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Stammbaum der Hominiden

Aktuelle Datierungen des menschlichen Stammbaums:

  • Homo erectus (1,8 Mio – 300.000 Jahre)
    • Homo erectus mauritanicus (1,2 bis ca. 0,8 Mio Jahre), wird als Homo erectus angesehen
    • Homo erectus pekinensis (Pekingmensch), (ca. 770.000 – 400.000 Jahre), wird als lokale Variante angesehen, die Datierung ist strittig
      • Homo erectus javanensis (soloensis oder Javamensch), (ca. 546.000-143.000 Jahre), wird als lokale Variante angesehen
        • Homo erectus floresiensis (95.000 – 11.000 Jahre), wird als verzwergter „Hobbit“ angesehen, vermutlich degeneriert als Folge des Toba-Ausbruches vor ca. 74.000 Jahren
    • Homo erectus georgius (1,75 Mio-900.000 Jahre), Dmanisi-Fund in Georgien/Kaukasus, Einordnung strittig, erster Afrika-Auswanderer

Das erste Feuer

Vor etwa 1 Mio Jahren fängt der Mensch an das Feuer zu beherrschen. In der südafrikanischen Wonderwerk-Höhle fanden Archäologen im Jahr 2012 Spuren von verbrannten Knochen und Pflanzenteilen, die sie auf ein Alter von rund einer Million Jahren datiert werden. Da sie sich in einer Höhle fanden, schliesst man Buschbrände aus. Im Gegenteil, die Feuerstelle scheint sogar längerfristig genutzt worden zu sein.
Es ist der früheste Nachweis das Feuer zur Zubereitung von Essen genutzt wurde. Natürlich kann man nicht sagen ob sie das Feuer bereits selbst entzündeten oder sich Feuer von Buschbränden holten. Da Holzkohle völlig fehlt, müssen diese frühen Menschen das Feuer mit Laub und Gräser am Leben gehalten haben. Das Holz viel heisser, länger und besser brennt, scheinen sie noch nicht entdeckt zu haben. Die Fundstelle stammt vom Homo Erectus, dem ersten Hominiden der aus Afrika auswanderte. Eine umstrittene Fundstelle für Feuer fand man in Israel. Sie wird auf ein Alter von 700.000 Jahre datiert.

Gegarte Nahrung ist leichter verdaulich und verschwendet weniger Energie. Einer Theorie des US-Forschers Richard Wrangham zufolge ermöglichte erst diese eingesparte Energie dem Menschen ein leistungsfähigeres Gehirn. Etwa ein Fünftel des täglichen Energiebedarfs nimmt unser Denkorgan für sich in Anspruch – dabei macht es gerademal zwei Prozent des Körpergewichts aus. Das dies mit roher Nahrung nicht zu erreichen ist zeigen Menschenaffen, deren Gehirn sich nicht weiter entwickelten. Allerdings hat die Theorie einen Harken, der Homo Erectus lebte bereits 800.000 Jahre früher auf der Erde und sein Gehirn war bereits weiter entwickelt. Inzwischen geht man davon aus, das der Mensch vor cirka 2 Mio Jahren damit begann regelmäßig tierisches Eiweiß zu essen. Dies könnte auch durch Eier von Reptilien (Schildkröten) oder Vögeln (Laufvögel, Bodenbrüter) bzw. durch Muscheln und Fisch gedeckt worden sein.

Die Beherrschung des Feuers brachte den Homo Erectus wahrscheinlich an die Spitze der Nahrungskette, denn sein Vorfahre der Homo Habilis wurde noch regelmässig von Raubkatzen der Savanne als Beute gejagt. Dies verraten Isotopenanalysen von Zahnschmelz der damaligen Raubkatzen. Mit dem Feuer konnte sich der Mensch gegen diese Jäger verteidigen. Und da gegartes Fleisch besser schmeckt begann der Mensch vermutlich mit dem Jagen von Beute um sich diesen Luxus öfter zu gönnen. Das Feuer brachte aber auch Sicherheit und  Gemütlichkeit, wie man bei den Kohisan fest stellte. Ihre Tagesgespräche drehten sich um Nahrungsbeschaffung, doch am Lagerfeuer dreht sich alles um das soziale Miteinander, z.B. um andere Gruppen, um Singen, Tanzen, Geschichten erzählen, Familienplanung usw.

Das erste eigene Feuer erzeugten sie vermutlich durch Reibung zweier Holzstäbe. Für einen Funkenschlag aus Flint (Feuerstein) und Pyrit sind spezielle Steine notwendig, die eher nicht am selben Platz zu finden sind. Es dauerte wohl noch einige Jahrtausende bis man Ötzis Steinzeitfeuerzeug erfand.

Frühe Hominiden

Frühe Hominiden

Erste Auswanderungen aus Afrika

Homo erectus war vor ca. 2-1,75 Mio Jahren wohl der erste Mensch der Afrika verließ und sich  über ganz Europa und Asien ausbreitete. Der Zeitpunkt der Auswanderung ist entgegen früherer Annahmen sehr weit in die Vergangenheit zu verlegen. Dies stimmt gut überein mit klimageographischen Daten, die für die Zeit vor etwa 2 Millionen Jahren die Ausdehnung der an Nahrung reichen Biotope belegen, die zunächst zu einer passiven Mitwanderung einiger Homininenpopulationen geführt haben dürfte, was der Ausbreitung im frühen Pleistozän (seit ca. 1,9 Millionen Jahren) entspricht. Zeitgleich öffnete sich erstmalig wieder der Damm von Gibraltar, was das westliche Mittelmeer flutete.

Funde aus dem Kaukasus (Dmanisi, oder auch Dmanissi geschrieben, in Georgien) belegen ein Alter von 1,75 Millionen Jahren. In China werden sie gar auf 1,8 Mio Jahre datiert, (aber dort sind die Datierungen immer recht fragwürdig).

Weitere spätere Auswanderungsphasen des Homo erectus aus Afrika gab es  vermutlich im mittleren Pleistozän (um ca. 500.000-600.000 Jahren).  Daraus resultiert möglicherweise der eurasische Neandertaler.

Dem folgt der Archaische Mensch vor ca. 125.000 Jahren an, der über den Süden Arabiens zum Iran zog.

Nach bisherigen Resultaten fand die letzte Auswanderung vor ca. 60-75.000 Jahren statt, was den Funden in Israel entspricht.
Es gab also mehrere Auswanderungen passiver Art. Die Menschen zogen einfach dem Wild hinterher. Sowohl eine entwickelte Jagdtechnik als auch die Fähigkeit das Feuer zu nutzen, waren wichtige Voraussetzungen, Afrika zu verlassen und zu überleben.

Eine Studie stellte jetzt fest, das weder Homo Heidelbergensis, noch  H. antecessor, H. erectus  oder H. ergaster der direkte Vorfahre von Neandertaler, Denisova oder dem Archaischem Homo sapiens sind. Dies wiesen sie anhand der Backenzähne (Molare) nach. Diese Info stammt von Oktober 2013, spätere Studien wiedersprechen dem jedoch.
verschiedene Neandertaler
Lustigerweise sind sich die Wissenschaftler wohl noch nicht einig, welche Hautfarbe sie den Neandertalern denn nun geben wollen. Ob es den vermeintlich rothaarigen Neandertaler wirklich gab?
Kurz darauf wurde die Studie von 2013 durch die Genetik widerlegt.
 
Genuntersuchungen offenbarten jetzt das die bisher als Heidelbergensis oder Antecessor klassifizierten Hominiden in der spanischen Sima de los Huesos-Höhle, tatsächlich bereits zur Linie der Neandertaler gehören, aber auch  näher mit dem Denisova-Mensch aus Asien verwandt ist.  Er steht wohl zwischen dem Neandertaler und dem Heidelbergensis und ist quasi ein früher Neandertaler. Anhand eines Oberschenkels wurde für „Elvis“ aus der spanischen Sima de los Huesos-Höhle ein Alter von rund 430.000 Jahren ermittelt. Elvis ist kein direkter Vorfahre des Homo Sapiens, sondern eher ein Onkel.
Während sich Neandertaler und anatomisch moderne Menschen im Durchschnitt an 202 Nukleotid-Positionen der mtDNA unterscheiden, ist die Anzahl der Abweichungen zwischen dem Fund aus der Denisova-Höhle und dem anatomisch modernen Menschen mit 385 fast doppelt so groß. Die mtDNA-Sequenz des Denisova-Menschen wurden mit  54 heute lebenden Menschen, mit den jungpleistozänen Menschen aus Kostjonki 14 am Don(Südrussland), mit der mtDNA von sechs Neandertalern sowie – als sogenannte Außengruppe mit Bonobos und Schimpanzen verglichen. Leider existiert bislang keine Probe vom Homo erectus. Auch ein Homo Antecessor  kann bis heute nicht nachgewiesen werden.

Neues vom Denisova?
Ein glücklicher Fischer in der Penghu-Bucht von Taiwan zog Ende Januar 2015 einen Kieferknochen mit seinem Netz an Land, der erstaunlich dem Homo Erectus (Pekinensis) der Longtan Höhle in China gleicht. Die Region gilt als Siedlungsgebiet des Denisova-Menschen. Vielleicht handelt es sich hier um den geheimnisvollen Denisova-Mensch der ja bislang nur durch winzige Knochenfragmente bekannt ist, sodaß man sich kein Bild von ihm machen kann. Er weicht wesendlich von bisherigen Funden in Asien ab. Man misst diesem Homo Erectus eine Lebensspanne von 200.000-400.000 Jahren zu.

Nach jüngsten Informationen fand die Kreuzung zwischen Mensch und Neandertaler vor 54.000 Jahren, in Asien statt. Dies fanden sie nach Rückrechnung durch einen 37.000 Jahre alten Fund (Kostenki 14) in Russland heraus. Gleichzeitig steht die DNA des Neandertaler aus dem Altai dem des Europäer näher.
Ursprünglich sah man die Neandertaler in Syrien oder der Levante als jene an, die sich mit dem Menschen mischten. Doch neuere Untersuchungen widerlegten diese naheliegende Theorie. Offenbar wanderten europäische Neandertaler nach Zentralasien.
Dazu kommt ein neuer Fund aus der Manot-Höhle in Galiläa die zu einem 55.000 Jahre alten Menschen gehört, der eigentlich eher europäischer Anatomie entspricht. Er muss jedoch erstmal genau ausgewertet werden. Die frühesten modernen Menschen in Europa sind rund 42.000 bis 45.000 Jahre alt. Damit passt der Fund genau in die Zeit der Vermischung mit dem Neandertaler. Möglicherweise gab es mehrere Vermischungen, in der Levante und in Asien. Man darf gespannt sein das da noch so alles heraus kommt.
 
Der dritte Mann
Zum Erstaunen der Wissenschaftler fanden sie auch Hinweise darauf, dass sich der Denisova-Mensch aus dem sibirischen Altai-Gebirge vor rund 30.000 Jahren noch mit einer anderen, bislang jedoch gänzlich unbekannten archaischen Menschenpopulation vermischt haben könnte, bei der es sich weder um die Vorfahren moderner Menschen, noch um Neandertaler handelt.Als Grund des Aussterbens wird die knappe genetische Vielfalt des Denisova-Menschen gesehen, die sich trotz der langen Zeit auf offenbar wenige Linien beschränkt.(An dieser Stelle sei mal die hervorragende Arbeit der Paleogenetiker um Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erwähnt, die in mühevoller Kleinarbeit die Genetik der frühen Hominiden zu entschlüsseln versuchen.)

Ein Nachkomme des Homo erectus georgius (1,75 Mio-900.000 Jahre), Dmanisi-Fund in Georgien/Kaukasus und erster Afrika-Auswanderer ist vermutlich der

  • Homo denisova (Denisova Hominide) (780.000-40.000 Jahre) mit Genfluss von 4,8% ± 0,5 nach Tibet, Papua-Neuguinea und Australien (Melanesien)
  • Homo heidelbergensis (780.000-450.000 Jahre), Spanien, wurde ursprünglich Homo antecessor bezeichnet, wird heute als archaischer Neanderthaler vom Typ West (Europa/Westasien) angesehen.
    Dazu gehört der 430.000 Jahre alte spanische Neandertaler aus Sima de los Huesos, Atapuerca (genannt „Elvis“) dazu.

    • Homo tautavelensis (480.000 – 370.000 Jahre), Frankreich, wird als lokale Variante des Homo heidelbergensis bzw. archaischer Heidelbergensis angesehen
      • Homo neanderthalensis (230.000 – 25.000 Jahre) vom Typ West (Europa/Westasien), wie beispielsweise Vindija, Kroatien und Feldhofen, Deutschland
        • Homo neanderthalensis (230.000 – 25.000 Jahre) vom Typ Asien (Kaukasus-Altai), entspricht der Legende vom Wildmenschen „Almas“ (Plural Almasti, eine Yeti-Legende die ein Berggeist beschreibt, verbreitet vom Kaukasus bis zum Tianshan), der erste Nachweis von Feuer vor (100.000 Jahren) in der Mezmaiskaya Höhle im Schwarzmeer-Elbrus-Gebiet genau zwischen Sotchi und Maikop gelegen.
  • Abspaltung des Homo Sapiens (750.000 bis 550.000) vom Neandertaler
  • archaischer Homo sapiens (ca. 500.000–200.000 Jahre), der Afrikanische Adam, damit beginnt im wesentlichen das Acheuléen in Afrika (Beginn der Levalloistechnik)
    • Homo sapiens rhodesiensi (300.000-125.000 Jahre), auch bekannt als Kabwe 1 in Sambia wird von verschiedenen Forschern als archaischer Homo Sapiens angesehen, der erste Speerfischer
      • Perry-A aus Westafrika, yDNA A00 vor rund 270.000 Jahren, verbreitet bei Pygmäen der Mbo und Bangwa von Nigeria und Kamerun in Zentralafrika bis Niger und Ghana in Westafrika
    • Homo sapiens idaltu (yDNA A0) in Ostafrika, Fund in Äthiopien (Omo, ca. 195.000–100.000 Jahre) gilt anderen als frühester moderner Mensch (Omo 1), heute bei Bakola Pygmäen in Kamerun verbreitet
      • Mbuti (yDNA B), Pygmäen vom Ituri Regenwald, im Nordwesten der Republik Kongo an der Grenze zum Sudan (Afrikanischer Grabenbruch) gelegen, nördlich der Virunga-Berge (Berggorillas ) westliches Einzugsgebiet des mittleren Kongo.
      • Khoisan (45.000-heute) als YDNA A1 bei den Bushman-Völkern Südafrikas verbreitet
        • Nordafrika (yDNA DE), verbreitet bei Nubier, Ägypter, Berber und semitischen Völkern, möglicher Auswanderungsversuch über den Sinai
    • später Homo sapiens archaic (123.000-73.000 Jahre),
      der erste Mensch der aus Afrika auswanderte (yDNA CF)

      • europäischer Cro-Magnon-Mensch, Typ grazil (47.000-heute), yDNA C/F, mtDNA M, Aufspaltung yDNA C und F-M89, z.b. La-Braña-, der erste Mensch in Europa, noch mit schwarze Hautfarbe
        • Aboriginal (54.000-heute), yDNA C (Yap-Mutation), erster Mensch in Sumatra, Papua und Australien
          • Homo sapiens palau (10.000-500 BC), verzwergte Unterart des modernen Menschen in Palau gefunden
        • Homo sapiens sapiens, mtDNA N, Abspaltung von GH/IJ westl. des pers. Golf und K/LT östl. des pers. Golf,
          IJ sind Träger der Sumerischen Sprachen, LT die Träger der dravidischen Sprachen, alle vermutlich noch schwarze Hautfarbe

          • Homo sapiens archaic (54.000-heute) in Eurasien, yDNA K-M9, mtDNA N
            • Sapiens-Denisova Hybrid  (53.000-heute), Vermischung Denisova-archaischer Homo sapiens, (yDNA K2b-P331 oder PMS), kommt bei Tibetern, Jarawa und Onge der Andamanen sowie Ainu, Japan und Melanesien vor, zweite Ankunft in Australien.
            • Sapiens-Neandertal-Hybrid, hat sich vor ca. 54.000-53.000 Jahren mit einem Altai-Neandertaler vermischt.
              • Cro-Magnon-Mensch – Typ stabil (53.000, 47.000- heute), yDNA P und mtDNA U sowie deren Substämme R und Q
                • Eurasier ca. 45.000-heute, (yDNA NO/QR, MtDNA U, R0), Wechsel zur hellen Hautfarbe, Fund bei Mal’ta am nordwestlich vom Baikalsee/Irkutsk, Almaty, etwas jünger der Fund von Ust’Ishim im Oblast Omsk, in der Quellregion des Jenissej

    Die Forscher haben immer noch große Probleme einen Heidelbergensis, einen Neandertaler und einen Antecessor auseinander zu halten, sodaß einige dies alles als eine Gruppe Neandertaler definieren, andere trennen sie auf.
    Mittlerweile wartet man einfach ab bis die Genetik das Problem klärt und ordnet sie je nach Alter einem Vor-, Früh- und klassischem Neandertaler zu.

