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Riesiges Heerlager gefunden

Der Fund eines riesigen Marschlagers das rund 20.000 Soldaten fassen konnte, entfacht die Diskussion um die Varusschlacht erneut. Bei Wilkenburg südlich von Hannover müssen kurz nach der Zeitenwende 20.000 römische Legionäre mit kriegsmäßigem Tross samt Hilfstruppen für einige Tage kampiert haben. Als mögliche Kommandeure dieser Legionen kommen Tiberius im Jahre 4-5 n. Chr., Varus im Jahr 9 n.Chr. oder Germanicus im Jahr 15 n. Chr. in Betracht. Henning Haßmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege ist begeistert: „Für die Archäologie in Niedersachsen ist das der Kracher.“

Das würde auf die Feldzüge des Tiberius verweisen, die Velleius Paterculus beschreibt. Damals war im rechtsrheinischen Germanien ein „immensum bellum“ (gewaltiger Krieg) ausgebrochen, der die römischen Eroberungen seit 12 v. Chr. in Norddeutschland gefährdete und von den Kommandeuren nicht gewonnen werden konnte.
Daher beauftragte Kaiser Augustus seinen Stiefsohn Tiberius mit dem germanischen Kommando. Bald gab es dort „nichts mehr, das man hätte besiegen können“, behauptet Velleius Paterculus.

„Ihr guten Götter, wie viele Bücher könnte man damit füllen, was wir … unter der Führung des Tiberius Caesar alles vollbracht haben! Unsere Heere durchzogen ganz Germanien, Völker wurden besiegt, die kaum vom Namen her bekannt sind.“ Mit derart überschwänglichen Worten berichtet der Römer Velleius Paterculus, der selbst unter dem Feldherrn und spätere Kaiser Tiberius gedient hatte. Dieser unternahm in den Jahren 4 und 5 n. Chr. große Eroberungszüge ins nördliche Germanien, wurde jedoch im Jahre 6 abberufen.

Ursprünglich war ein Feldzug gegen die Markomannen geplant, doch als die Pannonischen Stämme rebellierten und 2 Legionen bei Sirmium unter gingen, eilte Tiberius mit drei seine germanischen Legionen (vielleicht auch mit Arminius) herbei und warf die Rebellion in Pannonien nieder.

Bis zu zwölf Legionen, mehr als ein Drittel der römischen Kriegsmacht, wurden zur Niederschlagung des Aufstandes aufgeboten und die Rache der Römer war furchbar. Den Platz von Tiberius nahm der aus Judäa abkommandierte Publius Quinctilius Varus als neuer Statthalter in Germanien ein.
Nur 3 Jahre später ging dieser im Jahr 9 n. Chr. am „saltus teutoburgiensis“ mitsamt seinem Heer durch die Germanen unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius unter. Das Heer des Varus bestand aus drei Legionen samt Tross und einigen Hilfstruppen. Das entspricht etwa der Größenordnung, die in dem neu entdeckten Marschlager von Wilkenburg Platz gehabt hätten.

Das Lager wurde in typisch römischer Bauweise angelegt, mit Wehrgräben, die unten spitz zuliefen. Auch eine Toranlage lässt sich am höchsten Punkt des Platzes nachweisen. Desweiteren bargen die Archäologen typischen Nägel, mit denen die Schuhe der Legionäre beschlagen waren, sowie Bronzemünzen aus ihrem Sold. Diese Münzen werden in die ersten Jahre n. Chr. datiert.

Auch im Jahre 15 n. Chr. marschierte ein riesiges Heer unter dem späteren Kaiser Germanicus über den Rhein, um die Niederlage des Varus zu rächen. Doch ein Verband von 20.000 Legionären ist zu dieser Zeit in Germanien schwer vorstellbar und würde wohl besser zu der Varus-Expedition passen.

Auch Germanicus wird gern unterstellt er hätte Germanien erobert. Offenbar war es der iulisch-claudische Dynastie ein Bedürfnis den Sieg über Germanien zu erringen.

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