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Wikinger

Die Erbfolgekriege der Wikinger

Hier mal ein Text der vielleicht so einiges klar macht, was noch so alles hinter den Wikingern steckt.
Sollte das hier alles etwas durcheinander sein: Nobody ist perfekt, einfach nochmal fragen. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen den Text mit Bildern zu verzieren.

Vieles was in Büchern und der Wikipedia verbreitet entsteht durch die Unkenntnis der Zusammenhänge aber auch durch Auswertung fränkischer Quellen die natürlich Karl als guten Herrscher darstellen. Dazu kommen die Sagen die meist norwegischer oder isländischer Herkunft sind und aus Nordalbinger gern mal Alf den König der Elfen in Alfheimr machen. )Tatsächlich hiess die Region Alfheimr  in Schweden ursprünglich Ranriki, was vielleicht auf Ranen als Siedler hindeutet, so wie Rogaland auf Rugier hindeutet.

Natürlich sind die Sagen sehr widersprüchlich und die Zusammenhänge werden durch den Tunnelblick auf Slawen, Sachsen, Friesen und Dänen sehr schnell aus dem Zusammenhang gerissen. Die zielgerichtete feinsäuberliche Trennung zwischen den Völkern, die ja real nie existierte, weil sich Nachbarn immer beeinflussen ist wohl dem Umstand geschuldet das sich Skandinavier und Slawen gerne ihres ungeliebten germanischen Erbes entledigen wollen. Gleichzeitig wird deutlich sich wie Westgermanische Genetik in Skandinavien ausbreitet, während sich die eisenzeitliche skandinavische Genetik bei den die Wikingersiedlungen der Ostsee ausbreitet.

Harald und die Scyldinger

Vorneweg: Gemäss der Tradition herrschten bei den Skyldingers zwei Könige aus dem Königsgeschlecht der Skyldinger (auch Skjöldungar) über die Skandinavier. Die Skandinavier hatten sich dieses System vermutlich von Franken und Byzantinern abgeschaut, möglicherweise war es auch schon bei den Yngerlingen etabliert. Da Haralds Halbbruder früh starb regierte er alleine.

Harald Hildetand (isländisch zu Hálfdan hvítbeinn Upplendingakonungr gemacht) hatte die skandinavische Gesellschaft umstrukturiert, in Harden eingeteilt und weite Gebiete in Norwegen, Gotland, dem Land der Svear, in Estland, Livland, Wendland (Pommern) usw. rund um die Ostsee erobert. Seine Herrschaft soll bis zum Mittelmeer gereicht haben, was ein Übersetzungsfehler ist und sich auf das „mittlere Meer“ als Teil der Ostsee speziell den Teil der Ostsee der von Schweden zur baltischen Küste reicht.

Da die Skandinavier den Fürstenstatus durch die Römer nie erlangten, auf denen sich die germanischen Fürsten legitimierten (siehe das europäische Adelssystem das auf römische Militärtitel aufsetzt), versuchten sie sich den Byzantinern als Leibgarde anzudienen um die begehrte Legitimation zu bekommen. Auf die selbe Weise hatten sich Germanen während der Völkerwanderung den Römern angedient und darauf ihre Legitimation begründet.
Doch die Anerkennung blieb den Skandinaviern versagt, zumal Karl sich um 800 AD auch noch zum Augustus und damit zum römischen Kaiser krönen lies. Karl andererseits erkannte nur an, wer auch den Treueschwur auf ihn leistete. Die Folge davon war, das jene die den Treueschwur leistete, am Ende immer ihr Reich verloren.
Das wurde den Skandinaviern aber erst bewusst als sie es mit eigenen Augen sahen – bei den Sachsen, Langobarden und Friesen.

Zum damaligen Götaland gehörte in Schweden Vestergötland, Östergötland, Värmland, Smaland, die Inseln Oeland, Gotland und vermutlich auch Bornholm,
zum dänischen Reich von Lerje gehörte Halland, Scania und Blekinge, Hedeland (heute Kopenhagen), Seeland (Själland) sowie die Inseln Fünen (Odense) und Laland, eventuell auch Rügen oder der Darß.
Er soll in Südostnorwegen Romerike (an. Raumariki), Hedemarken (Hedmark), Oppland (mit Þótn), Buskerud (an. Hringeriki), Vesterfold (Vestfold), Östfold (mit Vingulmark heute Oslo) und Westmark alias Westmare (Küste von Telemark),
im Baltikum die Inseln Oeseli und Dagho, sowie Estland, Livland, Kurland (Ostpreussen) und Wendland (die Küste Pommern in Polen) erobert haben.
Spätestens unter Sigurd wurde auch das Svealand  mit Dalarna (Dalecarlia), Närke (Nerike), Södermanland, Uppland mit Fjärdhundraland erobert.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten dort die Yngerlinge regiert.

