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Das Waldneolithikum

Die ersten Europäer

Evenkin

Evenkin

Die erste yDNA die vor mehr als 45.000 Jahren überhaupt Europa erreichte dürfte dieyDNA K (xLT) gewesen sein mit der späteren Untergruppe P entwickelte. Diese hatte sich aus der westsibirischen GHIJK abgespalte, die sich ihrerseits in IJ, in NO, in LT, sowie S, M und H und zu guter letzt in P (mit den späteren Subgruppe R und Q) aufspaltete.

  • K(xLT) mit mtDNA R* aufgrund des 45.000 Jahre alten Ust‘-Ishim, Western Siberien am Bolshaya Belaya Fluss nahe dem heutigem Irkutsk (datiert auf 45,770–44,010 cal BP)
  • mtDNA R* in der Grotta di Fumane, Spanien (datiert auf 41,110-38,500 cal BP), Proto-Aurignacian
  • F mit mtDNA N, genannt Peştera cu Oase, Rumänien (datiert auf 37,000–42,000 BP)

Die zweite Gruppe wanderte wohl im Solutrian oder später im Mesolithikum ein und dürfte die yDNA C1 gewesen sein, die sich vom afrikanischen Auswanderer yDNA-Stamm  CF abgespalten hatte.
Der älteste Fund stammt aus Kostenki am Don und ist höchstens 38,700. Doch es sollte wohl noch einige Jahrtausende dauern bis sie Europa erreichten. Tatsächlich finden sich erst ab ca. 18.000 Jahren ihre Spuren im noch paleolithischen Europa, ist dann aber vereinzelnt noch bis vor etwa 5000 BC noch nachweisbar.
Dieser Stamm ist mit der Jōmon Kultur in Japan verwandt. Für beide lässt sich  eine Herkunft aus der Baikalregion rekonstruieren, wobei die Buryaten vermutlich das älteste Volk sind. Korjaten und Ewenken besetzen die Region östlich der Lena und ein Teil von ihnen überquerte Beringia und wanderte bis Südamerika.

In Europa war das der Beginn des Solutrian (22,000 – 17,000 BP), das sich über ganz Europa ausgiebig verbreitete.
Der früheste Nachweis des Solutrian  findet sich im südlichen Frankreich oberhalb der Pyrenäen wo es sich nach Süden, also Iberien, Italien und nach Norden also Frankreich, Alpen und Zentraleuropa verbreitete.
In wieweit es hier auch Funde in Osteuropa gibt, ist noch nicht genau genug erforscht.

Ebenfalls trocken lag bis vor 13.000 Jahren noch die Landbrücke zwischen Malta und Sizilien, wo wohl nur ein großer Fluss dazwischen lag, der vom Nildelta aus vor der Küste Ägyptens bis nach Malta reichte und dann ins westliche Mittelmeer mündete. Das östliche Mittelmeer war zeitweise immer mal wieder ein Binnenmeer oder trocknete sogar ganz aus, womit eine Salzwüste zurück blieb.
So ähnlich hatte auch das westliche Mittelmeer oftmals die Verbindung zum Atlantik verloren und trocknete aus. Doch inzwischen war der Durchfluss bei Gibraltar schon seit mind. 1 Mio Jahren stabil offen geblieben und wird sich wohl erst in kommenden Jahrtausenden erneut schließen.

Auch über Nordafrika und Malta wäre eine Einwanderung der y-DNA wie C1a2-V20 des La Brana-1 in Nordspanien möglich.
Die männliche Linie von La Brana starb dann spätestens im Neolithikum in Europa aus.
Ein anderer interessanter Aspekt ist ein Link der yDNA C1a2-V20 zu C1a1-M8 die bei den Ainu, den Ureinwohnern in Japan (genauer gesagt Hokkaidō, Sachalin und Kurilen-Inseln) vorkommt und eine Art Bruder des La Brana Mannes darstellt. Wie kommt der dahin? Ja gute Frage, er wird wohl hingelaufen sein.

Ob sie also von Afrika über Europa nach Asien oder vom Kaukasus/WestAsien nach Europa einerseits und Ostasien andererseits wanderen, ist längst nicht so klar bewiesen, wie man gemeinhin meint.
(Aber ich denke schon das sie über den Kaukasus nach Europa wanderten. Man sollte jedoch nichts plappern, nur weil alle daran glauben. Also immer auch über alternative Scenarien nachdenken.)

