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Falsche Thesen, Mythen

Namensforschung und Münzen widerlegt Mythen

Durch Zufall bin ich mal wieder bei der Namensforschung gelandet und dabei so nebenbei auf den Ursprung des Begriffes Chorvati gestoßen, was der Ursprung der Kroaten (Hrvati) sein soll. Der klingt nicht besonders slawisch, also wo kommt das her? Aber auch bei der Herkunft der Polen gibt es einige Fortschritte zu vermelden.
Ich fand das so aufschlussreich das ich euch das nicht vorenthalten wollte.

Gleichzeitig sei erwähnt das ich es nicht leiden kann, wenn sich Leute lautstark als politisch korrekt aufspielen, keine Ahnung von Geschichte haben und die sozialen Unterschiede und Probleme Europas in der Gegenwart politisch großzügig übersehen.
Da gäbe es mehr zu tun als die Geschichte umzuschreiben.Gerade in Punkto Slawen wird man ja von allen Seiten angefeindet, dabei bedeutet doch nicht der späte Auftritt auf der Weltbühne das sie irgendwie schlechter oder weniger wert seien.

Auch die Franzosen leiten sich ja von den Franken her und sind daher nicht vor der Karolinger Zeit entstanden, obwohl die Bevölkerung zweifellos schon da war.
Wie die meisten Europäer im Norden wurden sie von Untertanen der Römer zu Untertanen der Franken.

Von Franzosen bzw. Frankreich kann man jedenfalls erst ab dem Zeitpunkt sprechen als es ein Westfränkisches und Ostfränkisches Reich gab, was daran deutlich wird, das sich Ludwig, Sohn von Karl dem Großen nunmehr als Deutscher betitelte und beide Reiche sich für die inzwischen entstandene französische und deutsche Sprache entschieden. Im Prinzip machten es ihm die Slawischen Fürsten nach, als sie 867 Slawische Sprachen als Lehrsprache ihrer Kirchen etablierten.

Und genau deshalb wird Karl der Große auch als Vater Europas betrachtet. Er bzw. seine Kinder und Enkel reoganisierten diesen Teil Europas. Vieles was für uns normal ist haben wir aus dem römischen Reich übernommen, angepasst und weiter entwickelt.

Leider will Osteuropa nicht glauben das es Teil dieser Entwicklung war, zumal ja daran die ungeliebten Deutschen beteiligt waren. Und so versucht man immer mal wieder die Geschichte umzuschreiben.
Natürlich kamen Bulgaren, Awaren und Magyaren und viele andere aus dem Osten, aber auch sie tauschten früher oder später ihr asiatisches Adelssystem gegen das europäische Adelssystem und das ist nun mal an das Christentum gebunden.

Von den Chorvaten zu den Kroaten

In den folgenden Ländern sind Namensvarianten von Hrvati am häufigsten dokumentiert:
– Ungarn Horváth,
– Bosnien Hodžić
– Kroatisch Horvat,
– Albanien Hoxha,
– Kosovo Hoxha
– Slowakisch Horváth.

Übersetzt wird es abgleitet von Hrvatska Kroatien, deutet aber auf einen älteren Ursprung.

So gibt es auch die hier nicht beachteten englischen und mitteleuropäischen Varianten
Horwath, Horvaath, Horwich, Horwitz, Horws und Horwoode und in
Westeuropa spanisch Horaz oder jünger Horacio, lateinisiert Horatius oder Horatus, ein häufiger Name in Rom.

Verbunden wird das mit Kroate und damit den Stamm der Hrvati, der von Alfred der Große um 890 westlich der Daleminzer genannt wurde, wo 974 die Grafschaft Chutizi und Chutizi orientalis im östlichen Teil der Mark Merseburg lag und wohl auch am slawischen Teil der Bajuwaren beteiligt war. Um 860 werden sie im böhmischem Erzgebirge bei Hořín in Nordböhmen gewesen sein.

Das ganze stammt nicht vom rekonstruierten frühslawischen *Chъrvate ab, sondern ist eine Entlehnung. Es ist mit dem griechischem ΧΟΡΟΑΘΟΣ (Horoathos) im Umfeld einer griechischen Polis in Tanais gefunden worden.

