//
du liest...
Aktuelles

Pax Romana – Pax Amerikana

Nun gewöhnlich schau ich mich etwas in de Blogs meiner Leser um, man ist ja neugierig. Seit kurzem folgt diesem Blog eine neue Leserin die ich hiermit herzlich willkommen heiße. Dort fand ich folgende Zeilen die mich zu diesem Artikel bewogen:

Wir gedenken heute der Ermordung Caesars, der an den Iden des März, dem 15. März des Jahres 44 v. Chr., einem Attentat im Theater des Pompeius, zum Opfer fiel.

Ja was hat er denn geleistet das wir ihm gedenken sollen?

Caesar – Feldherr, Diktator, Autor, Pontifex

Gaius Julius Caesar war römischer Feldherr, Konsul, Diktator und Autor. Er spielte eine wesentliche Rolle in der Geschichte des antiken Rom.
Der Senat hatte ihm umfassende Ehrenrechte verliehen, darunter die Diktatur auf Lebenszeit, Oberbefehlshaber des Heeres, Oberster Priester („Pontifex Maximus“) und Volkstribun in einer Person.

Zweifellos spielte Caesar für die Geschichte Roms eine große Rolle. Aber war er wirklich so ein kluger Mann das man ihm Ehrenrechte verliehen hat und dem wir heute noch gedenken sollten?
Ziehen wir doch mal ein paar Vergleiche zur heutigen Zeit.

Pax Amerikana

Nun gerade aktuell ist das Beispiel Erdogan der sich per Volksreferendum mehr Macht zusprechen lassen will. Zuvor hat er durch einen vermutlich fingiertem Putschversuch politische Gegner zu Feinden der Türkei maginalisiert und ausgeschaltet. Er kontrolliert zweifellos die Politik des Staates und wird uns als jemand präsentiert der die Diktatur in der Türkei einführen will.

Das Gleiche wird auch von Putin behauptet, der uns üblicherweise als Oligarch von Russland geschildert wird, und vermutlich ist das gar nicht so falsch. Doch ist er einfach nur machtbesessen oder verfolgt er damit höhere Ziele?
Nach Prof. Mausfeld hat der Westen Russland mit mehr als 25.000 NGO´s überzogen die neben vielen guten Dingen vor allen Dingen eines in die Bevölkerung bringen sollten, westliches Denken. Aus diesem Grunde hat Putin alle NGO´s verboten die mit ausländischem Geld finanziert wurden und aus dem Ausland gesteuert wurden. Die Russen sollen nicht länger vom Westen in ihrer Meinungsbildung manipuliert werden. Das finde ich gar nicht so falsch, wenn ich mal einen schrägen Blick auf die Zentrale für Politische Bildung und zahlreiche andere Vereine werfe, die ganz anderes im Sinn haben, als uns ein neutrales objektives und wahrheitsgetreues Bild zu vermitteln.
im Gegensatz zu dem was uns so alles erzählt wird, blüht die Russische Wirtschaft. Russland hat die höchste Quote von Hochschulabsolventen (im Verhältnis zur Bevölkerung) weltweit und Frieden.
Nun ich kann nicht beurteilen wohin sich Russland entwickelt und das soll auch nicht das Thema sein, doch es stimmt mich nachdenklich das überall dort wo dank westlicher Hilfe Demokratie gefördert werden soll, es katastrophale Folgen hat. Oft kommt es nach dem Regimewechsel zu Kriegen und allerlei zweifelhafte Leute reißen die Macht an sich.

So in Libyen, in Ägypten und auch in Afghanistan wurde ein Regimewechsel initiiert. Die Folge, Afghanistan hat nunmehr seit 50 Jahren Krieg. Das ist 2/3 eines ganzen Lebens.
Aus der damaligen von der USA unterstützten Opposition sind die Taliban hervorgegangen, aus denen die Al Quaida mit dem von der US ausgebildeten Bin Laden an der Spitze und schliesslich die IS die das Kalifat als Islamischer Staat ausgerufen hat. Die machen uns ja momentan soviel Freude das wir aus diesem Grunde selbst die Bürgerrechte der Menschen aufheben.

In Ägypten kamen durch eine vom Westen unterstützte Revolution die Moslembrüder an die Macht, die den florierenden Tourismus und damit einem der Hauptwirtschaftszweige Ägyptens zum Erliegen brachte. Millionen Ägypter waren vom florierendem Tourismus abhängig, heute stehen sie vor leeren Hotels und wissen nicht wie sie ihre Familien durchbringen sollen. Erst durch das Aufbegehren dieser Ägypter wurden die Moslembrüder wieder gestürzt und die heutige Regierung Ägyptens versucht nun den Tourismus wieder in Gang zu bringen. Doch noch immer kämpft Ägypten mit den Folgen der Revolution, denn Touristen fahren verständlicherweise nicht in Länder wo Bombenanschläge drohen.

