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Mythen

Lech, Lecho und das Lächeln der Mona Libuša

In slawischen Mythen geistert die Gestalt eines Lech herum. Doch wie das mit Mythen ist, es gibt jede Menge Ausschmückung, doch ganz weit unten gibt es manchmal auch einen wahren Kern. Ich hab also mal ein bisschen gegraben und erlag am Ende dem Lächeln der Mona Libuša…

Die Figur eines Lecho entnahm ein Prediger namens Cosimas von Prag dem Thietmar von Merseburg, der auf Geheiß von Heinrich II. die Hauptburg der Lusizen „Liubusua“ wieder aufbauen sollte die von Heinrich I. zerstört worden war. Weiteres entstammt wohl den Annales regni Francorum, der Annales Fuldenses oder der Annales Mettenses.
Im Jahre 805 ist dort ein Feldzug Karl des Jüngeren, Sohn Karl des Großen gegen einen rebellierenden böhmischen Vasallen belegt, der infolge dieses Krieges getötet wurde. Es steht nicht da welche Sprache er hatte, noch wo er her kam. Wir kennen nicht viel mehr als seinen Namen. Archäologisch hat Böhmen zu dieser Zeit ein paar Burgen die wohl überwiegend Fluchtburgen waren.
Negativ fällt er auf, weil ein paar Slawen in Thüringen und Bayern plünderten.

Unter Führung des gerade zum Thronfolger und König ernannten Sohnes Karl drangen 805 fränkische, bayerische und sächsische Heere in Böhmen ein und schlugen den slawischen Fürsten Lecho. Im Jahr darauf 806 trat Karl der Jüngere als militärischer Befehlshaber gegen die Sorben unter ihrem dux (Herzog) Miliduoch siegreich hervor und tötete diesen.

Infolge dieses Krieges erklärte Kaiser Karl der Große 806 die Eroberungen zwischen Elbe und Donau zum Kronbesitz seines Thronfolgers und Sohnes Karl dem Jüngeren. Der verstarb jedoch schon 811 kinderlos, wodurch Ludwig der Fromme Thronfolger wurde und 814 an Karls Stelle trat. Ludwig der Deutsche erbte das Ostfrankenreich durch den Vertrag von Verdun 848, der für das erheblich kleinere Reich einen Ausgleich bekam und die Bischöfe selbst ernennen durfte.
846 setzte er den Mojmiriden Fürst Rastislav in Mähren ein. Diese Mojmiriden beherrschten Mähren vermutlich ab 805/806.

Laut Aventinus gab der Mährerfürst Vratislav im Jahr 805 sein Gebiet um Pressburg zu Gunsten Karls des Großen auf, wo er die Burg Bratislava aus den Ruinen der römischen Siedlung “Pisonium“ angeblich wiedererbauen ließ, welche er nach sich als Wratisslaburgium (Vratislavia=Bratislava) benannt haben soll.

Die Slowaken wollen damit den slawischen Ursprung von Pressburg beweisen.

Dieses „Geschenk“ wäre möglich, wenn Karl die Mojmiriden 805 als Fürsten über Mähren mit Übergabe der Pressburg (Burg Bratislava) eingesetzt hätte und die Přemysliden zum Verzicht bewegte und sie stattdessen zu Fürsten von Böhmen (Prag) gemacht hätte. Dort hatte sein Sohn Karl der Jüngere 805 gerade den elbslawischen Fürsten Lecho (Herrscher der Litomerizen) getötet, der sich mit den Sorben Miliduch verbündet hatte die 806 ebenfalls geschlagen wurden. Vermutlich wollten die beiden ganz Böhmen unterwerfen und hätten Baiern bedroht. Dagegen wird 860 ein Slavibor in Mělník als Fürst (830; † nach 860) der Pschowanen (benannt nach Burg Pšov in Mělník) genannt. Mělník ist die moderne Form von Miliduch und soll von den Premslyden kommen. Slavibor wird dort als sorbischen Milzener (Gau Milsca=Bautzen) bezeichnet. Slavibor soll für seinen Sohn Housek die Burg Houska erbaut haben.
Vermutlich handelt es sich dabei auch um Slavniken. Diese sollen sich Glomuci genannt haben, was entfernt an (Glogau bei Baruth und Głogów in Niederschlesien, ab 1251 Herzogtum Glogau) erinnert.

