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Vom Hadiš zum Hades

Hades (griech. Ἅιδης) bezeichnet in der griechischen Mythologie den Totengott und Herrscher über die Unterwelt, die ebenfalls Hades genannt wurde. Hades‘ Gattin ist die geraubte Persephone (röm. Proserpina), Tochter von Kronos und Demeter.

Als Herrscher über die unterirdischen Gefilde wurde er sowohl mit Plutos (Πλοῦτος), dem Gott der (unterirdischen) Reichtümer und Richter der Unterwelt Pluton (Πλούτων) identifiziert.

Verschiedene Schreibweisen für Hades sind bei Homer belegt, so findet sich Ais, Aides (Ἄιδης) und als Langform Aidoneus (Ἀїδωνεύς). Die Form Hades stammt aus der Attischen Sprache und setzte sich am Ende durch. Aber woher hatte die Griechen diesen Begriff?

Die Etymologie von Hades ist Hadiš, das entstammt dem medisch/persischen Sprache und bezeichnet die private Herrscherresidenz der persischen Dynastie von Dareios und Xerxes in Persepolis (womöglich bereits die medische Herrscherresidenz in Ekbatana).  In diesem Zusammenhang beruht die islamische Pilgerreise Hadsch ursprünglich auf die Reise der regionalen Herrscher zum Perserkönig um die jährlichen Tribute zu bringen. Dies wird auch am Palast in Persepolis dargestellt. Zur Zeiten der Perser waren dazu auch Juden verpflichtet.

Der Unterweltfluss Styx ist mit dem Strymon zu identifizieren. Dort in Thrakien im Lande der Edoner nahe Amphipolis hatten die Perser 512/513 v. Chr. unter Dareios mind. eine Stadt/Garnison gegründet und den Hafen Eion ausgebaut. So gesehen war der Strymon Grenzfluss zwischen dem Perserreich und den Griechen, wobei die Macedonen sich als abhängiger Pufferstaat den Persern unterwarfen, diese aber auch hintergingen.

Der Fluss Styx trennt laut Mythologie die Ober- und Unterwelt voneinander. Der dreiköpfige Höllenhund Kerberos (der pers. General Megabazos 512 v. Chr.) bewacht den Eingang und sorgt dafür, dass kein Lebender den Hades betritt und kein Toter ihn verlässt.

Tatsächlich unterscheiden sich die „Unterweltsbegriffe“ zum Teil erheblich, sodaß Hades als Synonym den ursprünglichen Begriff Tartaros (im alten Testament Scheol=Totenreich) für die Unterwelt ersetzte. Luther übersetzte es in Deutsch mit dem Begriff Hölle.
Der homersche Begriff Aidoneus dürfte sich vom Adonai (hebräisch für „Herr“) ableiten, der unter Juden und Phöniziern verbreitet war. Vermutlich stammt der aus der selben medisch/persischen Quelle.

Laut jüdischer Überlieferung gingen einst alle Menschen – Gerechte und Ungerechte in das Totenreich über das Jahwe herrschte. Er hält dort das Totengericht (jüngste Gericht) wiegt ihre Taten auf und  und führte die Toten wieder zurück. Ihn diesem Sinne ist hier auch noch eine Art Wiedergeburtsglauben vorhanden.
„Der Herr tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und wieder herauf.“
Der Scheol liegt in den Tiefen der Erde und stellt zusammen mit Abaddon (der Abgrund) und Gehinnom (Schlucht (Ge) von Hinnom, vermutlich die Nekropole jüdischer Könige, eine Art Tal der Könige) eine der Abteilungen der Unterwelt dar.
Eine Unterteilung des Totenreich in Paradies (der Himmel für die Gerechten) und Hölle (für die Ungerechten) ist weitaus jüngeren Datums.

In Nordgriechenland gab es dazu ein Orakel, das Heiligtum der Persephone, in der Herrscher mit den Ahnen in Verbindung treten konnten und so Ratschläge bekamen.
Das Heiligtum der Mysterien von Eleusis wurde 395/396 durch Alarich I.  zerstört.
Die Ausgrabungsstätte von Eleusis liegt an einem 63 m hohen Felsen, auf dessen Spitze ein moderner Uhrturm steht. Die meisten Ruinen stammen aus römischer Zeit.

