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Die neolithischen Farmer

Die Neolithischen Farmer

Parallel zur Megalithik wanderten von Südosten her Farmer ein. Ihren Weg vorzustellen ist der Zweck dieser Seite.

Der Orient

Die älteste Töpferware wurde bisher bei der Jomon-Kultur Japans um 13.000 v. Chr. festgestellt (neuerdings sogar noch weiter vordatiert) und verbreitete sich nach Nordchina und zum Amur-Fluss oberhalb Nordchinas. Im Nildelta gibt es früheste Töpferware im 9.-8. vorchristlichen Jahrtausend und kurz danach auch im Sudan und Mali. Mit diesem Zug muss sie auch den Orient erreicht haben, wo erstaunlicherweise Jomon-Keramik gefunden wurde. Wie das möglich ist, darüber rätselt man noch.

PPN im fruchtbarem Halbmond

PPN im fruchtbarem Halbmond

Die Domestikation der meissten Haustierrassen wird gewöhnlich auch im Orient vermutet, bisher jedoch im westlichen Orient an der Mittelmeerküste. Nun stellt sich aber heraus, das auch der südöstliche Teil durchaus an der Domestikation teilnahm. Genetische Untersuchungen grenzen das Gebiet nur auf Zagros bis Anatolien ein. Aber das ist durchaus ein größerer Unterschied. Wahrscheinlich wurde die Ziege im Osten des Zagros (Anshan) domestiziert oder bereits am Hamunsee.
Die Ziege ist Symbol der Elamitischen Muttergöttin Pinengir (falls diese Lesung richtig ist).
Auch der Emmer, das erste domestizierte Getreide dürfte bereits aus dem Zagros stammen. Vielleicht war die Domestikation von Getreide gar ein Zufallsprodukt der Viehhaltung, denn schliesslich müssen Haustiere auch versorgt werden. Womöglich baute man es sogar als Futterpflanze an?
Das ist schon fast Ketzerei gegenüber der bisherigen Sicht. Aber wir waren ja nicht dabei. Eine neue Karte stellt diese Region etwas näher vor die zwischen 9.700 und 7.800 BC von den ersten Bauern besiedelt wurde. (Bei Nr. 1 graben die Deutschen. Karte des DAI)

Fundstelle Chogha Golan

Neue Fundstelle Chogha Golan (1) die zwischen 11.700 und 9.800 BC besiedelt war, sowie weitere Fundorte der ausschliesslich a-keramischen Kultur

Die späteren europäischen Megalithkulturen entstanden aus den orientalischem Präkeramische Neolithikum (PPN).

  • Baradostian (34.000 – 20.000 BC) im Zagros-Gebirge
  • Levanto-Aurignacian (25.000 – 18.000 BC)
  • Epi-Paleolithic (20.000–16.000),
  • Kebaran (14.500–13.000 BC)
    Eine wirklich unglaubliche Entdeckung ist, das es um 18.000 BC in einer Oase 70 Kilometer östlich von Amman eine halbsesshafte Kebaran-Siedlung gab, die erst wieder um 9.500 BC vergleichbar nachweisbar ist.
  • das Natufien (12.000-9.000 BC)
    • Die letzte Stufe in der Levante ist Harifian (8.800-10.200 BC)
  • der Zarzian Kultur (12.400-8.500 BC) im Zagros-Gebirge bis zum SW Kaukasus (Palegawra Cave)
    Die Zarzian Kultur hatte bereits domestizierte Hunde und führte Pfeil und Bogen ein. Es scheint zwei Ausbreitungsrichtungen nach Norden in die Region Kobistan, östlicher Iran als Vorläufer des Hissar und anderen verwandten Kulturen. Für uns interessant ist die M’lefaatian Kultur die in Ganj Dareh (dt. Schatztal) zum ersten Mal eine domestizierte Ziege vorweisen kann. Die Ziege spielt eine symbolische Rolle für die Bewohner Palestinas aber auch für das alte Elam.

Der Kaukasus

Chronologie des Südl. Kaukasus Gebietes der Tsaghkahovit Ebene am Ararat. Vom Project ArAGATS, Tsaghkahovit Plain erstellt.

Chronologie des Südl. Kaukasus Gebietes der Tsaghkahovit Ebene am Ararat. Vom Project ArAGATS, Tsaghkahovit Plain erstellt.

  • Die Kaukasische Kultur entwickelt hier langsam eine Eigenständigkeit aus:
    • Imereti Kultur im antiken Colchis (8.000-7.000 v.Chr) zeitgleich zu Waldkultur von Elshan und Yelshanka (7000-6000 v.Chr.)
    • Shulaveri-Shomu Kultur (6.000-4.200 BC) zeitgleich zur Samara-Kultur (6000-5000 v.Chr) die wohl ebenfalls noch zu den Waldkulturen gehört. – Imereti Kultur im antiken Colchis (Kolkha) in Georgien im Westzentral-Kaukasus (Vani/Zestafoni-Region, auch Fundort des H. georgicus) (8.000-7.000 BC), ihr folgen die zentralkaukasische Shulaveri-Shomu Kultur (6.000-4.200 BC) und die Sioni Kultur (5000-4000 BC) die den Übergang zur Kura-Araxes-Kultur markiert.. Sie weisst Verbindungen zur unteren Wolga bzw. Asovsches Meer auf, wobei diese Region die Entwicklungen der Landwirtschaft in der Levante nicht erreichte, sondern stattdessen die Steinbearbeitung zur Perfektion weiter entwickelte und dabei die Nachbarkulturen im Osten und im Ural beeinflusste. Die untere Wolga-Region ist quasi der nördlichste Ausläufer des neolithischen Kaukasus. Daneben treten eine Vielzahl von Keramiken auf die scheinbar Importe darstellen. Erste Nadeln und Perlen aus Kupfer deuten den bevorstehenden Wandel zur Kupferzeit an. Gemeinsamkeiten bestehen mit der frühneolithischen Kairshak III (5799–5626 cal. BC.) und Varfolomeevka (6000–5610 cal. BC.), der mittelneolithischen Kremennaja II (5565–5070 cal. BC.; 5210–4840 cal. BC) und den spätneolithischen vom Typ Tenteksor (4365 cal. BC.) , alle im Bereich Ukraine an der unteren Wolga auf. Eine auffällige Verbindung besteht zwischen Džangar und Nižnjaja Ŝilovka, wo gleichartige Pfeilspitzen gefunden wurden. Zu den Fundort Kremennaja II . gehören wohl auch Istaj VI, Sarajdin, Kugat, Kulagajsi, Kairžak I und Kairžak III und Tenteksor, am westlichen Ende d.h. am Donez existiert zeitgleich die Platovskij Stav-Kultur, die ähnliche Funde aufweisst. Sie gehört damit in den Kreis der Kulturen am Asovschem Meer d.h. Rakuŝečnij-, Jar-, Sursk-und Gornykrym-Kultur und hebt sich deutlich von den Kulturen am kaspischen Meer bzw. Kasachstan ab. Eine asiatische Herkunft ist daher unwahrscheinlich. Parallelen gibt es jedoch zur Waldneolithischen Elŝan-Kultur entlang des Samara, eines östlichen Zuflüssen der Wolga, dem die Samara-Kultur (6000-5000 BC), die Chvalynsk-Kultur (5000-4500 BC) und die Sredny-Stog-Kultur (4500-3350 BC) an der mittleren Wolga folgt. Zahlreiche Datierungen wurde hier viel zu hoch ausgewiesen und sind mit großer Skepsis zu sehen, insbesondere wenn sie oberhalb dieser Marken liegen. Im Kaukasus kommt es nun deutlich zu einem kulturellen Bruch.
    • Sioni Kultur (5000-4000 v.Chr) zeitgleich zur Chvalynsk-Kultur (5000-4500 v.Chr.) und Dnepr-Don-Kultur (5000-4000 v. Chr.)
    • Die Leyla-Tepe Kultur (4350-4000 v. Chr.) im zentralem Kaukasus ( Azerbaijan, Agdam District)
    • Kupferzeitl. Kura-Araxes-Kultur (4000-3000 v.Chr) zeitgleich zur Sredny-Stog-Kultur (4500-3350 v.Chr) an der mittleren Wolga und der Cucuteni-Kultur
    • Frühbronzezeitl. Kura-Araxes-Kultur (3000-2200 v.Chr) zeitgleich zur Jamnaja und Tripolje-Kultur (3600-2300 v.Chr)
      Schliesslich die kupferzeitliche Kura-Araxes Kultur (4.000 – 2.200 BC) die von Asabaidschan aus in alle 4 Richtungen expandierte. Hier treten die ersten Kurgane ab dem Ende des 3. Jahrtausend im Nordwesten des Kaukasus auf. Kurz darauf tauchen auch Kurgane im nördl. Kuratal, Karabagh und der Tali-Region auf. Die sesshafte Bauern der Landwirtschaft werden von einer halbnomadischen Hirtenkultur aus dem kleinem Kaukasus kommend infiltriert. Während die Kultur in der Landwirtschaft und Keramik üblicherweise eher hinter dem Orient hinterher hinkte, entwickelte sie andererseits jedoch großartige Fähigkeiten in der Metallbearbeitung, was aufgrund der reichhaltigen Minen möglich war. Vermutlich sammelte man zuerst die recht reinen oberflächlich auftretenden Kupfererze schon im 3. Jahrtausend ab. Als diese erschöpft waren, wurde hier der Bergbau und später auch die Gusstechnik erfunden. Üblicherweise tritt Kupfer hier oft in Verbindung mit Arsen auf. Der erste Schmied der Welt dürfte daher wohl ein Kaukase gewesen sein. Für den Kaukasus typisch ist eine Kupfer-Arsen-Legierung sowie die erste Produktion von Waffen wie Messer, Beile und Lanzen, die nun auch in Kurganen gefunden werden. Auf etwa 4000 BC wird auch eine Kupfermine in der Negev-Wüste datiert.
    • Kupferzeitl. Maikop Kultur (3700-2500 v.Chr.) zeitgleich zur Kupferzeitl. Jamnaja und Tripolje-Kultur (3600–2300 v. Chr.) am oberen Pontus
    • frühbronzezeitl. Trialeti Kultur (ca. 3.000 – 1500 v.Chr) im Zentralkaukasus
      Die kupferzeitliche Maikop Kultur 3700—2500 v. Chr. am Asowschem Meer/Südkaukasus und die parallel zur Yamna-Kultur am oberen Pontus werden schliesslich von der Trialeti Kultur ca. 3.000 – 1500 BC) im zentralen Kaukaus modernisiert. Damit beginnt die Bronzezeit. Zeitgleich beginnt in der Fatjanowokultur (2500-2000 v.Chr.) über die obere Düna die Indogermanisierung der obere Wolga-Region durch einsickernde Schnurkeramiker. Hier kommt es zu ersten Kontakten mit der uralischen Bevölkerung an der Wolga. Der südliche Kaukasus unterteilt sich in:

      • Frühbronze 2400-2000 v. Chr.
      • Bronzezeit 2000-1500 v. Chr.
      • Spätbronze 1500-1200 v. Chr.
    • Karaz/Khirbet-Kerak-Kultur (2800-2600 BC)
      Im Bereich Israel, Syrien und Jordan, u.a. auf den Golanhöhen und am Toten Meer Dolmen gibt es einige Dolmen die bis in die Bronzezeit zurück reichen. Sie stammen wohl von dern Karaz/Khirbet-Kerak-Kultur (2800-2600 BC) deren Verbreitungsgebiet vom Vansee über Nordosttürkei an der Schwarzmeerküste bis Südost und entlang Syrien bis Jordanien und Nördl. Israel reicht. Diese Kultur entsteht aus dem westlichem Arm der Kura-Araxes-Kultur, die ebenfalls einige Megalithstrukturen im südlichen Kaukasus, Georgien und Asabaidschan erbaut hat. Sie zeigen einen eher fortschrittlichen Baustil und belegen auf eine frühbronzezeitliche Verbindung des südl. Kaukasusgebietes mit Syrien und Jordanien hin. Interessant ist ein Steinwall im Megalithkomplex Rujm el-Hiri, der als Stonehenge vom Golan bekannt wurde. Dieser ist vergesellschaftet mit einigen Dolmen.

Anatolien

Halaf und Hassuna-Samarra Kultur

  • (PPN-A) 9.500 – 8.800 BC in der Region Ufa (Nabelberg, Göbekli Tepe) und Syrien (Mureybet, Tell Aswad) und Libanon (El Khiam) sowie Palestina (Jericho)
  • (PPN-B) 8.000 – 6.400 BC Nevalı Çori und Çayönü (Türkei), Bouqras (Syrien), Jericho (Palästina), Mureybet (Syrien) und ʿAin Ghazal (Jordanien), die zypriotische PPNB und akeramischen Kulturen Zentralanatoliens (Cafer Höyük) und Temenye Höyük (türk. Pendik Höyüğü)
  • Çatalhöyük 7400/7100-6200 BC
  • Neolitische Fikirtepe-Kultur (6450–6100 BC) mit deutlichen Unterschieden zwischen Hinterland und Küstenbewohnern. Die erste Welle wird auf 6500 bis 6400 BC datiert und entspricht z.b. Hoca Çeşme IV (bei Enez) das auf 6500-6100 BC datiert wird und einer Küstensiedlung entspricht, während Hoca Çeşme II ca. 5750 BC mit ihren rechteckigen Häusern einer Hinterland-Kultur entspricht.
    • Küste: Fikirtepe (bei Kadıköy), Pendik (griechisch Panteichion), İstanbul Yenikapı und Aktopraklık, Yarımburgaz mit runden ovalen Häusern und Grabstädten unterhalb der Häuser, in Yenikapı wurden die Toten auf Hügeln verbrannt.
    • Hinterland/Zentralanatolien: Ihpinar (bei Iznik) und Mentese. Hier kann man von einer westanatolischen rot polierten Keramik sprechen.
Neolithisches Anatolien

Neolithisches Anatolien

Ausgrabungen in Tepecik-Çiftlik und Köşk Höyük (6300-5600 BC) im Osten Zentralanatoliens weisen darauf hin, dass die sich weit ausbreitenden Arten der Keramikbearbeitung – bestimmte Arten der Figurinen, tier- oder menschenförmige Gefäße usw. – aus dieser Region stammen. Die neuen Siedler bevorzugten Flusstäler und gut bewässerte Ebenen, mieden jedoch Hügel und Plateaus. Zwischen Zentralanatolien und der Ägäisküste lassen sich mehr als 100 Stätten dieser Phase zuordnen. Hingegen blieb die östliche Marmararegion davon unberührt. Dort folgte der Fikirtepe-Kultur die Kultur von Yarımburgaz IV.

Die orientalischen Kulturen setzen sich fort in:

  • Umm Dabaghiyah-Kultur (6000–5800 v. Chr.)
  • Hassuna-Kultur (5800–5260 v. Chr.)
  • Samarra-Kultur (5500–5000 v. Chr.)
  • Übergang zum Chalkolithikum
    • Halaf-Kultur (5500–4500 v. Chr.) Levante
    • Porsuk-Kultur (ca. 5000–3000 v. Chr.) Anatolien
    • Chalkolithikum (4500–3600 v. Chr.)
    • Obed-Kultur (5000–4000 v. Chr.)
    • Uruk-Kultur (4000–3100/3000 v. Chr.) in Mesopotamien
    • Kura-Araxes-Kultur I (3400-2900 v. Chr.) am südl. Kaukasus
    • Demirci-hüyük-Kultur (vor ca. 3500 v.Chr.) in Anatolien
  • Frühbronzezeit
    • Ğemdet-Nasr-Zeit (3000–2800 v. Chr.)
    • Frühdynastikum (2900/2800–2340 v. Chr.)
    • Kura-Araxes-Kultur – Van (2900-2500 v. Chr.) inkl. Karaz/Khirbet-Kerak-Kultur (2800-2600 v. Chr.)
    • Kura-Araxes-Kultur – Hurri (2900-2500 v. Chr. Hurriter)
    • Akkadzeit (2340–2200 v. Chr.)
    • Gutium (2340–1900 v. Chr.) ab 2200 Machtergreifung in Mesopotamien
    • Lagaš-II-/Ur-III-Zeit (2340–2000 v. Chr.) zeitgleich mit Kura-Araxes-Kultur am Chabur (2500-2000 v. Chr.)
    • Isin-Larsa-Zeit (2000–1800 v. Chr.)
    • Altbabylonische/altassyrische Zeit (1800–1595 v. Chr.)
    • Maitani (1700-1400 v. Ch.)
    • Hethiter (1600-1200 v. Chr.)

Die Besiedlung Europas

Die Wanderung von Anatolien nach Europa stimmt im Wesentlichem mit der Vulkanaktivität in Anatolien zusammen.
Um ca. 7087 BC bricht der Nemrud Dağı am Vansee aus, um ca. 6880 BC ± 40 Erciyes Dağı in Kappadokien und um ca. 7000 BC der Hasan Dağı im Grenzgebiet der Provinzen Aksaray und Niğde in Kappadokien. Innerhalb von rund 250 Jahren drei schwere Vulkanausbrüche die bekannt sind, das ist schon eine kleine Serie und ein guter Grund fortzuziehen. Um ca. 6471 BC brach der Nemrud Dağı erneut aus. Da sowohl der Nemrud Dağı als auch der Erciyes Dağı nahe der Obsidian-Minen liegen muss man annehmen, das die damaligen Bewohner auf der Suche nach neuen Obsidian-Minen waren und so zur agaischen Insel Melos gelangten und damit die Besiedlung der Kykladen und Kreta begann.

Zu dem Neolithischen Paket das die ersten Farmer mitbrachten gehörte u.a.

  • Emmer (Triticum dicoccum, Wildform T. dicoccoides)
  • Einkorn wheat (Triticum monococcum, Wildform T. boeoticum)
  • Gerste (Hordeum vulgare/sativum,  Wildform H. spontaneum)
  • Linsen (Lens culinaris)
  • Erbsen (Pisum sativum)
  • Kichererbse (Cicer arietinum)
  • Linsen-Wicke oder auch Bitter-Wicke (Vicia ervilia)
  • Gemeiner Lein oder auch Flachs genannt (Linum usitatissimum)
  • Es ist auch Rispenhirse (panicum miliaceum) bei der LBK (z.b. bei Leipzig gefunden worden) allerdings ist diese Bestimmung von 1984
  • sowie Rinder, Schafe,  Ziegen und Schweine (noch nahe an der Wildform)

Die erste Welle der Farmer

Neolithisierung Europas

Die Verbreitung der neolithischen Lebensweise innerhalb Europas (aus Burger & Thomas 2011).

Eine erste Phase der Expansion Richtung Balkan-Halbinsel lässt sich um 6500 bis 6400 BC fassen. Dabei fällt auf, dass die praktischen Dinge ebenso wie Vieh mitgeführt wurden, kultische und zeremonielle sowie Prestigeobjekte hingegen nicht. Es könnte sich um eine Abspaltung ohne Eliten und Priester gehandelt haben, eine eher arme Gruppe die auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen war und die fanden sie wohl an der unteren Donau im Lande der Thraker.
In Europa folgt dieser Kultur die Karanowo-Kultur in der Thrakischen Ebene. Der Siedlungshügel von Karanowo ist einer der ältesten und größten Siedlungshügel in Bulgarien und in Europa und liegt nahe der Kupferlagerstätte Stara Sagora bzw. der Gegend Nowa Sagora. Die größte Dichte erreicht diese Kultur in der fruchtbaren Schwarzerde-Ebene um Nowa Sagora. Der Siedlungshügel war mehr oder weniger 4.000 Jahre lang durchgehend besiedelt, vom frühen 6. Jahrtausend (Jungsteinzeit) bis frühen 2. Jahrtausend v. Chr. (frühe Bronzezeit). Karanovo I und II wird auf ca. 6200-5500 v. Chr. datiert. Nach und nach entwickelt sich eine frühe Form von Hochkultur im Karpatenraum, die insbesondere durch die Vinca-, Varna- und Cucuteni-Tripolje Kultur geprägt ist. Inzwischen weiss man durch genetische Untersuchungen das sich in Griechenland, der Agais und Kreta die y-Haplogruppe J ausbreitete, während die neolithischen Farmer überwiegend die y-Haplogruppe G über Europa verbreiten und dominant in der Cardial-Impresso-Kultur sowie auch in der LBK-Kultur vorkommen. Die ständige Wechselwirkung der Agais mit Anatolien und letztendlich auch der Levante bewirkte offenbar die Dominanz der Hg J und die Verdrängung der Hg G die in Griechenland zwar vorhanden aber sehr gering ist.

Erst nach dem Balaton (etwa bei Budapest) entwickeln sich die anatolischen Farmer im 6-5. Jahrtausend zur eigenen mitteleuropäischen Kultur der Linearbandkeramikern, die sich weit über Zentraleuropa ausdehnen und dort vor allen Dingen jene fruchtbaren Lösgebiete besiedeln die sich gut zum Ackerbau eignen. Ihre Kultur war also stark auf den Anbau von Nahrung ausgerichtet, während Tiere die Nahrungsvielfalt ergänzten.
Fiel die Ernte jedoch durch Wetterkapriolen aus, bedeutete dies für die Menschen in Nordeuropa Hunger. Und so wurde denn auch festgestellt das die LBK-Bauern, auch wenn sie im 5. und 4. Jahrtausend sehr erfolgreich waren, gegen Ende ihrer Kultur zunehmend schlechter ernährt sind. Dies zwingt sie immer mehr sich mit den seit dem Mesolithikum ansässigen Fischern und Jägern zu befassen, die aufgrund ihrer besser angepassten Lebensweise überlebensfähiger waren.
Aus alten Erzählungen weiss man, das der Rhein, die Weser aber auch die Elbe, Saale, Peene, Oder, Weichsel und natürlich neben Nord- und Ostseeküste reiche Fischbestände hatten, so wanderten z.b.  den Europäischen Stör, der Aal, und die Flunder die Flüsse hoch. Auch Muscheln,  Krebse, Eier aus Seevögelkolonien, Seevögel und Enten, sogar Robben waren neben normalen Jagdwild eine ausgezeichnete Nahrungsquelle für Fischer und Jäger. Elche und Hirsche, Wildschweine, Wisente und möglicherweise sogar noch Wildpferde lebten in den nördlichen Wäldern.
Doch den neolithischen Bauern fehlten die Kenntnisse diese zu nutzen, was letztendlich auch dazu führte das eine neue Kultur die Linearbandkeramik ablöste, wobei sich mesolithische Jäger mit den Bauern der Linearbandkeramik mischen und so zum Ende des 4. Jahrtausends neue widerstandsfähigere Kulturen gründen, die das 3. Jahrtausend v. Chr. beherrschen sollten und untereinander Handel trieben. So verbreitete sich mit Handel und Wandel sowohl das Wissen als auch die dazugehörige Sprache über große Regionen. Eine Verdrängung dieser alteuropäischen Handelssprache durch zugewanderte Indogermanen aus dem Schwarzmeergebiet widerspricht der Verbreitung einer rituellen Grabausrichtung, die zuerst im Norddeutschem Raum auftaucht und die nächsten Tausend Jahre definitiv mit Trägern der indogermanischen Sprache verbunden ist. Ein Sprachwandel durch ergänzendem Wortschatz ist logischer.

Fundstücke belegen, dass die Varna-Kultur Handelsbeziehungen mit weit entfernten Gebieten, vermutlich bis zur unteren Wolga und den Kykladen unterhielt. Als Handelsgut diente Salz aus dem Salzbergwerk Prowadija. Das Kupfererz in den Artefakten stammt aus den Lagerstätten von Ai-Bunar nördlich von Stara Sagora. Schalen von Spondylus-Muscheln, die in den Gräbern gefunden wurden, könnten als einfache Währung gedient haben. Die Varna-Kultur deutet auf ausgeprägte religiöse Vorstellungen vom Leben nach dem Tod und entwickelte hierarchische Machtstrukturen.

Das Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. wird von Marija Gimbutas als der Beginn des Übergangs zu patriarchalischen Sozialstrukturen in Europa angesehen. Das Gräberfeld von Varna enthält die ältesten bekannten Hinweise auf eine patriarchisch geprägte Oberschicht. Dieses Gräberfeld von Varna wird auf 4600 – 4200 v. Chr. datiert. Es dürfte klar sein das eine solche „Neuerung“ auch über den Handel in den Norden transportiert wurde, wo naturgemäß alles ein wenig später ankommt. Die ersten Einzelgrabhügel dürften bereits Ansatz unterschiedlicher gesellschaftlicher Stellungen und damit auch einer Stammesführung und Stammesidentität sein.

Cucuteni-Trypillian-Kultur (4800-3200 BC)

Cucuteni-Trypolje-Kultur (4800-3200 BC)

Zwischen 4000 und 3200 BC entsteht zwischen südlichem Bug und Dnieper  das Phänomen der Megacitys die mit Größen zwischen 100 bis zu 400 Hektar in ringförmiger Anordnung der Häuser geradezu auffallend strukturiert und modern wirken, jedoch strikt vom Steppengebiet getrennt, auf der fruchtbarer Schwarzerde entstehen. Sie zeigen ein auffallend vielfältigen Formenreichtum, Import von Metallen aus dem Balkanraum, Muscheln aus dem Mittelmeer und einer soliden Landwirtschaft, was sie als Weiterentwicklung einer balkanischen Agrargesellschaft markiert, aus der sich einst auch die LBK in Mitteleuropa entwickelten.
Doch obwohl ihre Megacitys denen von Mesopotamien durchaus ebenbürtig sind, fehlt es ihnen an zentraler Verwaltung, Standartisierung zur Massenware und Strukturierung die zu einem Staatswesen führt, wie es in Mesopotamien gelang. Das Leben der Tripolje Siedler beschränkt sich eher auf häusliche Bereiche und dem lokalem Kleinhandel. Ihre Produkte sind ebenso wie ihre Muster auf ihrer Keramik individualisiert. Und so kommen sie zwar dem Status einer Hochzivilisation nah, aber erreichen ihn nicht. Was ihnen fehlt ist der Zwang zur höheren Organisation, der in Mesopotamien durch die Konkurrenz der Städte vorhanden war. Eines der wesentlichen Merkmale von Hochkulturen ist die Demonstration von Stärke durch Bauwerke wie Tempel oder Stadtmauern, aber auch eine zunehmende Prunksucht der Herrscher die sich in Kunst und Glauben wiederspiegelt.
Waren sie anfangs als Hüter des Kornspeicher oder als Wasserverteiler für eine gerechte Verteilung von Ressourcen zuständig, so führen sie sich Jahrtausende später als Götter auf und formen damit eine Kultur der Superreichen und Regenten die vor allen Dingen durch Prunksucht und Größenwahn glänzt. Somit trägt jede Herrschaft auch die Saat der Rebellion in sich die mit zunehmender Ungerechtigkeit auf geht.

Es ist durchaus plausibel zu glauben, das die Cucutini-Tripolje-Kultur eine Form von Proto-Ionischer oder Proto-Balkanischer Sprache hatten und somit von den Nordeuropäern auch den Ioniern zugeordnet wurden. Unschwer zu erkennen ist der Zusammenhang von Joten und Ioniern.
Die Germanische Mythologie bezeichnet sie daher als Joten, denen sie Weisheit und besonderen Respekt zollten.
Heimdall (alias Haimon) ist z.b. ein Jote, der als Wächter der Brücke zwischen Asgard und Midgard lebt. In der Griechischen Mythologie ist Haimon Sohn des Thoas, König von Ätolien und bezieht sich auf die Stämme des Balkan-, Rhodopen- bzw. des Haimongebirges. Offenbar sahen die Nordeuropäer in diesen Kulturen auch ihre Vorfahren und das waren sie ja auch teilweise, aber sie übernahmen nicht die Kultur der Stadtstaaten, Tempel oder Bauwerke. Zumindest sind sie als Farmer lange Zeit noch ein bedeutender Teil der Nordeuropäischen Bevölkerung, bis sich diese durch neue Einwanderung wandelt.

