zeit ging der Name eines Saken auf die Waffe über und als die Waffe bei den Sachsen beliebt wurde, wurden sie selbst zu Sachsen. Dazwischen lagen Jahrhunderte in denen das Wort bereits existierte.

Während die spätantike römisch-fränkische Überlieferung bis zum 5. Jahrhundert mit dem Begriff „saxones“ bzw. „Sachsen“ zunächst plündernde bewaffnete Verbände und Piraten aus dem Norden oder Einheiten germanischer Söldner in der römischen Armee bezeichnet, benennen fränkische Chronisten seit dem 6. und 7. Jahrhundert damit auch Bewohner der Landschaften zwischen Rhein, Elbe, Mittelgebirgen und Nordseeküste.
Als direkter nördlicher Nachbarn des Frankenreiches war die Einwohnerschaft dieser Gebiete damals zunehmend in den Fokus der Hegemoniebestrebungen der fränkischen Könige geraten.
Mit anderen Worten, die Sachsen wurden anfangs gar nicht als Volk, sondern als plündernde bewaffnete Kriegergruppen wahrgenommen, die sich ausserhalb des römischen Gesetzes bewegten, aber auch als Söldner für die römische und fränkische Armeen rekrutiert wurden. Und genau das trifft sowohl auf die Sachsen als auch auf die Saken zu, nur eben mit wechselnden Mächten.
Sie sind per Definition freie wehrhafte Menschen und Krieger die nicht den Gesetzen der damaligen Supermächte unterlagen, es sei denn sie wurden von ihnen angeheuert.
Und die erste Supermacht die Saken rekrutierte waren die Perser. Demzufolge dürfte die Bezeichnung Sachse eine griechisch-römische Entlehnung aus dem Altpersischen unter Darius I. sein. Diese kam über unzählige Ecken schliesslich zu den Sachsen.
Sachse bedeutet also nichts anderes als ein wehrhafter Mensch. Im Mittelalter schrieb man Sakse, im Lateinischen Saxon, im Arabischen Saqa, im Iranischem Saka und in Indien Shaka. Die Shaka gibt es bereits ab ca. 1200 v. Chr., die germanischen Sachsen tauchen in der schriftlichen Überlieferung erst um 150 n.Ch. auf.
Schwerter, Messer, Bögen gibt es jedoch schon seit der Bronzezeit und natürlich gab es dafür auch eine Bezeichnung. Aber auch wenn diese Dinge sich weiter entwickeln behalten sie oft den alten Namen. Wie z.b. der Wasserhahn, der wohl ursprünglich mal eine Handpumpe war.

Der Ursprung des Wortes Sag liegt also bereits im Sumerisch-Akkadischem, wo er auf Keilschrifttafeln der frühen Akkad-Zeit und damit auch im Gilgamesh-Epos vorkommt.

Das Sternbild  stellt z.b. „Gilgamesh“ (Zipa-zi-an-na) und den „freien Wilden“ namens Enkidu (Lu-Chun-ga) mit dem Himmelsstier dar und erzählt die Geschichte der Vorfahren (Pabil-sag). Interessanterweise gibt es noch ein zweites himmlisches Zwillingspaar das als lat. Gemini bekannt ist, also Sternbild Zwillinge, im Griechischem als Dioscuri (babylonisch als MAŠ.TAB.BA.GAL.GAL) bezeichnet werden.
Tatsächlich fand hier eine Erweiterung des Sternbilderhimmels statt, denn die Zwillinge sind nichts weiter als das vergöttlichte Streitwagen-Team, das aus dem Fahrer und dem Krieger bestand. Der Fahrer fuhr den Krieger zum Feind, der feuerte seine Pfeile und der Fahrer brachte ihn wieder aus der Gefahrenzone. Jeder verließ sich dabei auf den Anderen, er vertraute ihm blind. Eine Beziehung die der Nähe von Zwillingen gleich kommt. Bei dem militärischem Wert der Streitwagen war klar, das auch diese bald vergöttlicht wurden und ihren Platz am Himmel bekamen.

In Akkadisch/Sumerisch heisst Sagbû heisst z.b. Wächter, Behüter und bezeichnet einen Kriegertrupp. Sagdullu ist z.b. eine Mütze, Sagarrû einen Klang und wird in Verbindung mit Musik gebracht.  Saggullu ist ein Streitkolben oder Streitkeule. Sagû das Blut. Es gibt auch ein Wort für Kopfschmerzen. Mit anderen Worten, alle Dinge die mit Menschen in Verbindung gebracht werden, wie „Feinde, Freunde, Betende, Arbeitende, Kleidung, Wilde, Nicht-mesopotamische Menschen“. Lauter „Kopf-Dinge“ wie Kopfschmerzen, Mützen oder ähnliches usw. sind mit dem sumerischem „sag“ oder dem akkadischem „sak“ bezeichnet. So auch der Reiter und der Jäger.  Auch Dinge wie Sakāku, übersetzt mit „zu stoppen, aufzuhalten“ sind mit Sak verbunden. Ähnlich wie „zu machen, zu sehen, zu tun, zu schliessen“. Und schliesslich bedeutet Saklu eine Person, Sakka, Sakiktu, Sakāku „verwildert, versandet, mysteriös“ und als Sakku bezeichnet man den Körper (Body) von Wild und Sakkara eine Stadt der Toten, eine Nekropole in Ägypten, arabisch Saqqāra.
Karābu bedeutet in akkadisch soviel wie heilig im Sinne von ehrfürchtig, ehren. Kara wird im indischen oft mit Schwarz übersetzt, bedeutet aber wohl eher sowas wie „Finsternis, Verdunkelung“. Setzt man „Sak“, also Mensch und „karā“ für heilig zusammen, kommt das ägyptische „Sakkāra“ heraus. Ein Ort der Ahnenverehrung oder auch sowas wie „Menschen der Finsternis“ im Sinne von „Menschen im Totenreich“ oder auch „verdunkelter Geist“ deren Lebenslicht erloschen ist, wobei man diese Dunkelheit als etwas Furchteinflößendes betrachtete. Die griechische  Entsprechung ist Sat (Satyr).
Auch Worte wie Sakral oder Sakrileg dürften darauf zurück gehen. Sakka, Saka umschreibt also einen Menschen ausserhalb der zivilisierten Städte, sozusagen den Urtyp eines wehrhaften Menschen im Sinne eines Wilden. 

Das Wort Sag/Sak wurde schon früh so ausschweifend von Sumerern und Akkadern genutzt, sodas es weitaus älter als jede schriftliche Überlieferung sein muss. Es stellt wohl einen Urstamm dar, aus dem nach und nach immer mehr Worte entstanden, die schon im Sumerisch-Akkadischem einen großen Umfang erreichten und somit in der Sprache allgegenwärtig war. Durch die Entlehnung gelangte es praktisch in alle Sprachgebiete, mit denen es Handel gab und das über mind. 2000 Jahre.

Heute ist es längst in tausenden von Sprachen in Eurasien und Afrika von einem Volk zum anderen entlehnt worden und natürlich bekam es dort auch immer neue Bedeutungen. Oft natürlich in dem Zusammenhang wie es dort bekannt wurde. Das konnte ein Messer oder ein Bogen sein, aber auch ein Dämon oder Krankheiten, ein Ritual oder ein Gott und natürlich glaubt jeder das dieses Wort ursprünglich aus seiner Sprache kommt.

Es dürfte eine ganze Menge solche Urwort-Stämme geben, insofern ist die vehemente Bestreitung das phonetisch gleichklingende Worte mit ähnlicher Bedeutung reiner Zufall sind, in gewisser Weise falsch. Sprache ist nicht statisch, sie entwickelt und verändert sich ständig, übernimmt Lehnworte, wird selbst entlehnt und das gilt um so mehr für die Schrift. Ob man ein Wort mit chs, ks, ck, c oder k oder q, mit kk oder kh oder x schreibt, ist regionale Gewohnheitssache. Schon vom Deutschen zum Englischen wird praktisch jeder Vokal verbogen. Noch kritischer wird es bei einer Schrift die keine Vokabeln schreibt, denn dann lässt sich Nfrtte sowohl mit Nofretete als auch mit Nefretari auslegen. Da wir ja niemanden haben der Akkadisch, Sumerisch oder Altägyptisch spricht, ist esnur der Vergleich mit verwandten Sprachen, der die eine oder andere Auslegung wahrscheinlich erscheinen lässt. Doch das Beispiel Englisch zeigt, das auch dies nicht zwingend richtig sein muss.

Versuchen sie doch mal diesen Satz zu lesen:
lls ws ch hr sg st mn gn mnng vrthng  s hr s my wn pnn

 

„Germanisch“ die Sprache der Barbaren
Die Entstehung von Proto-Germanisch setzt man heute um etwa 1500 BC an, was ca. der Pre-Jastorfer oder Pre-Lausitzer Kultur (älter als Havelländische Kultur bezeichnet) entsprechen würde. Allerdings scheint es dafür keinerlei Anlass zu geben, diese Auslegung ist also eine rein linguistische Schätzung.

Mit der Einwanderung der „Eisenvölker“ setzte sich in allen Regionen Europas nach und nach Eisen als Werkstoff gegenüber dem Bronze durch und damit auch die Kultur und Erfindungen der Eisenvölker wie z.b. die Urne. Auf der Höhe Berlins kam dieser neue Werkstoff Eisen um etwa 400 v. Chr. an. Am Rhein war man wesentlich schneller und setzte sich dort schon um 600 v. Chr. durch. Vereinzelt gibt es den Werkstoff natürlich schon früher, aber zu dieser Zeit wurde er eben auch für normales Werkzeug genutzt und war kein Luxusgut mehr.
Auch die neue Mode (Hallstatt/La Tene) wurde modern und so finden sich in ganz Europa Fibeln verschiedenster Machart, ähnliches lässt sich für Halsringe, Armringe und Fingerringe sagen.
Prompt tauchen überall in Europa „Kelten“ auf. Man überschägt sich förmlich damit, halb Europa zu Keltenland zu machen und das war nach Meinung der Leserschaft natürlich schon 600 v. Chr. der Fall. Nur ob das wirklich Kelten waren, diese Frage stellten sich viele Menschen nicht.

Stattdessen wird eine Keltische Migration postuliert, die über 3/4 von Europa hinweg gerollt sein soll und trat damit eine  Lawine von angeblich keltischen Stämmen los, die natürlich alle an der Schwelle der Hochkultur standen unzwar von den Hebriden bis nach Galatien.
Tatsächlich geht der Keltenzeit aber eine Orientalisierung des Mittelmeerküsten voraus.

Doch inzwischen gibt es erste Zweifel. Untersuchungen an Gräbern der LaTene-Zeit in ganz Böhmen offenbaren, das die Bewohner größtenteils die gleiche genetische Vielfalt zeigen, die bereits am Ende der Bronzezeit herrschte.
Strontium-Untersuchungen an Männer, Frauen und Kindern zeigen das sie überwiegend auch aus Böhmen stammen. Mit anderen Worten, ihr Fundgut mag keltisch sein, die Menschen selbst sind es nicht. Eine Migration aus der Hallstatt- oder LaTene-Region liegt bestenfalls im Rahmen gewöhnlicher Kontakte. Keltische Kultur entstand hier durch Handel und Nachahmung. Der Kulturtransfer fand auf Basis neuer Technologie, Formenvielfalt und Idiologie von Südeuropa nach Nordeuropa statt. Die Rolle des Mannes trat weiter hervor, die der Frauen weiter in den Hintergrund.

Da verwundert es nicht das 2/3 der Bevölkerung Europas auf die Bronzezeit zurück geht. Wenn es also soviele Kelten gab, müssten sie heute Europa dominieren. Stattdessen ist ihre Sprache eine der kleinsten Sprachzweige des Indoeuropäischem und würde man sie nicht aktiv fördern wäre sie vermutlich längst ausgestorben.

Doch damit das irgendwie zusammen passt, erfindet man den bronzezeitlichen Kelten. Der bronzezeitliche Kelte ist natürlich ok, nur ein bronzezeitlicher Germane ist nicht ok. Da kommt das „böse Germanen-Theorie“ zum Tragen. Dabei fehlt dem bronzezeitlichem Urahnen der Kelten sein gesamtes keltisches Umfeld. Er kennt weder Fibeln, noch Urnen noch Hühner, noch hat er eine Handwerkskunst die ihn an der Schwelle zur Hochkultur zeigt.

Doch wirklich ausschlaggebend sollte eigentlich die Sprache sein. Für die Kelten in Hallstatt oder an den Quellen der Donau in Süddeutschland bzw. Schweiz gibt es keinerlei Anhaltspunkt ob sie überhaupt keltisch sprachen.

Im Gegenteil, die ersten keltischen Schriftfunde sind nicht nördlich der Alpen sondern südlich der Alpen in Norditalien im 3. oder 4. Jhd. auszumachen, also hunderte Kilometer entfernt. Natürlich sind Kontakte durch Amphoren gut belegt, aber dies dies deutet eher auf ein langsames Einsickern von keltisch sprechenden Menschen in den Nordalpenraum hin und daraus ergibt sich die Frage, was denn die ursprüngliche Sprache der Hallstatt-Menschen war?
Der einzige Beweis ist eine archäologisch als  „keltisch“ definierte Kultur, wobei Caesar dort um 50 v. Chr.  teilweise Germanen lokalisiert. Und diese werden immer als böse Eindringlinge in ihrem eigenem Land hingestellt und über den Rhein zurück gejagt. Das der Rhein Germanien von Gallien trennt, ist jedoch eine rein römische Definition. Es gibt keinen Grund zu glauben das die Bronzezeitler um Frankreich oder Belgien einen Bogen gemacht haben. Im Gegenteil, es ist zu vermuten das ein Großteil des östlichen Frankreich und insbesondere die Nordküste zum selben Kulturkreis gehörte wie etwa die Rheinbevölkerung. Ein Problem der archäologischen Kommunikation ist ja auch die mangelnde Darstellung der spätbronzezeitlichen Kulturen und Funde in Frankreich. Die Französische Geschichte geht von der Höhlenmalerei und direkt in die Keltenzeit über.