Über den Fund im russischem Kostenki weiß man, das er dunkle Haut und braune Augen hatte. Das trifft auch für die Ainu zu.
Der Mann von La Brana trug dagegen bereits das Gen für blaue Augen.
Zwischen der mtDNA U2 und U5 scheinen sich also blaue Augen entwickelt zu haben, was nicht zwangsläufig bedeutet das jeder mit der mtDNA U5 automatisch blauäugig war. (wie doppeldeutig) 😉
Aber jeder der die blauäugigen Frauen heiratete, bekam die Chance auf blauäugige Kinder. Vielleicht waren damals blauäugige Frauen attraktiver als andere?

  • C1 mit mtDNA U2, genannt Kostenki 14 aus Markina Gora, bei Kostyonki, Voronezh Oblast am Don (datiert auf 38,700-36,200 cal. BP)
  • mtDNA U2 aus Nerja, Málaga in Spanien (datiert auf 18,000-15,000 BC), Solutrian Kultur
  • mtDNA U, Hohler Fels, Deutschland, (datiert auf 13,400 BC), Magdalenien Kultur
  • mtDNA U5b1, Oberkassel, Deutschland (datiert auf 12,000 BC und 11,400 BC), Hamburger Kultur
  • C1a2-V20  mit U5b2c1 des La Brana-1 in Nordspanien, (datiert auf 5940-5690 BC)
  • weitere mtDNA-Funde (z.B. U2, U5) im Mesolitischen Spanien, Kroatien, Italien, Deutschland und Schweden, also kurz gesagt Europaweit

Wahrscheinlicher ist das in der Sahara Nordafrikas eine den Guanchen ähnliche noch unbekannte yDNA E1a-Gruppe geringfügig über Sizilien oder über Gibraltar nach Iberien einwanderte und den vormegalithischen Südeuropäern die Anfänge der Megalithik lehrte, denn in den iberischen Jägern und Sammlern befindet sich auch eine hauchdünne Spur die direkt aus Afrika zu kommen scheint.

Zu meinem Erstaunen belegen Proben aus der Grotte des Pigeons, Taforalt in Marokko, datiert auf 10.000 BC eine mtDNA die als R*, R0, HV*, H* oder V* eingeordnet werden muss. Sie gehören zum Ibero-Maurusian bzw. deren Subgruppe Oranien und das ist wohl kein Auswanderer, sondern nach der Menge der Funde zu dieser Zeit wohl die zu dieser Zeit dominante mtDNA.

Auch ein Megalithblock der unter der Meeresoberfläche am maltesischen Sockel gefunden wurde, deutet auf Menschen in dieser Region hin. Die hochentwickelte Malta-Kultur mit ihren eindrucksvollen Tempeln muss ja irgendwie dorthin gelangt sein, wenn man da schon ab 3900 v. Chr. den Ġgantija- und Mnajdra- Tempel und das Hypogäum von Ħal-Saflieni und von Xaghra erbaute. Hier wurde auch das erste Kraggewölbe der Welt errichtet. Die kleinen Malteser waren geschickte Baumeister und bereits seit 6000 v. Chr. auf den Inseln Malta und Gozo nachweisbar. Weitere Verbindungen zeigen sich nach Sizilien zur Grotta dell’Uzzo (bei Castelluzzo) deren Horizont bis auf 9000 v. Chr. zurück reicht. Noch weiter zurück reicht der Horizont der Franchthi-Höhle auf der Westseite der Peleponnes in der Argolis, der zu einem Vor-Stentinello-Horizont gehören könnte der bis zu 15.000 Jahre alt oder sogar bis 28.000 Jahre sein könnte, der später von Neueinwanderern der Stentinello-Kultur, einem Zweig der Cardial- und Impressokultur übernommen wurde.

