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Kadmos von Tyros

Kadmos, der Sohn des phönizischen Königs Agenor von Tyros und der Telephassa, hatte eine anmutige Schwester mit dem Namen Europa. Sie war so schön, dass Zeus sich in einen Stier verwandelte und sie nach Kreta entführte. Da schickte der phönizische König seine Söhne Kadmos, Phoinix und Kilix aus, um die verlorene Tochter Europa zu suchen. Telephassa begleitete ihre Söhne.

Kadmos im Kampf mit dem Drachen, Vase um 360-340 BC aus dem Louvre

Kadmos im Kampf mit dem Drachen, Vase um 360-340 BC aus dem Louvre

Die Ausgesandten landeten auf der Insel Kalliste, stifteten Heiligtümer für Poseidon und Athene und lehrten den Bewohnern ihre Schrift.  Ein Teil des Gefolges unter Führung des Membliaros, blieb auf Kalliste und gründete dort eine phönizische Kolonie. Ihre Stadt nannten sie Thera. Die anderen setzten ihre Reise fort. Darauf gelangten sie nach Thasos und gründeten dort die gleichnamige Stadt.

Ihre nächste Station war Thrakien, wo ihre Mutter Telephassa starb und begraben wurde.

Kadmos und seine Gefährten wanderte lange durch die Welt, konnte aber nicht das Geringste entdecken. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen schwand immer mehr. Entmutigt von der erfolglosen Suche kehrten Phoinix und Kilix nach Phönizien zurück. Kadmos aber machte sich auf den Weg nach Phokis, um das Orakel des Apollon in Delphi zu befragen.

Dort wollte er in Erfahrung bringen, welches Land er zukünftig bewohnen sollte.

Das Orakel trug Kadmos auf, die Suche zu beenden. Stattdessen lautete die göttliche Weisung: „Suche ein Rind das noch kein Joch getragen hat. Du erkennst es an der weißen Zeichnung des Mondes. Von diesem sollst du dich leiten lassen. Folge dem Tier und dort, wo das Rind im Grase ruhen wird, erbaue deine Mauern und gründe deine Stadt.“

Kaum hatte Kadmos das Orakel verlassen, da sah er auf einer grünen Weide eine Kuh, die noch kein Joch getragen hatte. Sie gehörte zu den Rindern eines Phokers (Phokäer) namens Pelagon. Er kaufte ihm das Tier ab und lies es laufen. Er folgte dem Tier mit bedächtigen Schritten, als das Rind plötzlich nicht mehr weiter wollte. Es reckte den Kopf hoch, erfüllte die Luft mit einem lauten Brüllen und lies sich ermüdet im Gras nieder.

Voll des Dankes warf sich Kadmos auf die Knie und küsste die fremde Erde. Sogleich wollte er den Göttern ein Trankopfer darbringen und schickte seine Diener aus, ihm frisches Wasser aus einer Quelle zu bringen.

Die Diener aber fanden ein altes Gehölz, das noch keine Menschenhand berührt hatte. Mitten darin war eine dunkle Felsenhöhle, aus der kristallklares Quellwasser strömte. Wie nun die Diener ihre Krüge füllten, streckte plötzlich ein Drache (dargestellt als Schlange) sein Haupt aus der Höhle. Die Augen des Drachen sprühten wie Feuer und seine riesigen Zähne waren zum Fürchten.

Die Diener ließen entsetzt ihre Krüge im Wasser fallen und rannten davon. Doch der riesige Drache machte einen Sprung und schon war es um die Gefährten des Kadmos geschehen. Den Ersten biss der Drache in Stücke, den Zweiten erdrückte er mit seinem langen Schwanze und der dritte Diener erstickte an seinem giftigen Atem.

Kadmos fragte sich, wo seine Diener geblieben waren und machte sich auf die Suche nach ihnen. So kam auch er zu der Felshöhle, und sah er die toten Leiber. Und Kadmos rief wütend „Ich werde ich euer Rächer sein oder euch in den Tod folgen!“

Mit diesen Worten griff er ein riesiges Felsstück und warf es auf den Drachen. Aber der Drache blieb unverwundet, denn seine harte Schuppenhaut war wie ein eiserner Panzer und der Fels prallte von ihm ab. Nun versuchte es Kadmos mit seinem Wurfspieß. Die eiserne Spitze schoss mit großer Wucht, durchschlug den Panzer und drang tief in sein Fleisch ein.