Interessanterweise sind z.b. auch die Markomannen rein von ihrem archäologischem Fundgut her eher keltisch. Ebenso wirken die suebischen Narister (auch als Varister bekannte Donausueben), Quaden und Junghurten ziemlich keltisch, obwohl sie sich selbst als Sueben betrachteten und im Falle der Quaden auch ein typisch suebisches Königsgrab in der Südslowakei zu finden ist.  Und tatsächlich bewegen sie sich auch vom Main, über Süddeutschland bis oberhalb von Pannonien in jenem Raum der als LaTene Kulturraum ausgewiesen wird. Also entlang der Mittelgebirgskette (dem Herkynischen Wald). Sie sind Nachbarn von Norikern, Vindeliker und Hellvetier, die allesamt als keltisch sprechende Stämme betrachtet werden.
Ariovist soll sogar eine Frau aus dem Stamm der Noriker gehabt haben, was auf eine freundschaftliche Kooperation mit den Norikern hindeutet.

Das damit bei den Quaden, Makromannen,  Junghurten und anderen automatisch eine keltische Sprache einzog, ist jedoch zu bezweifeln. Kelten und Germanen anhand ihrer Kulturen zu deklarieren und ihnen automatisch eine Sprache zuzuschreiben erscheint mir angesichts einer Vermischung die zweifellos statt fand, eher zweifelhaft. Vielmehr ist hier wohl die Kreolisierung von eisenzeitlichen Neuankömmlingen der Hallstatt-Periode mit dem urgermanischen Sprachgebiet nördlich der Alpen anzunehmen. Keltische Etymologie dürfte sich daher eher auf Neuerungen der Eisenzeit beschränken, während der alltägliche Grundwortschatz sicherlich eher konservativ, also aus dem Germanischem kommen dürfte.

Ergänzt wird das Ganze dann noch durch die Neuerungen der Römer, deren Bezeichnungen man natürlich auch entlehnte. Mit anderen Worten, ein Huhn kannten die Germanen nicht, das brachten die Kelten mit, ebenso sind Kastelle am Limes sicherlich dem Latein entlehnt, aber die Berge, Flüsse, Himmel und Erde waren immer schon da. Die Kelten und Römer werden also vorwiegend Landschaftsmarken wie Seen, Berge, Gebirge, Täler, Flüsse, Auen, Weiden, Alm usw. entlehnt haben, während die Germanen Begriffe für neue Innovationen wie Eisen und Huhn, Hightechwaffen, Götter, aber auch andere handwerkliche Begriffe wie Kelterei, Wein, Reben aber auch Waffen wie Streitwagen, Kavallerie usw. entlehnten.
Eine germanische Etymologie wird in der Forschung jedoch komplett ausgeblendet. Hier herrscht Keltomanie wohin man nur schaut.

Germanisches Fundgut ist im Grunde genommen während der Eisenzeit im Hallstattraum gar nicht zu klassifizieren, da die in diesem Raum lebenden Germanen die neue Mode fröhlich adaptierten. Man erkennt lediglich wann und wo die neue keltische Mode Einzug hielt und aus welcher Richtung sie kam – aus dem Süden. Das wars.

Hallstatt- oder LaTene-Fundgut (also Keltisches Fundgut) ist also nicht automatisch mit Kelten gleichzusetzen, sondern eher ein Adaptions- und Vermischungsprozess. Kelten übernahmen alteuropäische Traditionen und die Altbevölkerung neue aus dem Mittelmeer kommende Traditionen. Es entstand eine Wechselwirkung die zu einer kulturellen Harmonie führte.

Und ähnlich ist es mit den Römern. Mit der wachsenden Macht Roms adaptierten die Völker rundherum durchaus die eine oder andere römische Mode, mit oder ohne Gewalt, weil sie einfach besser war. Insbesondere da die Römischen Legionen zunehmend mit Nichtrömern aufgefüllt wurden, verbreitete sich römische Sprache auch bei Nichtrömern, die verschiedenen Teilen der römischen Welt stammten und Latein benutzen um sich untereinander zu verständigen. Es kam zur Lateinisierung.
So stammen z.b. viele Militärbegriffe nahezu ausschliesslich aus dem Latein. In gewisser Weise waren die Römer „Trendsetter“ und alle (einschliesslich der Barbaren) sprangen auf den Zug auf. Die alten Sitten wurden als unmodern empfunden und das galt inbesondere für den neuen Adel, der den militärischen Titeln der Römer entsprang. In diesen Kreisen wurde Vulgärlatein gesprochen. Dieser ursprünglich militärische Römer-Adel stieg vom römischen Ritter zum Heerführern und schliesslich zu Königen auf.

Zwischen dem 5. und 9. Jhd. wurde wohl an allen germanischen Höfen von Odoaker über Theoderich, den Langobarden, den Sueven in Galizien bis hin zu den Franken vulgär-lateinisch gesprochen, während das einfache Volk wahrscheinlich weiterhin in seiner eigenen Sprache kommunizierte. Frauen die ja nie in der römischen Armee dienten, lernten Latein bestenfalls aus zweiter Hand, sodaß in vielen Haushalten wohl weiterhin die eigene Sprache vorherrschte. Der Mann bewegte sich also zwischen zwei Welten, einerseits absolvierte er seinen Dienst in Latein, andererseits wurde er privat wieder zum Barbaren.
Warum das so ist, ergibt sich aus der Übernahme des römischen Adelssystems, gemeinsam mit der römisch-katholischen Kirche. Je höher man im Rang stieg, desto mehr wurde man auch in die Rolle des „Verteidigers des Christentums“ gedrängt, was inbesondere für die späteren Franken als römisch-katholischen Könige galt.

Aus diesem Vulgärlatein in Verbindung mit dem jeweils germanischen Dialekt entstanden Sprachen wie Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugisisch. In gewisser Weise wurde das Vulgär Latein dabei verschlissen.
Germanisch galt war verpönt, als Sprache der Ungebildeten und das galt später auch für Deutsch.
Bis ins 18. Jhd. sprach man auch an deutschen Fürstenhöfen z.b. in Preussen französisch. Mit anderen Worten, Germanisch/Deutsch war und blieb immer die einfache Sprache des Volkes.

Wahrscheinlich redete man selbst an Angelsächsischen Höfen mehr vulgär-latein als angelsächsisch, bis die Dänen schliesslich den Danelag eroberten und damit eine Germanisierung der Sprache  auch beim Adel durchsetzen.

Die Einzigen die nicht Vulgär-Latein sprachen waren die Sachsen, Skandinavier und Slawen, mit anderen Worten die Heiden. So blieb denn auch die Wulfilabibel von Bischof Wulfila (311–383) in Nicopolis ad Istrum (auch Nicopolis ad Haemum zwischen Weliko Tanowo [Turres] nach Russe am Fluss Rossiza gelegen) der einzige Versuch eine germanische Sprache als Kirchensprache zu etablieren. In Thrakien/Mösien (wozu auch Tanowo und Russe gehörten) war damals eines der vier Gotischen Reiche im Oströmischen Reich zwischen 373-481 wo u.a. noch Theoderich Strabo regierte, bevor die Goten Theoderich nach Ravenna folgten und das Gebiet von Awaren, später Bulgaren neu besetzt wurde.

Und so wurden die Sprachen des römischen Reiches (Westrom/Ostrom) also Latein und byzantinisches Griechisch lange Zeit nach dem Zerfall des weströmischen Reiches vorwiegend im Adel und in Klosterschulen gelehrt, weil sie die Einzigen vom Papst zugelassenen Kirchensprachen waren.
Im Osten Europas kam das Kirchenslawisch hinzu, das die Bulgaren und schliesslich auch die Russen gegenüber Byzanz durchsetzten.
In Klöstern und an Höfen begann man sich nun auch wieder mit dem Wissen der Griechen und Römer zu befassen und stieß dabei unvermeidlich auf Werke der Griechischen und Römischen Antike. Werke wie die Ilias, Odysseus, Aeneas und die Chroniken der Burgunder, der Langobarden, der Goten, aber auch der Merowinger, der Angelsachsen, der Franken wobei besonders viel Literatur umKaiser Karl den Großen und seinen Sohn Ludwig den Frommen entstand, was heute als Chanson de geste (übersetzt Heldentaten) bezeichnet wird.
Somit konnte sich im Mittelalter auch eine deutschsprachige Prosa und Literatur entwickeln, die bis dahin noch überwiegend aus lateinischer Literatur und mündlicher Überlieferung der Volksdichtung (Märchen und Legenden) bestand.
In Frankreich entwickelte sich aus Legenden über Helden und deren Taten eine Form höfischer Unterhaltungsliteratur in der es bald auch um Liebe, Treue, Verrat und Glaube ging.
In Deutschland entstand der Minnegesang und bald darauf auch fahrende Volk das nun auch die einfache Bevölkerung als dankbares Publikum entdeckte.
Zu dieser neuen Tradition gehörten Minnesänger wie wie Heinrich von Veldeke (* vor 1150;  um †1190/1200), Friedrich von Hausen  (*1150/1160,  † 1190), Gottfried von Straßburg († um 1215) , Hartmann von Aue (um †  1210/1220), Wolfram von Eschenbach (* um 1160/80; † um/nach 1220), Heinrich von Morungen († um 1220), Walther von der Vogelweide (*1170; † um 1230), Reinmar von Hagenau († um 1210), Ulrich von Liechtenstein (* um 1200; † 1275) die die mittelhochdeutschen Klassik begründeten.
In dieser Zeit fällt auch Snorri Sturluson (* 1179;† 1241) der für den norwegischen Hof die Chronik schrieb
So ging das Jahrhundertelang bis sich Luther gegen die lateinische Bibel auflehnte und sie in die Sprache der einfachen Bevölkerung, ins Deutsche übersetzte, damit jeder die Worte der Religion auch verstand, was mit dem Buchdruck zu einer literarischen Revolution führte.

Jeder der antiken und mittelalterlichen Chronisten schrieb dabei wie ihm der Schnabel gewachsen war. Eine einheitliche Rechtschreibung ist im Deutschen erst ein ausgesprochen junges Phänomen das mit Konrad Duden (1829; † 1911) im 19. Jhd. begann. Interessanterweise hielt sogar Otto von Bismark die dt. Rechtschreibung noch für puren Unsinn und behinderte sogar die Verbreitung einer einheitlichen Rechtschreibung. Grund für Dudens Engagement war dabei der Umstand, das ihn einige seiner Lehrer Schreibfehler vorwarfen. Darüber ärgerte er sich so sehr, das er (inzwischen selbst Lehrer) 1871 seine „Rechtschreibregeln“ veröffentlichte. Dabei folgte er dem Prinzip „Schreibe, wie Du sprichst“.

Bis dahin waren zahlreiche Buchstaben untereinander austauschbar wie z.b. q und kw/kv, z, sz, ß, ss und s, je nach Dialekt und Region oder sogar je nach Kloster und Autor.

Schon damals tauchte das Phänomen auf, vieles betont wichtiger auszudrücken als es wirklich war.

Antike und mittelalterliche Menschen schrieben oft ganze Liturgien um ihre Götter oder Herrscher zu preisen und dabei grecoisierten und lateinisierten sie besonders häufig Namen, aber auch ganze Völker. Ja sie erfanden sogar Namen und deklarierten so die ganze bekannte Welt.
Beispiele: Der Fluss bei den Sueben wurde zum Suebus. Die Heruler leiteten sie von einem germanischem Titel Eorul (eine frühe Form von Jarl) ab, die Alpen machte Ptolemäus um 150 n. Chr. zu den Alpes Poeninae, wobei er wohl an den Punier Hannibal dachte, der 218 v. Chr. über die Alpen zog. Wislanen leiteten sie einfach von Wisle-land ab, was bereits Paulus Orosius (* um 385; † um 418) kannte, nur gabs da weit und breit noch keine Wislanen, die frühestens um 600 auftauchen.
Paulus Orosius Weltbild ist erhalten durch eine englische Ausgabe der  Historiarum Adversum Paganos Libri VII, die sieben Bücher der Geschichte der Heiden (Pangans) die ein Mönch wohl im Auftrag von König Alfred von Wessex (871–99) übersetzt hat.

Map nach Paulus Orosius 385-418 angefertigt von Bosworth

Map nach Paulus Orosius 385-418 angefertigt von Bosworth

Wulfstans Reisebeschreibung von 880 bezeichnet das Land zwischen Elbląg (dt. Elbing, von Wulfstan als Ilfing bezeichnet) und Nogat ins frische Haff  als Holland, während Weondland westlich der Weichsel und Witland östlich der Weichsel liegt und das Land im Weichseldelta als „Großer Werder“ bzw. daneben als „Kleiner Werder“ bezeichnet wird.
(Hinweis: Witland ist auch die Landesbezeichnung des dt. Ordens in Königsberg für Gebiete östlich von Königsberg) Hinter Witland liegt dann Esti oder Estas was bereits von den damaligen Autoren mit Eastland übersetzt wird. Offenbar hat sich seit Tacitus Aesti bis zu Estland nicht wirklich viel verändert.
Das Hinterland wird dagegen als Sermende bezeichnet, aus dem Žemaiten (Samaiten) wurden.
Wulfstan bezeichnet dieses Gebiet als Sarmanten. Vom dt. Orden wurde es als  Schemaitien oder Niederlitauen bezeichnet. Žemė bedeutet „Erde“ und žemai „unten“. Ein Zusammenhang mit Sarmaten ist also nicht ganz so klar wie es durch Wulfstan´s Erwähnung von Sarmanten scheint.
Der Begriff Žemaiten  taucht frühestens 1215 in der Wolhynischen Chronik auf, wo daneben auch „Scoweae (Schalauer), Prutheni (Prussen), Lithuani und Szanmitae (= Žemaiten)“ Erwähnung finden.

Demnach liegt Wielbark (dt. Willenberg) der Fundort nach dem die Wielbark-Kultur bezeichnet wird, mitten in Holland. Tja, damit hätten die Holländer wohl auch nicht gerechnet. 😉

Interessanterweise kennt bereits Paulus Orosius († um 418)  ein Weondoland  (falls das nicht auf den Übersetzer der Karte Joseph Bosworth zurück geht).  Diese Werke von Orosius benutzte u.a. auch Jordanes.

Um Jahr 956 ist Hermann Billung, der amtierende Markgraf (lat.„marchio“) der Wendenmark (per interventum Herimanni marchionis), die identisch mit der Billunger Mark ist.

