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Deutsch als Exportartikel

Es gibt 3 Mrd. gute Gründe, sich Germanisch und Deutsch einmal genauer anzuschauen.

Natürlich könnte man nun Anbringen das die Verbreitung Germanischer Sprachen der englischen Kolonialpolitik zu verdanken ist. Englisch wurde zur Hauptsprache der USA, Australiens und Südamerikas.

Aber wirklich interessant ist, wie erfolgreich auch Deutsch ist, obwohl ihm eine Koloniale Ausbreitung fehlt.
Nicht nur das Germanisch und Deutsch seit mind. 2500 Jahre überlebt hat, es ist auch unglaublich weit verbreitet. Deutsch verbreitete sich durch Handel und Kultur.

Deutsche Wörter sind über die ganze Welt verstreut, vom Nordkap bis zum Kap der guten Hoffnung, vom Roten Platz bis zur Copacabana. Man könnte behaupten, das es ein neues modernes Phänomen sei, aber schon die Germanen die praktisch in jedem Teil Europas waren, haben mit Sicherheit auch ihre Sprache mitgebracht. Ob Berber von Barbar abstammt, kann man eigentlich nur vermuten. Und auch die berühmten Vandalen sind sicherlich schon ein Exportartikel der Völkerwanderung.
Tausende slawische Wörter sind auf Althochdeutsch zurückzuführen. Das ist nicht mehr nur ein Nachbareffekt, das ist geradezu ein Vater-Effekt.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat vor einigen Jahren damit begonnen, deutsche Wörter in anderen Sprachen zu erfassen.
Eine ausgiebige Sammlung dazu kann man hier einsehen.

Deutsch als Exportartikel:
Deutschland exportiert nicht nur Autos, Bier, Oktoberfest und Kuckucksuhren, sondern auch Teile seiner Sprache und sogar seiner Musik. Im Kongo singt man „Freude schöner Götterfunken“ und in China „Stille Nacht, heilige Nacht“ in Deutsch wohlgemerkt! Im Bulgarischen kennt man das Wort „schteker“, im Russischen den „schlagbaum“, in der Ukraine „feijerwerk“ und in Chile die „bierstube“. Die Dänen benutzen den Ausdruck „salonfaehig“, im Indonesischen gibt es das Wort „blumkol“, und im Koreanischen „autobahn“. In Japan gelten wanderfreudige Menschen als „wanderfógeru“ (Wandervogel). In Polen geht man im „slafrock“ zu Bett und in England hat man den „Kaffeeklatsching“ mit “ Apple Strudel“ eingemeindet, während die Finnen die deutsche „Kaffepaussi“ lieben und den „besservisseri“ doof finden. 
Ganz beliebt sind zusammengesetzte deutsche Worte wie „Fingerspitzengefühl“, „Schadenfreude“ oder „Weltschmerz“, weil dies in vielen Sprachen nicht funktioniert.
Aus Somalia wurden die Wörter „shule“ und „kaputi“ gemeldet und in Tansania wird ein ohnmächtiges oder betäubtes Lebewesen als „nusu kaput“ (Nuschel kaputt) bezeichnet. Interessanterweise hat man da auch ein Wort für die Ungeduld der Deutschen, nämlich „Aberjetze“
In Russland kennt man deutschstämmige Wörter wie „butterbrod“, „durschlag“ und „kompott“.  in Italien und Chile gibt es „strudel“. Die Briten züchten „kohlrabi“, die Türken braten „snitzil“, und unsere beliebten Bratwürste sind als „bratwurst“, „wurstel“ oder „wirstle“ gleich von mehreren Sprachen übernommen worden. Ebenso „kuchen“, „pumpernickel“, „wiener“ und „zwieback“.
Der Deutsche gerät wohl weltweit nicht so schnell in Gefahr zu verhungern denn irgendwo versteht man ihn immer.  
In Israel können sie problemlos ihr Auto reparieren lassen, denn jedes zweite Wort dürfte ihnen geläufig sein, aber auch in der Türkei hat man das Schiebedach als „sipidak“ eingemeindet.
Nicht zu vergessen den „riesenschnauzer“ – Hundenamen wie „Dackel“, „Schäferhund“, „Boxer“ rangieren auf der Liste der deutschen Exportwörter ganz oben oder sind pure Übersetzungen. Mit den Hundenamen haben wir auch gleich die dazugehörigen Kommandos exportiert: „Platz!“, „Sitz!“, „Pass auf!“, „Hopp“, „Such!“ und „Pfui!“ gibt es im Englischen und im Russischen.  Am erfolgreichsten sind allerdings Metalle und Mineralien: „Nickel“ und „Quarz“ kommen nach Auskunft der Dudenredaktion in mindestens zehn verschiedenen Sprachen vor, „Gneis“ und „Zink“ noch in neun. Das deutsche Wort „kindergarden“ ist ein Welterfolg geworden. Auch „wirtschaftswunder“ und „wunderkind“ und das die Griechen mit einem „volkswagen“ gleich alle Kleintransporter bezeichnen, hätte wohl auch keiner vermutet. Das ausgerechnet die Japaner und Koreaner, berühmt für ihren Fleiß, ein Wort namens „arubaito“ haben, das unverkennbar auf das deutsche Wort „Arbeit“ zurück geht, beweisst doch, was wir immer schon wussten – das wir die Arbeit erfunden haben. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße: Das Wort „arubaito“ steht im Japanischen nicht etwa für reguläre Arbeit, sondern bezeichnet Teilzeitarbeit und Aushilfstätigkeit.
 