     

    A00 Tree

    Stammbaum der yDNA Haplogruppe A

    Überraschung – Das A00-Mysterium
    Vor einigen Jahren begann sich eine Afroamerikanische Frau für die Herkunft ihrer Familie zu interessieren. Sie überredete ihren Cousin zur DNA Spende und beauftragte eines der vielen Stammforschungsinstitute mit der DNA Analyse dieses Erbgutes. Dabei kam unglaubliches heraus.

    Diese DNA unterschied sich von allen anderen Menschen, denn sie zeigte sehr viel mehr Mutationen als alle anderen. Allein anhand dieser Mutationen wurde mittels der genetischen Uhr ein Alter von 338.000 Jahren (zwischen 237.000 bis 581.000 Jahren) ermittelt, also mehr als 100.000 Jahre älter als der älteste gefundene Homo Sapiens. Wie war das möglich?

    Ihre Vorfahren wurden einst als Sklaven vom westafrikanischen Kamerun nach Amerika verschleppt. Den nächsten Anhaltspunkt gab eine Untersuchung die anonym unter der Bevölkerung der Mbo in Kamerun gemacht wurde. Dort fand der Historiker Matthew Fomine Forka Leypey bei Untersuchungen von 175 Genproben eines ursprünglichen Waldvolkes weitere 11 Menschen mit der Haplogruppe A00.

    Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft geht man davon aus, das sich moderne Menschen der Haplogruppe A mit einer archaischen Homo-Art vermischte, die in Westafrika lebte und vermutlich bis zu 500.000 Jahre alt gewesen seien könnte.
    Daher weisst das Erbgut ihrer Nachkommen die heute zum Volk der Mbo in Kamerun gehören, sehr viel mehr Mutationen auf, als das aller anderen Menschen.

    Das Mbo ist eine Nordwest-Bantusprache die von den Mbo im Westen Kameruns und den Mbo in Nigeria gesprochen wird. Cirka  6.3% der Mbo tragen diese A00 Haplogruppe. Die restlichen Proben des Stammes tragen die Pygmäen-DNA A0-P305, die überwiegend den Bakola Pygmäen zugeschrieben wird.

    Da keine Neandertal-Gene gefunden wurden, muss es sich um eine andere Homo-Art handeln. Möglich wäre das es hier eine Vermischung mit einem Homo erectus oder einer unbekannten Art wie dem Homo antecessor handeln.

    Unter dieser Webseite sammelt Matthew Fomine Forka Leypey Gelder zur Erforschung weiterer Pygmäenvölker.

    Der genetische Engpass des Homo Sapiens vor 195.000-123.000 Jahren

    Schon seit Jahren weiss man das der Homo Sapiens durch einen genetischen Flaschenhals gegangen sein muss, da alle Menschen extrem eng miteinander verwandt sind. Doch wie kam es dazu?

    Neuere Studien besagen, das sich vor 195.000 Jahren zu Lebzeiten des Äthiopiers Omo-1 (benannt nach dem Omo-Tal in Äthiopien) das Klima zu einer langen Kaltzeit verschlechterte die bis vor etwa 123.000 Jahren anhielt. Man nennt dieses Stadium die Sauerstoff-Isotopenstufe 6. Da genaue Daten fehlen geht man von einem kühlen, trockenen Klima einer Kaltsteppe aus, was auch die Ausbreitung der Wüsten förderte.

    In die gleiche Zeit zu datieren ist zum Teil auch die Weiterentwicklung der Megafauna, also Mammut, Wollnashorn und Riesenhirsch, aber auch Fuchs, Wolf, Bären und Raubkatzen, die sich von Afrika aus angefangen im Pliozän nach und nach über das Mittelmeer nach Europa und schliesslich nach Asien und Amerika ausbreiteten.

    Die Menschliche Population die offenbar bevorzugt an Flüssen lebte, ging fortan immer weiter zurück. An den Flüssen die seit jeher von Tieren aufgesucht werden, herrschte erhöhte Konkurrenz um die Ressourcen und schliesslich überlebten Menschen nur noch an der Küste Südafrikas. Die Nahrungskonkurrenz drängte den Menschen weiter zur Meeresküste und damit zur Suche nach neuen Nahrungsquellen.

    Dort begann sie schliesslich auch gezielt das Meer als Nahrungsquelle zu erschließen. Möglicherweise förderte die Aufnahme von Proteinen aus Meerestieren die Intelligenz der Menschen, sodaß es hier zu einem Entwicklungsschub kam, an derem Ende der Mensch erstmalig richtige Jagdwaffen besaß und erste Felsbilder malte. Einige Forscher gehen soweit, das sie glauben die Menschen tauchten damals bereits bis zu 20m tief um z.B. Meeresigel und Muscheln zu sammeln. Deren Proteine fördern die Vernetzung im Gehirn, was insbesondere bei jungen Menschen positiv zur Geltung kommt.

    Versuche zeigen, das ihnen dies durchaus möglich war und das das Meer zu jener Zeit über ein ausgesprochen reiches Nahrungsangebot verfügte.

    Aus diesem Entwicklungsschub, den offenbar nur einige hundert oder tausend Menschen vollzogen, breiteten sich die Überlebenden erneut über Afrika aus. Sie folgten dabei womöglich den Herden jener Tiere wie Elefanten, Gazellen oder Antilopen die sich über den Nahen Osten nach Eurasien ausbreiteten und wurden so schliesslich zu unser aller Vorfahren.

    Die ersten Auswanderer der modernen Menschen

    Vor etwa 125.000 Jahren zeigen Klimamodelle, das die Sahara am Grünsten war und demzufolge nicht länger ein Hindernis zum Norden bildete. Zur damaligen Zeit startete wohl ein erster Auswanderungsversuch mit der y-Haplogruppe D. Vor etwa 100.000 Jahren lebte dieser Homo Sapiens möglicherweise in Israel.
    Bisher nahm man an das dieser Menschenstamm in Eurasien wieder ausstarb. Doch vielleicht überlebte ein kleiner Teil dieser Population und gehört heute zu den Ureinwohnern von Australien und Papua Neuguinea?

    Auch in einem alten Flusstal im Oman, mehr als 100 km im Landesinneren wurden Steinwerkzeuge gefunden, die auf mehr als 100.000 Jahre geschätzt werden und die eine Auswanderung aus Afrika über die Südroute ebenfalls im Bereich der Möglichkeiten rücken.

    Offenbar muss man mit mehr Auswanderungen rechnen, als es die bisherigen Modelle bieten. Dabei stellen sich verschiedene Fragen…

    Kontinentale Gretchenfragen

    Frage 1, warum wurde Europa erst so spät besiedelt?

    Die Antwort darauf ist sicherlich recht schwierig.
    Betrachtet man die Linie Aralsee-Kaspisches Meer-Schwarzes Meer so war sie während der Weichsel/Eiszeiten zumindestens Zeitweise ein unüberwindbares Hindernis.
    Nach meiner Theorie existierte  im Nördlichen Kaukasus durch den damals noch oberirdischen, heute aber unterirdischem Mantschyr ein großes Sumpfgebiet, das als natürliche Barriere das Schwarze Meer mit dem Kaspischem Meer verband. Der Mantschyr ist heute ein unterirdisch fließender Arm des Don, der vom Asowschem Meer über den Unterlauf des Don in den Mantschyr führt, der über die Sümpfe der Mantschyr-Senke zum Kaspischem Meer entwässert. Dies passiert auch heute noch, wenn der Don ungewöhnlich viel Hochwasser führt.

    Ebenso existierte weiter östlich eine Verbindung zwischen dem Aralsee und dem Kaspischem Meer, wodurch die Kaspische Senke (Aralo-Kaspische Depression) ebenfalls ein ausgeprägtes Sumpfgebiet bildete, was sich heute eher als trockene Salzsteppe darstellt. Damals entwässerte der Amu Darya auch nicht in den Aralsee wie heute, sondern bog kurz vorher nach Westen ab und entwässerte über die Aralo-Kaspische Niederung ins Kaspische Meer. Da der Amu Darya ähnlich wie der Syr Darya aus den Hochgebirgen stammt, wo Pamir und Tianshan auf Karakorum und Himalaya trifft, würde eine Schmelze die beiden Flüsse in reißende Ströme verwandeln, den Aralsee auffüllen und dieser sich mit der Aralo-Kaspischen Senke vereinen. So entsteht eine Verbindung die die aralo-kaspische Senke in ein ausgedehntes Flachwassergebiet verwandelt, was durch Pflanzenwachstum versumpfen würde, während statt den heutigen Oasen damals kleine Inseln aus dem Sumpfmeer ragen würden.
    Auch hier ist die Vorraussetzung für ein hoher Pegelstand des Kaspischen Meeres, in dem sich heute vor allen Dingen Flüsse des Kaukasus und des Ural entwässern.

    Gehen wir also von einem nordeurasischem hohem Wasserpegel aus, wie er etwa bei einer der Schneeschmelze am Ende einer Eiszeit bzw. zu Beginn einer Warmzeit auftritt, so führte das im Mittelmeer vermutlich zur selben Zeit einem niedrigen Pegel. Denn seit Jahrtausenden war das Wasser im Eis der Alpen, der Karpaten, der Pyrenäen und des Atlas-Gebirges gebunden und über die Straße von Gibraltar floss atlantisches Meerwasser nur ins Westliche Mittelmeer. Es wurde von einer Landbrücke zwischen Malta, Sizilien und Tunesien aufgehalten. Der Meeresspiegel im östlichem Mittelmeer lag also vermutlich weitaus niedriger. Zu Höhepunkten der Würm-Eiszeit etwa 120 m unter dem heutigem Meeresspiegel, wodurch weite Teile der Agais mit einander verbunden waren. Auch die Adria lag im oberen Teil trocken.

    Als Alternative nach Europa bot sich daher vor 125.000 bis 100.000 Jahren den frühen Menschen ein Weg über Anatolien an.
    Doch genau in diesem Gebiet befinden sich eine Reihe von Vulkanen, die vom Ararat, dem Vansee über den Tur Abdin, das Taurusgebirge bis nach Istanbul und die Vulkaninseln der Ägais reichen. Leider liegen mir aus dieser Zeit keine Daten vor, die eine verstärkte Aktivität der Vulkane Anatoliens begründen könnten.
    Doch eine Aktivität der Vulkane hätte sicher genügend abschreckende Wirkung und lässt es ratsam erscheinen, dieser Gegend fern zu bleiben und stattdessen lieber nach Osten zu wandern.
    Interessant dazu: Die yDNA C ist am Don und in den Pyrenäen gefunden worden, dazu kommt die mtDNA der Haplogruppe M die in Frankreich und Spanien nachgewiesen wurden – diese passen zu einer sehr frühen Menschengruppe – den grazilen Cromagnon-Menschen.
    Erst in der Warmzeit dürften die Gletscher des Kaukasus abgetaut sein, um das Schwarze Meer als Binnensee mit einem recht tiefen Pegelstand zu besiedeln.
    Menschen dieser Zeit müssen daher den Kaukasus überwunden haben was darauf hin deutet, das zum Zeitpunkt ihrer Wanderung das Schwarze Meer einen niedrigen Wasserpegel hatte und wohl eher ein angenehmer Süßwasser-Binnensee war.
    Zeitgleich entdeckte man yDNA K im Gebiet Krasnojarsk.

    Die zweite Frage wäre dann: Wie kam die Haplogruppe D nach Australien?

    Sumata-Landbrücke zwischen 25.000 und 15.000 BC und Toba

    Sumata-Landbrücke zwischen 25.000 und 15.000 BC und Toba

    Der moderne Mensch hatte sich also bereit vor 100.000 Jahren vom Orient bis nach Indien, Südchina und in die Hochgebirge ausgebreitet, als der Toba Supervulkan explodierte. Dort wo Flachland war, z.B. im Süden Arabiens, im Iran und in Indien hielt wohl nichts die Hitze, Strahlung und den vergifteten Fallout auf. Die Todeszone dürfte jedoch von den Hochgebirgen des Himalaya abgemildert worden sein. Und genau dort hatte wohl eine Population überlebt.

    Interessanterweise sind Funde von Steinwerkzeugen bereits vor dem Toba Vulkanausbruch vor 74.000 Jahren in Indien nachgewiesen, die wohl dem Toba-Ausbruch überlebten, aber in Südindien vermutlich innerhalb weniger Jahre zugrunde gingen.
    Andere ordnen diese Funde einem Neandertaler oder einer anderen Menschenart zu und behaupten das der Mensch Indien erst vor 55.000 bis 60.000 Jahren erreichte, was der frühen Datierung der Australischen Funde widersprechen würde.  (10. Juni 2013, doi: 10.1073/pnas.1306043110)

    Neuere Funde zeigen ein anderes Bild. Der bisher älteste Asiatische Fund ist die Frau von Tampa die auf 63.000 Jahre datiert wurde. Doch seit Oktober 2015 gibt es einen noch älteren Fund. Ein neues Papier aus China datiert den Fund von 47 Zähnen aus aus der Fuyan Höhle in Daoxian (Südchina) nun auf mehr als 80.000 Jahre. Diese sollen mind. 12 verschiedenen Menschen gehören. Sowohl die Region als auch die Zeit passt hervorragend zur Theorie das Indien und Asien bereits sehr früh besiedelt wurde. (Nature 14 October 2015;  doi:10.1038/nature15696)

    Die Besiedlung Asiens und Australiens:
    Neuste Genstudien enthüllen das die Tibetaner den höchsten Anteil der Denisova-DNA haben, was insbesondere für die Scherpas zutrifft, die als besonders angepasste Hochgebirgspopulation mit weniger Sauerstoff in der Luft auskommen. Diese Anpassung soll demnach ein Erbe des Denisova-Menschen sein, dessen DNA sich damit von Tibet, Nepal, Bhutan aus über Myanmar, Laos, Thailand, Vietnam, Kambodscha (Kmer-Reich), Malaysia, Indonesien, Borneo, Celebres, Papua-Neuguinea, Bismark-Archipel, Salomonen-Inseln, Neukaledonien, Fiji, Tonga, Samoa und damit in ganz Polynesien ausbreitete.

    Irgendwo zwischen Afghanistan, Pakistan, Kirgisistan – also nahe den den Hochgebirgen um Tibet und hinter dem Schutz der Berge nördlich von Indien ereilte sie die der Toba-Supervulkan-Ausbruch vor 71.000 Jahren (73.880 ± 320 cal BP).
    Wahrscheinlich flüchteten diese Gruppe Menschen ins Hochgebirge, wo die Verengung der Augen eine Anpassung auf die starke Sonnenreflexion der schneebedeckten Berge sein könnte.

