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Frühgeschichte

Neuste Erkenntnisse und der wissenschaftliche Affenzirkus

In letzter Zeit sind wieder viele spannende Dinge passiert. Doch ich möchte den heutigen Beitrag auch nutzen um einen Forscher zu ehren, dem übel mitgespielt wurde. Sein Name ist Gerard Gierlinski. Gleichzeitig möchte ich aber auch auf die hervorragende Arbeit der Tübinger Arbeitsgruppe um Madeleine Böhme aufmerksam machen, die den Stammbaun des Menschen eine ganz neue Seite entlockt. Damit wird wieder einmal eine allgemein etablierte Theorie in Frage gestellt.

Australopithecus afarensis

Australopithecus afarensis lebte vor 3,66 Mio Jahren in Afrika

Gerard Gierlinski, polnischer Paleontologe spezialisiert auf Dinosaurier

Es war das Jahr 2002 als der noch junge Paleontologe Gerard Dariusz Gierlinski mit seiner damaligen Freundin in den Urlaub fuhr, ihr Traumziel lag in Trachilos, einem Touristenhotel im Westen der griechischen Insel Kreta. Am Abend saßen die Touristen dort gern auf einer glatten Felsoberfläche und genossen den Ausblick über das Mittelmeer im Schein der untergehenden Sonne. Auch der verliebte Pole turtelte mit seiner Freundin Beata, als sein Blick den Felsen streifte auf dem sich im Schein der Sonne eine Art Abdruck  im Stein abzeichnete. Der Paleontologe der sich schon einen guten Ruf als Dinosaurierexperte für Fussabdrücke gemacht hatte und bekannt dafür wurde, die ersten Dinosaurierspuren in Polen gefunden zu haben, befreite den Abdruck von Staub und Dreck und erkannte das es sich um eine Fußspur handelte, doch es war kein Dinosaurier. Er machte trotzdem ein paar Fotos davon und speicherte die Geokoordinaten in seinem Handy. Beim Nachdenken um was für eine Spur es sich handeln konnte fiel sein Blick auf seine eigenen Fußsohlen und plötzlich fielen ihm verblüffende Ähnlichkeiten auf. Der Urlaub ging zu Ende und eigentlich hätte die Geschichte jetzt enden können.

Doch in den nächsten Wochen und Monaten gingen ihm die Abdrücke von Kreta nicht mehr aus dem Sinn. Er suchte in Büchern nach Vergleichen. Erstaunt stellte er fest das die Felsen aus dem Miozän stammten. Die Sedimentschicht zeigte eine Ablagerung die vor ca. 6 Mio Jahren durch die Austrocknung des Mittelmeeres entstand.

Das Problem dabei, menschenartige Fußspuren aus dem Miozän und dann auch noch in Europa, das widersprach der  wissenschaftlichen Theorie von Out of Afrika. Die älteste Fußspur damals stammte aus Laetoli, Tanzania., ein Australopithecus Afarensis der von etwa 3,66 Mio Jahren lebte. Und auch alle anderen Hominiden die älter als die Neandertaler waren, stammten aus Afrika.

Kretische Fußabdrücke die mehr 3 Mio Jahren älter waren passten also überhaupt nicht ins Bild. Doch der Gedanke ließ ihn nicht mehr los.

Kreta, hominide Fußspuren auf dem Felsen in Trachios

Als er 2010 wieder ein günstiges Angebot für Kreta erwischte, stellte er entsetzt fest das die Felsoberfläche mit Graffiti beschmiert worden waren. Die Täter ahnten sicher nichts von den Fußspuren die sie da übermalten. Erneut machte er Fotos und fuhr kurz darauf nach Warschau um an einer Veranstaltung teilzunehmen.

Bei der Aftershow-Party traf er seinen Kollegen Andrzej Boczarowski, zeigte ihm die Fotos und fragte ihn ob er nicht mit nach Kreta kommen wolle und sich die Sache mal vor Ort anzuschauen.  Der wiederum sprach auch seinen Freund Grzegorz Niedzwiedzki an und zu dritt machten sie sich auf den Weg nach Kreta um der Sache auf den Grund zu gehen.

Die polnischen Forscher bewaffneten sich mit Schrubber und Wassereimer und säuberten die harte Felswand um die Fußspuren  genauer zu untersuchen. Dabei entdeckten sie 50 weitere Spuren die eindeutig von Füßen stammten. Jegliche Variante von Hand- oder Handknöchelabdrücken fehlten, dieses Wesen war klar aufrecht gegangen. Anhand der Fußgröße errechneten sie einen etwa 1,20 m großen Hominiden von circa 30-40 kg Körpergewicht  der am damaligen Strand entlang gezogen ein muss. Der größte Abdruck war ca. 23 cm, was etwa der EU weiten Schuhgröße 36 entspricht und vermutlich von einem ausgewachsenem männlichem Tier stammte. Die Abdrücke gehörten eindeutig zu Kreaturen, die normalerweise auf zwei Beinen gingen. Sie hielten ihre Füße dicht beieinander, wie Menschen, anstatt zu watscheln, wie es Schimpansen tun.

Grzegorz Niedzwiedzki, der kurz zuvor ein Fellowship bei der Forschungsgruppe um Per Erik Ahlberg von der schwedischen Universität von Upsalla ergattert hatte, kontaktierte Ahlberg und dieser riet ihnen das griechische Kulturministerium um eine offizielle Erlaubnis zu bitten, damit diese Spuren der Vergangenheit geschützt werden. Kurz darauf saß er schon im Flieger.

Genau das taten sie auch und stellten gemeinsam einen Antrag bei den Griechischen Behörden. Die sandten wiederum ihrerseits Wissenschaftler und so wuchs die Gruppe um Gierlinski. Da die an dem Projekt beteiligten Forscher jedoch eher Experten für Tierspuren waren, kontaktierte man Matthew Bennett, einem Forscher an der Bournemouth University in Großbritannien, der die Fußabdrücke von Laetoli untersucht hatte und nun auch zur Gruppe dazu stieß. Bennett trat 2007 der Koobi Fora Field School bei und publizierte seine Arbeit über die Ileret-Fußabdrücke 2009 im Science. Anschliessend war er in ganz Afrika unterwegs und verfasste ein Lehrbuch über hominide Fussabdrücke. Er war also zweifellos ein anerkannter Hominidenexperte insbesondere auch für Fußabdrücke,

Nach Auswertung der Daten und gründlichen Analysen waren sie sich sicher, was sie hier gefunden hatten waren 5,6 Mio alte Fußspuren von Hominiden die etwa halb so groß wie ein Mensch war. Sie schrieben also eine Studie und reichten sie beim renommierten Natur Science ein. Natürlich erwarteten sie das dies wie eine Bombe einschlagen würde und zu kontroversen Diskussionen führen würde. Doch was nun folgte war ein Spießrutenlauf zur Schande der  Wissenschaft.

Nun muss man wissen, bei wissenschaftlichen Publikationen werden Einreichungen üblicherweise von beauftragten Wissenschaftlern begutachtet, die Hinweise und Kritik zur jeweiligen Studie verfassen und den wissenschaftlichen Wert beurteilen sollen. Erst mit ihrem OK wird die Studie dann veröffentlicht. Man nennt diese Praxis Peer to Peer review.

Doch statt einer konstruktiven Kritik erntete das Team Gespött, und das nicht nur von einem Kollegen sondern von allen. Sie liefen von Pontius zu Pilatus um ihre Studie zu veröffentlichen doch niemand wollte sie drucken, egal wie ausführlich und mehrfach sie die Studie auch änderten. Einige der Kollegen machten sich nicht mal die Mühe zu antworten oder publizierten hämische Kommentare auf ihren Twitteraccounts. Mit dem selben Spott wurde einst auch Darwin überzogen, dem man vorwarf vom Affen abzustammen.

Ahlberg drückte es so aus: Die meisten Wissenschaftler waren so „afrikanisiert“ und überzeugte von der Out of Afrika-Theorie das sie diese Fakten einfach nicht zulassen wollten und die Publikation ablehnten, weil sie ihrer Weltsicht widersprachen. Gierlinski war dem damaligen Wissensstand voraus und zudem noch ein junger außenstehender Dinoexperte der den erlauchten Kreis der Hominidenforscher mit dieser sensationellen Zufallsentdeckung überraschte.
Nahmhafte polnische Wissenschaftler gab es in der Hominidenforschung nicht. Da stellt sich die Frage wieviel Studien über die Jahre noch abgelehnt wurden, weil sie ihrer Zeit voraus waren?

Hier zeigen sich die Nachteile des wissenschaftlichen Grabbings, das enorme Ausmaße angenommen hat. Die gesalzenen Preise dieser Verlage schliessen aufstrebenden Wissenschaftler mit kleinen Budgets nicht zur Verfügung.
Aus diesem Grunde unterstütze ich auch die SCI-HUB, die diese Studien kostenfrei der ganzen Welt zur Verfügung stellen.

EFF reports: Activists Mobilize to Fight Censorship and Save Open Science

Schliesslich publizierten sie ihre Studie im Online Magazin researchgate.net, das kein Peer to Peer-Verfahren hat und daher für Vorabpublikationen als Diskussionsplattform geschätzt wird.

Possible hominin footprints from the late Miocene (c. 5.7 Ma) of Crete?

Heute weiss man, Darwin hatte recht, aber die Wissenschaftliche Welt war sich schnell einig Gierlinski ist ein Spinner und unterstellte ihm das dies Bärenspuren, Altweltaffen oder bestenfalls Gorillaspuren seien. Enttäuscht und wütend zog sich das Team zurück und jeder ging wieder seinen üblichen Beschäftigungen nach. Gierlinski wandte sich wieder den Dinosaurierspuren zu und wurde so zu einem der besten Paleontologen für Dinosaurier weltweit.

Bald darauf erwischte die griechische Polizei einen bekannten lokalen Antikenhändler, der sich nachts an den Felsen zu schaffen machte um die Abdrücke heraus zu brechen. Beide konnten sicher gestellt werden, der Grieche wanderte wegen Diebstahl in den Bau und der Fußabdruck wurde wieder auf der Felsplatte befestigt. Nun begriff auch das Kulturministerium das sie was tun müssen um die Spuren zu schützen. Man errichtete provisorisch einen Zaun drumherum.

So ging das bis 2017 als ein Tuebinger Team den 7,2 Mio alten Grecopithecus Freybergi publizierte und als möglichen Vorfahren der Australopecine ins Gespräch brachten. Diesen fand man in der Sammlung Freyberg, wo er seit 70 Jahren in den Archiven lag. Auch diese Studie hatte kontroverse Kritik einstecken müssen, als man jedoch noch einen Zahn in Bulgarien fand und dem Grecopithecus zuordnen konnte, gab es nunmehr zwei Fundstellen und erhärtete die Existenz dieser Art.
Im Lichte dieses anderen Hominidae (Vorfahre von Menschenaffen und Menschen) der offenbar aufrecht ging, schienen nun auch die von Gierlinski auf 5,6 Mio alten Fußspuren möglich zu sein.

2019 kam neuer Fund aus der Hammerschmiede aus den schwäbischen Alpen, dazu. Udo, der Danuvius Guggenmosi wurde ebenfalls von der Tübinger Gruppe um Madelaine Böhme entdeckt und auf 11,62 Mio datiert. Inzwischen hat das Tuebinger Team auch Wissenschaftler nach Kreta gesandt um die Datierung der Fußspuren zu verfeinern. Diese werden nunmehr sehr genau auf 6,02 Mio Jahre datiert, womit sie zeitgleich zu dem in Kenia gefunden Orrorin tugenensis lebte, der als Vorfahre der Australopencine gilt.  Ein weiterer hominider Zahn ist bei Eppendorf gefunden worden, kann aber noch keiner Art zugeordnet werden.

Urach-Kirchheimer Vulkangebiet (Schwäbischer Vulkan). Der Vulkanismus war im Ober-Miozän (17-11 Mio Jahre) aktiv. Fast alle Vulkane gehören zum maarebildenden phreatomagmatischen Typ, der keine Lava auswirft. Nur noch in wenigen Fällen sind Vulkane in der Landschaft leicht erkennbar. Durch geophysikalische Messmethoden konnte bis 1974 die Zahl der registrierten Eruptionspunkte nahezu verdoppelt werden. Es sind 355 Eruptionspunkte bekannt (Stand: 2015).

Damit wird klar, Europa hat offenbar bis zum Miozän bzw. frühem Pleistozän auch eine Rolle in der Evolution zum Menschenaffen und Menschen gespielt – nur welche?

Vor etwa 35-30 Mio Jahren als sich in Europa die Alpen hoben, entwickelten sich die Affen aus den Halbaffen und trennten sich bald darauf dann in Altwelt- und Neuweltaffen, die größtenteils nach Amerika wanderten und sich demnach offenbar in Asien entwickelten.
Vor etwa 15 Mio Jahren hatten sie sich über ganz Eurasien verbreitet und waren daher auch in Europa heimisch, das noch eine deutlich wärmere Temperatur hatte aber auch große Feuchtgebiete, die durch die Austrocknung der Parathetis in Europa übrig geblieben waren.

Damals entstanden die Dryopencine, eine etwa Schimpansengroße Affenart die zum Vorfahren von Menschenaffen und Australopencine wurde. Der genaue Stammbaum wird noch immer heiss diskutiert und es gibt noch viele Funde.

Während des frühen Miozäns trennten sich vor 15-17 Mio Jahren die kleinen Menschenaffen (Gibbons und Siamangs) von den großen Menschenaffen. Vor 13 Mio Jahren müssen sich dann auch die Asiatisch-indischen Menschenaffen einschliesslich des Vorfahren der Orang Utans von den Europäisch-Nahöstlichen  Menschenaffen getrennt haben. Einer der infrage kommenden Vorfahren des Orang Utans war der Silvpithecus, aus dem später auch mal der riesige Gigantopithecus hervor gehen sollte.
Vor 11 Mio Jahren könnten sich die Afrikanischen von den Europäischen Menschenaffen getrennt haben, wobei sich auch die Vorfahren des Gorillas abspalteten.

Entlang der heutigen schwäbischen Alp zog sich damals wohl ein meandernder Fluss (vermutlich der Ur-Lech) eines Alpplateaus, durch den Sümpfe gespeist wurden und sich vor der Kulisse mächtiger Alpengipfel in einer von C3 Pflanzen dominierten Pflanzenwelt dahin schlängelten. Wenn sie sich heute die Höhenlagen von Vietnam oder Laos ansehen, dürfte dies dem damaligen Gebiet des Allgäu nahe kommen. Zwischen 17 und 11 Mio Jahren war dort das schwäbische Vulkangebiet um Bad Urach aktiv, das mehr als 350 teilweise recht schmalen Schloten aufweist, deren nördlichster nur 9 km südlich von Stuttgart liegt. Im Miozän muss sich das Albplateau folglich noch bis kurz vor Stuttgart erstreckt haben.

Der Fundort des Danuvius liegt nur etwa 130 km nordöstlich von Bad Urach und ist mit Sicherheit durch den Vulkanismus betroffen gewesen und vielleicht sogar dadurch ausgestorben. Die Tongrube Hammerschmiede ist daher ein bedeutender Fundort für das Miozän und vermutlich schwemmte diese Fluss, der möglicherweise das Tal für die Ur-Donau bereitete, die Opfer des Vulkanismus in die Tongrube Hammerschmiede. Tatsächlich liegen die Quellen der Donau nur rund 130 km weiter westlich im Schwarzwald.

Zu diesen frühen Europäischen Menschenaffen gehört Danuvius, der zu einer Zeit lebte als der Vulkanismus des Allgäuer Vulkanfeldes langsam zu versiegen begann. Danuvius war noch an das Hangeln von Ästen angepasst, bewegte sich aber auf dem Boden in eine Art Krackelgang mit gestreckten Händen, also nicht wie heutige Menschenaffen die sich auf Handknöchel stützen. Das scheint nicht für alle Dryopencine zu gelten.

Im Grunde genommen war Danuvius also einer der frühesten Menschenaffen überhaupt. Die Zuordnung zum Stammbaum der Menschen hängt davon ab, wo man den Beginn dieses menschlichen Stammbaumes definiert.
Dies lässt auch offen ob Danuvius wirklich so dunkel gefärbt war, wie er in dieser Zeichnung dargestellt wird.

Gorilla und Orang Utans spalteten sich erst vor 13 bis 11 Mio Jahren ab, die Schimpansen und Bonobos trennten sich nach neusten Erkenntnissen vor etwa 7,9 Mio Jahren vom menschl. Stammbaum. Grecopithecus kann also da er auf bis zu 7,2 Mio Jahren datiert wird, durchaus direkt zum menschenlichen Stammbaum gehören. Und vielleicht sind die 6,02 Mio alten Fußspuren auf Kreta von einem Grecopithecus.

Danuvius guggenmosi, ein 11,62 Mio alter Vorfahre von der schwäbischen Alp ähnelte wohl einem Schimpansen

Grecopithecus und die Fußspuren von Kreta entstanden also während der Messinische Salinitätskrise – der Austrocknung des Mittelmeeres. Kreta konnte wohl trockenen Fußes erreicht werden und war wohl über die Sporaden und Rhodos auch mit der anatolischen Westküste verbunden. Zeitgleich bildete sich die Ur-Sahara in Nordafrika, die zu einer Savanne wurde.

Die Messinische Salinitätskrise (englisch: Messinian salinity crisis, abgekürzt MSC) vor 6 Mio Jahren spielte offenbar eine wichtige Rolle und führte wohl zur Aufspaltung aufrecht gehender Menschenaffen in einen europäischen Stamm zu dem u.a. Grecopithecus und weitere Funde z.B. aus Spanien gehörten und dem afrikanischen Stamm, der durch Orrorin und Ardipithecus kaddaba vertreten wird.
Das Problem bei Orrorin ist, das die Fundstücke (Einzelknochen und Zähne) aus vier verschiedenen Lagerstätten stammen und bis zu 300.000 Jahre Zeitunterschied aufweisen. Ob sie wirklich zur gleichen Art gehörten, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. Daher wurde Orrorin von der Wikipedia gleich mal aus dem Stammbaum des Menschen ausgeschlossen, was ich ziemlich voreilig finde. Natürlich wäre es toll weitere Fundstücke zu finden, insbesondere an der gleichen Fundstelle.

Der als Sahelanthropus tchadensis gehandelte Vorfahre ist nach einer Neubewertung des damaligen Autors offenbar aus dem Rennen, denn es scheint das er nicht dauerhaft aufrecht ging, sondern sich zeitweise wie normale Menschenaffen bewegte. Somit stellt er wohl neben Schimpansen einen weiteren Ast ausgestorbener Menschenaffen dar.

Alles in allem wird es der geschichtsverfälschenden Wikipedia überhaupt nicht passen, das in Deutschland derartige Funde gemacht wurden. Zu gerne entwertet sie ja deutsche Funde um ihren Bedürfnis einer Bedeutungslosigkeit der hiesigen Landschaft nachzugeben.
Natürlich haben wir auch den Vorteil einer sehr qualifizierten Wissenschaft deren Landesämer sehr gründlich alle möglichen Fundstellen auswerten und so wird auch eine Menge gefunden. In anderen Ländern ist weniger gegraben worden und das verzerrt vielleicht den Eindruck. Andererseits scheint die schwäbische Alp und das Rheintal für Hominiden zu jeder Zeit ein attraktiver Lebensraum gewesen zu sein.

Das herunter zu spielen und etablierte Theorien als unanfechtbare absolute Wahrheiten hinzustellen und Autoren in jeder Hinsicht durch Laien zu zensieren ist das Hauptproblem der Wikipedia mit der sie sich ihr Grab schaufeln.

Fassen wir doch mal zusammen:
Erst musste sie die bedeutenden Figuren von der schwäbischen Alp verkraften, wo sie doch so auf französische Höhlenmalerei steht. Dann spielte sie massiv die Bedeutung der Trichterbecherkultur herunter, die sie bis heute nicht als einflussreichen Grundstock Nordeuropäischer Kulturen ansieht und als Baltisch darstellt. Mag sein das die Entwicklung in Norddeutschland und dem Baltikum gleich verlief, aber das Baltikum ist kein Hotspot der Kulturen, sondern nur eine Durchgangsstation. In Norddeutschland trafen aus allen Richtungen Kulturen aufeinander und genau das beflügelte die Menschen zu neuen Innovationen.

Auch die Ahrensberger und Hamburger Kultur sieht sie nicht als Ausgangspunkt der nacheiszeitlichen Besiedlung Englands und Skandinaviens an obwohl Doggerland und die Landbrücke über Dänemark ganz klar die beste Besiedlungsroute für Nordeuropa war .
Dann kam auch noch die Hunde-Domestikation die durch die Entdeckungen in der Gripa-Höhle defacto genetisch belegt ist. Bis heute hat sie das noch nicht aktualisiert. Natürlich wurde die Studie vorsichtig formuliert, denn auch das schlug ja in der Wissenschaftlichen Welt wie eine Bombe ein.
Wenn jetzt auch noch ein mitteleuropäischer Danuvius zum Stammvater der aufrecht gehenden Hominidae wird, passt das sicherlich auch nicht ins Microuniverum der zensurwütigen Wikipedia die mehr und mehr veraltet.

Der Nördliche Gelbwangenschopf-Gibbon wurde 2010 in Vietnam entdeckt.

Das damit die beliebte Out of Afrika-Theorie wackelt, sehe ich so nicht, denn Danuvius gehört zweifellos auch zum Stammbaum der Schimpansen und Bonobos.
Letztendlich war Europa wohl nur eine Halbzeit-Episode die zwischen der Entstehung der Affen in Ostasien und der Bildung von Hominiden in Afrika lag.

Bemerkenswert ist jedoch der Einfluss des schwäbischen Alpenvulkanfeldes, der ebenso wie der deutlich spätere Eifelvulkanismus seinen Einfluss auf die Evolution des menschlichen Stammbaums hinterließ. Wer hätte gedacht das der Boden unter unseren Füssen mal so geologisch aktiv war?
Schliesslich verbinden wir Vulkane eher mit dem Pazifischen Feuerring und nicht mit Zentraleuropa.

Fraglich ist auch ob die massive Einlagerung von Farbpigmenten in Haut, Haaren und Augen schon immer „normal“ war oder eher eine Anpassung an afrikanische Tropensonne?
Dann wären die Ur-Menschenaffen wohl viel farbenfroher, wie etwa der Orang Utan oder die kleinen Menschenaffen in Asien z.B den 2010 entdeckten Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbon der sich vom südlichen Weisswangen-Schopfgibbon deutlich durch seine „blonden“ Haare unterscheidet. Interessanterweise sind nur die Weibchen hell, die Männchen sind schwarz mit hellen Wangen – daher der Name. Auch beim Menschen wurde die helle Färbung offenbar durch die mtDNA – also durch die Mutter-DNA verbreitet.

Berberaffen

Da guckste – gelle? Berberaffen gibt es heute noch in den Gebirgsregionen von Marokko und Algerien.

Aber ebenso wichtig war wohl auch die Austrocknung des Mittelmeeres vor 6 Mio Jahren und man muss wohl auch damit rechnen das es noch weitere Funde ausgestorbener aufrecht gehender Menschenaffen in Südeuropa geben muss. Spannend finde ich auch die Frage wie lange es Menschenaffen in Mitteleuropa gab? Hat sie wirklich der schwäbische Vulkanismus ausgerottet? Und wie entwickelte sich der iberische und griechische Zweig danach weiter?

Zu guter Letzt noch ein schönes Bild eines Berberaffen im Schnee der in Nordafrika lebt und einen Eindruck von Affen vermittelt, die durchaus auch in Kiefernwäldern und mit dem niederländischen Winter zurecht kommen. Stellen sie sich den mal in Schimpansengröße vor. „Da guckste, gelle?“

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