Wulfstan erzählt 880: „Er reiste von  Haethum (Haithabu) nach Truso sieben Tage und Nächte und das Schiff stand unter Segel den ganzen Weg.  Weonodland (dt. Ostseeküste) war auf seiner rechten Seite und  (die dänische Inseln) Langland (großer Belt), Laeland (Lolland), Falster und Sconey (Scania, Skåne) auf seiner Linken, all dieses Land gehört zu Denmark. Dann zur Linken kam das Land der Burgunder, die selbst einen König haben. Dann, nach dem Land der Burgunder, kam zur Linken die Länder, die seit den frühesten Zeiten Blekingey (Blekinge) und Meore (Möre) und Eowland(Öland) und Gotland genannt wurden, all diese Regionen gehören zu den Sweons (Schweden). Weonodland war auf der ganzen Reise auf der rechten Seite bis wir den Weissel-Mund (Weichseldelta) erreichten.“

Dies ist die die früheste Nennung von „Dänemark“ als („Danemearcan“).
Bei Othere von Halgoland (Hålogaland, Tromsø seiner Heimat) wird es dagegen um  890 AD ein dena mearc genannt, wobei Othere Norwegen mit norðweg bezeichnet, was mit dem auf dem Jellingstein von König Harald in Velje (auf Jütland) in Runen geritzten Nuruiak identisch sein soll, auf der Dänemark als tanmaurk bezeichnet wird.
Nördlich von den Sweoland sei  Cwenaland die identisch mit den Kvens aus den Sagas sind, im Osten seien die Finnas, also die Saami und am weissem Meer seien die  Beormas, was die Bjarmia in Bjarmaland sind (Halbinsel Kola, Karelien und dem Land der Vespen). Die Sciringes heal des Othere werden mit  Skíringssalr, einem historischem Ort bei Larvik identifiziert, der in Sagen auch als Skiringshal auftaucht.

Dies verrät einiges über die geografischen Kenntnisse jener Zeit. Über weite Landstriche, Kvenerland, Bjarmland, Wendland, Witland oder Eastland scheint es keine genaue Information zu geben.

Andersrum gaben Fürsten und Könige gleich ganze Chroniken in Auftrag. Und auch die wurde „aufgehübscht“ mit Latein und so mancher zweifelhaften Abstammung. Sie erschufen damit eine Art antikes oder mittelalterliches Denglisch.

Auf die selbe Weise entstanden Stämme ferner Völker die man zwar als Barbaren bezeichnete, aber doch irgendwie einordnen wollte. So entstanden Stammesnamen wie die Opoliten von Olbia Polis abgeleitet, Polanen (vom griechischen Polis abgeleitet), Amazonen, Arimaspeia, Anten (wahrscheinlich Randvolk) oder gar Hyperborea (im hohem Norden wohnend). Die Stämme selbst bekamen von „ihrem neuem Namen“ im fernen Rom oder Byzanz natürlich nichts mit.
Dazu kommt noch die Aktualität, die in der frühen Antike problemlos mal 300 Jahre hinterher hinken konnte und insbesondere Reitervölker an Orten lokalisiert, wo sie schon längst nicht mehr lebten. So ist es nicht verwunderlich das manche Völker in jedem Jahrhundert einen anderen Namen verpasst bekam.
Erst kürzlich stellte man fest das die Langobarden mehr als 100 Jahre nach ihrem historisch dokumentierten Abzug aus Mähren nach Norditalien noch immer in Mähren präsent waren.

Die Wulfabibel ist ein Paradebeispiel für greco-lateinisiertes Gotisch. Kein Wunder, waren doch Byzanz und Rom die Weltstädte schlechthin. Und schliesslich wurden die Völker am Pontus schon seit dem 6. Jhd. v. Chr. massiv von den griechischen Kolonien am schwarzen Meer beeinflusst. Gerade diese griechischen Kolonien sind wohl auch die Quelle der slawischen Götter. Sie wurden schlicht und einfach adaptiert.

An dem römischen Vorbild haben sich die Völker damals gemessen, so wie sie heute Englisch in der Werbung nutzen, so nutzten sie vorwiegend Latein um die Dinge bedeutungsvoller zu machen.
Die verschiedenen in Latein verfassten Herkunftssagen (Origo gentis) der Germanenreiche dürften alle in diese Kategorie lateinisiert fallen, sodaß die Geschichtsforschung oft nur diese lateinisierten Namen hat.

Als Beispiel sei der Suebus oder auch Arminius genannt. Es ist kaum anzunehmen das es einen Suebus in Germanien gab, genauso wenig wie einen Albus. Die germanische Bezeichnung war sicher Albe oder Suave oder irgendwas in diese Richtung. Und der Albus hängt sicher auch mit dem Elburs-Gebirge am kaspischem Meer und dem Elbrus (höchster Gipfel des Kaukasus) zusammen, ebenso wie der große Balkan östlich am Kaspischen Meer.
Offenbar ist das eine Folge der Hellenisierung die mit dem Zug Alexander des Großen zusammen hängt.

Aber wenn man das mit nahezu jedem Namen gemacht wurde, kommt muss man bei den zahlreichen Herkunftssage und Verträgen der Zeit nach der Völkerwanderung zweifellos zu dem Eindruck kommen, das Germanisch eine Affinität zu  -os, -us oder -as hatte.

Den kurzen Runentexten die wirklich von Menschen stammen, die ausschliesslich Germanisch sprechen, stehen jede Menge langes lateinisiertes Schriftgut der germanischen Reiche gegenüber, die praktisch ausschliesslich als Referenz genutzt werden um Germanisch zu rekonstruieren, während man die Runentexte nur für die Rekonstruktion der frühen skandinavischen Sprachcharakteristik nutzt. Das es Runen auch in Deutschland gab wird komplett ausgeblendet.

Wertet man jedoch ausschliesslich (in dt. gefundene) Runentexte aus, fällt auf, das diese eine ganz andere Gewichtung der Buchstaben nutzen, die im völligem Gegensatz z.b. zur Wulfabibel stehen. So ist z.b. das Verhältnis der Nutzung von A zu E in den Runen bei 70:30, was der Gewichtung einer alten Satemsprache wie Lithauisch, der Rigveda oder der Sprache der Avesta und der altpersischen Sprache des Dareius (ca. 520 BC entstanden) entspricht. Und diese Runentexte fallen größtenteils in die Zeit des Gotensturms also 100-500 AD.
Just nach dem Abzug der Hunnen aus Europa tauchen in Asien Orchon-Runen auf. Und 300 Jahre später tauchen Turkvölker auf die sich als Nachkommen der Hunnen bezeichnen und Ungarische Runen haben. Na so ein Zufall.

Bedeutet es nun das die „Gharmāniyā, Sakā liba“ sie aus Sachsen stammten? Gewöhnlich bezeichneten sich die germanischen Königreiche durchaus nach ihrem Herkunftsort, so wie Suavia nach den Sueben, die Gothia nach den Goten usw., also warum sollte das im wilden Osten Russlands anders sein? Mag sein das es von einem eingewanderten Sachsen aus der alten Heimat mitgebracht wurde. Wahrscheinlicher ist jedoch das gleich ganz Germanien unter Sachsenland verstanden wurde. Zumindestens ist das so aus estnischer und finnischer Sicht und die haben zweifellos bei der Gründung der Kiever Rus mitgewirkt. Der Araber der das überliefert hat, wird sich das kaum aus den Fingern gesogen haben. Interessant ist aber auch, das die Beerdigung die der Araber dort sah, ziemliche Ähnlichkeit mit der Beerdigung des Gotland-Schiffes hat. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit.

Germania in verschiedenen modernen Sprachen

Germania in verschiedenen modernen Sprachen

Auch von den Esten und Finnen wird Deutschland bis heute Saksa oder Saksmaa genannt, während die Russen Deutschland als Germanija bezeichnen.

Nemetor oder Niemec nach dem Stamm der Nemeter wird Deutschland dagegen im Westslawischem genannt, wo die Nemeter einst herkamen und bis an den Rhein wanderten. Sie dürften einst von der Adria gekommen sein.
Und im Skandinavischem setzte sich Tyskland durch, das der niederländischen Bezeichnung Karl des Großen für Deutschland „Tuidisc“ entspricht. Vermutlich stammt das schon von den Teutonen, die im Südwesten Jütlands lebten. Auch die Goten kannten Tiu und die Wikinger Tyr.
(Sogar die Hunnen übernahmen germanische Götter, neben griechisch-macedonischen und hinduistische Göttern, vermutlich durch die Seidenstraße auch auch chinesisch beeinflusst.)

Vacija oder Vokia stammt wohl von „vak, vac“ ab und bedeutet schlichtweg „sprechen, Sprache, Sprecher„, allerdings mehr im Sinne einer gewissen Sprachmelodie. Es hängt wohl mit dem Englischem vocel (Vokal) für Ton zusammen. Es ist auch im Indoiranischem/Indoarischem bekannt.

Ganz sicher bestehen da Zusammenhänge die auch den Russen recht früh aufgefallen sind, aber aufgrund der Politik wurde die Herkunft des Russischen Reiches durch nichtslawische Völkern politisch strikt abgelehnt. Dabei ist das längst nicht das einzige Deutsche im Russischem. Würde russisch in Lateinischen Buchstaben geschrieben, würde man sicher über jede Menge altdeutscher Worte stolpern. Aber weder altdeutsche Sprache noch russische Buchstaben sind in Westeuropa besonders geläufig. Selbst die altdeutschen Begriffe im Polnischen erkennen wir nicht mehr wieder.

Doch Leute wie Leo Klejn (im deutschen als Lew Samuilowitsch Klein), ein jüdisch-russischer Archäologe Anthropologe und Philologe, geboren 1927 in Vitebsk, in Weißrussland, ließen sich davon nicht abhalten, die wahre Geschichte zu erforschen.  Er untersuchte intensiv die Katakomben Kultur, die Grubengrab Kultur (engl. Pit-Grave culture oder auch Jamnaja-Kultur), Baden-Boleraz Kultur, die Cucuteni-Tripolye Kultur und die Donez-Kultur. Er schlug aufgrund seiner Erkenntnisse die Herkunft der Hügelgräber-Kultur durch Migration von Jütland über die Donauebene vor und promovierte 1968 mit „Der Ursprung der Donezker Katakombenkultur“ die er mit Auszeichnung verteidigte. Er kam zu dem Schluss das es sich nicht um eine Kultur, sondern eine Gruppe von Kulturen handelte, die indogermanischen Usprungs aus Europa waren und dort in Ethogenese mit Orientalen zu den Vätern der Indoarier wurden. Damit widerlegte er bereits damals die Kurganthese die ja von der Einwanderung asiatischer Reitervölker ausgeht. Diese Reitervölker sind zwar eingewandert, aber eben erst mit den Hunnen.
Obwohl er allen Grund hatte, die deutsche Kultur abzulehnen (sein polnischer Vater kämpfte sogar in der roten Armee), wurde er in Russland Vorreiter der Waräger Theorie.
Man kann sich lebhaft vorstellen, das er ziemlich schnell von den Russen kaltgestellt wurde. Da man den Juden Klejn aber schlecht als Nazi-Freund diffamieren konnte, wurde ihm Homosexualität unterstellt. Dafür wurde er eingesperrt und verlor seine Akademischen Titel. Als bewiesen wurde das er nicht homosexuell ist,  wurde das Urteil nur abgemildert. So saß er rund 1,5 Jahre und durfte nicht wieder in der Forschung arbeiten. Doch die Archeologie betrieb er theoretisch weiter. Klejn begründete damit den Begriff der Theoretischen Archäologie im Osten.
Erst nach der Perestroika erhielt er seine akademischen Titel zurück, veröffentlichte endlich seine Manuskripte und begründete u.a. die Europa Universität Sankt Petersburg. Sein Manuskript das er Mitte der 80iger Jahre verfasste, wurde erst 2007 verlegt.
Darin publiziert auch er die These das die Trichterbecher die Urheimat der Indogermanen seien. Auf 550 Seiten erklärt er die Entwicklung und Ethogenese der Völker. Natürlich wurde das nicht ins Deutsche übersetzt, es ist ja politisch tabu. Natürlich ist einiges schon wieder überholt, es kommen ja ständig neue Erkenntnisse hinzu.
Hier ein kleiner Artikel, leider nur in Russisch. Doch die Grafiken verdeutlichen bereits seine Grundidee.
L.S. Klejn. Ancient migrations and the origins of Indo-European peoples

Herausragend ist auch sein Buch „Incorporeal heroes“ (Die Quelle der Homerschen Bilder, The Origin of Homeric images) die er mit Artikeln wie „Anatomie der Ilias“, „Körperlose Heroen“ ergänzte. Darin nimmt er die Helden des Trojanischen Krieges förmlich auseinander und kommt zum Schluss das sich Homers Ilias aus 6 Mythen zusammen setzt. Seine Ideen sind revolutionär. So ganz stimmen werden sie wohl nicht, angesichts der extremen Behinderung seiner Forschung, aber sie gehen zweifellos in die selbe Richtung.
Auch er stellt unter völlig anderen Vorraussetzungen die Wichtigkeit der Ereignisse im Germanischen Siedlungsgebiet für die Sprachausbreitung des Indogermanischem fest. Ebenso nimmt er Homers Helden recht nüchtern auseinander und zerlegt sie in Archetypen deren Ursprung er sucht. Dieser Ursprung ist dann eher simpel und profan. Mit anderen Worten, die Herkunft der „Heroen und Götter“ ist meist ziemlich ungöttlich ernüchternd.
Zweifellos ist Homers Werk, Jahrhunderte nach dem Trojanischen Krieg vergleichbar mit einem heutigem Buch über Attila.

Mythen wurden über Jahrhunderte ergänzt. Ein Beispiel dafür bietet die Artus-Sage deren Anfänge keineswegs einen heiligen Gral oder gar einen Runden Tisch und noch nichtmal Camelot beinhaltete. Auch Excalibur ist eine spätere Ergänzung. Der Ursprung von Legenden ist überraschend einfach. Erst die literarischen Ausschmückungen machen aus Räubern Legenden oder gar Übermenschen. Und je mehr Leute darüber schreiben, desto komplexer wird das ganze, weil jeder ein paar neue Details hinzu fügt.