Nach verschiedensten Thesen (u.a. Haarmann) wurde die ansässige Bevölkerung (Donauzivilisation) mit ihrer Kultur um ca. 4200 v.Chr. durch eindringende Nomaden vernichtet/vertrieben. Nunja, gab es denn bereits Nomaden? Der derzeitige Stand ist, das es eher Halbnomaden waren, die üblicherweise von geschützten Winderweiden zu den offenen Sommerweiden zogen.

Diese These wird durch die Entdeckung des Gräberfeldes von Varna aus der späten Kupferzeit gestützt.
Sicher ist inzwischen, das diese (Halb-)“Nomaden“ auf jeden Fall Europäer waren – also nichts mit „sibirischer Hügelgräber-Kultur“ oder ominösen Steppenvölkern, denn die waren um 4200 v. Chr. noch weit entfernt. Natürlich stammt die eine oder andere Frau aus der nördlichen benachbarten Kaukasus-Region, aber von einer „Invasion aus Asien“ kann da wohl noch keine Rede sein.
In der Phase Tripolije C-II (Endphase der Kultur) treten vermehrt Dolche aus Arsenbronze im Bereich Ukraine und Moldau auf, was auf zunehmende Kontakte mit Kupferkulturen schliessen lässt. Arsenbronze hat meist eine Kaukasische Herkunft. Diese langsam einsickernde Neuerung der Metallurgie hat am Ende das Auseinanderbrechen der Vinca-Kultur verursacht, denn nun wurden die Kupferreviere ein interessanter Siedlungsraum für spezialisierte Metallurgen und deren Weg führte natürlich ins Gebirge, also in die Mittelgebirgskette aber auch in die Alpen und damit  direkt nach Mitteleuropa. Ötzi ist anhand seines Kupferbeiles ein hervorragendes Beispiel jener Metallurgen die das Bronzezeitalter in Mitteleuropa einleuten, aber er stammt nicht aus Westasien.

Erste Kupferperlen und Kupferwerkzeug – vor 10.000 Jahren hergestellt, fand man in Cayönü Tepesi im südöstlichen Anatolien. Schaftäxte aus verhüttetem Kupfer aus dem mesopotamischen Susa – geschmiedet im 5. Jahrtausend v. Chr.
Ein in Stierform gearbeitetes Goldblech stammt als Grabbeigabe in Varna (Bulgarien) aus dem späten 5. Jahrtausend v. Chr.
Dies sind die frühesten Zeugnisse von Metallverarbeitung. Nach jüngsten Untersuchungen ist der Kaukasus eine der wesentlichen Quellen, da hier Arsen in Gesellschaft von Kupferlagerstätten natürlich vorkommt. Arslan Tepe in Zentralanatolien und Arisman im Iran sind als frühe „Industrieorte“ der Metallurgie im Gespräch. Die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung an mehreren Orten ist äußerst gering, da es mehrere Schritte zur Verarbeitung von Kupfer sind. Ernst Pernika meint dazu: „Nimmt man die Metallfunde bis etwa 6000 v. Chr., so fügt sich die Metallurgie zwanglos in die Vorstellung einer langsamen, eventuell stufenweisen Ausbreitung aus einer relativ großen Ursprungsregion.“

Die Arsenbronze wurde in Vorderasien im 5. Jahrtausend v. Chr. hergestellt, in Südeuropa an der Wende vom 5. zum 4. Jahrtausend. In Mitteleuropa vom 4. zum 3. Jahrtausend. das nördliche Europa und Iberien wurde im 3. Jahrtausend von der Bronze erfasst.  Arsenbronze war dabei nur noch kurz im Umlauf und wurde schnell durch die Bronze abgelöst.
Ähnlich bei der besseren, weil härteren Zinnbronze: In Mesopotamien taucht sie im 3. Jahrtausend auf, in Anatolien 1000 Jahre später. In Inneranatolien wurde das Eisen um ca. 1500 v. Chr. verarbeitet und es passierte das gleiche wie zuvor schon in der Vinca-Kultur Jahrtausende früher – die führende Kultur zerfiel. Erst um 1000 v. Chr. findet es sich im ägyptischen Niltal, im Industal, in China und nach neuen Funddatierungen auch in Schweden. Was da genau in der Eisenzeit passierte versuche ich hier zu erklären.

Das Vorkommen von mtDNA U4 (und sicher auch U5) an der kroatisch-bosnischen Küste deutet auf einen Einfluss einer früheren Osteuropäischen Waldkultur, die wahrscheinlich aus der waldneolitische Bug-Dniester-Gruppe stammte und heute eher im nordwestasiatischen Raum zu finden ist. Aus dieser Kombination entspringt womöglich die yDNA I2a-M438 Gruppe an der Adria Küste die auch schon in der Vinca-Kultur präsent war. Über die Vučedol-Kultur (3000–2200 BC) gelangt sie nicht nur in die Katakombenkultur am Pontus, sondern auch in die Schweizer Gegend, mutiert dort durch Anwesenheit der Glockenbechern und breitet sich mit den Urnenfeldern entlang des Rhein als I2b-M223 bis nach England aus. Dies wird auch durch die Ausbreitung der roten Haarfarbe bestätigt. Ähnliches passiert später auch in Nordeuropa, wo zahlreiche Waldkulturen des Nordens integriert wurden und so durch die Kombination mit mtDNA U5 die yDNA I1-M253 Gruppe mit der blonden Mähne entstand.
Die keramische Waldkultur ging vermutlich schon in der Vinca-Kultur (5500–4500 BC) auf, was diese besonders innovativ machte. Somit entstand bereits in der Vinca-Kultur eine sprachliche Veränderung die sich sicher noch in der Vučedol-Kultur (3000–2200 BC) weiter entwickelte, bevor auch diese indogermanisiert wird. Gleichzeitig wird die innovative Cucuteni-Kultur erklärbar, die von einer expandierenden Waldkultur beeinflusst wurde und erst durch die Indogermanisierung um ca. 3200 BC aufgelöst wird.

Die längste Lücke (Hiatus) in der Besiedlungsgeschichte Karanovo´s findet sich ebenfalls zwischen dem Ende der Kupferzeit und dem Beginn der Bronzezeit. Über die Zusammenhänge und Gründe dafür sind sich die Wissenschaftler nicht einig.

Indogermaniserung der Jamnaja-Kultur aus dem Norden

Indogermaniserung der Jamnaja-Kultur aus dem Norden/Nordwesten in den Osten/Südosten ausgehend (und nicht vom Ost nach West)

In vielen Theorien gilt dies als eine Art Initialzündung für neue Gesellschaftsstrukturen. Was fehlt ist jedoch ein genetischer Beleg von Fremdeinfluss, es sind vorwiegend nur Europäer gefunden wurden.
Die wahre Invasion kommt aus dem Norden, dem Nordwesten und dem Westen, also gleich von drei Seiten: Die Schnurkeramiker (Coded Ware), Kugelamphorenkultur (Globular-Amphorae) und Baden-Boleraz, alle drei aus dem direktem oder erweiteren Umfeld der nordeuropäischen/mitteleuropäischen auseinander brechenden Trichterbecher-Kultur, wobei die frühen Stufen der Baden-Boleraz-Kultur im westslowakischem Boleraz auf etwa 3500 BC datiert werden und somit eher zu den späten Balkankulturen gehört und sich nach Nordwesten ausbreitet, als von dort Kupfer in die Trichterbecherkulturen des Nordens importiert wurden. Die Kultur endet in Baden, Österreich um ca. 2800-2600 BC, etwa zur Zeit als die Glockenbecher sich in Europa ausbreiteten und hier auch nachweisbar sind. Diese Kultur breitete sich praktisch entlang der Kupferroute aus. Historisch verläuft hier der Weg zwischen Buda (Budapest), Brno (Tschechei), Prag über das Erzgebirge nach Dresden, Leipzig (Sachsen), Halle und Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Hannover (Niedersachsen), an dem auch Kreisgrabenanlagen (z.b. Brno, Prag, Halle, Grimma) gefunden wurde. In Jennyberg, Österreich (Badener Kultur) wurde ein aus Ton bestehendes Wagenmodell gefunden das auf 3000 BC datiert wurde. Bronze und Wagen waren ein gutes Gespann das wesentlich zum Erfolg und zur Verbreitung der indogermanischen Sprache beitrug.

Das Erstaunliche an der Karte der Kurganthese war, das sie eigentlich perfekt war, sie wurde nur falsch interpretiert. Dreht man die Pfeile und Richtungen also um, stimmt das auch mit der Archäologie halbwegs überein. Um 3200 BC wird die Tripolje-Cucuteni-Kultur sowie Karanovo, um 3000 BC die Usatovo-Kultur und um 2800 BC der Jamnaja-Horizont von den Indogermanen durch die Ausbreitung der Schnurkeramiker, Baden-Boleraz-Kultur und der Kugelamphoren-Kultur nach und nach indogermanisiert. Zeitgleich beginnen diese Kulturen Hügelgräber zu errichten. So findet sich auch in Thrakien eine Figur die einen Wagen darstellt. Etwa zur selben Zeit entstehen dort vereinzelte Megalithanlagen. Die Einwanderer brachten dieses Wissen mit, das in Nordeuropa längst verbreitet war. Megalithanlagen entstehen um ca. 2500 BC auch am Asowschem Meer. Wären diese Menschen Erben der hochentwickelten Cucuteni-Tripolje-Kultur, dann stellt diese Megalithik ein unzeitgemäßes Wissen dar. Anders sieht es aus, wenn dies von Nordeuropa stammt, wo die Errichtung von Dolmen noch zeitgemäß ist.

  • Karanowo I-II: frühe Jungsteinzeit, ca. 6200-5500 v. Chr.
  • Karanowo III-IV: späte Jungsteinzeit, ca. 5500-4950 v. Chr.
  • Karanowo V: frühe Kupferzeit, ca. 4950-4500 v. Chr.
  • lokale Variante Varna-Kultur, ca. 4600-4200 v. Chr
  • Karanowo VI: späte Kupferzeit, ca. 4500-4000/3600 v. Chr.
    (auch als Kodjadermen-Gumelniţa-Karanovo VI Kultur bezeichnet)
  • lokale Variante Cucuteni (4800-4000 v. Chr.)-Tripolje Kultur (4000-3200 v. Chr.)
  • Karanowo VII: Kupferzeit, früheste Bronzezeit, ca. 4000/3600-3200 v. Chr.
  • Baden-Boleraz-Kultur: 3500-2600 v. Chr.
  • Beginn der Indogermanisierung um 3000-2800 v. Chr.
Dolmen in Lancken-Granitz, Insel Ruegen, Ostdeutschland zwischen 3.500 - 3.200 BC von der Trichterbecherkultur errichtet. Dieser war Teil einer Gruppe von 7 Dolmen die teilweise mit Bannkreis und einem Wächterstein versehen waren.

Dolmen in Lancken-Granitz, Insel Ruegen, Ostdeutschland zwischen 3.500 – 3.200 BC von der Trichterbecherkultur errichtet. Dieser war Teil einer Gruppe von 7 Dolmen die teilweise mit Bannkreis und einem Wächterstein versehen waren.

Neuere Untersuchungen verlegen das Ende der Kodjadermen-Gumelniţa-Karanovo VI Kultur auf 3651–3611 v. Chr, was erheblich länger ist als man bis dato meinte.

Die Route wird im wesentlichen durch die Verbreitung der osteuropäischen Hausmaus bestätigt, die auch belegt, das Varna bereits über die Cucuteni-Tripolje-Kultur (4.800 bis 3.200 v. Ztr.) bis an die Wolga hinauf Handel trieb, also der gesamte Raum der westlichen Cucuteni und östlichen Tripolje Kultur.
Viele gehen nun davon aus das die Cucuteni-Tripolje-Kultur nun der direkte Vorfahre der modernen Europäer ist. Das ist jedoch nicht oder nur geringfügig der Fall. Die Alteuropäer dieser Kultur starben so nach und nach aus.

Die Cucuteni-Tripolje-Kultur war also weder indogermanisch noch laktosetolerant noch war sie Träger der Kurganausbreitung, denn auch der war noch nicht erfunden. Obwohl sie auf Vorfahren der Varnakultur zurück schauen konnte und auch sehr innovativ war, reichte es am Ende nicht um sich neben den aufkommenden Baden-Boleraz, Schnurkeramikern und Kugelamphoren-Kulturen zu behaupten. Gegen Ende der Tripolje CII Stufe kommt etwas neues auf: Dolche aus Arsenbronze, so z.B. in der Hügelgräbernekropole Utkonosovka. Ihr Auftreten an der Moldau und der Ukraine steht im Zusammenhang mit Zuwanderungen, die zum Ende der Tripolje-Kultur führen.

Die zweite Welle der Farmer

CatalhoyukDie zweite Welle der westwärts Ziehenden überquerte nicht den Bosporus, sondern umrundete die Kulturen von Yarımburgaz IV und III und damit das Gebiet um Istanbul rund um das Marmarameer. Sie hält sich stattdessen weiter westwärts und expandierte über die Agais (Kykladen und z.b. Keos) nach Sesklo in Thessalien in die Region Volos.
In Proto-Sesklo ist die Keramik meist monochrom rot bemalt und gut poliert und entspricht damit farblich der WARP (West-Anatolische Rot Polierte Keramik) genannten Keramikkultur von West-Anatolien. Für Proto-Sesklo ist die Impressoware neben der weiterhin benutzten monochromen Ware (aus Anatolischer Tradition) charakteristisch. Zur Zeit des Protosesklo standen Pfostenhäuser und Lehmbauten mit Steinfundamenten in der Siedlung. Der Sesklo-Kultur um ca. 6000 BC folgt die Dimini-Kultur um ca. 5000 BC. Kurz darauf begann der Obsidianhandel von Melos, was sich schnell zur einträglichen Quelle entwickelte. Um 6000 BC wird bereits Kreta erreicht und damit die Proto-Minoische Kultur errichtet, dazu kommt die Saliagos-Kultur auf Thera/Santorin und die Attika-Kephala auf Attika um ca. 4300 BC, während sich auf den Kykladen die Besiedler zur Grotta-Pelos-Kultur (3000-2650 BC) und die Keros-Syros-Kultur (2700-2300 BC) weiter entwickeln. Charakteristisch sind die eckigen Häuser, die von den eher runden Strukturen der ersten Welle abweichen.

Gibt es mythologische Erinnerungen
Der Erciyes Dağı oder Hasan Dağı wurde in der Antike als Argaion oros, als Berge des Argaion bezeichnet und dürften in Zusammenhang mit dem aigaion pelagos also das Ägäische Meer oder die Ägäis stehen. Die Agais ist die Wiege sowohl der Minoer und Kykladen Kultur und den Besiedlern der Peleponnes den Achaier die man in Argos Argiver nannte. Später entwickelten sich hier die Mykener.
Der Begriff Pelageser dürfte damit ein Seevolk beschreiben, dem die Kykladen mit dem Heiligtum in Delos als kulturelles Zentrum am ehesten entsprechen. Auch das Heiligtum Daskaleio Kavos auf Keros gehört zur Kultur.
Die Obsidianquelle auf Melos das heutige Milos dürfte die wirtschaftliche Basis gewesen sein, und sowohl die Minoer auf Kreta (Helladische Kultur) als auch die Legeler auf den Griechischem Festland (Thessalien, Sesklo) sind die ersten europäischen Töchter dieser Kultur.

Wahrscheinlicher ist ein Zusammenhang mit Agrios (Agraios = Argaion oros, urgriechisch oroi, germanisch *uruz, indogermanisch *ur) einem erdgeborenen Giganten und Sohn von Gaia (Ge, Erde, Gegeneis=Erdgeboren) aus dem Blut des Uranus (oros=Ouranos, Himmelsstier) gezeugt.
Oros (Ouranos) ist wiederum eine Umformung von Urus (Ur) dem Auerochsen, während Uraš (auch Urasch, „Erde” sumerisch Nin.sunna) die Urgattin von Anu ist. Genau umgedreht ist es in Ägypten wo in der Götterwelt der männliche Geb der Stier und die weibliche Nun der Himmel ist, die von Schu dem Wind und Tefnut das Wasser abstammen.

Dem Stier wird bereits in Çatalhöyük mythische Bedeutung zugemessen und als Minotaurus ist er auch maßgeblich für die Minoische Mythologie.
Nach der Darstellung der Akkader ist ANU der Himmelsgott und ASHRATI (hettitisch Asertuugaritisch Athirat) seine Frau.
EN.LIL (EN.ILI, Herr der Windes, Herr der Berge) und EN.KI (NIN.URASH, Herr des Wassers, Herr der Tiere, Ninurta) sind mit ihren Frauen NIN.LIL (NIN.ḪAR.SAG, Herrin der Berge, später Lilith, Inanna oder Anat, Herrin des Himmelsund  NIN.KI (akkad. ERESH.KI.GAL, Herrin der Erde bzw. Nig-kim Herrin der Tiere oder Asherah)

Das summerische „NIN“ entspricht dem akkadisch „EREŠ“, dem semitischem „RA.TI“ und bedeutet „Herrin“,
das sumerischem „LU.GAL“ entspricht dem akkadadischem „ŠARRU“ und dem minoischem „WANAX“ und ist der Königstitel, was ursprünglich auf das sumerische „GUGAL“ (alternativ KUGAL), dem Wasserverteiler (nam-ku-ĝal) zurück geht und damit seine Wurzeln in dem ursprünglichem Amt eines Wasserverteilers (vergleichbar eines Deichgrafen) zeigt.

Der „EN“ entspricht dem „BEL“ (das vom semitischem „a-bala“ im Sinne eines Wasserabschöpfer, bzw. „ba-al“ dem Bewässerungsgraben abstammt, von dem sich der phönizische Basilius bzw. der dorische Basileus ableitet), dem semitischem „RA.BI“ (der sich vom Akkadischem rahā-şu einem geflutetem Bewässerungskanal abgeleitet ist) und dem germanischem „REIK, RIK, RECKE“ oder dem Lat. REX und bedeutet „Herr“ im Sinne des Verwalters (z.b. einer Stadt oder eines Tempels).
„En-gar“, der „Herr der Felder“, entstammt dem Sumerischem und setzt sich aus „EN“ und „AGAR“ Feld zusammen, im Akkad. entspricht das dem „ikkaru“ wörtlich Pflüger im Sinne von Farmer. Dabei erinnert es verblüffend an den griechischen Ikarus, Sohn des Dädalus, der mit seinem Vater vor König Minos per Flügel von Kreta floh, der Sonne zu nahe kam und ins ikarische Meer an der Westküste Anatoliens (zwischen Chios und Kos etwa) nahe der Insel „Ikaria“ abgestürzt sein soll, weshalb Dädalus der seinen Sohn auf der Insel beerdigte und diesem Ort seinen Namen gab. Ob dabei die phonetische Ähnlichkeit von Pflug und Flug reiner Zufall ist, bleibt wohl Spekulation.
Der Engar ist also vom Lugal abhängig. Insgesamt zeigt besonders die sumerische Sprache einen extrem reichhaltigen Wasser- und Bewässerungswortschatz der neu kombiniert auf den zunehmenden Besitz angewandt wurde.
(Source: Simon Fitzwilliam Hall, Sumerian Water Management and Irrigation Terminology)

„GAL“ entspricht dem Besitz (dem Tempel, Palast oder Haus im Sinne von Hausrecht),
„KI“ entspricht dem akkadischem Erde und „IL“ (ILU) dem akkadischem Himmel.

Gaia zeugt als Urmutter die vaterlosen Urgötter Uranos (Himmel), Pontos (Meer) und Ourea (Gebirge). Gaia ist als  Ba`alat Gebal auch in Byblos präsent.
Für Gaia gibt es in Form der Venusfiguren reichlich frühe Nachweise in Europa aber auch der Stiermythos ist bereits vor der Einwanderung der Bauern in Anatolien nachweisbar. Damit sind sie als Urgötter sehr wahrscheinlich das Grundgerüst der neolithischen Farmer-Religion Europas.

Uranus ist der Erstgeborenen (Epigeius) und Partner der Gaia (Ge, die Gebährende) und war der Mythologie nach der erste „Himmelsvater„, ein Protogenoi.

Die Orphiker hielten Nyx (die Nacht) für die Mutter des Uranus, was vermutlich auf die ägyptische Göttin Nut zurück geht, die als Kuh dargestellt wird, wohingegen Geb als Mann dargestellt wird, also genau umgedreht wie die mesopotamische und griechische Mythologie.

Mit Gaia wird Uranus zum Vater der Titanen, dreier Kyklopen (die Kulleräugigen, Κύκλω, abstammend von κύκλος, die altgriechische Bezeichnung für Kugel, Kuller im Sinne von allumschliessend) und drei Hekatoncheiren (Tausendhänder, vermutlich Macedonische Bezeichnung der vorderen Reihen der Phalanx).  Die Kyklopen (eingedeutscht Zyklopen) sind also keine Einäugigen, sondern Leute mit Kulleraugen, also vermutlich der typisch europäische Dackelblick.
Ihren Sohn Kronos gibt Gaia eine Sichel aus dem unzerbrechlich grauen Adamant (Eisen), womit dieser Uranus entmannt und selbst an dessen Stelle als zweiter „Weltherrscher“ tritt. Dieser Mythos wird besonders in der hethitischen Mythologie bemüht.

Während die Giganten (Herrscher), Erinyen (Maniai, „die drei Rasenden“, als Gewissensbisse und Rache) und Dryaden (Meliaden, Waffen aus Esche, dargestellt als Baumgeister und -nymphen) durch die Entmannung des Uranus aus dessen Blut entstehen.

Der (zwergartige) Schöpfergott Pitah (ägyptisch Ptah) wächst offensichtlich mit dem Germanischem Zius/Tius/Tyr als Vater (und Schöpfer) zusammen, woraus der griechische Zeus patér, der vedische Dyaúh pitá, der illyrische Dei-pátyros und dem römische Diēs-piter entsteht. Das alles wird zwar groß als linguistischer Beleg angeführt, aber im Alltag der Völker spielten sie wohl keine Rolle, was eher auf eine diplomatische „Konstruktion“ schliessen lässt wie später auch Römische und Keltische Götter aneinander gehängt wurden.
Anders als Geb und Nun die aus der Götterwelt des alten Ägypten von Helipolis stammen, kam Ptah und dessen Gattin Ta.Tenem aus dem Kult von Memphis bzw. Hermopolis und sind erstmals in der 9/10. Dynastie (Erste Zwischenzeit, ca. 2170 BC) in Asyut (altägyptisch Sauti) belegt.
In Hermopolis symbolisieren Tenem und Tenemu die Erde bzw. den Weg in die Unterwelt, während Tjenenet (auch Tenenit) als Geburtsgöttin (wie Gaia) im neuem Reich auftaucht. Interessant ist dabei die Beziehung zum Wort Tani, als Re-tanu (Palestina/Israel), Mai-tani (Volk in Nordsyrien am Chabur wo die sumerische Unterwelt Kur.nu.gia liegen soll) und Baste-tani (Volk in Südostspanien). Diese Schleifspur von Anatolien, Syrien nach Ägypten entspricht dem Weg der Hyksos die ihrerseits mit den Assyrern und Hethitern  im Orient auftauchen.
Dazu gibt es noch eine weitere Spur.
Interessanterweise wird der Ahnherr der Guti als HarHar bezeichnet, als diese ab 2291 BC im nördlichen Luristan auftauchen. Gleichzeitig wird der 5. assyrische König  der im Zelten lebte als Ḫarḫaru aufgeführt. Rimush  (2283 bis 2274 v. Chr.), ein Sohn des Sargon von Akkad führt bei Susa Krieg gegen einen Abalgamas aus Paraḫšum in der Stadt Warahši (Barakhshe/Warakhshe,  Parhasi/Barhasi, heute Marhaši) der sich mit dem elamitischen Hišep-Ratep von Anšan (Ashwan in Fars, Iran) zusammen tat und gegen Akkad Krieg führte. Amurriter werden erstmals 2240 v. Chr. durch Naram-Sin erwähnt, wobei Ebla zerstört wird. Einige glauben das es sich dabei um Jiroft handelt, denn dieses Warahši soll reich an Edelsteinen sein. Und auch der erste Hethiterkönig Anitta kämpft 1730 BC gegen ein Ḫuzziya von Zalpa, wobei die Namensähnlichkeit zu Ušpia dem vorletztem assyrischem König der in Zelten lebt geradezu ins Auge fällt.
Interessanterweise heisst harhar-s- im Uratäischem „zerstören“ und in Indien ist Shiva der große Zerstörer der gleichzeitig einen Anfang schafft.
Alles in allem sind das also ursprünglich zwei verschiedene Religionen. Eine kommt von den Assyrern, die andere ist offensichtlich einheimisch und indem sich beide vermischten entsteht eine Weiterentwicklung.

Gilgamesh und Enkidu, nach Werner Papke

Gilgamesh und Enkidu, nach Werner Papke

Der Himmelsstier in der Sumerisch/Akkadische Mythologie
Als GU4.AN. NA, alû („der von oben“) wird der Himmelsstier aus Ärger von Inanna auf die Erde gesandt um Gilgamesh zu strafen, der Inanna die Hochzeit verweigerte. Der Himmelsstier „weidet im Land, wo die Sonne aufgeht. (Gilgamesh Epos, altbabylonisch Šūtur eli šarrī, der alle anderen übertraf) und wird von Gilgamesh und Enkidu getötet. (Gilgamesh Epos, altbabylonisch Šūtur eli šarrī, der alle anderen übertraf) Übrigens werden sowohl Gilgamesh als auch Enkidu als Riesen dargestellt.
Es wird auch erwähnt das der Stier dem Wächter des Zedernwaldes Chuwawa dient, der mit ihm pflügt.

Der Himmelsstiermythos handelt vom morgendlichen, anthelischen Untergang des im östlichen Horizont liegenden Tauris-Sternbildes, der den Mesopotamiern des 3. Jt. v. Chr., gemeinsam mit der aufgehenden Jungfrau Inanna (Sternbild Jungfrau als „Ackerfurche“ (MUL AB.SÍN, šir’u) am östlichen Horizont den Herbstbeginn anzeigte. Die Jungfrau war auch unter dem Namen „Schala, die Kornähre“ (dšala šubultu4) bekannt. Genaugenommen war die Kornähre zwar der Fixstern Spica (= lat. „Ähre“), aber weil Spica der erstaufgehende Stern der Konstellation war, wurde das Sternbild nach diesem Stern benannt.

Die Beziehung der Stiertötung zum morgendlichen Untergang der Konstellation Stier findet auch in der sumerischen Dichtung „Lugalbanda and the Mountain Cave“ statt.
Darin tötet Lugalbanda einen roten Stier, den Stier der Berge, dessen Herz er dem aufgehenden Sonnengott vorlegt. Die Tatsache, daß nicht nur Lugalbanda, sondern auch Gilgamesch das Herz des Stieres dem Sonnengott als Opfer darbringt, macht deutlich, das es sich um den selben Mythos handelt.
Der Herbstanfang war für das Ackerbaujahr insofern von großer Bedeutung als er mit dem Pflügen der Äcker und der Saat assoziiert wurde. Dabei spielten Stiere bzw. Ochsen als Zugtiere für den Pflug eine wichtige Rolle.
Man kann die Himmelsszene noch weiter vervollständigen, indem man die hinter dem „Lohnarbeiter“ Enkidu befindliche Konstellation des nördlichen Dreiecks hinzunimmt, die als ein Pflug (MUL.GIŠAPIN) betrachtet wurde. Auch für die Plejaden (MULMUL), die sich im Nacken des Stieres befinden, läßt sich eine Verbindung herstellen. Zumindest damals wurden sie als eine Kornähre aufgefaßt, was auf alten Rollsiegeldarstellungen nachweisbar ist. Die spätere Darstellung der Pleyaden (akkadisch zappu) bezieht sich auf die “Borsten” im Nacken des Stieres.
Infolge der Präzession der Äquinoktien begann die alte Korrelation zwischen dem Untergang der Plejaden, der Herbsttagundnachtgleiche und der Saatzeit, sowie die Korrelation zwischen dem Aufgang der Plejaden, dem Frühlingsäquinoktium und der Erntezeit ab Anfang des 2. Jt. v.Chr. ihre Bedeutung zu verlieren.