Die Mojmiriden könnten aus Olmütz (cz. Olomuc) oder Nitra stammen.
Die Přemysliden sind jedenfalls 75 Jahre später als Herrscher mit Sitz in Levý Hradec bei Prag belegt, während die elbslawischen Slavnikiden wohl im böhmischen Erzgebirge herrschten, was sich aus Konzentrationen frühslawischer Funde und Burgen des 7.-8. Jhd. schliessen lässt. Dort wurden sie im 10. Jhd. von den Přemysliden ausgerottet.
Belegen lässt sich diese Neuordnung Karls freilich nicht, da die Quellen nur mangelhaft sind. Archäologische Funde zeigen eine Wanderung aus dem Gebiet der Sueben/Lusizen im 4.-5. Jhd. ins Nordböhmische Gebiet. Gerade das böhmische Litoměřice (dt Leitmeritz) ist als Nomisterium schon von Claudius Ptolomaios im 2. Jhd. als Siedlung belegt und dürfte für die Bildung der Sorben aus den Sueben ebenso wie Dresden und Riesa nicht unwichtig gewesen sein. Der erste benannte Sorbe ist jedoch Dervanus (lat. Dervanus dux gente Surbiorum) der sich mit Samo 632 verbündete. Vermutlich entstammen Teile davon dem Thüringischem Reich das 527 von den Franken vernichtet wurde.

Die Chronica Boemorum des Cosmas von Prag (1045-1125) ist die älteste Quelle dieser Legende und entstand etwa 45 Jahre nach der Herrschaft des ersten Königs und Piasten Bolesław I. von Polen, genannt Bolesław I Chrobry. Er regierte von 992-1025 über Polen und war 1003-1004 als Boleslav IV. zum Herzog von Böhmen geworden.
Cosmas von Prag (1045-1125) war Dekan der Prager Kirche und Verfasser der Chronik von Böhmen und dürfte die Chronica Boemorum so um 1100 geschrieben haben. Sicher lagen ihm fränkische Chroniken wie Thietemar von Merseburg sowie die Annales regni Francorum, Annales Fuldenses oder Annales Mettenses vor und ansonsten schöpfte er aus der Auflistung slawischer Stämme des anonymen Bayrischen Geographen und vermutlich einiger Reiseberichte.

850 werden zwar vom Bayrischen Geographen einige Stämme aufgezählt, darunter Mährer und Boehmer sowie Surbi (Sorben) und weitere, die in exakt gleicher Weise in den Chroniken der Piasten und später in den ausgebauten Legenden der Premslyden erscheinen. In der Nestorchronik von 885 sind sie jedoch vollkommen unbekannt.
Cosimas schreibt dagegen über eine Grenzbeschreibung des Bistums Prag von 1086:

„Termini autem eius occidentem versus hii sunt: Tugast, qui tendit ad medium fluminis Chub, Zelza, Zedlica, Liusena, Dasena, Liutomerici, Lemuzi vsque ad mediam sylvam, qua Bohemia limitatur. Deinde ad aquilonalem hii sunt termini: Psouane, Chrouati et altera Chrouati, Zlasane, Trebouane, Boborane, Dedosese usque ad mediam sylvam, qua Milcianorum occurrunt termini. Inde ad orientem hos fluvios habet terminos: Bug scilicet et Ztir cum Krakouia civitate, provinciaque, cui Wag nomen est, cum omnibus regionibus ad praedictam urbem pertinentibus, que Krakou est. Inde Ungarorum limitibus additis, usque ad montes, quibus nomen est Tritri, dilatata procedit. Deinde in ea parte, quae Meridiem respicit, addita regione Moravia usque ad fluvium, cui nomen est Wag, et ad mediam sylvam, cui nomen est Mudre, et eiusdem montis, eadem Parochia tendit qua Bavaria limitatur.“