Kentauren, Satyren und Centurio

Interessant ist da z.b. die Geschichte des Kentaur Pholos (um 550 v. Chr.) dessen Vater Silenos ein Satyr ist. Silenos wohnt in einer Höhle im Berg Pilion in Magnisia wo laut der griechischen Mythologie alle Kentauren herkommen.
Diesen Pilion stülpten die Aloiden (Riesenkinder) den Pilion auf den Berg Ossa. Mythologisch entspricht das einem Tumulus.
Setzen wir Riesen mit Mittel- oder Nordeuropäer gleich, wo ja nach der griechischen Mythologie die Riesen unter Bergen wohnten, wird klar das es sich hier um eine Ansiedlung (Einwanderung) mit nord/mitteleuropäischen Wurzeln handelte. Schon die Mykener erbauten zahlreiche Tumuli.
Wahrscheinlich handelt es sich hier um die achäisch-ionisch-thrakische-dakische Ausbreitung der Edonen und Geten, aus denen über die Kimmerer zum Schluss persische Verbündete werden. Über die Alanen wanderte diese Legende wiederum zu den Türken, die das mit gotischen und eigenen Legenden zu einer völlig neuen Story verknüpften. Und es gibt sie – natürlich in veränderter Form auch in Indien, wo sie offenbar über die Skythen hin wanderte.

Direkte Nachbarschaft von Gräbern der Daker, Sarmaten und Bastarnen

Direkte Nachbarschaft von Gräbern der Daker, Sarmaten und Bastarnen

Bekannt ist auch das Germanen (Bastarnen) für den macedonischen Herrscher Perseus kämpften, der u.a. Delphi eroberte und in der Schlacht von Pydna 168 v. Chr. fiel. Die Macedonen hatten um ca. 200 v. Chr. die Hegemonie über weite Teile von Griechenland inne. Ab ca. 230 v. Chr. tauchen die Bastarnen und Skiren am schwarzen Meer auf, treten als Plünderer und Gegner Roms mehrfach an der unteren Donau und bei den Markomannen in Erscheinung und werden ab 280 AD als Foederati Roms schliesslich im Gebiet Moldavien an der unteren Donau angesiedelt. Ob es vorher Ansiedlungen von Soldaten des Perseus in Magnisia gegeben hat ist unbekannt, aber sein Vorfahre Alexander der Große hat genau dies getan. Und mit den Bastarnen tauchen zum ersten Mal auch die Sogdisch sprechenden Roxolanen auf, die eine baktrisch-sogdische Garde für die schwangere Frau des Alexander waren, sonst wäre diese vermutlich nie lebend in Macedonien angekommen zumal ihr Sohn immerhin noch 10 Jahre alt wurde, bevor ihn die Diadochen schliesslich um die Ecke brachten. Alexander der Große rekrutierte in Sogdien mehr als 30.000 Krieger aus Sogdien, Baktrien und Persien. Diese wurden von den Macedonen nicht gerade mit Wohlwollen bedacht.

Goldhorn von Gallehus, Jütland

Die zwei Goldhörner von Gallehus, Jütland

Pholos ist die Bezeichnung eines Stadtgottes also der Polis (Stadt). Pholos ist  daher der Ursprung des Germanischem Phol (2. Merseburger Zauberspruch) und die Geschichte erzählt quasi von einem Kampf zwischen Griechen (Herakles, Herakliden, Dorer) und Kentauren (skythischen Reitervölkern) die sicher mit einem Angriff der Skythen auf Griechen zu tun hat, in deren weiteren Verlauf die Kentauren Cheiron und Pholos an vergiftete Pfeile sterben. Dies könnte die mythische Auslegung des Verlustes von Cheronesos (auf der Krim, nahe dem  heutigem Sewastopol damals Sebastoúpolis) oder auch  die heutige Stadt Sochumi (damals ebenfalls Sebastoúpolis genannt) und Olbia Polis sein. Es geht also um die die Herrschaft über die griechischer Städte am schwarzen Meer.

Im Merseburger Zauberspruch geht es dagegen um die Heilung eines Fohlens, das dem Balder gehört. Dies zeigt eine gotische Sicht, nach der die Polis den Balthen (gotisches Geschlecht) gehörte. Und tatsächlich gehörte die Krim und weite Teile des nordpontischen Gebietes damals den Goten,  die ja z.B. auch auf der Krim siedelten. Das datiert den Zauberspruch in die Zeit als die Balthen die Führung der Goten inne hatten, also unmittelbar vor dem Einfall der Hunnen zwischen 250 und 350 AD als sie Raubzüge ins römische Reich nach Nordgriechenland durchführten.
Die Schlacht der Goten unter Kniva (250) bewertete der spätantike Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus (31, 5, 12–17) als eine der ernsten militärischen Niederlagen des Römischen Reichs, vergleichbar mit der Varusschlacht. Dabei töteten Goten 251 in der Schlacht von Abrittus erstmalig einen römischen Kaiser (Decius samt dessen Sohn).Der zweite war dann Valens, der in der Schlacht von Adrianopel 378 von den Goten getötet wurde.

Ein Kentaure ist auch auf einem Gallehus-Horn dargestellt. Dort schöpft Mimir jeden Morgen das Wasser der Weisheit aus einer Quelle dem ein reißender Fluss entspringt. Vermutlich ist damit (aus Sicht der Goten) der Dniepr gemeint, wobei die Goten hier um 230 zum ersten Mal mit den Pontus-Griechen und um 375 erstmals auch mit Hunnen in Kontakt kamen. Odin gab den Mythen nach sein rechtes Auge um die Weisheit Mimirs zu erlangen. Jordanes teilt uns unterdessen mit, das die Goten auf das Land Oium stießen und es in Besitz nahmen. Dann unterwarfen sie die Anten und die Sklaveni. Historisch überfluteten sie die Ebene zwischen Dnieper und Moldavien an deren Schwarzmeerküste Olbia Polis, Borysthenes und Tyras lag. Schon um 270 eroberten sie die Krim und wurden um 290 von den Gepiden angegriffen, was womöglich die Sclaveni sein sollen.
Laut Jordanes siedelten die Sclaveni zwischen Weichsel und Donau und die Anten zwischen Dnister und Don.
Zwischen Weichsel und Donau siedelten zu diesem Zeitpunkt die Gepiden und Vandalen mit ihren zahlreichen Substämmen. Zwischen Dniester und Don sind Bastarne, Taurer, Roxolanen und weitere Stämme erwähnt die zu Wolgafinnen, Sarmaten, Alanen (ev. Siraken), vielleicht sogar Griechen die sich außerhalb der griechischen Polis verbreitet haben könnten. Auch germanische Skiren und Eudosen (oder Euten) könnten bereits in der Gegend gewesen sein.  Mit anderen Worten, bereits vor den Hunnen war dort ein buntes Völkergemisch verbreitet, die im Handel mit den Küstenstädten standen.

Ein mythisches skythisches Königreich namens Oium oder Aujum (abgeleitet von *Aujo) wird auch von Römern, Griechen und den Bosborianischen Königen erwähnt. Demnach vereinte Ateas um 400 BC die Stämme der Steppen. Gegen 120 BC wird von einer Rebellion eines Sklaven in Neapolis berichtet, der gegen die Übernahme des Bosborianischen Reiches durch  Mithriates IV von Trapezunt rebellierte und sein eigenes Reich gründete. Zu diesem gehörten später auch die  griechischen Städte im Nordwesten des Schwarzen Meeres. Die Römer berichten, das die Skythen und Sarmaten eine Wagenburg am Dnieper zum Zentrum ihres neuen Reiches bestimmten, wo Sarmaten, Skthen und Griechen friedlich zusammen lebten. Dieser erste Skythenkönig wurde zwar geschlagen, doch das Königreich existierte mit einem Vasallenkönig weiter.

Chernigov culture

Chernigov culture

Genau auf dieses Königreich Aujum trafen die Goten unter Filimer, als sie um 230 ans schwarze Meer zogen. Um 271 zogen bereits die Terwinger über die Donau und siedelten in Thrakien, Dakien, Getien und dem Kaukaland (Karpaten), während die Greutunger in Aujum blieben.

Nachdem sie dort rund 150 Jahre lebten, sich an die Lebensweise der Steppe (oder bei den Terwingern der Römer) anpassten, die kulturellen Innovationen adaptierten und zu Wohlstand gelangten, kamen die Hunnen.

Athanarich wurde wohl um 370 bei den Terwinger Goten zum Wahlkönig (kindins) ernannt und begann um 376 den Athanarich Wall zum Schutz gegen die Hunnen zu errichten, der den Hunnen aber nicht stand hielt. Dafür ließ Fritigern sein Konkurrent 378 den Kopf von Kaiser Valens rollen.  Erst 382 schlossen die Terwinger Goten einen Föderatenvertrag mit Rom.

Die Hunnen schlugen also keine wilden Barbaren, sondern ein gut gerüstetes wehrhaftes Volk das sich aus zahlreichen Quellen speiste und 332, 364 und 369 und 376 noch Schlachten gegen die Römer gewannen und sogar deren Kaiser töteten. Die Hunnen schlugen also Goten die zu diesem Zeitpunkt selbst mächtige Kriegerheere auf die Beine stellen konnten.

Der Greutunger Ermanarich wurde bereits am Dnieper geschlagen und tötete sich selbst. Zwei Wälle zwischen süd. Bug, Dniester und  Pruth bezeugen den Versuch der Goten, den Hunnen Widerstand entgegen zu setzen – vergeblich. Die Ostgoten wurden durch die Hunnen besiegt und unterwarfen sich dessen Herrscher.

376 unterwarfen sich die Greutunger Goten (Ostrogothi), während die Westgoten auf Römischer Seite Föderaten der Römer wurden. Schon 342 wurde den Terwingern ein kappadokischer Arianer-Mönch als Missionsbischof zur Seite gestellt, der als Wulfila in Antiochia zum „Bischof der Christen im gotischen Land“ erhoben wurde. Dort entwickelte Wulfila erstmalig auch eine Schrift für das Gotische, wobei er die Ostgoten von Aujum nun als *Austra-gutans benannte. Die älteste überlieferte Form von Ostgoten ist jedoch  Austrogoti und stammt natürlich aus lateinischen Schriften, wo auch das lat. Visigothi entstand, was soviel wie „die guten Goten“ bedeutet.
Der Begriff Terwinger bedeutet „Waldleute“ (gotisch triu „Baum“ ursprünglich also *Triuinger woraus wohl auch der Tiuringer, der θεούριγγοι  entstand). Die Greutunger lassen sich mit „Steppenbewohner“  übersetzen.

(Üblicherweise wird Odoaker als Thüringer angesehen, wobei ihn Jordanes als  Torcilingorum rex habens sicum Sciros, Heruls diversarumque gentium auxiliarios bezeichnet, übersetzt mit König der Thüringer mit Unterstützung der Skiren, Führer diverser Stammes-Hilfstruppen (römische Auxiliare). Nun ja, diese Form weicht stark von einem möglichem *Tuiringer als mögliche Frühform ab.)

Doch die Beziehung zwischen den Ostgoten und Hunnen entwickelte sich nicht wie die eines Unterworfenen zu seinem Herren. Stattdessen nahm sich Uldin die Tochter von Ermanarich zur Frau und begann sich für diese fremde Welt zu interessieren. Die Ostgoten wurden ein neuer Teil der Hunnen, einer der weiterhin gotisch blieb. Statt eines Lebens in Sklaverei stiegen Goten nun zu Berater des Hunnenkönigs auf und führten weiterhin mächtige Heere an. Es ist nicht das Bild eines versklavten Volkes, sondern statt eine mühsame Auxiliarkarriere bei den Römern zu machen, wurden sie Herrführer der Hunnen.

Sie übernahmen den Mythos von der Unbesiegbarkeit,  der Weite der Steppe, den Ehrencodex und das Gesetz eines Reitervolkes. Hunnische Mode zog unter den Germanen ein doch andererseits inspirieren germanische Runen nun auch die Hunnen eine eigene Runenschrift zu entwickeln. Uldin wurde so zum Übervater eines Vielvölker-Reiches, das in vielem auch an die Dschingis Khan (Ghengis Khan) erinnert

Odin könnte daher auf Uldin († um oder kurz nach 409) hinweisen, ein Stammesführer bzw. König der Hunnen, der in der Gotensaga als Balamir bezeichnet wird.
Uldin schlug im Jahr 400 die Reste des Heeres des Goten Gainas, der in römischen Diensten kurz zuvor gegen den oströmischen Kaiser Arcadius rebelliert hatte.
406 sandte Uldin Truppen zum weströmischen General Stilicho, mit dem er ein Bündnis geschlossen hatte, um dessen Kampf gegen den Goten Radagaisus zu unterstützen.
Nachdem Uldin bereits im Winter 404/05 oströmisches Gebiet angegriffen hatte, fiel er 408 erneut in Thrakien ein, musste sich aber nach ersten Erfolgen bald wieder zurückziehen.
Das alles zeigt das Uldin ein mächtiger Hunnenführer war, der es durchaus mit seinem berühmteren Enkel Attila aufnehmen kann und auf die damaligen Goten auch entsprechend Eindruck gemacht haben muss.
Wahrscheinlich vollzog sich eine „hunnische Reichsbildung“ unter seiner Herrschaft.  Anschließend versiegen die Nachrichten über Uldin, der vermutlich verstorben ist. Über den Zusammenhalt des Reiches, über das Uldin herrschte, ist viel spekuliert worden.

Die ungewöhnliche 110 Jährige Lebensspanne von Ermanarich, * um *266- † 376 spricht dafür das Radagaisus und Gainas vermutlich Mitglieder der Ostgoten waren, zu denen auch des Balders (Balthe) Sohn Kniva noch gehörte.

Über Balamir (auch Balamber) ist überliefert das er mit seinen Reiterheeren über die Wolga vorgedrungen sei und das Reich der Alanen an Terek, Kuban und am unteren Don zerschlagen haben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Legende die fälschlicherweise dem Amaler Valamir König der Ostgoten 440-470 zugeschrieben wird, dieser erzwang 459 einen Foedus-Vertrag mit Rom. Wahrscheinlich wird dieser Gote Valamir mit dem Goten Vinithar (Vinitharius um 375) verschmolzen, der als Nachfolger des Amaler Ermanarich gegen die Hunnen rebellierte und den Anten-König Boz erschlug. Nach einem langen Kampf unterwarfen sich die Goten den Hunnen. Vinithar wurde getötet und seine Tochter wurde die Frau eines Hunnen (und damit vermutlich die Großmutter von Attila). Damit war die Drei-Völker-Konförderation hergestellt. Ob das unter Uldin oder seinem Vorgänger geschah, weis der Himmel.

Vermutlich ist die Bezeichnung „Anten“ eine Übernahme des Historikers Prokopios von Caesarea (in Persisch) für Menschen am Rande des Bosborianischem Reiches und damit ein lateinisierter Begriff. Möglich wäre „Anatier“ was im Wolgafinnischem soviel wie „unten, nieder, süden“ bedeutet und im Ugrischem z.B. die unteren südlichen Stämme der Wolgafinnen bezeichnet. Ob sie dies womöglich selbst entlehnten ist mir nicht bekannt.
Die Römer betrachten sie wahlweise als Alanen und Sarmaten.
Jordanes griff diese auf, weil er sie nicht als Alanen sah.