Auch Regionen in Finnland und Russland dürfte während dieser Zeit Teil des Handelsnetzes geworden sein.

Harald Hildetand hatte also um 750 herum ein recht ausgedehntes Reich, jedenfalls der Legende nach. Ob das alles so stimmt, sei dahingestellt.

Es sei erwähnt das damals seit dem 6. Jhd. die Pest wütete, im Schnitt alle 12 Jahre erneut ausbrach und so nach und nach zahlreiche Landstriche entvölkert waren. Womöglich konnte man mit einem Dutzend wackerer Männer riesige Landstriche erobern, wobei wohl die neu gegründeten Siedlung mit ihren Marktplätze als Anziehungspunkt der Bevölkerung entscheidend waren.

In gewisser Form ist das eine Fortsetzung der Kolonialisierung wie sie zuvor Griechen, Phönizier und Römer schon praktiziert hatten, nur eben auf die Ostsee angewandt.  Es bedeutet nicht automatisch das dort Wikinger zur hauptsächlichen Bevölkerung aufstiegen, vielmehr waren es wohl nur Händler der Wikinger die dort eine gewisse Organisation etablierten, in der sie natürlich die Oberschicht bildeten. Diese Schwedische Einfluss auf die finnische, russische, baltische und pommersche Küste ist sehr wohl genetisch vorhanden und zahlreiche Gründungen bedeutender Ostseehäfen sind exakt in die Zeit des 8. Jhd. zu datieren.

Vermutlich geht sogar das Wort Däne direkt auf Halfdene (der schwedische Name Haralds) zurück, wobei die damaligen Chronisten die zur Zeit ihrer Niederschrift bezeichneten Völker auch als Volksbezeichnung der Vergangenheit benutzten.
Die richtige Interpretationen der Chroniken und Sagen wird noch dadurch verkompliziert das die Namen in den Sagen überwiegend altnordisch oder altisländisch überliefert wurden und sämtliche Herrscher natürlich vorwiegend zu norwegischen Könige machen. Bei den Franken wurden jedoch die germanischen Namen lateinisiert oder sind altsächsisch überliefert. Sigurd ist daher als Sigfrid, Siegfried aber auch als Siwardus und vielleicht auch als Sögn überliefert, oder Ragnar der mitten in Norwegen die (fränkische) Schlange erschlägt, die natürlich nie in Norwegen war.

Wichtig ist hier auch die Einsicht das den Wikinger die heutigen Grenzen von Norwegen, Dänemark und Schweden völlig fremd waren. Ein Jarl in Südost Norwegen unterstand als Jarl dem König von Haithabu oder Lerje und hat durchaus mal gegen die fränkische Schlange gekämpft, z.b. 845 als Horik I. die Hammaburg (lokalisiert in Hamburg) angriff, nur war das eben nicht in Norwegen sondern Deutschland. Den Sagen ist Deutschland als Begriff jedoch fremd.

Ein Isländer weiss das 200 Jahre später natürlich nicht mehr. Dazu kommt das die Wikinger inzwischen zahlreiche neue Orte und Harden erschufen die sie mit Namen versahen die sie aus ihren alten Herkunftsländern mitbrachten. Sie verhalten sich da nicht anders als Siedler der neuen Welt, wo es zahlreiche europäische Ortsbezeichnungen gibt. Diese Praxis ist nicht neu sondern bereits bei Griechen sehr gut dokumentiert.

Und nicht zu vergessen die skandinavischen Könige waren vermutlich auch Reisekönige mit mehreren Sitzen, sodaß der Halfdan von Oppland oder Schonen der selbe Halfdan von Lerje war, aber nicht identisch mit dem 100 Jahre später regierenden Halfdan ist, der aber durchaus sein Enkel war. Ausserdem gibt es keine Unterscheidung zwischen Söhnen und Schwiegersöhnen in den Sagas, sodaß manchen Herrscher Söhne gleich im Dutzend angedichtet werden.

Sigurd Ring, der norwegische Schwede der zum Jütländer Dänen wurde

Sigurd Ring ein Jarl der über Ringerike herrschte wurde von Harald Hildetand um ca. 750 nach Jütland gesandt. Wohl auch um zu schauen, wie man denn die fränkische Anerkennung erlangen könnte. Später übernahm Sigurd die Regierung von seinem Onkel Harald Hildetand, der durch das Schwert sterben wollte.