Kraggewölbe findet man erst wieder in den Pyramiden. Doch woher stammte dieses Wissen?
Ein möglicher Hinweis bietet vielleicht der Name des Dorfes Xagħra auf der Insel Gozo, das als „Shahra“ ausgesprochen wird und damit an „Sahara“ erinnert. Beide werden gewöhnlich die semitische Wurzel „sahra“ zurückgeführt. Gut möglich das dies ein punisches Erbe ist. Andersrum könnte es einer Makro-Sprache entstammt, die Nilo-Saharisch (E1a) mit Afro-Asiatisch (E1b) und Niger-Kongo-Sprachen (A00, B) verband, wobei der Quellfluss Ouham (genannt Bahr Sara oder Bahr Sarh) des Schari (franz. Chari) als Zufluss des Tschadsee (franz. Chad) der Beginn der Ausbreitung von Zentralafrika nach Nordwestafrika bildet, während der andere Zweig in den Sudan ins Afro-Asiatische Sprachgebiet führt.
Der Tschadsee erreichte vor 50.000 Jahren mit 2 Mio Km seine größte Ausdehnung. Heute variiert seine Ausdehnung zwischen 2.000 bis 14.000 km², also nur noch ein Bruchteil, seiner einst gigantischen Größe.
Die Wortwurzel könnte also sehr viel älter sein als die Punische Expansion. Das Problem an der Sache ist die geringe Kenntnis der afrikanischen Sprachen und die Ausbreitung des Islam und damit auch der Arabischen Sprache sowohl in Nordafrika als auch in der Sahelzone.

Die Wildbeuterischen Lebensweise

Mit dem Beginn des Holozäns (der Nach-Eiszeit) beginnt die eigentliche Geschichte der Europäer. Sie steht unter dem Stern des Waldneolithikums, was eigendlich im Paleolithikum am Ende der Altsteinzeit beginnt über das Mesolithikum, die Mittlere Steinzeit schliesslich ins Neolithikum (Jungsteinzeit) führt.

Die Umwelt war zunächst noch von der Eiszeit geprägt und glich einer Tundra. Jedoch stiegen ab etwa 12.700 v. Chr vor allem die Sommertemperaturen stark an, was zu einer üppigen Vegetation im Norden führte. Ein Rest davon findet sich als Bernsteinwald unter der Stadt Chemnitz.

Da der Meeresspiegel zur Eiszeit bis zu 100 m tiefer war, lagen die Sandbänke zwischen England und Jütland sowie nach Skandinavien weitestgehend trocken, da die Ostsee noch ein Schmelzwasserbinnensee war.
Einige dieser Untiefen zwischen Jütland und England sind auch heute nur 13 m über dem Meeresspiegel. Das ganze Doggerland ist etwa nur 30 m tief und lag daher noch recht lange trocken, wobei es eine üppige Flora und Fauna gehabt haben muss. Der Rhein war damals wie die Themse der Seitenarm eines Flusses der in einen mächtigen Strom mündete und sich entlang der trocken liegenden Nordküste zum Kanal bis zum Atlantik schlängelte und dort in den Atlantik mündete. Daher gab man ihm wohl auch den Namen Channel River. Heute ist dieser Kanal ausgeschwemmt und trennt England und Europa.

Als neuer Zuwanderer nach Europa tauchen in den Gravietten zahlreiche Venus-Figuren genannte Frauengestalten auf. Doch wer waren diese Figurenschnitzer?

Im Gespräch sind

  • R*  mit mtDNA U, genannt Mal’ta-Boy,  nahe dem Balach-See, (datiert auf 24,000 BP) Mitglied der Mal’ta-Buret‘ Kultur (24,000 – 15,000 BP) zwischen obere Angara und dem westl. Baikalsee
  • eventuell auch P*, F* oder G2 (wie der Tiroler Ötzi)

Die y-Haplogruppe N würde zwar alle Kriterien erfüllen, ist aber bislang nicht im steinzeitlichem Europa gefunden worden, sodaß sie als Paleolithische, Mesolithische oder Neolithische Bevölkerung der Jäger und Sammler nicht in Frage kommt. Vermutlich ist sie erst in der Bronzezeit eingewandert.

Als bester Kandidat schälte sich die yDNA R1a heraus, die wohl einen ähnlichen Weg wie die yDNA N nahm, bzw. ihr vorraus ging. Ein hüpscher Begriff dafür wäre auch Mammut-Jäger, was ihre Urtümlichkeit und Anpassung an nordeurasische Bedingungen gut unterstreicht. In der Ukraine wurde nahe dem Don eine Behausung gefunden, die ein aus Mammutstoßzähnen zusammengestellte mit Leder bedeckte und mit Mammutknochen beschwerte Form einer Jurte darstellt. Sie war zwar nicht wirklich mobil, aber behaglich war es darin durchaus, wie der Nachbau vermuten lässt. Für einen paleolithischen Mammutjäger der gerade einer Eiszeit ausweicht, lebten sie gegenüber den Höhlen recht komfortabel. Klein aber mein – könnte man sagen.