Einen etwas merkwürdigen Humor beweisen die Franzosen die das Oberlicht als „vasistas“ bezeichnen, tatsächlich versteckt sich dahinter der deutsche Satz „Was ist das?“. Und wenn ein Pole einen kleinen Gegenstand meint, von dem er nicht weiß, wie man das nennt, dann sagt er nicht Dingsbums sondern „wihajste“ (Wie heißt das?)
 
Wir haben der Welt „sauerkraut“, „gemuetlichkeit“ und „fahrvergnuegen“ geschenkt, von uns haben die anderen den „walzer“, das „lied“ und den „rucksack“. Und wir waren die Ersten, die sich über das Waldsterben Gedanken machten, sodass man selbst in Frankreich von „le waldsterben“ sprach. Auch „schnaps“ ist ein echter Exportartikel. Und was sagt es über uns Deutsche aus, wenn sich die Finnen von uns das Wort „besserwisser“ ausleihen, die Schweden dazu noch den „streber“, und die Kanadier den „klugscheisser“? 
Schlagen wir heute eine New York Times auf, haben wir gute Chancen im Wirtschaftsteil deutsche Wörter zu entdecken.Wir Deutschen haben der Welt auch eine neue Vorstellung vom edlen Indianer gegeben, die im völligem Gegensatz zur Darstellung der Indianer in Amerika stand.
Unsere Redewendungen „das Kriegsbeil ausgraben“, „die Friedenspfeife rauchen“, „der letzte Mohikaner“, mit jemanden „auf Kriegsfuß stehen“, „Blutsbrüderschaft“ sind europaweit verbreitet, zwar nur übersetzt aber unzweifelhaft haben wir das den Karl Mai Büchern zu verdanken. „Also sprach Zarathustra“ ist durch Nietsche verbreitet, der ganz sicher kein persisches Weltreich zur Verfügung hatte. Deutsche Redewendungen gehören praktisch zum Inventar aller großen Sprachen. Es gibt sie als Glückskekse und Kalendersprüche, in Poesiealben und auf T-Shirts.

Auch gesellschaftlich haben wir die Welt mehrfach verändert mit den Büchern von Karl Marx und Friedrich Engels, mit Heinrich Heines „die schlesischen Weber“ auf den Lippen wurden die Weberaufstände in halb Europa geführt.
Sprüche wie „Religion ist Opium fürs Volk“, „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ sind nicht nur im Ostblock bekannt. Auch Kant, Hegel, Feuerbach, Herder, Humboldt, Leibnitz, Lessing, Luxemburg, Mendelssohn, Schoppenhauer, Münzer und Luther haben die Welt verändert.
Und welchen Idealen ein Ritter folgen sollte, haben wir den Minnesängern wie Friedrich von Hausen, Reinmar von Hagenau, Heinrich von Morungen, Heinrich von Veldeke, Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach oder Ulrich von Liechtenstein zu verdanken. Die Vermittlung deutscher Moral und Werte ist also kein neues Phänomen und wir haben das der Welt auch nicht mit Waffengewalt eingeprügelt.

Nicht nur Deutsch erfuhr eine hohe Verbreitung, sondern alle germanischen Sprachen haben eine weitaus größtere Breitenwirkung als es ihre meist recht kleine Landesfläche vermuten lässt.
So reden wir heute von der „Börse“, dabei geht das auf eine Straßenecke von Amsterdam zurück, an der Herr Börse wohnte. Der „fliegende Holländer“ ist auch ein Exportartikel, genauso wie die Buren und „Tulpen aus Amsterdam“. Auch der „Börsenkrach“ und der „schwarze Freitag“ werden überall richtig interpretiert. Und was wäre die Welt ohne die Wiener Walzer, Wiener Würstchen, ohne Strauß und Mozart?
Man könnte tausende ähnlicher Beispiele aus allen germanischen Sprachen anbringen, ob sie nun in der Schweiz, Österreich, Ostpreussen, Pommern, Dänemark, Belgien, Schottland, Holland oder Deutschland geboren sind.