    Alternativ bietet sich der Norden Eurasiens an, wo in der Kaltsteppe äußerst nahrhafte Kräuter wuchsen. Nicht umsonst bildete gerade die Kaltsteppe den Lebensraum für mächtige Tiere wie Mammut, Riesenhirsch, Wollnashorn, Höhlenbär und Säbelzahnkatzen die vor 60.000 Jahren noch ganz Eurasien besiedelten und offensichtlich gemeinsam mit ihrem Jäger, dem Neandertaler die Toba-Katastrophe überlebten. Doch der Norden Eurasiens ist weit weg – zu weit für die kleine Asiatische Menschenpopulation.
    Sicher ist, in Europa und Nordeurasien konnten Neandertaler sicher problemlos die Toba-Katastrophe überleben und auch in Afrika überlebte der Homo Sapiens.

    Der afrikanische Mensch, der europäische Neandertaler, der asiatische Neandertaler, der asiatische Denisova und auch der erste Homo Sapiens in Asien (die heutige asiatisch-australische Population) überlebten wohl die Toba-Katastrophe.

    Vermutlich fanden sie Schutz in den Bergen, wobei es hilfreich war in höher gelegenen Höhlen zu leben. Doch in trockenen Gebieten wie Arabien, Iran, Indien, Indochina und Indonesien starben die Populationen infolge der Toba-Vergiftungen offenbar nach und nach wieder aus. Allein für Indien wurde eine 15cm hohe Tuffstein-Asche des Toba-Ausbruches nachgewiesen.

    Tuffsteinasche wird in Verbindung mit der Atemluft angefeuchtet und so zu Beton. Es verklebt die Lunge und je mehr man davon einatmet, desto weniger Luft bekommt man bis es schliesslich nicht mehr ausreicht um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Ist man außerhalb der Todeszone kann man auch mit geschädigten Lungen noch überleben, doch das dürfte die Lebensspanne erheblich verkürzen.

    Der Toba förderte 2100 qkm Tephra zutage, feinste Staubpartikel und Aerosole stiegen in die Stratosphäre auf und verbreiteten sich mit dem Wind bald über den gesamten Planeten.  Diese reflektieren das Sonnenlicht und werfen es ins All zurück, die Folge ist ein globaler Temperaturrückgang. Forscher rechnen mit einem langfristigem Rückgang um 3 Grad, was die 1000 kältesten Jahre der Würm-Eiszeit ausgelöst haben soll. Kurzfristig wird sogar über einen Temperaturrückgang von 18 Grad und etwa 10 Grad für die nächsten 10 Jahre spekuliert. Dies hätte einen Vorstoß der Gletscher zur Folge.

    Wie konnten Altsteinzeitler eine solche Katastrophe überleben?

    Nunja, in Höhlenkomplexen steht sauberes Wasser zur Verfügung das jahrelang gefiltert durch das Gestein der Berge fließt und gereinigt wurde. Selbst im Falle einer extremen Vergiftung sämtlicher Oberflächengewässer dürfte das Wasser in Höhlen noch jahrelang sauber sein.

    Eine Höhle in der richtigen Lage bildet geradezu eine Art natürlichen Atombunker und bietet somit Schutz, während die im Tiefland gebliebene Population an giftigem Wasser und belasteter Nahrung nach und nach zugrunde ging. Dies gilt besonders, wenn sich die Menschen in Gebieten oberhalb der normalen Wolkendecke zurück gezogen hätten. Problematisch wäre dann aber der Gletschervorstoß.

    Desweiteren gibt es besonders im Gebirge hochwirksame Heilkräuter, womit sich Vergiftungsfolgen wie radioaktiver Niederschlag sicher besser behandeln ließ.
    Noch heute werden gerade dort wirksame Heilpflanzen gefunden.

    Kräuter sind ein guter Grund um noch höher ins Hochgebirge zu ziehen und sich lange Aufstiege zu sparen.
    Nach reiflicher Überlegung bin ich auch zu dem Schluss gelangt, das hier womöglich eine wichtige Veränderung der Jagdstrategie stattgefunden haben muss.

    Das Erbe der Neandertaler

    Im Februar 2016 gab es mehrere Veröffentlichungen zum Thema – was bewirkt das Erbe des Neandertalers im Menschen? Gleichzeitig erschien eine Studie über besondere Anpassungen der Wikinger.
    Offenbar entdecken beide Studien in der selben Gegend (Nordeuropa) Ähnliches – stellen aber den Zusammenhang nicht her. Geht man allerdings von einem Zusammenhang aus, so scheint der Altai-Neandertaler den Wikingern ein Erbe vermacht zu haben, das im Nachhinein für einige Vor- und Nachteile sorgt.
    Der Neandertaler reagiert wie der Wikinger
    1) stark auf UV-Wellen, klinisch auch Keratose genannt
    2) er neigt zu Atemwegs- und Lungenkrankheiten, klinisch COPD und reagiert besonders stark auf Kohlenmonoxid, auch die große Nase mit dem Nasenhaar könnte eine Anpassung zur Filterung des Staubes in der Luft sein.
    3) er wird schnell abhängig von Pyridin-Alkaloide (C10H14N2) wie Nikotin, Betelnuss, Ricinus
    4) er hat einen robusten Magen der auch Milchzucker aufspalten kann (Laktosetoleranz) kann aber auch Alkohol (C2H6O) auf einen zweiten Weg verarbeiten
    5) er hat eine erhöhte Blutgerinnung und kann möglicherweise leichter rote Blutkörperchen produzieren, sodaß er mehr Sauerstoff aufnehmen kann.

    Abgeleitet davon scheint die Toba-Katastrophe ein großes Ozonloch sowie größere Mengen Kohlenmonoxid und Staub verursacht zu haben. Offenbar litt der Neandertaler an Kurzatmigkeit, sodaß er nicht mehr der Ausdauerjäger sein konnte, wie beispielsweise die afrikanischen San.
    Ausgeglichen hat er dies durch Mutationen in den Blutkörperchen. Sein Blut wurde dünner, verschloss Wunden schneller und transportierte mehr Sauerstoff, was einer Sauerstoffanreicherung in Hohenluft gleich kommt. Damit kann er kurzzeitig mehr Energie und Kraft freisetzen.
    Er muss seine Jagdstrategie von ausdauernde Verfolgung auf kraftvolle Sprints verändert haben.
    Mit seiner möglicherweise geschädigten Lunge muss man das Tier sehr schnell töten. Doch ein Mammut in die Enge zu treiben ist sehr riskant und bedeutet möglicherweise tödliche Verletzungen. Besser ist es eine ganze Herde über eine Klippe zu treiben, was viel gefahrloser zu machen ist. Unten braucht man nur noch die Beute einsammeln. So kann man recht erfolgreich auch große Tiere jagen, was vermutlich eine neue Jagdtradition und die Dezimierung der Einen oder anderen Art (z.B. der Pferde, Mammuts, Antilope, Wildschafe usw.) zur Folge hatte. Voraussetzung dazu ist eine Klippe – also Gebirge, Berge, Schluchten. Natürlich bedarf das einer guten Planung um der Herde jede Fluchtmöglichkeit zu nehmen.
    Auf diese Weise erlegte er weit mehr Nahrung als er benötigt und produziert einen Überschuss den er nicht verwerten kann.
    Üblicherweise beschränkt sich Mensch dann auf die edelsten Stücke. Für Wölfe waren diese Überbleibsel ein gefundenes Fressen, also ein guter Grund den Jägern zu folgen und ihn zu beobachten.
    Bei soviel Nahrung wird ein Jäger sehr viel  kräftiger als jemand der den ganzen Tag eine einzelne Antilope jagt, die anschliessend 10 Personen ernähren muss.
    Doch dank des Überschuß hat er auch Leder und Fell übrig, die er auf neue Weise nutzen kann und so ist es wohl kein Wunder das Neandertaler keine großartigen Höhlenmalereien hinterließ. Stattdessen finden wir in Eurasien jede Menge aus Holz, Stein, Hirschgeweih und ähnlichem.

    Doch auch der Magen passte sich der vermehrt tierischen Nahrung an. Er assimilierte möglicherweise Bakterien und Viren die zum Teil seiner Magen- und Darmflora wurden. Mit anderen Worten, der Jäger war voll auf den Geschmack gekommen.
    Möglicherweise hat sich so auch die Pest dem neuem Wirt Mensch angepasst.
    Laut einer Studie war die Pest bis in die Bronzezeit nicht in der Lage eine Lungenpest auszubilden. Das heisst sie war dem Menschen nicht angepasst und stammt wohl von einem seiner Beutetiere.
    Eine weitere Merkwürdigkeit ist die Anwesenheit von Seelilien-Stärke im Zahnschmelz eines belgischen Neandertalers aus der Höhle von Spy. Es ist eher nicht vorstellbar das Neandertaler ins Wasser gingen um die Knollen von Seerosen auszugraben. Viel näherliegender ist die Vorstellung das sie Beutetiere erlegten die Seerosen-Knollen fraßen. Diese könnten nur dann in die Nahrung des Neandertalers gekommen sein, wenn er den vorverdauten Mageninhalt der Pflanzenfresser selbst seinen Speisen hinzugefügt hätte. Auch zahlreiche Raubtiere fressen bewusst den Mageninhalt von Pflanzenfressern um ihren Bedarf an pflanzlicher Rohstoffe zu decken. Da Pflanzenfresser keine Giftpflanzen fressen ist das relativ ungefairlich. Es ist lediglich die unapetitliche Vorstellung die bei uns wohl einen Würgereiz erzeugen würde. Andererseits ist die pflanzliche Nahrung im Magen bereits vorverdaut. Als „Gemüsebeilage“ ist es denkbar das ein Teil davon mit in den Neandertal-Kochtopf kamm.

    Bei einer Population von wenigen 10.000 Jägern dürften derart verschwenderische Treibjagden ganzer Herden kaum ins Gewicht fallen. Erst wenn eine wachsende Population immer mehr erlegt, würden die gejagten Tiere nach und nach verschwinden.

    Das sich der Wolf hier selbst als Kulturfolger domestizierte ist vorstellbar, denn nach einigen Generationen würde er zweifellos die Angst vor Menschen oder Neandertalern verlieren. Er kommt weder als Beutetier in Betracht, noch muss er um seinen Anteil fürchten. Stattdessen würde er den Jägern wie ein Maskottchen vorkommen, das man vermisst wenn es nicht da ist.
    Zieht man noch die riesigen Höhlenkomplexe in Betracht, die den Neandertalern oder Menschen als Unterkünfte dienten, so dürfte es auch für Wölfe mit der Zeit immer reizvoll geworden sein, sich in eine der dunkleren Ecken heimlich einzuquartieren und sich dem menschlichen Rudel anzuschließen. Er muss sich nur dem Menschen unterordnen und dazu musste er lernen ihn zu deuten.

    Erst jetzt macht es auch Sinn erstmalig den Wolf als „lebenden Fleischvorrat“ zu halten, da die Unterbringung und Fütterung von kleinen Fleischfressern in einem Höhlenkomplex sicherlich einfacher war, als die Haltung von Pflanzenfressern, die zudem eine große Menge Gras benötigen. Ein paar Hälften abgehangener Schinken sind haltbarer als Gras, das ja einer trockenen luftige Lagerung bedarf und leicht entzündbar ist. In einer Höhle ist Gras also denkbar schlecht zu lagern.

    Mit solchen Nahrungsreserven übersteht eine Gruppe Menschen auch Notzeiten.

    Es gibt sehr wohl einige Canidenschädel die wahlweise als Wolf oder Hund interpretiert wurden nur weil sie im Umfeld von Menschen gefunden wurden.
    Neuere Untersuchungen belegen jedoch das die Domestikation in Europa stattfand. Dem steht nicht entgegen, das Menschen schon viel früher kleine Wolfsjunge aus dem Bau ihrer Eltern entnahmen und als lebenden Fleischvorrat halbwild mit aufzogen. Damit waren sie zwar nicht gezielt domestiziert, könnten aber durchaus als „Notgroschen für den Kochtopf“ mit durchgefüttert worden sein.

    Doch nun entsteht ein neues Problem, denn es fehlt an genetischer Vielfalt und an Partnern.

    Die einzigen anderen Hominiden die offenbar ebenfalls hinter dem Himalaya Schutz fanden, waren die Denisova. Aber auch ihre Art dürfte durch die Toba-Katastrophe erheblich reduziert worden sein. Somit haben wohl Menschen, Denisova und vermutlich auch Neandertaler bereits um ihr Überleben gekämpft.

    Anhand der Verteilung der verschiedenen Heliobacter-pylori-Varianten im Pazifikraum lässt sich Besiedlung noch genauer rekonstruieren.
    Vor cirka  88,000–116,000 Jahren infizierte sich die Klicksprachige Population der Koisan (Sammler und Jäger aus Südafrika) mit der Urvariation des Heliobacter-pylori Bakterium. Von dort aus breitete sich eine zweite Variante nach Sambia, Malawi und Tansania aus, auf dem späteren Weg der Bantu ging es mit der Wanderung von Gnus und Zebras zum Ostafrikanischen Grabenbruch aus und spaltete sich dort in eine Nordostafrikanische und eine Nordwestafrikanische Variante (y-Haplogruppe E1 und E2).
    Die Nordwestafrikanische Gruppe (Pygmäen) breitete sich mit den Nilo-saharischen Sprachen bis nach Malta aus. Die Nordostafrikanische (Ägyptische) wanderte über das rote Meer nach Südarabien und entlang des persischen Golf nach Mesopotamien. Vielleicht ist sumerisch ein Überbleibsel dieser Sprache.
    Von dort ging es den Tigris hinauf nach Nordostiran, Afghanisten und Pakistan.

    Nach dem Ereignis wanderte diese Population nordöstlich bis zur Denisova-Höhle. Vor mehr als 60.000 Jahren vermischten sich moderne Menschen mit dem Denisova-Mensch. Demnach dürfte der ferne Osten zwischen 74.000 und 60.000 BC noch der Lebensraum der Denisova-Menschen gewesen sein.
    Und weil beide, Mensch und Denisova im selben Dilemma steckten, könnte das auch ein absolut überzeugender Grund für die Vermischung beider Populationen gewesen sein, die ja wie man feststellte, nur noch bedingt miteinander kompatibel waren.

    Die neue Denisova-Mensch-Hybrid-Populationen wanderten weiter durch die Mongolei, Westchina nach Südostasien. Auf Taiwan entwickelte sich eine Subvariante die in die Südsee reiste.  Tibetische, Chinesische, Mongolische und Melanesische Menschen verbindet insbesondere die verengten Augen aber auch die Tatsache, das sie nicht mehr ganz schwarz sind.

    Sie breitete sich über Indonesien, Papua bis nach Australien aus. Die Population wurde durch den steigenden Meeresspiegel vom Kontinent abgeschnitten, wodurch vermutlich Inselpopulationen entstanden.
    Eine Gruppe wagte die Überquerung der Meerenge um Australien zu erreichen.

    Sicherlich war eine gewisse Notlage nötig um mit primitivsten Mitteln vor 60.000 Jahren diese schwierige Meerenge von ca. 120 km zu überwinden. Der Pazifische Feuerring und seine explosiven Vulkane dürften ein solches Risiko wert gewesen sein.
    Somit isolierte sich das Australische Bakterium mit den ersten Einwanderern vor ca. 60.000 Jahren, die wohl dunkel blieben und den Australischen Kontinent besiedelten.

    Das Rätsel der Hobbit
    Neuste Entdeckungen durch Dr. Lee Berger auf Palau lassen vermuten das der „echte Hobbit“ sehr wohl zu Homo sapiens gehört, sich aber sehr schnell veränderte und auch nicht behindert, sondern eher ein Pygmäenvolk von ca. 1,05m Größe darstellt. Seine extreme Nähe zu dem 3.000 km südlich gefundenen Homo floresiensis der bis vor 11.000 Jahren lebte, ist angesichts der geringen Körpergröße geradezu verblüffend.