Wir wissen das die Gruppe yDNA K (xLT) bei Irkusk zum ersten Mal entdeckt wurde. Es scheint logisch zu sein, das sich R1a und R1b  durch den Ural aufspalteten, wobei R1a auf der westlichen Seite des Ural und R1b auf der östlichen Seite des Ural, also im westlichen Asien entstand.  Beispielsweise kann ein Erdrutsch an einem der Ural-Pässe die Trennung der Population verursacht haben, als diese gerade dabei war, das Gebirge zu überwinden. Man weiss es nicht, aber das klingt durchaus nach einem möglichen Szenario.

Hinweisen möchte ich hierbei auch auf den Umstand das die yDNA R und Q aus der Spaltung der Haplogruppe P hervor gingen und R1b als westsibirisch betrachtet wird.

Rekonstruktion der Alteuropäer

yDNA Q ist die typische DNA der Inuit in Kanada, aber auch die DNA der Paleosibirischen Sprecher wie die Korjaten, Yukagiren und die Tschuktschen von der Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien die sich lg’orawetl’an nannten ( lgi- „echt“ und wetl’an „Mensch“).
Ebenso werden die Ainu (Japanische Ureinwohner) neuerdings eher zu den paleosibirischen Sprachen gerechnet, nachdem man ihre Verbreitung von Kamschatka, Aleuten und Japan erforschte. Quasi des frühen Ostsibiriens. Sie sind wohl die direkten Vorfahren der Inuit (Thule-Kultur) die vor ca. 2000 Jahren (der Zeit der Expansion der Turkvölker) über die Beringsee nach Alaska einwanderten. Dazu kommen die Selkupen vom Jenissey (šöl’qup übersetzt „Menschen des Nordens“, eine ostjak-samojedische Sprache, nicht identisch mit den Turk-Seldschucken) die ebenfalls als paleo-sibirische Sprache aber zum Uralischen Zweig gehörend und an den Ob-Nebenflüssen Taz, Tym und Ket verbreitet waren. Der Name šöl’qup erinnert zudem an den Namen Salliq, (in Inuit Salimut)

Das allein impliziert eine Verwandtschaft der Ursprache von R1a (Uralisch), R1b (Turkisch) und Q (Paleosibirisch), also quasi einer Eurasischen Makrofamilie die irgendwann vor 40.000 Jahren zwischen Altai und Baikalsee entstand. Da auch die Burjaten unterhalb des Baikalsee heimisch sind könnte es hier zu Welchselwirkungen gekommen sein.

Eskimo Sprachen in Sibirien und Nordamerika

Eskimo Sprachen in Sibirien und Nordamerika

Erste Gruppen sind die
  • die Hamburger Kultur (13.700–12.200 BC)
    Das Verbreitungsgebiet der Hamburger Kultur liegt nördlich der Mittelgebirgsschwelle. Charakteristisch sind saisonale Jagdplätze, in denen vor allem Rentiere gejagt wurden. Winterlager liegen in der heutigen südlichen Nordsee, deren Küstenlinie wegen der Meerwasserbindung im Gletschereis der Weichseleiszeit damals bis zur Doggerbank reichte. Die ersten Einwanderer Schottlands stammen aus dieser Kultur, sodaß sie vermutlich auch Irland und ev. sogar Island erreichen konnten.
  • die Federmesser-Gruppen (12.000–10.800 BC)
  • die  Ahrensburger Kultur (10.760 bis ca. 9.650 BC)
    Die Jäger der Ahrensburger Kultur nutzten Bogen als Jagdwaffe. In der jüngeren Phase bildete sich im nordwestlichen Verbreitungsgebiet die sogenannte Havelte-Untergruppe, die sich mehr auf das eingewanderte Standwild Rothirsch und Elch spezialisierte.

Es erscheint sinnvoll hier genetische Verbinungen zu sehen denn nur so lassen sich nur unwesentlich jüngere Skandinavische Kulturen erklären. Ihre Wurzeln liegen in Nordeuropa.