Dort in Jütland heiratete Sigurd seine Alfhild, die Tochter des anglischen Königs Offa (der macht wie auch seine Tochter als Albenkönig mythologisch Karriere, während seine Tochter gleich zur Frau von drei Königen gemacht wird).
Sigurd bezweckte damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen wurde er Mitglied einer Fürstenfamilie die Karl bereits anerkannt hatte, zum anderen konnte er sein Reich friedlich erweitern.

Zur Hochzeit waren die Fürsten der Friesen (die nach 735 in Nordfriesland als Myrginger residierten), Angeln und Nordalbingier, Sachsen und Warnen (Billunger) sowie Halfdan aus Lerje (Enkel von Harald Hildetand) und zahlreiche Jarls aus Skandinavien angereist.

Dabei ging die Halbinsel Angeln als Alfhild Mitgift an Sigurd und wurde Teil des dänischen Reiches. Was Karl der sich ja die Angeln und Sachsen und damit auch langfristig diesen Teil Jütlands einverleiben wollte, wütend machte.
Karl der Zzeit seines Lebens mit den Sachsen kämpfte und bereits das halbe Sachsen erobert hatte, setzte einen Reichstag in Padderborn ein bei der nicht nur Widukind, sondern auch zahlreiche andere Fürsten fehlten.

Sie befanden sich gerade bei Sigurd in Dänemark, dem ein Thronerbe geboren war. Und nach alter Tradition war der Pate des Kindes ein Sachse aus der Familie Offas.

Alfhild verstarb jung und so war Gudfred der einzige Erbe Sigurds und verblieb bis zu seiner Regierungsfähigkeit in der Obhut seines „Patenonkel“ Ragnar, während Sigurd Ring erneut auf Brautschau ging. So wurde Ragnar defakto-König über Gudfreds künftiges Reich.

Sigurds und Alfhilds Sohn Gudfred begründete den einen Zweig der Herrscherfamilie, Harald Hildetands Sohn Östen Beli gründete Birka 790 und wurde dort Herrscher, wobei ihn der Vormund Gudfreds namens Ragnar gemäß der Tradition als König in Skandinavien einsetzte, wo Östen Beli wilde Partys im Tempel von Uppsala gefeiert haben soll.

In Lerje hatte Harald Hildetand (oder Sigurd) den König Harald den Milden installiert, der ein Sohn oder Enkel des Harald Hildetand war (weshalb Harald auch sagenhafte 150 Jahre alt wurde). Dessen Tochter heiratet Gudfred.

Das ermöglichte Gudfred ein umfangreiches Handelsnetz in der Ostsee aufzubauen. Der Rest Skandinaviens unter der Herrschaft von Harald dem Milden und dem Nachfolger von Östen Beli kooperierte mit ihnen, weil sie natürlich auch davon profitierten. Die dänischen Skandinavier waren nun jedoch Verbündete der Friesen, der Sachsen, der Angeln, aber auch der Wilzen die ihrerseits mit den Abodriten in Clinch lagen und sogar gelegentlich der von Angelsachsen unterdrückten Kelten.

Ähnlich wie die frühen Friesen, Sachsen und Slawen hatten die Dänen ursprünglich keinerlei Probleme mit dem Christentum, zumal ja Friesen und Sachsen bereits Missionare im Lande hatten und gelegentlich auch zum Christentum konvertiert waren.

Da jedoch Sigurd Ring und besonders sein Sohn Gudfred unmittelbar Zeugen der Sachsenkriege wurde, durch die sie als Ehemann und Sohn von Alfhild betroffen sein mussten, wurden sie zu erbitterten Feinden jeglicher Missionare. Sie mussten befürchten, das die Franken nun auch auf Jütland als Teil von Sachsen und Friesland Ansprüche erheben, also baute Gudfred den Kograben (den Offa 737 für den Handel angelegt hatte) 808 zu einem Verteidigungswall aus und ergänzte ihn mit den Gottrikswall.
Ein buntes Völkergemisch aus Dänen, Sachsen, Jüten, Friesen, Angeln, Warnen und jeder Rebell aus Karls Reich flüchtete nach Jütland, das erst um 700-740 erneut dichter besiedelt wird, nachdem es im 5. und 6. Jhd. geradezu entsiedelt war.
Diese Friesen, Angeln, Schweden und Dänen verteidigte gemeinsam die Eidergrenze unter den Dänischen König Gudfred. Sie wurden dadurch selbst zu dänischen Wikingern die natürlich auch ihre alten Heldensagen mit einbrachten. Diese Sagenwelt, die mit neuen Wikingersagas ergänzt und nach Skandinavien versetzt wurde, bildet mit dem Codex des Kriegers und altgermanischen Bräuche die ein neues Comeback erlebten eine neue Form von Glauben. Ähnliches zeigt sich auch bei den Slawen und Balten an der Ostseeküste.
Ergänzt wird das ganze durch Bräuche die aus dem Osten stammten wo sie Händler mitbrachten.