    Dieses Volk könnte demnach vor ca. 11.000-4.500 Jahren bereits in seiner Zwergenform eingewandert sein, doch das entpuppte sich schliesslich als Trugschluss. Der Hobbit von Flores wie auch der Hobbit von Palau kann sich sehr schnell aus den ersten Besiedlern Indonesiens entwickelt haben und durch eine vergleichbare Katastrophe die Veränderung zum Pygmäenvolk durchlaufen haben. Leider war der Hobbit von Flores wohl schon ausgestorben lange bevor der Hobbit von Palau auftaucht. Würde sich eine verwandtschaftliche Nähe zeigen, so wäre wohl auch der Hobbit von Flores ein Mitglied von Homo sapiens.

    Die Verdrängung in Palau wird den Austronesischen Sprechern zugeschrieben, die vor ca. 3000 Jahren Palau besiedelten. Man vermutet, das sie vor ca. 3000 Jahren von China über die Philippinen kamen und das östlich liegende Palau besiedelten. Noch heute sieht die negroide Palauische Urbevölkerung eher wie australische Aborigines aus. Dazu passt auch die Datierung der Palauer Funde die nur 2.900-1.400 Jahre alt sind. Ihnen folgten dann die Polynesier aus Indien (Lapita-Kultur) die ab 1500 v. Chr. von Melanesien nach Polynesien aufbrachen.
    Die relative Gleichzeitigkeit der Funde lässt darauf schliessen, das es sich um Veränderungen aufgrund eine einzigen Katastrophe handelt, die nicht vom Meer (Tsunami), sondern eher von oben (Vulkanausbruch oder ähnliches) kam.
    Da Palau selbst nicht vulkanisch aktiv ist, war es wohl ein Vulkan aus dem Bereich des Pazifischen Feuerringes (Philippinen oder Molukken). Fraglich ist auch wie sie die mind. 800 km von Palau zum nächsten Festland überbrückten?

    Es gibt alte Südsee-Legenden die von kleinen behaarten Menschen erzählen. Die Legenden erzählen das man Feuer vor der Höhle dieses Zwergenvolks legte um sie zu töten, da sie Nahrung bei den austronesischen Siedlern stahlen und somit als Plage um die knappen Ressourcen der Inseln wahrgenommen wurden. Da auch Kannibalismus in der Südsee nicht ungewöhnlich war, ist es durchaus vorstellbar, das die deutlich größeren austronesischen Neuankömmlinge diese Pygmäenvölker auf den Inseln gezielt jagte.

    Am Ende der Rekonstruktion stellte sich heraus das sich die Palauer Hobbits erheblich auch von den Hobbits in Flores unterschieden und durch große Zähne und breite Nase auszeichneten. Sie könnten bis 500 nach Christus noch auf den Inseln um Palau gelebt haben und wären damit ein verlorener Stamm des Homo Sapiens.
    Damit liefert dieser Fund den Ansatz, das es doch keine jahrtausendelange Anpassung bedarf, sondern vielmehr drastische evolutionsbedingte Veränderungen innerhalb nur weniger Generationen statt finden können.
    Das wirklich Aussergewöhnliche daran ist, das diese Menschen eine Abspaltung des modernen Menschen darstellen, die gleichzeitig zur römischen Geschichte bis zur Zeit der Völkerwanderung lebte. Und das könnte wieder passieren. Das Rätsel Palau ist noch längst nicht gelöst.
    („Auf den Spuren der  echten ‚Hobbits‘, das Rätsel von Palau„)

    Demnach stammt ein Teil der Polynesier von diesen Denisova-Mensch-Nachkommen die über Tibet nach Thai-Taiwan-Micronesien wanderten, der andere Teil der Polynesier stammt vermutlich von drawidischen Indern, und die Isolation der abgeschnittenen Population bildete die speziell australische Variante der schwarzen Aboriginal und Südseebewohner.
    Die am weitesten zurückgebliebenen Nachkömmlinge der afrikanischen Auswanderer werden zu den hellhäutigen Eurasiern.
    Das ganze hier nochmal auf einer „Bakterien-Wanderkarte“ dargestellt.
    Heliobakter Wanderung

    Der zweite Auswanderungsversuch war wesentlich erfolgreicher und führte über eine Meerenge zwischen Südarabien und dem Horn von Afrika. Vor 70.000 Jahren betrug der Abstand zwischen der Meerenge rund 11 Km.
    Diese Population war vorerst in Afrika geblieben und damit weit genug von der Toba-Explosion entfernt.
    Sie begegneten auch nicht dem Denisova-Menschen, sondern trafen vor 54.000 Jahren stattdessen auf seinem Neffen, dem Neandertaler. Die Folge dieser Begegnung war, das sie das genetische Erbe der Neandertaler in sich trugen, damit wesentlich heller als alle anderen Menschen der Welt wurden und Eurasien besiedelten. Ihre Nachfahren wurden zu den ersten Europäern. Andere entwickelten kleine schmale Augen und wurden zu den Vorfahren von Chinesen und Mongolen. So ganz hat man dafür noch keinen triftigen Grund gefunden.

     

    Archäologische Epochen 

    Die Epoche des Mittelpaläolithikums (Mittlere Altsteinzeit), wird auf etwa 100.000 bis 40.000 Jahre geschätzt und beginnt mit der Levalloistechnik. Die Levalloistechnik (auch Schildkern-Technik) war die typische Abschlagtechnik des Neandertalers bei der Bearbeitung von Feuerstein. Sie ist bereits während des Acheuléen im Vorfeld der Saaleeiszeit seit mindestens 200.000 Jahren belegt. Fundstellen in Deutschland sind Neumark-Nord im Geiseltal bei Merseburg, Eythra, Zwochau und Markkleeberg (nahe Leipzig), Lübbow und Woltersdorf (Landkreis Lüchow-Dannenberg) und Rheindahlen (bei Mönchengladbach).

    Funde aus der Bocksteinhöhle belegen, daß Neandertaler die Höhlen des Lonetals schon vor 50.000 bis 70.000 Jahre als Aufenthaltsort und Lagerstätte nutzten. Aus dieser Zeit wurden vor allem Steinwerkzeuge wie Faustkeile, Schaber und Keilmesser gefunden.

    Als Moustérien wird eine Epoche des europäischen Mittelpaläolithikums bezeichnet. Das Moustérien im engeren Sinne beginnt vor rund 120.000 Jahren und dauert bis vor etwa 40.000 Jahren. In dieser Zeit fallen auch die Kulturen des Szeletiens (Blattspitzen) und Châtelperronien. In Deutschland fällt die Salzgitter-Lebenstedt („Lebenstedter Gruppe“) zu buche.
    In Europa ist diese Form noch mit der Kultur der Neandertaler assoziiert. Die jüngsten Fossilfunde von Neandertalern stammen aus Spanien (z. B. Zaffaraja, Gibraltar), Kroatien (Vindija) und von der Halbinsel Krim.

    Das Micoquien ist eine archäologische Kultur der Neandertaler in Mittel- und Westeuropa, deren Schwerpunkt im späten Mittelpaläolithikum liegt (ca. 60.000 – 40.000 vor heute). Wichtige Fundstellen in Deutschland sind die Balver Höhle (Nordrhein-Westfalen), der Bockstein im Lonetal (Baden-Württemberg) und die Sesselfelsgrotte im Altmühltal (Bayern).

    Das Aurignacien (40.000 bis 31.000) markiert die Periode in der der moderne Mensch einwanderte.  Bisher nahm man an das der Neandertaler für den Kultursprung mit verantwortlich ist, doch Untersuchungen zeigen das er bereits die Gegenden verlassen hatte, bevor die üblichen Techniken des Aurignacien erscheinen.

    Der archäologische Fundplatz in der Nähe des Dorfes Breitenbach im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) ist ein bedeutender Vertreter der jüngeren Altsteinzeit. Der Freilandlagerplatz wurde vor mehr als 30.000 Jahren vom anatomisch modernen Menschen wiederholt aufgesucht und als Elfenbeinwerkstatt genutzt. Anhand typologischer Untersuchungen der Breitenbacher Geräteinventare wird der Fundplatz der ältesten Kultur der jüngeren Altsteinzeit zugeschrieben. Die Funde werden auf 30.824±338BP datiert.

    Die Vogelherdhöhle (kurz: der Vogelherd) bei Niederstotzingen im Lonetal ist ebenfalls ein bedeutender Fundplatz des Jungpaläolithikums in Mitteleuropa. Die Höhle liegt im Archäopark Vogelherd auf der östlichen Schwäbischen Alb.

    Die Elfenbeinplastiken des Vogelherds gehören zu den berühmtesten Werken jungpaläolithischer Kleinkunst. Darunter das ca. 32.000 Jahre alte Wildpferd (Vogelherd-Pferdchen). Es stellt einen Hengst in typischer Imponierhaltung dar.

    Weitere Figuren stellen ein Ren, ein Bison, einen Höhlenbär sowie mehrere Großkatzen (Panther oder Höhlenlöwe) dar.

    Kunst der Steinzeit

    Kunst der Steinzeit

    Hiermit fangen gewöhnlich alle „Out of “ Thesen an. Obwohl die Wissenschaft von einer Auswanderung von Afrika ausgeht, gibt es immer wieder mehrwürdige Beispiele wie die „Out of Amerika“ Theorie oder die „Out of India“ Theorie. Die „Out of China“-Theorie ist wohl inzwischen wiederlegt. Ich halte diese Theorien für Unsinn.

    Die wohl interessanteste Neuerung ist die Beimischung von Denisova-Genetik in Teilen jener Urpopulation die von Sumatra über Papua Neuguinea den australischen Kontinent erreichte. Die Genetische Beimischung verläuft etwa über Zentral-Philippinen, vor Borneo  und durch Sumatra. Die höchste Beimischung in Asien tragen die Tibetaner, was wirklich überrascht. Alle anderen Nichtafrikaner tragen ein bisschen Neandertaler-DNA mit sich, auf den wohl die Auswanderer im Nahem Osten gestoßen sind.
    Bei  den Europäern zeigt sich in der Norditalienischen Toskana (Region der Etrusker) sowie in Irland/England und bei der Haplogruppe N der Jakuten eine etwas höhere Beimischung von Denisova.

    Gleichwohl denke ich das dies ein wichtiger Grund ist, diese Region in Asien als eine von mehreren Geburtsregionen anzusehen, die aufgrund ihrer Lage ggf. auch auf Grund ihrer Höhe oder ihrer besonderen Population besonders mutationsfreudig waren/sind.
    Dazu gehört meiner Meinung nach der afrikanische Grabenbruch, die Altai-Sajan-Region in Russland, der Baikalsee, die Region Kashmir und das Tal von Chitral in Pakistan wo mächtige Gebirgsketten aufeinander treffen,  die Region am Vansee und Urmiasee, Georgien das antike Kolchis, der Kaukasus, die Krim und die Ägais aufgrund ihrer Brückenfunktion, Malta und Sizilien aufgrund ihrer Nähe zu Afrika, Mittelamerika aufgrund seiner Verengung und die Region Germanien weil sie schlichtweg Zentral in Mitteleuropa liegt.
    Diese Regionen bilden eine Art natürliche Schleusen und verbinden Nord mit Süd, Ost mit West. So treffen viele verschiedene Menschen aufeinander und Gelegenheit macht bekanntlich Liebe :-).
    Wer viel probiert, da ist auch die Natur viel experimentierfreudiger oder anders gesagt „mutationsfreudiger„. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Mensch wie Tier wählen den Weg des geringsten Widerstandes, also statt Berge hoch zu krackseln, geht man lieber drumherum, sofern das nicht ein riesiger Umweg ist. Um seine Energie in Bergwanderungen zu verschwenden, braucht man schon triftige Gründe, also spezielle Pflanzen oder Tiere die sich leichter erlegen lassen, vielleicht auch attraktive Wohnhöhlen oder eben Rohstoffquellen wie Minen.
    Eine Geburtsregion bildet eine natürlich Schleuse für Mensch und Tiere. In diesen Regionen sollte also eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sowie Wasser und Nahrung anzutreffen sein und das zu jeder Zeit. Mit anderen Worten sie ist hochattraktiv.

    In Europa trennen die Alpen und die Mittelgebirgskette den Norden von den Süden. Man muss sich also entscheiden ob man nördlich oder südlich der Alpen herum geht.
    Wenn sich viele Menschen treffen, entstehen dort durch Kreolisierung (Vermischung) auch neue Sprachen. Ein Homeland muss all diese Parameter erfüllen und von den unzähligen vorgeschlagenen Regionen kann man da schon mal gucken wer heraus fällt.

    Und so geht es weiter:

    • der archaische Homo sapiens (ca. 130.000 – 100.000 Jahre)
    • der Vindija-Neandertaler (40.000-25.000 Jahre) mit Genfluss von 2,5% ± 0,6 in alle nicht-afrikanischen Menschen
    • Homo sapiens sapiens oder auch Cro-Magnon Steinzeitlicher Mensch (40.000-12.000 Jahre), die Kultur nennt man Endzeit-Acheuléen, belegt durch Grotta del Cavallo (Apulien) in Zusammenhang mit der Uluzzien-Kultur in Süditalien, datiert anhand beiliegender Muschelschalen auf 42.000–40.000 Jahre, erste Werkzeugfunde datiert man bis 44.000 Jahre zurück.
    • dessen italienisches Gegenstück ist das sogenannte Châtelperronien  (38.000-33.000 Jahre), welches in Norditalien und Frankreich verbreitet ist und dem Cro-Magnon Menschen entspricht.
    • Auf etwa auf 32.000 Jahre wird das älteste Kleidungsstück, ein Lendenschurz in der  Geißenklösterlehöhle datiert.
    • Mal’ta und Afontova Gora westlich vom Baikal-See bis zum Sajan-Gebirge
    • Kostenki Kultur, Ukraine (ca. 30.000 BC-20.000 BC), auch Kostenski-Willendorf-Kultur oder Sungir-Kostenski-Kultur oder Kostenki-Streletskaya-Kultur genannt, am Fundort Avdeevo am mittleren Don fand man Venusfigurinen vom Typ Willendorf, die Kostenki-Kerbspitzen ähneln den in Norddeutschland, Südskandinavien, vermutlich jagte man mit Wurfspeeren Mammut, Hirsch, Eisfuchs und Wildpferd.  Auch an der Kama und am Unterlauf des Donez wurden Funde gemacht.
      Dort aus Sungir bei Susdal, ca. 200 km nördlich von Moskau fand man auch die älteste Kleidung die erstaunlich modern wirkt. Lederne Jacke und Hose (wie z.b. auch Ötzi), teilweise mit Pelz besetzt mit passenden indianischer Mokassins. Das Ganze mit aufgestickten Eisfuchszähnen und Elfenbein-Perlen. Ergänzt wurde dies mit zahlreichen Beigaben wie Speere und Figuren (Mammut und Pferd) aus Elfenbein. Eindeutig Zeichen von hohem Ansehen.
    • Älteste Darstellung einer Kopfbedeckung und eines Gürtels aus dem Gravettien vor mehr als 21 000 Jahren in Frankreich. Dabei handelt es sich um ein aus Mammutelfenbein geschnitztes Köpfchen aus der Grotte du Pape von Brassempouy in Frankreich, das eine kapuzenartige Kopfbedeckung trägt.
    • Auftauchen von Pfeil und Bogen vor ca. 20.000 Jahren ist warscheinlich eine Afrikanische Erfindung.
    • Homo sapiens Chancelade (17.000-12.000 Jahre) in Südfrankreich, Klassifizierung stark umstritten, wird speziell mit den Magdalénien verbunden.
    • Kerbspitzkulturen z.b. Hamburger Kultur, Ahrensburger Kultur, Hensbakka oder Fosna-Kultur, Komsa-Kultur   und Einwanderer in Schottland aus der Hamburger Kultur vor etwa 13.000 Jahren
    • Jäger und Sammler (15.000-7000 Jahre, Swiderian Kultur), gegen Ende taucht hier u.a. die erste Keramik auf.
    • Beginn der Besiedlung durch Farmer (vor ca. 9.000-8.200 Jahre)

    Der Cro-Magnon-Mensch
    Das Jungpaläolithikum bezeichnet den jüngeren Abschnitt der eurasischen Altsteinzeit von etwa 40.000 Jahren bis zum Ende der letzten Eiszeit um etwa 9.700 v. Chr. Der Beginn des Jungpaläolithikums wird mit der Einwanderung des „anatomisch modernen Menschen“ (Homo sapiens) nach Europa gleichgesetzt. Die Einwanderung wird aufgrund frühester Formen des Aurignacien aus dem Nahen Osten und über den Kaukasus abgeleitet und harmoniert mit dem Cro-Magnon-Menschen.
    Es lassen sich zwei morphologische Varianten der Cro-Magnon-Menschen des Jungpaläolithikums unterscheiden – eine hochwüchsige und eine grazile.
    Die Menschen der Grotte des Enfants 4, Barma Grande 5, Předmosti 3, Pavlov und Sungir 1 gehörten dem sehr hochwüchsigen Typus an, die wohl aus Westasien kommen.
    Die Funde von Arene Candide 2, 3, 5 und Riparo Continenza entsprechen dem ausgesprochen grazilen Typ der vermutlich aus Afrika kommt.
    Eine Mittelstellung nehmen der Cro-Magnon 2, Předmosti 9, Předmosti 14, Paviland, Ohalo 2, und Wadi Kubbaniya ein und, etwas kleiner, die Menschen von Předmosti 5, Arene Candide 12, Riparo Continenza und das weit jüngere Skelett aus der bayerischen Klausenhöhle (zirka 16 000 BC).  Die meisten untersuchten Europäer und Westasiaten oberhalb von 15.000 Jahren zeigen die mtDNA U, z.b. U2, U8 oder einfach nur als U* oder U klassifiziert.