Dies ist eine Stadt im Bosporanischen Reich bzw. Sarmatien am Don, einer Kolonie des ionischen Milet am Asowschen Meer. Allein dieser Fundort in Sarmatien begründet den Mythos einer Sarmatischen Herkunft. Aber das ist total lächerlich um nicht zu sagen absurd, denn die Sarmaten hatten nicht mal ansatzweise ähnliche Namen.

Es ist auch mit dem byzantinisches Griechisch Horathos, Horaz verwandt und entspricht der damaligen Namensmode der Griechen.

Aber es geht noch älter: Im römischen Reich gab es eine legendäre Patrizierfamilie, die gens Horatia (der Horatier). Um 660 v. Chr. sollen Horatier für Rom und Curiatier für Alba Longa um die Vorherrschaft ihrer Städte gekämpft haben. Horatier und Curiatier sind Varianten des gleichen Namens, hier kämpften also zwei Patrizierfamilien die möglicherweise aus dem gleichem Hause stammten, gegeneinander.
Das eine könnte dann die Lateiner Variante, das andere die Römische Variante sein.

Denkbar wäre daher auch eine Entlehnung die sich vom Bistum Krk (lateinisch Curicta) ableitet, das nach dem Fall des letzten weströmischen Kaisers und der Zerstörung Salonas, des dalmatischen Erzbischof-Sitzes gegründet wurde.

Das es dafür auch eine indoiranische Wortwurzel gibt sollte eigentlich nicht überraschen, denn es gehört zu eine mehr oder weniger globalem antikem Wortschatz, ist daher extrem weit verbreitet und in zahlreichen Sprachen und sogar diversen Sprachfamilien vorhanden u.a. altassyrisch, hurritisch, hethitisch, altägyptischem usw.

Es leitet sich von der Wurzel Hor- (in diversen mesopotamische Sprachfamilien har, hur, hor) (teilweise in lat. Cur-, vulgärlatein Chur- oder germ. Kur- gewandelt) mit der Übersetzung hoch, hochstehend, Herr (Freier, Domus, Stimmberechtigter), Ratsherr (lat. Curie=Rat, z.b. Römische Kurie), hier aber schon verallgemeinert im Sinne von Ratsherr, also jemanden der Land und regionalen Einfluss besaß.
Und das widerlegt auch die Ableitung der baltischen Kuren.
Ob man darunter einen Großen, Adligen, Landadel, Graf, Herzog oder Fürsten verstehen sollte ist fraglich, ich denke es wird sich im 8. Jhd. bereits auf den niederen Landadel verbreitet haben.

Im Allgemeinem tauchen Titel zuerst bei einer Elite und im Umfeld von Götter (Kurien) auf, später verallgemeinert sich das auf die Adelsschicht und der letzte Schritt ist die Übertragung auf das gemeine Volk.
Gut belegt ist das bei Caesar, Czar, Kas, Knes und dem heutigen Herrn Kaiser.

Nimmt man alles zusammen wäre die Urform Chorvati eine Verschreibung fränkischer Mönche und müsste lat. Cur-pata / Chor-vata (vata =vulgär Latein/Rumänisch)  oder deutsch Kur-vata heissen, also freie Väter übersetzt werden. So gesehen entspricht das sogar den Franken, die sich ja auch „die Freien“ nannten. Das spricht für großes Selbstbewusstsein.

Der Mythos von der awarischen Kriegerkaste, wie es von der Wikipedia behauptet wird, beruht auf total veraltetes Wissen der persisch/indisch kshatriyas, Ebenso ist die Behauptung *harvat- sei etymologisch identisch mit dem Namen der Sarmaten oder deren angebliches Matriachat ist sowas von überholt. Es ist peinlich wie die Wikipedia sowas behaupten kann, nur weil es vor 50 Jahren mal gedruckt wurde.

Eine iranische oder skythische Herkunft ist also völlig an den Haaren herbei gezogen. Da kann man auch behaupten die Sicamber seien Steppenmenschen, was sie übrigens nicht sind, denn ihre Vorfahren liegen in der Lichtensteinhöhle.Hier sollte man lieber eine der aktuellen Forschung plausible These publizieren als eine die gedruckt aber falsch ist.