Die Wikingerfahrten des 8. Jhd. gingen überwiegend von ihrem Herrschergebiet aus das von Sigurd, Ragnar und Godfred regiert wurde.  Zahlreiche Opfergaben der Jütländischen Moore stammen gerade aus der Zeit Ragnars und Gudfreds.

Schon von Anfang an waren Sigurd Ring und Gudfred erbitterte Gegner Karls, der seinerseits ein Bündnis mit den Angelsachsen in England pflegte und andererseits die polabischen Abodriten aus Mitteldeutschland zum vorherrschendem Slawenstamm aufbaute um sie als Armee gegen Sachsen einzusetzten. Diese Abodriten waren ihrerseits daran interessiert die Vorherrschaft über alle Slawischen Stämme zu erlangen und dazu standen ihnen die Wilzen im Wege, die ihrerseits mit den Skandinavischen Königen sympatisierten.

Bestätigt wird dies durch Zeile 25 Wilsith:
Breoca Brondingum – Billing Wernum – Oswine weold Eowum – ond Ytum Gefwulf
Übersetzung:
Breoc regierte die Brondings – Billing regierte die Warnen – Oswin regierte die Aviones – und Getwulf regierte die Jütes

Karl und die Slawen gegen Sachsen und Dänen

Das Karl den Abodriten Gebiete „übertrug“ die gar nicht zum Frankenreich gehörten, wird dabei gern übersehen. Dies betraf vor allen Dingen die Ostseeküste Deutschlands, die im 6-8. Jhd. von Wilzen und Warnen beherrscht wurde, die fleissig mit den Dänen handelten. Erst 782 eroberten die Abodriten mit fränkischer Unterstützung Mecklenburg und verdrängten in den nächsten 50 Jahren die Waren und Wilzen, was durch die Ersetzung der Sukower Keramik (Sukow-Dziedzice-Gruppe, entstanden aus der Prager Keramik) mit ihrem starkem Einfluss der Feldberger Keramik (der Nordküste, Nordalbinger, Warnen und Dänen) durch die Menkendorfer Keramik (Polabische Keramik) ergibt, die sich aus dem sogenanntem Tornower Phänomen (Ursprungsort) entwickelt, was archälogisch so auch sichtbar wird. Dabei erscheint die Keramik des Deetzer Typs vor allen Dingen in Hinterpommern, also im Gebiet der Wilzen-Stämme.

Erst mit dem Anschluss der Abodriten an die Wikinger vermischt sich hier die Menkendorfer Keramik mit fränkischem Einfluss und taucht nun auch in den Hochburgen der Wikinger entlang der slawischen Ostseeküste auf. (im wesentlichen bestätigt durch Prestate Societies of the North Central European Plains: 600-900 CE von Ludomir R Lozny)

Ursprünglich ist Abbio von den Immedlinger der germanische Fürst der Warnen und 785 auch Kampfgefährte Widukinds, der irgendwie mit den Odonen verwandt ist. Allerdings wird der nur einmal im Zusammenhang mit Widukind vom Missionar Liudger genannt.
Er ist eventuell der Namensgeber der „Abodriten“ (von Abbio) aus dem Geschlecht der Billunger, weil diese sich von den von Karl unterworfenen Sachsen abgrenzen wollten. Abbio´s Sitz war vermutlich Mecklenburg das 782 von den Polaben Witzan mit Hilfe der Franken erobert wurde. Seit dieser Zeit wurde der polabische Stamm als „Abodriten“ in der fränkischen Chronik bezeichnet.

Die Billunger sind nach der Bille benannt, einem winzigem Flüsschen südöstlich von Hamburg, das im Bardengau die Sümpfe entwässert und in die Elbe mündet. Später wird ihre Stammburg an der Bille mal der Endpunkt des Limes Saxoniae werden.

Wichmann I der erste besser dokumentierte Billunger ist sein Sohn der 811 an der Eder über Frieden verhandelt und in diesem Zusammenhang fällt das erste Mal das Wort Abodriten, wobei Karl das Geschlecht der Billunger nun als Fürsten anerkennt.
Billung ist sein UrUrEnkel und deshalb heisst das Gebiet auch Billunger Mark (also die gesamte Ostdeutsche Küste bis Virunum mit dem Zentrum Mecklenburg). Das dies nicht das Ende der Billunger gegen die Franken ist zeigt sich auch im 9. Jhd.