    Eine mögliche Genetik für den grazilen Typ wäre die yDNA C (C1a2-V20 ehemals C6-V20). Als mögliche mtDNA wird HV diskutiert.

    Das Rätsel der ersten Europäer

    Doch bei all den Funden die von den ersten Europäern stammen, fehlt in unserem heutigem Genpool jede Spur. Wer waren diese Menschen die vor etwa 45 000 Jahren nach Europa vordrangen, hier auf die Neandertaler trafen, die Eiszeit überstanden und eben auch die großen kulturellen Leistungen der Altsteinzeit hervorbrachten?

    Eine Gruppe Forscher entnahmen von insgesamt 35 Skeletten, die bei Ausgrabungen zum Vorschein gekommen waren, Genproben. Der älteste Fund war 35 000 Jahre alt, der jüngste 7000. Das Ergebnis überraschte, denn tatsächlich hatte niemand diese mitochondriale Haplogruppe auf den Plan und man hielt sie anfangs sogar für einen Fehler, denn drei der ältesten Proben zeigten die Haplogruppe M. Sie ist in Asien, Australien und Amerika verbreitet, doch in Europa existiert sie praktisch gar nicht.

    Vor 55.000 Jahren wanderte die mtDNA MN aus dem Nahen Osten nicht nur Richtung Asien, sondern auch nach Europa ein. Vor rund 28.000 Jahren waren es Frauen aus der Haplogruppe M die wahrscheinlich jene eindrucksvollen Höhlenmalereien von Lascaux oder Chauvet erschufen.

    Neue Flaschenhälse für Europa

    Inzwischen rekonstruieren die Forscher drei Flaschenhals-Ereignisse für Europa.

    1) Die erste Welle kam vor rund 45 000 Jahren, als der anatomisch moderne Menschen erstmals seinen Fuß auf europäischen Boden setzte. Sie sollen nach Schätzung der Forscher nur eine kleine Gruppe gebildet haben, die bis vor ca. 24.000 Jahren sich kontinuierlich über Europa ausbreitete und dort das Aurignacien (45.000-30.000 v. Chr.) und das Gravettien (33.000-24.000 v. Chr.) bildete. Die Funde dazu stammen aus Goyet und La Rochette in Frankreich.

    Doch dann erreichte die letzte Eiszeit ihren Höhepunkt und machte für fünf Jahrtausende Leben nur noch in geschützten Rückzugsorten möglich, die verständlicherweise im Süden lagen. Menschen mit der mtDNA-Haplogruppe M gehörten nicht dazu, denn sie starben aus und verschwanden aus Europa.

    2) Die zweite Welle kam, als sich das Klima wieder besserte. Nun besiedelten Einwanderer oder Überlebenden vor ca. 22.000 Jahren vom Süden her die vom Eis befreite Landschaft Europas erneut. Sie gehörten zur Haplogruppe N und bildete verschiedene Untergruppen  (z.B. mtDNA R aus Fumane in der Po-Ebene von Norditalien). In Europa bildet diese Gruppe das Solutréen (22.000-18.000 Jahre, ausklingend bis 15.000 Jahre) und ist überwiegend im Raum Südfrankreich, Pyrenäen und Mittelmeerküste anzutreffen, wo sich die Subgruppe R0 entwickelte, während es in Mitteleuropa vorwiegend als Magdalénien und in Italien bzw. Griechenland als Epigravettien bezeichnet wird und dort vermutlich die Gruppe JT hinterlies, die nach Anatolien abwanderte. Vor rund 14.500 Jahren erlosch schliesslich auch diese mtDNA-Linien in Europa, doch zuvor hinterlies sie im Osten weitere Kinder, darunter die Haplogruppe PU am Baikalsee und eine noch weiter östlich ziehende Haplogruppe BF.
    Grund dafür war möglicherweise das Alleröd-Interstadial, eine Warmzeit (11.400 bis 10.730 v. Chr.) und kurz darauf die jüngere Dryas, eine Kaltzeit (10.730–9.700 v.Chr.).

    All diese Menschen entsprachen dem Cro-Magnon-Menschen.

    3) Die dritte Welle drang von Osten her erneut nach Europa und besiedelte vor etwa 12.000 Jahren das Herz von Europa.  Mit dieser Gruppe erlangte die mtDNA Haplogruppe U weite Verbreitung. Die als Kostenki Kultur bezeichnete Gruppe erlangte vermutlich in der Swiderian Kultur ihr späteres Kerngebiet und breitete sich von hier aus aus.

    Währenddessen entwickelte sich aus der Haplogruppe R0 in Iberien die Haplogruppe HV, die sich als Megalithvolk erneut über Europa ausbreitete.

    Sungir Rekonstruktion

    Sungir Rekonstruktion

    Für den hochgewachsenen Typ wird immer mehr die y-Gruppe R* favorisiert, aufgrund eines 24.000 Jahre alten Fundes am östlichen Baikalsee in Mal’ta (yDNA R* + mtDNA U) und Afontova Gora (yDNA R* + mtDNA U, der erste Fund mit mongoloiden Features). Diese wird daher Afontova Kultur genannt und war vor 22.000- 14.000 v. Chr. am Baikal verbreitet.
    Die Y-Haplogruppe N die heute der Verbreitung entsprechen würde, ist bisher nicht durch yDNA von so frühen Funden belegt.

    Vor etwa ca. 15.000 Jahren wanderten dann nach und nach Jäger und Sammler mit der noch unsicheren yDNA (F-M89,K-M9, P*, R*?) und der mtDNA U2, U3, U4, U5 vermutlich aus der Kostenki Kultur  nach Zentraleuropa ein und besiedelten den Nördlichen und östlichen Bereich Europas einschliesslich Doggerland.
    Der älteste untersuchte Fund Kostenki 14 aus Markina Gora wird auf 33,250 ± 500 BP datiert und trug die mtDNA U2.
    Verbindet man dies mit der Kostenki Kultur könnte das eine Einwanderung vom Jenissey, Ob, Ural bis zum Don sein.

    Allerdings kollidiert das mit der bisherigen Theorie, diese R1a-Gruppe den ersten Farmern zuzuordnen, vielmehr müssten sie dann zur dritten Welle aus dem Osten gehört haben. Nach derzeitigem Stand gehören die ersten Farmer der yDNA G an. Die spannende Frage ist daher, wo entstand R1a, ist sie wirklich jünger als R1b, war sie bereits im Osten Europas ansässig (Kostenki Kultur) und wie kommt ein sehr alter früher R1a-Zweig nach Nordchina?

    Wenn R* tatsächlich zur dritten Welle Einwanderer nach Europa gehört, müssten unterwegs irgendwo in den 15.000 Jahren Wanderung weitere voreuropäische Abspaltungen zu finden sein.
    Die bisher bekannten Abspaltungen stammen aber nur aus der Gegend um den Baikalsee wo sich R* in eine R1-Gruppe, Diuktai Kultur (18.000-13.000 BC) genannt (der zukünftigen Clovis-Indianer), eine Asiatische R1b (Träger der Turksprachen), eine alte Nordchinesische R1a-Gruppe (im Tarimbecken) und eine indische R2 Abspaltung (Träger der Drawidischen Sprachen?) aufspaltet. Der erste R1a findet sich dann in der Kostenki Kultur die etwa im Norden der Ukrainisch-russischen Grenze lokalisiert wurde.

    Der laktosetolerante Zweig R1a-Z93 steht den Europäern viel zu nahe und sollte ein weiterer Abzweig der laktosetoleranten europäischen Genetik von R1a-M283 sein. Damit wäre er ein Nachfahre der noch nicht laktoseintoleranten europäischen R1a-M196, sodaß ein R1a-Europäer väterlicherseits der Vorfahre von R1a-Z93 sein muss. Sie ist also auf keinen Fall eine frühere voreuropäische Abspaltung, sondern entstand erst im europäischem Neolithikum oder gar erst in der Bronzezeit.

    Gehen wir noch mal auf den Stand von vor 100.000 Jahren zurück. Wenn zu diesem Zeitpunkt der Aralsee über die Aralo-Kaspische Senke mit dem Kaspischen Meer verbunden war und das Kaspische Meer über die geflutete Mantschyr-Senke und dem unterem Don in Verbindung mit dem Asowschem Meer zum Schwarzen Meer stand, dann ist es einer Gruppe Menschen (wie der Gruppe von Mal’ta am Baikalsee vor 24.000 Jahren, dem Zeitpunkt der maximalen Vereisung Europas) nicht möglich in den folgenden Jahrtausenden der Schmelze vom nördlichen Eurasien (Russland) in den Nahen Osten bzw. Anatolien zu gelangen. Daraus ergibt sich eine Trennung in eine nordeurasische und südeurasische Population, die bis zur Abtrocknung der Aralo-Kaspischen Niederung und der Mantschyr-Senke vorhanden war. Der einzige Weg nach Süden war westlich um das Schwarze Meer und Istanbul oder östlich um den Aralsee herum.

    Anhand der neu gewonnenen mtDNA-Sequenzen haben die Forscher zudem die Abspaltung der beiden großen Linien der Auswanderer aus Afrika – die M- und die N-Linie – auf 55.000 bzw. 44.000 Jahre datiert.

    Alles in allem gibt es mind. drei sich widersprechende Studien über die ersten Besiedlungen. Das wird also noch richtig spannend.

    Der südliche Jäger
    Seit dem Solutréen (22.000-18.000 Jahre) sind erste Pfeilspitzen in Spanien nachgewiesen, der erste Bogenfund stammt aus Mannheim und ist datiert auf 14.680 ± 70 BP, seine Reichweite lag bei 80m.  Alles in allem lässt sich vielleicht auf afrikanische Einwanderer (über Malta) schliessen, wo der Bogen schon 8000 Jahre früher bekannt ist.
    Das entspricht dem Alter von yDNA E1a und mtDNA HV von ca, 27.0000 -25.000 Jahren warscheinlich im Ostafrikanischem Grabenbruch geboren. Sie durchquerten die noch grüne Sahara und wanderten vor ca. 20.000 Jahren über Malta-Sizilien nach Europa ein, womit auch die Neandertaler verschwanden. Womöglich war da auch der yDNA C1a2-V20 von La Brana in Nordspanien dabei.

    Die Wanderung über den Orient erscheint mehr und mehr falsch, aber wer weiss, vielleicht gab es ja sogar drei Einwanderungen. Diese Route wurde bisher für die ersten Cro-Magnon-Menschen favorisiert, die vor 40.000 Jahren einwanderten. Allerdings betrachtet man derzeit wohl jede Population die älter als 10.000 Jahre ist, als Cro-Magnon-Mensch. Wenn dem so wäre, sind sie noch immer quicklebendig und sozusagen unter uns – naja ihre Nachfahren natürlich.

    Schliesslich kam E1b und mtDNA H/HV aus der Capsien (9.000-3.000 v. Chr.) über Malta nach Europa.

    Früheste Kulturstufen nach dem Endzeit-Acheuléen sind:

    Magdalien

    Magdalénien (17.000-12.000 BC)

    Vor 13.000 Jahren brach schliesslich die Landverbindung zwischen Malta und Sizilien endgültig. Damit war die europäische Population erstmal isoliert.

    Die nordafrikanische Küste entwickelt sich vom Atérien (40.000-15.000 v. Chr.) zum Ibéromaurusien (17.000 bis 8.000 v. Chr.) und ist damit zeitgleich zum europäischen Magdalénien (18.000–12.000 v. Chr.).
    Die Nordwestküste Afrikas scheint die südliche Grenze der Verbreitung des Cro-Magnon-Menschen in Afrika zu bilden, der die südliche Mittelmeerküste und dessen Hinterland besiedelte. Benannt nach wichtigen Fundpunkten gibt es die Unterstufen des Ibéromaurusien was man Mouillien und Oranien nennt.

    Erste Kulturen an der Nordwestafrikanische Küste, Iberomaurusien, Capsien und Oranien

    Erste Kulturen an der Nordwestafrikanische Küste: Iberomaurusien, Capsien und Oranien

    Die bedeutendste der Nachfolgekulturen in Nordafrika war das Capsien (9.000-3.000 v. Chr.) in Tunesien, das allerdings von einer anderen Population- bzw. Volksgruppe (mediterraner Typus) getragen wurde. Dieser Gruppe waren Grabbeigaben und Ocker, Ziegen und Schafe bekannt. Typischerweise findet man bei ihnen Rückenmesser und Rückenklingen, eine Vorform der Federmesser, sowie Mikrolithen.

    Sie kann man nicht mehr zu den frühen Hominiden zählen. Trotzdem sein erwähnt, das die Capsien womöglich mit den Vorläufern der Merimde-Kultur (7000-4500 BC im Nildelta) eng verwandt sind, aber infolge der angenehmen Sahara aus dem Niltal (Sudan/Nubien) nach Nordwestafrika zogen.

    Daraus würde sich ergeben das die Capsien Träger der yDNA Haplogruppe E-Z827 (E1b1b1b) wären, die sich von der äthiopischen Gruppe E-V68 (Kuschitisch) abgespalten hätten und in Tunesien sesshaft geworden war, wo zur Zeit der grünen Sahara mehrere große Seen entstanden waren.
    Berber, Numidier, Tunesier und Libyer wären dann wohl die eigentlichen Träger von E-Z827 und würden damit eine Art Brudervolk der Nubier, Eritäer und Sudanesen darstellen, die aus dem kuschitischen Äthiopien kommend den Norden Afrikas erobert hatten.

    Nordafrikanische Capsien-Funde

    Nordafrikanische Capsien-Funde

    Interessanterweise wären auch diese E-M81 Einwanderer warscheinlich Schwarz gewesen oder sagen wir besser sonnengebräunt. Und es entspricht ziemlich genau der Ausbreitung der afroasiatischen Sprachfamilie vom Kuschitisch am Horn von Afrika über Tschadisch in Zentralafrika zur altlibyschen/numidischen Sprache und Guanche (Ureinwohner der Kanarischen Inseln) an der Nordküste Afrikas.