Deutsche Übertragung (ungefähr):
„Dessen Grenzen nach Westen sind Tugast (Burg Tuhošť bei Domažlice) bis zur Mitte des Flusses Chamb, Zelza (Alt-Pilsen?), Zedlica (Sedlitschanen um Sedlec), Liusena, Dasena (um Děčín), Liutomerici (Litoměřice), Lemusi (ev. Libušín) bis zur Mitte des Waldes, der Böhmen begrenzt.
Nach Norden sind dessen Grenzen Psouane (Pschowanen der Burg Pšov im heutigen Mělník), Chorvaten (verm. Burg Houska) und andere Chorvaten, Slensanen (Slensanen um Breslau), Trebovane (Trebnitz), Boboranen (oberen Bober), Dedosizen (Dadosanen, am mittleren Bober, Ilawa in Szprotawa, dt. Sprottau) bis zur Mitte des Waldes, der die Grenze zu den Milzenern ist.
Nach Osten sind diese Flüsse Grenzen Bug und Stryj (verm. Fluss Strwiąz) mit der Burg Krakovvia (Kraków), und die Provinz deren Name Waag ist (wahrscheinlich um Trentschin), mit allen Regionen, die zu der genannten Burg gehören, die Krakow ist.
Zu den Ungarn sind die Grenzen bis zum Gebirge, dessen Name Tritri: (Tatra) ist. Weiter in jenem Teil, der die Mitte darstellt, zuzüglich der Region Mähren bis zum Fluss, dessen Name Waag ist, und bis zur Mitte des Waldes dessen Name Mudre (Moldau) ist, und dessen Gebirge (Bayrischer Wald), das die Parochie berührt, die Bavaria begrenzt.“

Im Grunde entspricht das dem Herzogtum Teschen, oder anderes gesagt Schlesien und Böhmen. Die Auslegung ist natürlich wie üblich die maximale Interpretation die bis in die Ukraine reichen soll. Da spielt eine Menge Wunschdenken mit.
Realistisch ist eine kleinere Interpretation auf Schlesien und Böhmen also im Grunde genommen Tschechien und Slowakei.

In der Chronik von Böhmen berichtet Cosimas vom ersten böhmischen Fürsten Lech und dessen Nachfolger Krok sowie von Přemysl dem Pflüger der Krok auf den Thron folgte indem er dessen Tochter heiratete.
Lecho ist vermutlich ein elbslawischer Warlord der Sorben der bis 805 im böhmischem Erzgebirge vermutlich über Litoměřice (dt Leitmeritz) herrschte und wohl Prag eroberte. Den schlug Karl der Jüngere und gab diese Land dem mährischen Fürsten Vratislav von den Premslyden, wofür der seine Festung Bratislava und Mähren aufgab und an Mojmir übergab, der nunmehr Fürst von Mähren wurde.
Lecho stammt demnach vermutlich aus dem sorbischen Geschlecht des Slavnik und war mit Miliduch verwandt.
Diese Slavniken könnten zum Urheber des Wortes „Slawen“ geworden sein, was sich schlichtweg von „Laba“ (der Elbe) zu = Slawa umgestaltete. Wie schon zu Zeiten der Suebi ist die Elbe auch zu Zeiten der Surbi der Hauptverkehrsweg zwischen Thüringen, Erzgebirge, wo dann die Moldau weiter durch Böhmen führt und im Dreiländereck Böhmen, Mähren, Wien in die Donau fließt.
Die Bedeutung der Elbe schwingt schon im Begriff „Polaben“ mit, der leitet sich nämlich von po Labem „an der Elbe“ ab. Polaben sind also Elbslawen, genauer gesagt Surbi die ganz zufällig das Land der Suebi bewohnen. Und ihre Geschichte beginnt mit einer Seuche, die als Pest tatsächlich bei frühen Slawen in Bayern gefunden wurden, wo Boier (Boika alias Bohemer) einwanderten. Dies stimmt mit den Daten von Österreich überein die Slawen frühestens ab 547 ansetzen können, was unmittelbar nach dem ersten Pestausbruch der Justinianischen Pest wäre. Die Bevölkerungsdichte sinkt im 6. Jhd. während dieser Zeit um cirka 70% und erholt sich erst im 8. Jhd. wieder wo ein intensiver Burgenbau einsetzt.

Ein Krak (oder auch Krakus) wird auch in der von Bischof Kadlubek († 1223) aufgeschriebenen Krakauer Legende genannt, nur ist er hier ein Herzog der Wandalen der am Fluss Wandalus lebte. Seine Existenz ist nicht belegbar.
Wandalus ist nach Meinung polnischer Historiker (eines Wincenty Kadłubek natürlich ohne Beleg) der Name der Weichsel. Ein Wincenty Kadłubek (* um 1150; † 1223 im Kloster Jędrzejów) war Bischof von Krakau. Vermutlich diente ihm die inzwischen 75 Jahre alte Chronica Boemorum des Cosmas von Prag als Vorlage.

