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Gorilla Ambam verblüfft die Welt

Stammbaum vom Affen zum Menschen

Stammbaum vom Affen zum Menschen

Im Tierpark von Howletts in der englischen Grafschaft Kent erblickte im April 1990 der Flachlandgorilla Ambam das Licht der Welt, doch das allein macht ihn nicht einzigartig. Ambam der zu einem stattlichen Silberrücken heran wuchs, ist inzwischen Chef der Gorillagruppe im Tierpark von Port Lympne, das ebenfalls in der Grafschaft Kent liegt.
Gorillas bewegen sich hauptsächlich im Knöchelgang fort und beherrschen den aufrechten Gang nur bis zu einem gewissen Grad über kurze Zeiträume.
Was ihn von anderen unterscheidet ist, 2011 fing Ambam an aufrecht zu stehen.
Mittlerweile gelingt ihm das so gut, das er neben der normalen vierbeinigen Fortbewegung auch aufrecht herum läuft. Ein kurzes Internetvideo machte ihn schnell zum berühmtestem Affen der Welt und verblüfft die Forschung.

Lucy, ein Australopithecus afarensis

Lucy, ein Australopithecus afarensis

Eigentlich hätte Ambam aufgrund der Zuchtplanung der Zoos in den Ouwehands Dierenpark im niederländischen Rhenen gebracht werden sollen, doch nun sind andere Gorillas in die Niederlande umgezogen.
Der Tierpark beherbergt mit insgesamt zwanzig Gorillas in drei Gruppen (Stand September 2014) eine der größten Populationen in Gefangenschaft weltweit. Ambam, der größte und schwerste Gorilla des Parks lebt dort mit zwei weiteren, nicht verwandten Silberrücken und muss sich dementsprechend gegenüber der Konkurrenz behaupten.
Und da bringt ihm der aufrechte Gang offenbar einige Vorteile ein. Er genießt es wohl den Überblick zu haben und so blicken sich Mensch und Affe, die vor etwa 8 Mio Jahren unterschiedliche Entwicklungen gingen, direkt in die Augen.

Ambam im Zoo von Kent

Ambam im Zoo von Kent

Dabei ist das bei 220 kg Gewicht und der ungünstigen Körperproportion eines Gorillas rein technisch garnicht so einfach. Warum der Gorilla auf zwei Beinen stehen will weiss niemand. Kein anderer Gorilla der Truppe zeigt ein ähnliches Verhalten.

Ambam demonstriert den Forschern damit ein lebendiges Bild vom ersten aufrechtem Gang der Frühmenschen. Vor ca. 3,2 Millionen Jahren war der Australopithecus afarensis der erste Hominide der auf zwei Beinen gehen konnte, so der derzeitige Stand der Forschung. Lucy wurde der Fund getauft, der in der Afar-Senke Äthiopiens von Donald Johanson entdeckt wurde und dem Nationalmuseum von Addis Abeba gehört. 47 ihrer 207 Knochen wurden gefunden und daher gilt sie als eines der vollständigsten frühen Hominiden der Welt.

Im Zoo kann ein Gorilla übrigens eine Lebensspanne von 55 bis 60 Jahre erreichen. Wir werden also noch lange und viel von Ambam zu sehen bekommen.

Nachtrag: Inzwischen gibt es sogar Amazonen (im sinne von Kriegerinnen) unter Affen.

Gewöhnlich herrscht die Meinung vor bei unseren Vorfahren waren die Männer auf die Rolle der Jäger und die Frauen eher auf die Rolle der Sammler fixiert.  Doch nun wirft die Forschung ein ganz anderes Licht auf unsere Vorfahren. Jagen tuen auch Affenweibchen, sie sind quasi Amazonen.

Forscher wie Jill Pruetz aus Iowa stießen bei ihren Langzeit-Beobachtungen darauf, die sie von 2005 bis 2014 an Schimpansen der Fongoli-Gemeinschaft im Südosten Senegals gemacht haben. Diese Schimpansengruppe lebt in einem Lebensraum, der in vieler Hinsicht dem entspricht was wir uns bei unserer Vorfahren vorstellen, also in Gebiet in dem der Wald in Savanne über geht und ein Mosaik aus Waldstücken, offenen Grasflächen, Bambushainen und Waldsavanne bildet.