    Das würde auch bedeuten das das prädynastische Ägypten sicher schwarz war. Die Aufhellung heutiger Nordafrikaner aber auch des Orients scheint von Europäern zu stammen, wobei sicherlich schon die Minoer und Mykener aber auch Alteuropäer über Iberien und Malta ihren Teil zur Verbreitung der hellen Hautfarbe beitrugen.
    Dies belegt u.a. die Verbreitung von R1b in Nordafrika wobei die ausgetrocknete Sahara Kontakte zwischen Nord und Süd behinderte, sodaß südlich der Sahara die dunkle Hautfarbe dominiert, nördlich davon die aufgehellten Nordafrikaner. Die y-Haplogruppe E wurde wohl generell durch Kontakte mit Europäern aufgehellt und war eigentlich dunkel. Daher auch die vielen Darstellungen dunkler Würdenträger im alten Reich von Ägypten.

    Swiderien-Kultur

    Swiderien-Kultur

    Die Ursache dieser Aufhellung sind die Nordeurasischen ugrischen Jäger und Fischer, die auch besondere Größe und Widerstandsfähigkeit vererbten, während die Farmer die Kulleraugen, die große Nase, den Bartwuchs und den Ackerbau beitrugen.

    Durch die Afrikaner kam die Sportlichkeit und der leichtere Körperbau, aber auch der Recurvebogen nach Europa, wie Felsbilder im Algerischem Tassili nahelegen und damit eine Route über den Tschadsee nahe legen.

    Das alles trug zum Erscheinungsbild heutiger Europäer bei. Da diese Aufhellung im Orient völlig fehlte, ergibt sich daraus das alle anderen Populationen in Iberien, Malta, dem Orient, Indien und Nordafrika noch dunkelhäutig mit braunen Augen waren, während die ersten Einwanderer nach Amerika bereits in Kontakt mit Nordeurasiern gekommen waren, die von Mal’ta in Sibiren aus nach Amerika wanderten und damit schon eine leichte Aufhellung in sich trugen, woraus sich das Aussehen typischer Indianer ergibt, die ja keine Schwarzen sind.

    Fruehe Migration nach Europa - Vanaland These

    Fruehe Migration nach Europa – Vanaland These

    Die Berbersprachen spalteten sich erst im Mittelalter durch das Kalifat von Cordoba auf. Altägyptisch/Koptisch, mittelkanaanitische Sprachen bzw. Altaramäisch (Aram=Damaskus) markieren dann den Weg nach Nordosten, während Arabisch im Südosten beheimatet ist und erst mit der Expansion des Islam weiträumig Verbreitung findet. Die Verbreitung der Afroasiatischen Sprache erfolgt also von Südwest nach Nordost.
    Ob auch der sogenannten Nordsemitische Sprachzweig also die Eblaitischen-Akkadischen Dialekte die in der Amuq-Ebene von Syrien, im Chabur-Quellgebiet und warscheinlich auch am Vansee existierten, wirklich Afroasiatisch also Semitisch sind, bezweifle ich stark, da die Verbreitung hier von Nordwest nach Südost erfolgte und mit der Hurritisch-Maitanischen Expansion überein stimmt, die sicher keine  semitische Bevölkerung darstellt, aber wohl einen eisenzeitlichen Sprachbund mit dem Semitischem eingeht. Eine ähnliche Situation finden wir auch in Indien vor, wo es den drawidisch-indoarischen Sprachbund gibt.
    Demzufolge muss auch die Vorstellung einer semitischen Sprachverbreitung im bronzezeitlichen Orient falsch sein. Weiteres folgt unter dem Thema indoiranische Ausbreitung.

    Zwar verfügt die südliche Balkanhalbinsel über eine ca. 19,6% Population (E-M78/E1b1b1a1) die durchaus aus dem Nildelta über die Levante kam, aber dies dürften vermutlich Dorer oder Phönizier sein. Es gab historisch dokumentierte Einwanderer aus der Levante, sodaß ich E-V13 nicht als neolithisch in Betracht ziehe. Die Europedia zieht keine historischen Völkerbewegungen in Betracht und kommt zu einem anderen Urteil. Daher halte ich ihre Theorie für nicht tragfähig.
    Tassili-n-Ajer in Algeria

    Giraffen in der Sahara, Tassili-n-Ajer in Algerien

    Die zuvor an der Nordwestküste Afrikas lebenden Altsteinzeit-Ibéromaurusien dürften warscheinlich der Gruppe E1a-M33 angehören, die u.a. auch von Pygmäenvölker getragen wurde. Das noch Mitglieder der Ibéromaurusien über die moderneren Capsien tatsächlich Europa erreichten, könnte durch die Funden der mtDNA L3 belegt sein, die in Sizilien und Iberien gefunden wurde. In dem Fall hätte es tatsächlich vor Urzeiten möglicherweise mal Zwergenvölker in Südwesteuropa gegeben, die sogar ursprünglich schwarz waren. Eine durchaus lustige Vorstellung. Andererseits zeigt es, das es damals schon in Europa hellhäutige Altsteinzeitler gegeben haben muss.

    Wie groß „klein“ sein kann demonstieren folgende Daten aus Westafrika: Durchschnittsgröße Frau 144cm, für Mann 153 bis 156cm. Im Osten Afrikas sind die Männer der Pygmäen nochmal 13cm kleiner.
    Ihr Kleinwuchs wird durch eine verringerte Produktion des Wachstumsfaktors IGF I ausgelöst.
    Einen Indiz dafür könnte auch ein Mann sein, der etwa die Größe von 156cm hatte und ca. um 7.000 BC in Griechenland in einer Höhle gefunden wurde, wo er offenbar über Malta, Sizilien, Apulien und über die Adria hingelangte. Die DNA war nicht zu bestimmen.
    Einwanderer aus Anatolien (die späteren Farmer) waren sicher etwas größer.
    Für Kontakte spricht die Verbreitung einer helleren Hautfarbe bei den Pygmäenvölkern, deren Babys durchaus genauso hell sein können wie europäische Babys. Erst im Laufe der Zeit verdunkelt sich ihre Haut, bis sie schliesslich problemlos als Schwarze durchgehen. Eine Sonnenbank brauchten sie jedenfalls nicht.

    Offensichtlich müssen sie daher ursprünglich mal weiter nördlich gelebt haben. Von den zuwandernden Capsien (den späteren Megalithikern) wurden sie dann in die Sahara nach Süden verdrängt, aber sie mischten sich wohl auch, sodaß auch die Capsien noch z.T. ihre Genetik noch trugen.
    Somit dürfte E1a und E1b-M81 die yDNA der Capsien gewesen sein.

    Seneb und seine Familie, Hofbeamter im alten Ägypten, 4. Dynastie (um 2670–2500 v. Chr.)

    Seneb und seine Familie, Hofbeamter im alten Ägypten, 4. Dynastie (um 2670–2500 v. Chr.)

    Sowohl Griechen als auch Ägypter kannten kleine Menschen. Die Ägypter hatten sogar eine ausgesprochen moderne diskriminierungsfreie Sicht. Zumindestens scheint es so.
    Die Frage ist, ob es wirklich so modern war oder es dafür einen anderen Grund gab?
    Antike Menschen sind eigentlich relativ rassistisch, man denke da nur mal an Rom. Aber es scheint, das gerade im Ägypten des alten Reiches Kleinwüchsigkeit durchaus Normalität waren.

    Auch der Name des kleinwüchsigen Seneb (übersetzt „ist gesund“) deuten nicht gerade an, das sie Kleinwüchsigkeit als Krankheit definiert haben. Das diese Kleinwüchsigen gar Prinzessinnen ehelichten, deutet eher auf eine Oberschicht, die vielleicht über besonderes Wissen verfügte? Als Priester des Cheops-Sohnes Radjedef hat Seneb mitten  zur Blütezeit des Pyramidenbau gelebt.

    Chahira Kozma, eine Gerichtsmedizinerin haben diese „Zwerge“ so fasziniert das sie darüber eine Arbeit schrieb. Die ältesten Funde von „Zwergen“-Skeletten in Ägypten datieren demnach auf etwa 4.500 BC.

    Auch aus der Zeit zwischen 2.700 und 2.190 vor Christus sind zahlreiche Knochen von Kleinwüchsigen in Ägypten erhalten. Das diese nicht ausgegrenzt, sondern akzeptierter Teil der Gesellschaft waren, das belegen zahlreiche Dokumente und künstlerische Artefakte.

    Zwerge schafften es sogar in den Götterhimmel. So ist Ptah, der Protogenos (erst Götter) von Memphis ein Zwerg. Sein „Hirtenstab“ ist praktisch genauso groß wie er selbst. Er soll die Menschen auf einer Tonscheibe geformt haben. Ptah nimmt damit die selbe Stellung wie Amun ein, der ihn wohl verdrängte.
    Ob Ptah eine Form von Patah ist und somit eher mit dem Begriff Vater zu übersetzen sei, sei nur mal erwähnt.

    Auch Bes wird als Zwerg dargestellt und gehört zu einer uralten Form von Göttern, die offensichtlich fremder Herkunft ist. Ihr steht die Katze zur Seite.
    Schliesslich verschwanden die Zwerge aus der Gesellschaft. Doch im Mesolithikum könnten sie durchaus die vorherrschende Bevölkerung von ganz Nordwestafrika (Nachfahren der Iberomaurusien Kultur) gewesen sein. Dies würde auch die ungewohnte Normalität als Teil der Gesellschaft erklären.

    Ein weiterer Aspekt ist die Verbreitung von Hunden in Afrika. Der Hund ist eine Domestikation des europäischen Grauwolfes und dürfte daher in Nordeuropa oder Nordeurasien domestiziert worden sein. Seit mindestens 15.000 Jahren ist er ein treuer Begleiter der Menschen. Auf eine frühe Verbindung zwischen Europa und Afrika weist deshalb der Hund hin.

    Tassili n'Ajjer Rock Art, Libyen, Tadrart Acacus 2007

    Tassili n’Ajjer Rock Art, Libyen, Tadrart Acacus 2007

    Darauf deutet auch ein weiterer Umstand. So gibt es im Gilf El-Kebir, einem Hochplateau westlich von Ägypten an der südlichsten Ecke Libyens Petroglyphen mit der Darstellung von schwimmenden Menschen, Hunden, Giraffen und Strauße. Im Darb el-Ghabari sind auch schwangere Frauen gemalt. Also zu einer Zeit als die Sahara grün gewesen war, muss dort eine Gesellschaft samt Hunde existiert haben. Ähnlich sieht es wohl in Tadrart Edjer und Tassili n´Ajjer-Plateau (Zentralsahara und Südost-Algerien) aus, wo der Architekt Jürgen F. Kunz jahrzentelang die Wüste erforschte.

    Da aber der Hund in Europa von einer völlig anderen Kultur domestiziert wurde, dürfte er um etwa 5500 BC noch garnicht in der südlichen Sahara angekommen sein, es sei denn er fand eine „Abkürzung“. Und genau die könnte über Sizilien und Malta führen. Den selben Weg nahm wohl auch sein Verwandter der Fuchs. Natürlich wäre auch eine Ausbreitung über den Orient möglich, allerdings ist der Rotfuchs ein Kulturfolger und folgt ebenso wie der Hund dem Menschen.

    Auch auf der Ashmolean-Palette (Ägypten, ca. 3100 BC) sind bereits Hunde mit Schlappohren dargestellt, unzwar mit Giraffen, Elefanten und Löwen. Die Darstellung kommt der vom Tassili n’Ajjer recht nahe, die viel realitätsnäher sind als die normale ägyptische Darstellung. Gleiches gilt für das Seth-Tier das bereits extrem früh in der Mythologie Ägyptens auftaucht.

    Zwei-Hunde-Palette

    „Zwei-Hunde-Palette“, oder auch Ashmolean-Palette (3100 BC), digital restauriert

    Bestätigt wird die Anwesenheit von Ägyptern in der Sahara durch ein Krugdepot-Hügel „Abu Ballas“ ca. 160 km südwestlich der Dakhla Oase, sodaß ein Handelsweg vom Tschadsee über das Gilf El-Kebir, Wādī Yaqūb (Biar Yaqub) nach Dakhla, Kharga und Memphis auszumachen ist, der während des alten Reiches genutzt wurde. (Zum Vergleich, das ist etwa 4x die Strecke von Luxor nach Hurghada oder einmal den Nil innerhalb Ägyptens.) Nördlich des Gilf El-Kebir lässt sich auch das seltene Libysche Wüstenglass finden.

    Auf seinen Expeditionen im Frühjahr 1999 und im Winter 1999/2000 fand Carlo Bergmann den antiken Weg und ca. weitere 800 Krüge; auf 27 Depots und Scherbenplätze verteilt sowie die Königskartusche des Djedefre (alias Radjedef, regierte ca. 2580-2570 BC) und des Cheops. Auch hier wieder der selbe Pharao dem der kleinwüchsige Seneb diente.

    Interessanterweise entwickelte Ägypten in dieser frühen Periode des alten Reiches nicht nur eine, sondern gleich zwei Schriften nebeneinander, die Hieroglyphen in Stein und die Hieratische Schrift für die Verwaltung. Auch der Pyramidenbau fällt hauptsächlich in diese Zeit. Alles Zufall?

    Warscheinlich lebten diese kleinwüchsigen Volksstämme zur Zeit der Karthager noch im Bereich des Niger in Mali, Niger, Mauretanien und im südlichen Algerien.
    Ab 750 BC besitzt La Gomera auch europäische Haplogruppen z.b. yDNA R1b und mtDNA U sowie viele andere. Hier endet wohl die Zeit dieses uralten Volkes von denen heute nur noch Mythen bekannt sind.

    mtDNA L Funde in Spanien

    • Tres Montes, Navarra, Spanien, [TM-3] und [TM-18] ca 2130 BC, mtDNA L2, Fernández 2005
    • Costa Lloguera, Castellon de la Plana, Spanien, [COST3], Glockenbecher-Kultur, mtDNA L3a, Fernández 2006; Gamba 2008; Oliver 2008
    • Assud de Villareal 2nd sepulchre, Almassora (Castellon) [1AV1], Glockenbecher-Kultur, mtDNA L3, Gamba 2008
    • Jovellus sepulchre, Benicassim (Castellon) [1JO1], Glockenbecher-Kultur, mtDNA L3, Gamba 2008
    • Malpaso cave [2MP4], Glockenbecher-Kultur, mtDNA L3, Gamba 2008

    Es sei erwähnt das Gamba und Fernández sich 2005/2008 offenbar unsicher mit der Zuordnung waren.

    mtDNA L Funde im Orient:

    • Mari [12], Syrien, Sumerische Kultur, ca. 2550 BC, mtDNA L2a1, Fernández 2005
    • Tell Halula [H 37] und [H 43], Syrien, Neolithikum PPB, 6800-6000 BC, mtDNA L2a1, Fernández 2008

    mtDNA L Funde auf den Kanaren-Inseln (ca. auf 1700 BC datiert):

    • Arenas, Tenerife, Gran Canaria, Guanche Kultur, mtDNA L2, Maca-Meyer 2004
    • Arenas, Tenerife, Gran Canaria, Guanche Kultur, mtDNA L3e2, Maca-Meyer 2004
    • Guayadeque, Gran Canaria, Guanche Kultur, mtDNA L3*, Maca-Meyer 2004
    • Los Polieros, La Gomera, 2xGuanche Kultur, mtDNA L3*, Maca-Meyer 2004
    • Tazo, La Gomera, 2xGuanche Kultur, mtDNA L3*, Maca-Meyer 2004

    Die Austrocknung drängte sie dann vollendes nach Schwarzafrika. Die Pygmäenvölker vertragen keine Milch, sodaß sie die Aufhellung nicht von modernen Europäern infolge des Sklavenhandels geerbt haben können, auch wenn die in Europa gefunde mtDNA eher aus der Bronzezeit stammt. Auch hier könnte es wieder zutreffen das man eine spätere Besiedlung erwartete und daher eher die oberste Datierung für realistisch hielt.