(Wichmann I. der Ältere (* um 900; † 23. April 944?) war Graf im Bardengau  und Graf in Wigmodien (an der Weser zwischen Bremen und dem nördlichen Hadeln).
Er gehörte zu den Billungern, jedoch zu einem von König Otto I. benachteiligten Zweig. Obwohl er mit einer namentlich unbekannten Schwester der Königin Mathilde verheiratet war (wohl weder Bia von Ringelheim noch Fridarun), bestellte König Otto I. im Jahr 936 Wichmanns jüngeren Bruder Hermann Billung zum princeps militae in Ostsachsen. Wichmann reagierte, indem er das Heer verließ und sich dem Aufstand des älteren Halbbruders Ottos I. Thankmar anschloss. Wichmann hatte einen weiteren Bruder, Amelung, Bischof vonVerden.

Seine Söhne Wichmann II. und Ekbert der Einäugige, die am Königshof erzogen worden waren, fühlten sich nach seinem Tod 944 von ihrem Onkel Hermann Billung um ihr Erbe gebracht und wurden in ihrem Kampf gegen den Onkel und den König zu Rebellen der Ottonen-Zeit.)

Der Begriff Abodriten für die Slawen stammt von einem Bayrischen Mönch und dessen Völkertafel diente dann als Vorlage für alle anderen. So etablierte sich die neue Bezeichnung für den Polabischen Stamm des Witzan und Thrasco.
Tatsächlich sind Witzan und Thrasco die ersten großen slawischen Helden, die als Götter im Heiligtum von Rügen als Svarog und Svantewit verehrt werden.

Gudfreds und Haralds Söhne, ein innerdänischer Krieg ?

Gudfred war also wie auch sein Vater Sigurd Ring ein klarer Feind Karls und verantwortlich für die ersten Wikingraids nach England und Irland sowie Überfälle auf die Abodriten, sodaß die Wikinger zunehmend zur Gefahr für das Frankenreich und zum Alptraum Karls wurden. Wer sich mal die Mühe macht die Wikingerraids chronologisch zu erfassen, es mit Karls Aktionen und den Slawen gegenüber stellt, wird feststellen das die „frühen Wikingerfahrten“ geradezu aufgebauscht wurden, um eine Trennung zwischen den Sachsenkriegen und den Wikingern zu schaffen. Die frühen Wikingerraids sind alle unter der Herrschaft von Sigurd, Ragnar und Gudfred und vermutlich hat sich auch Halfdan in Lerje daran beteiligt.

Karl wollte dieses Wikingerproblem nach bewährter Taktik beenden und begann Verhandlungen mit Halfdans Söhnen, denen er die Anerkennung des dänischen Throns und ggf. das östliche Friesland als Lehen in Aussicht stellte. Während eines Feldzugs gegen Karl wurde Gudfred Ende 810 daher von seinen eigenen Leuten (also Halfdans Söhnen) ermordet.
In einem 811 auf der Eiderinsel (vielleicht im heutigen Rendsburg) geschlossenen Vertrag einigten sich im selben Jahr zwölf dänische und fränkische Unterhändler auf die Eider als Grenze zwischen den Frankenreich und dem dänischen Reich. (Robert Bohn: “Geschichte Schleswig-Holsteins.“ Beck, München 2006, S. 9.)

Hemming war der Sohn Halfdans von Lerje und der Schwager von Gudfred, der 810 den Thron Gudfreds übernahm. 811 schloss er einen Friedensvertrag mit Karl dem Großen in dem der Billunger Wichmann die Verhandlungen führte und ließ sich christlich taufen. Unbekannt ist ob er auch den Treueschwur leistete, den Karl gewöhnlich mit der Taufe verband. Vermutlich ja. Sicher ging es dabei auch um die Billunger Mark, die ja ursprünglich Billunger Land war und nun von Abodriten besetzt worden war.

Gudfreds Söhne erhoben natürlich Anspruch auf den Thron, worauf sie aus Dänemark vertrieben wurden. Nur ein Jahr später kehrten jedoch Gudfreds Söhne aus Götaland mit einem großem Heer zurück und ermordeten den frankenfreundlichen Hemming. Auch dessen Brüder Sigifrid (fiel 811) und Anulo (fiel 812) wurden im Kampf mit Gudfreds Söhnen getötet. Damit scheiterte vorerst Karls Plan die Wikinger zu entzweien.