Auch eine ostslawische Herkunft wird anhand der Verbreitung des Namens deutlich widerlegt. Es ist in überwältigender Zahl als Name, Vorname oder Ortsname bei Süd- und Westslawen zu finden und hier befinden sich auch die ältesten Quellen im Zusammenhang mit Slawen.

Die Verbreitung deutet am besten auf eine römisch-katholische Benennung während des Byzantinischem Reiches hin und geht möglicherweise auf einen frühslawischen Fürsten mit römisch-katholisch lateinisiertem Namen Horatio oder auf einen Ehrentitel (lat. honoratio, Honoratiore Geehrter) zurück.

Spekulativ wäre vielleicht  Slavibor van Bohemen; * um 830; † nach 860), Fürst der Pschowanen (als der Leute die zum Herrschaftsgebiet der Burg Pšov gehörten) und Vater der Heiligen Ludmilla von Böhmen. Vielleicht gab es hier auch einen Ahnen Horibor der als Horatio getauft wurde.

Dies würde zeitlich und örtlich zu den Fürstenerhebung durch Karl dem Großen und Ludwig dem Deutschen zwischen 800-880 n. Chr. passen und davon gab es ja nicht so viele.

Möglich wäre aber auch das Markgraf Hodo I.  (auch Odo; * um 930;) der von etwa 965 bis 993 Markgraf der Grenzmark und damit der Elbslawen war. Dieser wurde als Markgraf zum Schutz der Grenzen von  Thüringens, Sachsen und der Lausitz eingesetzt. Er könnte lateinisiert vielleicht zu Horatio geworden sein. Möglich wäre auch dessen Vorgänger und Verwandter Gero der von 939 bis 965 Markgraf der sächsischen Ostmark und damit aller Elbslawen war. Auch er könnte lateinisiert zu von Gero zu Horatio geworden sein.
Leider ist deren Herkunft völlig unbekannt, nur das sie einem sächsischem Geschlecht entsprangen.

Widukind von Corvey berichtet in seiner Sachsengeschichte immer wieder von Kriegszügen Geros in das slawische Siedlungsgebiet östlich der mittleren Elbe und der Saale. Auch mehrere Feldzüge Hodos sind belegt, wobei er bei einem Krieg mit dem Fürsten Mietzko ums Leben kam.

Als Markgrafen waren sie nach dem Kaiser der oberste Lehnsherr des heutigen Südostdeutschlands und aus der Sicht der damalige Leute sicher „ihr“ Herr oder Fürst oder Chef, wie immer man das sehen will.

Ein neuer Aspekt des Karolingischen Lehnswesen ist diese Ansicht:

Die neuere Forschung hat einige Urkunden als Fälschung erkannt und bei genauerer Betrachtung Unklarheiten über die Rolle der Markgrafen entdeckt.

Andrea Stieldorf sieht in ihrer Schrift „Marken und Markgrafen. Studien zur Grenzsicherung durch die fränkisch-deutschen Herrscher (= Monumenta Germaniae historica. Schriften. Bd. 64 Hahn, Hannover 2012, ISBN 978-3-7752-5764-0, S. 245)  die Funktion eines Markgrafentitel in der „Bezeichnung eines besonderen Vertrauten des Herrschers“ ohne dass es sich um eine „institutionelle Stellvertreterschaft“ gehandelt habe.

Mit der Ernennung zum Markgrafen war demnach weder die Übertragung eines Amtsgebietes noch die Verleihung von besonderen militärischen Befugnissen verbunden. Stattdessen beabsichtigte Otto I., auf diese Weise die Verringerung seiner Präsenz in Sachsen auszugleichen, dem Kerngebiet seiner Herrschaft. Dazu installierte er mit Gero einen seiner engsten Vertrauten als Mittelgewalt zwischen Adel und König.
Auch die Begriffe Sächsische Ostmark, auch Geromark, Billunger Mark, Elbmark oder Sorbenmark, Nordmark, Mark Lausitz, die Mark Meißen, die Mark Merseburg und die Mark Zeitz und ähnliches ist offensichtlich nicht belegt.

Das sind alles mehr oder weniger Namens-Erfindungen vom Schreibtischen der Geschichtsschreiber die auf die Gründung von Bistümern zurück gehen.