Das Sinken dieser Konstellationen und insbesondere der Plejaden-Ähre zur Erde, symbolisiert eindrücklich den Vorgang des Pflügens und Säens. Alle diese Sternbilder standen zur Saatzeit fast auf gleicher Höhe auf dem morgendlichen Westhorizont und gingen nicht nacheinander, sondern mehr oder weniger gemeinsam unter. Man sah also zur Saatzeit am Westhimmel zwei Männer einen Stier, den Pflug und die Ähre, was einer Ackerbauer-Szene entspricht.

Die Zeit des Pflügens und Säens (ab September) fiel mit dem heliakischen Aufgang der Jungfrau/Ackerfurche und dem Untergang des Himmelsstiers und der Plejaden zusammen. War die Saatzeit durch den morgendlichen Untergang der Plejaden-Ähre und des Stieres angezeigt, so fiel die Erntezeit (ab April) mit deren heliakischem Aufgang zusammen.
Die Assoziation der beiden Äquinoktien mit Saat und Ernte wird im Kalender von Ur im 3. Jt. v.Chr.  durch die Monatsnamen zum Ausdruck gebracht. Der erste Monat, in dem die Frühlingstagundnachtgleiche lag, hieß še-kin-ku5, „Getreideernte“; der siebte Monat dagegen, der das Herbstäquinoktium enthielt, trug den Namen des Äquinoktialfestes  á-ki-ti. Akiti-Feiern wurden in beiden Monaten abgehalten. Sie hießen entsprechend ezem-á-ki-ti-še-kin-ku5, d.h. „Akiti-Fest der Getreideernte“, und ezem-á-ki-ti-šu-numun, „Akiti-Fest der Aussaat“.
Interessant ist das Gilgamesh als  rīmum(„Wildstier“), būrum („Stierkalb“), lī’um(„Bulle“) aber nicht alpum (der domestizierte Ochse, sumerisch gud an-na, Himmelsochse) bezeichnet wird, während Adad als kīma alpi bezeichnet wird. Ein weiterer Unterschied besteht darin das Gilgamesh im Akkadischem als alû (als aus der Höhe kommend) bezeichnet wird, während er sumerisch von Inanna als „Ochse“ beschrieben wird, der in Uruk losgelassen wurde. Offensichtlich versuchte man im Akkadischen eine Herkunft herzustellen, „aus der Höhe“, aus dem Himmel, Norden kommend.

In der epischen Version des Mythos scheint es  daß der Himmelsstier im Frühling bei der Ernte auf der Erde erscheint, über den Sommer die Dürre verursacht, im Herbst als Pflugtier die Äcker aufreißt und dann getötet wird. Seine Anwesenheit auf der Erde entspräche demnach der Zeit von der Ernte, seinem heliakischen Aufgang, bis zur Saat, also seinem morgendlichen Untergang.
Aber etwas stimmt nicht. Das Sternbild kommt ja nicht im Frühling auf die Erde herab; zu dieser Zeit taucht er vielmehr aus ihren Tiefen auf. Von oben auf die Erde herab kommt er erst, wenn der Herbst naht.

Der Widder wurde verstanden als ein auf dem Acker arbeitender „Lohnarbeiter“ (MUL.LÚHUN.GÁ, agru) der im Mythos mit dem wilden in Diensten genommenen Enkidu assoziiert wird, der den Stier von hinten anpackt. Auf der anderen Seite des Stieres befindet sich der „Wahre Hirte des Himmels“ (MULSIPA.ZI.AN.NA, šidallu) der erdgeborene Gilgamesh, der teilweise dem heutigen Orion entspricht und dem Stier das Messer in die Brust sticht um das Herz heraus zu schneiden und es der Sonne darzubringen.
Der selbe Mythos findet in Mitras und Varuna statt.
Wie man sieht, waren hier eindeutig Ackerbauen die Erfinder dieser Deutung und dieses Wissen  dürfte auch nach Europa getragen worden sein, weshalb auch die Pleyaden eine Rolle auf der Himmelscheibe spielten. Als diese Konstellation nicht mehr aufging, verlor die Scheibe ihren Sinn und hatte nur noch kultische Bedeutung. Nach dem Vulkanausbruch 1624 BC wurde sie dann selbst den Ahnen geopfert.

Interessant ist hier auch die Parallele von Apis, dem ägyptischem Stier des Ptah (Pitah), griechisch Απις (Apis) der durch Lesefehler zu Attis, griechisch Αττις und somit zum Namensgeber von Attika wurde). Der Lesefehler dürfte durch die Einführung der Phönizischen Schrift entstanden sein.
Der Apis-Stier musste schwarz sein, mit einer dreieckiger weißer Fleck als Blesse und einem Mondsichel-Fleck auf der rechten Seite. Ihm wurden auch die Roten Stiere des Seth geopfert. Der tote Stier wurde von Priestern des Ptah mumifiziert und galt als Osiris-Apis oder Serapis, der in Sakkara beigesetzt wurde. Offenbar wurden schwarze Rinder als wertvoller angesehen als die roten Rinder des Seth.

Siedlungsgebiet der Ubier

Quelle: M. Gechter,  in: V. A. Maxfield – M. J. Dobson (Hrsg.), Roman Frontier Studies 1989,  Abb. 85.1., weitere Infos bei novaesium.de

Uranus bei den Römern
Die Römer assoziierten Uranus mit Coelus (Himmel) und so könnte Köln die einstige (Oppidum Ubiorum, Siedlung der Ubier) mit der römischen Bezeichnung Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) statt auf das merkwürdige Colonia auch sehr gut auf Coelus, Coellen, Cöllen, Cölln und Cöln mit der Deutung als Stadt des Coelus/Uranus assoziiert werden, was sehr viel hüpscher ist. Schliesslich folgt die Bezeichnung meist mythologischen Deutungen.

Mythologisch wird aus dem griechischem Agrios/Agreus der spätere Zagreus, Sohn des Zeus und der Persephone, dessen Zerteilungsmythos auffallend an Osiris erinnert.
Das Versteck in einer Höhle, erinnert auch an den erdgeborenen Enlil, der als akkadischer Ilá, semitischer Al-ilah später zum arabischen Allah wurde. Enlil wird mit einem Hund und einem Bogen als Jäger dargestellt, wohingegen sein Bruder Enki mit Wasser, Fischen und Taube dargestellt wird.

Von Zagreus nach Sargon (Šarru-kīnu, der Bogen [Šar] über die Ersten [kin], besser ausgedrückt: Erster aller Könige) ist es auch nicht mehr weit, was vermutlich mit der Kyprischen Ausbreitung im Zusammenhang steht. Sargon selbst schreibt das er aus Azupiranu stammt, was als Safran-Stadt übersetzt wird.
Nun, diese Krokusart stammt aus der Ägais. Sargon ist also ein Nachkomme Ägaischer Einwanderer, während seine Mutter wahrscheinlich eine einheimische nordmesopotamische Priesterin war.
Auf dem selben Weg wanderte auch die Kretischen Hieroglyphenschrift (Linear A) ab 1700 BC ostwärts und wurde zur  kypro-minoische Schrift  auf Zypern wo sie um 1500 BC als Silbenschrift Linear C auftaucht. Wie Haarmann nachwies, wurde aber bereits Jahrhunderte vorher schon damit herum experimentiert (Vinča-Schrift Symbole oder auch Turdaş-Schrift 5300–3200BC im Bereich der Donaukulturen).
Nach seiner Theorie stammt sie von den Vinca-Zeichen ab und dürfte sich damit weiter nördlicher entwickelt haben. Doch erst der Ägaische Handel entwickelte sie zu einer echten Silbenschrift weiter, die schliesslich erst vom phönizischem mehr oder weniger abgelöst wurde.
Dies würde mit der Idee einer gräkoiranischen Ursprache als Verbindung von Urgriechisch mit Indoiranisch in Einklang stehen die wahrscheinlich im westlichen Anatolien (Karien, Lydien) und im mittleren Anatolien (Luwien und Zypern) gesprochen wurde. Die griechische Ursprache behielt das Augment, das Präfix é-, bei, um die Vergangenheit auszudrücken. Es teilt diese Eigenschaft nur mit den indoiranischen Sprachen. Dies entspricht der Ausbreitung der Akkadischen Sprache mit dem frühestem Sprachgebieten in Ebla, dem Maitanischem Kerngebiet um Nagar (Tell Brak), Mari und schliesslich Akkad, was als Nordsemitisch bezeichnet wird. Dieses Akkadisch steht also in Zusammenhang mit der gräkoiranischen Ursprache um 2600 BC

Der Plural des Nominativs, -oi und -ai des Urgriechischem (also wahrscheinlich auch des Urgermanischem) ersetzt das spätere Indogermanische mit -ōs und -ās was zur Annahme führt das die Urgermanen ebenfalls lauter -az, -iz und -oz an ihren Substantiven  dranhängen würden. Dies wird unwahrscheinlich da die Nordeuropäische Kultur zwar auch von Pfahlbauern beeinflusst wurde, aber weitaus mehr Einflüsse aus den ugrischen Waldkulturen aufnahm, was auch durch die Genetik der Trichterbecher nachweisbar ist.

Griechische Elemente im Urgermanischen wie diese Endungen auf „-oz“, „-az“, „-iz“ z.B. die angebliche Rune *Kenaz (richtig wäre wohl eher *Ken,  *Kan oder *Kin, übersetzt Erster) sind daher völliger Schwachsinn. Das gleiche gilt für haglaz, naudiz, uruz, þurisaz, ansuz, laguz, ehwaz, ingwaz, dagaz, algiz oder elhaz. Der Urheber dieses Alphabetes leidet offenbar unter Grecomanie. Diese Rekonstruktion der angeblichen Runennamen sind völlig schwachsinnig.
Endungen (Suffixe) dieser Art sind weder im Frühgriechisch (Linear A/B) noch in Frühgermanischen Runeninschriften nachweisbar. Die Endung -os, -as, -is (-oz, -az, -iz) entsteht durch die Übernahme Phönizischer Schriftzeichen, wobei das ursprüngliche Digamma (ϝ = w) durch ein Stigma (ϛ = s, phönizisches Waw„Waw“ also z.b. -oϛ) und schliesslich im klassischem Griechisch zu einem Sigma-Tau ( στ, oi) wandelt. Zudem wurde das phönizische „Waw“ auch noch mit dem phönizischem Nūn (PhoenicianN-01.svg=u) verwechselt. Dieser Prozess fand aber erst mit dem Auftreten von Phöniziern (ab ca. 1100 v. Chr.) statt.
Der Einfluss von Phönizien (phönizisch taw → griechisch tau) löst offensichtlich Lautverschiebungen aus die in der Rekonstruktion des Indogermanischem nicht ausreichend bedacht werden. Keine der frühen Runeninschriften benutzen eine solche Endung für Gegenstände.

Alles in allem entspricht also die frühe Mythologie durchaus auch der Besiedlung und sind daher eine viel ältere Vorstellung als man gemeinhin annimmt. Natürlich muss man dabei die Vorstellung der damaligen Welt zugrunde legen und letztendlich wird diese geistige Vorstellungswelt wohl nur schwer zu beweisen sein.

Aegean Sea Migration

Der zweite Weg: Aegean Sea Migration

Aus dieser Wurzel entwickelten sich schliesslich über Jahrtausende die Minoer, Mykener und schliesslich die Griechen. Man kann also hier von einer südlichen Gruppierung der Sesklo-Kultur sprechen, die in Wechselwirkung mit dem Anatolischem Westen stand und mit der Wanderung der Farmer nach Norden erstmal nichts mehr zu tun hatte, sondern sich eigenständig weiter entwickelte – vorerst.
Es bestehen jedoch Handelsbeziehungen mit den Karpaten, die wohl über Zwischenhändler in Thrakien abgewickelt wurden. Dies dürfte die Lebensgrundlage Thrakiens bilden. Die Namensgleichheit der Insel Karpathos und der Karpaten legt nahe das der Name aus der griechischen Welt stammt.
Der Einfluss der Agais auf die Karpaten und die Ostliche Welle der Farmer ist eher schwach. Größer dürfte der Einfluss über den Seehandel entlang der Adriaküste und damit auf die kroatische Küste bis zur Po-Ebene sein, wo die Pfahlbauer-Kulturen entlang wanderten. Doch dazu musste sich erst der Schiffsbau entwickeln.

Die Wanderung ins Herz Europas

Man nimmt bisher an, daß sich die Kultur der Pfahlbausiedlungen (wie die La-Hoguette-Gruppe) vom Rhönedelta aus über die Alpen verbreitete.
Die Herkunft der Pfahlbauten könnte damit, aus dem Bereich der Griechische Westküste Ätolien-Akarnanien kommen, wo Pfahlbauten in der Mesolongi-Lagune (inzwischen verlandet) entdeckt wurden, was eine Ausbreitung von Thessalien und Ätolien-Akarnanien  über die westliche Vinca-Kultur bzw. Italiens Ostküste über die Adria wahrscheinlich machen würde. Sie würden damit zur zweiten Welle der Farmer gehören, die durch die Inselwelt der Agais die Notwendigkeit der Pfahlbauweise entwickelte, wobei sie wahrscheinlich in Süditalien/Mittelitalien auf eine afrikanische Megalithische Jäger- und Sammler Kultur stießen, die von Afrika über Malta, Sizilien, Süditalien (Stentinello-Kultur 8500-6000 BC) und der Westlichen Italienküste (Impresso-Kultur) wanderte. Die letzten Ausläufer dieser Kultur reichen bereits bis in die Argolis (Griechenland), wo in der Höhle von Franchthi das Skelett eines rund 9000 Jahre alten Mannes gefunden wurde, der ca. 1,54 m groß war.

Aus der Vermischung beider Welten profitierte wiederum dieser Zweig der Farmer, der seine Kulturpflanzen mit einbrachte. Es ist wahrscheinlicher das die Pfahlbau-Idee mit den Farmern aus der griechischen Inselwelt stammte, die ja wesentlich zersplitterter ist als die Inselwelt um Sizilien.
Offensichtlich hatten sie es einfach satt nasse Füsse zu bekommen und erfanden die Pfahlbauten. Die Afrikanische yDNA wurde innerhalb der neuen gemischten Pfahlbaukulturen nach und nach zurückgedrängt und starb schliesslich aus.
In meinem weiteren Scenario gehe ich von einer Vermischung dieser Pfahlbauer von der Adria mit der Megalithkultur aus Iberien im Bereich des Rhönetal aus. Dies würde die Anwesenheit von I2 in der Megalithkultur Frankreichs und natürlich auch am Rhein erklären.

Pylades ist laut der griechischen Mythologie ein Nachfahre von Phokos der eine Verbindung von Fokida (Phokis bei Delphi) nach Foggia (Apulien) herstellen würde. Das ganze entspricht der yDNA I2 Ausbreitung von Zentralgriechenland (Thessalien, Phokis, Arkania) über Südost-Italien (Apulien), Bosnien-Herzegovina, Kroatien (Adriaküste), Südalpen, Nordalpen, entlang des Rhein (Michelsberger) sowie mit der La-Hoguette zur Kanalküste Frankreichs und weiter nach England entsprechen. Die bisherigen Thesen gehen meist von einer einzigen Einwanderung der Farmer nach Europa aus, welche sich aufspalteten. Dies ist jedoch unwahrscheinlich da die Impressokultur in Italien bereits Nacktweizen kannte, was den Karanovo-Farmern unbekannt war. Dies übernahmen sie erst als sich beide Wellen im Vinca-Gebiet trafen, wo nunmehr auch Kupfer auftaucht.

Kurz darauf übernahm z.b. am Keutschacher See in Österreich zwischen 4000 und 3850 BC auch eine Gruppe der Lengyelkultur (LBK) die Pfahlbauweise. Ab 3800 BC beliefern die Bewohner der Pfahlbausiedlungen am Mondsee Nordeuropa mit Kupfer. Diese zweite Welle der Farmer war also kulturell weiter entwickelt und kam wohl einige Jahrhunderte später in Mitteleuropa an. Die ersten Spuren in Sesklo tauchen um 6850 BC +/- 660 auf. Knochen von domestizierten Rinder fand man in Argissa Magoula, Thessalien. Sie wurden auf 6300 BC datiert.  Auch in Catal Hüyük in der Schicht VI fand man Knochen von domestizierten Rindern.

Kykladenpfanne

Kykladenpfanne

Die griechische Chronologie beginnt hier bei der

  • Saliagos-Kultur 4.300–3.700 v. Chr. was nördlich vom Thera-Vulkan, Santorin liegt
  • Attika-Kephala 4300-3200 v. Chr. in der Region Attika mit Endpunkt Kephala ab 3300 v. Chr.
  • Grotta-Pelos-Kultur 3000-2650 v. Chr., die deutliche Anbindung zu Kephala zeigt
  • Keros-Syros-Kultur 2700-2400 v.Ch., etwa zeitgleich wird Rhodos 2800–2000 v.Ch. besiedelt.
    Ein Heiligtum entsteht auf Keros das sich Daskaleio Kavos und mit den merkwürdigen Kykladen-Pfannen von Naxos und Syros in Verbindung steht.
  • Kastri-Kultur um 2400-2100 v. Chr. die mit den Legelern in Verbindung steht. Um 2200 v. Chr. wurden die Orte der Legeler aufgegeben. Ab ca. 1600 v. Chr. tauchen auf Rhodos Minoer auf und um ca. 1000 v. Chr. siedeln Dorer auf Rhodos.
  • Ab ca. 2000 v. Chr. erfolgt eine Neubesiedlung der Kykladen die bis 1400 v. Chr. anhält und Verbindung nach Zypern nahe legt. Dabei wurde der Kultort für Artemis und Apoll (hier Delia und Delios genannt) auf Delos errichtet. Ab ca. 1500 v. Chr. tauchen Mykener auf Rhodos auf.
  • Um 1150 v. Chr. wurde der Kulturort Delos verlassen und ab 900 v. Chr. von Ioniern neu besiedelt, während um 1100 v. Chr. auf Rhodos Dorer auftauchen, etwa zeitgleich tauchen sie auch in Thera und Kreta auf. Dies wird mythologisch mit der Rückkehr der Herakliden erklärt. Dorische Orte wie Theben, Sparta, und Korinth. Ahnherr der Dorer ist Kadmos. Dies widerspricht einer Herkunft der Dorer aus Europa und bringt sie vielmehr mit Phöniziern in Verbindung. Andersrum ist griechischer Einfluss auch in Phönizien nachgewiesen. Insofern könnte es also tatsächlich auch eine Rückkehr von Griechen sein.
  • Beginn der Antike in Griechenland ca. 800 v. Ch. (homersche Zeit, archaisches Griechenland)

Frühminoisch wird in Kreta ab ca. 3000-2700 v. Chr. datiert, was in etwa dem Beginn der Bronzezeit entspricht. Von einer Minoischen Kultur wird aber erst ab 2600–1150 v. Chr. gesprochen, während auf dem griechischem Festland die attische Kultur entsteht.
Die Mykenische Kultur beginnt um ca. 1600 v. Chr. , die letzte Erwähnung der Mykener erfolgte ca. 400 v. Chr. Kurz darauf beginnt die Eisenzeit ab ca. 1500 v. Chr. in Zentralanatolien dem der Zusammenbruch der Reiche der Maitani, Hethiter und Mykener (Arzawa) folgte, was schliesslich in der Kolonisation der Seevölker mündete.

Europa hatte also zu jenen Tagen im 6. Jahrtausend mind. 2 Zentren der Farmer, eine Welle die sich im 
Donaudelta festsetzte und eine zweite in Thessalien. Beide stammten aus der selben anatolischen Quelle. 
Dort wo sich beide überlappten, entstanden die innovativen Kulturen des 5. und 4. Jahrtausends, 
die besonders durch die Vinca-Zeichen Berühmtheit erlangten. 
Sie war sicher einen Meilenstein auf den Weg der diesen Kontinent verändern sollte, aber nicht ihr Auslöser.

Kreisgraben – eine runde Sache

Die „Kreisgraben-Idee“ hat sich wohl bereits während der Einwanderung entwickelt, breitet sich aber ab 4.900 v. Chr. mit der Theiß- (Tisza) und Lengyel-Kultur aus dem Raum Ostungarn in Richtung Nordwest nach Deutschland aus und entwickelt sich hier weiter. Ob es sich um eine Weiterentwicklung der Formen in Gobekli Tepe handelt, kann nur vermutet werden. Zumindestens existiert schonmal eine steinerne Kreisform mit aufgerichteten Monolithähnlichen Formen, die sich von der eckigen Form in Nevali Cori unterscheidet und offenbar begraben wurde. Insofern besteht schonmal eine Ähnlichkeit.

Die Verbreitung der Kreisgrabenidee erfolgte aus dem Kerngebiet an der Tisza entlang der Donau und Elbe nach Nordwesten und erstreckte sich über Österreich (insbes. Niederösterreich), Tschechien, Slowenien bis nach Deutschland mit Breitenstreuung in Rumänien, Ukraine, Polen und Schweiz. Funde aus der älteren LBK sind nicht mehr östlich der Weichsel nachweisbar. Die Zeit der Kreisgrabenanlagen dauert in Österreich wohl nur 350 Jahre. Kürzer dürfte sie in Slowenien gewesen sein. Ursprünglich scheinen die Anlagen beim Verlassen der Region begraben worden zu sein, so als wollte man sich verabschieden. Dies ist jedoch eine Interpretation. Die längste und intensivste Nutzung von Kreisgrabenanlagen ist für Deutschland und für eine Anlage in den Karpaten nachweisbar, wobei einige Anlagen von einer Kultur zur anderen weiter betrieben und wohl auch ausgebaut wurden. Gebaut haben die meissten wohl die verschiedene Linearbandkeramiker-Gruppen sowie Trichterbecher-Gruppen, Schnurkeramiker und wohl auch die Badener Kultur. Später baute auch die Aunjetitzkultur und einige Hügelgräbergruppen noch Anlagen. Große Fans dieser Anlagen waren offenbar die Glockenbecher Kultur, sowie die Urnenfeld-Kultur die auch Dolmen (und eigentlich jede Form von Megalithheiligtum) intensiv nutzte. Dabei ergänzten sie die Anlagen auch. Von hier aus ging schliesslich der Impuls zum Bau der Anlage in Stonehenge aus, deren Vorbild wohl die Anlage in Pömmelte war, bei der erstmals auch Schächte ausgehoben wurden. Es scheint als seien die Glockenbecher besonders fasziniert gewesen von dem alteuropäischen Erbe.
Vielleicht benutzten sie es auch als Beleg einer möglichst lang erscheinenden Tradition und legitimierten sich darüber. Die Zeit der Kreisgrabenanlagen begann mit einer großen wirtschaftlichen und kulturellen Transformation in Südeuropa entlang der Auen der Theiß und ihrer Nebenflüsse im südlichen Kapartenbecken.
Nach archäologischen Erhebungen hat die Linienbandkeramik dort ihren Ursprung im Karpatenbecken an der Tisza (Theiss, Cris), deren Kultur aus dem Kulturkomplex Starcevo-Körös-Cris hervor ging, der ab 6.200 Jahre v. Chr. nachweisbar ist. Zeitgleich entwickelt sich die Vinca-Kultur ab 5400 v. Chr. südlich der Tisza. Die weitere Entwicklung der LBK Transdanubiens umfasst zwei verschiedene keramische Gruppen. Auf der einen Seite findet sich sog. Notenkopfkeramik die sich in der Theiß-Kultur entwickelte und bis zur Stichbandkeramik in Deutschland reicht, und die Südtransdanubische Keszthely-Keramik um den Plattensee herum, die sich aus der Starcevo-Kultur entwickelte und bis zur Großgartacher Kultur führt.

Theißkultur nach Archäologischem Befund 2011

Theißkultur nach Archäologischem Befund 2011
zzgl. Herpály-Kultur und Csőszhalom-Gruppe

Kreisgrabenanlagen oder Henges Kreisgrabenanlagen sind runde Erdbergwerke in durchaus megalithischen Außmaßen. Sie sind nur selten exakt rund. Die meissten sind eher gestaucht, sodaß sie mehr eine elliptische Form aufweisen, was auch für Stonehenge zutrifft, nur eben 3000 Jahre älter. Die erste Erwähnung einer solchen Anlage stammt von 1885 mit der Beschreibung der böhmischen Kreisgräben von Krpy. Die erste vollständige Freilegung einer Kreisgrabenanlage erfolgte ab 1967 im Zuge einer Forschungsgrabung in Těšetice (Südmähren). Der Vergleich der Torachsen ergab, dass fast immer astronomische Orientierung auf die Sonne vorlag, am häufigsten zum Sonnenaufgang der Wintersonnenwende (Azimut von 127 Grad) und zur Sommersonnenwende (Tag und Nachtgleiche). Es gibt Unterschiede in den Details der einzelnen Anlagen. Die Anlage von Ramsdorf-Wallerfing besteht aus drei Gräben, drei Toren und einer Innenpalisade. In Goseck finden wir einen einfachen Kreisgraben, während in Schalkenburg bei Quenstedt eine fünffache Kreispalisadenanlage gefunden wurde. Daneben gibt es Miniaturkreisgraben und Kreisgrabenanlagen mit einem Durchschnitt von 152m (in Hopferstadt).
 
Kreisgrabenanlagen entlang des Besiedlungsweges von Anatolien bis in die Zeit der Germanen

Kreisgrabenanlagen entlang des Besiedlungsweges von Anatolien bis in die Zeit der späten Lausitzer Kultur über einen Zeitraum von rund 10.000 Jahren.