Diese Alanen waren vermutlich Anhänger der Mandäer, einer frühchristlich/jüdischen Religion die sich im Nordkaukasus ausgebreitet hatte. Die arabische Bezeichnung ist Sabier. Die Harran-Gawaitha-Legende weist auf Medien als Ursprungsland hin, wo die vom kimmrischen Bosborus kommenden Sagartier siedelten. Vieles im Südkaukasus deutet auf Mandäischen Glauben, der sich gerade im 1-2 Jhd. im Nordkaukasus verbreitet hatte, also innerhalb des Alanenreiches, dessen nördliche Hauptstadt offenbar Sakel war. Von dort aus unterhielten sie einen schwunghaften Handel mit dem hellenisiertem Bosborianischem Reich.

sarmatian gems with aramaeian letters 100AD

Geme in einem sarmatischen Grab, ca. 100 AD von Rostov am Don zeigt aramäische Schriftzeichen.

Mandäische Religion in den Grundzügen:
Die Religion vereint uralte z.T. Hethitische  und zoroastrische Vorstellungen und verbindet sie in einer merkwürdigen Form mit frühchristlichen und jüdischen Vorstellungen. Vermutlich ein Produkt der frühen Armenier die abwechselnd mal von Hethiter, Maitani, Uratäern, mal von Assyrer mal von Skythen, Medern, Persern, Parthern und Indoariern unterworfen wurden.  Die Harran Gawaitha-Legende handelt von der Herkunft der Mandäer aus einem verlorenen Königreich Harran Gawaitha, das in einem Gebirge Tura d’Madai verborgen sein soll.

Johannes der Täufer wird als Reformator der Religion angesehen, Jesus hingegen als falscher Prophet. Johannes taufte nicht nur Jesus, sondern auch den mandäischen Erlöser, Manda d-Hajje („Erkenntnis des Lebens“). Man nennt sie daher auch die Täufer.

samartian amazone rostov don

Sarmatisches Gefäß aus dem selben Grab wie die Geme

Dieser wurde vom obersten Gott (Mana rurbe, Rudra) auf die vom gefallenen Demiurgen Ptahil geschaffene Erde (Tibil) gesandt, um dem fleischlichen Adam (Adam pagria) und dessen Gattin Hawa die Offenbarung über ihre Herkunft zu bringen, damit sie durch wahres Wissen zur Erlösung finden. Nach der Erschaffung der Welt hat er eine Höllenfahrt unternommen, um die bösen Mächte zu überwinden und zu fesseln (parallel zur Höllenfahrt Christi basierend auf die typischen Unterweltsreisen der alten Religionen). Manda d-Hajje hilft den Seelen der Toten bei ihrem Aufstieg in die Lichtwelt, bei der sie die von Dämonen bewachten Wachstationen durchqueren müssen. Bei der Schöpfung ließ sich Ptahil von der Dämonin Ruha (der Entsprechung zum christlichen Heiligen Geist) helfen. Am Ende der Tage wird Hibil (der himmlische Abel als Lichtgestalt, der oft mit Manda d-Hajje gleichgesetzt wird) alle frommen Seelen aus der Unterwelt erlösen, ebenso Ptahil und seinen Vater Abathur.

Dadurch entstand eine Drei-Völker-Konförderation zwischen Hunnen, Alanen und Greutunger Goten.
Auch Attila heiratete eine Gotin vermutlich aus dem Greutunger Stamm.

Das zeigt welchen hohen Stellenwert die Goten im Hunnenreich inne hatten und das die Ostgermanen nicht einfach nur Unterworfene waren, sondern Partner und Heerführer des Hunnischen Reiches wurden. Zahlreiche Hunnengräber unter den Langobarden, die Übernahme von Runen in die Hunnische Tradition, die Mythologie um Manus und Attila und vieles andere mehr zeugt eher von beginnender Ethogenese, die durch den raschen Zerfall des Hunnenreiches und den Rückzug nach Asien abgebrochen wurde. Allerdings hinterließ sie halt doch ein paar Spuren. Und so lässt sich der weitere Weg der Hunnen erstmal mit Hunnekesseln verfolgen. Eine Sitte die sie offensichtlich von Goten übernahmen, da solche Kessel schon in der Bronzezeit in Europa verbreitet waren, aber wahrscheinlich nicht in Asien. Interessanterweise übernahmen sie auch den Feueraltar der iranischen Religion.

Weg der Hunnen anhand der Hunnenkessel

Weg der Hunnen anhand der Hunnenkessel

Von Kentum zu den Kentauren

Alles in allem symbolisieren Kentauren immer skythische Reiter, worunter man sicher auch Bastarnen, Skiren, Goten, Heruler, Rugier, Skythen wie Roxolanen und Jazygen sowie Sarmaten, Kimmerer, Daker und Geten verstehen kann. In späterer Zeit kamen noch Hunnen hinzu.

Mögliche Herkunft der Jazygen
Der Begriff Jazygen deutet auf den Jaxartes, der iranische Name des SyrDarya hin.
Um 530 BC kam es zu heftigen Kämpfen zwischen dem Perser Kyros II. und den Massageten unter Führung der Königswitwe Tomyris, die den Thron besetzte. Erst zwischen 518- 516 BC wurden die Massageten von Dareius I. unterworfen. Drei Jahre später 513 begann Dareios I. er seinen Skythenfeldzug und etablierte den Namen Skudra für Thrakien. Das Gebiet Getien wurde von den Römern Skythia minor genannt. Skythia major war dementsprechend darüber, oberhalb der Donau die Karpaten bis zum Dnieper oder gar bis zum Don. Übrigens leitet sich davon auch der italienische Begriff Scuderia (ursprünglich Pferdestall) ab.

Die Geschichte von der Königin Tomyris und dem Persischen Kyros war offenbar sehr beliebt und wird auch mit Skythen in Verbindung gebracht, sodas Tomyris zur Amazone gemacht wurde. Eine Stadt namens Tomis (griechisch Tomoi, heute Constanza) gab es am Schwarzen Meer im Land der Geten, 50 km von Istros und der Donaumündung entfernt. Vielleicht erhielt die Stadt, die ursprünglich 633 von Miletischen Griechen gegründet wurde, von Dareios I. oder seinen Massagetischen Reitern den Namen der Massageten-Königin. Erst von Konstantin I. wurde die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana umbenannt.
„Tomoi ist eine Gründung von Milet. Es wird ringsum von Skythen bewohnt.“ Skymnos 765f

Die Massageten siedelten seit mind. 650 BC am Syrdarya. Herodot beschreibt die Kleidung der Massageten als den Skythen ähnlich. Ihre Bewaffnung bestand aus Bögen, Lanzen sowie Streitäxten. Darius I. soll Reiter von den Massageten angefordert haben. Ob die natürlich auf seinem Skythenfeldzug dabei waren, lässt sich nicht sagen, aber Jaxartes es wäre durchaus eine plausible Erklärung für die Bezeichnung als Jazygen.
Jat bedeutet im altpersischem „zu einem Stall gehörig“, eine Umschreibung für Stamm. Jat Ziu Gentis würde dafür sprechen das die Jatzygen den Germanischen Gott der benachbarten Makromannen Ziu (Tiu) übernommen haben, mit denen sie zeitweise verbündet waren.
Wenn das so ist, wären auch diese Jatzygen nicht den Pontus entlang entlang eingewandert, sondern schlichtweg ein zurückgelassendes Reiterkontingent des Skythenfeldzuges von Dareios I.
Aber auch Alexander der Große soll von den Reitern der Massageten recht beeindruckt gewesen sein, als er ihnen 300 Jahre später bei der Eroberung Baktriens begegnete.
Die römische Form Centurio geht auf die griechische Hundertschaft (centum) zurück aber auch auf die Centauren sind davon abgeleitet.
Offenbar haben die Römer das von den Griechen übernommen, die ja in vielem als Vorbild dienten. Eine Bewunderung für die griechischen Helden Alexander der Große (ca. 324 BC) und Phyrrus I. von Epirus (ca. 280 BC) sowie für den karthagischen Hannibal (218 BC) dürfte das römische Heer stark geprägt haben und war auch eine der Stärken der Römer. Sie studierten ihre Feinde und übernahmen das was ihnen nützlich erschien. Insbesondere List, Täuschung und Taktiken kopierten sie.
Der römische Adel der die Armee führte, bestand also nicht aus großen Kriegern, sondern vielmehr aus Strategen und Taktikern. Das Kämpfen überließen sie dem einfachem Soldaten den sie irgendwo zwangsrekrutierten. Und dann beobachteten sie idealerweise aus sicherer Entfernung den Verlauf der Schlacht.
Die klassische Phalanx der Griechen kämpfte in 100 Mann je 8 Reihen. Das war der Auslöser für die Übernahme des „Centum“ ins Lateinische. Die Weiterentwicklung der Phalanx wurde das tragende Element der Erfolge von Philipp II und Alexander dem Großen. Die junge römische Armee organisierte sich nach griechischem Vorbild, ausgelöst durch die Erfolge des Phyrros I. von Epirus gegen Rom.

Latein ist geradezu eine Militärsprache. Und die wurde den rekrutierten Barbaren ähnlich beigebracht wie den Fremdenlegionären das Französisch heute. Schon die Macedonen stießen während ihrer Expansion auf Skythen und rekrutierten diese „Barbaren„.
Hetairoi war der Begriff für die Reiter. Die leichte Infantrie bestand aus Akontisten (Speerwerfer), Sphendoneten (Schleuderer) und Toxotai (Bogenschützen).
Die Völker des Nordens stellten diese Truppen.

Mögliche Herkunft der Roxolanen
Durchaus möglich ist auch, das die Roxolanen eine baktrische Reiterstaffel als Geschenk anlässlich der Heirat von Alexander mit der baktrischen Prinzessin Roxane waren, die somit auch nach dem Tode des Alexander 323 BC Roxanas Sohn  Alexander IV. Aigos weiter dienten, bis dieser samt seiner Mutter 310 BC von Antipaters Sohn Kassander umgebracht wurde, als die Erhebung des 13jährigen zum Erbe des Alexanderreiches anstand.
Damit hatte die baktrische Reiterstaffel keinen Herrn mehr dem sie hätte dienen können, denn das Geschlecht Alexanders war ausgelöscht.
Kurz vor seiner Ermordung wurde der 10jährige Knabe aber 317 BC noch mit der Deidameia, der Schwester von Phyrros I. von Epirus aus dem Geschlecht der Molosser verheiratet. Dieser Phyrros von Epirus war damit der letzte Erbe, der den Thron Alexanders hätte beanspruchen können. Aber stattdessen wollte er Rom erobern.

Phyrrus selbst war noch ein Knabe als dessen Vater fiel, sodas er von Getreuen zu Glaukias dem Herrscher der Taulantier in Mittelalbanien und Epidauros gebracht wurde und dort aufwuchs. Dieser Glaukas verhalf ihn auch wieder zum Thron seines Vaters. Später sollte er einen Feldzug gegen die Römer führen und wurde von Hannibal als großer Feldherr im gleichem Atemzug wie Alexander genannt.
Phyrrus brachte die Römer an den Rand des Untergangs. Dabei halfen ihm die illyrischen Stämme um König Glaukas, worauf das Gebiet der Illyrer nach dem Sieg über Phyrrus zum römischen Protektorat wurde. Somit gewann Rom einen Brückenkopf jenseits der Adria von wo es expandieren konnte.
So endete die Dynastie der Argeaden die seit ca. 778 BC die Könige von Macedonien stellten und 310 mit dem Sohn Alexander IV. Aigos unter gingen, der sogar noch zum Pharao von Ägypten gekrönt worden war.

Die Argeaden beriefen sich auf Temenus, König von Argos und Ur-Ur-Urenkel des Herakles, dessen Sohn Karanos 808 BC Macedonien eroberten. Temenus eroberte die Peleponnes von Tisamenus, dem Sohn des Orestes und Enkel des Agamemnon oder anders gesagt von den Mykenern (Tantaliden). Orestes steht hier vermutlich für Edirne, eine heute türkische Stadt im damaligen Thrakien am Evros, Fürstensitz  der Odrysen. Tisamenus wäre demnach ein Thraker, während die Macedonen (Argeaden) aus Argos, Peleponnes stammen. Die Thraker (Odrysen) werden hier als Kinder der Mykener (Tantaliden) dargestellt.

Deren Vormachtstellung schwindet im Zusammenhang mit dem Auftreten der Dorer erheblich.
Sparta, Korinth und Theben beherrschen nun Griechenland und kämpfen mit den Athenern um die Vorherrschaft.
Die Mykener wurden zu Untertanen der neuen Herrscher.
Ihre letzte Erwähnung war im Zusammenhang mit den persisch-griechischen Kriegen im 4. Jhd. v. Chr.

Die macedonische Tradition der Larnax (Truhe) und ihr Einfluss auf die Bibel
Interessanterweise fand man eine goldene Larnax (Truhe) im Grabtumulus von Vergina (Aigai), die durchaus der Vorstellung einer Bundeslade entspricht. Diese Truhe von Vergina enthält wohl die sterblichen Überreste des Königs Philipp II. von Makedonien. (im Museum der königlichen Gräber, Vergina).
Es ist durchaus logisch die Überreste seines Sohnes  Alexander ebenfalls in einer solche Larnax zu bestatten. Diese Larnax (Truhe) des Alexander wurde am Todesort im persischem Babylon gefertigt und in Syrien dem Diadochen Ptolomaios übergeben, der Alexander als Pharao in Memphis begrub. Einige Jahre später überführte er ihn nach Alexandria wo sein Grab zur Römerzeit verloren ging.