Nun, ich kann das nicht beurteilen, aber das bedeutet nicht das es hier slawische Fürsten gab, die aus sich selbst heraus zu Fürsten wurden. Das geht nicht.

Da der Fürstentitel aus dem römischen Militär übertragen wurde, aus dem das Adelswesen hervor ging und keine slawischen Militärführer belegt sind, können Fürsten nur durch Kaiser oder Könige erschaffen werden. Und solange diese zu Reichstagen kamen, waren sie Vasallen, genau wie alle Fürsten des Reiches.

Gewöhnlich wurden alle Adligen auf lateinische Namen getauft und diese weichen bei Slawischen Fürsten oft besonders stark vom eigentlichem Namen ab.

Dabei ist anzumerken das beliebte slawische Nachnamen häufig von Fürsten abgeleitet wurden, eine Modeerscheinung, die z.b. beim russischen Lieblingsnamen Iwanow sichtbar wird. Wer russische Märchen kennt, weiss das die Fürsten da alle Peter oder Iwan heissen.

Die südslawische Verbreitung spiegelt aber den großen Einfluss der Kroaten auf die Entwicklung ihrer Nachbarländer nieder.
Die häufigsten Namen kann man hier einsehen.

Polonia und Polen, Münzen belegen Herkunft

Auch bei der Herkunft der Polen hat sich so einiges ergeben.
Hinter den beiden mythischen Königen

Piast Kołodziej (ca. 870) und dessen Vorgänger Popiel or Pąpil (ca. 810 – ca. 840)

verstecken sich niemand anderes als Ludwig der Deutsche (Ludovicus Pius) und dessen Vorgänger Pippin I. (von Aquitanien) (797 – 838), der zusammen mit Ludwig dem Deutschen und Bernhard von der Narbonensis (nun Septimanien genannt), die Absetzung seines Vaters Ludwig des Frommen betrieben hat, dann aber 2 Jahre später die Wiedereinsetzung betrieb.
Während dieser Zeit übernahm er Septimanien von Bernhard und beherrschte den vorwiegend gotisch, gallisch und burgundischen Westen des fränkischen Reiches einschliesslich Norditalien und Slowenien, während Ludwig der Deutsche den Osten des Frankenreiches beherrschte.

Beide waren Söhne von Ludwig dem Frommen, dem Sohn von Karl dem Großen, der seine Erbe in der Ordinatio imperii verteilte. Lothar und Pippin waren zu dieser Zeit schon Könige von Bayern und Aquitanien. Schliesslich bekam Ludwig der Deutsche erhielt neben Baiern, Kärnten und Böhmen noch weitere Grenzgebiete im Osten, während Lothar zum Kaiser bestimmt war und den größten Happen Frankreich bekam.
826 bestieg Ludwig den Thron von Bayern und heiratete die Welfin Emma von Altdorf  (lat. Hemma), eine Schwester seiner Stiefmutter Judith, die zweite Frau von Ludwig dem Frommen.
Damit begannen die Dynastischen Kriege zwischen den Karolingern die bis 842 anhielten und mit dem Vertrag von Verdun 843 beendet wurden.
Beerbt wurde Pippin I. von Pippin II der schliesslich vom Sohn Ludwigs, nämlich Karl III. der Kahlen beerbt wurde, womit das Frankenreich letztmalig unter einem Herrscher vereint war.