  • die Iberomaurusien Kultur (17.000 bis 8.000 v. Chr.)
    Die ältere der beiden in Nordafrika fassbaren Kulturen. Sie könnte den Bogen nach Europa gebracht haben und wird mit dem Cro-Magnon-Menschen in Verbindung gebracht. Ich denke das yDNA E1a die Träger dieser Kultur waren.
  • die Capsien (9.000-3.000 v. Chr.)
    Die bedeutendste in Nordafrika war das Capsien (9.000-3.000 v. Chr.) in Tunesien die von einer  Population- bzw. Volksgruppe (mediterraner Typus) getragen wurde und deshalb hier auch erwähnt wird. Dieser Gruppe waren Grabbeigaben und Ocker, Ziegen und Schafe bekannt. Ich denke das yDNA E1b die Träger dieser Kultur waren.

Das mesolithische Europa

Swiderien-Kultur

Swiderien-Kultur

Kennzeichnend sind Bernstein-Tierfiguren und Löwenmann, Jäger+Sammler, Fischfang, Bestattung in Hockerlage, Venusfigurinen und Keramikbearbeitung

  • Swiderian Kultur 12.000 – 8.000 BC, Belarus, südliche Baltikum-Region, Nordwest-Russland
  • Fosna-Hensbacka Kultur 12.000-7.300 BC
    • Lyngby-Kultur Norddeutschland und Bromme-Kultur Dänemark und Südschweden 11.400 BC – 10.500 BC
    • Komsa Kultur 10.000-7.000 BC, Nordnorwegen als Suomusjärvi Kultur in der Finnmark
    • Swedish Hensbacka 7.000 BC–5.000 BC, Südschweden
    • Sandarna Kultur, 8.300 BC – 7.300 BC, östliches Skandinavien um das Vänern Becken herum
    • Nøstvet und Lihult Kultur 6.200 BC-3.200 BC, Westliches Skandinavien, Norwegen um Oslofjord und Trøndelag
  • Pontisches Tardenoisien 9.000BC–5.000 BC, Nördlich des Pontus (schwarzes Meer) entlang der Wolga bis zum Ural
  • Beuronien 9.600 – 6.500 BC, Belgien, Süd-Deutschland, Nord-Schweiz
  • Tardenoisien 9.600 – 6.500 BC, Süd-Frankreich, Spanien
  • Maglemose-Kultur 8.000 – 6.000 BC, Nordeuropa von Baltikum bis England, inkl. Skandinavien
    • Kunda-Kultur 7.400 – 6.000 BC, Baltikum bis einschliesslich
    • frühe Zedmar Kultur 5.700 – 4.500 BC, Polen
    • Nemunas Kultur alias Neman Kultur 7000 – 3000 BC, Polen
    • Karelische Gruppe um Olenij ostrov, Karelien, Nördl. Russland
    • Duvensee und Oldesloer Gruppe 7.000 – 6.000 BC, Norddeutschland
  • Kongemose-Kultur 6.000 – 5.200 BC Nordeuropa von England bis Jütland und dt./poln. Ostseeküste
    • Lepenski Vir 7.000 – 5.500 BC – 4.800 BC in der pannonischen Ebene (östl. Serbien) die vermutlich um 5500 zur Farmer infiltriert wird.
    • Bug-Dnister-Kultur 6.500 – 5.000 BC, Moldawien und Ukraine
    • Sauveterrien 8.500–6.500 BC, Spanien, Südfrankreich
    • Tardenoisien II 6.000 – 5.000 BC, Frankreich, südliches Belgien, Spanien

An der Menge der Kulturen zeigt sich schon das die gesamt Region im Norden zwar einzelne regionale Unterschiede aufweist, aber im Grunde genommen halb Europa von Frankreich bis zum Ural überspannt, wobei die Bug-Dniester-Gruppe die Südlichste ist und daher als eine der ersten mit den Farmern in Berührung kommt. Gerade den östlichen Gruppen kommt der Titel zu die ersten Keramiker von Europa zu sein. Dies zeigt das sie durchaus eine recht hohe Entwicklungsstufe erreicht hatten, die vermutlich schon weitreichende Kontakte mit Zentralasien hatte, wo im fernen Ostasien (China) die Keramikverarbeitung ihren Anfang nahm.