Die Verteilung der Kreisgrabenanlagen:

  • 41 in Österreich meisst einfachen Typs,
  • 36 in Deutschland einige mit extrem langer Nutzung,
  • 18 in Slovakien,
  • 10 in Tschechien,
  • 5 in Ungarn und
  • 3 in Polen

zeigt bereits das der Schwerpunkt im Bau auf Österreich und Deutschland ruht. Desweiteren zeigt sich, das sich die Kreisgrabenanlagen in den Siedlungsgebieten der Kvaden, Juthungen, Karpen, Markomannen, Sueben und Semnonen häufen und weiter zu den Vandalen führen. Die Verteilung entspricht praktisch zu 100% den Suebischen Stämmen. Da keine Abwanderung nachweisbar ist, muss sich der genetische Wandel innerhalb dieses Verbundes vollzogen haben. Zählt man die einfache Anlage in Pendik und die überragende Anlage in Göbekli Tepe mit seinen rund 20 Kreisförmigen Tempelstrukturen dazu, von denen zum Zeitpunkt der Einwanderung sicher erst drei oder vier aus der Frühzeit existierten, so muss man wohl davon ausgehen, das auch die anatolische Tradition noch einige Jahrtausende weiter lebte.
Weitere Funde sind sicherlich noch zu erwarten, da insbesondere in Ostdeutschland und Polen erst so nach und nach alle Anlagen gefunden werden müssen. Es ist jedoch abzusehen, das die Megalithische Gruppe von Altmark, Elbe, Aller und Saale das Östliche Gegenstück zur Hercynischen Gruppe im Westen bildet. Interessanterweise finden wir auch Kreisgrabenanlagen am Nördlichen Kaukasus und sogar eine im Südlichen Kaukasus.
Die südlichste Kreisgrabenanlage findet sich in Carahunge (Karahunj), Zorats Karer in Armenien, was deutlich zeigt das die südkaukasische Kura-Araxes-Kultur die Nordmesopotamien dominiert, von Europäern beeinflusst wurde, die man jedoch bereits als Indoarier bezeichnen sollte. Das publizierte Alter dieser Anlage von 7500 Jahren ist vollkommen illusorisch.
(Hier war wohl wiedermal Wunschdenken am Werk und prompt wurde auch ein Buch geschrieben das die Urheimat gefunden wurde.)
Münchner Archäologen haben es später in die mittlere Bronze- bzw. Eisenzeit datiert und als Nekropole klassifiziert. Damit entspricht die Klassifizierung den indoarischen Bergvölkern die unter Einfluss von Europäern aus der Maikop/Kura-Araxes-Kultur entstanden.
Für Kontakte mit Nordeuropa sprechen auch Nordeuropäischen Götternamen, die in dieser Form weder in Süd- noch in Westeuropa zu finden sind, aber ein Gegenstück bei den Indern und im Kaukasus haben. (Und für die unter krankhafter Keltomanie leidenden Wikipedianer, eine Herkunft germanischer Götter von Kelten, Römern oder Griechen ist damit absolut ausgeschlossen.)
Sehr wahrscheinlich entstand die frühen germanischen Götter direkt parallel zu den Indoiranern, die ihrerseits den Glauben an mythische Urriesen von den Europäern übernahmen und in den Orient trugen. Insgesamt muss man das Alter östlicher Funde sehr kritisch sehen, denn jahrzehntelang versuchte man hier eine Indogermanische Urheimat zu beweisen. Man datierte so manches Fundstück deutlich zu hoch um sie für die Theorie passend zu erklären. So entstand ein völlig falscher Eindruck einer vermeintlichen Urheimat durch die Vermischung von Asiatischen und Europäischen Kulturen. Natürlich gab es diesen Kontakt, aber er fand wohl erst am südl. Ural oberhalb des Kaspischen Meeres statt.

  • Die Ungarische Anlage in Polgár-Csőszhalom (fünffache oder mehrphasige Kreisgrabenanlage) und die Schalkenburg bei Quenstedt (fünffache Kreispalisadenanlage) im Harzer Vorland in Sachsen-Anhalt, sowie möglicherweise die Mehrfachkreisgrabenanlage in Wulfersdorf, Brandenburg und in Pömmelte, Sachsen-Anhalt stecken besonders hervor, während der Normalzustand wohl eine zweifache Kreisgrabenanlage darstellt.
  • Die Anlage der Schalkenburg bei Quenstedt (fünffache Kreispalisadenanlage) im Harzer Vorland gehört zu den Stichbandkeramikern (ab 4900–4500 BC) die auch als LBK Ost bezeichnet wird. Sie besteht aus fünf ovalen konzentrischen Pfostenringen. Auf dem Sporn lagen parallel zu einander fünf leicht ovale Pfostenringe mit drei Torgassen. Die Ringe haben Abstände von etwa 5,5 bis 6 m. Der Innenring misst 35 mal 44 m, während die größte Abmessung des Außenringes 95 m beträgt. Am 4. Ring (von innen gezählt) finden sich zwei apsidenartige Anbauten.
    Es konnten auf der Hochfläche Besiedlungsstrukturen aus der Zeit der Bernburger Kultur, der Kugelamphorenkultur und der späten Bronzezeit/frühen Eisenzeit nachgewiesen werden. Hinzu kamen Grabfunde der Baalberger Kultur, der Schnurkeramik und der Aunjetitzer Kultur, was insgesamt für eine recht lange Nutzung spricht.
  • Die Funde der Kreisanlage Pömmelte (auch Klein Stonehenge genannt) belegen, das über Jahrhunderte hier einen zentraler Kultort für verschiedene archäologische Kulturen war. Die Keramik aus Pömmelte-Zackmünde, gehört sowohl zur schnurkeramischen Kultur (2800–2100 v. Chr.) als auch zur Glockenbecherkultur (2500–2200 v. Chr.) und zur Aunjetitzer Kultur (2200–1600 v. Chr.) der frühen Bronzezeit. Der so genannte proto-Aunjetitzer Horizont bezeichnet das Nachleben spätneolithischer Elemente in der Neuorientierung der frühen Bronzezeit. Die absolute Datierungen grenzt die zeitliche Einordnung der Bronze auf 2335–2050 v. Chr. ein, wobei ein intentioneller Abbau der Anlage zwischen 2135 und 1985 v. Chr. stattfand. Die Aunjetitz-Kultur ist der direkte Vorläufer der Lausitzer Kultur und reicht damit bis in die Germanenzeit hinein. Dem schliesst sich die Kreisgrabenanlage Biskupin in Kujawien-Pommern in Polen an, die der späten Lausitzer Kultur zugeschrieben wird. Die älteste polnische Anlage dieser Art ist in Bytom Odrzański, Polen und muss etwa in die Zeit der Schnurkeramiker datiert werden.
  • Erstmals liegt damit ein rituell-religiöses Bauwerk verschiedenster Kulturen in Mitteleuropa vor, die Rückschlüsse auf das Weltbild dieser für die weitere Entwicklung Europas so entscheidenden Epoche zulässt. Die Kreisgrabenanlage von Schönebeck hat dieselben Ausmaße und folgt Pömmelte-Zackmünde zeitlich direkt nach, das heißt sie gehört in die entwickelte Aunjetitzer Kultur der frühen Bronzezeit, in der auch die Himmelsscheibe von Nebra entstand die zum Ausbruch des Thera wieder rituell vergraben wurde.
Das rituelle Interagieren unterschiedlichster Kulturen vom Spätneolithikum bis zur Bronzezeit stellt ein 
faszinierendes Phänomen dar und bestätigt eindrucksvolle die Theorie die besagt, dass alle Ackerbauern 
gemeinsame religiöse Wurzeln besitzen, die bereits aus dem Megalithzeitalter stammen und bis in die Zeit der 
Germanen reicht.

5kreiseDie rund 120 Anlagen umfassen folgende archäologische Kulturen:

  • Theiß-Herpály-Csőszhalom-Kultur (benannt nach dem Fluss Theiß einem Nebenfluss der Donau in den Karpaten)
  • Tisza-Kultur, Ostungarn
  • Herpály-Kultur, im Berettyó Gebiet (Nordostungarn)
  • Csőszhalom-Gruppe, im Bodrog-Gebiet, Ostslowakei
  • und die der Tisza nachfolgende Tiszapolgár-Kultur an der Theiß
  • Linearbandkeramik
  • Lengyel-Kultur, Westungarn/Tschechien/Österreich
  • Stichbandkeramik, Ostdeutschland/Oberfranken
  • Rössener Kultur, Mitteldeutschland
  • Baalberger Kultur (4100-3400 BC), Mittelelbe-Saale-Gebiet
  • Großgartacher Kultur, Westdeutschland
  • Oberlauterbacher Gruppe, Süddeutschland
  • sowie die nachfolgenden Trichterbecherkulturen die sich in unterschiedliche Gruppen unterteilen:
    • Westgruppe von der Drenthe bis etwa zur Weser, Nordwestdeutschland
    • Nordgruppe von Skandinavien bis zum mittleren Teil Norddeutschlands,
    • Ostgruppe im Norden von Polen (hier eingelagert die Brześć Kujawski-Kultur in Kujawien)
    • Südostgruppe von Südpolen bis etwa zum Dnjepr,
    • Südgruppe in Mitteldeutschland, Sachsen-Anhalt und Tschechien

    Wahlweise werden sie auch als Kulturen nach ihren Fundorten benannt:

    • Michelsberger Kultur (4400-3500 BC) wird um 3500 in die TRB integriert
    • Gaterslebener Kultur (4300–3900 BC), Sachsen-Anhalt in die TRB integriert
    • Baalberger Kultur (4200-3100 BC), Sachsen-Anhalt, TRB-Südost
    • Jordansmühler/Jordanow-Kultur (4.300–3.900 BC) in Mähren und Böhmen, in die TRB integriert
    • Walternienburg-Bernburger Kultur (3200 bis 2700 BC), TRB Zentral
    • Badener-Boleraz Kultur (3500-2800 BC) (in Ungarn Péceler Kultur, in Polen Promienista-Kultur genannt) mit Zentrum in den Karpaten
    • Wartberger Kultur (3500-2800 BC), Westdeutschland/Hessen, TRB West
    • Salzmünder Kultur (3400-3100 BC), TRB Zentral
    • Vlaardingen-Kultur (3350-2000 BC), Niederländische Gruppe, wird um 3350 BC integriert
    • Die Altheimer Gruppe (3800-3400 BC) steht im engen Zusammenhang mit der Mondsee-Kultur

Die Südgrenze der Badener Kultur reicht bis kurz vor Bulgarien, dahinter befindet sich schon die Cernavoda-Kultur.
Südöstlich der TRB schliesst sich die Herpály-, Tiszapolgár-, Bodrogkeresztúr- , Lažňany- und Hunyadihalom und die mit der Badener verbundene Boleráz-Kultur im Theiß-Gebiet und Westrumänien an, die Weiterentwicklungen der Tisza-Kultur darstellen, wo um 3600 BC ein größerer Bruch in der Tradition entsteht, der offenbar durch die Badener Kultur entsteht.

In der Chassey-Lagozza-Cortaillod Kultur (4600-2400 BC) entsteht um 4300 BC die Pfahlbau-Tradition die sich über die Mondsee-Kultur (3800-3300 BC) bis zur kroatischen Adriaküste und der Vučedol (3000–2200 BC) hinzieht, die sich ihrerseits nicht dem Einfluss der Altheimer und Badener Kultur entziehen kann. Diese gehört zur Ostalpinen Pfahlbaukultur die sich von der Poebene in Oberitalien über die westliche Schweiz bis nach Frankreich an die Atlantikküste erstreckt.
Ab 3300 BC zerbricht die Mondsee-Kultur, ein Teil wandert nach Süddeutschland (Niederbayern/Oberpfalz/Oberrhein) ab und wird Teil der Westlichen TRB-Gruppe die nun um die Pfahlbautradition ergänzt wird. Der andere Teil wendet sich nach Süden und siedelt im Makedonischem Raum. Ein weiterer Teil schliesst sich der Badener Kultur an und siedelt an der rumänischen Schwarzmeerküste. Die Pfahlbautradition stehen in direktem Zusammenhang mit der Ausbreitung der I2a-M423 an der Adriaküste und I2b-M223 entlang des Rhein mit Ausläufer an der Atlantikküste (Kerugou-Gruppe).

Die Minoische Kultur entsteht um etwa 3100 BC und wird um 1700 BC von den Mykenern übernommen, die vermutlich aus dem Donau-Karpaten-Region kommen ist und damit ebenfalls schon indogermanisiert waren. Massiver Handel mit dem Norden belegt das auch. So wurde am Ende auch die Agais indogermanisiert, die ihrerseits als Griechen fleissig Kolonien gründen. Durch diese gelangen später griechische Mythologie in den Thrakisch/Dakisch/Getischen Raum sowie nach Osteuropa, wo sie die alteuropäische TRB-Mythologie überlagert.

Steinkreise und Megalithobservatorien ausserhalb dieser Route

Das auf dem Nabta-Playa (bei Kharga, Südwest-Ägypten) gefundene „Megalith-Observatorium“ (angeblich 4,820 BC) erscheint mir persönlich zu absurd, es sei denn es waren „Ausserfriesische am Werke“ die per Luftpost von Europa angereist sind. Das ganze wirkt eher wie eine Steinsetzung, die ein wackerer Kelte hinterlassen hat, der sich schon als Gründer der ägyptischen Zivilisation sah. Viel zu weit fortgeschritten, nebenan sind gar noch Felszeichnungen bekannt. Wahrscheinlich ist es einfach eine klassische Sonnenuhr der Nomaden aus dem letzten Jahrtausend. Nach gründlichem Studium stellt sich heraus das die Datierung anhand von Knochen auf 4360 BC +/- 60 erfolgte, die aus einer Siedlung nebenan stammten. Da hier wohl ein uralter Karawanenweg lag, der schon benutzt wurde, als die Sahara noch grün war, ist es durchaus wahrscheinlich das man dort derart alte Knochen findet. Offenbar stolperten sie direkt vom Steinzeitalter in die Astronomie. Na wenn das mal gut geht.

Auch das „Armenische Stonehenge“ erwies sich als deutlich jünger, nachdem man bereits ein Buch geschrieben und gedruckt hatte und Armenien zur Urheimat der Indogermanen erklärt hatte. Das ganze erwies sich bei genauerem Hinschauen als Nekropole, die auf ca. 1500 BC geschätzt wurde. Inzwischen wurde die indogermanische Urheimat schon überall gefunden, man weiss schon garnicht mehr wo man hintreten soll vor lauter Urheimat.

Die Quelle der LBK liegt also an der Tisza (Theiß) bzw. zwischen Plattensee und Karpaten. Zu den LBK gehört typischerweise das Langhaus, dessen Konstruktion sie wohl auch erfanden. Zu den Irokesen kam wohl das Langhaus über isländische Wikinger.
 
Sichelgott der Tirza-Kultur

Sichelgott der Tirza-Kultur

Interessantes über die Theiß-Kultur:
Typisch sind Gefäße mit senkrechten Wänden und einer Bemalung (schwarz, rot und gelb) mit einem Flechtwerk aus Mäandermustern (Matten- oder Textilmuster). In der frühen Tisza-Kultur wurden Gefäße oft mit Pech bemalt und mit Strohhalmen in geometrischen Mustern beklebt die auch in Sachsen-Anhalt gefunden wurde. In der klassischen Tisza-Kultur kommen bereits unverzierte Gefäße mit glänzend polierter Oberfläche und vielen kleinen Knubben vor, die man auch auf der Kreisgrabenanlage Schalkenburg, Sachsen-Anhalt fand. Gegen Ende werden Ritzmuster insgesamt selten. Einzelne Häuser konnten 40–50 Gefäße enthalten, es fanden sich darin außerdem oft viereckige, mit Ton ausgekleidete Vorratsgruben für Getreide. Auch Kupfer war bereits bekannt, diente aber vor allem zur Herstellung von Schmuck. Ein Verbreitungsschwerpunkt dieser Kultur findet sich entlang von Marosch und Kreisch und südlich des Körös.(alles Nebenflüsse der Donau).
Die rechteckigen Häuser waren oft mehrteilig und wurden Wand an Wand gebaut. Einige Forscher sehen in diesen regelmäßig aufgebauten Siedlungen Anzeichen einer hierarchischen Gesellschaftsstruktur. Manche Häuser hatten Stampflehmwände, meist trugen jedoch Pfosten aus Spaltholz das Dach. An den Giebeln wurden Tierköpfe aus Lehm angebracht. Die Häuser waren von NW nach SO ausgerichtet und zwischen 7 bis 18 m lang, die Innenwände bemalt oder plastisch verziert. Ein Fußboden aus lehmbedeckten Brettern, Backöfen und Herdstellen gehörten zu jedem Haus. Einige größere Häuser, z. B. in Véstő, werden als Tempel gedeutet, das ist jedoch umstritten. Es wurden Einkorn, Emmer, Gerste und Flachs angebaut. Im oberen Theiß-Gebiet sind Rinder und Schweine die wichtigsten Haustiere, es folgen Schafe und Ziegen. Teilweise haben Siedlungen jedoch bis zu 60 % Wildtierknochen, vor allem Auerochse und Wildschwein. Dazu kommt Fischfang.
Die Theiß-Kultur kennt, wie die benachbarte Vinča-Kultur in Serbien und im Banat, Idolfiguren und Tonaltäre. Bikonische Gefäße mit Kegelhals und hohem durchbrochenem Standfuß dienten wahrscheinlich ebenfalls kultischen Zwecken. Die bekannteste Tonfigur ist der sogenannte Sichelgott aus Szegvár-Tűzköves. Es handelt sich um eine sitzende Figur unbestimmten Geschlechts, die vielleicht eine Maske trägt. Eine ähnliche Figur stammt aus Öcsöd-Kováshalom. Bekannt sind auch Hohlkeramiken mit Applikationen wie die drei Figuren der Venus von Kökénydomb. Selten sind menschliche Figuren aus Marmor oder Bergkristall.
 

Das Rad

Megalith-Bauwerke in Europa

alle Megalith-Bauwerke in Europa

Etwa zeitgleich mit der Vermischung der Traditionen kam man bei den Trichterbechern auf die Erfindung des Rades, womit sich die Megalithsteine weitaus bequemer transportieren ließen.

Als ältester indirekter Nachweis von Wagenrädern gilt eine Fahrspur die auf ca. 3500 BC datiert ist und in einem Hünenbett bei Flintbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) entdeckt wurde und direkt auf eine Megalithanlage zuläuft.
Wagendarstellungen stammen auch Bronocice (Südpolen) die auf 3635-3370 BC datiert, die ebenso der Trichterbecherkultur (Ostgruppe) zugeordnet wird. Auch im Bereich der Badener Kultur werden Tonmodelle von Wagen gefunden. Unter den ältesten Tonmodellen sind vorwiegend zweiachsige Handes-Karren zu finden. Vierachsige Karren sind allein durch ihre Masse in der Lage schwere Lasten zu befördern und daher wohl die Schwertransporter des späten Neolithikum bzw. der frühen Bronzezeit. Der anschliessende Bauboom und der Luxus von Einzelgräbern sind ein deutliches Signal für technischen Fortschritt der mit der Verbreitung des Rinderwagens als Lasttransporter einher geht. Auch in der Vučedol-Kultur tauchen nun Rinderwagen als Tonmodelle auf.
Da die adriatische Kultur die gesamte Adria befährt, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis sich dieses Wissen den Weg nach Griechenland findet.

Interessanterweise wird das altgriechische Kyllos (zu deutsch „Kuller“) auch mit „lahm“ übersetzt. Das zeigt schon was man darüber dachte. Von einem schnellen Streitwagen war man damals noch meilenweit entfernt. Es sollte noch tausend Jahre dauern, bis jemand den Streitwagen erfand, wofür eine Steppe sicher besser geeignet ist.
Doch mit dem Rad war man nun auch im Stande Transporte schwerer Lasten über den unebenen europäischen Boden mit weitaus weniger Arbeitsaufwand zu bewerkstelligen. Diese Wagen sind entsprechend schwer und klobig, verlangen jedoch eine Weiterentwicklung der Holzbearbeitung um entsprechende Räder herzustellen. Damit wurde der Rinderwagen zum Statussymbol und war demnach ein würdiges Opfer an die Vorfahren. 1000 Jahre später transportierte man in Ägypten immer noch gigantische Quader mit Schlitten.

Darstellung eines mesopotamischen Wagens aus Ur zur Zeit der 1. Dynastie

Darstellung eines mesopotamischen Wagens aus Ur zur Zeit der 1. Dynastie

Der erste „Kriegseinsatz“ eines Wagens ist auf der Standarte von Ur, Mesopotamien um etwa 2350 BC bis etwa 2000 BC dokumentiert. (Die hohe Datierung halte ich für ausgeschlossen.) Dort wurde er als Truppentransporter für Soldaten eingesetzt. Man fuhr sie zum Schlachtfeld, damit sie ausgeruht kämpften. Ansonsten dürften diese Wagen eher für Prozessionen und Machtdemonstrationen benutzt worden sein. Die Standarte zeigt Pferdeartige als Zugtiere, aber es dürfte sich um asiatische Onager, eine Art Wildesel handeln. Mehr dazu kann man auf der Seite „das Rad“ nachlesen.
 
Man nimmt heute an das man Rinder schon seit ca. 4000 BC in Nordeuropa vor dem Pflug spannte und schliesslich jemand auf die Idee eines Rades kam. Eine drehbare Tonscheibe brauchte man offensichtlich nicht dazu. Womöglich ist die drehbare Tonscheibe erst durch das massive Rad entstanden, indem schlichtweg ein Karren umkippte. Damit hat man ein Antriebsrad und eine drehbare Arbeitsfläche. Entsprechend auf die Körpermaße angepasst ist das bereits eine Fußtöpferscheibe (engl. Potter’s wheel). Diese tauchte ab 3129 BC in Ur, Mesopotamiens und an 3000 BC überall auf. Der ägyptische Gott Chnum (auch Khnum, Sohn der Nun, Schutzgott von Cheops alias Chnum-Khufwy) soll z.B. den ersten Menschen auf einer Töpferscheibe geformt haben, weshalb er auch als „göttlicher Töpfer“ bezeichnet wird. Zuvor war aber schon seit 4500 BC gedrehte Keramik auf einem per Hand gedrehtem Rad (Tournettes oder slow wheels genannt) bekannt und in Valeni und Ghelăiesti, Rumänien nachgewiesen.
Interessant ist jedoch ein Spinnwirtel als Ideenspender für das Rad. Der war im 4. Jahrtausend Bestandteil aller Haushalte. Ein leerer Spinnwirtel ist praktisch schon eine halbe Achse mit Rad.
 
Der Transport von Megalithen erfolgte wohl bereits per Rinderkarren

Der Transport von Megalithen erfolgte wohl bereits per Rinderkarren

Eine interessante Ausführung zum Rad gibt es hier.

Eine kleine Schweinerei
Ein weiterer Prozess der während dieser Zeit stattfand war die Schweinezucht. Obwohl die Farmer mit Schweinen aus dem Orient einwanderten, kreuzten sie auch europäische Wildschweine ein. So entstand eine europäische Hausschweinpopulation die sich von der orientalischen Hausschweinpopulation deutlich unterschied. Ab 3900 BC verdrängte dieses europäische Hausschwein parallel zur Genetik der Trichterbecher und zur Indogermanisierung die orientalischen Schweine in ganz Europa. Und schliesslich wanderte es um ca. 1600 BC auch in den Orient ein und ersetzt die lokale Hausschweinrasse bis 700 BC in Armenien komplett. Der erste Nachweis europäischer Schweine ist auf (~ 1,600-1,440 v. Chr.) zuerst in Bademağacı (Südwest-Anatolien) und dann in Lidar Höyük (Südost-Anatolien) datierbar. Als mutmassliche Importeure kommen wohl die Minoer/Mykener und/oder Seehandel/Kaukasus-Handel mit Donaukulturen/Schwarzmeerkulturen in Frage. Man schätzt das diese Schweine nicht vor 2000 BC im Orient auftauchten. Die Population des Orientalischen und Europäischen Hausschweins überschneiden sich am östl. Kaukasus sowie im nördlichen Iran und Irak, fehlt aber in Georgien/Kolchis, sodaß der Import wohl nicht über den Kaukasus stattfand. Ab 1200 BC wird eine Zunahme europäischer Schweine beobachtet. Offenbar schätzte der Orient schon damals die Europäischen Schweinerippchen. Orientalische Schweine hielten sich dagegen insbesondere in semitischen Gebieten in Südarabien wesentlich länger.
 

Die Zeitrechnung des Alten Europa

Die im Jahr 2005 rekonstruierte Anlage von Goseck (erbaut um 4800 BC) gilt als das älteste bekannte Sonnenobservatorium der Welt.
Die Orientierung der Achsen folgte weder den Äquinoktien noch den Solstitien, sondern den alten Anfangs- und Endterminen der Jahreszeiten: 2. Februar, 1. Mai, 1. November und 21. Dezember.
Das Nordwesttor mit Azimut 217 bis 228 Grad fällt dabei genau auf den Sonnenuntergang der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Sollte dieser frühe steinzeitliche Kalender Allgemeingültigkeit besessen haben, so wäre er hiermit bereits für das 5. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen. Auch der Boitiner Steintanz (3 Steinkreise) in Mecklenburg-Vorpommern folgt mit 133°11’29 dem Sonnenaufgang der Wintersonnenwende, dem vermuteten Neujahrsanfang und stammt vermutlich aus der mittleren Bronzezeit. Die 28 Tage des Monats zählte man im „Großen Steintanz“. Die 13 Monate (=Mondumläufe) des Jahres wurden an den 13 Steinen des „Kleinen Steintanzes“ vermerkt. Ein zusätzlicher Stein außerhalb der Kreise zählte den 365 (der Neujahrstag). (28 Tage × 13 Monate + 1 Neujahrstag = 365Tage) In Skandinavien wurden diese als Thingplatz genutzt. Nach diesem alten grundlegenden astronomischen Kalender richten sich noch heute die Berechnung der Jahreszeiten in Großbritannien und Irland, während sie in Mitteleuropa und den USA nach dem modernen Kalender verschoben sind. So beginnt der Sommer in Deutschland erst zum Tag der Sommersonnenwende (21. Juni), während er in England bereits am 1. Mai beginnt und somit die Sonnenwende tatsächlich auf die Mitte des Sommers fällt. Ein Relikt dieser älteren Vorstellung ist uns noch in der Bezeichnung des Mittsommernacht-Tages am 21. Juni erhalten geblieben, der von der modernen kalendarischen Vorstellung abweicht, wonach das Jahr genau am 31. Juli geteilt ist und dieses Datum heute eher als die Mitte des Hochsommers angesehen wird.
Wir haben also in den Kreisgraben-Anlagen mind. 2 Kalenderdaten versteckt die mit großer Sicherheit auf alteuropäische Traditionen zurück gehen.
So wurden auch in der um 4800 v. Chr. erbauten Kreisgrabenanlage in Goseck (Sachsen-Anhalt) Unterbrechungen im Palisaden zaun nachgewiesen, die als sogenannte „Zeitmarken“ die Termine der beiden Sonnwenden (21. Juni Mittsommer) im Sommer und Winter (21. Dez) bestimmbar machten. Dem Datum 29. April (1. Mai) wurde das spätere Jahreszeitenfest „Beltaine/Walpurgisnacht “ zugewiesen.
Für die Zeitmarke am 9. April fanden bisher keine Erklärung.
Offenbar wurde in der Bronzezeit das Frühlingsäquinoktium (exakter Zeitpunkt des Frühlingsanfangs zur Tagundnachtgleiche um den 20. März) im Sternbild Stier anhand der Pleiaden bestimmt. Demnach begann das Jahr in der Bronzezeit, wenn die Sonne im Frühlingsäquinoktium (vernal equinox) den Pleiaden im Stier am Nächsten waren. Die größte Nähe wurde im 23. Jhd. v. Chr. erreicht. Dies stimmt exakt mit der Abbildung des Mitras-Kult der den „Himmelsstier“ erlegt.
Sein Zwilling Varuna beherrschte vermutlich das Herbstsäquinoktium was heute in der Waage steht.
Zuvor wurde das Jahr durch den Weg des Mondes anhand von 17 oder 18 Sternen bestimmt. Heute ist der der Frühlingsanfang im Sternbild Widder und wird daher als Widderpunkt bezeichnet.
Insgesamt sieht es so aus, als seien die späteren Kreisgrabenanlagenbauer auch die Nachfahren der Erbauer am Göbekli Tepe.
Sowohl die mtDNA als auch die yDNA der Linearbandkeramiker war auf jeden Fall zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
http://www.youtube.com/watch?v=F5dU6czAasE
Eine schöne Übersicht über alteuropäische Zeitrechnung gibt es hier.
 