Gudfreds Söhne setzen Reginfrid (Ragnar) auf den Thron – vermutlich ein Sohn Gudfreds, vielleicht aber auch ein Schwiegersohn Gudfreds. Gleichzeitig erhob der frankenfreundliche Halfdan-Clan mit Hemming, und den Söhne Halfdans Ansprüche auf den Thron – unterstützt von den Franken.
Karl setzt Harald Klak  ein weiterer Sohn Halfdans 813 unter Zugabe von Friesland als Lehen zum Regenten Dänemarks ein, das jedoch tatsächlich von Reginfrid (Ragnar) regiert wurde, den Karl natürlich nicht anerkannte. Der verstarb aber im Jan 814.
Karls Nachfolger Ludwig der Fromme sah die Chance Reginfrid (Ragnar) ganz durch den frankenfreundlichen Harald Klak zu ersetzen, um die Wikinger zu beherrschen und entsandte ein Heer von Sachsen und Abodriten unter dem legatus imperatoris Balderich, dem späteren Markgrafen von Friaul. Dieser fiel 815 in Jütland ein und verhalf Harald Klark kurzfristig auf den Thron von Haithabu. 817 wurde Harald Klak erneut durch Gudfreds Söhne vertrieben. Eine zweite von den Franken unterstützte (wiederum mit Abodriten) geführte Invasion im Jahre 819 führte zu einem Abkommen, bei dem sich Harald mit zwei überlebenden Söhnen Gudfreds, Olaf und Horik I., ab 821 die Herrschaft teilte – wobei Harald Klak politisch eine Art von Unterkönig von Horik I wurde, der nun von Mitteljütland aus den dänischen Teil regierte, während Olaf in Vestfold (Norwegen) den schwedisch-norwegischen Teil regierte. Harald Klak wurde 826 mit samt Hennings Sohn Gottfried und seinen eigenen Söhnen Rörik und Harald und einem Gefolge von 400 Wikingern getauft, was umgehend 827 seine Vertreibung aus Dänemark und eine neue Angriffswelle der Wikinger zur Folge hatte.

Hemming Söhne Gottfried und Hemming sowie Harald Klak samt seinen Söhnen Rörik und Harald wurden von Horik I. , Gudfreds Sohn aus Dänemark vertrieben und flüchteten ins Frankenreich zu Karl, wo Harald Klak mit dem westlichen Friesland belehnt wurden. Harald Klak wurde also Fürst und Lehnsherr über Teile der ehemaligen Magna Frisia. Auch das eine Provokation der Nordfriesen die als Königsfriesen einst mit den Myrgingern nach Jütland kamen.
Sein Sohn Rörik von Dorestad oder Hrørek (* um 820; † nach 873) beerbte ihn, begann aber nun seinerseits mit Wikingerraids um sein Reich zu vergrößern wobei er den Streit der Franken (829-843) zwischen Lothar I und Ludwig dem Deutschen ausnutzten. Hemming, der Sohn Hemmings fiel 837 bei einem Angriff auf Walcheren im ehemals westlichem Teil der Magna Frisia. Mit dem Regierungsantritt von Lothar I. (840–855) fühlten sich Hemmings und Harald Klaks Söhne nicht mehr an den Treueeid gebunden. 845 erfolgt durch Horik I. (dem Sohn Gudfreds) ein Angriff auf Hamburg und damit auf das Ostfränkische Reich des seit 843 regierenden Ludwig der Deutsche (regiert von 843–876). Er wollte damit Nordalbingen zurück erobern. Dieser Kampf wurde legendär.
850 bis 855 erfolgten durch Rörik und Gottfried (den Halfdan-Enkeln) zahlreiche Raubzüge die Angst und Schrecken in Friesland, Flandern und Nordfrankreich verbreiteten. Nachdem die Gottfried und Rörik im Jahre 850 Dorestad und Utrecht erobert hatten, sah sich Kaiser Lothar gezwungen, Rörik die Herrschaft über fast ganz Friesland zu übertragen, in der Hoffnung, damit die weitere Expansion Röriks zu beenden und die Wikinger von Hörik von seiner Küste fernzuhalten.
Nach dem Tod von König Horik I. 854 versuchten Rörik und Gottfried erneut den Thron ihrer Väter und damit die Herrschaft in Dänemark zu erlangen, scheiterten aber. 857 zog Rörik, ermuntert (und sicher auch unterstützt) durch den Frankenkönig Lothar I., ein weiteres Mal nach Dänemark, wo er Horik II. dem Enkel Gudfreds zwang, ihm die Herrschaft über Haithabu und das Gebiet nördlich der Eider abzutreten. Gottfried fiel vermutlich in der Schlacht von 857.
Da jedoch Röriks Abwesenheit von Friesland durch Wikinger (aus Vestfold durch einen Jarl Horiks) zur Plünderung von Dorestad genutzt worden war, gab er seine Gewinne in Jütland auf und ging zurück nach Friesland.
Man einigte sich, vermutlich war es eine Vermittlung Ludwigs, das sein Bruder Lothar die Unterstützung Rörik´s Ansprüche auf den dänischen Thron einstellte und Horik II erlaubte im Gegenzug christliche Missionierung in Jütland von der sich Ludwig die Befriedung der Wikinger und damit die Einstellungen der Wikingerraids erhoffte die immer verheerender wurden.
In fränkisch-christlichen Chroniken heisst es dazu, der Heilige Ansgar soll Horik II zumindest insoweit bekehrt haben, dass er um 860 die Kirche in Haithabu wieder öffnen ließ und ihm sogar gestattete, in Ripen eine zweite Kirche zu bauen. Auch die Erlaubnis zum Bau einer dritten Kirche in Aarhus wird gelegentlich Horik II. zugeschrieben, obwohl sie wohl erst unter seinem Nachfolger Frotho errichtet wurde.