Uralisches Homeland für N1c1

Uralisch-Ugrisches Homeland für yDNA N1c1
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Interessanterweise veröffentlichte 2012 der Finne Jaakko Häkkinen eine These über das Uralische Homeland das er in etwa zwischen Wolga und Kama lokalisiert, was durchaus in direkter Nähe zur Swiderian Kultur ist. Genauer gesagt ist es die Gegend der Fatjanovo-Balanovo-Kultur (3200–2300BC), die ein Aufeinandertreffen von frühen Schnurkeramikern und der seit Jahrtausenden dort lebenden Waldkultur darstellte. Dies brachte der Balanovo-Kultur das Kupfer,  später auch Bronze und Rad und wies andererseits den Schnurkeramikern den Weg zur Kama, zum Oberlauf der Wolga und zum nördlichen Uralgebirge. Um ca. 1000 BC begann dann diese Kultur weiter nördlicher auch das Rentier auf der Kola-Halbinsel zu domestizieren.
Momentan kommt die Gruppe jedoch nicht als mesolitische Einwanderer in Europa in Frage und muss wohl später eingewandert sein.

Das beweist mal wieder das Finnen und Germanen (Jäger und Farmer) ein gutes Gespann sind um interessante Korrelationen zu finden. Die Aufdeckung der finnischen Genetic von N1c1 ist geradezu sagenhaft. Das würde man sich für Europa auch wünschen. Deutsche Genetiker sind zwar gründlich aber mit Zusammenhängen haben sie so ihre Probleme und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Per Urales ad orientem. Iter polyphonicum multilingue. Festskrift tillägnad Juha Janhunen PA hans sextioårsdag Höhle 12 februari 2012. Suomalais-Ugrilaisen Seuran Toimituksia = Memoires de la Societe Finno-Ougrienne 264. Pp. 91-101. Helsinki 2012

Mit ansteigenden Temperaturen bildete sich aus Schmelzwasser ein Süßwassersee im heutigem Ärmelkanal, der um 6.500 BC zum Meer durchbrach. Zu dieser Zeit war auch die Ostsee vermutlich noch ein Süßwasser-Binnensee, was die Ausbreitung wesendlich vereinfachte. Viele dieser frühen Siedlungen dürften daher heute unter der Meeresoberfläche der Ostsee ruhen. Daher ist auch die Ertebölle-Kultur ursprünglich viel näher mit dem Norddeutschen Raum verbunden als viele annehmen. Erst das Überfluten der Ostsee und damit der Durchbruch des Meeres trennte Skandinavien und die nordeuropäische Tiefebene.
Zeitgleich kam es um 6200 BC an der Norwegischen Küste zu einem Rutsch von Landmassen die in einem 3000m tiefen Graben endete, was einen Tsunami auslöste der die norwegische Küste, Schottland, Orkney, die Shettland-Inseln mit 20-10 m Höhe traf. Die entfernt liegende Jan Maiden-Inseln und Island sowie die Ostküste Schottlands wurden noch mit 5m-3 getroffen, Irland und die Westküste Schottlands mit 1-3m Wellen getroffen. Hier war nicht nur die Eismasse am Schmelzen, sondern auch die Methangase schmolzen und destabilisierten letztendlich die Nordküste Norwegens.
In der Nordsee dürfte etwa eine 1-3m hohe Flutwelle entstanden sein die weitere Teile des ohnehin flachen Doggerland weg riss und somit dem einströmendem Wasser langsam aber stetig Tür und Tor öffnete, was zur Versumpfung und Destabilition des Landes bei trug.  Zwischen 7000 BC und 5000 BC verschwand die geschlossene Landdecke zwischen England und Jütland und ab 5000 BC wurden die friesischen Inseln direkt zur Meeresküste geworden sein. Nun begann das Meer auch das Land zwischen den friesischen Inseln und dem Kontinent weg zu spülen.

Die Ostsee um 7500 BC

Die Ostsee um 7500 BC

So verändert sich um 6.000 BC die Küstenlinie an Nord- und Ostsee erheblich aufgrund des warmfeuchteren Klimas. Mit mittleren Sommertemperaturen von etwa 19 °C war es deutlich wärmer als heute. Dies führte zum Schmelzen der Eisreste, daher stieg der Meeresspiegel erneut an und überspülte weiteres Land. Dänemark erhielt um ca. 5000 BC seinen heutige Küstenlinie und gliederte sich in die Halbinsel Jütland und die Inseln. Das südliche Dänemark lag höher, die nördlichen Landesteile dagegen niedriger als heute.

Das Warmklima führte zu Veränderungen von Flora und Fauna. Der Wald verwandelte sich allmählich in einen dichten Urwald mit Eichen, Erlen, Eschen, Linden und Ulmen. Die Birken, Fichten und Haseln wurden auf feuchte Niederungen und Uferstreifen verdrängt.