Es wird vermutet das es in Böhmen zwei bis drei Fürstentümer gab, der eine soll ein Gebiet um Prag und Brno beherrscht haben, der andere vermutlich das Böhmische Erzgebirge und ein dritter könnte die Gegend um Krakau beherrscht haben.

Für die tschechische Chronik des Dalimil (datiert auf 1315) soll eine „Chronik des Boleslav“ die Vorlage gewesen sein, die ebenfalls als Chronica Boemorum des Cosmas von Prag (1045-1125) identifiziert wurde. (Dalimil ist ein Kunstbegriff da der Verfasser der ersten in Tschechischer Sprache verfassten Chronik unbekannt ist.)

Der Name „Chronik des Boleslav“ wird dann verständlich, wenn man davon ausgeht, das Cosmas von Prag den Piasten Bolesław I Chrobry zum Herrscher Krok umbenennt, wodurch der Piast Mieszko I. König von Polen (960–992) praktisch zu dessen Vorgänger „Lech“ wird. (Die Erlangung der Krone durch Mieszko I. ist nicht belegt und ebenfalls nur bei Cosmas zu finden.)

Somit lässt sich die Chronik des Cosmas von Prag frühestens zum möglichen ersten König von Polen um 992 n. Chr. zurück führen. Ob er einen Beinamen Lech hatte ist unbekannt, aber es ist anzunehmen das er einen Beinamen hatte, weil das damals üblich war. Und so wird der böhmische Fürst Lecho der 805 von Karl dem Jüngeren geschlagen und getötet wird, zum Ahnherrn Polens und Böhmens der durch Cosmas ins Jahr 992 versetzt wird und von Boleslav ins 7. Jhd. zurück versetzt wird um ein von Karl dem Großen „unabhängiges Urpolen“ zu erschaffen.

Es gibt also einen wahren Kern, der wird allerdings politisch motiviert ausgeschmückt.

Die Legende geht etwa so:

Der Sage nach (der Polnischen Přemysliden-Chronik für Wenzel II.) lebten um 650 die drei Brüder (Piasten) Lech, Čech und Rus zwischen den Flüssen Weichsel und Dnjepr in einem Land wo alle die selbe Sprache hatten und dank der Weisheit der der Brüder glücklich und zufrieden waren. Eine Hungersnot zwang sie nun auszuwandern. An der Prypjat (Ruthenien) verabschiedete sich der älteste, Rus mit seinem Volk und wanderte nach Russland. Die übrigen wanderten weiter in Richtung Westen, wo sie die Grenze Slawoniens an der oberen Weichsel erreichten und dem Fluss nach Süden folgten. Nahe der Stelle, wo heute Krakau liegt, trennten sich Lech und Čech. Čech wanderte mit seinem Stamm nach Süden bis zur Weichselquelle und machte Halt oben auf dem Gipfel des Berges Říp.

Das Land war seit der Sintflut menschenleer und überaus geeignet zur Ansiedlung; es ist das Land, in dem (in Anspielung an das biblische Gelobte Land) Milch und Honig fließen. Aus Dankbarkeit wurde das Land nach ihm Boemia benannt.

In der ursprünglichen Version führt Čech den lateinischen Namen Boemus. Erst in der Polnischen Přemysliden-Chronik (für Wenzel II.) wird aus ihm Čech. Der Name Boehmen wird auf die Boier zurück geführt. Doch es gibt auch den slawischen Stamm Boika, der ganz sicher der selbe ist. Die Boier waren ein Stamm der im 1. Jhd. n. Chr. den Markomannen unterstanden und vermutlich seit dieser Zeit auch in Böhmen heimisch ist. Er ist auch Teil des Bajuwarischen Stammes der über den Böhmerwald nach Bayern und Franken einwanderte.

Lech überquerte nun angeblich die Weichsel und wandte sich nach Norden. So erreichte er einen Bach dem er folgte und der immer größer wurde. Irgendwann unterwegs erfuhren sie, dass sie die ganze Zeit dem Fluss Warthe folgten. Dann kam er in ein Seenland und ließ sich nieder. Sie sahen im Abendrot einen weissen Adler, der von der Krone einer großen Eiche in Richtung eines Berges flog, wo sich sein Nest befand. Auf diesem Hügel bauten sie ihre Burg die sie Gniazdo =Nest nannten. Und seit dieser Zeit ist der weisse Adler auf rotem Grund das Symbol polnischer Könige.