Ausbreitung der TRB nach Skandinavien von Rowley-Conwy (2011)

Ausbreitung der TRB nach Skandinavien von Rowley-Conwy (2011)

Europa auf dem Weg in die Bronzezeit
Die Träger der Trichterbecherkultur sind zwar nicht die ersten Megalithbauer, aber dafür langfristig jene die sich durchsetzten. Das bestätigt auch die Genetik. Und weil alle irgendwie Deutschland von Ost und West, Süd und Nord beeinflusst haben, entwickelten sich in der deutschen Tiefebene eine hochinnovative Kultur – die Trichterbecher. Sie erfanden (oder übernahmen) den Pflug und erfanden das Rad, womit sich auch die gigantischen Steine viel besser transportieren liessen. Damit bauten sie schneller, effektiver und abwechslungsreicher als die benachbarten alteuropäischen Franzosen.

Die Trichterbecher bauten nach Schätzungen fast 30.000 Hünengräber. Schätzungen über den gesamten Bauaufwand einschliesslich Langgräber gehen in schwindelerregenden Höhen.

Über 7.000 Großsteingräber sind in Dänemark bekannt, von denen etwa 2.800 erhalten sind (in Westdeutschland sind es etwa 900 von ursprünglich mind. 5600). Allein in Mecklenburg Vorpommern hat bereits Ewald Schuldt 1972 über 1100 Megalithanlagen aller Art aufgespürt, aktuell sind es 1.193.

In der Spätphase geht die Trichterbecherkultur in eine Einzelgrabkultur über. Schliesslich stellten sie fest, das Holz viel effektiver ist und einfacher zu transportieren, also wechselten sie von Stein zu Holz, was ihre Affinität zur Axt deutlich zum Ausdruck bringt.

Damit überholen sie schliesslich auch die fortgeschrittene Vinca-Kultur.

Deren Symbolzeichen-Tradition wandert nach der These von Haarmann über die Minoer nach Anatolien und wird schliesslich von den orientalischen Völkern zur Schrift entwickelt.

Erste Indogermanische Tochterkulturen sind insbesondere die Kugelamphorenkultur, die Schnurkeramiker, die Baden-Boleraz-Kultur und der nordische Kreis, die sich mehr oder weniger bis zur Wolga und den Karpaten ausbreiten, die ihrerseits den späten Jamnaja-Horizont (Katacombengrabkultur, 2500–2000 BC) von Norden her beeinflussen, während der „Kurganhorizont“ auch von Westen her durch Cernadova III und Kugelamphorenkultur beeinflusst wird, bis der gesamte Jamnaja-Horizont schliesslich indogermanisiert ist.

Ab 1600 BC entsteht im „Sarmatischen Siedlungsraum“ aus den indogermanischen Schnurkeramikern/Kugelamphoren-Kulturen und der ebenfalls indogermanisierten Hügelgräber-Kultur. Es ist anzunehmen, das diese noch kein Indoiranisch, sondern ausschliesslich indogermanisch (quasi indoeuropäisch) sprachen, sehr wahrscheinlich mit etwas ugrischem Einfluss, wodurch das Finno-ugrisch entsteht.

Populationsgenetische DNA-Analysen belegten von der späten Kupfer – bis zur mittleren Bronzezeit eine stetig zunehmende genetische Distanz zwischen jenen Kulturen. Zwischen Kupferzeit und Katakombengrab-Kultur ist die genetische Distanz am größten. Hier sind die Unterschiede wesentlich ausgeprägter als zwischen frühen kupferzeitlichen Kulturen und der Jamnaja-Population.
Dieser populationsgenetische Wandel könnte ein Hinweis auf Diskontinuität bzw. Bevölkerungswechsel durch Migration sein. Eine von archäologischer Seite vermutete Einwanderung aus östlichen Steppengebieten hat aber zumindest auf weiblicher Seite kaum stattgefunden: Für Zentralasien typische DNA-Linien kommen in den unter suchten Populationen am Pontus nicht vor.
Trotz der genetischen Differenzen innerhalb der untersuchten Gruppen handelt es sich bei ihnen um Populationen, die zweifelsfrei als europäisch zu bezeichnen sind. DNA-Marker mit bekanntem Phänotyp deuten auf eine Kontinuität zwischen dem nordpontischen Raum des 4. /3. Jt. v. Chr. und heutigen Europäern hin. Neuer Blick auf alte Kulturen
Die frühe Datierung in Deutschland und die spätere Datierung in Polen macht es nahezu unwahrscheinlich das Slawen und Balten eine "autonome Entwicklung" durchlebt haben, die die Quelle der Slawen und Balten ist, vielmehr gehörten sie wohl immer  schon zu den in Nordeuropa/Deutschland lebenden Gruppen.

Auch wenn das Slawen und Balten es gern so hätten und auf jeder Karte angebliche Slawen-Gebiete drauf gemalt werden, so ist es doch völliger Quatsch, denn diese Proto-Slawen gab es schlichtweg nicht. Sie sind eine national inspiriertes Wunschdenken. Germanen sind halt gerade nicht sonderlich beliebt.

Erfindungen wie Angloskandinavier, Westslawen oder Frankokelten sind völliger Quatsch und zeigen nur das diese Leute die Geschichte nicht akzeptieren können, wie sie nunmal war. Sie versuchen die Geschichte umschreiben.
Mit diesen blödsinnigen Bezeichnungen waschen sie sich von den „bösen“ Germanen rein. Sie wollen lieber was anderes sein. Doch selbst unter den Merowingern gab es keine keltischen Adelsträger mehr, sondern es war ein romanisches Völkergemisch das von Franken regiert wurde. Die Kultur der Festlandkelten war hier schon längst von den Römern beseitigt worden. Französisch entstand daher auch aus vulgär-lateinisch mit einem ordentlichen Schuß fränkisch, gotisch, allemannisch ein bisschen alanisch usw. im Zuge eines germanischen Reiches in römischer Tradition. Deswegen sprach man dort vulgär-latein und nicht germanisch.
Genetisch gesehen stammen die in Europa beheimateten Slawen immer aus dem Umfeld der Trichterbecher oder ihrer Nachfolgerkulturen, daher haben sie bis zur Slawischen Zeit einen Hang zur Bauweise in runden Formen, während man zeitgleich im Westen nach römischer Tradition eckige Burgen baut, die aus der Tradition der Kastelle entstanden. Während die osteuropäischen runden Burgen aus der Tradition der Handelskontrollen stammte. Offenbar hat auch die eckig oder rund-Bauweise eine lange Tradition, insbesondere im östlichen Teil Europas.

All den vermuteten Urheimat-Regionen der Indogermanen fehlt der eindeutige Anlass der die 
Entstehung einer völlig neuen Sprache auslöst, eine Jahrtausendelange archäologische Kontinuität, 
die Gelegenheit Europa vollständig zu indogermanisieren und die Breitenwirkung.

Der Anlass ist die Entstehung der Trichterbecher um 4300 bis 3000 BC als Produkt der Vereinigung der nördlichen Jäger
mit den Südlichen Ackerbauen.  Die Kontinuität der Besiedlung ist im germanischen Siedlungsgebiet archäologisch 
seit etwa 7000 Jahren nachweisbar, d.h. sowohl die nördl. Jäger als auch die südl. Ackerbauern waren vor etwa 7000 
Jahren angekommen. Bis sich einige von ihnen mischten, dauerte es nochmal 1000 Jahre. 
Die Gelegenheit hatten schon die Schnurkeramiker zusammen mit der Kugelamphoren-Kultur. Die Badener Kultur
erweiterte diese Spektrum nochmal.
Sie sind zweifellos eine gigantische Flächenkultur aus denen die verschiedenen lokalen Kulturen entstanden.
Nehmen wir noch die Baden-Boleraz dazu, ist das halb Europa. Der Rest übernahm einfach die Lingua Franca. 
Na wenn das keine Gelegenheit ist?
Die Westverbreitung ist heute ausgestorben. Ostanatolien wurde von Indoiranern des Kaukasus, Westanatolien 
von Minoern, später mykenischen Griechen über die Ägais indogermanisiert und wo sie sich trafen, 
lebten bereits die Hatti. Kontakte sind bereits ab ca. 2800-2500 BC nachweisbar, u.a. Pitoi-Bestattungen, aber auch
Steinkistengräber und Buckelkeramik sind Beispiele für Kontakte.
Zeitgleich taucht erst in Ebla, Nagar, dann Mari und Akkad eine neue Sprache auf und erobert die Sumerische Kultur.
Urgriechisch hat eine seltene Gemeinsamkeiten mit Indoiranisch. Darauf basiert die Theorie einer 
Gräko-iranischen Ursprache. Spätere Vermischungen zwischen Griechisch und Indoiranisch gab es jedoch auch 
bei den Skythen am schwarzen Meer.
Assyrische Zuwanderer gründeten im 17. Jhd. v. Chr. die Hethitische Kultur. Hethiter (Hyksos) beeinflussten Ägypten.
Die Breitenwirkung ist nahezu unglaublich, rund eine halbe Mrd. Menschen spricht germanisch, 
also englisch oder deutsch. Von 7 Mrd. Menschen sprechen rund 1,2 Mrd. Menschen indogermanisch. 
Unter den Top12 sind 7 indogermanische Sprachen. 
Deutsch und Englisch exportieren nicht nur Sprache, sondern auch Kultur, Kunst, Lyrik, Musik. 
Das Land der Dichter und Denker ist eigentlich nicht nur Deutschland, es ist der ganze Bereich der 
germanischen Sprachgebiete egal ob Niederländer, Wikinger oder Angelsachse.
Die Besiedlungsdichte ist in Deutschland, Benelux-Länder und England am dichtesten. 
Das ist wahrlich eine Breitenwirkung die dem Indogermanisch voll gerecht wird. 
(Die größten Völker sind zwar in China, Indien und Indonesien, aber die sprechen nicht alle eine Sprache und 
sie gehören auch nicht alle einer Sprachfamilie an. Insofern ist ihre Breitenwirkung kleiner.)

Die Buchstaben beruhen auf die Machtlegitimation des Frankenreiches durch die römisch-katholischen Kirche 
(Westrom). Bis zur "Abschaffung der Germanen" durch die römischen Kirchen verstanden sich Slawen als Germanen.
Slawisch beruht auf eine Ostgermanische frühe Sprachstufe, ebenso baltisch mit erheblich finno-ugrischem und/oder 
bolgarischem Einfluss. Die Buchstaben beruhen auf die Machtlegitimation des Bulgarenreiches und der Kiever Rus 
mit der Verbreitung der russisch orthodoxen Kirche basierend auf die byzantinisch orthodoxe Kirche (Oströmische 
Kirche).

Die Erben der Kreisgrabenidee

Die Forschung behandelt den Westeuropäischen Raum als Germania Romana (Frankenreich und Romanische Sprachen) und den osteuropäischen Raum als Germania Slavica (Kiever Rus, Awaren, Skythen). Germania Libera bezieht sich auf den Deutschen Raum (Sachsen, Langobarden, Bajuwaren).

Slawen
Slawen waren wie Wikinger Völker mit eigenem Dialekt ausserhalb der Römischen und Byzantinischen Kirche.
Ab dem 6. Jhd. schreiben die historischen Quellen von Barbaren-Siedler, die sie als Sclaveni, Venethi und Antes, oder griechisch Sclavenoi (Sclavenos) bezeichnen.
518 griffen die Anten erstmals selbstständig oströmisches Gebiet an, zuvor waren sie um 400 AD von Goten besiegt worden. Pentakova-Keramik entspricht der Route der  Anten die mit Goten durchmischt waren.
Die Anten wurden 545 zu Verbündeten Ostroms und erhielten die verlassene Stadt Turris an der Donau geschenkt. Seitdem gibt es da südslawische Keramik. 602 wurden sie von Awaren unterworfen.
Es folgten Auseinandersetzungen zwischen Anten und Sclaveni in den 540er (und wieder in den 580er) Jahren,
womit offensichtlich Bolgaren gemeint waren.

Das Ostgothische Reich kollabiert 545. Ab 558 wurden die Awaren Förderaten des byzantinischen Reiches. Auch Langobarden fliehen nach der Fränkischen Übernahme ins Awarenreich.
577 sollen 100,000 Sclavenoi in Illyrien und Thrakien von den Awaren gesiedelt haben, diese Information stimmt mit den Auftreten der Sclavenoi bei Jordanes überein. Möglicherweise interpretierte man hier die Bolgaren, die unter Khan Asparuch (auch Isperich, oder Ispor) 679 ein Khanat an der Donaumündung bildeten. Dazu kam das seine Brüder Khan Kuwer und Khan Alzek, wobei beide 635 erst zwischen Donau und Save als Vasall der Awaren siedelten, dann 680 Khan Kuwer in Bitula, Macedonien siedelte.
Khan Alzek wanderte nach Mittelitalien.
Konstantin II. erobert Sklavinia um 657-658, und machte Gefangene. Konstantine III. siedelte um 664-665 gefangene Slawen in Anatolien an. 5000 dieser Slawen schlossen sich 657 Abdulreman ibn Khalid und den Muslimen an. Konstantine VI. erobert 785 die Sclaviniae von Macedonien (‚Sclavenias penes Macedoniam‘).
Doch in Macedonien oder gar Anatolien gab es keine Frühslawische Keramik, sodas hier ein Volk besiegt wurde, das offensichtlich nicht slawisch war. Lediglich im Westbulgarischem Reich des Asparuch kann man nördlich der Donau slawische Keramik der Anten finden.

Offensichtlich stammen die Keramik produzierenden „Slawen“ von Germanen alá couleur ab, die um die Awaren herum siedelten.
Die Prager Keramik entspricht der Lausitzer Kultur in gewissen Formen, jedoch auf einen eher niedrigen Level handgemachter Keramik, wie sie Ungeübte anfertigen. Das deutet eher auf ein Wissensverlust der zeitgleich zur Pest (ab 542) wütet, was zugleich auch ein Argument für das Abwandern einstiger Teilnehmer der Gotenwanderung aus dem Bereich Ukraine spricht. Die nach dem Abzug der Goten gewissermaßen stammeslosen Familien bilden den Kern neuer Stämme wie den Ukranen, Obodriten & Co. Menschen die vom Schwarzen Meer mit einem im Fränkischem Reich längst vergessenem Germanisch angereichert mit fremdartigem Dialekt und tausenden von Schwarzmeer-Griechen, Dakern, Sarmaten, Skythen, Hunnen, Awaren und Bolgaren übernommenen fremden Lehnwortschatz, neuen Ritualen, Göttern und Religionen. Um 780 findet der Frankenkönig in den Obodriten Witzan einen geeigneten slawischen Warlord, den er als Vasallenherrscher über die Slawen aufbaut, ihn bei der Unterwerfung der Wilzen fördert und so zu den ersten Slawenfürsten macht.  Ab 795 unterwerfen sich auch die Awaren den Franken, während Franken mit den von Witzan unterworfenen Slawen gemeinsam gegen Sachsen Krieg führen. Bündnisangebote der Sachsen lehnten die Awaren 791 ab.

Es ist also anzunehmen das mit Sclaveni stammeslose Familien gemeint waren, Venethi waren wahrscheinlich Stammeslose die sich den Awaren in Pannonien (Venethien) anschlossen, womit sich der Begriff erstmal auf die beherrschten Gebiete der Bolgaren und Awaren beschränkt, während die Franken von Venedi (lateinisch für Wenden/Sorben, Westslawen) und Windische (Slowenen, Südslawen) sprechen.

Alles in allem beruht das Märchen von der Einwanderung der Slawen auf die Einwanderung der Sclaveni und Venethi die die Franken als Windische und Wenden später dann als Slawen bezeichneten.

Greek: Σκλάβήνοι – Sklábēnoi, Σκλαύηνοι – Sklaúenoi, or Σκλάβίνοι – Sklabinoi,
Latin: Sclaueni, Sclavi, Sclauini, or Sthlaueni
Franc: Venedi, Wenden

Die korrekte Ethymologie für Slawen stammt möglicherweise vom germanischen Slaswic bzw. dänisch Slesvic ab oder der Slawa ab, was der slawische Name der Saale ist, aber auch der Name eines Küstenstreifen in Hinterpommern westlich der Weichsel  wurde. Das wurde im Lateinischem zu Sclaveni  und vielleicht auch absichtlich als Stigmatisierung von stammeslosen Heiden benutzt.

Frühslawische Keramik ist ab der Vendel/Wikingerzeit also 700-1100 AD auch in Skandinavien, Bayern, den Alpen und Mecklenburg und ganz Nordeuropa zu finden, man identifiziert sie anhand der doppelkonischer Keramikform. Diese Keramik tritt überwiegend in Regionen auf in der Lausitzer Kulturen lebten. Also wenn das nicht Germanisch ist, was dann?
Ein slawische Urheimat ist am ehesten um Kiew auszumachen. Eine Einwanderungswelle von slawischen Stämmen ist dagegen nicht auszumachen, lediglich Wanderbewegungen kleinerer Gruppen, Familien oder Schicksalsgemeinschaften .
Awaren, Bolgaren und anderen Turkstämmen identifizierten sich selbst nicht als Slawen.
Slawen waren also immer Germanen, die unter dem Druck einer immer wieder aufflackernden Pest-Pandemie ab 542 als Familien zu wandern begannen und dabei auch in das entsiedelte Land ihrer Vorfahren zurück kehrten, das ihre Ahnen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen einst verlassen hatten. Und deshalb sind sie auch die Erben der Kreisgrabenideen und vieler anderer alter Traditionen.

Slawenburg Raddusch in der Lausitz bei Vetschau. Im 10. Jhd. von den Lausitzern erbaut.

Slawenburg Raddusch in der Lausitz bei Vetschau. Im 10. Jhd. von den Lausitzern (Lusizi) erbaut.

Modell einer Slawenburg von oben

Modell einer Slawenburg von oben, durch die Spiegelung wird der Effekt einer Sonnenuhr sichtbar

Wallburgen dieser Art finden sich überall u.a. in Duffus Castle, near Elgin, Moray, in Schottland, Echimauti in Moldavien vom Stamm der Tivertsy (Tiverzen alias Tervinger, Westgoten) aus dem 9-11 Jhd., in Motte, Frankreich, in Wortgarten bei Reitlingen im Elm Landkreis Wolfenbüttel, die Torsburg auf Gotland.
Die Zahl der in Europa erhaltenen Wallanlagen geht in die Tausende. Bisweilen liegen die Beispiele nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Häufig sind diese Zeugnisse der Vorgeschichte sogar der einheimischen Bevölkerung unbekannt. Die offizielle Bodendenkmalpflege betreibt bis heute eine Politik des „Versteckens“ dieser Denkmäler, in der Hoffnung, sie dadurch zu schützen. Im Englischen nennt man sie Hillfort.
Interessant ist, das diese Fluchtburgen durchaus noch dem Konstruktionsprinzip der Kreisgrabenanlagen ähneln und zudem auch als gigantische Sonnenuhr betrachtet werden können, zumal das Zentrum der Burg offensichtlich frei blieb. Der Schatten entspricht praktisch den Horizontbögen der Himmelsscheibe von Nebra. Zudem ist die Himmelsscheibe von der Aunjetitz-Kultur angefertigt worden, die auch die Vorfahren der Lusitzen sind und die haben u.a. auch die Kreisgrabenanlage Pömmelte betrieben. Knappe 250 km liegen zwischen dem Fundort der Scheibe, Pömmelte und der Slawenburg Raddusch, die allerdings nur eine der über 60 Burgen der Lusizen war. Dieser Burgentyp reicht zurück bis in die frühe Eisenzeit, angeblich sogar bis zur späten Bronze. Es wäre also durchaus möglich. Lusitzen, Ukranen und andere Slawenstämme sind zwar eingewandert, sind aber wohl nur die Nachfahren jener Germanen die in der Völkerwanderung auswanderten.
Zudem dürfte auch eine lokale Population sesshaft geblieben sein. Ähnliches passierte auch im Baltikum, wo sich Kuren und andere baltische Stämme eher als Heimkehrer der Völkerwanderung entpuppen, dem sich noch einige Sarmatische Stämme anschlossen. Auch hier liegt die Wikipedia mit ihrem angeblich ungestörten baltischem Raum falsch. Zwar liegt das Baltikum in einem abgelegenen Teil Europas war aber andererseits Kontaktzone zwischen der oberen Wolga und dem Ostsee-Handel.Interessant ist auch das genau ein solcher Burgentyp auch bei den Wikingern als Trelleborg (Trælleborg) bezeichnet wird, was durchaus vom Westlausitzer Droall, Drallerch oder drallern (thræl) abstammen kann und in etwa mit „Drall, sich um die eigene Achse drehen“ abstammen kann, und das ist ja durchaus zutreffend. Dazu kommt das die Wikingerburgen ca. 200 Jahre jünger sind. Die Slawenburg Raddusch ist von einem Graben umgeben der offenbar früher Anbindung an das Spreewälder Fluss-System hatte. Die nahe Umgebung wirkt wie ein trockengelegter Sumpf. Der Weg auf der Oberkante der Burg ist wenigstens 3 Meter breit. Offenbar haben die Wikinger die Baumeister aus Ostdeutschland z.b. bei ihrem Überfall auf Reric 808 importiert.
Die Trelleborg ist als Wikingerburg bekannt. Erbaut wurde sie um 980 auf einer Landzunge in einem weitgehend unzugänglichem Sumpfgebiet, das zudem noch durch einen See mit dem großen Belt verbunden war. Der See und das Sumpfgebiet sind längst verlandet, übrig sind noch zwei Flüsse, die das Gebiet der Trelleborg umfließen. Westlich der Burg vereinen sich die beiden Flüsse, die dann in den in etwa drei Kilometer entfernten Belt mündet. Das zeigt auch heute noch, dass zur Wikingerzeit die Trelleborg von der See aus mit dem Schiff erreichbar war. Zwar wurden sogenannte Wegsperren errichtet, um größeren Schiffen das Anlanden zu verwehren, für die kleineren Schiffe, wie Ferærðr bátr und Teinsæringr, dürfte die Zufahrt aber kein Problem gewesen sein.
Bei den umfangreichen Grabungen stellte man fest, dass die Trelleborg offensichtlich auf einem alten Opferplatz angelegt wurde. Es wurden mehrere brunnenartige Opfergruben gefunden, aus deren Inhalt man schließen kann, dass dort Opfer dargebracht wurden. Dass der Opferplatz älter ist als die große symmetrische Anlage der Burg, ergibt sich daraus, dass die Opfergruben mehrfach unter die Häuser der Burg greifen und zugeworfen wurden, bevor die Anlage errichtet wurde. Weiterhin fand man die Reste mehrerer kleiner, hufeisenförmiger Gebäude, die als „Wohnungen“ für die Götter interpretiert werden, sowie ein etwa 30m langes Wohnhaus, bei dem es sich um das Wohnhaus des Gode, der dem Tempel vorstand, gehandelt haben kann.
Der Durchmesser der Hauptburg beträgt 138m. Sie wird von einem Ringwall von 17,5m Breite und 6m Höhe umschlossen. Die beiden durch die Burg verlaufenden Straßen waren mit Holzplanken gepflastert. Diese beiden Hauptachsen, die Nord-Süd- und die West-Ost-Straße, teilten den Burgplatz in vier gleiche Teile. In jedem dieser Viertel standen vier Langhäuser, die in vier Quadrate um einen Innenhof zusammengefasst waren. Die Häuser waren 29,4 m lang und waren in der typischen Schiffform erbaut. Die Aufteilung war dreigeteilt in eine große Mittelhalle (18 x 8 m) und in zwei kleinere Räume an den Giebelseiten. Jedes Haus hatte 4 Eingänge, an den beiden Giebel- bzw. Längsseiten jeweils einen, die mit Windfängen geschützt waren. Bei einigen der Häuser wurden unter den Giebelräumen Keller gefunden, die als Vorratsräume. Abfallgruben oder auch als Keller für Gefangene dienten. Die Trelleborg bot für ca. 1300 Menschen Platz. Die Trelleborg hängt offenbar mit Harald Blauzahn zusammen. Der Jellingstein errichtet um 965 in Jütland sagt:
„König Harald ließ dieses Denkmal errichten für Gorm, seinen Vater und Thyra, seine Mutter, der Harald der ganz Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte“ . Während der frühen Wikingerzeit waren Haithabu, Liubice und Dankirke/Ribe,Truso und Reric , Gudme auf Fünen, Sorte Muld auf Bornholm, Åhus und Uppåkra bei Lund und Helgö und Maletofta in Schweden, sowie Zentren auf Öland und Gotland (z.B. Fröjel und Paviken) bedeutende Handelsplätze. Kaufleute aus Reric wurden in Haithabu um 808 von Göttric (Gudfred, 804-810 der Herrscher von Haithabu, Westerfold, Hedeland, Värmland, Hedemarken und Westmare und Sohn von Halfdan den Milden von Westerfold) alias Guðröðr veiðikonungr angesiedelt.
Guðröðr veiðikonungr wird als Sagenkönig im Hversu Noregr byggðist , der Ynglinga saga , der Historia Norwegiæ , dem Íslendingabók, demYnglingatal und Beowulf aufgeführt. Der ebenfalls im Beowulf genannte Eberhelm dürfte auf Røgnvald Eysteinsson zurück gehen, dessen Sohn die Okneys regierte. Weitere Vendelhelme mit Eber sind auf Platten am Sutton Hoo-Helm (von Rædwald dem Wuffinger) und Torslund sowie auf den Pioneer Helm aus Northamptonshire und dem Benty-Grange-Helm in Yorkshire gefunden worden.
Auch das erste Hammaburg eine fränkische Niederungsburg von 831/32 das wohl an der Ostsee lag, wurde 845 Ziel von Wikingerangriffen über die Elbe. Ansgar nahm unter dem Schutz des Dänenkönigs Horik I., dem es gelungen war, das Land zu vereinen, seine Missionstätigkeit in Schleswig auf. Die Wikinger fanden das wohl nicht so gut und wollten sich an Ansgar rächen und das Erzbistum Hamburg erstmal platt machten. Zeitgleich wurde der Missionar Gauzbert, aus Schweden vertrieben.

Die Regionen Osteuropas wurden während der Bronzezeit zumeisst noch von Waldkulturen, Ugrischen Völkern und Nachzüglern der Linearbandkeramiker bewohnt. All diese Kulturen werden nach und nach durch moderne Nachkommen der Schnurkeramiker und Kugelamphorenkulten und weiteren Expansionen der nachfolgenden Kulturen früher oder später assimiliert und vollständig ersetzt. Damit wurde nicht nur die ugrische und/oder kaukasische Expansion in der frühen Bronzezeit westlich der Wolga gestoppt, sondern diese Völker zogen sich auch wieder aus der Wolgaregion zurück. Die ugrischen Völker wurden schliesslich zu Rentierzüchter, wobei hier die am Ob lebenden Nenzen überraschenderweise die Nachkommen dieser Wolga-Ugrier sind.

Ebenso auffällig ist die Übernahme alter Techniken der Trichterbecher durch die Glockenbecher-Kultur, 
z.b. Wagengräber, Kreisanlagenbau, Dolmenbau, Meandermuster, Totemsymbolik usw... 
Glockenbecher sind also keinesfalls die Erfinder, aber ihre größten Fans. Sie entwickeln in der Bronzezeit 
eine zweite Blüte dieser Tradition was zum Ausbau zahlreicher Anlagen führte, die insbesondere in der 
Urnenfelderzeit bis hin zur Eisenzeit auch in Hallstatt nochmal eine kleinere dritte Blüte erlebte. Die Kelten
fanden daran wohl auch Gefallen, genau wie die heutigen Europäer.
Rekonstruktion von Arkaim, im Land der Städte, ca. 1700 BC von der Andronovo Kultur errichtet

Rekonstruktion von Arkaim, im Land der Städte, ca. 1700 BC von der Andronovo Kultur errichtet

Geht man weiter in den Osten findet man einige Gebilde die entfernt durchaus noch an die Kreisanlagentechnik erinnern. Am berühmtesten ist da wohl Arkaim, das „Land der Städte„, was wohl eine leichte Übertreibung begeisterter Archäologen ist. Diese wird der Sintashta-Petrovka Kultur (2100-1800 BC zum Andronovo Horizont reichend) um etwa 1500-1700 BC zugeschrieben. Der Sintashta Kultur ging die Poltavka-Kultur (2700-2100 v. Chr.) der mittleren Wolga vorraus, die auch der prä-sarmatischen indogermanischen Srubna-Kultur (Balkengrab-Kultur, 2000-1200 BC) der Hügelgräber-Baumeister vorraus ging, die ihrerseits aus der Schnurkeramik hervor ging. Alle drei Kulturen erbauten Hügelgräber bzw. Kurgane.