    E1a-M33 ist heute eine äußerst rahe Gruppe deren höchste Population momentan die Dogon darstellen, die nicht nur die kleinwüchsigen Tellem aus Mali vertrieben, sondern sich auch mit ihnen vermischten. Daher sind deren Kinder die man Twa nennt, heute eher in Nigeria und Kamerun verstreut und deutlich dunkler, ja sogar eines der dunkelsten Pygmäen-Völker. Doch über 40% der Dogon tragen dafür heute die Haplogruppe E1a-M33. Dies ist ein Zeichen dafür das diese Pygmäenvölker einst eher Westlich des Tschadsee angesiedelt waren und bis hinauf zur Mittelmeerküste einschliesslich der Kanaran verbreitet waren. Erst durch die moderne Ausbreitung (Islam) wurden sie von dort verdrängt.

    Timbuktu war wohl näher als man denkt und es ist wohl auch kein Zufall, das dort wo heute die Dogon leben, eine recht frühe Keramiktradition entstand, die heute auch bei dem Pygmäenvolk der Twa fortbesteht. Die Dogon haben um ca. 1400 AD das dort ansässig Pygmäenvolk der Tellem vertrieben, deren Nachkommen warscheinlich die inzwischen assimilierten Twa sind, die es nach Kamerun verschlagen hat. Die Verdrängung nach Süden legt nahe das die Dogon einst aus dem Norden kamen. In der Mythologie der Dogon waren die Tellem klein und rothäutig, also ein typisches Pygmäenvolk.
    Andererseits sind die Dogon selbst berühmt für ihre spektakulären Lehmbauten, ihre Masken, ihr Weltbild und ihre ausgesprochen farbenprächtige Kultur. Insbesondere die Kanaga-Masken erinnern stark an die Berbersprache. Interessant ist auch ein Tanz auf Stelzen der durchaus Riesen andeuten könnte.

    Interessantes zu den Dogon:
    Die Mehrheit der Dogon praktiziert eine traditionelle Stammesreligion mit ausgeprägter Ahnenverehrung. Als Schöpfergott verehren sie eine Gottheit namens Amma. Weitere Spekulationen gibt es über Sternenwissen bei den Dogon. In einem 1977 erschienenen Buch „Das Sirius-Rätsel“ stellte der Autor Robert Temple, auf Grundlage der Arbeiten von Griaule und Dieterlen, die pseudowissenschaftliche Hypothese auf, dass dieses angebliche Wissen den Dogon vor langer Zeit durch außerirdische Besucher vermittelt wurde. Sollten sie wirklich aus dem Norden kommen, so könnte das ein Hinweis auf Kontakte zu den Karthagern sein, bei der der Sirius das Zeichen ihrer Göttin Ishta alias Astarte ist, die seit Urzeiten mit dem Siriusstern dargestellt wird. In dem Fall dürfte auch anderes Wissen der Karthager in der Mythologie der Dogon eingang gefunden haben. Diese haben eine sehr ausgeklügelte Kosmologie, an deren Anfang Amma steht, der das Urei schuf. Amma könnte dann identisch mit Amun sein. Im Urei wuchsen u.a. zwei Zwillingspaare heran. Ogo und Nommo. Nommo bekam den Himmel. Aus Ogo wurde ein Fuchs (Blassfuchs oder Rüpellfuchs) der auf der Suche nach seinem weiblichem Gegenstück die Erde durchstreift.
    Der Rüpellfuchs lebt in Wüsten- und Halbwüstengebieten Nordafrikas und Arabiens und ist direkt mit dem Rotfuchs verwandt. Der Blassfuchs lebt im Monsungürtel und ist das Gegenstück zum Nordafrikanischen Fennek oder Wüstenfuchs. Der Fuchs ist vermutlich das sogenannte Seth-Tier der ägyptischen Mythologie und übrigens auch ein naher Verwandter des europäischen Rotfuchses. Seth wird in der griechischen Mythologie mit Typhon identifiziert. Sohn der Gaia und des Tartaros. Er sollte Gaias Rache an Zeus für die Vernichtung ihrer Kinder, der Titanen und Giganten werden. Sie gebar den Typhon in einer Höhle bei Korykos in Kilikien.
    Im alten Ägypten hieß dieses Seth-Tier „sha“, im modernen Ägypten heisst der Fuchs „salawa“. im Hebräischem heisst „shalom“ Frieden.
    Aus Teilen von Nommo erschuf Amma die Dogon. Die Menschen folgen den Spuren des Fuchses, dem glücklosem Vorläufer ihrer Zivilisation. Da diese Welt ständig Gefahr läuft in Unordnung zu verfallen, muss nun der Welt periodisch ein Opfer gebracht werden um die Ordnung zu erhalten.
    Das traditionelle Dogon-Lehmhaus ist ein aus der im Ursprung hergestellten Ordnung abgeleitetes Symbol. Die Tür liegt im Norden, gegenüber an der Wand steht der Herd, bestehend aus zwei Steinen, die West und Ost markieren. Das Flachdach ist der Himmel, eventuell bilden vier kleine Dächer am Rand die Kardinalpunkte. Im Erdboden ruht Lébé, der in eine Schlange verwandelte Urmensch mit dem Kopf nach Norden gerichtet. Der ganze Dorfplan entspricht demselben Prinzip. Damit ist die wichtigste Aufgabe des Ursprungsmythos erreicht: die Ordnung der Welt.
    Auch die im Westen benachbarten Bamara am Mittellauf des Niger haben in ihrer Mythologie Vorstellungen die durchaus Kontakte mit den Karthagern suggerieren. Demnach wurde es den Göttern zu eng im Himmel sodas sie auf die Erde auswanderten.
    So durchlaufen die Bamara 5 Initiationszyklen wodurch sie sich als Junge, als auszubildender Jugendlicher, als Krieger (Eintritt in die Erwachsenenwelt), als Ehemann und Vater oder als Patriarch einer Sippe qualifizieren. Währen der Initiation zum Krieger werden sie in die Deutung der Mythologie und die Deutung der heiligen Schriftzeichen eingeführt. Ähnlich wie es die Edda in der Gylfaginning beschreibt. In gewisser Weise ist das eine Initiationsreise des König Gylfi, der warscheinlich der dänische König Gottfried (* um 785, regiert ab 804 bis †814 in Haithabu) (alternativ Gudfred, lat. Godofridus, dänisch Godfred oder schwedisch Gøtrik).
    Vermutlich lies er oder seine Söhne diesen Teil der Edda niederschreiben, weil er fürchtete das Ragnarök würde zum Untergang der Wikinger führen. Sein Bruder Olaf war der König von Vesterfold, sein Sohn war Rodulf alias Ragnar von Friesland der 836 geboren wurde.
    Kleiner Tip: Sollten sie mal eine Reise planen, ist das Dogonland wirklich zu empfehlen, denn es gibt sehr viel zu entdecken. BCT-Touristik bietet spezielle Reisen nach Mali zu den Dogon an. Besonders schön ist hier auch die Kombination einer Reise auf dem Niger. (Und ps. nein ich verdiene nichts für den Tip.)

    Pygmäen sind heute über Mali, Niger, Nigeria, Burkina Faso, Tschad bis nach Kamerun verstreut. Die Pygmäenvölker Nordafrikas sprechen das sogenannte Nilo-Saharisch mit einem starkem Bantu-Einschlag. Nilo-saharisch wird heute in Niger, Tschad, Sudan und im Süden Libyens gesprochen und ist näher mit der Kushitischen Sprache verwandt.
    Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, ob in der Mythologie der Pygmäenvölker noch Hinweise auf Grabhügel und Megalithbauten existieren, die überall in der Sahara verstreut zu finden sind. Die Verdrängung der Pygmäenvölker könnte mit den Phöniziern im Norden und mit den Assyrisch-Kanaanitischen Einwanderung in Zentralafrika zu tun haben.

    Rückbesiedlung oder Fremdeinflüsse im vorkolonialen Afrika
    Ein weiteres Volk das nichtafrikanischen Einfluss nahe legt sind die Fulbe oder auch Fulani genannten Stämme von Rindernomaden, die sich vom Senegal bis zum Tschadsee ausgebreitet haben. Auch hier muss eine ursprüngliche Herkunft von Aethiopien oder auch dem Sudan angenommen werden, wo sie eventuell schon mit Semiten in Südarabien in Kontakt kamen. Als um 600 BC Assyrer an den Tschadsee siedelten und dort ein Reich gründeten, deren Nachkommen wohl die Hausa-Reiche sind, muss das die benachbarten Fulbe (Sokoto-Gruppe am Tschadsee) beeinflusst und nach Westen getrieben haben.

    Die Rückbesiedlung Afrikas

    Die Rückbesiedlung Afrikas nach der Theorie von Prof. Dierk Lange stimmt mit der Verbreitung von R1b-V88 während der Eisenzeit über Ägypten überein.

    605 v. Chr. zog Nabupolassar´s Sohn Nebukadnezar II gemeinsam mit den Medern gegen eine Allianz aus dem Pharao Necho II. und den entmachteten Assyrer Aššur-uballit II. in die Schlacht von Karkemisch (606 BC). Necho II. wollte dabei die Assyrer als Pufferstaat erhalten. Die Allianz verlor und die Assyrer flüchteten über Ägypten nach Afrika, wo sie sich am Tschadsee niederließen und das Reich von Kanem errichteten. Damit läuteten sie auch die Eisenzeit am Tschadsee ein. Hinweise zu einen Transsahara-Handel finden sich bei Herodot und Claudius Ptolemäus, letzterer berichtet über die Reisen des Römers Iulius Maternus 90 n. Chr. in Begleitung des Königs der Garamanten. Dabei besuchten sie ein Land namens Agisymba (persisch Aga/Āqā=Oberhaupt und simba=Löwe, Löwenkopf) das unter der Herrschaft der Garamanten stand, wobei bis heute umstritten ist, wo sich dieses Land genau befand. Die Warscheinliche Lage ist das Kawar-Tal südöstlich vom Ténéré an der Grenze zwischen Niger und Libyen. Die Nachkommen der Assyrer finden sich dann in den Hausa-Reichen und später bei den weiter westlich lebenden Fulbe. Die selbe Theorie hatte schon Prof. Dierk Lange der die Geschichte von Kanem-Bornu genau erforschte. Im 13. Jhd. kamen Jemenitische Araber dazu.
    Dies widerlegt schonmal die übliche Theore das ähnliche Namen ein reiner Zufall seien. Tatsächlich sind sie oft kein Zufall.
    Die Fulbe sind das größte Volk von Westafrika und auch vom Wuchs her ungewöhnlich groß gegenüber den Nachbarn. Als die Koloniesation Afrikas durch Europäer begann besaßen die Fulbe die Hegemonie über Senegal und halb Westafrika und galten als eine Art „schwarze Europäer“.
    Wie auch die Dogon verfügen sie über eine extrem reichhaltige Kultur, bei der vor allen Dingen eines hervor sticht, da sich die jungen Männer anlässlich von Festen das Gesicht kunstvoll mit gelber oder roter Farbe bemalen. Offensichtlich steckt dahinter ein Schönheitsideal verbunden mit hellerer Haut als es ihr dunkler Typ normalerweise zulässt. Besonders die Fulbe Bororo im Sahelland von Niger (Nachbarn der Dogon) sind sehr traditionell, während andere Gruppen inzwischen zum Islam übergetreten sind. Seit dem 10 Jhd. lebten sie nachweislich im Bergland von Guinea.

    Rueckbesiedlung Afrikas durch Kanaaiter, Assyrer und Phönizier

    Rueckbesiedlung Afrikas durch Kanaaiter, Assyrer und Phönizier (nur begrenzt auf der Karte) und ihr Einfluss auf die Kulturen im Verlaufe des 1. Jahrtausend v. Chr.

    Das alles legt nahe das es eine Ost-West-Verschiebung bedeutender Völker vom Tschadsee nach Westafrika gab, die mit der Präsenz von R1b-V88 (Assyrern) zusammen hängt und daher nicht in die Steinzeit, sondern vielmehr in die Eisenzeit zu datieren ist. Eine R1b-V88-Präsenz im steinzeitlichem Afrika dürfte damit ausgeschlossen sein. Eine Rückbesiedlung nach Afrika, die verschiedentlich propagiert wird, gab es sicher nicht. Und auch das Alter dieser „Rücksiedler“ ist deutlich jünger als die Genetische Uhr es errechnet. Diese Genetische Uhr verschätzt sich da um mehr als 1500 Jahre.
    Stattdessen zeigt sich das der Einfluss der flüchtenden Assyrer (R1b-V88) auf Zentralafrika (Sao-Kultur, Mdaga-Kultur), das von der späten Steinzeit (Gajiganna-Kultur) direkt in die Eisenzeit geschleudert wurde, wobei Zilum wohl als einer der Ersten assyrischen Einfluss zeigt.
    Das verschob die Machtverhältnisse Zentralafrikas erheblich und begünstigte somit den Aufstieg der Fulbe und Hausa. Aus dem Stadtstaat Daura, dem traditionellen Zentrum des Hausalandes zufolge kam der eigentliche Gründungsheld ein Königssohn namens Bayajidda (Assur-uballit II?), der mit seinen Truppen aus Bagdad (Ninive) geflohen sein soll, über Bornu nach Daura. Er zeugte Karbagari, der der Stammvater der „sieben banza-Staaten“ wurde. Sein anderer Sohn Bawo wurde zusammen mit dem älteren Sohn Biram zum Stammvater der „sieben Hausastaaten“.
    Die Traditionen der sieben eigentlichen Hausastaaten lassen auf israelitische Einwanderer schliessen, während die der sieben Banza-Staaten auf mesopotamische Einwanderer hindeuten. Das erinnert stark an Abrahams Söhne Isaak und Ismael.
    Interessant ist, das neben assyrische auch jüdische Hausa-Reiche gegründet wurden. Dazu muss man wissen das Nebukadnezar II die jüdische Oberschicht verschleppte, was darauf hindeutet das die Juden des Nordreiches sich auf Seiten der Assyrer gegen Babylon stellte. Offenbar fürchtete man die Rache Babylons für die Ausrottung des Baal-Kultes durch Jehu. Dieser hatte die Omriden-Dynastie entmachtet und sie samt den Baalpriestern im Nordreich ausgerottet.
    Da deren letzter König Hoschea sich hilfesuchend an die Ägypter wandte, die gerade selbst in der dritten Zwischenzeit durch mehrere Dynastien regiert wurden, ließ der Assyrer Salmanassar Hoschea inhaftieren. Damit endete das Königreich Israel um 722 v. Chr. Sein Sohn Sargon II lies nochmals Tausende von Israeliten deportieren und siedelte sie am Euphrat an.
    Im Gegenzug lies er in Kanaan Bewohner aus Babylon, Kutha, Awwa, Hamath und Sepharwajim ansiedeln.