Der Leichenzug der 321 BC von Babylon aus nach Ägypten startete, führte über Syrien und Kanaan und damit auch über Jerusalem. Diese Cherubim der Bundeslade entsprechen der Symbolik der altpersischen Könige. Persien wurde von Alexander erobert. Alexanders Grab vereinte die macedonische Tradition der Larnax (Truhe) mit dem Hoheitssymbol der babylonisch-persischen Könige den Cherubim und ließ sich in Ägypten nach Pharaonenart bestatten. Da sich sein General Ptolomaios in einem Heroon bestatten ließ, ist anzunehmen das auch Alexander in einem solchen Heroon in Alexandria bestattet wurde.  Alexanders Wunsch war es in der Oase Siwa (Ammonion) beim Tempel des Amun bestattet zu werden, das neben Delphi (Apollo) und Dodona (Zeus) die bekannteste Orakelstätte in der Antike war.  Doch schliesslich diente sein Grab zur Legitimation der Herrschaft der Ptolomaios. Die Anlage dieser Heroon (Grabdenkmäler meist der Stadtgründer) erfolgte in exponierter Lage, auf oder an der Agora oder unmittelbar vor dem Stadttor.
Der 120m hohe Pharos von Alexandria der von von etwa 299 bis 279 v. Chr. im Auftrag von Ptolemaios I. erbaut wurde, wäre einem Grab des Alexander durchaus würdig und würde die Überführung Alexanders von Memphis nach Alexandria erklären, denn der Bau wurde erst unter Ptolemaios II. fertig gestellt. Nach einem Erdbeben im Jahr 365 wurde die kultische Verehrung in Ägypten verboten,  zwischendurch entfernten Araber die Götterstatuen und bauten das Obergeschoss mit Rundkuppel zur Moschee um. Weitere Erdbeben 769, 1303 und 1323 beschädigten den Pharos erneut, sodaß er schliesslich aufgegeben wurde.
Innen soll eine Poseidonstatue gestanden haben die auch als Zeus Soter bezeichnet wurde.

Seit Jahrhunderten wird das Grabmal des Alexander gesucht. Man weis das Caesar und Augustus das Grab besuchten. Franck Goddio holte dort riesige Statuen aus dem Meer heraus, die einst zum Pharos gehört haben.

Die Aufbahrung der Larnax unter einem Baldachin (Stiftshütte) dürfte der baktrischen Tradition entsprechen. Er vereint also in seiner Totenausstattung die Traditionen der von ihm eroberten Länder.

Es ist also möglich das die Larnax des Alexander zumindest Vorbild für die Vorstellung der Bundeslade wurde.
Die Juden haben die Achämeniden sehr verehrt, denen sie ja die Befreiung von den Babyloniern zu verdanken hatten. Dareios I. war dabei ihr größter Gönner und wird in der Bibel als David entsprechend positiv dargestellt. Dieser David brachte die Bundeslade von Silo (Shiloh) nach Jerusalem. Vermutlich begleiteten jüdische Hohepriester den Trauerzug durch Kanaan.

Die Cherubim würden dann den geflügelten Darius I. von den Mauern seines Apadana-Palastes in Susa entsprechen.  Apa-Dana (apa=aba, dana=tana) bedeutet übrigens „Landesvater“ und steht für die altpersische Residenzen des Königs, wovon er gleich vier hatte. Exakter gesagt ist es eine Säulenhalle innerhalb des Palastes.
Die Perser (ursprünglich Parsa) veröffentlichten ebenso wie Babylonier wichtige Gesetze auf Steintafeln. Es ist durchaus möglich das diese mit dem Fall des Perserreiches durch Alexander überflüssig gewordenen Steintafeln in einer Bundeslade symbolisch begraben wurden, die dem Vorbild der Larnax des Alexander entspricht.
Ein Ereignis das in der Bibel dann zurückdatiert auf Moses dargestellt wurde.

Kentum und Satem
Centum oder Kentum tritt zum ersten Mal im Bereich der Griechen auf. Tatsächlich haben die Griechen ein Problem K und C sowie CH und H miteinander zu verwechseln. Aus Chatti einen Hatti zu machen scheint in altgriechisch kein Problem zu sein.
Interessanterweise tritt dagegen Satem in Deutschland als regionale Bezeichnung Satia auf, z.b. in Holsatiæ, dem uralten Namen von Holstein oder auch Lusatiæ, die Lausitz. Der bekanntere Name von Holsatiæ war Nordalbingen was auf den Langobarden Alboin zurück geht. Im Widsith im Exeter Book wird dieser als König Ælfwine (Alboin) bezeichnet. Albingen wurde also einst als Ælfwin bezeichnet. Der sächsische Stamm der Albinger ist also in Wirklichkeit ein Langobardischer Stamm der Ælfwinger und der Bardengau dürfte das südliche Barden um Lüneburg unter den Albingern darstellen aus dem sich die Langobarden zusammen setzten.
Da aber Alboin zwischen 526-572 lebte, wäre das viel zu spät, es muss einen früheren Ælfwine gegeben haben, da die Langobarden dort schon im 1. Jhd. durch Gräber belegt sind. Da die Namen Elwin und Elwood eher England bekannt sind müssen ihre Mythen mit den Angelsachsen nach England gewandert sein.

Sachsen und Sarmaten
Herkunft des Begriffes Sachse

Die Tradition ein Messer zu tragen ist bereits ein vorindoeuropäisches Relikt und kann im neolithischen Norddeutschland problemlos seit der Trichterbecherkultur, noch besser in der Bronze archäologisch praktisch in ganz Europa nachgewiesen werden. Bereits Flintsteindolche aus jütländischem Flintstein sind in Mehrdeponien massenhaft belegt. Natürlich hatten erst nur hochgestellte Personen eine so wertvolle Waffe. Als Kriegswaffe dürften sie aber nur wenig brauchbar gewesen sein.
Später wurden sie aus Bronze oder Eisen gefertigt und sind z.b. auch im Grab des Fürsten von Leubingen (Sachsen) gefunden worden. Im Laufe der Zeit veränderten  sich nicht nur ihr Material sondern auch ihre Form. Es ist ein Machtsymbol das Stärke und Unabhängigkeit in allen indogermanischen Kulturen demonstiert.

Wenn ein Sachse ein wehrhafter Mensch ist, dann ist das Sax, also das angelsächsische Kurzschwert (oder Dolch) seine Waffe und damit identitätsstiftend. Sie macht ihn zum Krieger, zu einem „echten Sachsen„. Spricht man das Wort jedoch indoarisch als Sakse aus finden wir darin wiederum das uralte akkadische Wort „Sak“ für „Kopf“, altpersisch „Sax“ was sich überwiegend auf „Wilde“, griechisch „Barbaren“ bezieht.

Daraus entstand das althochdeutschen Wort Sahs für Messer, das man auch altenglisch als Seax entstammt. Noch älter ist vielleicht das Wort Skramasax das sich aus skråma (schwedisch für Wunde) und sax zusammensetzt und sinngemäß mit „Wunden zufügender Mensch“ bedeutet und ebenfalls die Wehrhaftigkeit eines Kriegers unterstreichen sollte.
Träger eines sächsischen Kurzschwertes waren also Sachsen und damit wohl ein Gemisch der Reste jener alten Stämme die auf dem Gebiet der späteren Sachsen heimisch waren.
Diese Dolche sind schon seit der späten Bronzezeit in ganz Europa und dem Orient verbreitet. Dolche, später Langmesser oder Kurzschwerte und Schwerte waren also von jeher mit identitätsstiftend mit wehrhaften Kriegern verknüpft. Die Machete (aus dem byzantischem Machaira abstammend) ist nur eine der vielen Variationen die sich im Laufe der Zeit aus dem Langmesser entwickelte.
So stammt wohl auch der als „Kris, Keris“ bezeichnete Dolch in Indonesien letztendlich aus der Tradition der Indoarier.

Erwähnenswert ist hierbei auch die ausserordentlich hohe Schmiedekunst Europas die im Mittelalter schliesslich eine Kunstfertigkeit erreichte, die kaum noch von heutigen Schmieden erreicht werden kann und durchaus mit japanischer Schmiedekunst mithalten kann.

Herkunft des Begriffs Sarmate
Sar-mate dagegen bedeutet nichts anderes als „Land der Bogenschützen“ (Saru-) und geht wohl auf das akkad. Sharru, Ŝaru zurück (Sharrukin alias Sargon). Dieser Akkader lies sich mit Bogen darstellen. Übersetzt man Sharrukin exakt (sar=Bogen, kin=Erster), käme sinngemäß „der Erste mit dem Bogen“ heraus.

Für den akkadischen König war dieser Vorläufer des Kompositbogens jene entscheidende Waffe die es ihn ermöglichte den Orient unter seiner Herrschaft zu vereinen. Und das bereits 1800 Jahre vor den Sarmaten.
Aber der eigentliche Grund für die Benennung dürfte der kleine Kompositbogen der Reiter gewesen sein. Reiter waren im Gegensatz zu den Streitwagen viel wendiger und daher dem Streitwagen bald überlegen. Wenn man überlegt das sie dabei ohne Steigbügel ritten, in einer schweren Rüstung steckten und auch noch kämpften, so mussten sie dies wohl seit frühester Kindheit trainieren. Da die Völker am Pontus insbesondere für ihren Kampfstil mit einem Kompositbogen zu Pferde bekannt wurden, wurden sie wohl von den Griechen zu Sarmaten erklärt. Das ist also lediglich ein Terminus für Bogenkämpfer. Eine eigene Ethnie ist dabei nicht feststellbar. Sie haben überwiegend die selbe Genetik wie Ostgermanen, allerdings ist am oberen Pontus/Nordkaukasus auch indoiranische Genetik der Alanen verbreitet.

In den griechischen Kolonien am Bosborus und wohl auch in Olbia und Tyras herrschte seit 460 v. Chr. die Dynastie der griechischen Spartokiden, die aus Milet kamen.
In ihrem Umfeld siedelten Anten am Asowschem Meer und Aorsen. Roxolanen und Jazygen werden nicht erwähnt, es wird lediglich angenommen das sie bereits dort lebten.

Jazygen werden zum ersten Mal in den Nordwestlichen Karpaten erwähnt, wo auch ihre Gräber gefunden wurden.

Ab dem 3. Jhd. v. Chr. kamen Skiren, Heruler und Bastarnen dazu, die auf der Krim als Taurer und um Olbia als Opoliten bezeichnet wurden.
Tatsächlich übernahmen die Sarmaten wohl diese Kampfkunst von den Parthern, die um 250 v. Chr. in die Weltgeschichte treten und als Erste gepanzerte Reiter in ihrer Armee aufstellten.
Wahrscheinlicher ist das Mithridatos VI, der nach dem Verzicht von Pairisades V. auf das Bosborianische Reich als erster Pontischer König ab 108 BC die Griechen am Bosborus beherrschte und damit die Skythen Saumakos aus Neopolis (Krim) und Silurus aus Olbia/Tyras vertrieb. Vermutlich hat er dabei Panzerreiter aus Anatolien eingesetzt.
Ob das Perser, Meder, Galater, Griechen oder Macedonen waren, wird sich kaum feststellen lassen. Er war wohl auch der König, der als erster eine biologische Waffe einsetzte, vergifteten Honig. Belegt ist, das er 63 v. Chr. dem anrückenden Römern Honigtöpfe zurück lies. Die hielten das für eine Weihegabe an die Götter und aßen den Honig, wodurch sie krank wurden. Dann überwältigten Mithridates Krieger die Römer durch List.
Letztendlich gewannen aber die Römer im Jahr 47 BC und die Könige von Pontus wurden Vasallen von Rom.

Der vergiftete Honig entsteht durch die wilden Rhododendron-Büsche in Nordanatolien, die von den Bienen angesteuert werden. Die Bienen sammeln mit dem Nektar auch das giftige Terpinoid mit auf, das beim Menschen Übelkeit, Herzrasen, Durchfall und Magenschmerzen verursacht. Imker mussten daher recht schnell gemerkt haben, das sie ihre Bienenstöcke von diesen Büschen weit entfernt aufstellen müssen. Mithridates VI. kam wohl auf die Idee seine Feinde damit zu schwächen, indem er ihnen diesen giftigen Honig unterjubelte. Ein Geschenk ähnlich dem Trojanischem Pferd.

Die Mithridaten
Die Mithridaten kamen infolge der Diadochenkriege an die Macht. Mithradates (* um 349 v. Chr.; † 266 v. Chr.),  war ein Schwiegersohn von Dareios III, dem Letzten der letzte persische König des Achämenidenreichs (bis 446-330 v. Chr.) sowie der Enkel jenes Mithridates, eines Gefährten des Achämeniden-Prinzen Kyros († 401 v. Chr.) der seitdem die Satrap Phrygien regierte. Als Heerführer des jungen Alexander nahm er schon an dessen erster erfolgreichen Schlacht am Granikos im Mai 334 v. Chr. gegen seinen Schwiegervater Dareios III. teil und nahm wohl auch am ganzen Asienfeldzug teil. Nach dem Tode Alexanders kämpfte er während der Diadochenkriege im Jahr 316 v. Chr. in der Schlacht von Gabiene für Eumenes, danach gelangte er wohl als Geisel in die Gewalt des Siegers, Antigonos I. Monophthalmos. Als Antigones im Sommer 301 v. Chr. bei Issos fiel, verschanzte er sich wohl in den Bergen des Pontus. Vielleicht schon 297 v. Chr., zeitgleich mit Zipoites von Bithynien, spätestens aber 281 v. Chr. nach der Schlacht von Kurupedion in der der Diadoche Lysimachos von Thrakien gegen den Diadochen Seleukos I. fiel, konnte sich Mithridates zum König (basileos) erheben und das Königreich Pontos begründen. Im selben Jahr schloss er ein Bündnis mit Bithynien gegen König Seleukos I., der bald darauf von seinem Sohn ermordet wurde. Weiterhin begünstigten die 275 v. Chr. vom verbündeten Bithynien gerufenen in Phrygien einfallenden Galater (Kelten) seine Zwecke. Als Mithridates I. Ktistes regierte er das Königreich am Pontus von  302-266 v. Chr. Nach Diodor starb Mithridates im Jahr 266 v. Chr. nach einer Regierungszeit von 36 Jahren und, laut Hieronymos von Kardia, in seinem vierundachzigsten Lebensjahr.
Von Diodor und Plutarch wird Mithridates als Sohn des  Ariobarzanes († 362 v. Chr.) aus Kios (einer griechischen Stadt an der Ostküste des Marmarameers) und der erste Satrap von Phrygien bezeichnet, wobei Ariobarzanes II. von Kios (363 – 337 BC) wohl sein älterer Bruder war und womöglich weiterhin die Satrap Phrygien für Seleukos I und dessen Sohn Antiochos I. Soter regierte. Vielleicht hatten die beiden Brüder nach dem Fall des Diadochen Eumenes und des Diadochen Antigones die von ihm verwaltete Satrapen Phrygien und Kappadokien übernommen. Da Antiochos I. Soter die Unterwerfung des Nikomedes I. von Bithynien misslang, da dieser sich mit Antigonos II. Gonatas verbündete und Galater ins Land holte, lebten in Phrygien seit 278 v. Chr. auch Kelten, denn Antiochos war 278 v. Chr. genötigt mit Bithynien Frieden zu schliessen um sich der Bedrohung durch Ptolemaios II. von Ägypten entgegenzustellen.
Mithridates I. dürfte aufgrund seiner Teilnahme am Alexanderzug selbst zu den „Silberschilden“ (griechisch Agyraspiden) gezählt haben, wie die ältesten Krieger Alexanders genannt wurden. Diese hatten den Ruf unbesiegbar zu sein. Seine Verwandtschaft zu den Achaemiden über Darius III. und sein diplomatisches Geschick während der Diadochenkriege, zu Bithynien und den Galatern aber auch zur pontischen Bevölkerung die aus Griechen von Trapezunt und den einheimischen Uratäern bestand, dürfte auch der Verbreitung des Gottes Chaldi sowie die Panzerung auf die nordpontische Region verbreitet haben.
Direkte Nachbarschaft von Gräbern der Daker, Sarmaten und Bastarnen

Direkte Nachbarschaft von Gräbern der Daker, Sarmaten und Bastarnen

Das griechische Skythien

Lesen wir nochmal die Beschreibung der Skythen dann steht dort das 20 Tagesritte von der Donau entfernt die Königsskythen lebten. Das entspricht etwa von den griechischen Städten in Thrakien bis zur skytischen Hauptstadt Neapolis auf der Krim. Daneben (also oberhalb der Krim) am mittleren Dniestr sollen die Amazonen (Alazones), beherrscht von einer Frau gelebt haben. Das entspricht der Lage der Königsgräber am Dniepr.  Zurück geht das auf die Legende, das die Königin der Krim den König der Skythen eigenhändig erschlug und ihren Sohn über die Skythen als König einsetzte.