Während dieser Zeit gab es auch Wechselwirkungen mit der Dolmen errichtenden Maikop-Kultur im Ural. Kurgane der Andronov-Kultur zeigen neben asiatischem Einfluss auch die yDNA Genetik der Schnurkeramiker (in den Kurganen von Solenoozernaïa und Oust-Abakansty ca. 1800-1400 BC nachgewiesen) und gelten allgemein als Station der Indoarier auf dem Weg nach Indien. Interessant ist auch das in der Sintasha-Kultur die ersten Streitwagen um etwa 2.000 BC in Gräbern gefunden wurden, wobei die ersten Räder ja aus Nordeuropa stammen. Nur sind diese in der Sintasha Kultur keine groben Scheibenräder mehr, sondern weiterentwickelte Speichenräder. Diese Wagentypen sind wesentlich leichter als die Pferdewagen in den Kurganen am Pontus. Dabei ist zu bedenken, das Tragtiere in der Steppe weitaus besser aufgehoben sind und das gerade im Umkreis des Ural eine Vielfalt verschiedenster Schlittenformen erfunden wurden, die um Kraft zu sparen, von vornherein viel leichter waren, als die klobigen Kastenwagen Europas. Erst die Kombination des Wissens über Räder und Achsen sowie den lokalen leichteren Schlitten führte zu einem insgesamt viel leichteren wendigeren Wagen der schliesslich zum Steitwagen wurde. Die Vielfalt der verschiedenen Wagentypen muss also in dieser Region viel höher sein als in Europa, wobei die Reste in den Kurganen sicherlich nur ein recht oberflächliches Bild einer Herrschaftlichen Schicht zeigen.

In den letzten Jahren wurden 33 solcher Siedlungen gefunden.

Koi Krylgan Kala (Russian: Кой-Крылган-Кала; Uzbekistan)

Koi Krylgan Kala (Russian: Кой-Крылган-Кала) in Uzbekistan, 400-300 BC

So z.b. in Koi Krylgan Kala in Usbekistan nahe dem Dorf Taza-Kel’timinar im Ellikqal’a District in Karakalpakstan. Dieser Rundbau am Amudarya wird zwischen 400-300 v. Chr. datiert und war bis zum 2. Jahrhundert offenbar besetzt. Beziehungen bestanden zur persischen Chorasmian-Dynastie. Es gehörte zur Satrap Chorasmian (altpersisch Uvârazmiya) des alten Achämenidenreiches zur Zeit von Darius I. In der Mitte stand ein zooastrischer Feuertempel und die Wände waren mit Weinszenen dekoriert. Nach 330 BC wurde es ein unabhängiges Königreich. Sein König Pharasmanes schloss einen Friedensvertrag mit Alexander dem Großen im Winter 328/327, der zahlreiche Griechen nach Asien führte, die insbesondere auch um Baktrien herum sesshaft wurden. Hier besiegte er ein Skythen-Heer am Jaxartes (Syrdarja). Die Schlacht fand in der Nähe von Chudschand in Tadschikistan statt. In der Nähe von Koi Krylgan Kala wurden auch Gräber der Seleukiden-Könige gefunden. Der russische Wissenschaftler Bistruschkin will hier eine astroarchäologische Architektur erkennen und sieht eine Verbindung zu acht weiteren Städten ähnlichen Typs die „Kalas“ genannt werden. Diese am rechten Ufer des Amudarja gelegen, winden sich spiralförmig in drei Kreisen um Koy-Krylgan-Kala. Daneben sieht er eine Verbindung zu Arkhaim. Ein Instrument zur Sternenbeobachtung das hier gefunden wurde, untermauert seiner Ansicht nach dessen Funktion. Das die Zooastriker dieser Gegend die Sternen beobachteten ist jedoch nichts Ungewöhnliches. Eine Verbindung mit Arkaim, dem Land der Städte in Samara, sehen wir hier zwar nicht, aber wer weiss das schon so genau. Immerhin liegen rund 1500 Jahre dazwischen. Eine derartige Weiterentwicklung wäre durchaus denkbar. Da man leider von Anfang an immer nur Kelten im Blickfeld hatte, dementsprechend alles östlich der Oder vorschnell zu Slawen erklärte, ohne das man prüfende Karten (wie sie massenweise für Westeuropa existieren) anfertigte, erklärte die Germanen kurzerhand zum keltisch/römischen Einflussgebiet. In Germanen und insbesondere in Ostgermanen sieht man schlicht Einwanderer aus dem Pontusgebiet und alles in allem nur ein rückständiger Haufen der offenbar erst durch Keltisch/Römische Intelligenz eine gewisse Existenzberechtigung bekommt, die man aber dank der Franken gleich wieder abschafft.

mirakulixAuf die selbe Weise wird der Rest einer angeblichen Pontus-Einwanderung als dumme Barbaren betrachtet. Auf etwa dieses Maß an Dummheit schneidert sich Westeuropa die Slawen und Germanen zurecht. Und dank des plündernden Brennus und der knapp 20.000 wandernden Galater die dem Orient den Segen der Druiden brachte, wobei sie regelmässig alle Schlachten verloren, vermehren sich die Galater während ihres rund 150 jährigen Intermezzos auf ähnlich wundersamer Weise wie die Westeuropäischen Kelten, nämlich dank Miraculix und seinen Fans.

Alesia hat es nie gegeben, der schmachvolle Zusammenbruch des gallischen Widerstandes unter Vercingetorix im Jahre 52 v. Chr. wird zum erfolgreichen Heldenkrieg einer kleinen verschworenen gallischen Dorfgemeinde umgewertet. Die nationale Schmach wird getilgt, indem man die Geschichte umschreibt und Germanen mit Nazis gleichsetzt. Statt Germanen zu bekämpfen sollte man seine Stimme lieber gegen kriegswillige Politiker, Waffenproduzenten und sonstige geldgierige machthungrige Politik einsetzen. Wir haben längst das Potential uns ganz aus der Geschichte der Erde zu bomben. Auffällig dabei ist, das jene die sich am lautesten als Verteidiger der Wahrheit produzieren, selbst die größten Verbrecher sind.


fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.
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Diskussionen

6 Gedanken zu “Die neolithischen Farmer

  1. Kropotkins Hauptwerk „Eroberung des Brotes“ dürfte dich evtl. auch interessieren! In Gegenseitige Hilfe geht es hauptsächlich um die Formen der Gegenseitigen Hilfe bei Tieren, Insekten, Vögeln, Säugetieren, Wilden, (Inuit, San) Barbaren (sibirische Völker, Tungusen, Jakuten, nordafrikanische Berber etc. wohin Kropotkin als Offizier vom Zaren auf eigenen Wunsch hin versetzt wurde, freie Dorfmarken der Germanen und Slawen im frühen Mittelalter, Hochmittelalter, freie Städte des Mittelalters, Hanse und die vielfältigen Selbstorganisierten Vereinigungen der jüngeren Vergangenheit, wie gesagt in den 1890ern geschrieben und einzelne Artikel wurden während seines Exils in England in der „Royal scientific society“ veröffentlicht, deren Mitgliedschaft man Kropotkin auch damals anbot, welche er jedoch dankend ablehnte aus politischen Gründen. xD
    Das Gesamtwerk wurde wohl 1904 erstmals veröffentlicht.

    Naja und Horst Stowassers „Freiheit Pur“ woraus ich den Catal Höyük Artikel entnommen habe, nur bei dem geht es mehr um die Geschichte der letzten paar Jahrhunderte und die Gegenwart, zur freien Verfügbarkeit bereits weiter oben in meinem ersten Kommentar verlinkt.

    Kleine Leseprobe:

    Eigentlich ist schon das Wort Demokratie eine Zumutung. ›Demokratie‹ heißt (zumindest was die Massen darunter heute glauben zu verstehen), ›Volksherrschaft‹. Herrscht irgendwo ›das Volk‹? Natürlich nicht, bestenfalls darf das Volk Menschen wählen, von denen es sich beherrschen läßt. Und selbst die bekommt es vorsortiert angeboten.
    Eine wirkliche Demokratie wäre, wenn das ganze Volk über das ganze Volk herrschte, also jeder Mensch jedem anderen genausoviel zu sagen hätte, wie er sich von anderen zu sagen lassen hat. Das ist entweder Unsinn oder das Ende der Herrschaft von Menschen über Menschen. Denn wenn jeder jeden ›beherrscht‹, ist das genau dasselbe, wie wenn niemand herrscht. Da Menschen aber unterschiedliche Meinungen haben, kann solch eine Demokratie in einem Staat nicht funktionieren, es sei denn, eine Meinung setzte sich durch und unterdrückte viele andere. Genau das aber ist in unseren ›Demokratien‹ der Fall. Der Unterschied zwischen Diktaturen und Demokratien besteht genau besehen darin, daß in ersteren eine Minderheit die Mehrheit und in letzteren eine Mehrheit zahlreiche Minderheiten unterdrückt. Beides aber ist eine Herrschaft einiger über viele, also eine Oligarchie und keine Demokratie – auch, wenn sich die Herrschenden ihre Herrschaft von einer Mehrheit legitimieren lassen.

    Weil aber Menschen verschiedene Meinungen haben, die sich eben nicht in einer Gesellschaft unter einen Hut bringen lassen, ist Demokratie – die Herrschaft aller über alle – entweder nur in kleineren Gruppen möglich oder gar nicht. Ein Netz kleiner Gruppen, eine Föderation verschiedener Gesellschaften aber ist nichts anderes als Anarchie. Wirkliche Demokratie ist also entweder an-archisch oder unsinnig. Nun wissen wir ja alle, daß man bei uns unter ›Demokratie‹ etwas ganz anderes versteht, nämlich das parlamentarische System. Die meisten Menschen halten es für das beste aller Systeme. Zugegeben, es gibt schlechtere. Aber hier geht es nicht um die Frage, wie viele Menschen sich in der ›parlamentarischen Demokratie‹ ziemlich wohl fühlen weil nichts besseres zur Hand ist, sondern darum, ob der Parlamentarismus überhaupt eine Demokratie ist. Natürlich gibt es auch hier einen Herrscher – statt des Königs, Kaisers oder Diktators eben einen Präsidenten, Kanzler oder Premierminister. Sie alle – die ›Diktatoren‹ wie die ›Demokraten‹ – sind Repräsentanten jener grundlegenden staatlich wirtschaftlichen Interessen, die wir bereits betrachtet haben. Deshalb macht es für Anarchisten keinen Unterschied, ob sie diesen oder jenen wählen oder ob sie überhaupt wählen, denn ihrer Meinung nach unterscheiden sie sich nur in ziemlich unwesentlichen Punkten. Im wesentlichen, in ihrer Einstellung zum Staat und dessen Interessen, sind sie sich gleich. Der Anarchismus geht davon aus, daß Staatlichkeit im Grunde immer anti-freiheitlich eingestellt sein muß. Durch die Verlockungen der ihr eigenen Hierarchie wird sie immer einen Repräsentanten finden, der ihre Interessen vertritt. Egal, ob ein bißchen linker oder rechter, Hauptsache, es geht nicht ans Eingemachte – und dafür sorgen Grundgesetz und ›parlamentarische Spielregeln‹. Schlußendlich ist es auch egal, ob gewählt wird oder nicht; aber gewählt ist im Zweifelsfalle besser, denn jede Unterdrückung legitimiert sich am liebsten dadurch, daß die Unterdrückten sich ihre Unterdrücker selbst ausgesucht haben: die Regierung. Die wahren Mächtigen bleiben dezent im Hintergrund.

    Aber haben wir eigentlich eine Wahl?

    Eine Wahl ist eine Entscheidung zwischen zwei oder mehreren Alternativen. Nehmen wir einmal an, Sie gingen in einen Supermarkt, in der Absicht, Schokolade zu kaufen und dort fänden Sie sich vor der Möglichkeit, zwischen einundzwanzig verschiedenen Waschmitteln ›wählen‹ zu dürfen – und sonst nichts. Sie könnten sicher eine ›Wahl‹ treffen, aber nicht das wählen, was Sie wollen. Es wäre keine Wahl zwischen wirklichen Alternativen. Natürlich kann man sagen, die Partei X ist ein wenig liberaler, sozialer und freiheitlicher als die Partei Y. Wenn aber das Ziel Freiheit ist, und Freiheit nur ohne Staat und Regierung geht, alle Parteien aber Staat und Regierung sind, so kann ich eben nicht das wählen, was ich will. Ich muß es schon selber herstellen, erreichen, aufbauen. Wenn ich ein Leben ohne Regierung will, ist es absurd, mir die Leute auszuwählen, die mich regieren sollen. Anarchisten sehen dies alles aus einer sehr radikalen Perspektive: Wenn ich Gefängnisinsasse bin und freikommen möchte – so argumentieren sie – werde ich diese Freiheit nicht erreichen, indem mir die Gefängnisverwaltung die Wahl des Wachpersonals ermöglicht. Da mag es zwar Wärter geben, die nicht prügeln und mir den Alltag erträglicher machen. Vielleicht ist es gut, wenn ich die wähle, dann geht es mir besser. Aber im Gefängnis sitze ich nach wie vor. Womöglich gewöhne ich mich sogar an den Knast, ebenso wie meine Mitgefangenen: wir lassen uns in das System einspannen, genießen kleine Verbesserungen und vergessen das Ziel. Am Ende beteiligen wir uns gar an einer Häftlingsselbstverwaltung und bewachen uns selbst.

    Ersetzt man die Begriffe ›Gefängnis‹ durch ›Kapitalismus‹ und ›Bewacher‹ durch ›Staat‹, so wird dieser Vergleich zum drastischen Gleichnis der jüngeren politischen Geschichte: Anarchisten haben seit jeher dafür plädiert, das Gefängnis niederzureißen und ein neues Leben zu beginnen. Kommunisten haben ein Loch in die Mauer gesprengt, sind ausgebrochen und haben an anderer Stelle ein noch größeres Gefängnis gebaut. Sozialdemokraten haben gemeint, man könne der Gefangenschaft auch entrinnen, indem man zunächst die netteren Bewacher wählt und sich dann selber wählen läßt. Heute sind sie ab und zu Gefängnisdirektoren und mühen sich nach Kräften, daß es den Insassen dann etwas besser geht. Betrachten wir statt des Zielbegriffs ›Freiheit‹ einmal das reale Problem der Umweltzerstörung, so wird die Absurdität parlamentarischer Wahlen noch augenfälliger: Stellen wir uns die Gesellschaft als einen Zug vor, der auf den Abgrund einer ökologischen Katastrophe zufährt. Ein Gleis zweigt rechts ab und führt direkt ins Verderben, die mittlere Schiene ist etwas länger, und der linke Abzweig fährt noch einen kleinen Umweg, landet am Ende aber auch im selben Loch. Wahlen zwischen diesen drei Weichenstellungen sind keine Wahlen zwischen wirklichen Alternativen. Die wirkliche Alternative wäre, eine neue Gleisanlage zu bauen. Dafür sind die Anarchisten und dafür waren vor nicht allzulanger Zeit auch noch die Grünen. Inzwischen haben sie sich für das linke Gleis entschieden, unter der Bedingung, während der Fahrt ein bißchen an der Bremse ziehen zu dürfen. So stellt sich den Libertären die Spielwiese der parlamentarischen Demokratie dar: sie läßt den Menschen die Illusion, etwas zu entscheiden, wo doch längst alles Wesentliche entschieden ist und von uns gar nicht entschieden werden darf. Genau das ist der Grund, warum sich Anarchisten in der Regel nicht an Wahlen beteiligen. Die meisten Menschen glauben an Wahlen oder meinen zumindest, die Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien seien Grund genug, wenigstens das kleinere Übel zu wählen. Die Frage aber bleibt, ob sie dabei wirklich wählen. Zum Beispiel den Bundeskanzler. Wählen wir ihn? Stellen wir die Kandidaten auf? Wir wählen allenfalls zwischen zwei längst gewählten Ähnlichkeiten. In Wahrheit hat kein einfacher Bürger einen tatsächlichen Einfluß auf das politische Geschehen seines Landes – das Vorrecht, das uns die parlamentarische Demokratie gewährt, ist, alle vier Jahre ein Kreuz auf einer Liste schon lange zuvor ausgewählter Menschen zu machen. Sind diese erst einmal gewählt, haben wir keinerlei Einfluß mehr auf ihr Handeln. Im Prinzip können sie machen, was ihnen beliebt. Viele Politiker scheren sich schon am Tag nach der Wahl nicht mehr um ihre Zusagen und den Willen ihrer Wähler. Das steht, etwas feiner ausgedrückt, auch im Grundgesetz: Politiker sind nur ihrem Gewissen verantwortlich.

    http://www.anarchismus.de/medien/freiheit-pur.pdf

    Verfasst von Michael Stateless Federat Blackshield | 04/03/2015, 8:58 AM
    • Ja da ist ne Menge dran. Danke das du es zitiert hast, das ist interessant. Aber ich glaube heute mach ich nichts mehr.
      Ich wünsch dir ein gutes Nächtle. Gruzi Vanalander

      Verfasst von Vanalander | 05/03/2015, 2:19 AM
  2. Vielen Dank für den überaus langen Kommentar dazu, der Kommentar zu Politik überrascht mich und ich kann dir nur nur größtenteils zustimmen. „Das Patriarchat ist eher eine spätere Erfindung der Religion in der die Matriarchin quasi zum rechtlosen Eigentum des Patriarchen degradiert wird.“ – das sehe ich doch ebenso, du missverstehst das Wort Matriarchat jedoch anscheinend? Matriarchat bedeutet eben nicht das „Frauen herrschen“, das steht bereits oben im Text!!!, sondern mit dem Begriff „Matriarchat“ bezeichnete Johann Jacob Bachofen im 19. Jh. Gesellschaften welche eben nicht patriarchal sondern matriarchal also egalitär organisiert sind. Heute versucht man feministische Beweggründe für den Begriff heran zu führen um diesen als „ad absurdum“ darzustellen, ein Matriarchat im Sinne eines FemDoms wie bei den Amazonen am Pontus hat es jedoch höchstwahrscheinlich niemals während dem Neolithikum gegeben, die Gesellschaften waren eben noch nicht differenziert, es herrschten keine Statusunterschiede, es gab offensichtlich noch keine Klassen, individuelle Unterschiede aufgrund besonderer Kenntnisse schließt das natürlich nicht aus, Schamanen, gute Jäger, große Männer aufgrund besonderen Wissens, Häuptlinge etc. gab es wohl bereits, das ist noch durchaus als rationale Autorität zu bezeichnen. Die Gentilstruktur ist für die gesamte Menschheit (das mag sich zwar jetzt übertrieben anhören, ist jedoch tatsächlich so) für die gesamte Menschheit ist die Gentilstruktur nachgewiesen, bevor es zu einer Staatenbildung kam, Quelle: Friedrich Engels „Über den Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ von 1884 – das Patriarchat und damit die gesellschaftliche Differenzierung war bereits zweifelsohne in der Bronzezeit in Europa verbreitet, das bestreite ich gar nicht, matriarchal war hingegen zuvor die Gens, also matrifokale Abstammung welche durch eine patrifokale Abstammung ersetzt wurde. (Engels) – Engels beschreibt in seinem Buch die irokesische Gens, die Gens der Griechen und Römer, die Gens bei den frühen Kelten und Deutschen und die heutigen Beweise. Nun bin ich selbst zwar sicherlich kein Marxist, Engels widerspricht in seinem Buch sogar Marx in einigen entscheidenden Punkten, was jeden Marxisten überraschen dürfte, ich halte dieses Buch von Engels jedoch beruhend auf Lewis Morgans Studien über die Gentilorganisation für ziemlich plausibel, schwerer Stoff doch durchaus interessant. Zu empfehlen wäre noch über die Gesellschaftsstrukturen indigener Kulturen die Bücher von Fürst Peter Kropotkin „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“ welches ein geniales Werk darstellt, mit zahllosen Belegen Kropotkins großteils aus seinen eigenen Studien in seinen zahlreichen Reisen durch Sibirien, ein Buch welches entschieden mehr Potential hat als sein recht langweiliger Titel versprechen mag. Sowie „Völker ohne Regierung“ von dem kanadischen Professor Harold Barclay und das in den letzten Jahren erschienene Buch von Prof.David Graeber: „Schulden – 5000 Jahre“ dort geht es in der ersten Hälfte ebenfalls um indigene Kulturen, später um die Bronze- und Eisenzeit. Außerdem ist Alfred Radcliffe-Brown zu empfehlen, der Archäologe James Mellaart und Naomi Hamilton welche Catal Höyük ausgruben etc. Auf eine Diskussion über Mutterrecht und Vaterrecht lass ich mich hier nicht weiter ein 😉 Viel interessanter ist da der Unterschied zwischen rationaler und irrationaler Autorität. „Das Matriarchat deshalb als Grundprinzip des Lebens hinzustellen, erscheint mir geradezu verwegen, denn zum Erfolg einer Sippe sind beide notwendig.“ Nichts anderes habe ich behauptet, der Artikel stammt von „mama anarchija“ – ich denke wenn man ihn liest, kann das auch gar nicht anders verstanden werden?

    „Die ursprünglichen Religionsansätze sahen immer eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau vor. Der Götterhimmel in Mesopotamien ist anfangs quasi wie eine Familie aufgebaut.“

    vollkommen richtig 🙂

    Eine segmentäre Gesellschaft, also eine Rang-Gessellschaft widerspricht in keinster Weise dem libertären Ethos, natürlich gibt es auch „Führer“ in an-archen Kulturen wie Prof. Harold Barclay dies in seinem Buch „Völker ohne Regierung“ treffend beschrieb.

    Im großen und ganzen bin ich positiv überrascht von deinem durchaus sehr klugem Kommentar, dem ich fast ganz zustimmen kann, Frauen und Männer sind natürlich unterschiedlich, schon allein genetisch und jeder Mensch ist individuell verschieden, Gleichberechtigung schließt individuelle Unterschiede nicht aus und führt natürlich noch nicht zur gesellschaftlichen Stratifizierung und sozialen Differenzierung.

    Nur in einem Punkt zu deinem Kommentar muss ich dir widersprechen: gegen homosexuelle habe ich nichts, je mehr umso besser, dann bleiben immerhin mehr Frauen für mich 😉 – kleiner Scherz am Rande.

    Habe gerade deinen Artikel über die Bronzezeit gelesen, da dürften wohl die meisten Missverständnisse zwischen unserem (frühen) Geschichtsverständnis liegen? Auf die Antworten dazu bin ich gespannt.

    Kurze Anmerkung noch zur Politik: (und zum Wirtschaftssystem der DDR)
    „Freiheit ohne Sozialismus ist Privilegientum und Ungerechtigkeit“ (Marktwirtschaft, Privatkapitalismus)
    „Sozialismus ohne Freiheit ist Sklaverei und Brutalität“ (Planwirtschaft, Staatskapitalismus) – diese Worte Bakunins
    schrieb dieser bereits mehr als hundert Jahre vor dem Zusammenbruch der DDR, weshalb weder Marktwirtschaft noch Planwirtschaft funktionieren kann. Die neolithischen Kulturen, welche es teils sogar heute noch gibt, jedoch im Aussterben begriffen sind, waren wohl vielmehr Kulturen in welchen eine Solidarwirtschaft vorherrschte, also eine konsequente Bedürfnisproduktion, es wurde nicht mehr oder weniger produziert als für den Fortbestand des Clans oder der Sippe notwendig war, eine Gesellschaft also in welcher sowohl „Freiheit als auch Sozialismus“ gewährleistet waren und individuelle Unterschiede anerkannt wurden, weit entfernt von Staatskommunistischer Gleichmacherei.
    Wobei die Lohnsklaverei im marxistischen Staatskapitalismus ja keineswegs beseitigt wurde, hierzu dürften dich Fürst Kropotkin’s Bücher „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“ sowie „Eroberung des Brotes“ sogar stark interessieren und wahrscheinlich überraschen, falls du dich ebenso für Politik interessierst? Kropotkin’s „Mutual Aid“ von 1904 kann sogar als ein Vorläufer der modernen Soziobiologie gewertet werden, in welchem er den Sozialdarwinismus von Huxley 1888 in seinem „struggle for existence“ restlos auseinander nimmt.. Ebenfalls zu empfehlen hierzu das Buch von Prof. Franz M. Wuketits – „Evolution ohne Fortschritt“ in welchem die moderne Fortschrittsideologie von Prof. Wuketits auseinander genommen wird. Aber nun genug Buchvorschläge, das dürfte für ein Jahr lesen ausreichen. xD

    Beste Grüße
    Micha

    Verfasst von Michael Stateless Federat Blackshield | 02/03/2015, 11:26 AM
    • Oh ja, das sind aber viele Buchempfehlungen. Kropotkin hört sich schon mal gut an,
      ich bin ja immer neugierig ob nicht einer mal die perfekte Gesellschaft erfindet.

      Und ja das hast du richtig erkannt mein mein Matriachats-Bild geht mehr in Richtung „Frauen-Herrschaft“.
      Das liegt auch einfach an den Begriff selbst, der ist einfach blöd gewählt.
      Ein anderer Begriff ohne Mamma/Papa würde nicht zu Missverständnissen führen.
      Ich wusste nichtmal das sich Engels auch mit alter Geschichte befasst hat,
      aber die beiden alten Knaben sollen sich ja teilweise deftige Sprüche an
      den Kopf geworfen haben.

      Nun ja die Lohnsklaverei fängt wohl mit dem Aufkommen von Geld an.
      Andererseits ist Geld einfach ein bequemes weil einheitliches Zahlungsmittel.
      Das Problem beim Sozialismus ist ja das die Freiheit auch immer von den Nachbarn abhängt.
      Für einen Sozialismus der totale Freiheit ermöglichen will bräuchte man wohl einen neuen Planeten.
      Wie heisst es doch so schön:
      „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“
      Deswegen hat der DDR-Sozialismus so stark die Friedensverteidigung proklamiert und eine
      für den Zwergstaat mächtige Armee unterhalten. Tatsächlich war er ja dann auch die härteste
      Nuss die der Kapitalismus zu knacken hatte, was ihm am Ende nur mit dem EnteignungsEinheitsvertrag gelang.

      Davon mal abgesehen, was ist Planwirtschaft? Schmieden Konzerne und Staaten nicht auch Pläne?
      Haushaltspläne, Expansionspläne, Forschungspläne usw.. Sie arbeiten doch alle nach Pläne.
      Schon eine Sippe hatte eine Form von Planwirtschaft. Natürlich sollten es gute Pläne sein, sonst ist das ein Schrott Plan.