In Libyen bekriegen sich Warlords, hier sind die größten Erölvorkommen Afrikas und die viertgrößten Erdgasreserven des Kontinents. Im März 2011 wollte Gaddafi die Chinesen, Russen und Inder ins Boot der Erdölförderung holen, kurz darauf wurde das Land vom Westen bombardiert um „Demokratie“ herzustellen, Resultat 50.000 Tote. Die beiden Ölzentren es-Sider und Ras Lanuf sind nun unter Kontrolle von General Haftar und er will sie behalten. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (ein Schwarzer), der sich immer wieder einmal durch kritische Äußerungen jenseits der vorgegebenen Lagerhaltung auffällt, hat dazu eine ganz eigene Meinung. Seine Analyse ist in ihrer Deutlichkeit selten. „In Libyen hat die Weltgemeinschaft große Fehler gemacht, indem Gaddafi weggebombt wurde“, wird er von einem Treffen mit EU-Amtskollegen zitiert. Sein Fazit: „Nach fünf Jahren stehen wir vor dem kompletten Desaster.“

Das kann man im Wesentlichen auch über die Ukraine, über Syrien, den Irak und Iran sagen. Nicht umsonst kommen aus diesen Regionen die meisten Flüchtlinge. Man erinnere sich nur an „Curveball“ einem irakischem Flüchtling der behauptete es gäbe mobile Uran-Areicherungsanlagen in LKW´s. Schon damals fand der BND das total unglaubwürdig, übergab die BND-Protokolle aber trotzdem der NSA. Prompt wurde er zum Kronzeugen für einen Angriffskrieg der USA gegen den Irak, für den die UN kein Mandat gab. Man fand bis heute weder Atombomben noch mobile Urananreicherungsanlagen, nicht mal ein kleines Atombömbchen fand sich im ganzen Land. Zurück blieb eine ausgebombte Bevölkerung in einem zerstörten Land ohne Perspektiven. Nicht wenige kamen durch Drohnen ums Leben.
Und Curveball? Nun der Lügner wurde mit einem deutschen Pass und einer neuen Identität belohnt.

Nachdenklich blicke ich auch auf Obama zurück der so von Deutschen bejubelt wurde. Einst Hoffnungsträger der Welt hat einen Friedensnobelpreis bekommen, für was eigentlich? Während seiner gesamten Amtszeit hat er jeden einzelnen Tag Krieg geführt, seitdem wissen wir was Drohnenkrieg ist. Noch nie gab es so viele Flüchtlinge wie heute. Die Bilanz von Obama ist mehr als fragwürdig, denn es ist ganz und gar nicht so, das er nicht konnte. Er hatte durchaus die Mehrheit im Kongress und hätte jedes Gesetz durchbringen können. Ganz im Gegensatz zu dem neuen Präsident Trump, der uns als ziemlich fragwürdig präsentiert wird. Vermutlich ist er das auch, aber Trump spricht nur aus, was viele Amerikaner sowieso glauben – sie hätten jedes Recht.

Was mich dabei wirklich nachdenklich stimmt sind die Vergleiche zwischen Amerika heute und dem Römischen Reich damals. Ihnen wird seit ihrer Geburt vermittelt das die USA eine besondere Stellung in der Welt habe. Also sehen sich Amerikaner als Volk des größten Imperiums das je auf der Welt existiert hat. Sie glauben ernsthaft das Amerika dazu bestimmt sei zu definieren was Richtig und Falsch sei und sie sich nicht vor der Welt rechtfertigen müssten. Deshalb dürfen sie auch einen Krieg gegen den Irak führen, selbst wenn die UNO dagegen ist. Das entspricht durchaus dem Denken der Römer.
Und wenn sie also die deutsche Bevölkerung und sogar die deutsche Regierung mit der sie ja eine Partnerschaft haben, belauschen, dann sei das ihr gutes Recht. Uns sprechen sie allerdings dieses Recht ab und natürlich den Russen erst recht. Aber das Erdogan in Deutschland türkische Oppositionelle ausspionieren lässt, das wird eindeutig als Unrecht angesehen. Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen, denn trotz des Abschöpfens von Internet-Übertragungen Deutscher Bürger, hat sich hier abgesehen von ein paar lahmen Worten nichts verändert. Die Amerikaner haben sich nicht mal entschuldigt, im Gegenteil die machen genauso weiter.
Tacitus hatte schon vor 2000 Jahren dazu eine Meinung: „Zwischen Siegern und Besiegten kann es keine erfolgreiche Koalition geben.“

Und so tönt Trump: „Berlin soll NATO-Schulden bezahlen“. Das war die Titelschlagzeile der RAZ vom 19. März 2017.
Trump twitterte nämlich: „Deutschland schuldet der NATO große Summen & die Vereinigten Staaten müssen mehr Geld für die starke und sehr teure Verteidigung erhalten, die sie Deutschland zur Verfügung stellen.“

Dabei bezahlen wir ja schon Amerikanische Basen, Krankenhäuser, Unterkünfte und sogar Amerikanische Atombomben die bei uns stationiert sind. Wenn es also je zu einem Krieg zwischen Russen und Amis kommen sollte, dann ist Europa das Schlachtfeld. Albrecht Müller von den Nachdenkseiten kommentierte diese Aussage Trumps mit den Worten: „So geht der Chef eines Imperiums mit dem Vasallen um, er fordert Tribut.“
Prof. Mausfeld nennt dies die „Pax Amerikana“ und dieser Herr Mausfeld ist wirklich ein kluger Mann. Solltet ihr mal ergoogeln.