Daher galt die Krim und die untere Dniepr Region als Königsskythen wo heute bei  Nova Kakhowka auch Königsgräber sind. Dabei handelt es sich wohl um Königin Thalestris, die mythische Königin des Pontus-Reiches der Mithridaten zwischen dem Fluss Thermodon (in Anatolien) und dem südl. Kaukasus (Rioni Fluss, Georgien, antikes Colchis), die 330 BC gegen Alexander antrat.  In dieser Region hatten wohl auch die Ostgoten gesiedelt.

Um Olbia herum (Poltava Region) lebten laut der Beschreibung des Skythenlandes die hellenisierten Skythen zwischen südl. Bug und Dniepr (auch als Callipida bezeichnet, vermutlich wieder eine Erfindung) und im Nordosten der Krim am Asowschem Meer um Rostov am Don die Aorsen (Aroteres, Aro? am Terek und Kuban also vermutlich Alanen) gegenüber den kaukasischen Maioten. Später werden statt Aorsen Anten lokalisiert, benachbart von Venethi und Sklaveni zumindestens nach Darstellung von Jordanes.

Von Jazygen oder Roxolanen ist hier keine Rede und auch die antiken Karten zeichnen dort keine Stämme dieses Namens ein.

Das persische Skythien
Dagegen bezeichnet Darius 490  BC Thrakien und die Karpathen als Skudra (griechisch Skythia) und wanderte von Persien aus zu den Geten an der Donaumündung (später die römische Provinz Skythia minor, klein Skythien) nach Westen Richtung Sarmizegetusa, wo vermutlich noch die Boier saßen.
Dieses Gebiet wurde fortan Teil des persischen Reiches und eine eigene Satrap die er Skudra nannte.
Vermutlich stammt dieser Begriff vom Avestischem xaoδa bzw. dem Altpersischem xaudā was schlichtweg Helm bedeutet. Skudra heisst also offensichtlich Helmträger und dürfte im Griechischem zu Skythia geworden sein. Helm wird in einem hotansakischem Dialekt (dem Ort wo Attilas Vorfahren die Oghusen herkamen) mit „Türk“ übersetzt und so lässt sich auch die Bezeichnung Kök-Türk mit Blauer Helm übersetzen.
Die Köktürken (552-744, chin. tujue) tauchen rund 100 Jahre  nach dem Hunnischen Europa-Abenteuer (375-469) auf. Auch der Name Aschina soll aus dem gleichem hotansakischem Dialekt dem sakischen „asseina“ für blau abgeleitet sein.
Selbst die Legenden über die Abstammungen gleichen sich, sodaß die Köktürken offenbar Nachkommen von Attilas Hunnen sind. Hunnenkessel markieren diesen Weg von Europa nach Asien bis zum Orchon Fluss, wobei Kessel ursprünglich in Europa (z.b. bei Kelten, Germanen aber auch bei Dakern) in Gebrauch waren.

Neben der Satrap Skudra wird die Satrap Sattagydier (Sogdien und Baktrien, das Land der sakischen Hephtaliten) und die Satrap Sagartier (NordIran/NordIrak, das Land nördlich von Gutium um Arbella, nun den skythischen Kimmerern gegeben) aufgeführt, alle drei repräsentieren das, was wir landläufig in einem Topf als Skythen oder Saken werfen.

Darstellung aus dem Tumulus von Tatarli

Darstellung aus dem Tumulus von Tatarli, West-Anatolien (ev. der Satrap von Lydia)

Diese Region zwischen Hellespont und der Donaumündung wird auch als „Satrap Skudra“ des Perserreiches von Dareius aufgeführt und war zwischen 510-479 BC von Persern beherrscht die 80.000 Mann unter dem Perser Megabazos (ein Verwandter des Dareios) zurück ließen. Exakt zu diesem Zeitpunkt werden die Triballi erwähnt, die eine Skythische Ausrüstung gehabt haben sollen. Später werden sie von den Odrysen unterworfen die ab 470 BC expandieren und die persische Satrap Skudra erobern, womit sich das Odrysenreich in Thrakien begründet.

Tumuli Tatarli datiert 474-471 BC Grabkammer eines Teilnehmers am Skythenfeldzug des Dareios

Tumulus Tatarli datiert 474-471 BC, Grabkammer eines Teilnehmers am Skythenfeldzug des Dareios

Es gibt dafür einen interessanten Beweis das  die persische Skudra (um 500 BC) der Urheber des griechischem Skythien ist. In einem Hügelgrab in Anatolien, dem Tumuli Tatarli datiert auf ca. 474-471 BC gibt es Malereien vom Skythenfeldzug des Dareios. Das Grab gehört vermutlich einen der Generäle des Dareios, vielleicht sogar einem Angehörigem seiner Dynastie der eventuell die Satrap Lydien verwaltete.

Diese Odrysen werden ab ca. 384 BC von einem als Edonier bezeichneten König Cotys I. regiert, dessen Reich ebenso wie die Triballer durch die Expansion Alexander des Großen unter geht. Die Edonen sollen aus Tessaloniki stammen und mit Pierern, Odomanten und Satren unter den Odrysen vereint worden sein. Dessen Königsnahme ist jedoch auch bei Skythen belegt, sodaß sich auch Thraker unter den Skythen befanden.

Die Satren dürften wiederum eine griechische Erfindung sein die auf den Namensrest aus dem persischem „Satrap“ gebildet wurde, und damit handelt es sich wohl um die Perser-Soldaten die mit Darius I. aus dem Perserreich kamen. Vermutlich entsprechen sie den „sarmatisch aussehenden“ Triballer, hinter denen sich die Jatzygen verbergen.

Rekonstruktion der Kleidung aus dem Tumulus von Tatarli

Rekonstruktion der Kleidung aus dem Tumulus von Tatarli

Die Odrysen waren wohl auch die ersten die am Pangeo-Gebirge die sagenhaften Minen des Pangaio im 7. Jhd. v. Chr. öffneten, die von den Griechen aus Thalos und den Spartakianer später heiss umkämpft wurden.
Drei Stämme sollen aus dem untergegangenem Odrysenreich hervorgegangen sein.
Wahrscheinlich muss man die Odrysen mit den späteren Geten, Dakern und den Thrakern gleichsetzen, wobei die Geten bereits bei Dareius Skythenfeldzug in Getien (römische Provinz Skythia minor) saßen und offensichtlich waren sie wichtig genug, da Dareius eine Tochter des Geten-Königs Cotys I. heiratete um seine Eroberung zu sichern. 80.000 Krieger ließ er zurück und diese wurden einschliesslich der Provinz Skudra unter den tessalonikischen Edonen zum archäisch-thrakisch-skythischen Odrysenreich.

Der ganze Krieg um die „Minen des Pangaio“ im Pageo-Gebirge war wohl Grund genug für die Stämme des Skudra-Odrysen-Reiches, welches vom Macedonen Alexander eingenommen wurde, sich weiter nördlich zu orientieren, wo Dareios bereits die Geten vorfand.

Wahrscheinlich lebten die Thraker in ihr Homeland Edirne am Euros (Hermes) und nahmen wohl auch das Machtzentrum von Lysimachos (Diadoche v. 323-281 BC), die Stadt Lysimachia auf dem Cheronnes (Gallipoli auf dem Hellespont) nach dem Abzug der Galater 279 BC in Besitz, während die Daker nördlich davon zum Haimos nach Serdica (heute Sofia) zogen und wohl den ganzen Haimos (Balkan) bis Seuthopolis besetzten, wo sie bis 260 BC auch blieben. Sie bildeten damit den Joten (Ionier) Heimdall, der die Brücke Bifröst zwischen Europa und Asien bewacht.
Ab 260 BC wanderten die Daker weiter nach Argedava (westlich von Bukarest, Rumänien). Von dort wanderte sie unter Burebista ab 82 v. Chr. in die Karpaten, wo sie die Boier schlugen und Sarmizegetusa einnahmen.

Ab 82 BC verbündeten sich die Daker mit den Geten und Bastarnen und wagten auch Feldzüge nach Tyras und Olbia am Schwarzen Meer, wo neben Bastarnen auch Skiren beteiligt waren. Auch Heruler sind schon in der Gegend. Die Buri wie auch die Serden sind höchst wahrscheinlich Abspaltungen der Daker, wobei die Serden in Sofia blieben und die Buri sich nach dem Untergang Burebistas offensichtlich den Stämmen im Norden anschlossen und so von Tacitus zu den Germanen gezählt wurden.
Die Geten zog es wohl über Apollonia Pontica, Odessos (Varna) nach Getia (Tulcea), wo sie die ganze  Küste des schwarzen Meeres bis zum Donaudelta bewohnten. Vermutlich assimilierten sie sich später in den Ostgoten, einem der durchziehenden Germanenstämme an. Den Geten benachbart um Tyras und Olbia (das moderne Odessa und Ochakiv) dürften einst die Kimmerer gewohnt haben (unzwar bevor dort Griechen waren), die im 7. Jhd. nach Osten zum Kaukasus abwanderten. Ab dem 3. Jhd. v. Chr. lebten hier die Bastarnischen Peukiner, während sich die Roxolanen an der von den Kimmerern verlassenen Küste ansiedelten. Interessanterweise behaupten mehrere Ostgoten (Balthen) auf einer Halbinsel an der Donaumündung geboren zu sein, was nur die Halbinsel Peuke sein kann.

Darstellung eines Lukanier aus Poseidonia

Darstellung eines Lukanier aus Poseidonia

Und aus den Triballer dürften die indoiranischen Jazygen hervorgegangen sein, die sich im Tal der Morava nieder ließen und später etwas weiter nordöstlicher zwischen Donau und Theiss sesshaft sind. Jat ist die indoiranische Entsprechung für Stamm (sowas wie „alle aus einem Stall“, Jatzygen vielleicht als Neugründung der pers.-skythischen Jaxarten zu skythischen Jat Ziu [Gentis] zu übersetzen). Herodot lokalisiert hier um 420 BC den Venetern benachbart die Sigynnen, die medisch aussehen würden und kleine Pferde mit arabischen Nasenknick hätten. Dabei kann es sich eigentlich nur um orientalische Pferde handeln. Die Darstellung eines dorischen Reiters aus Poseidonia , in der Region Kampanien in der Provinz Salerno im südl. Italien. (gegründet um 600 v. Chr. von Griechen aus Sybaris oder Troizen) nach 400 BC zeigt ein damaliges orientalisches Pferd, das im Verhältnis zum Reiter etwa die Größe eines Haflingers gehabt haben muss, also ca. 1,45m Stockmaß, moderne Pferde sind ca. 1,65m gross. So etwa dürfte auch Bucephalus, das Pferd von Alexander dem Großem ausgesehen haben. Vermutlich kamen diese typvollen Pferde überhaupt erst über Troja ins Land.

Herodot: „Was den Teil des Landes, der weiter gegen Norden liegt betrifft, so kann niemand mit Gewissheit sagen, was er für Einwohner hat; sondern schon das was jenseits des Isters liegt, scheint ganz wüst und unzugänglich zu sein. Ich habe weiter nichts dazu erfahren können, als das gewisse Leute daselbst wohnen, die Sigynnen heißen und wie die Meder gekleidet sind; diese sollen Pferde haben, die am ganzen Leibe ganz rau sind und Haare haben, die fünf Finger lang sind. Sie sind sehr klein und haben eingedrückte Nasen und sind nicht einmal stark genug, einen Menschen zu tragen. Wenn sie aber vor den Wagen gespannt werden, so sind sie sehr schnell, und mit diesen fahren die Einwohner herum. Ihre Grenzen sollen an die Veneter stoßen, die am Adriatischen Meer wohnen. Sie geben sich für Abkömmlinge der Meder aus, wie das aber zugeht, kann ich nicht sagen. In einer langen Zeit kann alles geschehen. Bei den Liguriern, die oben über Massalia wohnen, bedeutet das Wort Sigynnes Märkler, bei den Cypriern aber Wurfspieße.
Herodot beschreibt die Jazygen hier als Wagenlenker mit Streitwagen, nicht als Reiter.

Die Thraker am Hellespont wurden dann von den Galatern geschlagen, die es sich in ihrer Stadt gemütlich machten, bis man sie wenige Jahre später nach Phrygien lockte, wo sie schliesslich nach den Diadochenkriegen unter die Herrschaft des Pontus-Reiches gerieten. So übernahmen die Thraker wieder Lysimachia.
Am nördlichen Pontus oberhalb der Donaumündung war weder Darius 490 BC noch Xerxes 480 BC und diese Region gehörte auch nie zum Perserreich wie es einige Karten darstellen. Es ist also wahrscheinlich das die Skythische Lebensweise der Berufskrieger mit Darius oder Xerxes kam und der Begriff Skythia ursprünglich auf die Bewohner Thrakiens bis hin zur Donau angewandt wurde.