Dies betrifft z.B. die Mistel, und den Geier sowie den Schwertfisch. Wildschwein und Hirsch ersetzten Elch und Auerochsen. Aus dem späten  Boreal stammen die ältesten gesicherten Bogenfunde, von der Fundstelle Holmegård IV auf Seeland.

Ab ca. 7.500 v. Chr. dürfte Doggerland zunehmend versumpft und nach und nach überflutet worden sein, wobei die Pflanzenwelt unter der Versalzung durch Meerwasser zurück wich und das Land den Wellen preis gab. Die Lebensbereiche der Menschen verlagerten sich mehr auf die Küsten.
Gleichzeitig erhob sich die schwedische und vermutlich auch nordenglische Küste aufgrund der stark abschmelzenden Eisschilde.
Um ca. 6200 v. Chr. versank das ganze Doggerland nach den letzten Forschungsergebnissen schliesslich vollständig im Meer.

Weiterentwicklung zum Waldneolithikum

(Jäger & Sammler der Waldzone) ab ca. 5500 BC

In der Waldzone Nordosteuropas existierte seit dem 6. und teilweise bis ins 2. Jt. v. Chr. hinein ein als „neolithisch“ bezeichneter Kulturkomplex, der durch eine spezifische kamm- und grübchenverzierte Keramik (engl. Pitted Ware culture, PWC bezeichnet) gekennzeichnet wird. Er ist die weiter entwickelte Waldkultur die zunehmend auch durch Neueinwanderer beeinflusst wurden. Im Bereich der Küsten dürfte die Lebensgrundlage mehr im Fischen und Jagen gelegen haben.

Vom mittel- und südeuropäischen Neolithikum unterscheidet er sich insbesondere dadurch, daß trotz des Auftretens von Keramik weiterhin eine im Grunde noch mesolithisch geprägte aneignende Wirtschaftsweise die Lebensgrundlage seiner Träger bildete. Auch von Ortsfestigkeit und permanent genutzten Siedlungen kann wohl nur bedingt ausgegangen werden, vielmehr dürften saisonale Wanderbewegungen vorgeherrscht haben.

Waldneolithikum

Waldneolithikum in Nordosteuropa nach DAI 2013

  • Zedmar Kultur (Polen) bis etwa 3500 BC
  • Neman-Kultur (Nemunas, Memel) bis 3000 BC
  • Narva-Kultur (Baltikum) bis etwa 2500 BC
  • Schieferkultur, (Norrbottnische Kulturgruppe)
  • Kola-Kultur (Vorfahren der Saami)
  • Ertebølle-Kultur (Dänemark, Südschweden bis zur gesamten dt. Küste)
  • Swifterbant-Kultur (Niederlande)
  • Melsele-Keramik (Belgien)
  • Campignien (West-Frankreich)
  • frühe Cerny Kultur (Frankreich)
  • Chvalynsk-Kultur 5.000 – 4.500 BC
  • Dnepr-Don-Kultur 5.000 – 4.000 BC
  • Endphase des Waldneolithikums: Kunda-Kultur, Grübchenkeramik & Kammkeramik
Doggerland

Doggerland

Die Konzentration auf die Ertebølle-Kultur ist eigentlich nicht gerechtfertigt, denn wie man bereits an der Karte sieht, handelt es sich um dutzende Kulturen, die angepasst auf ihrem Lebensraum allesamt Jäger und Sammler sind und nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten von den einwandernden Farmern modernisiert oder assimiliert wurden. So erreichten die Farmer Grönland fast 3000 Jahre später als Dänemark.

Die einstigen Siedlungen von Doggerland wurden nach und nach auf das Festland bzw. nach England verlagert. Einige siedelten in die Niederlande und Friesland, andere nach Jütland. In England waren die Klippen von Howick in Northumberland an der Nordostküste vermutlich die ersten Erhebungen, die diese Menschen sahen. Daraus resultiert die ungewöhnlich frühe Besiedlung der Englischen Inseln.

Die Waldkulturen sind ein wesendlicher Bestandteil der späteren Europäer. Sie als rückständige Eurasier zu betrachten ist weder realistisch noch real. Ihre ursprüngliche Kultur hat nicht nur Einfluss auf die Nordeuropäer, sondern reicht bis in die unterste Schicht der indogermanischen Mythologie, Kultur und Sprache.