Pax Romana

Und hier schliesst sich der Kreis zum Römischen Reich. Denn auch die Römer glaubten, das sie jedes Recht der Welt haben und dieses Rechtssystem nannten sie die „Pax Romana“. Nach diesem Recht waren alle Nichtrömer rechtlos. Man konnte sie versklaven, ermorden, misshandeln und ausbeuten.

Demnach waren Germanen immer in ihr Reich „eingedrungen“ . Und war das – wie z.B. im Gallischen Krieg – mal nicht so, dann deklarierten sie den Krieg zu einem „gerechten Krieg“ um. Wenn also Germanen in ihre eigenen rechtsrheinischen Gebiete zogen, dann waren sie nach römischer Darstellung Aggressoren, die römische Verbündete bedrohten.
Aber gab es diese „Verbündeten“ eigentlich?
Germanen lebten schon bevor Römer Gallien betraten an Maas, Rhöne, Seine und im Elsaß. Von einer traditionellen Feindschaft zwischen Kelten und Germanen ist uns nichts bekannt. Im Gegenteil eine ganze Reihe Stämme die archäologisch zur keltischen Kultur gehörten, beteuerten selbst Germanen zu sein und zweifellos lebten Germanen auch rechts des Rhein. Es gab sogar eheliche Verbindungen zwischen ihnen.
Germanen sind also keineswegs zur Eroberung Galliens ausgezogen, sie waren keine Invasoren und es stand auch kein Schild am Rhein: „Hier ist Gallien, Germanen nicht willkommen.“
Das sind alles Römische Definitionen. Viele heutige Historiker vergessen das.

Bevölkerungsschätzungen

Studien die versuchen die Bevölkerung Europas zu schätzen, zeigen für etwa 500 Jahre einen massiven Bevölkerungseinbruch, der in etwa von den Punischen Kriegen bis zur Reichskrise des 3. Jhd. n. Chr. reicht, als Germanen nach Raetien, ins Norikum sowie nach Dakien vorstießen. Man rechnet in dieser Zeit mit einen Bevölkerungsverlust von ca. 25%. Das ist ziemlich viel angesichts einer insgesamt recht dünnen Bevölkerung Europas.

Ich halte die Schätzung von Johannes Müller für die erste realistische Schätzung. Er beurteilte Siedlungsdichte in verschiedenen Regionen Europas um daraus einen etwaigen Wert abzulesen. Er schätzt die Bevölkerung Zentraleuropas und Südskandinaviens (also in der Magna Germania und Skandinavien) um 1500 v. Chr. auf knapp 3,75 Mio. Rechnet man dies weiter, betrug die Bevölkerung um 250 v. Chr. bei konstanter Bevölkerungsentwicklung in der Magna Germania sowie Südskandinavien und der Kelten nördlich der Alpen etwa 9 Mio Menschen und wäre im Normalfall um 250 n. Chr. auf 11,5 Mio angestiegen, was einer Reproduktionsrate um die 0,25 entsprechen würde. (Zum Vergleich, heute liegt sie bei 1,4)

Tatsächlich lag die Bevölkerung der Magna Germania samt Skandinavien und dem nördlichen Alpengebiet aber nur bei 8,25 Mio. Hier fehlt also ein ganzes Viertel der möglichen Bevölkerung.
Ok, man muss fairerweise sagen, das man dies nie genau beweisen wird, es handelt sich um Schätzungen.
Doch das wirft dennoch eine Frage auf, wo ist diese Bevölkerung hin?

Die Kriege der Römer

Also widmen wir uns doch mal den Römern und ihren Kriegen.
Da wäre der Krieg gegen die Gallier um 223/222 v. Chr., die Punischen Kriege um 218 v. Chr. insbesondere gegen Hannibal und die Vernichtung Karthagos das dem Erdboden gleich gemacht wurde. Der Krieg gegen die Mithridaten von Pontus im Reich vom Bosporus. Gegen die Juden und Syrer, gegen Iberer, gegen die Daker, gegen die Griechen und gegen Phyrrus I. von Epirus. Dann gab es noch drei Sklavenaufstände an der bis zu 200.000 Sklaven teilgenommen haben sollen. Um 29 v. Chr. wurden die Bastarnen, Roxolanen und Jazygen bekriegt, dann die Rebellion der Pannonischen Stämme niedergeschlagen und schliesslich der Krieg gegen Gallien, die Eroberung Englands, gegen die Rebellion der Druiden von Anglesey und der Boudicca-Aufstand. Aber auch gegen die Germanen wurde heftig Krieg geführt, insbesondere gegen Ariovist, dann unter Drusus und gegen die Markomannen, die Usipeter, Tenkterer, Ubier und Sugamber und weiterer Rheinstämme im Verlauf des Gallischen Krieges, gegen die Belger und der Bataveraufstand und im Osten gab es noch einige Kriegszüge gegen die Buri an der vermutlich schon Vandalen und Gepiden beteiligt waren, gegen Quaden, wobei sich die Römer rühmten den Römerfreundlichen Vannius eingesetzt zu haben. Und so geht das Schlag auf Schlag weiter. Sicher habe ich noch viele andere nicht genannt.

Wer also war hier der Agressor? Der der ins römische Reich eindrang, oder der der seine Heimat, seine Freiheit, seine Völker- und Menschenrechte verteidigte?

Checken wir doch mal einen dieser Kriege beispielgebend für viele andere.