Damit liegt der Ursprung der Skythen und ihrer indoiranischen Sprache beim Skythenfeldzug des Dareios und hat mit den Kimmerern (Sagarten) nichts gemeinsam, die zuvor mit Kyros 539 BC die Babylonier schlugen. Während sich also die Edonen nach Südwesten bewegten und mit Thrakern und Griechen vermischten, gingen die Kimmerer nach Südosten und somit anders um das schwarze Meer herum, wo sie sich mit Medern vermischten und für die Eroberung Babylons mit der Satrap Sagarta belohnt wurde.
Rund 500 Jahre später schlossen sich ihre nun orientalischen Nachkommen als Alanen den Vandalen an.
Während die Sarmatischen Alanen die sich mit den Griechen des Bosborianischen Reiches mischten, als Anten bezeichnet wurden und von den Goten unterworfen wurden. Belegt ist ja der Mythos nachdem eine Amazone von miletischen Griechen auf der Krim die Herrschaft über einen Sarmatenstamm übernahm.

Bei dem Durcheinander sahen wohl selbst die Griechen nicht durch, weshalb sie Kriegervölker in den Karpathen als Skythen und die Bogenkrieger am Nördlichen Pontus als Sarmaten (aus dem Land der Bogenschützen stammend) bezeichneten.

Bei der Schlacht bei den Thermopylen gegen den Spartaner Leonidas unterwarf Xerxes zwar die Griechen, unterlag ihnen jedoch in der Seeschlacht von Salamis und anschliessend in Plataiai.

Jazygen und Roxolanen

Jazygen und Roxolanen

Angeblich lies auch Xerxes I. 480 BC rund 1000 Männer zurück die jedoch von den Griechen sofort wieder besiegt und wohl auch assimiliert wurden. Da er 479/478 BC die Marduk-Statue von Babylon einschmelzen lies um auch den altbabylonischen Glauben auszumerzen, hatte er wohl mit Aufständen im eigenen Land zu tun und ließ Griechenland links liegen. Stattdessen widmete er sich dem Bau von Persepolis.
Es ist durchaus denkbar das diese Zurückgebliebenen in das macedonische Heer gezwungen wurden und so einen eigenen europäischen Perserstamm bildeten, der isoliert die altpersische Sprache bei behielt.

In jedem Fall sind Germanen und Sarmaten in den folgenden Jahrhunderten wie siamesische Zwillinge gemeinsam durch die Welt gezogen. Sowohl bei Vandalen (die mit Alanen kooperierten), den Bastarnen (die mit Roxolanen und Dakern kooperierten), als auch bei Sueben (insbes. Quaden) wie auch bei Langobarden (die mit den Jazygen und Hunnen kooperierten) scheint die Grenze zwischen ihnen fließend zu werden.

Mit Alexander hielt jedenfalls auch die Reiterei Einzug ins Heer. Es ist daher nicht verwunderlich das Alexanders Pferd Bucephalus einen solchen Status erhielt, das sein Name bis heute überliefert ist.

Die Diadochenkriege gaben der militärischen Entwicklung einen weiteren entscheidenen Schub, denn nun standen sich Heere gegenüber, die mit der selben Ausrüstung kämpften. Alexander hatte bewiesen das Klasse vor Masse steht und das die Ausrüstung des Heeres den Sieg ausmacht. So waren denn auch alle Diadoche bemüht modernste Waffentechnik zu haben. Panzerreiter erwiesen sich als effektiv. Was sie nicht nieder ritten, spießten sie mit den Lanzen auf.  So wurden sie in der Antike bald von Römern, Karthagern, Griechen und Persern eingesetzt und mit folgenden Namen bezeichnet:

  • Clibanarii (lat. für „Nackenschutzträger“), üblicherweise mit
  • Kataphraktii griech. kataphraktos („mit Eisen überworfener“), und als
  • bargustuwān-warān (mittelpersisch für „Reiter auf gepanzerten Pferden“)

Von Ammianus Marcellinus um 350 AD ist folgender Satz überliefert worden den er dem römischen Kaiser Severus Alexander ins den Mund legte: „[…] cataphracti equites, quos clibanarios dicticant Persae […]“
„Wir haben die Perser besiegt, […] die Kataphrakten, die jene als Clibanarier bezeichnen.“

In der  Forschung geht man davon aus, dass der Ursprung von clibanos im mittelpersischen Wort grīwbān („eiserner Nackenschutz“, „Kehlstück“) zu suchen ist, was die Griechen mit der Bedeutung Ofen (Eisenschmelzofen) verbanden.
Ob die Anartes von Caesars De Bello Gallico die er am Ostrand des herkynischen Waldes, nordöstlich der Donau in Pannonien (heutiges NordUngarn/Südslowenien bei Nógrád/Neustadt) lokalisiert mit clib-anarios identisch sind, weis der Himmel. Zumindestens waren sie in der Nähe der Jatzygen und könnten eine Abspaltung sein.

Üblicherweise werden Clibanarii als bewegliche Panzerreiter mit Speer und die Kataphraktii als eine ihr unterstellte schwere Panzerreiterei angesehen. Es wird auch erwähnt das die Clibanarii mit Masken vor dem Gesicht und einem runden Schild ausgestattet waren. Ihre Rüstung soll 40 kg gewogen haben. Zudem ist eine Römische Einheit namens Equites Sagittarii Clibanarii in Nordafrika überliefert. Sie scheint als berittene gepanzerte Bogenschützen aufgestellt worden zu sein und eine eigene Spezialtruppe darzustellen.

In Byzantinischem Reich werden sie später Klibanophoros genannt. Awaren und Byzantiner entwickelten einen Lamellenpanzer. Alanen wurden mit Bogen bewaffnet und die Equites cataphractarii Albigenses deuten auf Langobarden (Albinger) die in Thrakien stationiert waren, was die Langobardische Vorliebe für Lamellenhelme erklären würde. Ansonsten wurden vorwiegend Syrer und Perser als cataphractarii rekrutiert. Die Griechen die die gepanzerten Reiter als Kataphrakten bezeichneten, verbanden wohl alle Panzerreiter mit Sarmaten. Tatsächlich dürfte das eine Spezialität der Roxolanen gewesen sein.

Da diese aber seit 230 BC mit Bastarnen und Skiren, ab 100 BC auch mit Dakern gemeinsam agierten, dürfte sich diese Art der Kriegsführung wohl auch bei Bastarnen und Skiren verbreitet haben. Es entsteht also eine Wechselwirkung zwischen den Dakern, den Roxolanen/Jatzygen und Germanen.

Dies zeigt sich auch in den Gräbern, die ausschliesslich Sarmatisch oder Dakisch klassifiziert werden. Tatsächlich befindet sich aber der Großteil der „sarmatischen Gräber“ der Roxolanen von 200 BC bis 200 AD auf oder nahe dem Siedlungsgebiet von Skiren, Bastarnen, von denen das Roxolanengebiet förmlich eingeschlossen ist. So ist es auch nicht verwunderlich das Roxolanen als Unterstamm der Bastarnen gesehen wurde, während anderseits nur Roxolanen als Verbündete der Daker genannt werden. Vermutlich kannte man den Begriff Bastarnen noch gar nicht bei den Griechen.

Und ähnlich verhält es sich auch bei den Jazygen die mit den Markomannen verbündet sind. Auch hier ist keine Stammesgrenze in den Grabriten auszumachen. Etwa 50% der Region des alten Dakischen Reiches sind übersäht mit Sarmatengräbern, im Nordwesten die Jazygen an der Theiss und im Südosten bis Nordosten die Bastarnen und Roxolanen, was deutlich macht, das Daker mit Germanen und Sarmaten zur Zeit der Dakerkriege einen Bund bildeten.
Auch später in der Zeit nach Attila liegen diese Jazygen direkt zwischen Gepiden, Sueben und Langobarden an der Theiss und bilden einen eigenen Fundkorridor inmitten der Germanen.

Es bleibt zu vermuten das sich die „verschwundenen“ Daker nach der verheerenden Niederlage ihres letzten Königs selbst germanisiert wurden. Insbesondere da der römische Kaiser Trajan die Identität der Daker vollkommen zerstören wollte, was ihm offensichtlich auch gut gelungen ist, denn die Grabriten im Dakerreich verändern sich nach der Niederlage schnell und gleichen römischen Gepflogenheiten. Die Annahme das Daker Teil der Romanen werden, ist daher eher Wunsch als Wirklichkeit.

Bastarner-Rüstung geweiht der Diana von Augustus

Bastarner-Rüstung geweiht der Diana von Augustus

Da die Bastarnen seit ca. 200 BC bei Philipp V. und seinem Sohn Perseus in macedonischen Diensten (unter einem Führer Clondicus) standen und seit 180 BC in Getea auf der Insel Peuke, Getien und in Moesien siedeln, müssen sie mit den dortigen thrakischen Geten (und wer sonst noch da war) zumindestens in Ethogenese vereint gewesen sein.

Ihr Gegner in Bithynien holte sich dafür die Kelten als Söldner.
Die Bastarnen könnten gemeinsam mit den Geten dabei zeitweise die Herrschaft über Histria, Tomis und das Kallatis (Mangalia nahe dem späteren Constanza, gegründet von Mégara-Griechen) – also über die Getische Schwarzmeerküste gewonnen haben, während die Macedonen mit den Thakern die alten Siedlungsgebiete in Thrakien, auf den Dardanellen und den Haimos zurück eroberten.
Während die Kelten ganz nach Phrygien übersiedelten und dort zu Galatern wurden.

Der Bastarnen-Roxolanen-Skiren-Bund (als Skythen bezeichnet) der wohl seit 230 BC bestand griff öfter mal das Bosborianische Reich und die am Tyras gelegenen griechischen Kolonien Olbia und Tyras an und werden es wohl gelegentlich auch beherrscht haben, bis sie durch Mithridates VI. und seine importierten Krieger um 108 BC vertrieben werden und demnach nur noch die griechischen Kolonien in Getien kontrollierten.
Der Daker Burebista erobert im Jahr 82 BC große Teile Moesien, Getien und Siebenbürgen, was wohl auf die Unterwerfung der Daker, Roxolanen und Geten sowie der Bastarnen und Skiren zurück geht. Ein extrem mächtiger Bund entstand der den Römern einige Angst eingeflöst haben dürfte, sodaß ihr nächstes Ziel die Vernichtung der Darker war, was ihnen ja auch gelang.
Augustus rühmt sich anschliessend das die Bastarnen um ein freundschaftliches Verhältnis zu Rom baten. Vermutlich beruht das auf Marcus Licinius Crassus, Prokonsul von Macedonien der 29 BC den Skythen-König der Bastarner namens Deldo tötete und die Bastarnen über die Donau trieb (erwähnt bei Cassius Dio 51.23.3 ff.).

Dabei wird erwähnt das Marcus Licinius Crassus die Rüstung des getöteten Bastarnenkönigs weihen wollte um den Zusatz Skythius zu bekommen, doch Augustus verweigerte ihm das, da er angeblich unter seinem Banner gekämpft hatte.
Im Jahr 8 oder 10 BC kämpft ein weiterer Römer Marcus Vinucius, Governeur von Illyrien gegen eine Allianz aus Daker, Bastaren, Cotini, Osi, (ein fehlender Name) und Anartii. Er nennt die Anführer Cotto, Clondicus und Teutagonus. Cotto klingt wie Cotys. Teutagonus könnte aus dem Thrakischem Adria-Stamm der Labeaten kommen, der sich zwischen Illyrien (Epidaurus) und Epirus befand, wo um 230 BC eine Königin Teuta regierte. Seit Genthios (180–168) war dieses Reich von Römern occupiert, die während des Pannonischen Aufstandes im Jahr 6 BC auch einen Anführer Pinnes töteten.
Die erfolgreichen Eroberungen der Bastarnen und Skiren 62 sowie 68/69 AD dürfte ebenfalls von Panzerreiter der Roxolanen begleitet worden sein. Um ca. dem Jahr 85 AD verbünden sich Roxolanen mit dem letzten dakischen König Decebalus. Sein Erfolg dürfte sich dabei auch auf sarmatische Panzerreiter der Roxolanen stützen, die 62 AD mit den Bastarnen und Dakern die römische Provinz Mösien angreifen, wo diese Panzerreiter ebenfalls wahrgenommen werden.

Hier wird aus der Bezeichnung Skythen (Bastarnen-Roxolanen-Skiren-Bund) plötzlich ein skythisch-sarmatisches Heer (Bastarnen = Skythen, Roxolanen = Sarmaten).

In jedem Fall ist Rom stark beeindruckt, stellt von nun an selbst Panzerreiter auf die es bei den Sarmaten rekrutiert, wobei die Bastarnen ihre Förderati werden. Ihr Kastell befand sich in Moesien südlich von Odessos (Varna).
Von Tacitus werden die Bastarnen im Jahr 98 AD bereits bis zu den Karpaten lokalisiert. Um 166–180 AD waren die Roxolanen und Jazygen dann Verbündete der Makromannen. In den Jahren 280/295 setzen die Bastarnen über die Donau auf römisches Gebiet über. Um 280 weist ihnen der römische Kaiser Probus Land in Thrakien zu. 391 verschwinden die Bastarnen am Kastell Basternai nahe Odessa in Thrakien aus der Geschichtsschreibung und tauchen erst nach der Völkerwanderung an der oberen Weichsel als Peukiner wieder auf, gemeinsam mit Sarmaten (Zermaiten, Semgallen) wo sie sich im Baltikum vermutlich als Pruzen (Prussen, Preußen) in Jotva und Barta ansiedeln (Jotvinga=Jatwinger).

Eine Pomeranische Fibula wurde bei Poieneşti in Moldavien gefunden. Die Fundorte Poieneşti, Lukashevka und Zarubintsy gelten als Bastarnen. Damit wäre auch die Zarubintsy-Kultur eine ostgermanische Kulturgründung und der Vandalischen Przeworsk-Kultur nahestehend, die sich von Südpolen (Zarubintsy-Kultur, Bastarnen) aus zum südl. Bug bewegt und in Verbindung mit der Kiever Kultur und der Chernoles Kultur (Ukraine um Olbia und Tyras alias Opoliten) steht. Die Zarubintsy-Kultur ist eine der Nachfolgekulturen der Jastorfkultur.


fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.

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