Die rund 6000 Sprachen der Welt werden heute in 24 Sprachfamilien zusammen gefasst. Die mit Abstand erfolgreichsten sind die Chinesische und Indogermanische Sprachfamilie. Das besondere ist, das sie beide zu den eher jungen Familien gehören und eine eigentlich eher geringe Zahl an großen Einzelsprachen haben. Man könnte sie im Vergleich zu anderen Sprachfamilien geradezu als langweilig aufgrund ihrer recht starken Harmonisierung bezeichnen.
Es gibt rein sprachlich keinerlei Gründe warum Deutsch, Germanische Sprachen oder indogermanische Sprachen sich einer wachsenden Beliebtheit erfreuen und dennoch wächst die Zahl entlehnter Worte weltweit. Selbst in China kommt mit dem Fastfood-Trend auch immer mehr europäisches Sprachgut ins Land, während sich chinesisches Essen zwar einer gewissen Beliebtheit erfreut, aber der damit importierte Wortschatz eher klein geblieben ist.

Es ist nicht zu leugnen, bestimmte indogermanische Sprachen werden zunehmend dominant, unzwar weltweit. Im gewissen Sinne entspricht die Sprache dem Baum der Hominiden und wir wissen heute das alle anderen Hominiden ausstarben, nur der Homo Sapiens überlebte. Und auch der Homo Sapiens unterteilt sich in verschiedene Haplogruppen und auch dort starben und sterben einige aus, während andere überleben und sich dominant verbreiten. Ähnlich ist es mit einzelnen Sprachen, auch hier sterben einige aus während andere zunehmend dominant werden. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.

Aus dieser Logik heraus ist nicht anzunehmen, das eine heute unbedeutende Sprache in früherer Zeit erheblich dominanter war. Im Gegenteil, dominante Sprachen sind vorherrschend weil sie seit langem gesprochen werden, eine wachsende Zahl Sprecher haben und ihre Innovationen Teil des globalen Wortschatzes wurden. All das trifft für Keltisch nicht zu, aber es trifft für germanische Sprachen und insbesondere für Deutsch und Englisch zu. Grundsätzlich gibt es auch keinerlei Beweis das England oder Irland vor der späten LaTene-Zeit je eine keltische Sprache hatte. Vielmehr weisen zahlreiche keltische Worte aber auch Bräuche und Genetik eher auf eine frühgermanischen, iberisch-atlantischen oder römischen Ursprung hin.
So z.b. der gesamte Bereich Wagen, Rad der ausschliesslich auf germanische Wurzeln zurück geht, oder auch die sogenannten „Carved Stone Balls“ der Bronzezeit, deren keltischer Name verdächtig germanisch wirkt. Und das die Nebrascheibe Gold und Zinn aus Cornwall hat, belegt den engen Kontakt auf den noch Dutzende weitere Funde hinweisen.

Alles in allem zeigt sich, das die Theorien einer gigantischen keltischen Ausbreitung  schlichtweg an der Archäologie, Linguistik und Genetik scheitern. Man sollte sie eher als schwerer Fall von Keltomanie betrachten. Ein typisches Anzeichen davon ist, alles als keltische Ethymologie, Mythologie, Erfindung oder Funde zu betrachten. Erfindungen wie AngloSkandinavier, das Tabuisieren von Germanen und das Trennen gemeinsamer Mythologie ist in keinem Fall hilfreich, wenn man die wahre Geschichte wissen will.

Evolution ist wie ein Organismus der auf seine Umwelt reagiert. Das folgt nicht irgendeinem Beliebtheitsmuster.
Die Rechenmodelle zur Migration sind etwa so sicher wie die Wettervorhersage. Sie können einen groben Einfluss ausmachen. Wann es jedoch wo genau regnete, wieviel Grad dort genau in sein werden und wann die Wolken die Sonne freigeben, ist ihnen schlichtweg unmöglich. Letztendlich ist alles nur Theorie.

Im Internet ist Deutsch einer der meist geschriebenen Sprachen 7,7%, gleich hinter Englisch.
Das ist eigentlich völlig unlogisch, da 12 Länder weitaus mehr Sprecher haben.

  1. Chinesisch 23,6% (1.210 Mio) der Menschheit, davon rund 726 Mandarin
  2. Englisch: 11,3% (573 Mio) (IE-Germanisch)
  3. Indisch: 8,2% (418 Mio) davon rund 182 Mio Hindi (IE-Indoarisch)
  4. Spanisch: 6,9% (352 Mio) (IE-Romanisch)
  5. Russland: 4,7% (242 Mio) davon rund 158 Mio Russisch (IE-Slawisch)
  6. Arabisch: 4,1% (209 Mio)
  7. Bengalisch: 3,8% (196 Mio)
  8. Portugiesisch: 3,5% (182 Mio) (IE-Romanisch)
  9. Indonesisch: 3,3% (175 Mio)
  10. Französisch: 2,5% (131 Mio) (IE-Romanisch)
  11. Japanisch: 2,4% (125 Mio)
  12. Deutsch: 2,1% (101 Mio) (IE-Germanisch)

Insgesamt sprechen 32% aller EU-Bürger Deutsch (24% als Muttersprache, 8% als Fremdsprache).
PS: die Daten sind inzwischen etwas veraltet.

 

 


fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.
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