    Während des Krieges zwischen der Allianz von Necho II. und den entmachteten Assyrer Aššur-uballit II. gegen Nebukadnezar II und die Meder regierte im Südreich Joschija (alias Josi, 639–608) dessen Dynastie in die Schlacht von Karkemisch (606 BC) mit hinein gezogen wurde. 598/597 zog Nebukadnezar II gegen Juda dessen Jerusalemer Tempelschatz er am 10. März 597 v. Chr. plünderte. Er setzte Mattanja auf den Thron und lies seinen Namen in Zedekia ändern. Im Sommer 587 wurde Jerusalem und damit auch das Südreich unter Joschija´s drittem Sohn Zedekia (dem ursprünglichen Mattanja) durch Nebukadnezar II. endgültig zerstört.
    Der Begriff Zaghawa dürfte die assyrische Form von Zedekia sein. Duku, den Ahnherrn der Duguwa die später Zaghawa genannt wurden soll vom babylonischen Hammurabi abstammen, während Sef von Sargon von Akkad (wohl eher Sargon II von Assyrien) abstammen soll und die Dynastie der Sefuwa begründete. In den Chroniken werden als Vorfahren u.a. Rusâ/Ursâ I (730-713 BC, 6. König von Urartu alias Arme-Shupria) als Arsu, sowie Nabupolassar (626-605 BC, erster neubabylonischer König) als Bulu und Assur-uballit II. (612-609 BC, letzter König Assyriens) als Arku genannt.
    Also ein ziemlich umfangreicher Haufen. Aber so erklärt sich auch die Anwesenheit von Juden unter den Assyrern.
    Interessant ist hierbei, das die Route des Terach mit seinem Sohn Avram (Abraham) und dessen Frau Sarai (alias Sara) und dem Enkel Lot, Sohn des Haran von Ur in Chaldäa (Chaldäer-Reich in Babylon), Haran im ausgelöschtem Maitani-Reich (Erhebung des Assur-uballit II. zum König) und Kanaan sowie Ägypten exakt dem Fluchtweg des letzten Assyrerkönigs Assur-uballit II. nach der Niederlage von Ninive entspricht. Die genannte Shu dürfte damit dem Assyrischen Sammuramat und der biblischen Sarai entsprechen die ab ca. 609 BC vermutlich ihrem Mann folgte.
    Auch Avrams Alter wird durch die Aussage „Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus“ bestätigt, was Avram etwa in die Zeit des Hasaël (Azrael) von Aram (Damaskus), der damals die Hegemonie über Juda und Israel erlangte, stellt. Mit 100 wird Abraham ein Sohn geboren, mit 175 stirbt er und wird bei Hebron begraben. Im Tschad wird er als Bremi verehrt, sodaß A-brahm wohl auch mit Brahm-a identisch ist und nur durch die Umstellung des Artikels „a“ aus  dem Brahm-a (Vrahma)  ein aramäisches A-brahm (A-vrah[a]m) wird. Dadurch ist Vrahma auch mit Frahma (frame) dem umschliessenden Rahmen der natürlichen Weltordnung also Brāhma in Verbindung zu bringen ist, dessen Brahmane als Diener Brahmas die Ordnung erhält und damit die Priesterkaste dieses personifizierten Rahmes darstellt.
    Die jüdischen Gemeinden von Ghana, Mali und Songhai sowie die in Südnigeria lebenden Oyo-Yoruba hängen mit dieser assyrisch-jüdischen Einwanderung zusammen. Sie bezeichnen sich als Bnai Ephraim („Kinder von Ephraim“), dessen Stamm angeblich südlich von Samaria (in Zemarayim) saß. Es besteht wohl kein Zusammenhang mit den Sephardi Juden bzw. Mizraḥi Judenin Nordafrica (Marokko, Algerien und Tunesien).
    Später kamen Araber infolge der Islamischen Eroberung Nordafrikas, die das Reich Kanem-Bornu nannten. In der Neuzeit wurden die bis heute fortbestehenden Stadtstaaten der Sao-Kotoko (Makari, Gulfeil, Mara und Logone-Birni heute bis nach Kamerun verdrängt) von den Reitern des Sultanat Baguirmi bedroht und von Kanem-Bornu erobert.

    Der Kontinent Europa in der Steinzeit

    Das Mittelmeer

    Malta-Sizilien Landbrücke versank am Ende der Eiszeit vor 13.000 Jahren

    Malta-Sizilien Landbrücke versank am Ende der Eiszeit vor 13.000 Jahren

    Das Würm-Glazial endete vor rund 10.000 Jahren mit dem Beginn des Holozäns.
    Im Periglazial (unvergletschertem Bereich) der Würm-Eiszeit lag der Wasserspiegel des Mittelmeeres aufgrund der Bindung als Eis etwa 120 Meter tiefer als heute. Damit war das obere Ende der Adria (Caput Adriae) Festland. Ebenso waren die vielen griechische Inseln mit Anatolien verbunden, Sardinien und Korsika bildeten eine große Insel, ebenso wie Sizilien und Malta. Östlich von Tunesien erstreckte sich eine weite Küstenebene. Vor der heutigen Mündung von Rhone, Nil, und Ebro lagen ausgedehnte Ebenen. Der Eingang der Henry-Cosquer-Höhle (bei Marseille, Frankreich) mit prähistorischen Felszeichnungen liegt heute 36 m unter dem Meeresspiegel. Der eustatische Anstieg des Meeresspiegels betrug etwa 0,2 cm pro Jahr.

    Die Straße von Gibraltar ist 14 bis 44 km breit und etwa 60 km lang. Sie erreicht eine Tiefe von 300 m bis 900 m unter dem Meeresspiegel. Die gesamte Region ist ein Gebiet starker tektonischer Aktivität.
    Vor etwa sechs Millionen Jahren schloss sich die Meerenge, wodurch das Mittelmeer schließlich austrocknete. Vor ungefähr 5,33 Millionen Jahren erfolgte nach neuesten Erkenntnissen zunächst eine leichte Senkung der Landbrücke zwischen Europa und Afrika, sodass für einige Jahrtausende geringe Wassermengen aus dem Atlantik in das ausgetrocknete Mittelmeerbecken schwappten. Nach und nach grub sich das Wasser immer tiefer in die Landbrücke was den Wasserstrom aus dem Atlantik anschwellen lies und so füllte sich das Mittelmeer wieder auf. Seither ist diese Meerenge die einzige natürliche Verbindung zwischen Atlantik und Mittel- und Schwarzem Meer. Für die frühesten Auswanderer aus Afrika war dies wohl kein Wanderweg. Allerdings ist die Wanderroute der Neandertaler sehr spekulativ.

    Moderne Menschen aus Afrika hatten in jedem Fall erst das Meer zu überwinden. Allerdings bewiesen Einwanderer in Australien das die Menschheit dies bereits vor mind. 40.000 Jahren schaffen konnten.

    Anders sieht es aus mit der Meerenge bei Malta, dort existierte eine Landbrücke die von Malta bis Sizilien und dem Italienischem Stiefel reicht. Zwischen Malta und Afrika soll die Meerenge noch bis vor 13.000 Jahren trocken gelegen haben und wäre damit für Mensch und Tier trockenem Fusses überwindbar gewesen. Dafür sprechen die frühen Megalithbauten in Malta. Somit könnte auch das Mittelmeer bis ca. 13.000 Jahren deutlich kleiner gewesen sein. Eine Agäische Landbrücke dürfte auch bis ca. 6.500 BC existiert haben, sodas Delos mit der Peleponnes als auch mit Westanatolien über Chios verbunden war. Damit dürfte auch der Bruch der Landenge zum Schwarzmeerdurchbruch erst nach 6.500 BC stattgefunden haben, was die Datierung um 5.500 BC warscheinlich macht und weit weniger dramatisch gewesen sein dürfte als dargestellt. So gesehen ist wohl eine Menge Land in der Agäis versunken.

    Wir haben es also mit einem komplexem Geschehen zu tun, das eher auf Plattentektonik zwischen Europa und Afrika und damit auch auf begleitende Erdbeben (Westanatolien, Sizilien, Atlas-Gebirge) und Vulkanausbrüche (Raum Anatolien, Italien) hinweist.

    Andererseits besteht durchaus die Möglichkeit das die zu dieser Zeit stattfindende Weiterentwickung und Wanderung im Orient dadurch beeinflusst wurde. So begann z.b. die Sahara ab ca. 6000 BC auszutrocknen, da sich der Monsungürtel nach Süden verlagerte. Nun regnete es nicht mehr in der Sahara ab, sondern weiter südlicher in Zentralafrika sodaß im Kongo, Ruanda, Nigeria usw. mächtige Regenwälder entstehen konnten.

    Topografie um ca. 12.000-10.000 BC

    Topografie um ca. 12.000-10.000 BC

    Nord- und Ostsee

    Die Ostsee um 7500 BC

    Die Ostsee um 7500 BC

    Die Ostsee entstand am Ende der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, vor etwa 12.000 Jahren nach dem Abschmelzen der riesigen Gletschermassen. Ihre heutige Gestalt und Eigenart bildete sich über mehrere Etappen durch einen Wechsel von Landhebung und Meeresanstieg.

    Etwa 10.000-8.200 BC tauten infolge des damaligen Klimaumschwunges die Gletscher. Auf der Höhe der heutigen Åland-Inseln, nordöstlich von Stockholm, befand, bildete sich in seinem Vorland der Baltische Eisstausee der das Süßwasser der abschmelzenden Gletscher sammelte.
    Etwa 8.200-6900 BC stieg der Wasserspiegel so stark, dass sich warscheinlich im Bereich der heutigen mittelschwedischen Seenplatte und womöglich zwischen dem Finnischen Meerbusen über den Irmensee auch zum Weißen Meer eine Verbindung zum Weltmeer bildete. Durch den Zufluss von Salzwasser bildete sich das sogenannte (salzwasser) Yoldiameer.

    Storegga slide mit Doggerland um 6200 BC

    Storegga slide mit Doggerland um 6200 BC

    Etwa 6900-5000 BC tauten die skandinavischen Gletscher weiter zurück, der Druck auf die skandinavische Landmasse nahm ab, so dass sie sich zu heben begann und dadurch die Meeresverbindungen im Westen blockierte. Es entstand der (Süßwasser) Ancylussee, der sicherlich durch eine reiche Tierwelt Einwanderung begünstigten würde.

    Auf der anderen Seite Norwegens rutschte währenddessen ein großer Teil des Festlandsockels zwischen Bergen und Trondheim ins Meer, der sogenannte Storegga-Slide überschwemmte um 6200 BC das restliche Doggerland, ohnehin nur 5 m über dem Meeresspiegel lag und vom Tsunami weggerissen wurde und unter ging. Eine Simulation der Flutwelle sieht man hier. Und hier gibt es ein sehr gutes Video vom Tsunami in Japan, wo man sehr schön sieht wie sich der ganze Tsunami eigentlich entwickelt und mit welcher Kraft er ins Land strömt. Sehr eindrucksvoll.

    Etwa um 5000 BC bis zum Jahr 0 stieg der Meeresspiegel in der späteren Ostsee durch die sogenannte Littorina-Transgression (ab 7000 BC) so, dass nun die Festlandbrücke zwischen Südschweden und Dänemark überflutet wurde und der Osten Dänemarks sich in die heutige Inselwelt zersplitterte. Die dort lebenden Menschen mussten zwangsweise zu Seefahrern werden. Gleichzeitig wurde nun aber auch die Nordküste Deutschlands attraktiver. Diese Entwicklung begünstigte sicherlich die Ausbreitung der Waldkulturen. Was zuvor eine einziger dünn besiedelter Kulturraum war, wurde nun getrennt und so entwickelten sich die getrennten Gruppen zu eigenen Kulturen.
    Zeitgleich öffnete sich der Zugang in der Nähe der Darßer Schwelle vor der deutschen Küste, und auch im südlichen Bereich der Ostsee bildeten sich Haffe und die Grobformen der heutigen Küsten aus.
    Das Festland von Skandinavien hob sich, der südliche Bereich der Ostsee senkte sich und das vorrückende Meer überflutete die jungglaziale Landschaft und formte sie dabei um. Als Ergebnis findet man drei Küstenformen im südlichen Bereich wieder: Fördenküste (Beispiel: Kieler Förde), Buchtenküste (Beispiel: Lübecker Bucht, Mecklenburger Bucht, Rigaer Bucht) und die Bodden- bzw. Boddenausgleichsküste (Beispiel: Halbinsel Fischland-Darß-Zingst) z. T. mit der Bildung eines Haff (Beispiel: Stettiner Haff, Frisches Haff).
    Offensichtlich waren die Regionen an den Haffs, Bodden und Buchten beliebte Siedlungsgebiete dieser Fischer und Jäger.

    Das Schwarze Meer

    Die Barriere zum Schwarzen Meer wurde etwa 5600 überschwemmt, wobei die genaue Datierung noch zwischen 7500 BC (anhand der Schlammablagerung der Donau datiert) und 5500 BC schwankt. Das Woods Hole Oceanographic Institution widerlegte mit einem auf 7500 BC datierten Scenario auch die These eines katastrophalen Sintflut-Scenario des Schwarzen Meeres. Auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres war vermutlich die Mantschyr-Senke überschwemmt und stellte eine Verbindung zum Kaspischen Meer dar, wobei auch der heute unterirdische Mantschyr an der Oberfläche war, sodaß Kaukasische Kulturen sich während der Steinzeit warscheinlich nicht nach Norden ausbreiten konnten. Vermutlich floss der Don damals teilweise ins Kaspische Meer ab, sodaß die ganze Gegend noch lange einen gefährlichen Sumpf bildete, ganz so wie es die Reise des Gilgamesh in die Unterwelt (nach Norden) beschreibt.

    Gilgamesch sprach zu ihr, zur Schenkin (Siduri, die da wohnt in des Meeres Abgeschiedenheit):
    »Nun, Schenkin, wie ist der Weg zu Utnapischtim?
    Was ist sein Merkmal? Gib mir, ja gib mir sein Merkmal!
    Wenn‘s möglich ist, will ich das Meer überqueren,
    Wenn‘s unmöglich ist, durch die Steppe laufen!

    Die Schenkin sprach zu ihm, zu Gilgamesch:
    »Nicht gab es, Gilgamesch, je eine Übergangsstelle,
    und niemand, der seit vergangenen Zeiten herkommt, geht übers Meer.
    Meerüberschreiter ist nur Schamasch, der Held;
    Wer geht außer Schamasch hinüber?
    Mühe schafft der Ubergangsort, mühselig ist der Weg dahin,
    Und dazwischen liegt das Gewässer des Todes, das unzugänglich ist!
    Irgendwo einmal, Gilgamesch, überschrittest du das Meer.
    Kommst du aber zum Wasser des Todes — was willst du tun?
    Gilgamesch, da ist Urschanabi, Utnapischtim´s Schiffer!
    Dem gehören die Steinernen; drinnen im Walde sammelt er Warane.
    Geh hin, daß er dein Angesicht schaue!
    Wenn‘s möglich ist, fahr über mit ihm,
    Wenn‘s nicht möglich ist, weiche hinter dich!«
    (10. Tafel des Gilgamesh)


    fehlverhaltenZu guter Letzt sei noch erwähnt, natürlich hab ich nicht selbst jedes Grab ausgegraben, sondern auf Forschungsdaten und Publikationen zurückgegriffen. Aber tausende Steinchen zusammenzutragen und daraus eine Theorie zu formulieren macht auch Arbeit und es gab schon genug Wissenschaftler die ihre angeblichen Erfolge durch puren Ideenklau erzielt haben. Ich werd so nach und nach eine Recherche- und Referenzliste anlegen, aber die wird lang – sehr sehr sehr lang. Und das dauert halt eine Weile.

Diskussionen

2 Gedanken zu “Stammbaum der Hominiden

  1. Ihr blog fasziniert mich schon seit Wochen..
    Anm.: Chitral liegt nicht in Indien, sondern in Pakistan
    lg

    Verfasst von tknechtel2014 | 15/07/2014, 7:21 AM
    • Hi, das ist korrekt, Chitral ist Pakistanisch. Das hab ich gleich mal korrigiert. Na manchmal guckt man da ein bisschen großzügig hinweg.
      Es freut mich das der Blog auf Interesse stößt. Manche verfestigte Vorstellung wird dabei neu in Frage gestellt und ich denke das kann nicht schaden mal aus einem anderen Blickwinkel zu gucken wie sich das alles entwickelt hat.
      Deswegen hab ich auch gleich mal die frühe Besiedlung des Fernen Ostens mit reingenommen und neues hinzugefügt. Viel Spass beim Entdecken.

      Verfasst von Vanalander | 16/07/2014, 1:23 AM

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