      Ich denke Planwirtschaft war also nicht wirklich das Problem und Staatskapitalismus ist, wenn es dem Volke dient,
      ist sicher auch nicht verkehrt, ebensowenig wie Volkseigentum. Das mit den ewig gleichen Preisen war doch sehr bequem.
      Ich hab jedenfalls keinen gesehen der 1989 gegen Staatskapitalismus oder Volkseigentum oder gar für Privatisierung
      demonstriert hat. Den meisten Leuten war gar nicht klar was da wirklich auf sie zukommt.
      Die Forderungen drehten sich fast ausnahmslos um Reisefreiheit, die Abschaffung der Stasi und
      die teilweise idiotische Zensur von Kultur und Medien, weil man es damit schlicht und einfach übertrieben
      hatte. Die Menschen waren einfach naiv, aber Dummheit ist heilbar.
      Die Frage ist nur, wie man aus der Tretmühle raus kommt.
      Vielleicht sollten wir unsere Ansprüche einer „perfekten Gesellschaft“ einfach mal reduzieren und erstmal
      mit einer „etwas besseren Gesellschaft“ anfangen um die weiter zu entwickeln.
      Es ist ein bisschen wie mit dem Computer, es gibt kein „fehlerfreies Betriebssystem“, man muss es dauernd
      updaten.
      Aber bei der heutigen Schieflage bedarf es wohl einer Grundreinigung. Die Frage wäre also nicht was sondern wie,
      denn ohne wie kommt es nicht zu was. Das mit dem Beten haben die schon vor 2000 Jahren versucht – hat nicht geklappt!

      Apropos Frauen, das wäre ein Eigentor wenn du die alle für dich haben willst, denn das könnte ziemlich stressig werden 😉
      Der Rest der Antworten muss warten….Gute Nacht, Vanalander

      Verfasst von Vanalander | 03/03/2015, 2:32 AM
  3. Mama Anarchija – vom weiblichen Urgrund der Freiheit

    »Herrschaft ist eine geschichtlich relativ
    späte Erfindung und typisch mit der Entstehung
    des Patriarchats verknüpft.«
    – Heide Göttner-Abendroth –

    Mal ganz ehrlich – was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort »Steinzeit« hören? Der halbnackt in ein Bärenfell gewandete Fred Feuerstein vielleicht, der seine Wilma an den Haaren in die Höhle schleift oder mit der Keule Bisons erschlägt? Ein Klischee, zweifellos, aber ein tief sitzendes. Denn »Steinzeit« – das steht als Synonym für Primitivität und Mangel, Brutalität und harten Überlebenskampf. Kultur, Technik, Wohlstand, eine Verfeinerung der Sitten gar – das wäre vermutlich das Letzte, was wir im Neolithikum verorten würden. Einer Epoche, in der um 11.000 v. Chr. in den Pyrenäen noch Höhlenwände bemalt wurden und die erst um 9.700 v. Chr. das Ende der Eiszeit erlebte, in der jedoch bereits um 10.200 v. Chr. die bislang älteste bekannte Steinzeitstadt Halan Cemi entstanden war.

    Die Steinzeit – ein Zeitabschnitt von gut 6.000 Jahren, in der die »Neolithische Revolution« den Menschen nicht nur Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht bescherte, sondern auch hoch entwickelte und überaus humane Sozialsysteme. Eine Epoche, die so völlig anders war als Fred Feuersteins brutale Comic-Welt. Erst an ihrem Ende setzte sich ganz langsam, zwischen 4.000 und 3.000 v.Chr., ein anderes System durch – eine Kultur, die von Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung geprägt war. Die neuen ›Kulturträger‹ waren an Macht interessiert; sie nutzten die Innovation der Metallverarbeitung zur Herstellung von Kriegswaffen und die Erfindung der Schrift zur Fixierung von Gesetz, Eigentum und Strafe. Es war die Geburt eines Systems, das wir heute ganz allgemein den modernen Staat nennen.

    Aber kann uns all das im Computerzeitalter wirklich noch interessieren? Nicht umsonst steht doch das Wort »Steinzeitkommunismus« für dummbrutale Rückständigkeit – und Steinzeitanarchismus gar…? Das klingt doch schon vollends wie eine peinliche Lachnummer!

    Selbst wenn uns die ewig gleichen geistreichen Kritiker vorhalten werden, wir wollten die Menschheit »zurück in die Steinzeit« führen, sollten wir einen vorurteilsfreien Blick in diese ferne, unbekannte Zeit wagen. Denn sie ist nicht nur äußerst lehrreich, sondern auch inspirierend für jeden utopischen Gesellschaftsdiskurs. Dabei will natürlich niemand ins Neolithikum zurückkehren und schon gar nicht den Menschen der Steinzeit irgendein Etikett aufkleben. Sie waren weder Kommunisten noch Feministinnen oder gar Anarchisten.

    Aber: Sie haben ihr Leben völlig anders organisiert als wir – und sind damit offenbar sehr gut gefahren.
    Waren Steinzeitmenschen weiser als wir? Als der amerikanische General Westmoreland auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges dem Vietkong damit drohte, ihn »zurück in die Steinzeit« zu bomben, wusste jeder, was gemeint war. Was man damals nicht wusste und was noch heute paradox klingt: Hätte er dies wirklich vermocht, er hätte der Menschheit womöglich einen Dienst erwiesen. Denn ausgerechnet in jener so düster-verrufenen Epoche existierten prosperierende Gesellschaften, die weder Krieg kannten noch Hunger, weder Arm noch Reich, weder Klerus noch Könige. Gesellschaften, die weitaus vernünftiger organisiert waren als unsere modernen Nationalstaaten, und ihren Bewohnern über tausende von Jahren hinweg ein angenehmes und sicheres Leben bieten konnten.

    Diese steinzeitlichen Hochkulturen waren nicht in großen »Reichen« organisiert, sondern in überschaubaren Gesellschaften, in denen Herrschaft in unserem Sinne praktisch unbekannt war: Keine privilegierte Kaste stand über dem Rest der Menschen, kein Feldherr gab Befehle, keine Königin bestimmte das Schicksal der Gemeinschaft, kein Häuptling forderte Tribut, kein Oberpriester hielt die Menschen in Angst und Abhängigkeit. Stattdessen organisierten sich die Menschen in Verbänden, die auf Gleichheit und gegenseitiger Hilfe beruhten und sich über die Grenzen ihrer Clans hinweg miteinander vernetzten. All das hatte eine einfache Ursache: In diesen Gesellschaften gaben nämlich Frauen den Ton an, und das taten sie offenbar sehr viel sanfter, menschlicher, vernünftiger – und auch effektiver – als es den von Männern dominierten Gesellschaften des Patriarchats je gelang. Die durch und durch autoritär geprägte Männergesellschaft, die bis heute die Welt höchst mangelhaft beherrscht, verdrängte nämlich das eigentliche Erfolgsmodell der Menschheit – historisch gesehen – erst vor relativ kurzer Zeit. Und dieses Erfolgsmodell hieß Matriarchat.

    Das Matriarchat – ein Prinzip des Lebens

    Frauen prägten den Grundkonsens des Zusammenlebens, ohne jedoch wirklich zu herrschen – aus ihren Werten entstand eine Art »sozialer Grammatik«, die sich nicht mit Gewalt durchsetzen musste, weil sie allgemein akzeptiert war und den Alltag der Menschen wie selbstverständlich zu organisieren verstand. Und genau diese Werte machten offenbar den Unterschied.

    Im Mittelpunkt der weiblich geprägten Ethik standen nicht Herrschaft, Unterdrückung oder Gewalt, sondern – das Leben. Die Frau ist Spenderin allen Lebens und zugleich seine Schützerin. Die gesamte matriarchale Mythologie, unter anderem dokumentiert in mehr als 30.000 Funden von Göttinnen-Skulpturen aus über 3.000 Fundstätten in aller Welt, drehte sich um diesen einen zentralen Punkt: Geburt, Schutz des Lebens und seiner Grundlagen sowie das natürliche Ende im unvermeidlichen Kreislauf von Tod und Regeneration.
    Die jugendliche Göttin tritt als Beschützerin von Wald und Wild auf, die reife Frau als Gebärerin und Erhalterin des von ihr geschenkten Lebens, die Alte als Göttin des Todes. Solche mystischen Vorstellungen spiegeln die Natur in allen ihren Facetten: von sanft bis angsteinflößend – aber all diese Göttinnen standen nicht für eine strafende und hierarchische »Religion«, sie verkörperten das »kreative Prinzip«, und dieses Prinzip war schöpferisch und ließ keinen Raum für das willkürlich-Destruktive. Sehr wohl aber für das spezifisch männliche: die »spontane« und die »lebensstimulierende« Seite – symbolisiert durch den Sohn, den Mann oder (im positiven Sinne!) das Tier. So wurde »der Mann« im Matriarchat keineswegs ausgegrenzt, sondern einbezogen: Er war Teil des gesamtgesellschaftlichen
    Grundprinzips – der Erhaltung allen Lebens.

    Die praktische Nutzanwendung eines solchen Prinzips im realen Leben passte in fast logischer Konsequenz zu einer Kultur der Sesshaftigkeit, des Ackerbaus und hoch entwickelter handwerklicher Künste. Matriarchale Gesellschaften waren egalitär, friedlich und für die damalige Zeit enorm produktiv. Sie bescherten so den »Steinzeitmenschen« eine überaus segensreiche Epoche, die viele tausend Jahre andauerte, und für die die Archäologen keinerlei Anzeichen für Kriege oder Hungersnöte finden konnten.

    Die Frau war und blieb in dieser Kultur als Schöpferin auch die Handlungsträgerin der Geschichte. Insofern waren diese Gesellschaften zwar matrifokal und matrilinear – die Mutter stand im Mittelpunkt der Gesellschaft und die Erbfolge richtete sich nach der mütterlichen Linie –, aber die Idee einer Herrschaft wie sie uns geläufig ist, passte offenbar ebensowenig zu dem »kreativen Grundprinzip« des Matriarchats wie Gewalt, privilegierte Klassen oder privater Grundbesitz. Sie war ganz einfach nicht bekannt – und hätte man sie vorgeschlagen, wäre sie vermutlich als eine überaus dumme Idee abgelehnt worden. Es war offensichtlich, dass der kollektive Zusammenhalt in einer solidarischen Gemeinschaft die beste Art und Weise darstellte, um den physischen Erhalt des Lebens und das materielle Überleben optimal zu sichern.
    Weshalb aber nennen wir diese Lebensformen dann dennoch matriarchal, was doch soviel wie »Mutterherrschaftlich« bedeutet?

    Ganz einfach, weil uns kein besseres Wort einfällt und uns die Vokabeln dafür fehlen, etwas zu beschreiben, was wir nicht kennen. Der bahnbrechende Kulturhistoriker Johann Jacob Bachofen (1815–1887) erfand für die spannenden und überraschenden Erkenntnisse, die er Stück für Stück zu Tage förderte, zunächst den etwas hilflosen Begriff des »Mutterrechts«, der dann im Amerikanischen mit matriarchy eigentlich falsch übersetzt wurde, sich jedoch allgemein durchgesetzt hat. Darüber hinaus aber scheint der Begriff so falsch nicht gewählt, wenn etwa die Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth darauf hinweist, dass die in ihm steckende griechische Wortwurzel arché nicht nur ›Herrschaft‹, sondern auch ›Anfang‹ und ›Gebärmutter‹ bedeuten kann: »Am Anfang war die Mutter, das weibliche Prinzip. Und das trifft die Sache.«

    Jedenfalls herrschten in jenen Gesellschaften nicht etwa die Frauen einfach so über die Männer wie diese es später über die Frauen taten, sondern sie entwickelten gemeinsame Standards für Menschen. Dabei wurden die Unterschiede der Geschlechter durchaus gesehen und gewürdigt, aber nicht unter dem Blickwinkel, wer über wem zu stehen hat. Diese Sichtweise ist erst aus der Realität des Patriarchats entstanden und hat heute eine entsprechend hohe Wichtigkeit für uns. Die für die Gräberuntersuchungen auf der steinzeitlichen Fundstätte Çatal Hüyük zuständige Archäologin Naomi Hamilton gelangte schließlich zu der Überzeugung, dass es für die Menschen des Neolithikums keine Definition eines vom biologischen getrennten »sozialen Geschlechts« gegeben habe, weshalb Frau und Mann auch nicht als soziale Polarität empfunden wurden. Genau darum aber dürfte auch die
    platte Übertragung des modernen »Gender-Diskurses« unserer patriarchalen Industriegesellschaft auf eine steinzeitliche Stammeskultur im 6. vorchristlichen Jahrtausend wenig angemessen sein.
    Wie dem auch sei – entscheidend sind die Tatsachen.

    Da haben also Menschen, die wir uns als tumbe Primitivlinge am Rande des Hungertodes vorstellen, vor acht- oder zehntausend Jahren tatsächlich eine Gesellschaft der Gleichheit, des Wohlstandes und des Friedens hervorgebracht? Eine Gesellschaft, nach deren Grundwerten wir uns heute wieder sehnen und die wir mit all unserer Technik, unserer Intelligenz und Wirtschaftskraft partout nicht hinbekommen? — Ja, es sieht ganz so aus.
    Aber wie können wir das eigentlich so genau wissen? Schließlich haben uns die weisen Frauen der Neusteinzeit wohl kaum ein geordnetes Archiv all ihrer Taten und Errungenschaften hinterlassen … Kann man aus einem Haufen Schutt und Asche, aus Knochen und Mauerresten überhaupt derart differenzierte Erkenntnisse herauslesen? Man kann.

    Und wie dies mit Hilfe moderner technischer Methoden möglich geworden ist, gehört ohne Zweifel zu den spannendsten Kapiteln des frühgeschichtlichen Forschungsabenteuers.

    Archäologische Detektivarbeit am Beispiel Çatal Hüyük

    Im südanatolischen Hochland weckte im Jahre 1958 ein auffälliger Hügel namens Çatal Hüyük das Interesse des britischen Archäologen James Mellaart, der kurz darauf mit einer Grabung begann, die mit Unterbrechungen bis heute andauert. Was sich hier den Kennern der Zunft auftat, war wie eine Offenbarung: In zwölf übereinanderliegenden Schichten einer steinzeitlichen Stadt, die von 7.300 bis 6.100 v. Chr. ohne Unterbrechung bewohnt war, konnte man lesen wie in einem offenen Buch. Der Ort, der zeitweise die für damalige Verhältnisse enorme Zahl von bis zu 10.000 Menschen beherbergte, wurde nie zerstört und nie geplündert. Zwar wurden die Archäologen auch anderswo in Anatolien fündig und stießen sogar auf steinzeitliche Städte, die noch tausende Jahre älter waren und in deren Grabungsschichten etwa die Ankunft der ersten Schafherde dokumentiert werden konnte oder der Import von Saatgut aus einem noch unbekannten Ort. Aber nirgendwo waren die Fundsituation so günstig und die gefundenen Artefakte so aussagekräftig wie in Çatal Hüyük.

    So hat beispielsweise ein Brand dafür gesorgt, dass sogar organisches Material, das sonst in vergleichbaren Siedlungen so gut wie nie gefunden wird, sich bis in einen Meter Tiefe sterilisiert und in karbonisierter Form erhalten hat. Dadurch kennen wir die Webmuster von Stoffen ebenso wie die Kleider, Pelze und Ledergegenstände; wir wissen, was die Menschen aßen, wie die Flechtkörbe für die Lebensmittel aussahen oder die Matten, auf denen sie schliefen. Aus Knochenfunden, Grabbeigaben und den in fast jedem Haus vorhandenen Fresken lassen sich auch das Alltagsleben und die wirtschaftliche Situation der Bewohner rekonstruieren: Todesalter, Geschlecht, Zahl der Geburten, Krankheiten und Unfälle, ja sogar Aussagen zu Kindersterblichkeit und Lebenserwartung sind mittlerweile möglich.

    Spurenelemente in den Zähnen und die Kollagenanalyse der Knochen geben Auskunft über die Ernährung in den letzten Lebensjahren, die Abnutzung bestimmter Skelettteile berichten uns davon, welche Arbeiten ausgeübt wurden oder wie exzessiv die Menschen in Çatal Hüyük getanzt haben. Die Bilanz ist frappierend: Die steinzeitliche Kindersterblichkeit war hier um 30% niedriger als in der weitaus höher entwickelten Bronzezeit 3.000 Jahre später, in der die ältesten Menschen 55 bis 60 Jahre alt wurden, während sie in Çatal Hüyük ein Alter von 60 bis 70 Jahren erreichen konnten. Das Durchschnittsalter der Menschen betrug hier 32 Jahre – was für uns nicht gerade attraktiv klingt, aber für die damalige Zeit ein unerhört hoher Durchschnitt war. Vergessen wir nicht, dass dieser Wert für die arbeitenden Klassen in Europa erst im Jahre 1750 wieder erreicht wurde – ein leibeigener Bauer hatte also vor 300 Jahren in Deutschland eine geringere Lebenserwartung als ein Steinzeitmensch vor 9.000 Jahren!

    Nun gut, aber woher wollen wir wissen, dass die Menschen damals herrschaftsfrei lebten, in Gleichheit und gesellschaftlicher Harmonie? Können uns Knochen und Kohle auch etwas über Mann und Frau erzählen, über Frieden und Freiheit? Solche Erkenntnisse liegen zugegebenermaßen nicht so offen im Schutt von Ruinen herum – und auch die moderne Archäologie hat Jahrzehnte gebraucht, um sich aus dem Puzzlespiel verwirrender Funde und offenbar absurder Tatsachen ein kohärentes Bild zusammenzusetzen. Ein Bild, das zwar allem Hergebrachten widersprach, uns aber mit zwingender Eindeutigkeit lehrt, dass das Neolithikum nicht nur nicht primitiv war, sondern vor allem auch sozial und menschlich hoch entwickelt. Dies einzusehen, war kein leichter Prozess.
    So konnte sich auch James Mellaart – aufgeklärter Archäologe zwar, aber eben auch ein Kind seiner Zeit – unmöglich vorstellen, dass der gesellschaftliche Reichtum, den er bei seinen ersten Ausgrabungen vorfand, allgemeiner Art gewesen wäre. Für ihn stand fest, dass das Areal, in dem er grub, aufgrund des Wohlstandes nur das »Priesterviertel« gewesen sein könnte. Erst nachdem Jahrzehnte später fest stand, dass es in Çatal Hüyük überall gleich aussah, dass es weder Tempel noch Repräsentationsbauten gab, keine Priesterkaste und keine Opferaltäre, wurde klar, dass man hier die Reste einer klassenlosen Gesellschaft ausgegraben hatte. Noch im Jahre 2003 verfolgte Mellaarts Kollege Ian Hodder den Verlauf mehrerer mysteriöser, konzentrisch angelegter, langgestreckter Flächen in der Annahme, an ihrem Treffpunkt endlich die bisher vermissten Tempel oder Repräsentationsbauten zu entdecken und fand stattdessen – die zentrale Mülldeponie…

    Seit sich aber die Erkenntnis durchgesetzt hat, hier eine völlig andere Gesellschaftsform entdeckt zu haben, die so gar nicht mit den überkommenen Klischees von Macht und Herrschaft zusammenpasst, fügte sich plötzlich ein Steinchen ins andere und ergab ein in sich schlüssiges Mosaik.
    Demnach war Çatal Hüyük ein wohlhabendes Gemeinwesen ohne Staat und Regierung, in dem es Wohlstand für alle gab. Gleichheit war das gesellschaftliche Grundprinzip, das den gesamten sozialen Alltag durchdrang. In der Stadt gab es im Grunde nur einen einzigen Haustyp, aber den über 1.500 mal: kommunikativ, zweckmäßig, und so großzügig, wie man ihn andernorts nur bei den Häusern der Reichen fand. Jedem Menschen standen zehn bis zwölf Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, jedes Haus enthielt zudem Werkstätten, Lager und einen sakralen Bereich, in dem auch die Toten bestattet wurden. Spiritualität war keiner Priesterkaste vorbehalten, sondern ein individueller Akt. In diesen sogenannten »lebenden Häusern« spielte sich ein Großteil des sozialen Lebens auf den Dächern ab und der Gleichheitsgrundsatz ging so weit, dass nicht benutzte Kammern zugemauert und erst bei Bedarf wieder benutzt wurden, etwa wenn ein Kind groß genug war und Anspruch auf einen eigenen Raum hatte. Jedes Haus war zugleich eine Produktionsstätte, jeder Mensch arbeitete nach seinen Fähigkeiten, niemand war im Besitz von Produktionsmitteln, die über seinen eigenen Bedarf hinausgingen – und in allen Häusern wurde Saatgut nachgewiesen. Die untersuchten Knochenabnutzungen deuten darauf hin, dass alle Menschen gleichermaßen hart arbeiteten und wild feierten – was hingegen völlig fehlte, waren jegliche Anzeichen jener Wohlstandskrankheiten, die für die herrschenden Klassen einer Ausbeutergesellschaft typisch sind.

    Man sollte sich bei aller Gleichheit das Leben in dieser Stadt allerdings nicht als Gleichmacherei vorstellen und ihre städtebauliche Realität nicht mit der öden Plattenbauarchitektur in Honneckers Arbeiter- und Bauernstaat gleichsetzen. Das gesellschaftliche Leben in Çatal Hüyük war offenbar bunt, vielfältig und lustbetont. Dazu blieb ihnen nach seriösen sozialwissenschaftlichen Schätzungen etwa die Hälfte ihrer schlaffreien Zeit – was nicht einmal wir in unserer sogenannten Freizeitgesellschaft für uns in Anspruch nehmen können…

    Die Menschen trafen sich zu allen möglichen Gelegenheiten, halfen einander bei der Arbeit, schufen ausdrucksvolle Kunstwerke und scheinen überaus gerne getanzt zu haben: Fast die Hälfte aller Einwohner wiesen merkwürdige anatomische Veränderungen des Oberschenkelknochens auf, die nur von exzessivem Tanz herrühren können. Man hat sogar Überreste einer solchen Steinzeitfete ausgegraben, die dem Chemiker Bernhard Brosius zufolge belegen, »dass die Feiern auf den Dächern der Stadt keine Wünsche offen ließen«. Gleichheit bedeutete also keineswegs die Unterdrückung von Unterschieden oder die Herabsetzung von außergewöhnlichen Menschen, sondern die Abwesenheit von Privilegientum auf Kosten der Allgemeinheit. Die Menschen wurden nicht »gleichgemacht«, sondern gleich behandelt. »Unterschiede«, so resümiert Naomi Hamilton ihre Erkenntnisse, »bedeuten noch keine strukturelle Ungleichheit. Geachtetes Alter, erarbeitete Anerkennung, sozialer Einfluss aufgrund von Erfahrung oder Wissen widersprechen nicht dem egalitären Ethos«. Im Gegenteil: eine individuelle Wertschätzung des Individuums – völlig unabhängig von irgendeiner Art von Sozialstatus – lässt sich in vielen fast schon rührenden Einzelschicksalen belegen, die die Archäologen auf dem Ausgrabungscamp rekonstruiert haben: Die Geschichte jenes siebzehnjährigen Mädchens, dass durch einen Oberschenkelbruch zum Krüppel wurde und ein außergewöhnlich aufwändiges Begräbnis erhielt; die des von einem Auerochsen aufgespießten Jägers, der trotz aufopfernder Pflege dem Wundbrand erlag und dessen Familie von der Gemeinschaft weiter versorgt wurde; die Mutter, die zusammen mit ihrem Kind starb und die beide mit roter Farbe bestreut wurden, um so ihre Wiedergeburt zu sichern – all dies belegt, dass diese Gesellschaft ebenso individualistisch wie kollektivistisch war. Und wenn manche Gebäude von den an der Grabung beteiligten Fachmedizinern sogar als regelrechte »Krankenhäuser« interpretiert werden, zeigt dies einen Grad an institutionalisierter sozialer Fürsorge für alle Menschen, wie wir ihn bis zu Bismarcks Sozialgesetzgebung nicht einmal in Deutschland kannten – und wie wir ihn »steinzeitlichen Menschen« schon gar nicht zugetraut hätten.

    Was Gleichheit wirklich bedeutete, überliefern uns die zahlreich erhaltenen Fresken und bildlichen Darstellungen: Männer arbeiteten ebenso selbstverständlich in der Küche wie sie Schmuck trugen, sich um die Kinder kümmerten oder mit ihnen tanzten; sie wurden sogar gemeinsam mit Kindern bestattet, was ansonsten in der Archäologie ein äußerst seltenes Phänomen ist. Frauen wiederum übten Handwerke aus, bestellten die Äcker gemeinsam mit den Männern und gingen mit ihnen sogar auf die Jagd. Aus den Grabbeilagen wissen wir, dass Frauen ebenso selbstverständlich mit ihren Werkzeugen und wertvollen Geräten bestattet wurden wie anderseits Männer mit Schmuck oder Malutensilien. Das aufschlussreichste Zeugnis von der sozialen Ethik jener Menschen aber legen all die Dinge ab, die in Çatal Hüyük nicht gefunden wurden. In den unzähligen bildlichen Darstellungen findet sich keine einzige, auf der Aggression, Konflikt, Kampf, Misshandlung oder Folter dargestellt wären – in allen antiken Kunstepochen ansonsten seit jeher geradezu klassische und immer wiederkehrende Motive. Auch irgendwelche Formen von Justiz oder Verurteilung wurden nirgends abgebildet, ebensowenig wie man Spuren von Tieroder Menschenopfern fand, von Schädeldeformationen oder rituellen Verstümmelungen, wie sie andernorts in großen Mengen nachweisbar sind. All das lässt auf eine besonders repressions- und angstfreie Gesellschaft schließen, was durch die fast schon sensationelle Tatsache untermauert wird, dass bisher an keinem einzigen untersuchten Individuum ein gewaltsamer Tod nachgewiesen werden konnte, der durch seine Mitmenschen verursacht worden wäre. Und auch auf Eigentumsdelikte gibt es keinerlei Hinweise – Dinge hatten offenbar keinen Tauschwert.
    Kann es da noch verwundern, dass die zwölf Grabungsschichten von Çatal Hüyük auch frei von Kriegswaffen waren und keine einzige Spur darauf hinwies, dass diese menschliche Gemeinschaft in mehr als zwölfhundert Jahren jemals in einen Krieg verwickelt gewesen wäre?

    Çatal Hüyük ist nur ein Beispiel und steht hier stellvertretend für die matriarchale Frühkultur, weil es so hervorragend dokumentiert ist. Das Matriarchat war indes weder auf Anatolien beschränkt noch auf die Steinzeit, und vieles spricht dafür, dass die sozialen Systeme, die hier gefunden wurden, für das Matriachat allgemeine Gültigkeit hatten – denn die Existenz solcher frauengepägter Gesellschaften lässt sich für alle fünf Kontinente nachweisen. Sie endet auch nicht überall mit der Bronzezeit und wird auch keineswegs immer vom Patriarchat abgelöst. In der Tat existieren noch heute – mit Ausnahme Europas – fast überall in der Welt matriachale Völker mit bis zu mehreren millionen Einwohnern.

    Aus der Steinzeit lernen?

    Da haben wir uns also bis zu diesem Kapitel auf über hundertfünfzig Seiten mit Utopien und Entwürfen herumgeschlagen, haben komplizierte Analogieschlüsse gezogen und sophistische Argumentationsketten bemüht, haben Verhaltensforschung, Psychologie, Neurobiologie und Sozialwissenschaften zu Zeugen berufen und an den gesunden Menschenverstand appelliert – nur, um die Idee einer herrschaftsfreien und egalitären Gesellschaft plausibel und etwas weniger absurd erscheinen zu lassen. Ein Gedanke, der den meisten Menschen ebenso »unnatürlich« wie unrealisierbar erscheint: als eine ganz nette Idee halt, aber eben doch eine utopische Spinnerei …

    Was aber, wenn wir nun feststellen müssten, dass diese Vorstellung so unnatürlich gar nicht ist – und utopisch schon gar nicht? Wenn sie vielmehr eine Art »Normalzustand« gewesen wäre, in dem die Menschheit bedeutend länger – und bedeutend besser – gelebt hätte, als in der verhältnismäßig kurzen Epoche der patriarchalen, hierarchischen und
    ausbeuterischen Staatlichkeit? Nun, das wäre sicherlich etwas, über das man zumindest nachdenken sollte.