Es ist zu bezweifeln ob die von Ansgars Nachfolger Rimbert in der Vita Ansgari überlieferte Behauptung, Horik II. sei selbst Christ geworden, zutrifft. Das gleiche wird von Godfred behauptet der leider durch seinen Tod verhindert worden sei Christ geworden zu sein. Und nicht zuletzt wurde das auch von Widukind behauptet, der ja gleich Mönch geworden sei und wo sich gleich 11 Orte der Taufe rühmen. Alles in allem zeigt dies das die fränkischen/angelsächsischen Mönche jedem Widersacher Karls eine christliche Wandlung unterstellen die im völligem Gegensatz zur deren Handeln steht.

863 segelte erneut eine Flotte Wikingerschiffen rheinaufwärts um Xanten anzugreifen. 867 kam es zu einem Aufstand der Cokingi unter den friesischen Bootsbauern der niedergeschlagen wurde. 870 kam es zur Aufteilung von Röriks Herrschaftgebiet unter Ludwig dem Deutschen und Lothar I., denen er nun beiden den Lehnseid schwor. 882 folgte ihm sein Sohn Gottfried von Friesland als Fürst von Dorestadt.

Kurze Zusammenfassung der Kriegszüge (nicht immer vollständig)

780 Karl rekrutiert den kleinen Polaben-Warlord Witzan/Visan und verspricht ihm die Herrschaft über alle Slawen bis zur Ostsee.
782 Witzan (Witzlaus ?–ca. 795) marschiert mit einer Armee bei Magdeburg ein.
Er unterstellt dem Slawischem Warlord Witzan/Visan 795 das Land Wangria, sowie die Wilzen-Stämme der Linonen, Smeldinger und Bethenzer , daraufhin wird Witzan †795 bei Bardowieck getötet.

785 Fränkische Mönche beschreiben das Widukind auf wundersame Weise bekehrt wurde, an 11 verschiedenen Orten, Abbio von den Immedlinger, Fürst der Warnen um 785 und Kampfgefährte Widukinds verschwindet ebenfalls aus der Geschichtsschreibung.
787 greifen erstmals Wikinger aus Hordaland (Bergen, Haruder/horðar) die Insel Portland vor Dorset an.
789 werden Hordaland-Wikinger erneut bei Portland im Süden Englands gesichtet und töten den Vogt von Dorchester.