Caesar gegen die Helvetier

Dieser Stamm der Helvetier dem sein Siedlungsgebiet durch Überpopulation offenbar zu klein geworden war, hatte sich mit den Haeduern und Raraukern geeinigt, weiter nach Westen ins Gebiet von Saintonge an der Atlantikküste zu ziehen. Dort wollten sie – laut Darstellung Caesars „Gallien unterwerfen und unter sich aufteilen“.

Die Helvetier mussten dazu ihr Tal zwischen den Jura-Bergen und den Rhönealpen verlassen, was nur über einen Weg entlang des Lemanus (Genfer See) und dem Rhönegebirge möglich war, das wohl noch zum Siedlungsgebiet der Alloborger gehörte, die bereits unter Römischer Herrschaft lebten.
Die Helvetier fragten also nett und höflich bei den Römer an, ob sie den Talausgang durchqueren könnten. Caesar hielt sie erst einige Tage hin, dann ließ er ausrichten, daß er erst in 14 Tagen eine Entscheidung treffen könne.
Auch die Kimber und Teutonen hatten einst die Römer gefragt und waren daraufhin angegriffen worden. Die Helvetier haben das offensichtlich nicht gewusst.

Inzwischen hob Caesar nämlich (zu seinen eigenen 2 Legionen) während dieser Zeit 2 weitere Legionen aus und ließ einen 28 km langen Wall errichten der den Talausgang für die Helvetier versperrte. Die Helvetier versuchten ihn zwar nun ohne Zustimmung zu überqueren, scheiterten aber am Wall von wo sie aus mit tausenden römischen Armbrüsten und Pfeilen unentwegt von den inzwischen 16.000 Legionären beschossen wurden.
Also beschlossen sie schweren Herzens den schmalen Pass über die Jura-Berge zu nehmen, wozu sie die Haeduer um Vermittlung baten, da sich gegenüber das Gebiet der Sequaner befand.
Die Haeduer vermittelten und die Helvetier zogen nun über den Pass in das Gebiet der Sequaner und weiter ins Gebiet der Haeduer, wo sie einen Fluss überqueren mussten. Als 3 der 4 Helvetierstämme den Fluss überquert hatten, griff Caesar – der im Eilmarsch mit seinen 16.000 Mann anrückte – den letzten Stamm der Helvetier, die Rarauker an, die noch auf die Flussüberquerung wartete. Er vernichtete diesen Stamm vollständig, man hat nie wieder etwas von ihnen gehört.
Dies nannte er in seinem Buch „eine gerechte Strafe“, denn angeblich hätte genau dieser Stamm Jahre zuvor Römer angegriffen. Dann setzte er den Helvetiern nach und rechtfertigte diesen Angriff dadurch, das die Haeduer sich beklagt hätten das die Helvetier ihre Felder verwüsten würden. Wir erinnern uns die Helvetier hatten die Erlaubnis der Haeduer ihr Gebiet zu durchqueren.

Tatsächlich handelt es sich dabei um einen rachsüchtigen Haeduer, der wohl selbst gern Führer der Helvetier werden wollte, was er hoffte mit Hilfe der Römer zu erreichen. Dieser Oppositionelle verbündete sich also mit Caesar und lieferte ihm damit einen Vorwand zu einem „gerechtem Krieg“ gegen die Helvetier indem er Caesar angeblich um Hilfe bat.

Caesar gibt auch an, man habe im Lager der besiegten Helvetier Tafeln in griechischer Schrift mit Ergebnissen einer Volkszählung gefunden. Daraus hätte sich eine Zahl von 263.000 Helvetiern ergeben, dazu 36.000 Tulingern, 14.000 Latobrigern, 23.000 Rauracern und 32.000 Boiern, also insgesamt 354.000 Menschen mit 92.000 wehrfähigen Männer.
Nachdem die Helvetier 59 v. Chr. in der Schlacht von Bibracte von Caesars 16.000 Legionären (vielleicht auch mehr) geschlagen wurden und kapitulieren mussten, ordnete Caesar die Rückkehr der Helvetier, Tulinger und Latobriger in ihr altes Siedlungsgebiet an. Eine Volkszählung von Caesar angeordnet nennt die Zahl von 110.000 Menschen die in das Siedlungsgebiet der Helvetier zurück gezwungen wurden.
244.000 als fast eine Viertel Mio. Menschen, darunter alle Rauracer und wohl auch Boier sind also umgekommen.

Viele Historiker halten das für unwahrscheinlich, aber erinnern wir uns noch mal der Bevölkerungsrechnung. Demnach fehlen 3,25 Mio Menschen, unzwar nur in der Magna Germania und den Nordalpen. Wir sprechen hier noch nicht von Gallien, Iberien, Pannonien, Griechenland, Anatolien oder Nordafrika.

Die gleiche Methode verwendete er später um gegen Ariovist Krieg zu führen, wobei ihm auch diesmal die Haeduer zusammen mit den Sequanern einen Vorwand zum Angriff lieferten. So behauptet er die Sequaner seien angeblich von Ariovist unterdrückt worden. Nachprüfen können wir das nicht, jedenfalls bisher.