Galago senegalensis, eine kleine Primatenart als Beute der SchimpansenUnd noch eine Besonderheit hat diese Schimpansengruppe: Sie ist die einzige nichtmenschliche Primaten-Population, die systematisch Beute mit Hilfe von Werkzeugen jagt. Die Menschenaffen brechen gezielt Äste ab, um damit Senegal-Galagos (Galago senegalensis, eine kleine Primatenart siehe Bild) aus ihren Baumhöhlen oder Nestern zu treiben und sie dann zu töten. Pruetz und ihre Kollegen haben nun erstmals untersucht, ob und wie oft auch Schimpansenweibchen diese Jagdtechnik nutzen.

Das erstaunliche Ergebnis: Die Schimpansendamen beteiligten sich nicht nur an der Jagd, sie nutzen dabei auch deutlich häufiger Werkzeuge als die Männchen, wie die Forscher berichten. Von den 308 beobachteten Stockeinsätzen waren es 175 Mal die Weibchen, die ihre Beute mit Ästen aus dem Versteck trieben. „Angesichts der verbreiteten Ansicht, dass adulte Männchen die Hauptjäger bei den Schimpansen sind, ist dieses Verhaltensmuster verblüffend“, so die Forscher. Andererseits wisse man aus früheren Beobachtungen, dass bei Schimpansen und Bonobos die Nutzung von Werkzeugen beispielsweise zum Nüsseknacken, oft Frauensache sei. Unter den zehn besten Jägern der Fongoli-Schimpansen waren – möglicherweise dank ihrer raffinierten Stocktechnik – sogar zwei Weibchen, wie Pruetz und ihre Kollegen berichten. Die Männchen waren dagegen eher Nutznießer dieses Verhaltens: War der Galago einmal aufgescheucht, verfolgten und erlegten sie ihn.

Das Verhalten dieser Schimpansen belegt, dass die Jagd bei unseren engsten Verwandten weniger eine Männersache ist als bisher angenommen“, konstatieren Pruetz und ihre Kollegen. Das könnte auch wertvolle Rückschlüsse auf unsere fernen Vorfahren erlauben. „Möglicherweise war die Savannen-Umgebung bei ihnen eine Art Katalysator für das Werkzeug-gestützte Jagen“, spekulieren die Forscher.“ Denn während es im Wald genügend andere Beute gibt, für die man keine Werkzeuge benötigt, steigern die Stöcke den Jagderfolg bei den in der Savanne häufigen Galagos sehr wohl. „Auch die frühen Hominiden könnten daher Werkzeuge entwickelt haben, um Nachteile ihrer Umwelt auszugleichen“, mutmaßen die Forscher. Und weil mit solchen Werkzeugen die geringere Kraft und Größe der Frauen keine Rolle spielte,  könnten auch bei unseren Vorfahren durchaus Frauen an der Jagd teilgenommen haben.

Quelle:

Und es gibt noch einen Nachtrag:

Rock Art der Cosquer Cave, Frankreich, Gravietten Kultur, ca. 25.000 Jahre alt.Viele der Steinzeitlichen Höhlenmalereien die die berühmten Felsbilder in Frankreich stammen nicht wie angenommen von Männern, sondern zu etwa 75% von Frauen. Dies ließ sich am Verhältnis von Ringfinger zum Zeigefinger ermitteln der bei Frauen etwa gleichlang ist, bei Männern ist der Ringfinger jedoch länger.

Die Felsmalereien die oft auch Handabdrücke zeigen stammen nur zu 25% von Jugendlichen oder Männern. Offenbar sind Frauen auch künstlerisch den Männern um einiges voraus.

Hier eines dieser Rock Art aus der  Cosquer Höhle (c.25,000 BC) Gravettien Kultur. National Museum of Archeology, Saint-Germain-en-Laye, Frankreich

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