Im Herbst 792 lassen englische Mönche unter dem Schutz von Franken das Friesenheiligtum zerstören, was auch die Friesen in Dänemark in Rage versetzt. Trotzdem brechen 792 erneut schwere Unruhen in Sachsen und Holstein aus, die mit Zwangsdeportationen beantwortet wurden.
Im Sommer 793 kommt es zum Wikingerüberfall auf Lindisfarne unter dem Banner des Drachen.
794 wird Northumbria (Abtei Monkwearmouth-Jarrow),
795 die Abtei Iona auf den inneren Hebriden von einer ganzen Serie Wikingerraids angegriffen,
795 wird die Küste von Dublin und in Nordirland (Königreich Ulster) die Insel Rathlin sowie von Westen her die Inseln Inishmurray und Inishbofin in WestIrland durch Wikinger angegriffen.
795 Schlacht gegen die Abodriten, Witzlan fällt als seine Armee die Elbe überquert, Thrasco 795-810 wird Nachfolger
798 Holmpatrick in Irland vor der Küste Dublins wird angegriffen
802 wird berichtet das Dänen im irischem Munster (Limerick, Tipperary) die Gotteshäuser plünderten, warscheinlich über Ines Cathaig das auch 816 nochmal angegriffen wird.
Erst nach dem Feldzug Karls nach Nordalbingien werden auch die letzten Sachsen 804 unterworfen, was Gudfred 804 zum Aufbau seines Königssitzes in [[Haithabu]] zwischen Nordalbingigen und der Halbinsel Angeln bewog. Nach Karls Sieg über die Nordalbinger wurde die Eider endgültig zur Grenze zwischen dem Frankenreich und dem geeintem Königreich Dänemark.
806 wird die Abtei Saint Columba in Schottland durch Wikinger aus Göterland geplündert. 807 greifen christliche dänische Wikinger (anglische Arianer) im Bündnis mit Cornwall das angelsächsische Königreich Wessex an.
807 Insel Inishmurray in Westirland wird erneut angegriffen
807 Wikinger landen in Galway, Irland und greifen Roscam an.
808/809/810? Gudfred unterwirft Östen Beli.
809/810 Gudfred verbündet sich mit Abroditen-Fürst Slavomir ?–810-819 dem er auf den Thron verhilft und der erbitterter Feind von Karl wird.
810 Der Billunger Wichman und sohn Abbio´s verhandelt mit den Franken und Dänen und wird als Fürst der Billunger anerkannt, erstmals fällt der Begriff Abodriten
Karl der Große bietet gleichzeitig Hemming Friesland als Lehen an, dafür das er die Wikingraids beendet. Dadurch löst er einen Thronstreit in Dänemark aus.
810 Gudfred wird durch Hemming, Sohn des Halfdan und seinen Leuten beseitigt und Hemming erhält Friesland als Lehen.  Gudfreds 5 Söhne werden vertrieben, Hemming wird auf den Thron Gudfreds gesetzt.
Die Fränkischen Mönche schreiben das Gudfred kurz davor stand Christ zu werden.
813 wird durch Siegfried, Sohn des Halfdan der Vertrag mit den Franken erneuert.
814 Gutfreds Söhne kehren mit einem Heer zurück und beseitigen Hemming, Arnuld und Siegfried.
815 entsendet Ludwig, Nachfolger Karls ein Heer von Sachsen und Abodriten unter legatus imperatoris Balderich um Harald Klak, Sohn von Halfdan auf den Thron zu setzen, doch Reginfrid (Ragnar) behauptet sich.
819 kommt Selibur, Nachfolger von Thrasco und ein erneutes Heer von Abodriten nach Jütland und nun regiert Harald Klak als Unterkönig Horiks in Haithabu.
819 – nach 826 Ceadrag kommt auf den Abodriten-Thron, rebelliert gegen die Franken und wird Freund der Dänen.
821 Godfreds Söhne Olaf und Horik I. regierten
824 die Insel Sceilgh Mhicil in Kerry, Südwestirland
Horik I. kam 827 mit seinem Bruder auf den Thron. Ab 830 regierte er allein.
Gegenüber Ludwig dem Frommen machte Horik I. 838 einen Anspruch auf die Oberherrschaft über die Friesen und Abodriten geltend und verlangte, ihm deren Siedlungsgebiete zu Lehen zu geben.
837 Hemming von Dorestadt greift Walcheren im westl. Magna Frisia an und wird getötet
840 Der Lehnseid von Rörik wird durch den Tod Ludwigs aufgehoben, die Friesen erobern Friesland.
845 Horik I. zugeschriebenen Angriff auf Hamburg in das ostfränkische Reich das seit 843 von Ludwig dem deutschen regiert wird.
841 ein Angriff auf rouen
845 erfolgt ein Angriff auf Paris
850 ein Angriff auf Rouen
863 Angriff auf Xanten
865 Ragnar Lodbrok (Sohn von Horik I und Bruder von Horik II) wird durch Ælle hingerichtet
865 Angriff des große Heidnische Heer landet in England, London und Töten König Edmund
großes heidnisches Heer in England unter Führung von Ragnars Söhnen Halfdan Ragnarsson, Ivar dem Knochenlosen sowie Ubba Ragnarsson

Der Heilige Ansgar soll Horik II zumindest insoweit bekehrt haben, dass er um 860 die Kirche in Haithabu wieder öffnen ließ und ihm sogar gestattete, in Ripen eine zweite Kirche zu bauen. Auch die Erlaubnis zum Bau einer dritten Kirche in Aarhus wird gelegentlich Horik II. zugeschrieben, obwohl sie wohl erst unter seinem Nachfolger Frotho errichtet wurde.
911 Rollo der ebenfalls Ragnars Nachkomme sein soll wird als Fürst der Normandie anerkannt.
Die zunehmenden Kriegszüge der Wikinger verändern Skandinavien nachhaltig. Gleichzeitig etabliert sich ein Handel im Ostseeraum, das durch Beutegut in der Nordsee bzw. dem Atlantik bestens entlohnt wird und Gotland zur Drehscheibe des Ostseehandels macht.

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