Doch wie ging es weiter?
Inzwischen war tatsächlich der Oppositionelle von Caesar zum Führer der Haeduer ernannt worden, die nun ebenfalls Teil des Römischen Imperiums waren, aber keinesfalls mit den Rechten der Römer. Die Pax Romana sicherte die Rechte der Römer, nicht die der Barbaren.
Dazu bediente sich Rom fast durchweg einer römerfreundlichen Opposition die man mit römischen Waren verlockte, sie gewissermaßen korrupierte und zu treuen gallischen (oder barbarischen) Stammesführern Roms machte. Dies geschah auch dadurch indem man ihre Kinder nach Rom verschleppte, im Sinne Roms erzog und zu willigen gehorsamen Werkzeugen machte.
Oft genug wurden sie zu Führern von Auxiliartruppen, die für die Rechte der Römer starben, indem sie mit römischen Hightechwaffen aufständige Stämme niederschlugen, die den Römern technisch sowieso rettungslos unterlegen waren.

Wie weit die Römer dem Rest Europas bereits technisch voraus war, zeigt folgende Überlieferung. So wunderten sich z.b. die Römer das die keltische Boudicca noch mit Streitwagen in Eberkopf-Formation angriff. Rom setzte Streitwagen nur noch zu repräsentativen Zwecken oder in Form von Wagenrennen ein. Auf dem Schlachtfeld war der Streitwagen schon längst aus der Mode gekommen.
Auch die Eberkopf-Formation ist längst eine veraltete Kriegstaktik die noch aus der Zeit der Perserkriege gegen die Griechen stammte. Sie wird auch im Mahabarata der Indischen Geschichte genannt, sodaß sie auf mind. 1000 v. Chr. geschätzt werden muss.

Untersuchungen in der Gegend von London kurz nach der Römischen Eroberung Englands zeigen, das die Lebenserwartung der Bevölkerung schlagartig von etwa 58-60 auf 35 Jahre fiel. Die „Zivilisationsbringer“ hatten dem Barbaren nicht nur Brücken und Badetempel sondern auch hohe Steuern und Abgaben, Versklavung und Rechtlosigkeit beschert.

Wenn man also bedenkt, das selbst Caesar´s eigene sicher nicht zimperliche römische Legionsführer gegen dieses Abschlachten aufbegehrten, das er sogar vor dem Römischen Senat zitiert wurde, dann muss das Ausmaß der Brutalität jedes vorstellbare Maß – auch für einen römischen adligen Legionsführer – überschritten haben.

Er – der absolute Herrscher von Rom – sah sich sogar genötigt selbst ein Buch darüber zu schreiben, in dem er seine Brutalität als „kluge Heerführung und Politik“ verharmloste und die Opfer zu Tätern umdeklarierte. Ganz klar ist das Ziel des Buches seine Taten nicht nur zu rechtfertigen, sondern auch die wahre Geschichte zu verfälschen. Und genauso stellt er sich später auch als Retter Roms dar.

Interessanterweise ist der gallische Krieg in den „Fasti Triumphales“  nicht enthalten, die sein Erbe und Nachfolger Oktavian im Forum Romanum anbringen lies um an römische Siege und römische Heerführer zu erinnern. Die enden nämlich mit der Erhebung Caesars zum Diktator. Offenbar wollte Oktavian hier Caesars Darstellung im Buch den Vorrang geben. Und vielleicht wäre es auch schwierig gewesen, Caesars Siege angesichts der Zahl der Schlachten im Gallischen Krieg tatsächlich zu rechtfertigen.

Dabei war Gallien eigentlich gar nicht das Ziel Caesars, denn ursprünglich wollte sich der aus bescheidenen Adel stammende Caesar ja auf Kosten Pannoniens die Macht in Rom verschaffen, wozu er sich nach einer gut geplanten militärischen Laufbahn zum Heerführer von Illyrien ernennen ließ. Gallien hatte er dabei nicht auf dem Plan.

Dummerweise lieferten die Helvetier ihm einen Vorwand, oder besser gesagt, er fantasierte eine „Helvetische Gefahr“ herbei, womit er den Krieg nach Gallien trug. Und hier sofort auf eine „noch größere Gefahr“ traf – die Germanen. Und das obwohl Ariovist und seine Stämme schon 18 Jahre im Lande lebten. Diese Darstellung der „gefährlichen Germanen“ erlaubte ihn noch mehr Legionen auszuheben.
Und so benutzte er den Gallischen Krieg um die Kontrolle über eine große römische Streitmacht zu erlangen.

Doch warum benutzte er nicht die Gallier als „Gefahr“? Dafür gibt es eine einfache Erklärung?

Nun, die Gallier waren nach den „Galli“ benannt. Das sind anatolische Kybele-Priester die sich selbst entmannten und dadurch zu Kastraten wurden. Sie vollzogen diese Kastration auf Grundlage der Liebesgeschichte zwischen Attis und der Kybele, einer anatolischen Religion basierend auf Kubaba.

Dieser Kult wurde etwa 50 Jahre vor Caesars Diktatur in Rom eingeführt und stieß wegen der Entmannung dort auf Abscheu gepaart mit eine gewisse Faszination für blutige Rituale. In gewisser Weise galten die Galli also als Barbaren-Priester, insbesondere da sie auch noch extasische Tänze und geheimnisvolle Rituale praktizierten und den Anspruch erhoben die Zukunft vorher zu sagen.
Doch die Galli wurden in römischen Theatern schnell zu weinerlichen, androgynen blutrünstigen Gestalten, was sich durch die hohe Stimmlage von Kastraten noch verstärkte, die sie immer ein bisschen dumm aussehen ließen.
Mit anderen Worten sie galten nicht als Männer, sondern als weibisch.