Hier wird natürlich von dem Seenland östlich der Oder gesprochen in der sich Gnesen befindet, das der Legende nach Sitz der polnischen Fürsten war. Das Gebiet wurde ursprünglich von Burgundern bewohnt die um 400 n. Chr. nach Burgund abwanderten. Oberhalb der Burgunder lebten die Lemovier.

Um nun den Übergang der Dynastie der Piasten (=Lech) zu den Přemysliden (=Krak) zu schaffen, macht die Chronica Boemorum des Cosmas von Prag den zweiten Piasten-König von Polen Bolesław I. Chrobry zu Krok um Ansprüche auf Böhmen zu erheben und die Přemysliden-Chronik zu Krak um Ansprüche auf Krakau zu erheben, während sie Přemysl nach Böhmen verpflanzt.
Fraglich ist allerdings die Herkunft Lechos, der förmlich zum Piasten gemacht wird, obwohl es dafür keinerlei Überlieferung gibt. Doch in der Urquelle steht nichts davon.

So wird nun erzählt das Böhmen von einer Seuche heimgesucht wurde. Auf den Rat einer Wahrsagerin hin findet das Volk einen weisen Mann namens Přemysl, der mit nichts anderem als dem Pflügen der Felder beschäftigt war. Die Hochzeit des Pflügers mit der Wahrsagerin und die Gründung der Stadt Prag erlöst das Land von der Seuche und fortan wird Böhmen von einem Fürsten regiert.

In einer weiteren Fassung heißt die Wahrsagerin Libuše und ist eine der drei Töchter des verstorbenen Piasten-Herrschers Krok, jenes Herrschers der nach Lech Fürst über Böhmen war.
Da sie von den Stammesältesten nicht als Herrscherin akzeptiert wird, muss sie heiraten und sandte Boten aus die am Fluss Bílina in Stadice (in der Nähe der heutigen Stadt Ústí nad Labem an der Schneekoppe) den Přemysl fanden, der sein Feld mit zwei gescheckten Ochsen pflügte. Er bewirtet die Gäste auf seiner umgedrehten eisernen Pflugscharr wie es vorhergesagt war und heiratet Libuše.
So wurde Přemysl Herrscher über Böhmen.

Alois Jirásek ein Tschechischer Historiker der 1930 in Prag verstarb will anhand böhmischer Märchen herausgefunden haben, das Přemysl zum Stamm der Lemuzen (Lemusi wird mit Libušín übersetzt, möglicherweise eine Slawisierung der Lemovier) gehört haben soll.

Heinrich I. siegte 932 über die Lusizer und zerstörte dabei ihre Stammesburg Liubusua. Es ist anzunehmen das Libuše mit der Stammesburg Liubusua identisch ist und hier ein Ehebündnis der Lusitzen mit dem Böhmischen Stämmen (der Slaviniken) geschlossen wurde.
Diese Burg Liubusua wird in Löbsal an der Elbe vermutet. Das ursprünglich zur Billendorfer Kultur (einer Lausitzer Kultur die bis nach Schlesien reicht) gehörende Löbsal an der Elbe weist nicht nur bronzezeitliche sondern auch slawische Siedlungsfunde auf, die zu den Daleminzien gehört haben soll. Es ist durchaus möglich das hier ein böhmliches Herrscherhaus entstand, da der böhmische Fürst Boleslav die (einst von Heinrich I. zerstörte und von Heinrich II. wiederaufgebaute) Burg Liubusua überfiel und zerstörte. Liubice ist aber auch der slawische Name von Alt-Lübeck, dessen slawischer Kronsitz eine Niederungsburg an der Mündung der Schwartau in die Trave war. Der älteste Wall wurde auf 819 datiert.

Der Piast Mieszko I. (reg. 960–992) soll der Sohn des Siemomysl gewesen sein. Dieser könnte ab 932 über die Lausitzer regiert haben. Der Name ist in einigen Orten Schlesiens (z.b. Lutomysl) belegt und legt eine schlesische Herkunft nahe.

Und so wird der arme geschlagene Lecho zum Urvater der Polen und Tschechen und die Fürstentochter Libuše zur slawischen Mona Lisa. Ob sie auch dieses geheimnisvolle Lächeln hat? Ich denke schon.
Ein Rat noch auf den Weg, sollten sie auf der Wenzelsburg oder in Karlsbad mal einer schönen Frau begegnen, dann schauen sie ihr ganz tief in die Augen. Vielleicht entdecken sie ja den Zauber der Libuše.

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