Über einen Vorhof betritt man die Propyläen, die denen der Athener Akropolis nachempfunden waren. Dort leistete der Besucher seinen Ovolus an die Götter und bereitete sich im Tempel auf den Besuch vor.
Das wichtigste Gebäude der Kultstätte war das Telesterion, ein großer Tempel, der ursprünglich auf die Zeit um 600 v. Chr. zurückgeht und mehrfach erweitert wurde. Sein Allerheiligstes war das Anaktoron, in dem die heiligen Kultgegenstände aufbewahrt wurden.

Durch ein Labyrinth von schmalen gewundenen Gängen stieg man hinab und kam man zu eine Grotte im Fels die als Ploutonion bezeichnet wurde, es galt als Tor zur Unterwelt des Hades.  Dort konnte der Suchende mit seinen Ahnen in Kontakt treten und sie zu wichtigen Entscheidungen befragen. Prominenter Besucher war u.a. Alexander der Große bevor er Persien angriff.
Über der Grotte wurde eine Vorrichtung gefunden, die vermutlich die Toten (gespielt von Priesterinnen in ausladenden Gewändern) in der Grotte hinab und schweben lies. Mit viel Rauch, dem flackerndem Licht von Fackeln und dem speziellen Echo in Grotten dürfte diese „Orakel“ die Antwort Suchenden stark beeindruckt haben. Durch einen Seitengang führten die Priester den Besucher wieder in die Welt zurück.
Da der Gang in die Unterwelt als gefährlich galt, war es kein Ort an dem man mal eben vorbei ging um zu beten, sondern man suchte ihn nur im Notfall auf, wenn wichtige Entscheidungen zu treffen waren. Es war möglich das der Totengott beschloss den Ratsuchenden nicht mehr aus der Welt der Toten ziehen zu lassen. In dem Fall verlor dieser sein Leben.

Eine solche Grotte galt in verschiedensten Religionen als Tor zur Unterwelt, so auch bei den Maya (die Unterwelt Xibalbá=Ort der Angst) aber auch in der indischen (Mithra und Aditi) und avestischen (Miθra oder auch Yama/Yima) der hethitischen (Taru und Arinna) sowie in der babylonischen und sumerischen Mythologie gibt es Hinweise auf Grotten, die als Eingang zur Unterwelt dienten. In Mesopotamien war Ner.gal und seine Gattin Eresch.ki.gal die Herrscher über das Totenreich Kur.nugia.
In Ägypten war dies vermutlich künstlich erschaffen worden. Vielleicht stellt die Pyramide diese Grotte dar. Osiris und Isis nahmen hier die Rolle der Herrscher ein, ihnen zur Seite stand der Totenrichter Anubis und die große Fresserin, die die Herzen der Ungerechten verschlang und dadurch ihre Wiedergeburt verhinderte.

In der finnischen Mythologie ist Tuonela oder Mandala das Totenreich, wobei sich Tuonela von einem römischen Fest ableitet, deren Wurzeln wohl auch in dem berühmten Heiligtum der Persephone (röm. Proserpina) und der Weihe ihrer Priesterinnen lag.
In der germanischen Religion ist Hel wohl mit Persephone verwandt, übernimmt hier die Rolle der Herrscherin über das Totenreich und demzufolge muss nach Helheim der (Hel-) Weg zur Unterwelt sein. Tiu der Eid- und Richtergott dürfte ihr Ehemann gewesen sein, während der Helhund Garm die Höhle bewachte.
Bei den Kelten war Dagda, vermutlich eine Ableitung des altsyrischen Dagan (später Mot und Anath) der Herrscher über die Seelen. In Ebla und Umgebung ist Adad (und dessen Frau Šala vergleichbar der Isis/Ianna/Ištar) der Vorläufer Dagans. In China war Diyu und in Indien Yama der Todes- und Richtergott.
Mit anderen Worten, die Grundvorstellungen der Totenwelt waren offenbar in ganz Eurasien und Nordafrika relativ ähnlich. Die Totenwelt (eher die andere Welt, die Anderswelt) wurde grundsätzlich mit konkurrierenden Nachbarn gleichgesetzt. Für die Griechen waren das die Perser, für Juden die Philister und Phönizier.

Und so ist wohl auch Hades nicht ein rein böser Totengott, sondern wohl auch ein gerechter Gott.

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