Die Kelten mit ihren langen Haaren, teilweise Steckfrisuren und ihrer Vorliebe für Schmuck und Körperbemalung entsprachen dem Bild, was sich besonders die Römische Elite dank der Theaterstücke von den Galli machten.
Und somit wurde der Begriff Gallier in Rom mit dem Bild der „weibischen“ Galli verbunden. Sie galten als Schwächlinge. Dies ist auch der Grund warum es keine gallischen Heerführer in Roms Geschichte gab.

Caesar konnte also die Gallier nicht als „Bedrohung Roms“ aufbauen, das hätte ihm die römische Elite nicht abgenommen, schon gar nicht der Senat.

Deshalb benutzte er die Germanen um sie zu Feinden Roms aufzubauen und natürlich fand er immer neue „bedrohliche Germanen“, weshalb man ihm gestattete immer mehr Legionen auszuheben um dieser angeblichen Bedrohung Herr zu werden. Kriegspropaganda würde man das heute nennen.

Es stimmt übrigens nicht das Caesar die Germanen erfunden hat.
Der Begriff „Galleis et Germaneis“ ist nach den Fasti Triumphales bereits um 222 v. Chr. in Rom bekannt. Damals hat Rom die Insubrer und Gesetae bei Mailand unterworfen und dabei eigenhändig einen Führer getötet. Nach Livius waren die Insubrer etwa 50 Jahre nach dem Gallischen Krieg ein Gau der Haeduer.
Zudem werden die Germanii als Substamm der Oretani während der Unterwerfung Iberiens nach 218 v. Chr. benannt.

Nach anderen Befunden waren die Tiguriner und Tougener mit den helvetischen Tulinger (durch Verschreibung von Τουτονοί zu Τουγενοί) identisch und seien mit den Kimber und Teutonen 111 v. Chr. gewandert, wobei sie sich, nachdem diese aufgerieben worden seien, den Helvetiern angeschlossen hätten. Abgesehen von Tafeln mit griechischen Buchstaben gibt es  nicht mal einen Beweis was für eine Sprache die Helvetier, Insubrer oder Haeduer hatten. Die Beweise für eine festlandkeltische Sprache sind lediglich ein paar Grabsteine in romanischer Schrift auf dem Boden romanisierter Städte. Dazu ein paar Funde von Helmen und anderem Kram der sich nicht einer Stammesgruppe zuordnen lässt.

Fakt ist das die Helvetier offenbar griechisch beeinflusst waren und den Etruskern vermutlich als „elu-veitie“ bekannt waren. Ein Handelsweg nach Süddeutschland führte über eine Rhöneroute nach Massilia, wobei sie durch das Stammesgebiet der Helvetier führte. Zudem war Wein eines der Exportgüter aus dem Rhönetal nach Massilia, wo Phokäische Siedler aus dem westanatolischem Ionien mehrere Kolonien entlang der französischen Riviera gegründet hatten. Auch ein entsprechender Fürstensitz wurde am Genfer See gefunden und auf ca. 500 v. Chr. datiert. Doch der lässt sich nicht einem Stamme zuordnen.

Wie kam eigentlich Caesar auf diese Ideen?

Nun, diesen „politischen“ Trick hatte er sich bei Sulla abgeschaut, der ebenfalls aus armen Verhältnissen stammte und sich am Bosporanische Reich, den abfallenden Griechen, den rebellierenden Samniten sowie der Rebellenarmee des Spartakus bereicherte, die er alle großzügig ausplünderte, versklavte und vernichtete. Sulla war dabei, als Crassus quer durch Italien vom Vesuv bis Rom entlang der Via Appia mehr als 6.000 Sklavenrebellen aufhängen ließ und das nur 40 Jahre vor der Varusschlacht. Man schätzt das allein in den drei Sklavenkriegen mind. 500.000 Menschen starben.
Die hatten die Römer mit 8 Legionen geschlagen, wobei Sulla eine dieser Legionen befehligte. Dabei lernte Sulla wie wichtig die Macht über Legionen war. Später führte er militärische Reformen ein, bei der die Legionäre nach ihrem Armeedienst einen Anspruch auf Land erwarten das ihnen vom Heerführer gegeben werden musste. Üblicherweise handelt es sich dabei um erobertes Land.

Später verschaffte sich Sulla die Treue von 5 Legionen die er gegen Rom führte, wo er sich dank dieser Armee zum römischen Diktator auf Lebenszeit erheben ließ. Allerdings trat dann freiwillig zurück, verbrachte einen friedlichen Lebensabend und bekam ein Staatsbegräbnis. Nachfolgende Generationen schildern ihn dagegen als sehr negativ und blutrünstig.
Er machte Caesar vor, wie man sich der Armee bediente um die Kontrolle über das römische Reich zu erlangen.
Caesar der offenbar von Heerführern fasziniert war, studierte nicht nur Phyrrus I. von Epirus und Hannibal, sondern auch Crassus und Sulla und scheint seinen Aufstieg zur Macht genau geplant zu haben. Er machte genau das Gleiche wie Sulla, nur mit einem Unterschied, er machte es sich zum Prinzip immer eine gewisse Gnade gegen römische Adlige walten zu lassen. Die Gnade eines Siegers mit dem Hintergedanken der Verdammung durch spätere Generationen zu entgehen. Er wollte das positive Bild eines Retters Roms und eines mildtätigen Diktators hinterlassen. Vielleicht plante er sogar wie Sulla noch zu Lebzeiten selbst zurückzutreten um seinen Nachfolger Oktavian auf den Thron zu setzen. Doch Oktavian war zur Zeit der Ernennung Caesars zum Diktator noch viel zu jung.