Mutig zog Kadmos sein Schwert und hieb auf den Drachen ein, doch die Kräfte des Ungeheuers wollten nicht erlahmen. So tobte der Kampf bis zum Abend, als Kadmos mit einen Lanzenstich in den Drachenhals endlich den Drachen zu Fall brachte. Das Untier fiel im Sterben rückwärts gegen einen mächtigen Baum und fällte ihn mit seinem Gewicht.

Kadmos betrachtete noch lange den erlegten Drachen. Als er wieder auf sah, stand Pallas Athene an seiner Seite. Sie befahl ihm, die Zähne des Drachens herauszubrechen und die Hälfte davon in gelockertes Erdreich zu säen. Die andere Hälfte nahm sie an sich um sie später dem Aietes zu geben.

Kadmos gehorchte der Göttin, wie ihm befohlen war. Doch kaum waren die Zähne eingesät, da rührte sich etwas in der Erde. Zuerst blickte nur die Spitze einer Lanze hervor, dann kam ein Helm mit farbigem Busch. Schon bald ragten Schultern, Brust und bewaffnete Arme heraus, und endlich war ein gerüsteter Krieger der Erde entwachsen. Dies geschah zugleich an vielen Orten der Saat, und eine ganze Schar bewaffneter Männer wuchs vor des Drachentöters Augen.

Kadmos erschrak und war darauf gefasst, mit einem neuen Feind zu kämpfen. Aber einer von den neuen Krieger rief ihm zu: „Halte dich fern von diesem Krieg, der nicht der Deine ist!“

Der Krieger nahm sein Schwert und schlug auf seine Brüder ein, die neben ihm aus der Erde gewachsen waren. Er selbst aber wurde von einen Wurfspieß niedergestreckt, der aus der Ferne geflogen kam. So tobte die ganze Kriegerschar in fürchterlichem Kampfe, und ihr Blut trank Mutter Erde.

Am Ende des Kampfes waren nur noch fünf Krieger noch am Leben. Einer von ihnen war Echion, der sich dem Willen der Athene beugte und die Waffen im Kampfgetümmel niederlegte. Diesem Beispiel folgten die vier übrigen Krieger. Sie waren Echion, Udaios, Chthonios, Hyperenor und Peloros.

Mit Hilfe dieser fünf Krieger baute Kadmos jetzt seine neue Stadt, wie das Orakel ihm befohlen hatte und nannte sie Kadmeia. Später erhielt sie den Namen Theben.

Wegen der Tötung des Drachen wurde Kadmos auferlegt, acht Jahre dem Ares zu dienen. Erst danach erhielt er von Athene den Thron und Zeus gab ihm Harmonia zur Frau. Sie war die Tochter der Aphrodite und des Ares.

An der Hochzeitsfeier nahmen alle olympischen Götter teil und die Musen sangen. Kadmos gab seiner Frau den berühmten Schleier und die Halskette, die er von Hephaistos oder von Europa erhalten hatte.

Sie hatten vier Töchter, Autonoë, Ino, Semele und Agaue, und einen Sohn Polydoros.

Noch zu Lebzeiten übertrug Kadmos die Regierung seinem Enkel Pentheus, dem Sohn der Agaue und des Echions. Dann verließen Kadmos und Harmonia Theben und führten das Heer der Encheläer gegen Norden, da die Encheläer ein Orakel erhalten hatten, wonach sie nur siegen würden, wenn Kadmos und Harmonia ihre Oberbefehlshaber wären. Kadmos und Harmonia hatten noch einen weiteren Sohn, Illyrios. Sie gewannen neues Land und Illyros wurde Herr über dieses Reich.
Am Ende verwandelten sie sich in Schlangen und wurden von Zeus nach Elysion versetzt

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