Daher finden wir Elemente dieser Kultur auch bei den späteren Rentiervölkern wieder.Die Frage nach der y-DNA dieser Alten Nord-Eurasischen Population (ANE) muss derzeit offen bleiben.

Anbei eines der neusten Ergebnisse der Forschung von Juni 2013. Man muss wohl davon ausgehen, das ihr die Haplogruppe K-M526(xLT) vorraus ging.
Aus der Gruppe K-M526(xLT) spaltete sich P-M45(xM173) in OstIndien ab, was bei den Boatpeople (Munda) nachgewiesen wurde, sowie M und S ab die sich nach Süden wandte und und die Inselwelt Indonesiens besiedelt.
NO (M214) und P-M45(xM173) wandten sich wohl nach Norden.

Aus P-M45(xM173) enstand in Zentralasien R (M207) und Q(M242) und aus NO, die vermutlich erstmal östlich zwischen Aralsee und Tibet lebten, dort O-M175 das im fernen Osten (Korea, Südl. China) weit verbreitet ist und N-M231 die weiter nordwärts wanderte und Sibirien besiedelte. Die höchste Vielfalt zeigt die Haplogruppe R nach wie vor in Zentralasien zwischen Balach, Altai und Pamir-Gebirge.

Haplogruppe N, Hong Shi at al 2013

Haplogruppe N, Hong Shi at al 2013, ab dem westl. Ural beginnt N1c, östlich des Ural ist zumeisst N1b, westlich davon N1c

Die Ewenken leben heute östlich des Jenissei, die Ewenen noch weiter östlich. Ein weiterer Teil ihres Volkes lebt im Norden Chinas in der Mandschurei, am Amur und seinem Nebenfluss Urmi und Kur im Südosten am Chinesischem Meer.
Was hat aber das alte Volk, für dessen Urheimat viele Historiker Transbaikalien und die Amurregion halten, gezwungen, in die unwirtlichen Schneewüsten des eurasischen Kontinents zu ziehen? Es wird allgemein vermutet, dass die z.B. Ewenken im 10. Jahrhundert aus den fruchtbaren Tälern von kriegslustigen Steppennomaden in den Norden verdrängt wurden.

Jedoch wird in altchinesischen Chroniken erwähnt, dass noch vor viertausend Jahren die Chinesen ein Volk gekannt hatten, dass sie als „das stärkste unter den nördlichen und östlichen Ausländern“ bezeichneten. Diese chinesischen Chroniken zeugen davon, dass jenes alte Volk der Sushen mit dem späteren, das wir heute als Tungusen kennen, viele Ähnlichkeiten aufwies. Etwa um die selbe Zeit begannen auch die ersten Europäer nach Zentralasien vorzustoßen. Vermutlich ist das Xibo genannte Volk die Nachfahren der Hephtaliten, den weissen Hunnen, die sich selbst Hoatun nannten und von den Chinesen Yada genannt wurden.
Daraus ergibt sich das sie warscheinlich die Gründer von Hotan sind und durch das Jade-Tor von China getrennt waren. In Indien gelten sie als Yadu-Dynastie. Demnach sind sie jene Population die vor 2000 Jahren im Tarimbecken lebte.
Daraus ergibt sich das sowohl die Tungusen als auch die Ugrischen Völker nach Norden gedrängt wurden und deren Ahnen etwa dort gelebt haben müssen, wo heute der Steppengürtel liegt.

Die Chronisten des Himmlischen Reichs (China) berichten ausführlich über diese Menschen, die in einem „unwirtlichen Schneeland“ in kegelförmigen Häusern (Tschums, eine Spitzjurte einem Tipi nicht unähnlich) lebten, und bezeichnen sie als hervorragende Jäger und tapfere Krieger, die keiner von den geschulten Trupps der chinesischen Kaiser besiegen konnte. Die Hauptsache ist aber, daß in diesen alten Chroniken die Suschen als geschickte „Spurensucher, die auf Rentieren reiten“ erwähnt werden, als ein Volk, das wilde Rentiere domestiziert hat, so dass sie „ihnen Milch geben und ihre Schlitten ziehen“.
Spätere Chroniken verfolgen den Entwicklungsweg der direkten Nachkommen der SushenUenk, die sich zu einem Reich zusammenschlossen, das Anfang des VI. Jahrhunderts den Namen des Goldenen Reiches erhielt. Kommt der Name des heutigen nördlichen Gebiets und seiner Einwohner, der Ewenken, vielleicht daher?


fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.
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