Wie dem auch sei, aber deswegen bauschte Caesar die Germanen zu einer riesen Gefahr für Rom auf, um immer neue Legionen ausheben zu können, die ihm dank Sullas Militärreformen loyal folgen mussten um ihre Pension zu bekommen.

Mit diesem Trick verschaffte er sich die Treue von 6 Legionen und trainierte sie im Kampf gegen die Gallier, Belger und Germanen für die spätere Machtübernahme in Rom.
Nachdem er den Sieg errungen hatte, brauchte er nur noch mit seiner Streitmacht auf Rom marschieren, wobei er sich auch noch als Retter der Nation verkaufte.

Insgesamt war das ziemlich clever von Caesar. Er brauchte nicht drei Kriege wie Sulla, sondern nur einen Einzigen, den gallischen Krieg.

Vermutlich hat Gaius Suetonius Paulinus der vor allen Dingen die Druiden in Anglesey und Boudicca in England besiegte, ähnliches versucht.
Er stand bei der Nachfolge um Neros Thron auf Seiten Vitellius gegen Otho der sich zum König ausrufen ließ und während der Schlacht gegen Vitellius Selbstmord beging. Paulinus wurde dann Befehlshaber von Otho´s besiegter Armee und starb im Kampf des Vitellius gegen die Truppen Vespasian´s, wobei Vitellius vorwiegend mit Germanischen Legionen in den Krieg zog.
Wäre er nicht gefallen, hätte er vermutlich auch versucht im Schatten Vitellius immer mehr Truppen an sich zu binden und später Vitellius entmachtet. Auch er hat vermutlich mehr als eine halbe Mio. Engländer vernichtet.

Dies zeigt das es nicht ein oder zwei extrem clevere und skrupellose Römer gab die den Thron anstrebten, sondern viele und das sie dafür über Millionen Leichen gingen. Sie marschierten vorwiegend mit einer extremen Übermacht auf ihre meist technisch unterlegenen Gegner zu. Dies gilt für Vitellius genauso wie für Paulinus, für Caesar für Oktavian und Antonius, für Crassus und Sula sowie für Vespasian.
In den 500 Jahren zwischen 250 v. Chr. und 250 n. Chr. überboten sich zahlreiche Heerführer in ihrem Machtstreben und ihrer Gier. Also genau in der Zeit als es extreme Bevölkerungsverluste in Europa gab.

Wie schon die Haeduer, die sich lieber Kelten als Römern unterwerfen wollten, wie die Averner in der Schlacht von Alesia, die Keltin Boudicca und die Belger, wie Ariovist und die Helvetier, wie die Daker und die Macedonen, wie die Pannonier und die schliesslich die Germanen, niemand wollte freiwillig Sklave der ach so zivilisierten Römer werden.

Das also die Varusschlacht mit einem Gemetzel unter den Römern endete, war ganz klar ein Signal an die Römer was sie erwartet wenn sie nach Germanien kommen.
Und deshalb ließen die siegreichen Germanen ein ganzes Reiterkastell entkommen, damit sich das in ganz Rom herum spricht.

Im Jahre 55 v. Chr. zogen zwei germanische Stämme entlang der Maas nach Gallien, die Usipeter und die Tenkterer. Caesar begann Verhandlungen mit ihnen, um sie als romfreundlichen Brückenkopf auf dem rechtsrheinischen Gebiet der Ubier anzusiedeln. Während der Verhandlungen kam es – nach Aussagen Caesars – zu einem Zwischenfall. Offenbar verletzten die Römer den Stolz der Germanischen Krieger. Caesar nahm dies als Vorwand, die germanischen Führer, die er unter dem Vorwand einer Versöhnung ins Lager bat, zu ermorden. Er bat sie in ein hölzernes Haus, ließ dieses von Außen verrammeln und anzünden.
Dieses traumatische Ereignis ist sogar noch in der Edda enthalten, obwohl diese 1250 Jahre später entstand, denn ihre frühesten Teile gehen auf die Völkerwanderung zurück. Die völlig überraschten unvorbereiteten und führerlosen Germanenstämme ließ er nieder metzeln, darunter Frauen und Kinder. Die Reste der Usipeter und Tenkterer die dem Gemetzel entkamen, flüchteten über den Rhein und auch dabei werden viele in dem mächtigem Strom ertrunken sein.

Nach Cäsars eigenen Angaben kamen dabei 430.000 Menschen ums Leben, wobei die Römer keinen einzigen Toten zu beklagen gehabt hätten. Fast eine halbe Mio. Menschen. Wir erinnern uns, allein in der Magna Germania und den Nördlichen Alpen fehlen 3,25 Mio. Menschen.