Ludwig der Deutsche und seine Frau Emma bekamen 3 Söhne Karlmann, Ludwig und Karl sowie die Töchter Hildegard, Irmgard und Bertha. Die Herrschaftszeit Ludwigs des Deutschen war mit 50 Jahren sehr lang, sodaß seine Söhne erst im gehobenem Alter an die Macht kamen. 879 wurde Karlmann bereits regierungsunfähig, sodaß Karl III. sein Reich übernahm. Arnulf von Kärnten der Sohn Karlmanns soll unehelich gewesen sein und  stattdessen zum Markgraf von Kärnten gemacht. Seine Mutter könnte eine Slawin aus den Gebiet der Sorben, Lusitzen, Meissen, Böhmen, Polen oder Mähren
namens Liutswind (auch Liutwind, Liutswinda; † vor 891) gewesen sein, die zwischen 830 und 891 gelebt haben muss.
Liutswinda könnte zeitlich eine Schwester von Slavibor van Bohemen; * um 830; † nach 860) gewesen sein und damit die Legende der Libuše, der mythische Stammmutter der Přemysliden in Böhmen gewesen sein.
Die älteste schriftliche Überlieferung liegt mit der Christianslegende vor, die 992 – 994, möglicherweise im ältesten Kloster Böhmens dem Kloster Břevnov, entstand. Dessen erster Satz lautet Vita et passio sancti Wenceslai et sancte Ludmile ave eius (Leben und Tod des heiligen Wenzel und seiner Großmutter, der heiligen Ludmilla) und erzählt von der Berufung des Pflügers Přemysl zum Fürsten und die Taufe des Fürsten Bořivoj I. (* zwischen 852 und 855; regierte bis †888/890) in Mähren. Nach der Christianslegende war Libuše eine Tochter von Slavibor, einem Fürsten des westslawischen Fürsten der  Burg Pšov (Pschowanen) und Enkelin der Ludmilla von Böhmen *855-860; † 921).

Hypothetisch wird Liutswinda zwar mit den Freisinger Luitpoldinger in Verbindung gebracht, aber auch dafür sind die Beweise schwach.
Arnulf wurde jedenfalls 887 König im Ostfrankenreich und folgte Karl III. von 896 bis 899 als Kaiser.
Er war der erste von den Großen des Reiches gewählte König der Deutschen.
Die bairische Fortsetzung der  Fuldaer Annalen notierte, dass in „Europa“ zu dieser Zeit viele Kleinkönige (reguli) hervortraten, wobei man sich hier auf Westeuropäische Große bezieht. Aber diese Zeit könnten natürlich auch die Přemslyden genutzt haben.

 

Münzen der Karolinger Zeit unter Karl, Ludwig I., Ludwig II und den ersten polnischen Königen

Münzen der Karolinger Zeit

Piast „Kołodziej“ (ca. 870) passt also wunderbar zu Ludovicus Pius (Imperator von 843-876) und Enkel von Carolus Magnus (Karl dem Großen)

Die genaue Bezeichnung von Ludwig dem Deutschen war

rex orientali Francia
seine beachtliche Herrschaft erstreckte sich über folgende Länder

rex Bavaria et Langobardum et Aquitania,
Duke of Main (Le Mans), Duke of Frankia Occidentalis, Frankia Orientalis, Francia Rhenensis,
regent oder regulus von Septimania und Provence (Provincia Narbonensis, modern France), Elsass (France) und Raethia (Swiss),
Marca Hispanica (Barcelona), Thuringia, Carinthia (modern Slowenia), Verona (Slovenia, Italy), Moravia (Polen), Bohemia (CSR),
Nitra (Slovakia), Karantania (Austria), Posavia (Pannonia inferior modern Serbia) and Croatia (Dalmatia, Liburnia, modern croatia and bosnia),
Oldenburg (Abotriti), Rugian and Pommerania (Ranen & Pomo-Ranen, Poland), Sorabia (Sorbs), Wetlabi (Wilsen)

 

Münzen von Sven Estridsen (1047-1075)

Münzen von Sven Estridsen (1047-1075)

Das er tatsächlich der Vorgänger  von Mietzko war, belegen die Münzen, denn der polnische Mietzko hatte kein Münzrecht, er durfte also keine Münzen prägen.  Jedenfalls sind bis heute nie welche gefunden worden.
Laut den Archäologen herrschte bis zum Jahr 1000 in Nord- und Osteuropa eine Gewichtsgeldwirtschaft, in der erst Axtbarren später Hackmünzen gehandelt wurden. Diese Tradition gab es auch im Arabischen Raum, von wo um 870 herum tragbare Feinwaagen nach Osteuropa kamen. Die Prägung von Münzen setzt erst mit Sven Gabelbart um 986 im Norden ein. Auch bei den Rus begann man nun mit der Prägung von Münzen.

Die erste Prägung in Polen stammt von seinem Sohn Bolesławs der um 1000 n. Chr. anlässlich des Akt von Gnesen eine Rangerhöhung  durch Kaiser Otto III. erhielt und eigene Münzen mit dem Titel Prinzes Polonie drucken durfte, womit er sich zwar noch nicht König nennen durfte, aber erbberechtigt wurde.
Deswegen war auch das Zeichen der deutschen Karolinger, ein Kreuz mit 4 Punkten mit auf diesen Münzen. Die Friedenstaube dürfte auf den Frieden von Gnesen zwischen Otto und Mietzko hindeuten.

Er war also ein erbberechtigter Dux polonie der sein Erbe 1025 an die römisch-katholische Kirche des Papst verschenkte und als Verwalter Polens zum König (rex polonia) von Polen gekrönt wurde. So bestieg er 1025 den Thron von Polen um nur 2 Monate später zu sterben. Aber egal, damit war Polen ein Königreich und was für eins. Zu dieser Zeit beherrschte Boleslav Masovien (nicht zu verwechseln mit dem darüber liegendem Masuren), Böhmen, Mähren, Schlesien (einschliesslich Oppeln), Pommern und natürlich Polen, also ein großes Stück Europa.

Der legendäre Herrscher Siemowit und Siemomysł dürften  Fehllesung von Simonie sein, darunter verstand man den Erwerb kirchlicher Ämter durch Geld. Eine Praxis die bis zum Ende des 9. Jhd. bestand und dann durch Reformsynoden verdammt wurde aber bald darauf  mit der Aufgabe der Reformsynoden im 10. Jhd. wieder aufblühte.
Siemowit, Lestek und Siemomysł wurde nur in der Chronik des Gallus Anonymus erwähnt. Er soll, so behauptet es Gallus zu den frühen Angehörigen des Hauses der Piasten gehört haben und Sohn des Fürsten Piast und dessen Frau Rzepicha gewesen sein. Sein Sohn und Nachfolger war Lestek.

Da die Premslyden einen Löwen haben, deutet dies vielleicht auf einen Zusammenhang mit Goten oder Sachsen hin. Nun ja das muss man mal genauer erforschen.
Auf jeden Fall ist die Generalogie der westgotischen Kunigunde sehr aufschlussreich, die auf einem Kirchenfenster in Frankreich unter dem Namen „genealogia sancte kunigundis imperatricis“ dokumentiert ist.

Piasten Stammtafel

Piasten Stammtafel

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Namensforschung und Münzen widerlegt Mythen

  1. P. P. S.

    Zum Verständnis: in der mühsam von Fälschungen befreiten Geschichte der Awaren ist die Zäsur, dass der Vater und Groß-Khan des Awaren-Khans in Östereich-Ungarn, respektive Kroatien, damals glaublich Dalmatien oder Illirien, im Osten ermordet wurde, scheinbar von den Awaren worauf, der Awaren-Khan einen Vernichtungskrieg gegen die Awaren begann, und dabei sich mit den Protoungarn und angeblichen Slawen, offenbar Sklaven, die Bruderstamm der Veneter und Anten waren, also Finnougrier, abzüglich Fälschungen. Wie auch immer, und wie gut ich auch immer das in der Kürze rüberbringen kann, es heißt in den von Fälschungen überlagerten original Quellen, dass der Awaren-Khan Kuvrat, der damals einige Zeit oder überhaupt in Kroatien residierte, also scheinbar namensgebend wurde, sich gegen die Awaren mit Protoungarn und Slawen/Sklaven verbündete, und machte so die Sklaven und Ungarn zum Nachfolger der Awaren. oder Sagen wir Ungarn und Sklaven. Damals nannte man die nichtslawischen Bulgaren Sklaven, oder nannten die sich selbst so. Der zweite Knackpunkt, wo slawische Fälschungen alles unzugänglich gemacht haben, dass sich Kuvrat = Kroat / Horvat / Kürt / Kurt, gegen die Awaren, sein eigenes Volk, nach Östen mit den Ungarn und Sklaven, aber nach Westen mit den Franken so verbunden hatte, dass der größere Teil der Awaren christanisiert war und damit vom Vernichtungskrieg des Kubrat ausgenommen. Es heißt, dass in dieser Zeit 5 Brüder gab aus der gleichen Dynastie, wobei ich nicht sicher bin, ob Kuvat der Vater oder eines Brüder war, weil dominierte, und es heißt, dass eines der Brüder König der Bulgaren wurde, und der andere Brüder als Vasall der Franken, nicht der Awaren, unter dem fränkischen Namen SAmo, das Märische Reich gründete, das die Slawen für sich fälschen. Der angebliche Franke Samo ist der Anwarenfürst aus dem Hause Dulo, die die Ungarn zum Erben der Awaren machten. Demnach sind die Kroaten = Kürt ein Stamm der Ungarn, wo es sein kann, dass die jene Awaren waren, die von Kuvrat ausgerottet wurden, und deswegen der Name Kürt = Kroat von den Horvath übernommen wurde. Gerade weil das mein FAchgebiet ist, muss ich alles wegen Zeitmangel relativieren, wenn Du so willst als Hypothese zurückstufen, die aber zeigt, dass Dein Endurteil, gegründet mit Deinen Worten im Nichtwissen, nicht der Weisheit letzter Ratschluss ist. Aber ich bin dankbar, dass Du Dir für das Thema die Zeit genommen hast.

    Verfasst von Digiverlag | 02/06/2018, 1:26 AM
  2. Hallo Michi, obwohl ich mich freu, dass Du in die von mir angeregten Richtung Dir Mühe gabst und Lücken oder allfällige Fehler gerne in Kauf nehme, weil Du mir neue – bisher nicht so bekannte – Informationen lieferst, wie zB Daleminz(i)er = Dalamatin(i)er, vor allem weil Du einleitend – richtig – Quellenlage sondierst/reflektierst, doch, gemessen auf meinen Spezialgebieten, würde ich Dich zu vosichtigeren Formulierungen raten oder bitten. Du schickst zwar korrekt die Unsicherheit als primäre Quelle voraus und resümierst auch entsprechend, um so mehr fällt auf, wenn Du Dich bei den Sarmaten, die mein Gebiet sind, Dich zu End- oder Vorurteilen hinreißen lässt, wonach Deine Unwissen als Quelle bestimmt, dass dort alles falsch wäre. Es scheint nicht Deine Stärke zu sein, allfällige Fehler zu korrigieren, und ich hoffe, dass Du nicht zu den von Dir rechtens Kritisierten abdriftest, indem Du nicht mehr die eigenen Fehler sondern die gewiss spärlichen oder fehlerhaften Quellen änderst. Wie auch immer, ich entschuldig mich, dass ich ohne die Zeit zu haben mich einmische, weiß mich aber aufgrund meines Wissensvorsprungs schuldig diesbezügliche Abweichungen aufzuzeigen, wonach die Nichtindogermanen, für die indogermanische Skythen und Sarmaten auch dann Fälschung sind, wenn – wie bei den Persern – sie ein Reich der nichtindogermanischen Meder übernahmen und indogermanisierten, mit dem Königssohn und dann König Kubrat/Kuvrat, aus dem Hause Dulo (Bruder von Attila) die einige auch als Hovratu lesen , wo v = u aus ov/ou = u macht oder o, und den Namen Horatius (Horaz) mehr oder weniger ergibt, von wo Du richtig die Kriaten herleiten willst, bzw. andere dabei bestätigst. Ohne pseudoerupäische/pseudoindogermanische Scheuklappe, die Du auch richtig kritisierst, ergibt die nicht-indogermanische Etymologie Kubrat = Horvat im Slawischen und Kürt im Ungarischen. Kürt = Horn und ist eines der ungarischen Stämme. Diese Nichtindogermanen nehmen für sich die Sarmaten so in Anspruch, dass daber nach wie vor Analogien zu der Symbiose Hatti – Hethiter, oder Geti – Goten,  usw. gibt, zumal DIE Partner/Verbündete der Awaren die Alanen waren, mit denen Du wohl mehr anfangen kannst als ich, obwohl ich auf den nicht-indogermansichen Ursprung der Alanen bestehen muss. Gruß, Gabriel

    P. S. Auch wenn das nicht so ankommt, was bzw. ist die Kritik konstruktiv gemeint. Ein Hinweis, dass Nichtwissen nicht der beste Ratgeber ist, insb. bei Enturteilen oder Vorurteilen, bzw. Beides.

    Verfasst von Digiverlag | 02/06/2018, 1:04 AM

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