    Etwa so, wie Heide Göttner-Abendroth das tut, wenn sie schreibt: »Wichtig ist die Einsicht, dass manches, was uns heute selbstverständlich erscheint, weil wir so sehr daran gewöhnt sind, in der menschlichen Entwicklungsgeschichte gar nicht das Erste und Einfache ist. Und ob es das Beste ist, nur weil es das Letzte ist, stellt eine ganz andere Frage dar.«

    In Wirklichkeit aber wissen wir noch viel zu wenig über die frühgeschichtlichen Sozialstrukturen, um etwa in ein besserwisserisches Triumphgeheul auszubrechen – das gilt für jeden ›ismus‹ unserer Zeit und damit auch für Feminismus und Anarchismus. Die Menschen in Çatal Hüyük und anderswo haben nicht so gelebt wie sie gelebt haben, um unsere Ideologien zu bestätigen; und warum sie so und nicht anders lebten, kann noch niemand mit Gewissheit sagen. Denn darüber haben die Gelehrten gerade erst angefangen, sich zu streiten.
    So gehen zum Beispiel – meist auch in Folge der jeweiligen ideologischen Zugehörigkeiten – die Meinungen darüber auseinander, woher das Matriarchat überhaupt kam und wohin es wieder entschwand. Während die einen die These vertreten, es sei die eigentliche Urform menschlicher Organisation, schon immer da gewesen und erst vor fünf- bis sechstausend Jahren vom Patriarchat gewaltsam verdrängt, behaupten andere ebenso vehement, dass es Unterdrückung und Männerherrschaft auch vorher schon gegeben habe und sich matriarchal-egalitäre Gesellschaften nur regional und zeitweise gegen die männlichen Ausbeutersysteme durchsetzen konnten. Auch wenn Anhänger einer eher klassenkämpferischen Interpretationsweise etwa am Beispiel der neolithischen Stadt Cayönü ihre soziale Umsturztheorie archäologisch recht überzeugend darstellen können – samt Sturm des Tempels, Vertreibung der Reichen, Abriss der Slums und nachfolgendem sozialen Wohnungsbau – und diese »erste soziale Revolution der Menschheit« sogar auf »irgendwann an einem Tag vor 9.200 Jahren« datieren, so werfen solche Erkenntnisse noch immer mehr Fragen auf als sie beantworten können: Wie gelang der Übergang von der gewaltsamen Befreiung zu einer friedlichen Gesellschaft? Wieso entstanden keine neuen Klassen, wieso hat kein böser Nachbar die reiche Stadt zurückerobert? Wann, wo und warum konnten sich die Frauen auf einmal durchsetzen? Und die wichtigste Frage: waren all diese egalitären Gemeinwesen miteinander verbunden oder nur Inseln in einer ansonsten hierarchischen Welt?

    Es wäre unfair, von einer interdisziplinären Wissenschaft wie der Matriarchatsforschung, die es erst wenige Jahrzehnte gibt, hierauf schon heute schlüssige Antworten zu verlangen.

    Viel wichtiger scheint mir, dass bei der Interpretation weiterer Forschungsergebnisse ohne weltanschauliche Scheuklappen und ideologische Berührungsängste vorgegangen wird. Zum Beispiel so, wie es der rührige Journalist und Kommunarde Jochen Schilk auf seiner kulturell-kreativen Internetseite Mama-Anarchija.net in einem bemerkenswert undogmatischen Forum zum Thema Matriarchatsforschung und Anarchismus vormacht – bei dem ich mir übrigens den Titel für dieses Kapitel ausgeborgt habe. Falls eine solche ideologiefreie Wiederaneignung dieses spannenden Topos gelänge, könnte er zu einer gegenseitigen Bereicherung der beiden großen freiheitlichen Traditionen der Menschheit führen: dem uralten Matrairchat und dem modernen libertären Diskurs. Eine Begegnung, die eine enorme gesellschaftsverändernde Dynamik entfesseln könnte. Als hoffnungsvolles Indiz hierfür mag die Tatsache gelten, dass ein großer Sektor der Matriarchatsforschung mittlerweile die Gefilde von Archäologie und Völkerkunde verlassen hat und dazu übergeht, für unser Leben hier und heute eine zeitgemäße matriarchale Kultur zu fordern und konkret zu entwerfen. Und die Eckpunkte dieser Kultur lauten – und das ist nicht bei Kropotkin abgeschrieben! – Solidarität und Herrschaftsfreiheit…

    Wie gesagt: Noch wissen wir nicht, warum es über tausende von Jahren eine herrschaftsfreie Gesellschaft gab, aber wir wissen, dass es sie gab. Und das ist ein Fakt, der uns auch heute noch Mut machen kann – Mut zur Utopie.

    Literatur: Heide Göttner-Abendroth: Das Matriarchat (5 Bde.) Stuttgart, Berlin, Köln 1989–2000, Kohlhammer, ca. 1000 S., ill. / dies.: Matriarchate als herrschaftsfreie Gesellschaften siehe Kap. 22! / dies. (Hrsg): Gesellschaft in Balance, Dokumentation des 1. Weltkongresses für Matriarchatsforschung Stuttgart 2006, Kohlhammer, 311 S., ill. / Marija Gimbutas: Die Sprache der Göttin Frankfurt a.M. 1995, Zweitausendeins, 416 S., ill. / dies.: Die Zivilisation der Göttin Frankfurt a.M. 1996, Zweitausendeins, 560 S., ill. / dies.: Wall Paintings of Çatal Hüyük The Review of Archeology 1990 1–5 / Jan Mellaart: Çatal Hüyük – Stadt aus der Steinzeit Bergisch Gladbach 1967, Lübbe, 295 S., ill. / Bernhard Brosius: Von Cayönü nach Çatal Hüyük München 2004, 22 S., ill. (Abdruck in Inprekorr Nr. 400/401, Köln 2005)

    Vergleiche auch: http://www.mama-anarchija.net und http://www.urkommunismus.de
    Zur freien Verfügung gestellt von: http://www.anarchismus.de/medien/freiheit-pur.pdf

    Verfasst von Michael Stateless Federat Blackshield | 28/02/2015, 3:35 AM
    • Ja das ist ein recht langer Kommentar aus dem ersichtlich wird, das du der Steinzeit das Matriachat unterstellst. Vielen Dank für die Mühe.
      Nunja, es ist ok eine andere Meinung zu haben. Ich sehe das eher etwas anders und vielleicht regt dich das ja auch an.

      Tatsächlich ist die Frau/Mutter schon immer das Zentrum der Familienhöhle gewesen, allerdings gab es auch zu dieser Zeit immer einen männlichen Anführer. Am Anfang kann nicht die Frau alleine stehen, denn ohne Mann kommt es auch nicht zu neuem Leben. Es sind beide notwendig und sie beide haben ihren Aufgaben im Leben.

      Genauer gesagt gliedern sich fast alle Rudeltiere wie Wölfe, Affen, Löwen aber auch Menschen einer gewissen Rangordnung unter, in der der männliche Anführer (Patriachat) die Gruppe anführt und die Jagd organisiert.
      Ihm folgt sein ältester Sohn der in seine Fußstapfen treten will. Oft lässt der Anführer den ältesten Sohn die Beute erlegen. So reift dieser selbst zu einem verantwortungsvollen selbstbewusstem Anführer heran. Dem ältesten Sohn folgen die halbstarken jungen Wilden, also Geschwister die als Jagdhelfer fungieren und z.b. Treiberdienste ausführen. Diesen Teil des Rudels kann man als Jagdgesellschaft deklarieren.

      Der zweite Teil des Rudels besteht aus der der Alphawölfin – der Matriarchin, die von älteren Töchtern oder Schwestern beschützt wird. Denen folgt der Kindergarten, also junge Nachkommen die allerlei Blödsinn machen. Der Letzte in diesem Teil des Rudels ist meist ein Senior, z.b. der Vater oder Bruder des Anführers. Seine Aufgabe ist es dieses ganze Rudel zu schützen.
      So ist der Kindergarten quasi vorn und hinten durch einen Bodyguard geschützt und keiner geht verloren.
      Man kann diesen Teil auch als Schutzgesellschaft bezeichnen.

      Diese Rangordnung kann man besonders bei Nomaden und bei sehr ursprünglichen indigenen Völkern wie den San oder am Amazonas und auch in Papua oder auf den Andamanen beobachten.
      Es gibt bei ihnen also eigentlich kein echtes Patriachat oder Matriachat. Es gibt mehr einen Alphawolf und eine Alphawölfin um der sich in der Sippe alles dreht.

      Das Patriachat ist eher eine spätere Erfindung der Religion in der die Matriachin quasi zum rechtlosen Eigentum des Patriarchen degradiert wird. Schon im frühem Mesopotamien wird Inanna/Ishtar von ihrem Matriachats-Thron gestoßen und zur Dirne gemacht. Die Herrscher Babylons beanspruchen den Thron der Ishtar für sich.

      Diese Degradierung zum Eigentum des Mannes (Domus) war bei den Griechen und Römern üblich, nicht aber bei Hunnen und anfangs wohl auch nicht bei den Germanen. Gerade die Hochkulturen haben also die natürliche Ordnung, durch das einseitige Patriachat zu Gunsten der Männer verschoben und dies durch Religion begründet.

      Das Matriarchat deshalb als Grundprinzip des Lebens hinzustellen, erscheint mir geradezu verwegen, denn zum Erfolg einer Sippe sind beide notwendig.
      Die ursprünglichen Religionsansätze sahen immer eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau vor. Der Götterhimmel in Mesopotamien ist anfangs quasi wie eine Familie aufgebaut.

      Aber oft genug sieht man ausgewachsene Männer im Angesichts höchster Not nach der Mutter oder der Frau schreien. Das heisst selbst ein Alphawolf sucht in Zeiten großer Not die Geborgenheit einer Frau und fällt von einem Augenblick zum anderen in den Zustand eines kleinen Jungen zurück, der einfach nur Schutz bei der Mutti sucht. Andererseits hat der Patriarch aber auch den natürlichen Reflex seine Matriarchin zu schützen, denn fehlt sie, bricht seine ganze Welt zusammen. Es gibt sogar Untersuchungen das Männer ohne Frauen weitaus kürzer leben. Die Frau ist der Ruhepunkt in ihrem Leben,sie passen sich sogar chemisch an die Partnerin an. Deswegen gibt es nur wenige Rentner die den Verlust ihrer Frauen lange überleben. Der Mann hat also ein natürliches Interesse daran, seine Frau auf Händen zu tragen. Und Frauen haben ihrerseits ein natürliches Interesse daran, einen erfolgreichen Jäger an sich zu binden, wofür sie ja so einiges auf sich nehmen.
      Und das gerät in Schieflage wenn es keine erfolgreichen Jäger gibt.

      Unsere heutige Gesellschaft macht diesbezüglich so ziemlich alles falsch. Heute lernen Männer das sie Frauen nicht beschützen müssen, das fängt bei der getrennten Rechnung bei einem gemeinsamen Essen an und endet bei einem Gleichstellungsbeauftragten für Männer. Als wenn sie das nötig hätten!
      Sie lernen gar nicht sich im Leben zu bewähren, sondern sollen wie Roboter funktionieren. Denken ist da nicht mehr notwendig, denn eigene Entscheidungen dürfen sie auf Arbeit sowieso nicht ausführen. Ihr Chef weiss sowieso alles besser und will höchst persönlich entscheiden.
      Aber dadurch entwickeln die Angestellten auch keine Verantwortung, weder für ihre Arbeit und das setzt sich in der Familie fort. Sie zahlen nicht für ihre Kinder, sondern kaufen sich einen Rechtsanwalt. Und dann tauschen sie ihre Partnerin alle paar Jahre aus, wobei sie auch gleich über einen Ehevertrag nachdenken. Das dies bereits ein Großer Misstrauensbeweis ist, kommt ihnen aber nicht in den Sinn. Selbst um den Hund wird später noch gekämpft.
      Sie lernen neuerdings überall das Homosexualität normal ist, obwohl es bis heute keinerlei Hinweis auf eine genetische Veranlagung gibt. Man kann es akzeptieren, ok aber wir forcieren es ja geradezu. Unsere Gesellschaft erzeugt immer mehr Homosexuelle weil die Leute die Vorstellung haben, das irgendwas mit ihnen nicht stimmt. Das kann man Kindern anerziehen und einreden.
      Und natürlich lernen diese Männer nicht für eine Familie zu kämpfen, einen Baum zu fällen, ein Haus zu bauen und ein Feuer zu machen.
      Sie verharren in einem Zustand eines geistig Abhängigen in einem erwachsenem Körper. Sie werden niemals Jäger, weil ihnen das niemand zutraut und weil die Gesellschaft mit Fehlschüssen nicht umgehen kann.
      Das kann man sich hervorragend bei dem Kindergarten von „Newtopia“ anschauen. Aber auch ein Blick auf die Arbeitslosen die ja maßlos gegängelt werden, genügt um 99% dieser Leute ein mangelndes Selbstvertrauen zu attestieren. Wir ziehen eine gesellschaftliche Unterschicht heran die wir als Versager behandeln. Statt ihnen eine Aufgabe zu geben, beschäftigen wir sie mit schwachsinnigen Maßnahmen wobei sie dann auch noch von A bis Z wie Kinder gegängelt werden. Und das verherrlichen wir als Fordern und Fördern.
      Das Ergebnis sind Weicheier deren Testosteronspiegel nichtmal mehr ausreicht um Nachwuchs zu zeugen.
      Und bei Frauen ist das nicht anders. Sie sollen sich im harten Berufsleben gegen männliche Chefs und Kollegen durchboxen und müssen ständig gegen ihre Ex-Partner müssen, weil diese das Kindergeld nicht zahlen. Wir berücksichtigen auch nicht das sie völlig anders reagieren. Wir sprechen ihnen die Frauenbeauftragte und die Frauenquote ab und zwingen sie damit in den Kampf um Aufstiegschancen, bei der sie nach allen Statistiken sowieso regelmässig unterliegen.
      Wir stauchen sie zusammen als wären sie Männer und bemerken nicht, das sie sich längst als graues Mäuschen in die hinterste Ecke verkrochen haben.
      Wir zwingen sie lautstark Partei für eine Ecke zu ergreifen, wo sie doch viel lieber in der Mitte bleiben. Und das legen wir ihnen auch noch als Führungsschwäche, Inkompetenz oder Desinteresse aus. Emanzipation ist ja eine schöne Sache aber nur dort wo man durch Patriachat behindert wird. Oder anders gesagt, beim Kochen stört der andere Partner nur, denn viele Köche verderben den Brei.
      Oder die Frauen vermännlichen z.B. als akademisches Superhirn und werden ebenfalls mangels Östrogen unfruchtbar oder weil sie die Familienplanung hinaus schieben bis nichts mehr geht.

      Dazu kommt noch das die Roboter in der Gesellschaft viel zu lange nicht gut genug verdienen um sich eine Familie leisten zu können.
      Am Ende sinkt die Geburtenrate einer ganzen Gesellschaft und das ist überall dort feststellbar wo „Zivilisation“ und „Demokratie“ und „Markt“ herrscht, insbesondere wenn diese Märkte von wenigen dominiert werden.
      Das hat also echte biologische Konsequenzen.
      Tatsächlich würden die Alphatiere viel bequemer leben, wenn sie Fehler als Normalität und Notwendigkeit hinnehmen würden, statt Luxus anzuhäufen den sie eigentlich nicht brauchen. Aber Fehler kosten Geld und sind in einer Konkurrenzgesellschaft die den Mammon anbetet, nicht akzeptabel. Hier geht es um „mein Auto“, „meine Yacht“, „meine Frau“ usw.. die Frau wird hier wie eine Trophäe präsentiert.

      Erstaunlicherweise hatten die kriegerischen Reitervölker, die doch so furchbar partiarchisch gewesen sein sollen, eine sehr hohe Geburtenrate und sie starben früh. Dabei beruht die hohe Kindersterblichkeit nur auf mangelnde Medizinische Kenntnisse, ist also nicht gesellschaftlich begründet.

      Mit anderen Worten, ich plädiere dafür statt der Gleichmacherei von Männern und Frauen einfach dafür die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen einfach als natürlich anzusehen, so wie es Nomadenvölker heute noch tun.
      Auch den Chefs müssten man ihre Weisungsbefugnis mal ordentlich zusammen streichen und ihnen ihre Überwachungskameras gesetzlich verbieten, damit sie anfangen ihren Mitarbeitern Entscheidungen zu überlassen, statt sie zu gängeln. Menschen müssen Fehler machen, nur dann lernen sie aus den Erfahrungen. Die Menschen lernen das sie für alles selbst verantwortlich sind, wobei völlig außer Acht gelassen wird, ob sie tatsächlich auch die Macht haben etwas zu ändern. Sie scheitern also an der Selbstverantwortung die man ihnen als Freiheit eintrichtert.
      Und jedes mal wenn sie scheitern, trauen sie sich weniger zu. Sie werden unfähig etwas zu tun. Sie werden zu Treibern. Deshalb ragen aus diesem Volk auch keine Anführer hervor.

      Die DDR hatte ein völlig anderes Gesellschaftssystem und das war in gewisser Weise durchaus mit Çatal Hüyük vergleichbar, denn die Menschen hatten alles was sie brauchten, was ihnen fehlte war nie lebensbedrohlich. Die Existenz eines jeden war gesichert, gerade weil die Freiheit beschränkt war, gab es auch viel weniger Auswüchse. Fehler wurden nicht rigoros geahndet, jedenfalls solange sie sich sozial verhielten.

      Im Gegenteil, was sie vermissten war Luxus. Die Waage konnte durch den Staat nebenan nie ins Gleichgewicht kommen und der tat ja auch alles um ein Gleichgewicht zu verhindern. Stichwort KgU.
      Sie hatten also das Pech das nebenan ein buntes Luxus-Kaufhaus der Superlative stand, das auch noch ständig den Himmel auf Erden versprach.
      Sie starrten also die ganze Zeit neidisch auf das Kaufhaus, ohne zu sehen wieviel Elend, Leid und Opfer dieses tolle Superkaufhaus eigentlich produzierte.
      Und wenn diese Superkaufhausbewohner heute behaupten das nur ihre Weltsicht richtig sei und das sie die armen Würstchen von nebenan „gehilft“ haben, weil die ja nun auch im superbuntes Kaufhaus leben, dann zeigt sich darin schon wie kurzsichtig und dumm dieses Volk von Siegern geworden ist.
      Es denkt nicht mehr, es funktioniert nur noch um seine Existenz zu sichern. Es wird zum unkreativen, unfruchtbarem Homo Konsumensis.

      Wir könnten uns diese Matriarchatsforschung problemlos sparen, denn egalitär bedeutet nicht das Frauen und Männer gleich sind, denn das sind sie anatomisch nun mal nicht. Frauen und Männer sind eher wie die zwei Seiten einer Waage. Und egalitär bedeutet diese Waage in einem Gleichgewicht zu halten. Dazu muss sich jeder sozial verhalten.
      Individualisten werden zu Einzelgängern und verlieren den Schutz des Rudels.
      Es ist also auch das Gleichgewicht zwischen Jagdrudel und Schutzrudel, sie alle haben ihre Aufgabe und sind für den Erfolg des Rudels wichtig.
      Dieses Gleichgewicht wird durch die heutige Gesellschaft und ihre unglaublichen Auswüchse wie das Unisexklo, den Genderwahnsinn oder auch die Monopolisierung massiv gestört.

      Dadurch bekommen wir nur eine lebensunfähige unkreative Arbeitsroboter-Gesellschaft die chronisch unter Diabetes, Allergie und Burneout leidet und mit einem Tunnelblick durchs Leben geht, weil es nie die ganze Welt sieht. Am Ende steht auf ihrem Grabstein, „Hier ruht Steuerschaf xyz, Mitglied einer Wegwerfgesellschaft, geboren, im Trott des Konsumtempels aufgebraucht und schliesslich nach 50 Jahren entsorgt“.
      Schaut man sich um, so ist es 10 vor 12.

      Es ist im Grunde genommen gleich wie man diese frühe Steinzeitgesellschaft nennt, (wobei Kommunismus von Kommune abstammt und die Kommunengenossenschaft nicht wirklich erstrebenswert ist).
      Ich für meinen Teil würde eher das Wort Ursozialismus bevorzugen, weil eine Sozialgesellschaft die soziale Harmonisierung unterschiedlichster Individuen versucht, indem es durch allgemeine Beschränkung die größtmögliche individuelle Freiheit versucht herzustellen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Individuen nicht anderweitig (z.b. durch Medien) in ihrer Wahl beeinflusst werden. Und genau daran scheitert ja auch die Direktdemokratie, die viele als Allheilmittel sehen.

      Es ist also ein Spagat notwendig den man mit Parteien und Direktdemokratie nicht hin bekommt. Früher oder später werden sie alle korrupt. Man denke nur wieviel Hoffnungen man einst in die Grünen setzte. Und zum 1. WK wurden die Sozis noch als ein Haufen Spinner bezeichnet. Auch die AfD und die Linken sind bereits von ihren Idealen abgerückt. Man weiss schon gar nicht mehr was man noch wählen soll.
      Der Mensch ist ein extrem beeinflussbares Wesen, dabei geht er nicht nach Logik vor, sondern nach Bauchgefühl. Wir wählen nicht den fähigsten Politiker, sondern den der unsere Sympathie gewinnt und da wird mit Medien ordentlich nachgeholfen. Am Ende bekommen wir einen Schauspiel-Kanzler, der mehr an seinem eigenen Vorteil interessiert ist, als wirklich dem Volk zu dienen.

      Das ganze Parteiensystem funktioniert nicht, denn die Parteiführungen kleben an ihren Stühlen und sind nicht bereit den Willen ihrer Basis umzusetzen. Stattdessen verkauft sich die Parteiführung lieber an die Industrie, speziell an die Monopole. Genauso wenig funktioniert die Direktwahl, was man in der Schweiz gut sehen kann, denn da ist auch nicht alles in Butter.

      Es braucht also ganz neue Lösungen und Denkansätze um wirklich eine Gesellschaftsform zu schaffen, in der die Erfüllung des Volkswillens das einzig lohnende Ziel für die Regierung ist.
      Dieses Ziel muss zu einer existenziellen Überlebensnotwendigkeit werden.

      Das Matriachat ist also nicht die Lösung, sondern man muss eine Art Kreisverkehr schaffen, in der ständig das Unterste nach Oben kommt wird, während das Oberste nach Unten sinkt und das über alle Altersschichten und Unterschiede hinweg.

      Die Idee von Marx war ja schon mal nicht so schlecht, nur das mit der Vorherrschaft der Arbeiterpartei hat nicht funktioniert, weil eben auch eine Arbeiterpartei nur eine Partei ist.

      Nunja, im Ostblock-Sozialismus war sie gewissermaßen gezwungen auch noch ein Vorbild abzugeben. Insofern war der Machtmissbrauch geringer als heute. Dafür musste sie zur Erschaffung und Erhaltung dieses Staates quasi einen ständigen Kampf mit dem unsozialistischem Nachbarn führen
      der natürlich durch Ausbeutung viel ertragreicher war/ist.
      Aber auch der Nachbar hatte gewissermaßen das gleiche Problem, denn er musste sich sozialer geben. Bei jeder Tarifverhandlung saß also die DDR mit am Tisch und stärkte die Positionen der Arbeitergewerkschaften.
      Durch die Einheit (und die Einführung der Marktwirtschaft in anderen Ostblockstaaten) fällt diese Konkurrenz weg und jetzt wuchert das Unrecht an allen Ecken und Enden wie Unkraut.

      Im Altertum funktionierte das Ganze noch etwas anders, weil die Herrscher einfach früh starben, bevor sie völlig verantwortungslos wurden. Meist feierten sie ihre Thronbesteigung mit großzügigen Geschenken ans Volk und regierten im Schnitt etwa 4 Jahre eine Bevölkerung, die sich durchaus selbst Schwerter schmieden konnte. Notfalls reichte auch eine geschärfte Heugabel.
      Die wechselten also recht häufig.

      Heute ist die Regierungszeit eines Herrschers (Kanzlers) in Deutschland 16 Jahre und das seit 100 Jahren. Und die werden von einer Hightech-Armee geschützt die der waffenlosen Bevölkerung haushoch überlegen ist.
      Wie überlegen sie sind, zeigte ein indischen Aufstand wo 100 britische Soldaten mit 5 oder 6 Maschinengewehren 10.000 Inder an einem Nachmittag abgeknallt haben.
      Zum Dank lies sich Viktoria zur Kaiserin von Indien krönen. Gerade Queen Viktoria hat so einige Matriarchische Züge an sich, die dem Volk keineswegs Glück bescherte.

      Um auf das Beispiel Çatal Hüyük zurück zu kommen, es ist fraglich ob wirklich 10.000 Menschen während der ganzen 1200 Jahre dort wohnten. Womöglich zeigt sich hier nur die Endsituation um 6.100 BC?
      Auf der Vanaland-Karte sieht man aber, das sich die Anatolische Gesellschaft im anatolischem Neolithikum ab etwa Çatal Hüyük auf zwei Routen nach Europa bewegt, die südliche Route war dabei sehr viel reicher als jene die weiter Nördlich wanderten. Es gab also auch hier eine Zweiklassen-Gesellschaft, vielleicht nicht in der Stadt Çatal Hüyük, aber dafür in der Region.

      In Anatolien entstand zu dieser Zeit wohl der erste Sozialstress, denn so langsam war alles Land besetzt. Und daraus entsteht die Notwendigkeit das beanspruchte Land zu schützen. Und schon hat man den ersten Herrscher, denn Macht korrupiert. Dabei ist es völlig egal ob eine Frau oder ein Mann auf den Thron saß. Der erste Krieg fand dann wohl in Tell Brak(Nagar) statt.

      In Europa dauerte diese friedfertige Zeit ein bisschen länger weil es damals total unterbesiedelt war. Auch hier stellt man fest das insbesondere die Jäger und Sammler ausgesprochen alt wurden, wobei die Reproduktionsrate insgesamt recht niedrig war.
      Und auch hier ist ein Nebeneinander zwischen Jägern und Sammlern und den Linearbandkeramikern festzustellen, das eine Unterscheidung von Uns und Sie nahe legt.
      Aber hier wie dort endete diese relativ friedliche Zeit mit zunehmender Besiedlungsdichte.

      Sicherlich sind diese Art Überlegungen sehr interessant, es hat mich daher sehr gefreut mal eine völlig andere Meinung zu lesen. Es ist sinnvoll die Vergangenheit zu durchforsten ob es da nicht Modelle gibt die besser funktionierten. Und wir sollten vielleicht auch nicht erwarten, das es
      eine perfekte Lösung ist, denn eine bessere Lösung als die heutige wäre ja schon mal ein Fortschritt.

      Obwohl ich also nicht glaube das alle Schlussfolgerungen richtig sind und mit dem Matriachat alle Probleme gelöst sind, steckt doch so einiges an Wahrheit drin, worüber man mal genauer nachdenken sollte. Das war sehr inspirierend, danke. Gern wieder.
      Ich muss mir mal genau dein Facebook durchlesen, das ist auch extrem interessant.
      Vielleicht hast du ja mal Lust den einen oder anderen Artikel zum Thema Geschichte hier zu veröffentlichen? Ich denke meine Leser würden sich durchaus darüber freuen.

      Verfasst von Vanalander | 01/03/2015, 4:26 AM

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