Der Althistoriker Luciano Canfora bezeichnet dieses Massaker als „unmenschliches Verbrechen“. In der modernen Genozid-Forschung wird es als erstes historisch belegtes Beispiel eines Völkermordes gewertet.
Auch in Rom war man entsetzt: Cato beantragte im Senat, Caesar an die Germanen auszuliefern und konnte die Einsetzung einer Untersuchungskommission durchsetzen. Doch auch hier entzog sich Caesar mit List und Verstand der Bestrafung. Nun könnte man das für Propaganda halten.

Doch dokumentiert ist auch die Grausamkeit gegen das Oppidum Uxellodunum der Kadurker. Dort ließ er allen Gefangenen die Hände abschneiden. Und in Alesia gibt er an, das Vercingitorix 80.000 Mann befehligte. Ein weiteres Heer griff von Außen an und soll nach Angaben Caesars 240.000 Mann betragen haben. Caesar hat nach eigener Aussage 70.000 Legionäre befehligt.
Bereits nach 30 Tagen gingen den eingekesselten in Alesia die Nahrungsmittel aus. Die Kelten schickte alle Kampfunfähigen (Alte, Frauen, Kinder) aus der Stadt. In der Schrift „De Bello Gallico“ berichtet Caesar unverblümt das er diese Menschen nicht durch seine Linien abziehen lies, so dass sie vor den Augen aller langsam und qualvoll verdursteten. Wie grausam muss man sein, um erbarmungslos Frauen und Kinder, Alte und Kranke sterben zu lassen, statt ein Tor zu öffnen. Und das muss es logischerweise gegeben haben.

Plutarch gibt an, dass im Gallischen Krieg Caesars eine Million Gallier ihr Leben verloren und eine weitere Million Menschen versklavt wurden. Er spricht nur von Galliern, nicht von Germanen.

Caesar ist damit der Verursacher des ersten historisch dokumentierten Völkermordes und nicht nur eines Völkermordes. Als Caesar aufgefordert wurde seine Legionen in den Ruhestand zu schicken, überschritt er am 10. Januar 49 v. Chr. mit 5.000 Mann seiner besten Legion den Rubikon um einen Staatsstreich durchzuführen.

Mag sein das Caesars Zahlen seiner Feinde übertrieben sind. Schon Napoleon zweifelte an, das Caesar bei Alesia ein Entsatzheer von 240.000 Kriegern umgangen haben könnte, wie er es behauptet. Und auch ob Alesia wirklich 80.000 gallische Krieger aufnehmen konnte, ist zu bezweifeln. Aber es ist durchaus vorstellbar das er Gallien dadurch befriedigte, indem er 25% der Bevölkerung tötete und versklavte, was ganz sicher für den gesamten römerfeindlichen Adel galt.

Gibt es wirklich einen Grund der Ermordung dieses Mannes zu gedenken?
Er hat sich zum Diktator geputscht. Die wörtliche Übersetzung von Diktator das ist „Bestimmer“. Ein absoluter Herrscher der nichts und niemanden Rechenschaft schuldig ist. Und da regen wir uns über Erdogan und sein Referendum auf?
Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht so recht was in diesem Referendum wirklich drin steht, also kann ich das auch nicht beurteilen. Aber ich bezweifle das uns die Medien wirklich die Wahrheit sagen, denn mit der haben sie´s ja nicht so.

Aus diesem Grunde finde ich es angebracht, die Verherrlichung des Caesar zu thematisieren und frage stattdessen: „Wer gedenkt den Opfern des Römischen Reiches, den -zig tausenden von Sklaven, Gladiatoren und Tieren, so z.b. dem Karpatenlöwen und dem Syrischem Elefanten, der aufgrund der Vergnügungen der Römer ausgerottet wurde.
Wer gedenkt den tapferen Menschen die gegen die Pax Romana aufbegehrten?

Die Geschichte wird immer von Siegern geschrieben, schon deshalb sollte man sie kritisch hinterfragen. Und ob die Pax Amerikana wirklich so gut für uns ist, wie sie vorgibt zu sein, da bin ich ziemlich skeptisch.
Schon Goethe wusste: Vielleicht ist es auch „jener Teil der Kraft, die stehts das Gute will und stets das Böse schafft.“

Zu guter Letzt noch ein Zitat von Publius Cornelius Tacitus (55-120 n. Chr.)
„Die Bosheit und Mißgunst kann sich den Anschein von Freiheit geben.“

Advertisements

Diskussionen

6 Gedanken zu “Pax Romana – Pax Amerikana

  1. Hat dies auf HEIMDALL WARDA rebloggt.

    Verfasst von heimdallwardablog | 05/07/2017, 6:09 AM
  2. Interessanter Leserbeitrag, eine kleine Ungenauigkeit, Caesar wurde im Amt Pontifex Maximus nicht vom Senat gewählt, sondern durch eine öffentliche Wahl.

    Verfasst von AlternativeTransport | 28/03/2017, 9:54 AM

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Pax Amerikana | Die Goldene Landschaft - 21/06/2017

  2. Pingback: Artus – auf der Suche nach einem König | Vanaland - 02/05/2017

  3. Pingback: Pax Romana – der Weg der Gewalt | Die Goldene Landschaft - 28/03/2017

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 57 Followern an

%d Bloggern gefällt das: